Dienstag, 29. Mai 2012

Gutsherrinnenart a'la Francaise


Wenn es gilt, Widersprüche aufzudecken, ist es von jeher ein beliebter rhetorischer Trick, einen vermeintlichen Narren ein paar vermeintlich dumme Fragen stellen zu lassen. Bekannt ist zum Beispiel die Passage aus Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, in der der schlichte aber bauernschlaue Gefreite Katczynski, genannt Kat, fragt, wie eigentlich ein Land ein anderes beleidigen kann. Wie geht so was? Hat ein Berg in Frankreich etwa einen in Deutschland beleidigt? Er selbst hätte nie Probleme gehabt mit dem Nachbarland: Die Franzosen, denen er bislang begegnet sei im Leben, seien allesamt nette Leute gewesen.

Nun hat IWF-Chefin Christine Lagarde ein paar despektierliche Bemerkungen in Richtung Griechenland vom Stapel gelassen, die im Kern darauf hinauslaufen, dass die sie kein Mitleid in Griechenland empfände, so lange man dort nicht Steuern zahlte. Außerdem wären die Kinder in Afrika froh und dankbar, wenn sie ein solches Luxusleben führen könnten wie der Durchschnittsgrieche. Es wäre vielleicht noch in Ordnung gegangen, wenn Mme. Lagarde sich differenzierter ausgedrückt und sich gezielt auf diejenigen Wohlhabenden bezogen hätte, die sich das auch leisten können, trotzdem aber ihre Steuern hinterziehen. Denn abgesehen davon, dass diejenigen griechischen Bürger, die aufgrund der Folgen des Spardiktats ihren Job verloren haben oder, wenn sie noch einen haben, erhebliche Einkommenseinbußen zu verkraften hatten, den pauschalen Aufruf, doch bitte mal Steuern zu zahlen, wie Hohn empfinden müssen, ist es auch die gute alte Gutsherrenmasche, die viele auf die Palme gebracht haben dürfte: "Wie, es geht Ihnen schlecht? Schauen Sie sich mal die Slums von Kalkutta an, dann wissen Sie, was Armut ist!" (Es hilft übrigens sehr, an einem Hühnerbein zu kauen und/oder ein Gläschen Schampus zu süffeln, während man das sagt.) Verständlich also, dass man in Griechenland nicht begeistert ist. Eines aber kann ich bei so was nicht verstehen:
 
Als Kinder lernen wir normalerweise, dass es das Beste ist, sich nicht provozieren zu lassen und Beleidigungen an uns abtropfen zu lassen, auch wenn sie schmerzen mögen. Dahinter stecken drei Gedanken. Erstens: Ein souveräner Mensch mit gesundem Selbstbewusstsein ist nicht so leicht aus der Fassung zu bringen; zweitens: Wer es nötig hat, zu beleidigen und zu provozieren, ist ein mieser Wicht, der die Mühe nicht wert ist und drittens: Solche Spielchen beendet man am wirkungsvollsten, indem man sie einfach nicht mitspielt.

Warum gilt das, was auf persönlicher Ebene allgemein akzeptiert ist und gut funktioniert – wenn das auch nicht immer ganz einfach ist – auf staatlicher Ebene keineswegs? Warum geht bei so was in den Medien immer und immer noch sofort das große Backenaufblasen los? Warum dürfen Staaten bzw. die, die sich anmaßen, für sie zu sprechen, sich immer noch benehmen wie die unreifen Kinder und niemand findet etwas dabei? Warum verhält man sich auf staatlicher Ebene immer noch, als sei man im ersten Weltkrieg? Hätte es nicht viel mehr Klasse, da mit der gebotenen Coolness zu reagieren? Wie herrlich blamiert stünde Lagarde da, wären ihre Äußerungen einfach ignoriert oder allenfalls mit einem Schulterzucken quittiert worden! Aber das sind natürlich  nur naive Träumereien.


Apropos Coolness

Ich kann es mir nicht verkneifen: Wie hat er das gemacht?

(via puschenruebe)

Verdammter Mindfuck! Die Theorien schießen ins Kraut. Zumal Steven Moffat unmittelbar nach der Erstausstrahlung im Januar darauf hingewiesen hat, dass in der Folge ein Hinweis versteckt sei, den bisher alle übersehen hätten:
„I’ve been online and looked at all the theories and there’s one clue that everyone’s missed. It’s something that Sherlock did that was very out of character, but which nobody has picked up on.“
Zwei weitere Rätsel: Warum hat die Kleine geschrieen, als sie Sherlock gesehen hat? Wer ist Kitty Riley (die 'Reporterin') wirklich?

Irgendwie muss man sich die Wartezeit bis zur dritten Staffel ja vertreiben...



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