Freitag, 16. November 2012

Der Scheinheilige


Es mag wohlfeil klingen, aber Xavier Naidoo ist mir schon immer auf den Sack gegangen. Nicht, weil die Musik, die er macht, überhaupt nicht meine Welt ist. So was ist Geschmackssache und nur piefige Kleingeister würden daraus eine Riesennummer machen. Seine Herkunft oder gar seine Hautfarbe sind mir erst recht egal. Nein, mein Problem war immer sein missionarischer Eifer und diese leicht weinerliche, gesalbte Laienprediger-Attitüde, in der er erst alles krank betet, um es anschließend wieder gesund zu beten. Dass sich hinter dieser frommen Fassade ein Mensch mit schlichtem, aber teils reaktionärem Weltbild verbirgt, hat er jetzt im Duett mit seinem Kollegen Kool Savas unter dem Namen Xavas bewiesen.

Ihre Gewaltphantasie gegen Kinderschänder und Schwule, die schon genug zitiert wurde und bei Interesse hier nachgelesen werden kann, hat den beiden neben Kritik in diversen Medien auch Anzeigen wegen Volksverhetzung eingebracht. Pflichtschuldigst veröffentlichten Savas und Naidoo auf der Xavas-Homepage eine windelweiche Erklärung, von wegen man habe niemals etwas gegen Schwule und Lesben gesagt, habe vielmehr großen Respekt vor ihnen und wollte doch nur auf den himmelschreienden Missstand organisierten Kindesmissbrauchs hinweisen. Und überhaupt sei das alles, schluchzbuhu!, mal wieder völlig falsch interpretiert worden. Aha.

Lesen diese Leute keine Zeitung, auch nicht auf dem iPad? Dass Kindesmissbrauch ein furchtbares Verbrechen ist, muss man nicht weiter diskutieren. Dass alle verfassungskonformen Mittel zur Vorbeugung und Bekämpfung eingesetzt werden mögen, auch nicht. Wer aber nach Lynchjustiz schreit oder sich gar in die Nähe der Forderung nach Todesstrafe für Kinderschänder begibt, sollte sich zumindest im Klaren sein, mit was für Vereinen er sich damit unter anderem ins Bett legt. Wollen die wirklich Applaus aus dieser Ecke? Antirassismus mal anders, oder was? Sicher, auch Machwerke, die an der Grenze zum Straftatbestand der Volksverhetzung entlang balancieren, fallen zunächst einmal unter Kunstfreiheit, auch wenn's weh tut. Was letztlich künstlerisch relevant ist und was nicht, entscheidet im Zweifel eh erst die Rezeption der nächsten Jahrzehnte und Provokation ist auch nichts revolutionär Neues. Nur darf, wer unbedingt provozieren will, nicht die verfolgte Unschuld geben und einen auf ewig missverstanden machen, wenn die Provozierten entsprechend reagieren.


Möglicherweise haben Naidoo/Savas bei ihren Ausfällen auf ein nach wie vor nicht selten anzutreffendes Reaktionsmuster der Öffentlichkeit gesetzt: Wer Provokantes über Migranten, Muslime, Juden, Behinderte, Schwule etc. veröffentlicht, muss normalerweise mit breiter Kritik nicht nur der betroffenen Justemilieus rechnen. Wenn aber ein Rapper, einer mit Migrationshintergrund gar, gewaltverherrlichende und homophobe Tiraden von sich gibt, dann hat das sofort unter Kunstvorbehalt zu stehen und im Zweifelsfall nur als der unter Schmerzen geborene Ausfluss einer traumatisierten, gepeinigten Seele zu gelten. Haste Kummer – Opfernummer, lautet die alte Devise. Oder aber es soll, auch gern genommen, alles am Ende nur Ironie gewesen sein, die nur die dummen Kritikaster wieder mal nicht verstehen. Hihi, alles nicht so gemeint. Ist doch voll voll witzig, wie wir Klöten auf Föten reimen, oder? Verzeihung, aber da komme ich nicht mit.

Eines nämlich will mir nicht in den Kopf: Wenn wir es ernst meinen damit, dass Herkunft, Hautfarbe u.a. keine Rolle spielen sollen, dann muss auch ein Xavier Naidoo für das, was er so rappt, gerade stehen und Kritik aushalten. Und zwar genau so wie seinerzeit unter anderem Schauspielerdarsteller Til Schweiger für seine paranoide Hetze gegen die im Umgang mit Kinderschändern angeblich zu lasche Justiz, Extremspringer Felix Baumgartner für seine offen formulierte Sehnsucht nach wenigstens einem bisschen Adolf oder Eva Herman für ihr halbgares Mutterkreuz-Geschwurbel. Von Thilo Sarrazin gar nicht erst zu reden. Ja, und auch Mely Kiyak für ihre verbale Entgleisung gegen denselben, so verständlich sie gewesen sein mag. Nicht mehr, aber auch bitte nicht weniger.

