Freitag, 30. Dezember 2011

Litanei zum Jahreswechsel


Normalerweise schreibe ich lieber selbst als ellenlange Zitate anzuführen. Momentan bin ich aber noch ein wenig im postweihnachtlichen Standby-Modus. Da kam es sehr passend, dass Florian Felix Weyh am Tag vor Silvester im politischen Feuilleton auf Deutschlandradio Kultur eine nachdenklich stimmende Litanei zum Jahresabschluss angestimmt hat, die sich lohnt, im Ganzen zitiert zu werden.

Samstag, 24. Dezember 2011

Wünsche schöne Feiertage

So gefeiert wird, halte man sich jedoch fern von allem, was einem das Fest versauen kann. Hierzu sei der Rat des einschlägigen Experten J. Malmsheimer empfohlen:








Mittwoch, 21. Dezember 2011

Praktisches Weihnachtslexikon, A-Z


Einigen wird das seltsame Treiben aufgefallen sein, das die Umwelt in diesen Breiten seit einigen Wochen deutlich sichtbar praktiziert. Auch die seltsamen Wörter, die zu jedem Jahresende kursieren, mögen viele vor das eine oder andere Rätsel stellen. Als stets um Aufklärung bemühter Zeitgenosse habe ich mich, zum Teil im Selbstversuch, daran gemacht, eine praktische, alphabetisch geordnete Liste zusammenzustellen, die die in diesem Zusammenhang wichtigsten Fragen für alle in verständlicher Form beantworten sollte:

Montag, 19. Dezember 2011

Der sparsame Präsident


„Dieser Herr“, ätzte Herbert Wehner legendärerweise über Willy Brandt, „badet gern lau!“ Im Hinblick auf Christian Wulff formulierte Jakob Augstein es ein wenig anders: Er meinte, das Wildeste an dem Mann dürfte wohl die Tätowierung seiner Frau sein.

Es war Angela Merkel, die Wulff ins Präsidentenamt hievte. Joachim Gauck, der liberale Ideologe und glühende Linkenfresser, hätte ihr, obwohl ihr politisch eigentlich näher stehend, sehr unbequem werden können. Und so etwas schätzt die Kanzlerin nicht bei ihren Präsidenten. Die Bestellung Wulffs war aus der Not geboren: Horst Köhler war überraschend zurück getreten, ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik, und die Opposition hatte sie mit ihrer Nominierung Gaucks in die Enge getrieben. Da schien keine Zeit gewesen zu sein für gründliche Prüfungen des Vorlebens des Kandidaten. Drei Kreuze gemacht und ins Amt mit ihm, wenn auch blamablerweise erst im dritten Wahlgang.

Samstag, 17. Dezember 2011

Bekenntnisse eines Gekaperten


Es war Hans-Olaf Henkels kanalrattiges Grinsen, das eine Warnung hätte sein müssen. Am späteren Abend des 27. September 1998 fragte ein Reporter in Berlin den damaligen BDI-Präsidenten mit sichtlicher Vorfreude darauf, dass er und seine Bagage jetzt wohl etwas kleinere Brötchen würden backen müssen, ob er denn auch mit Sozialdemokraten reden würde. Henkel antwortete, siegesgewiss feixend, er rede grundsätzlich mit Siegern. Sprach’s und verschwand im Hinterzimmer. Der Mann schien bereits zu wissen, dass seine Party jetzt erst richtig losgehen würde. Viele andere wussten es nicht.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Mein Wort des Jahres 2011


Eine schwere Prüfung der eigenen Langmut ist es zweifellos, laute, saufende Horden in öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln gar, ertragen zu müssen. Darüber ist hier vor nicht allzu langer Zeit bereits reflektiert worden. Die Frage ist in der Tat: Wie umgehen mit so was? Es gibt einige Möglichkeiten: Eine Idee wäre es, die Präsenz von Sicherheitspersonal zu erhöhen. Das kann schon Wunder bewirken. Obwohl ich, wie gesagt, von solch unzivilisiertem Benehmen selbst mächtig genervt bin, wäre die letzte Idee, auf die ich käme, ein totales Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln zu fordern. Viele Landsleute sehen das allerdings anders.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Brain Farts, 14.12.2011


