Donnerstag, 31. Mai 2012

Wer nichts zu verbergen hat...


Unbemannte Luftfahrzeuge - von Laien gern 'Drohnen' genannt, erweisen sich zunehmend als äußerst effektiv und schlagkräftig. Leider haben die armen Dinger in letzter Zeit ein wenig schlechte Presse. Höchste Zeit also, daran etwas zu ändern...

Dienstag, 29. Mai 2012

Gutsherrinnenart a'la Francaise


Wenn es gilt, Widersprüche aufzudecken, ist es von jeher ein beliebter rhetorischer Trick, einen vermeintlichen Narren ein paar vermeintlich dumme Fragen stellen zu lassen. Bekannt ist zum Beispiel die Passage aus Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, in der der schlichte aber bauernschlaue Gefreite Katczynski, genannt Kat, fragt, wie eigentlich ein Land ein anderes beleidigen kann. Wie geht so was? Hat ein Berg in Frankreich etwa einen in Deutschland beleidigt? Er selbst hätte nie Probleme gehabt mit dem Nachbarland: Die Franzosen, denen er bislang begegnet sei im Leben, seien allesamt nette Leute gewesen.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Wie versprochen: Eine Lobeshymne


Es gibt Anblicke, die fräsen sich förmlich ins Gedächtnis ein. "Die Weltpremiere! Und Tschüss auf Mallorca" - so drohte RTL einmal vor Jahren die Ausstrahlung einer viertklassigen Eigenproduktion an. Allzu inflationär werden abgeschmackte Jubelattribute verbraten a'la: "atemberaubend!", "brillant!", "Meisterwerk!", "Meilenstein!", "Sternstunde!" oder "bahnbrechend!". Im Fall der BBC-Serie Sherlock sind sie ausnahmsweise angemessen. Sherlock ist allerbestes Fernsehen auf der Höhe der Zeit und seinen Möglichkeiten. Die Abenteuer des soziopathischen Superdetektivs und seines getreuen Dr. Watson in die Gegenwart zu verlegen, ist eine radikale und großartige Idee, die dem Altbekannten jeden musealen Staub gründlichst aus der Jacke schüttelt.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Filme im Original


Sie sterben nicht aus. Kommt ausnahmsweise etwas wirklich sehenswertes im hiesigen Fernseh, das das Einschalten der Glotzmaschine lohnt und das ursprünglich nicht deutschsprachig ist, kommen sie aus ihren Löchern geschissen: Die Huchwiegebildeten, die bei so einer Gelegenheit mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks und in mehr oder weniger leicht herablassendem Tonfall sogleich darauf hinweisen, sie sähen sich fremdsprachige Filme ja grundsätzlich nur im Original an.

Dienstag, 22. Mai 2012

Return of the Tabubrecher


"Seine Thesen sind nur ein Mix aus Statistik und Vorurteilen" (Nils Minkmar, FAZ, 21.5.2012)

Zu Sarrazin fällt mir nichts ein. Der Mann hat seine Fangemeinde und er wird sie auch dieses Mal bestens bedienen. Bei seinen brüllvollen Lesungen wird es wieder zugehen wie in der Schalker Nordkurve. Auf den Kern heruntergebrochen, leiert der Ex-Bundesbanker eigentlich immer nur die gleichen zwei Thesen herunter: 1. Früher war alles besser, 2. Es steht schlimm um Deutschland. Dabei sind seine Thesen in all ihrer Schlichtheit gar nicht so sehr das Problem, sondern das Getöse, das seine Anhänger veranstalten. Einen Vorteil hat die ganze Sache diesmal: Das, was uns in nächster Zeit ins Haus steht, kommt nicht mehr überraschend.

Montag, 21. Mai 2012

Bayern vs. Chelsea - eine Nachlese


Darf man schadenfroh sein angesichts der Niederlage des FC Bayern gegen Chelsea am Samstag? Obwohl man ihnen als braver Fußballpatriot sogar die Daumen gedrückt hat? Ja, man muss sogar. Natürlich verdankt die Liga Uli Hoeneß und seinem sozialen Gewissen viel, doch erinnert er immer ein wenig an den reichen Onkel, der sich Zuneigung kaufen will. Auch kann man nicht behaupten, dass mit dem von Abramowitsch mit knapp einer Milliarde gepushten FC Chelsea ein sonderlich sympathischer Verein gewonnen hat. Wer sich aber, wie die Bayern, jahrzehntelang als was besseres aufgeplustert hat, darf sich nicht wundern, wenn ihm diese Selbstgerechtigkeit jetzt auf die Füße fällt. Zudem die Münchner vor, während und nach diesem Spiel eine Reihe dermaßen dämlicher Böcke geschossen haben, dass man sich wundert, wie diese Truppe es überhaupt ins Finale geschafft hat

Sonntag, 20. Mai 2012

Festland


Nachdem man mich unerklärlicherweise wieder von der Insel gelassen hat, kann ich die Befürchtungen zweier Kollegen in Bezug auf Sanitärarmaturen und Lebensmittel weitgehend zerstreuen, denn das Inselvölkchen erweist sich diesbezüglich als durchaus lernfähig. Ich habe natürlich Beweise. So wurde ich in der keramischen Abteilung des ebenso schönen wie sehenswerten Ashmolean Museum in Oxford dieser hochmodernen Mischbatterie eines namhaften deutschen (!) Herstellers gewahr:

Montag, 14. Mai 2012

www.wir-heben-ur.de


Auf knapp 1.000 Unterschriften, vornehmlich von Autoren, hat es der Aufruf "Wir sind die Urheber!" gebracht, mit dem die Unterzeichner für eine Stärkung des Urheberrechts eintreten. Diese Autoren sehen sich als Produzenten von Inhalten, für die sie ihren gerechten Lohn erhalten möchten. Die Kernaussage lautet: Wer uns lesen will, der soll auch zahlen und nicht umsonst kopieren. Alles andere ist Diebstahl. So weit, so logisch.