Mit dem Minderheitenschutz ist das immer so eine Sache. Es ist gut und sinnvoll, Minderheiten in Schutz zu nehmen, wenn es alle gegen einen geht, wenn sie in Situationen geraten, in denen sie schon aufgrund schlichter zahlenmäßiger Unterlegenheit nur verlieren können. Es ist gut und richtig und hat erst recht nichts mit Verharmlosung oder Eiapopeia zu tun, Minderheiten zum Beispiel zu verteidigen gegen rassistische Süppchenköche, die Verfehlungen einzelner als symptomatisch für eine ganze Community hinstellen wollen. Dass Gerichte auch bei schwersten Vergehen grundsätzlich den Einzelfall betrachten und immer auch dessen spezifische Umstände berücksichtigen müssen, hat ebenfalls nichts mit Kuscheljustiz zu tun, sondern ist schon lange vor 1968 eine Säule unseres Rechtssystems gewesen.

Funny van Dannen brachte es einmal sehr schön auf den Punkt: Auch lesbische schwarze Behinderte können ätzend sein. Wer Minderheitenschutz für sich in Anspruch nimmt, um wiederum anderen Minderheiten ungestraft Dinge um die Ohren zu hauen, die man Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft zu recht niemals durchgehen ließe wegen Unzivilisiertheit, verkehrt dieses Prinzip ins Gegenteil. Wer deutscher Herkunft ist, zudem hellhäutig, männlich, heterosexuell und in keiner Weise gehandicapt, dazu aus einer gewaltfreien, halbwegs intakten Familie stammt und nicht grotesk übergewichtig ist, braucht in der Regel nur wenig Diskriminierung bzw. Benachteiligung zu fürchten. Außer in Sorgerechtsverfahren vielleicht. Man kann das unfair finden. Das Dumme ist aber, dass so jemand andererseits auch nichts hat, worauf er sich herausreden kann, wenn er schlicht Mist gebaut hat.

Kommentare :

  1. Hallo Herr Rose

    Das war mir gar nicht bekannt, weder Lied noch Text, auch nicht der verlinkte Zeitungsartikel:
    https://www.taz.de/Xavier-Naidoo-und-die-Volksverhetzung/!105622/

    Und das hätte ich ihm nicht einmal zugetraut, eben weil eher missionierende Softschiene mit wenig Wirkungsgrad. Vll. auch, weil ich mich mit neueren Liedern nicht beschäftigt habe (k/A) ... ist auf jeden Fall an mir vorbei gegangen ...

    Doch mitnichten lese ich zu wenig Nachrichten. In meinem Feeder laufen täglich über 500 auf. Doch man kann nur einige lesen, Promi-Nachrichten sickern bei mir durch, weil es zumeist um Seifenopern ohne Gehalt handelt).

    Xavier Naidoo machte eher den Eindruck, ansonsten harmlos, wenngleich alleine schon seine neuerliche Präsenz bei „The Voice of Germany“ ihn als ernst zu nehmenden Gesellschaftskritiker ausschließt; sofern er vorher darunter gefallen wäre.

    In der Tat, jeder sollte für seine Aussagen, auch in Form von Musiktexten voll und ganz gerade stehen und es setzt ihn in ein Boot, welches ich nicht akzeptieren kann. Hetzparolen zur Lynchjustiz resp. grausamer Bestrafungs-Szenarien sind nicht mein Ding. Es hat eh schon ziemlich lange gedauert, bis sich zumindest ein großer Teil der Weltbevölkerung davon befreit hatte. Und hierbei sollte man nicht selektiv denken, alles andere wäre: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass" und ein Rückschritt.

    Das hier:

    "Das Dumme ist aber, dass so jemand andererseits auch nichts hat, worauf er sich herausreden kann, wenn er schlicht Mist gebaut hat."

    halte ich jedoch für ein Gerücht ;), letztlich findet sich doch immer etwas. Am einfachsten ist: "Konnten wir doch vorher nicht wissen, hab ich nicht gewollt, war nur gut gemeint, hab ich nicht so gemeint ...".

    Das sind Aussagen, die kann schlicht ein jeder für sich nutzen. Manchmal sind sie wahr, hier und da möglicherweise auch angemessen, ein anderes Mal nur eine billige Ausrede.

