Freitag, 20. Januar 2012

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten


Die Insolvenz des Schlecker-Konzerns ist einzig für die Minderheit der dort Beschäftigten eine schlechte Nachricht, die sich bei einem Laden mit derart eigenwilligen Vorstellungen von Entlohnung und Mitarbeiterführung wirklich wohl gefühlt hat. Für alle anderen ist es eine hervorragende Nachricht. Und denjenigen, die jetzt verständlicherweise Angst haben um ihre berufliche Zukunft, kann man guten Gewissens sagen: Kopf hoch, etwas besseres als das findet ihr allemal! Mir sind in SGBIII-Maßnahmen Menschen begegnet, die freiwillig dort gekündigt haben und lieber die dreimonatige AlG-1-Sperre der Agentur in Kauf genommen haben, als sich auch nur eine Woche länger ausbeuten und schurigeln zu lassen.

(Sorry für die Auflösung! Quelle)
Ich habe nie verstehen können, wie ein Mensch mit zwei Augen im Kopf, funktionierendem Fortbewegungsapparat und einem Rest an Verstand zu der Auffassung gelangen konnte, in einer der Klitschen des schwäbischen Schacherers ließe sich so prima wie sonst nirgends einkaufen. Vor allem, wenn man die Alternativen bedenkt: Es liegt mir fern, Werbung zu machen. Aber auch, wenn z.B. dm letztlich auch nur Gewinne machen will, scheint mir das das bei weitem geringste Übel zu sein. Zumal der Gründer Götz Werner ein Beispiel dafür ist, dass sich auch ohne Mobbing, klinische Kniepigkeit und dreiste Dumpinglöhne gute Gewinne machen lassen.


Kommentare :

  1. Naja, Du lebst offenbar in der Stadt. Auf dem Lande halten sich die Alternativen eben in Grenzen – in unserem Dorf gibt es sonst nur Lidl, Netto und Penny. Schlecker führte zum Beispiel eine Hausmarke von Katzenstreu, das nach Ansicht meiner Kater ebenso gut wie Catsan war, aber statt 5,99 nur 3,29 kostete. Tatsächlich hat Schlecker es allerdings die letzten Monate über eben nicht mehr da gehabt: Wahrscheinlich, weil die Hersteller sich weigerten, ohne Bezahlung zu liefern.
    Liebe Grüße, Saby

    AntwortenLöschen
  2. In der Tat kann es sein, dass ich als alte Stadtpflanze manchmal dazu tendiere, zu übersehen, dass Landbewohner nicht die Einkaufsmöglichkeiten verfügen wie ich. Ich bin auch nicht der Meinung, dass die Insolvenz Schleckers (bedeutet ja noch nicht, dass alles dicht gemacht wird) für alle eine gute Nachricht ist. Für Renter/innen z.B., die nicht mehr gut zu Fuß sind, dürfte Schlecker wegen ihrer vielen Filialen, die zudem oft gut zu Fuß erreichbar sind, das Beste sein.

    AntwortenLöschen