Dienstag, 20. März 2012

What's In A Name

 Die Tierschutzorganisation Peta hat den niedersächischen Spirituosenhersteller Mast-Jägermeister SE aufgerufen, sein wichtigstes Produkt von 'Jägermeister' in 'Waldmeister' umzubenennen. Begründung: Das Image der Jagd sei mittlerweile so schlecht, dass eine Umbenennung zugunsten eines positiv besetzten Heilkrauts viele Kunden in Zukunft davon abhalten könnte, sich von dem Produkt abzuwenden.

(via clickpix.de)
Abgesehen davon, dass der gute alte Hörnerwhisky häufig erst dann als Durchlauferhitzer zum Einsatz kommt, wenn ein Besäufnis bereits ein gewisses Stadium erreicht hat, den Konsumenten der Name und dessen Beigeschmack in der Regel also ziemlich egal ist, so lange das Zeug nur ordentlich dröhnt, ist das natürlich wieder eine der zahlreichen bedenkenswerten Ideen der Provokationsprofis von Peta. Wobei natürlich zu bedenken ist, dass sich zahlreiche stramme Zecher durch diese Umbennung erst recht von dem Produkt abwenden könnten, weil sie sich an alkoholfreien Blubberlutsch aus Kindertagen erinnert fühlen.

Trotzdem würde ich gern einen Deal vorschlagen: Darf der Jägermeister bleiben, wenn Jägerschnitzel, Zigeunerschnitzel und Ratsherrenpfanne auch bleiben, gleichsam als ausgleichende Gerechtigkeit? Wir könnten uns auch gern auf gegenderte Schreibweisen einigen. Ich glaube nämlich, dass Leute, die keine ernsteren Probleme haben, als sich über den Namen von Kräuterlikören einen Kopf zu machen, auch glauben, dass die genannten Gerichte aus dem Fleisch von Jägern, Angehörigen des fahrenden Volkes und Mitgliedern des Kommunalparlaments hergestellt werden.

Als Zeichen meines guten Willens würde ich auch noch die Umbenennung von Königsberger Klopsen (erinnert an alte, böse Unterdrückerzeiten, in denen Ostpreußen noch unser war; das damit verbundene schlechte Image könnte in Zukunft immer mehr Menschen sich abwenden lassen usw.) in Kaliningrader Tofu- bzw. Seitanbällchen anbieten.

Nich’ dafür!


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