    Insoweit, werter Herr Rose, nehme ich mir eine heraus: "das hab ich schlicht nicht gewusst" *grins*. Werde mir jedoch aufgrund dieser Aufklärung jeden Link verkneifen.

    Generell ist es ein großes Problem: Maske/Rolle/Pose/Scheinheiligkeit. Denn man schaut den meisten Menschen nur vor die Fassade und nicht dahinter. Es dauert oft Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, bis jemand sein wahres Gesicht zeigt und dann weiß man immer noch nicht, ob es das endgültige ist. Gilt in allen Lebenslagen, bspw. auch für Produkte, die man sich anschafft, Fair-Trade-Label, guter Ruf etc. pp., das ist alles nur so lange Kriterium, bis jemand über etwas stolpert und es öffentlich macht.

    Zu einem überwiegenden Teil ist das nicht immer wichtig hinter die Masken zu schauen, wenn bspw. Inhalte nicht folgenreich vertieft werden. Und doch scheint es immer wichtiger zu werden, wenngleich eine Abklärung mir im Vorfeld schier unmöglich erscheint.

    Irgendwie leben wir im Zeitalter der Rolle/Pose/Maske, bis hin zum Narzissmus, dem man auf breiter Front nicht mehr entkommen kann. Was ist echt, was ist Illusion ... was ist Beweggrund ... was ist Überzeugung ... was nur Darstellung ... *seufz*

    Gruss
    Rosi

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  2. "Xavier Naidoo ist mir schon immer auf den Sack gegangen"

    Spricht mir aus dem Herzen.

    Neue deutsche Jammermusik , nebenbei bemerkt , mich wundert es bis heute , daß Irgendwer allen Ernstes auf die Idee kam , "Dieser Weg" zur Hymne der WM 2006 zu machen , mag es richtig sein , allzu primitives Breitgehabe aus dem Fußball zu entfernen , aber muß es gleich das krasse Gegenteil sein ?
    Noch 10 Jahre zuvor hätten sie den aus dem Stadion geprügelt....

    HipHop und auch Soul (wenns denn einer ist ) hatten schon immer diese sehr kleinbürgerliche Attitüde , jetzt zeigen zwei Vertreter einmal mehr ihr wahres Gesicht.

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    1. @Rosi: Maske/Rolle/Pose/Scheinheiligkeit ist weiß Gott kein neues Phänomen. Die Weisheit, dass Kleider Leute machen, ist uralt. Ich glaube nur, dass das in unseren Zeiten doppelt nervig ist, weil für Auftritte in der Öffentlichkeit das Authentizitätsgebot gilt. Dieses "seiganzduselbst", obwohl Leute, die so auftreten, zuvor zu Tode gecoacht wurden, nervt doppelt und dreifach.

      @Art:
      Neue Deutsche Jammermusik trifft es wogl. Fairerweise sollte ich aber hinzufügen, dass mit diese selbst ernannte "Neue Deutsche Härte" genauso auf den Docht geht, obwohl ich ansonsten härteren Tönen durchaus zugeneigt bin...

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    2. @Stefan
      Wollte Maske/Rolle ... auch nicht als neues Phänomen verkaufen, selbstverständlich haben Sie Recht, das ist uralt und nicht wenige längst zu Staub zerfallende Altmeister der Philosophie etc. pp. haben das umfassend beschrieben.

      Doch ich finde, es hat "aktueller neu" wieder eine Spielart erreicht, die uns einfach nicht gefallen kann, mit der wir längst mehr als nur eine schlechte Erfahrung gemacht haben (und wir tun es in Abständen immer wieder, wie mir scheint). Eigentlich kennen wir sie doch gut, diese Maske/Rollen ... Gruppenkonformitäts-Identität (auf der nur "seiganzduselbst" drauf steht), wider jeder individualistischen und somit tatsächlich autarken Entwicklung zum erwachsenen Menschen. Und das m.E. nur weil wenige einfach davon ausgehen, sie seien erwachsener als die Masse und daraus rekrutiert sich ein Führungsrecht und viele sich dem - mehr oder weniger - freiwillig unterwerfen. Von ganz mittig, über ganz links, bis nach ganz rechts (wie immer man das jeweils auch benennen mag oder es bei welcher Epoche auch benannt hat).

      Denn wie Sie beschreiben, man wird zuvor quasi zu Tode gecoacht und somit nach streng festgelegten Vorstellungen geformt (auch das ist mitnichten neu und trägt sich weit über das Show-Geschäft hinaus auf die ganze Gesellschaft, ist nur ein Spiegel der Gesellschaft). So ist es doch eher:

      "seiganzwiewirdichhabenwollen"

      Man macht leert die Individualität der Menschen, um sie mit "Funktionen" zu füllen, überall. Dass wir m.E. kaum auf einen anderen Lebenssinn trainiert wurden, als zu arbeiten um zu konsumieren, macht es nur noch wesentlich einfacher.

