Mittwoch, 18. Juni 2014

Lord Helmchen on the road


Als es zu Beginn der Neunziger, kurz nach der Wiedervereinigung, zu einer Reihe rassistisch motivierter Gewalttaten kam, vornehmlich an Asylbewerbern und nicht selten mit Todesfolge, da bewies die 'Titanic', dass sie nicht nur Kuschelwitze a'la 'Zonen-Gabi' draufhatte. 'Endlich handelt Bonn – Helmpflicht für Ausländer', ätzten die Frankfurter und fingen damit das hilflose, unsensible Herumeiern der Bonner Politik besser ein als viele Druckseiten voll geschliffen geschriebener Essays. Zudem war das ein schöner Seitenhieb auf eine politische Klasse, die, anstatt etwas zu unternehmen, Schutzmaßnahmen lieber in die Verantwortung des Einzelnen stellt. Ist schließlich billiger.

Nun war es ja nicht das Verkehrsministerium, das eine allgemeine Helmpflicht für Radfahrer einführen wollte. Wir hätten nur beinahe durch die Hintertür eine bekommen wegen der Haftpflichtversicherung einer Autofahrerin. Die hatte einen Unfall verschuldet, bei dem eine Radfahrerin schwer verletzt wurde. Die Versicherung wollte die Kosten drücken, weil die Radfahrerin keinen Helm getragen hatte und so nach Auffassung der Versicherung fahrlässig handelte. Der Fall wurde jetzt in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof zugunsten der Radlerin entschieden und die Versicherung muss zahlen. Gut so.

In der Versicherungsbranche lebt man zwar immer noch gut von unserem zuweilen maßlosen Sicherheitsbedürfnis, doch durch die seit zwanzig Jahren schwindenden Realeinkommen eines großen Teils der Bevölkerung haben immer mehr immer weniger Geld übrig für alle möglichen Policen. Das lässt die Einnahmen der Versicherer sinken und sie erfinderisch werden. Zum Beispiel, sich ganz oder teilweise um Zahlungen, die sie eigentlich leisten müssten, zu drücken, indem man den Betroffenen eine Mitschuld unterschiebt.

Natürlich ist es vernünftig und es gibt gute Gründe, einen Fahrradhelm zu tragen, und wer es tun will, soll das um Himmels Willen auch tun. So wie es sicher auch sehr vernünftig ist, beim Gardinen aufhängen einen Integralhelm zu tragen, als geübter Schwimmer nur mit Schwimmweste ins Wasser zu gehen, beim Hantieren mit Rasentrimmer oder elektrischer Heckenschere entsprechende Schutzkleidung zu tragen und so weiter. Ginge es immer und ausschließlich nur danach, was vernünftig ist, nach dem, was das statistische Verletzungsrisiko immer noch weiter minimieren könnte, dann sähe unser aller Leben bald ziemlich anders aus.

Man muss da natürlich differenzieren, denn Fahrrad fahren ist nicht gleich Fahrrad fahren. Es ist ein Unterschied, ob man ein, zwei Kilometer gemütlich in die Stadt zum Einkaufen oder zur Arbeit gondelt oder ob man sich auf einem Mountainbike halsbrecherisch steile Abfahrten herunterstürzt, beziehungsweise auf einem Rennrad ordentlich Tempo bolzt. Sicher ist es auch richtig, kleinen Kindern immer einen Fahrradhelm aufzusetzen. So wie man sie auch nur mit Schwimmflügeln ins Wasser lässt oder sie im Auto mit speziellen Kindersitzen schützt. Überhaupt sollte, wer im Straßenverkehr, zumindest in der Stadt, höchstmögliche Sicherheit haben will, mit einem möglichst neuen, möglichst großen Auto fahren. Die eingebauten Sicherheitssysteme machen es am wahrscheinlichsten, einen auch schwereren Unfall ohne große Blessuren zu überstehen. Alle anderen müssen akzeptieren: Shit happens!

Zumal die Zahl der im Straßenverkehr verletzten oder gar getöteten Fahrradfahrer im Verhältnis zu den Autofahrern mit etwa 1:9 sehr gering ist. Das Urteil ist auch deswegen eine gute Sache, weil Versicherungen eben Versicherungen sind. Man kann fast sicher sein, dass es nicht bei der Quasi-Helmplicht für Radler geblieben wäre, wenn die Versicherung Erfolg gehabt hätte mit ihrer Klage. Gut möglich, dass bald jede Menge weitere Aspekte des Lebens auf den Prüfstein der Fahrlässigkeit gekommen wären, die potenziell gefährlich sein aber einfach passieren können. Das hätte gravierende Folgen haben können.

Fahrrad fahren ist ja nicht nur die Fortbewegung der Wahl, wenn man sich ein wenig fit halten und/oder die Umwelt nicht belasten möchte, sondern vor allem eine sehr günstige Art des Individualtransports. Wer sich kein Auto oder keine Monatskarte leisten kann, ist oft auf den braven, gebraucht günstig zu beschaffenden und zu wartenden Drahtesel angewiesen. Wer weiß, wann die erste Versicherung auf den Trichter gekommen wäre, dass sie nur noch für Schäden aufkommen könnte, wenn Radfahrer neben Warnweste und Helm noch eine komplette Stuntmanausrüstung für einige hundert Euro, bestehend aus Knie-, Schienbein-, Ellenbogen- und Schulterprotektoren, tragen würden?

