Samstag, 12. November 2011

Sahra und Oskar in love


Bombe geplatzt (wenn man zu den Menschen gehört, für die das eine Bombe ist): Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine sind ein Paar. Das ist eigentlich nicht weiter der Erwähnung wert, denn es handelt sich um zwei erwachsene Menschen, die das dürfen und die wissen müssen, was sie tun. Die beiden tun nichts Verbotenes und haben sich meines Wissens nach noch nie zu Fragen von Moral und Familienwerten geäußert. Weiterhin deutet nichts darauf hin, dass hier ein Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt würde. Spekulationen, was eine so attraktive und intelligente Frau an so einem alten Knacker findet oder umgekehrt, mögen einige vielleicht interessant finden, sind politisch aber völlig irrelevant. 

Dass sich zuweilen recht ungewöhnliche Paare finden, über die das Umfeld zunächst den Kopf schüttelt, gehört zu den eher alltäglichen Erscheinungen im Leben. Und daher ist es schlicht kindisch, von der politischen Klasse zu erwarten, so was gefälligst komplett zu unterlassen.

Damit wäre eigentlich alles gesagt. Weil aber einigen ganz harten Antikommunisten wirklich nichts zu peinlich ist, ergehen sich nun einige Kommentatoren darin, wie typisch links so ein fröhliches Über- und Untereinander ja mal wieder sei. Von wegen freie Liebe und Anarchie und so und jetzt begönne mal wieder der Untergang des christlichen Abendlandes.

Zur Erinnerung: Die Linke mag so einiges sein, aber sie ist nun gerade nicht die Partei, die Vorträge hält über den besonderen Stellenwert von Ehe und Familie. Sie ist auch nicht die Partei, die ein christliches Menschenbild weder hochhalten noch anderen überstülpen will. Oder Anstand und Sitte. Oder die Pflicht zur ehelichen Treue. Das machen, wenn überhaupt, andere. Und in diesen anderen Parteien sind mittlerweile etliche prominente Vertreter auch nicht zum ersten Mal verheiratet, wenn sie sich nicht gleich eine Zweitfrau halten. Nach den Maßstäben der katholischen Kirche wären die alle exkommuniziert. Käme jemand mit einem Rest an intellektueller Selbstachtung auf die Idee, eine kinderlose, zum zweiten Mal verheiratete Kanzlerin neuerdings als typisch konservativ zu bezeichnen? Oder einen schwulen Außenminister als typisch liberal?

War noch was? Ja, ein wundervoller Beitrag des geschätzten Wiglaf Droste in der jungen Welt.

Kommentare :

  1. Wir leben in einer bigotten, verklemmten und zugleich über-sexualisierten Gesellschaft (Sex-Werbung wohin man schaut). Gleichzeitig wird eine völlig übersteigerte Hollywood-Romantik als das "Liebes-Ideal" angestrebt. Diese scheitert dann immer wieder an der Realität und lässt enttäuschte Menschen zurück:

    "Am Anfang war alles so toll. Und jetzt?".

    Wir sollten alle mal wirklich lockerer und entspannter werden, wenn es um Sex und/oder Liebe geht.

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  2. Wie geht der schöne Spruch? Oversexed but underfucked, glaube ich...:-)

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