      Das hier:

      "„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen; mit Geld, das wir nicht haben" (Precht)

      kann den Lebenssinn auf Dauer nicht ausmachen, das Ergebnis ist Leere, die dürfte mittlerweile auch eine überwältigende Mehrheit fühlen (ob sie es sich eingesteht oder als solches identifiziert, lasse ich dahingestellt). Leere will bekanntlich gefüllt werden, lässt sich somit gut füllen ... (insbesondere auch mit weiterem holen Mist). Letztlich ist es doch irgendwie immer das Gleiche ....

      Gruss
      Rosi

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  3. OK, - von mir aus. Irgend ein Fettnäpfchen hat jeder.

    Thilo Sarrazin- ist- eine "lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur", die "das niedrigste im Menschen" anspreche.

    Noch Fragen? Kann mir jemand eine Grund verraten, warum ich einen Dehuminsten besser behandeln soll, als er andere?

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    1. Das Interessante an der Sache ist ja, dass Kiyak nichts anderes gemacht hat als Sarrazin et al., nämlich dass sie einen Menschen für etwas angegriffen hat, für das er nichts kann. Da war dann das Geschrei groß unter denen, die sonst keine Probleme haben, ganze Bevölkerungsgruppen für etwas, für das sie nichts können, nämlich ihre Herkunft, unter Generalverdacht zu stellen.

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    2. Ein - wie ich finde guter - Grund ist, dass man sich nicht auf deren Niveau hinabbegeben will. Das ganze Prinzip der Rechtsstaatlichkeit beruht darauf, dass die Menschenrechte für alle gelten, auch für die, die sie selbst mit Füßen treten. Will heißen, auch der sadistische Massenmörder hat ein Recht auf korrekte Behandlung, auch der Chefredakteur eines Schmierenblatts, dessen Geschäftsmodell auf der gewerbsmäßigen Verletzung der Privatsphäre von Menschen unabhängig von einem wie auch immer zu begründenden Interesse der Öffentlichkeit beruht, hat Anspruch auf den Schutz seiner Privatsphäre.

      Man täte ihnen oft gern ihre eigene Medizin um die Ohren hauen, aber das wäre das Ende der Zivilisation. Oder so ähnlich. Dass man sich im Falle Kiyak vs. Sarrazin ein nicht unbefriedigtes "Siehste" in Richtung Sarrazin nicht verkneifen kann macht die Äußerung Miyaks ("lispelnde Menschenkarikatur") nicht akzeptabler, auch wenn sie teilweise recht hat ("das niedrigste im Menschen anspricht").

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    3. Yup, - sehe ich ganz genau so. Ich sehe da überhaupt ein ganz merkwürdiges Bestreben von, - nach Sachlichkeit klingen sollender versachlichenden Entschärfung, wenn der genauso nach Sachlichkeit klingen sollenden verschärften Sachlichkeit, mal der menschliche Spiegel vor gehalten wird. Klingt wirklich umständlich, - ich weiß, - aber das sind dann genau die Leute, die mit immer gleichem Gesichtsausdruck spröder Nettigkeit sowie der ach so gesellschaftssoziografisch geschulten immer gleichen sachlichen Ruhe, - dann dieses; "Das musst du sachlich sehen" loslassen, - auf dem dann folgt; "So geht das aber nun wirklich nicht". Möglichst noch gespickt mit dem entsprechend gebrandeten Vokabular, - wie z.B. "sozialer Kompetenz". (Sehr beliebt auch in HR-Abteilungen) oder ähnlichen in den Alltag geflossener Wortschöpfungen aus dem Baukasten der Soziotechnokraten. Deshalb mag ich Kiyak auch so. Die ist weitgehend frei von dieser Konditionierung.

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    4. jupp, jupp

      "...aber das wäre das Ende der Zivilisation."

      Das sehe ich auch so und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, als wolle man unterbewusst auch tatsächlich genau dort hin. Eine Art Todessehnsucht für Zivilisatorisches, was man nur natürlich nennen würde und es doch nicht ist; ergo wieder etwas Narzisstisches ... (ohne näher darauf einzugehen) was nach befreiter Individualität schreit, doch keine ist. (Auch das klingt umständlich, ich weiß ;)).

      Gruss
      Rosi

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  4. Oh, - sorry gnaddrig, - warst schneller wie ich :-) Meine Antwort galt Stefan.

