Mittwoch, 27. Februar 2013

Nochn Skandal


Pferdefleisch in Lasagne und Tortellini? Bio-Eier, die keine sind? Laaangweilig! Unsere amerikanischen Freunde zeigen mal wieder, wie ein ordentlicher Lebensmittelskandal geht. Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch hat mehrere Klagen am Hals. Die Sorten Budweiser (US), Bud Light Platinum, Bud Ice und die so genannte Premium-Marke Michelob sollen mit Wasser gestreckt sein, sodass in Bezug auf den angegebenen Alkoholgehalt ein Betrug vorliege. Die Kläger berufen sich auf Aussagen von zum Teil hochrangigen Mitarbeitern des Konzerns. Außerdem sei man der Meinung, "ein Konzern sollte seine treuen Kunden nicht belügen."

Öhm, ja, schön, mag sein. Aber muss man um derart Offensichtliches wirklich so ein Bohei machen? War das nicht irgendwie jedem klar, der die Schmunzelbrühe, für die die Bezeichnung 'Bier' eine reichlich gewagte ist, jemals probiert hat? Außerdem: Wie geschmacksfrei und anspruchslos muss man sein, um sich etwas darauf einzubilden, da ein treuer Kunde zu sein? Und wenn es neuerdings strafwürdig ist, treue Kunden übers Ohr zu hauen und alle Konzerne, die ihren Kunden das Blaue vom Himmel versprechen, künftig zur Verantwortung gezogen werden, gefährdet das nicht auch Arbeitsplätze?

Immerhin, Werbespots drehen können sie:



Und das Positive?

Eine gute Nachricht für Freunde britischen Humors: Charlie Brooker is back! Seine neue halbstündige Sendung Weekly Wipe auf BBC 2 ist recht zeitnah auf YouTube zu sehen. Und Doug Stanhope ist auch wieder mit an Bord.



Kommentare :

  1. Hihi. Naja, - Budweiser mit Wasser strecken, hat was von der Stabilität der Instabilität italienischer Regierungen an sich. Die Differenz zwischen der Qualität von Werbespots und der Qualität dessen, worüber sie sich auslassen, - sollte uns generell zu denken geben :-) Hatte ich schon woanders erwähnt, - aber demnächst entdeckt man glatt noch den Skandal, dass in einer sozialen Marktwirtschaft kein sozial drinne ist. Wer hätte das gedacht?

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  2. Mir ist nicht klar, weswegen die Konsumenten den Konzern jetzt konkret verklagen wollen - die haben diesen flüssigen Dreck doch bereitwillig & ohne Murren geschluckt. Wegen Verminderung der Alkoholbeeinträchtigung oder des dem Konsumenten zustehenden Berauschungspegels, oder wie jetzt? (Dass gutgläubige Konsumenten über den Tisch zu ziehen ein fundamentales Unternehmerprinzip sein soll, überrascht freilich ungemein. Welche Überraschungen stehen uns noch bevor - womöglich, dass der Papst katholisch ist?)

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    1. @eb: Besonders interessant ist ja, dass die das angeblich erst rausgefunden haben, als die den Alkoholgehalt gemessen haben. Mit Geschmackstests war da wohl nix zu machen...
      @nömix: Ja, das erinnert irgendwie an diese Klopperklagen wie die mit der Katze in der Mikrowelle oder die, bei der dieser Mars- und Colasüchtige die Hersteller verklagt hat, weil er Diabetes bekommen hat...

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