Ein Arbeitsloser weniger

Juhu, KaTe hat nen neuen Job! Welch Erleichterung, so kurz vor Weihnachten. Man musste sich wirklich schon Sorgen machen um den armen Kerl. Er macht's ja nicht für Geld, aber endlich ist die ehrwürdige Familie erlöst. Nie wieder peinliche Szenen ("Der Karl-Theodor ist ja arbeitslos und..."). Er ist jetzt Berater irgend einer EU-Tante für irgendwas mit Internet. Wie? Höre ich da: Ist der überhaupt qualifiziert? Was ist das denn für eine blöde, ja unbotmäßige Frage? Qualifikation ist voll bürgerlich. Einem Angehörigen des alten Adels stellt sich diese Frage überhaupt nicht, der wird für seine Ämter geboren. Außerdem kennt sich Karl Theodor zu Guttenberg mit diesem Internet ja wohl aus wie kein Zweiter. Das Internet ist schließlich das Gerät, das ihn seines Doktortitels beraubt hat.


Montag, 12. Dezember 2011

Die zunehmende Verlärmung der Welt


Was für ein Herdentier der moderne Mensch ist, lässt sich sehr schön an Dingen sehen von denen niemand je geglaubt hätte, dass sie einmal in Mode kommen würden. Zum Beispiel Biathlon. Früher war das eine Veranstaltung, die fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, abgesehen von ein paar angeglühten Einheimischen, die ihren Kater vom Vorabend auslüfteten. Aktiv wurde das betrieben von knorzigen Naturburschen mit seltsamen Namen wie Peter Angerer und Eirik Kvalfoss, die, wenn sie denn redeten, unverständliches Idiom sprachen und auf Langlaufskiern einsam durch verschneite Wälder ächzten. Alle paar Kilometer wurde angehalten, der auf dem Rücken mitgeführte Schießprügel zur Hand genommen und auf schwarze Scheiben geschossen, die bei dichtem Schneetreiben in der Ferne kaum auszumachen waren. Es wirkte alles so skurril und auf so rührende Weise altmodisch, dass es mich nicht überrascht hätte, wenn da mit Vorderladermusketen rumgeballert worden wäre.

Samstag, 10. Dezember 2011

The Brighter Side: Videos zum Wochenende


Immer, wenn man momentan nicht so recht weiß, worüber man bloggen soll und jede Menge halb fertiger Kram auf der Festplatte vor sich hinschmort, lässt sich immer noch das eine oder andere Video online stellen.

Freitag, 9. Dezember 2011

Der Jugend nicht aufs Maul geschaut


Volkes Mund ist schwer zu fassen. Wer da mithalten will, muss ziemlich auf dem Quivive sein. Und so etliches, das nach Volksmund aussieht, ist dem Volke eben nicht vom Munde abgeschaut, sondern wurde ihm vielmehr dort hineingelegt. So hielt sich über Jahrzehnte hartnäckig das Gerücht, der Berliner Fernsehturm werde von den Berlinern 'Telespargel' genannt. Das war und ist Blödsinn. 'Telespargel' ist so sperrig, klingt so ausgedacht und gewollt um Originalität bemüht, dass es unmöglich aus dem Volksmund kommen kann. Und tatsächlich handelte es sich um eine von DDR-Offiziellen gewünschte Bezeichnung, die sich bei den Berlinern nie durchgesetzt hat und nur von treuherzigen Reiseführern verwendet wurde.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