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    1. Kein Problem, jetzt ist ja nachvollziehbar, was sich worauf bezieht. Anders gesehen: Ich habe einfach nicht lange genug an meinem Kommentar herumgefeilt :)

      Es wäre aber schon praktisch, wenn es hier eine Antwortfunktion gäbe, in der die Antwort einen Link auf den Kommentar enthielte, auf die sich die Antwort bezieht, oder wenigstens den Anfang des beantworteten Kommentars zitiert würde, so ähnlich wie bei den Kommentaren auf zeit.de.

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  5. @ Stefan Rose

    "Neue deutsche Härte"

    Meinst Du damit die Rammstein- und Mittelalter-Ecke ? Wenn ja , Vorsicht , bitte nicht in die Falle gehen , daß die alle irgendwie rechts wären...

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    1. Man muss ja nicht rechts sein, um zu nerven. Rammstein finde ich genauso unhörbar wie Xavier Naidoo in egal welcher Gesellschaft, jedenfalls sobald der Herr Lindemann den Mund aufmacht. Der instrumentale Teil der Musik ist sonst großenteils ok, schade drum.

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  6. @ gnaddrig

    Bin zwar kein "Fan" von Rammstein , finde sie aber zum Teil ganz gut ,die Art zu singen ist natürlich Geschmackssache, aber die Richtung ist überhaupt nicht gleichsetzbar mit der Verlogenheit eines Naidoo, im Gegensatz zu diesem ist da durchaus was Selbstironisches mit drin.

    Man sollte das nicht allzu bierernst nehmen, würde jemand die metal-Ecke mal auf die Goldwaage legen , könnte er sich ganz prima über das ganze Gepose aufregen ,oder neuerdings über diese Maskensache , aber auch da ist es ja wohl klar , daß das immer mit Augenzwinkern rüberkommt.

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    1. @ Art Vanderley: Ich habe auch nichts gegen Rammstein an sich. Es ist einfach der Gesangsstil, der mir auf die Nerven geht. Geschmackssache eben. Ob man die Band wirklich guten Gewissens gut finden kann, weiß ich nicht, aus Geschmacksgründen habe ich mich da nicht allzu gründlich umgehört...

      Und stimmt, in der Metal-Ecke gibt es schlechten Geschmack in sagenhaften Konzentrationen. Aber solange für mich die Musik stimmt störe ich mich nicht weiter dran und billige natürlich jedem zu, das für sich ganz anders zu handhaben.

      Der Herr Naidoo ist mir tatsächlich zu weinerlich und nimmt sich und seine teils doch arg holperigen lyrischen Gehversuche mit ihrem dichtesten Geäst augenscheinlich selbst viel zu ernst.

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  7. Todesstrafe für Kinderschänder - bei Volksentscheid, wäre es, dank BILD, RTL, NPD, Böhsen Onkelz und eben auch Xavier Naidoo, beschlossene Sache. Ein Jahr später würde sie dann auf "Terroristen" (jeder, der uns nicht passt!), Linke und Gewerkschafter ausgedehnt werden.

    Gruselig, wie wenig das Prinzip der Menschenrechte in der Masse verinnerlicht wurde.

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    1. Das liegt vermutlich daran, dass man nach WK II die gesellschaftlichen "Erziehungsprogramme" nicht wesentlich verändert hat; einen Mantel des Schweigens darüber aufzubauen, hat das nur noch verschärft. Das wurde einst aus Ressourcengründen verschoben, nein, eher aufgehoben.

      Und schade ist, das führt m.E. hier jedoch zu weit, dass die Zusammenhänge (insbesondere in der Denkart/Beweggründen) zwischen dem sog. Nationalsozialismus und Kapitalismus nur von wenigen aufgezeigt und analysiert wurden, geschweige denn in einer vertieften Form.

      Liegt vermutlich schon an den Begriffen. Was am Nationalsozialismus sozialistisch gewesen ist, entzieht sich meiner Logik völlig.

      Insoweit wäre es besser, man hätte ihn als Nationalfaschismus bezeichnet und würde die heute Kapitalismusform schlicht und ergreifend Kapitalfaschismus nennen.

      Gruss
      Rosi

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  8. Wow, Kommentarrekord!
    Und nein, ich habe Rammstein nie für rechts gehalten, im Gegenteil, dass haben immer nur ahnungslose Kulturredakteure gemacht. Ich finde nur, die Truppe hat ihre besten Zeiten wohl hinter sich und wirkt etwas ermüdend. Wer übrigens Musik solcher Machart mag, sollte auch mal 'Eisbrecher' testen.

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