Dienstag, 28. Januar 2014

Vermischtes 1/2014


Uschi At War

"Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins: Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!" (Wolfgang Borchert)
Tja, hat Wolle Borchert sich wohl doch verschätzt, als er inmitten der Trümmer des gerade durchlittenen zweiten Weltkriegs auf die friedensstiftende Macht der Mütter setzte. Supermutti Ursula von der Leyen jedenfalls ficht so etwas nicht an. Sie sei, so gab sie dem ehemaligen Sturmgeschütz der Demokratie zu Protokoll, für ein stärkeres internationales Engagement der Bundeswehr, denn man könne nicht zur Seite schauen, wenn, wie jetzt in Mali, Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung seien. Außerdem käme "Europa [...] im Spiel der globalen Kräfte nicht voran, wenn die einen sich immer dezent zurückhalten, wenn es um militärische Einsätze geht, und die anderen unabgestimmt nach vorne stürmen."

Es geht also nicht ums Kriegführen, sondern darum, entschlossen gegen Mord und Vergewaltigung vorzugehen. Wie edel. Ich will Mord und Vergewaltigung ja weiß Gott nicht verharmlosen, aber wenn's nur darum geht, dann müsste man nach der Logik bald auch in Indien und in einige Städte der USA einmarschieren. Die ehemalige Familien-, Sozial- und jetzige Verteidigungsministerin hat damit erneut ihre Gabe unter Beweis gestellt, auch die schlimmsten Dinge so formulieren zu können, dass sie sich eigentlich ganz harmlos anhören. Urban Priol vermeinte, am Ende jedes ihrer Statements zu hören: "Und jetzt backe ich uns allen noch einen schönen Hefezopf."

Denn der Deutsche muss auch Anno 2014 wegen dieser vermaledeiten Vergangenheit ja immer noch ein wenig auf seine Wortwahl achten. Daher käme man selbstverständlich niemals auf die Idee, die eh schon gebeutelte Bundeswehr in so etwas wie einen 'Krieg' zu schicken. Nein, es handelt sich immer nur um 'humanitäre' 'Auslandseinsätze'. Die alte Leier vom THW in Flecktarn, das nur zur Selbstverteidigung bewaffnet ist, ansonsten aber Schulen baut und Brunnen gräbt, um irgendwo auf der Welt die deutschen Interessen zu verteidigen. Gäbe es diese Vernebelungsbegriffe nicht schon, die neuen Imperialisten müssten sie erfinden.

Immerhin kommt von der Leyen das Verdienst zu, als erste Bundeswehr-Chefin halbwegs offen ausgesprochen zu haben, wo der Hase langläuft. Horst Köhler sah sich seinerzeit noch zum Rücktritt genötigt als ihm etwas Ähnliches rausrutschte. Oder liegt es daran, dass vier Jahre nach Köhler die Militarisierung der deutschen Außenpolitik ein gutes Stück weiter gekommen ist?

Man darf sich also nicht andauernd dezent zurückhalten, wenn die Verbündeten vorpreschen. Bin ich der Einzige, dem bei solcher Argumentation ein wenig flau wird? Unter anderem, weil Eliten so dachten, sind vor knapp 100 Jahren schon mal der eine oder andere Weltkrieg ausgebrochen. Hunnenreden immerhin werden heute nicht mehr gehalten. Auch ein Fortschritt.


Volle Härte des Gesetzes

Am 17. Oktober 2012 haben acht Rechtsradikale ein junges Paar aus dem Umfeld der Antifa mehrere Stunden lang drangsaliert und bedroht. Ihre Wohnung sei regelrecht belagert worden. Die Täter wurden jetzt vom Amtsgericht Hoyerswerda zu Bewährungsstrafen verurteilt, mit der Begründung, in so einem Falle könne man irgendwie nicht mehr machen. Es mag schon sein, dass die Richter den Strafrahmen voll ausgeschöpft haben. Kann ich nicht beurteilen, bin kein Jurist. Legt man aber die jüngsten Geschehnisse in Hamburg zugrunde, dann mag man sich gar nicht ausmalen, was Staatsgewalt und Justiz so alles hätten machen können, wenn die Sache umgekehrt gelaufen wäre: Wenn ein Paar aus dem Umfeld der rechten Szene mehrere Stunden lang von ein paar Antifa-Aktivisten - am besten vermummten, noch besser: vom Schwarzen Block - bedroht und am Verlassen ihrer Wohnung gehindert worden wäre. Der Staatsnotstand und der Krieg gegen den Terror wären sicher nicht weit gewesen.


Ärgerliche Vögel, spionierend

Gewisse Apps spionieren also die Smartphones aus, auf denen sie installiert sind. Nicht genug damit: Sogar Geheimdienste greifen die Daten ab. Nein, wirklich? Als Paradebeispiel wird das beliebte Gratisspiel Angry Birds genannt. Hm, mal sehen. Wenn ich mir auf meinem, vom Androiden befeuerten, smarten Endgerät Angry Birds installieren will, dann fordert mich der Play Store auf, der App unter anderem folgende Berechtigungen zu erteilen: Telefonstatistiken und -ID auslesen, netzwerkbasierten Standort ermitteln, Konten erkennen. Und das alles, wo man doch nur ein bisschen zocken will. Komisch! Vorsicht, am Ende kriegen die Blitzmerker noch raus, dass es dunkel wird, wenn man abends das Licht ausschaltet oder dass kostenlose Apps, bei Lichte betrachtet, doch nicht kostenlos sind. Nicht auszudenken!


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