Dienstag, 13. November 2012

Heimliche Machtübernahme, nächster Schritt


Na, heute schon besorgter Bürger gewesen und rechtschaffen Angst gehabt vor dem Islam, der unseren Kirchen die Kreuze abschlagen und durch Halbmonde ersetzen will? Anfänger! Oder vorm Chinesen, der hier alles aufkaufen will? Laaangweilig! Vor Scientology? Gääähn! Vor dem Ende der Welt am 21.12.? Lächerlich und außerdem total 2011! Nein, wahre Paranoia-Profis sollten sich viel eher Sorgen machen über eine andere Gruppierung, die seit einigen Jahren heimlich, still und leise dabei ist, diese Republik nach und nach zu übernehmen, und zwar auf die freundliche Tour. Alle Atheisten und Agnostiker, die naiverweise - haha - geglaubt haben, dieses Land bewege sich auf direktem Wege in die fröhliche Gottlosigkeit, sollten angesichts einiger beunruhigender Entwicklungen in letzter Zeit lieber noch einmal genauer hinsehen.

Mit der Wahl Karin Göring-Eckardts zur Co-Vorsitzenden der Grünen muss auch dem letzten Naivling klar sein, dass die EKD drauf und dran ist, bei uns systematisch die Schaltstellen der Macht zu besetzen. Nachdem zunächst eine Pfarrerstochter und ein Ex-Pfarrer mit besten Kontakten zum ehemaligen Arbeitgeber in die höchsten Staatsämter gebracht wurden, werden nun die restlichen Parteien unterwandert. Die Grünen haben, wie gesagt, seit diesem Wochenende ihre Oberpredigerin in der Chefetage. Auch Ex-Bischöfin Margot Käßmann ist nach wie vor so beliebt im Volke, dass sich sogar die SPD, die bislang eigentlich nicht als Tummelplatz von Kirchenleuten aller Couleur in Erscheinung getreten ist, letztes Jahr gezwungen sah, die Fühler nach ihr auszustrecken. Heißt es zumindest. Es kann aber auch sehr wohl umgekehrt gewesen sein.

Wirklich zu denken geben sollte einem, dass seit kurzem eine Arbeitsgruppe namens 'Christen in der FDP-Bundestagsfraktion' existiert. Was ist von denen zu erwarten? Seminare zum Thema: "Reichtum ist keine Sünde – Steuern eintreiben dagegen schon"? Oder Meditationsworkshops für Porschefahrer a'la "Wege zur Gelassenheit – überleben in der Neidgesellschaft"? Und welcher Beffchenträger wird beim nächsten Parteitag für den Bundesvorsitz kandidieren? Auf einmal werden hochrangige Mitglieder dieses Vereins immer öfter dabei ertappt, dass ihnen Wörter wie "sozial" herausrutschen. Man sollte die Linke in nächster Zeit jedenfalls genau im Auge behalten.

Es ist besser, sich langsam an den Gedanken zu gewöhnen, dass dieses Land in nicht allzu ferner Zukunft ein protestantischer Gottesstaat sein könnte, in dem der Pietcong regiert. Die bürgerliche Kernfamilie kann duschen gehen und das evangelische Pfarrhaus wird zur eigentlichen Keimzelle des Staates. Einmal die Woche Singstunde, Bibelkreis und Posaunenchorprobe für alle. Und samstags ist nicht Party machen, sondern Abend der Begegnung angesagt. Bei Mineralwasser und Dinkelplätzchen. Wer Karriere machen will, sollte gar nicht erst auf den Gedanken kommen, BWL und/oder Jura zu studieren – evangelische Theologie und Pastoratsexamen, das ebnet in Zukunft den Weg zu Macht und Einfluss.

Denken Sie einmal darüber nach! Niemand wird jedenfalls sagen können, nicht gewarnt worden zu sein.



Kommentare :

  1. Ach, EKD und Grüne, das passt zusammen wie die Faust auf's Auge! Beide sind genauso etablierte Spießer wie alle anderen auch, die einen in der Religion, die anderen in der Politik. Und trotzdem hängt beiden irgendwie der unausrottbare Nimbus an, doch irgendwie die Besseren zu sein...

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  2. "Und trotzdem hängt beiden irgendwie der unausrottbare Nimbus an, doch irgendwie die Besseren zu sein."

    Der Glaube , zu den Guten zu gehören, kann richtig gefährlich werden.

    Wir haben tatsächlich einen gewissen Aufschwung pietistischer Vorstellungen , Arbeitswahn , Kontrollwahn , zunehmende Lebensfeindlichkeit , und es fällt auch auf , wieviele dieser mentalen und tatsächlichen Schwaben in der Politik herumlaufen.

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    1. @Thomas: In der Tat, schwarz-grün ist eine gar nicht mal so unwahrscheinliche Variante.
      @Art: So sieht's aus. Man kann Maxe Weber ja veraltet finden, aber Kapitalismus und Protestantismus waren schon immer ein Match Made in Heaven...

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    2. Man muss sich fragen aus welchem Stall die beiden hochrangigsten Politiker Deutschlands eigentlich kommen. Wie konnte es sein das sowohl Merkels als auch Gaucks Familie in der DDR, die es sich ja nicht nehmen ließ andere an der Grenze zu erschiessen, Privilegien und Reisefreiheit genossen??? Wodurch entstanden diese Privilegien und was führte dazu dass diese schon in der DDR privilegierten (ansonsten aber voll angepassten) Wendehälse nun derartig vollkommen Karriere in der BRD gemacht haben? Da ist offenbar eine system-, jahrzehnte- und demokratieübergreifende unbekannte Leitung im Spiel. Anders lässt sich das nicht erklären.

