Sonntag, 8. April 2012

Osterei des Jahres


Peinlich ist es, wenn Hersteller schnöder Alltagsware diese verbal aufplustern, als handele es sich um edelste Luxusgüter. Man denkt mit Grauen an die unschuldigen Bierbuddeln, die, bei unverändertem Inhalt, die Strunz- und Blähvokabel „premium“ verpasst bekommen haben. Oder, schlimmer noch, jener Nordrhein-Westfälische Flüssigtreibstoff, der vom Erzeuger gar als „premium verum“ feilgeboten wird. Bei Kennern und Liebhabern wahren Gerstensaftes läuft das Zeug normalerweise unter „alkoholhaltiges, limonadenähnliches Erfrischungsgetränk mit dezentem Bieraroma“.

Fieser noch sind Markennamen, die von Produktdesignern erdacht werden, die offenbar an einer speziellen Art des Tourette-Sydroms tragen. Die halten es immer noch für eine Provokation und/oder für irre lustig, bei jeder Gelegenheit Wörter in die Gegend zu trompeten, die umgangssprachlich für den menschlichen Reproduktionsakt oder dazu verwendete Organe benutzt werden. Man nenne mich meinethalben altmodisch, aber Personen, die auf einer meiner Einladungen mit dem Zeug aufkreuzten und sich auch noch witzig vorkämen dabei, müssten dann leider draußen weiter feiern.

Und dann gibt es noch Markennamen, die sind so heillos niedlich und gaga, dass sie selbst gestandenen Mannsbildern noch ein „Och, wie süüüß!“ entlocken können. Oder einen jäh und unversehens in finstere Pubertätsjahre zurück katapultieren, in denen man noch hinter den unverfänglichsten Harmlosigkeiten unter großem Gekicher irgendetwas Schweinisches zu erkennen vermochte. Und genau auf so einen Gegenstand bin ich kürzlich beim Besuch einer Wirtshaustoilette zufällig gestoßen.

Preisfrage des Tages: Was ist ein Bummsinchen? Ein Tipp: Es ist aus Gummi und dient dem Schutz.

Neinneinnein, mit dem, was Sie altes Ferkel schon wieder denken, hat das nicht das Geringste zu tun! Bummsinchen ist der Markenname eines selbstklebenden Türstoppers bzw. Türpuffers aus Weichkunststoff. Der wird im Schwenkbereich von Türen an der Wand angebracht, um Fliesen und Putz vor den verheerenden Einschlägen der Klinke zu schützen.

Wer das nicht glauben mag - hier ein Beweisfoto:

(via stoibaer.de)
Der Hersteller, der online nicht ohne weiteres zu ermitteln ist (vermutlich handelt es sich um die Firma Hansi aus Göppingen), hat übrigens mehrere Größen im Sortiment: Das schon erwähnte Bummsinchen mit 40 mm Durchmesser, dann Bummsi mit 50 mm und schließlich – na? – den satten Bumms mit ganzen 60 mm Durchmesser. Schließlich gibt es noch einen selbstklebenden Eckenschutz, der konsequenterweise unter der Bezeichnung Eckenbumms geführt wird.

Aber vorsicht: Wer einmal dergestalt sensibilisiert ist, wird in Zukunft hinter jeder zweiten Tür ein Bummsinchen entdecken. Oder wenigstens ein Bummsi. Wirklich! Bei mir hat der Effekt erst nach mehreren Wochen wieder ein wenig nachgelassen.

In diesem Sinne schöne Feiertage!


Kommentare :

  1. Na, darauf erst mal ordentlich "Rammstein"! ;)

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  2. Das können Sie auch nicht wissen !

    Wären Sie im Sanitärhandwerk tätig,
    dann hätten Sie es gewußt und Sie bräuchten es nicht als seitenfüllendes völlig abnormales Individuum hier posten !

    So ganz nach dem Motto der NochZeitungsschreiber:" Was interessiert mich das Geschwätz von eben ?"

    Sie sind ja echt komisch !

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