Wirklich?

Samstag, 12. Mai 2012

Wählen gehen? Aber sicher!


An diesem Sonntag wird in meinem Heimatbundesland zur Landtagswahl gerufen und damit stellt sich jedem mit den herrschenden Verhältnissen Unzufriedenen, wie bei jedem Urnengang, wieder eimal die Frage: Was tun? Eigentlich gibt es für jemandem, der noch nicht einmal Teile seiner Interessen vom Großteil der regierenden und nicht regierenden Mehrheiten vertreten sieht, nur drei Möglichkeiten:

Donnerstag, 10. Mai 2012

Die Jugend von heute mal wieder


"History does not repeat itself but it rhymes." (Mark Twain)

Wenn es gilt, die hierarchische Gesellschaft der Kaiserzeit zu karikieren, ist es beliebt, überzogen dandyhaft den Handrücken an die Stirn zu patschen und zu seufzen: „Man bekommt einfach kein gutes Personal mehr, heutzutage!“ Dass das keineswegs Vergangenheit ist, beweisen immer wieder aufs Neue die Klagen diverser Wirtschaftsfunktionäre über die jungen Menschen, die das Schulsystem ihnen Jahr für Jahr zwecks Verwertung bereitstellt. Jetzt hat sich  auch DIHK-Präsident Driftmann wieder einmal hervorgetan mit der Forderung, auf Schulzeugnissen wieder Kopfnoten einzuführen.

Montag, 7. Mai 2012

Gelbe Zombies (II), Hollande


Die größte Überraschung an der Landtagswahl in Schleswig-Holstein vom Sonntag ist das Abschneiden der FDP, mit dem in dieser Höhe nicht zu rechnen war. Offensichtlich beginnen Albrecht Müllers Befürchtungen sich zu bewahrheiten. Auch ich fühlte mich gewarnt, denn ich habe bei der Bundestagswahl 1994 schon einmal erlebt, wie eine von allen tot gesagte FDP es irgendwie noch einmal in den Bundestag geschafft hat und für weitere vier Jahre am Regierungstisch Platz genommen hat.

Samstag, 5. Mai 2012

Schluss mit dem Doktor-Getue!


Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl ist bekanntlich über alle Maßen stolz auf seinen Doktortitel. "Für Sie bin ich der Herr Doktor Kohl!", pflegte er in bräsigem Pfälzisch zu blaffen, wenn es galt, sich bei unbotmäßigen Pressbengels Respekt zu verschaffen. Er erinnerte dabei an eine späte Kopie von Heinrich Manns Diederich Heßling, der das auch gern tat. Dass sich im Übrigen hartnäckig das Gerücht hält, Umfang und wissenschaftliche Bedeutung von Kohls Doktorarbeit - dass sie unter Verschluss gehalten wird, ist wirklich ein Gerücht - verhielten sich antiproportional zu der Bedeutung, die er selbst der Sache zugemessen hat, verleiht der Sache eine zusätzliche pikante Note.

Freitag, 4. Mai 2012

Die Oberchecker von SPON mal wieder


Bei der Online-Ausgabe des Weekly Mirror scheinen ja echte Durchblicker zu sitzen. Jetzt meint Ronny Patz, die deutschen Blogger verschliefen doch glatt die Euro-Krise, die Schlappsäcke! Niemand blogge über europäische Politik. Erst recht nicht in anderen Sprachen. Meeeh! Einzig netzpolitik.org, vasistdas und Kaffee bei mir? Finden in seinen Augen wegen des einen oder anderen interessanten Artikels Gnade. Ja, Teufel auch, das geht natürlich wirklich nicht! Auch weigerten sich die deutschen Blogger ihr Geschreibsel zum Beispiel mit Google Translate zu übersetzen und so eine europäische Öffentlichkeit teilhaben zu lassen.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Fußball, Timoschenko, Trampeltiere


Wenn Glück von der Größe der Dollarzeichen abhängt, die man in den Augen hat, dann müssen wir und die Spitzen von IOC, FIFA, UEFA und FIA als sehr glückliche Menschen vorstellen. Fußball-Welt- und Europameisterschaften gehören mit Olympischen Spielen und Formel-1-Rennen zu den profitabelsten Sportereignissen überhaupt. Nirgends werden größere Summen bewegt, fettere Bauaufträge vergeben, lukrativere Sponsorenverträge abgeschlossen und den Akteuren höhere Gagen gezahlt, wenn man einmal von denen in olympischen Randsportarten absieht.