      Mindestens zur Erkenntnis kommt aber dass diese "Protestanten" (Angela Merkel zumindest ist Jüdin) der Demokratie der BRD genauso so unfamiliär gegenüberstehen wie einst der DDR.

      Das Match made in Heaven muss noch fairerweise um das Judentum ergänzt werden. Das verlangt der Blick auf die Tatsachen im Politik-, Medien- und vor allem Finanzbetrieb.

      Der Protestantismus als Unterjudentum ist das weltanschauliche Bild das sich da bietet.
      Israel als Nexus finalis des jüdisch-christlichen (aka protestantischen) Abendlandes.

      Die moralische Lufthoheit ist jedenfalls geklärt.
      Aufgeklärter Humanismus wo bist Du?

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  3. Na da bin ich aber froh, dass Frau Käßmann mit "ins Boot" geholt wurde. Sonst käme vielleicht noch jemand auf die Idee, die ehemlige DDR mit ihren "Eliten" und dem "legendären" Geheimdienst hätten das Ganze im Auftrag eines schon lange im Verborgenen agierenden "Pietcong" von langer Hand geplant ;-)
    Herrliche Satire!

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    1. Neinnein, das stimmt schon. Das ist von langer Hand vorbereitet. Erich Honecker lebt noch irgendwo in Chile, und wenn seine Agenten hier alles fertig haben, wird er zurückkommen und das Ruder übernehmen. Die EKD ist hier nur das Cover, und da sieht man erstens mal, wie alt Honecker wirklich ist, und zweitens, von wie langer Hand das alles vorbereitet wurde. Luther war ja auch "von drüben"!

      Damit wäre das also geklärt. Außer natürlich wir wollen an die von Anonym heute morgen angedeutete jüdische Weltverschwörung glauben. Aber die Platte hat so viele Sprünge, die geht schon lange nicht mehr.

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  4. @gnaddrig

    Mich interessiert die Hoheit über die Moral, die Grundlage der Bewertungen, der Weltschau welche als Wahrheit geglaubt wird und so Wirklichkeit kreiert.
    Die protestantischen Armeen führen allerorten Kriege, mit allen geächteten Methoden (Uran, Phosphor, Folter, Drohnen usw.) für das GUTE!!! Hunderttausende von Toten jedes Jahr!
    Die lenkende Hand der (privaten) Finanzindustrie kann heuer unmöglich geleugnet werden. Es sei denn Sie glauben an die Macht privater verzinster Fiatschuldscheine als göttliches Gebot.
    Goldman Sachs regiert Griechenland und Italien.
    Ganz Europa verwandelt sich in eine undemokratische, von den Interessen der internationalen Finanz gelenkte Rätediktatur.
    Und Sie verharren mental im 20. Jahrhundert?
    Die Juden/Israel/institutionell (illegitime Atomwaffenbesitzer, KZ-Betreiber, Herausgeber des Dollar) haben genau das gleiche Recht beim Namen genannt zu werden wie die wildgewordenen angelsächsischen Protestanten.
    Shalom.

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    1. Oh, ich habe nichts dagegen, Dinge/Personen/Missstände/Übeltäter/Übeltaten beim Namen zu nennen. Davon sind auch die Juden und der Staat Israel nicht ausgenommen. Gerade der Staat Israel bietet durchaus eine Menge Grund zur Kritik. Aber es fällt mir eher schwer, einen wie immer gearteten jüdischen Griff nach der Macht in Deutschland oder Europa zu sehen.

      Wenn Sie uns natürlich das Christentum und besonders den anderthalb Jahrtausende nach Christus entstandenen Protestantismus als Teil einer jüdischen Verschwörung zur Erlangung der Weltherrschaft verkaufen wollen, ist das mehrere Preisklassen besser als ich mir hätte vorstellen können. Dann müsste der Holocaust fast zwangsläufig ein von den imaginären jüdischen Süppchenkochern inszeniertes Ablenkungsmamöver gewesen sein (was - und hier kommen wir in den Bereich der selbsterfüllenden Vorurteile - zeigt, wie zynisch diese Leute sind).

      Die Rolle der Finanzwirtschaft und ihre Neigungen zum Fädenziehen in der Politik lohnt sicher einen detaillierten Blick, aber was das mit den Juden zu tun hat, sehe ich nicht.

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    2. Oh Mann, wie konnte ich Dummerchen bloß vergessen, im ersten Abschnitt die Verschwörung des internationalen Finanzjudentums zu erwähnen... *Facepalm*

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    3. Kann ja mal passieren. Merken und nicht wieder machen!

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  5. Ich bin Heide. Ich will auch die Weltherrschaft. Bäääääh. (Flenn)
    Ne schöne Allround-Lagerfeuer-Romantik mit Götzentanz, Eierlaufen und nackert jodeln für alle, - vielleicht? Also nix mit Neuheide und so. Das sind ritualisierte Bananen. Oder evangelikalisierte Wochenend-Anti-Katholiken. Ich meine, - so richtig Altheide, - auf der Weide.

    Och Mönsch. Koine Chance mehr, - für die wahren Wilden.

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