SPON enthüllt: Hartz-IV-Muttis sind faul und überversorgt


Denjenigen, die wirklich geglaubt haben sollten, beim SPIEGEL begönne man langsam damit, sich ein wenig vom Kurs des neoliberalen Propagandaorgans wegzubewegen, sei dringend dieses kurze Hetzfilmchen aus dem Hause SPIEGEL online ans Herz gelegt.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Flitzpiepen, feiernd


Dezember ist nicht nur der Monat von Heiligabend, Familienterror und Silvesterknallerei, sondern auch der Monat der berüchtigten Betriebsweihnachtsfeiern. Auf denen geht es bekanntlich, schenkt man der alljährlichen Berichterstattung Glauben, grundsätzlich dergestalt zu, dass die Einwohner von Sodom und Gomorrha sich dagegen wie ein Kongress buddistischer Mönche ausnehmen. Durch die jedes Jahr aufs Neue wiedergekäuten Vollrausch- und Fickificki-Geschichten ist der Begriff ‚Weihnachtsfeier’ mittlerweile hormonell so aufgeladen, dass der Duden ihn mit einiger Sicherheit in seiner nächsten Ausgabe als anderes Wort für ‚Orgie’ oder ‚Besäufnis’ aufführen wird. Offenbar habe ich bislang immer bei den falschen Firmen gearbeitet.

Montag, 5. Dezember 2011

Sócrates (1954-2011)


Sport, vor allem Fußball, ist immer in Gefahr, politisch vereinnahmt zu werden. Regierende aller Art wissen, wie gut sich mit gelegentlichen Stadionbesuchen und dem gezielten Tragen von Fanschals bei Teilen der Öffentlichkeit punkten lässt. Die WM 2006 in Deutschland sollte eigentlich die ganz große Schröder-Show werden. Das hat ihm Angela Merkel weggeschnappt. Berüchtigt auch der holländische Nationaltrainer Rinus Michels, für den Begegnungen gegen Deutschland gelebte Rache für den zweiten Weltkrieg waren und der seine Spieler dementsprechend einschwor. Auch Diktaturen schmücken sich von jeher gern mit fußballerischen Erfolgen und Großereignissen: Traurige Berühmtheit erlangten zum Beispiel Erich Mielkes Stasi-Club BFC Dynamo, der ab 1979 wundersamerweise den DDR-Meistertitel abonniert zu haben schien oder die Fußball-WM 1978 in Argentinien, mit der sich die damals regierende Militärjunta ein besseres Image im Ausland verpassen wollte.

Und dann gab es noch die brasilianische Nationalmannschaft der Achtziger.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Zur Verteidigung Jeremy Clarksons


"Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary… that's what get's you." (Jeremy Clarkson)

Der britische Journalist und passionierte Unsympath Jeremy Clarkson ist hierzulande nur einer Minderheit bekannt. Er ist Moderator der bei uns auf dem Spartensender dmax ausgestrahlten BBC-Autosendung Top Gear. In Großbritannien dagegen ist er das, was man eine Ikone nennt: Neben Top Gear schreibt er regelmäßig Kolumnen für die Sunday Times, die regelmäßig in Buchform veröffentlicht werden. In zwanzig Jahren hat er es vom Provinzreporter zum Multimillonär gebracht. Allein die öffentlich-rechtliche, durch Gebühren finanzierte BBC überweist ihm über eine Million Pfund im Jahr. 

Freitag, 2. Dezember 2011

Und täglich grüßt das Witzetier


Es gibt gute Witze, es gibt schlechte Witze, es gibt geniale Witze, es gibt Witze, die sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind. Und es gibt jene äußerst unangenehme Sorte, die Wiglaf Droste 'Witze mit eingebauter Wiederholungstaste' nannte. Die werden von Menschen gerissen, die irgendwann einmal in ihrem Leben etwas aufgeschnappt haben, das sie wahnsinnig lustig gefunden und daraufhin beschlossen haben, dieses Scherzchen fest in ihren aktiven Wortschatz zu integrieren, um es von Stund' an bei jeder Gelegenheit rauszulassen.