Abgesehen davon: Man könnte vielleicht auch überlegen, wie sich Radwege sicherer gestalten und sich dadurch Unfälle vermeiden, ja, wie sich Städte überhaupt fahrradfreundlicher gestalten ließen. Das würde natürlich ein wenig Geld kosten. Am Ende sogar Steuergelder. Die sind aber nicht da, weil sie in Projekten wie der Elbphilharmonie oder dem Berliner Flughafen viel sinnvoller aufgehoben sind.


Kommentare :

  1. Es geht nicht darum, die Versicherungswirtschaft finanziell zu entlasten, wenn man für das Tragen des Helmes plädiert. Aus den selten dämlich gewählten Vergleichen - der "geübte" Schwimmer mit Schwimmweste spricht da Bände - schließe ich, lieber Herr Rose, dass Sie keinen Fahrradhelm tragen. Ich bin bei diesem Thema sehr angepisst, weil ich immer wieder die so leicht vermeidbaren Schädelfrakturen in unserer Klinik zu sehen bekomme. Nein, es ist kein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis, den Schädel zu schützen. Denn es sind vergleichbar leichte Stürze ohne weitere Knochenbrüche, aber mit Schädel-Hirn-Verletzungen, die unsere Patienten ins Koma gebracht haben.

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    1. Ca 1995 hatte ich auch einen Unfall.Beifahrer macht die Tür auf,beim parken auf dem Bürgersteig.Ich als Fussgänger!!! wurde von der Tür so stark weggeschleudert,das ich eine gehirnerschütterung bekam.Hmmm,traf mich eine Mitschuld...weil ich mich nicht geschützt habe???Probleme gab es auch bei dieser Versicherung.Da eine Gehirnerschütterung ja nicht so ohne weiteres festgestellt wurde,meinte die Versicherung nicht zahlen zu müssen.Auch kaputte Bluse wollte die nicht zahlen.Angeblich wäre ein 2 jahre altes Teil ja sozusagen abgetragen.Was Versicherungen und deren Handling angeht,so kann sicher jeder ein Liedlein von singen.Bei obigen Fall hätte die Versicherung es sicher gut gefunden,wenn besagtes Opfer vorher gestorben wäre.^^

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  2. Also, ich trage seit meinem eigenen, helmlos erlittenen Fahrradunfall [http://alltagimrettungsdienst.wordpress.com/2013/06/20/wenn-man-selbst-hilfe-braucht/] konsequent Helm, auch bei den paar Hundert Metern durch Seitenstraßen zum Einkaufen. Ich bin damals ganz knapp an einer der von meinem Vorredner erwähnten vermeidbaren Schädelfrakturen entlanggeschrammt.

    Auch wenn Helme lästig sind, Frisuren zerstören und albern aussehen, ohne Helm zu fahren ist Dummheit. Das Problem ist nämlich nicht das eigene fahrerische Können, sondern die ganzen anderen Idioten auf der Straße, die völlig unberechenbar sind. Das wird in dem jetzt durch die Presse gehenden Fall sehr schön deutlich: Die Radfahrerin hat sich korrekt verhalten, der Fahrer eines falsch geparkten Pkw hat ohne Blick zurück die Tür aufgemacht und sie damit schwer verletzt. Da konnte sie nichts für, und das konnte sie auch nicht sinnvoll voraussehen und deshalb auch nicht vermeiden.

    In Sachen Helmpflicht bin ich nicht sicher, bin aber Deiner Meinung - die Kosten-Nutzen-Analyse scheint ja tatsächlich eher dagegenzusprechen, die Helmpflicht wäre kontraproduktiv. Und Du hast recht, wenn die Versicherung damit durchgekommen wäre, käme ganz sicher ein ganzer Rattenschwanz von Sicherheitsmaßnahmen, deren Nichtergreifen zu einer Minderung etwaiger Schadenersatzansprüche führen würde.

    Ansonsten gebe ich Dir recht, man sollte sich überlegen, das Land fahrradfreundlicher zu machen, das würde manchen Unfall vermeiden. Mir persönlich würde es ja schon reichen, wenn die vorhandenen Radwege und Fahrradspuren am Fahrbahnrand konsequent von Falschparkern freigehalten würden. Bei uns läuft der kommunale Ordnungsdienst an zugeparkten Fahrradspuren regelmäßig vorbei. Jeder, der auf der linken Straßenseite (also mit der Nase in der falschen Richtung) parkt, kriegt sein Knöllchen, und sei es in der kleinsten, egalsten Wohnstraße. Parken auf Behindertenparkplätzen oder ohne Parkschein wird gnadenlos geahndet. Aber zugeparkte Fahrradspuren sind den Leuten vom Ordnungsamt in der Regel egal.

    Und solange Autofahrer davon ausgehen können, dass sie Fahrradspuren straflos als Parkplatz missbrauchen können, werden sie natürlich dort parken. Dabei sage ich ja nichtmal was, wenn Paketboten, Arzneimittelkuriere oder Pflegedienste dort stehen - es gibt ja fast nirgends freie legal beparkbare Flächen. Aber die ganzen anderen, die Shoppengeher, die Nur-mal-schnell-was-Abholer, die Was-hier-darf-ich-nicht-parken-Bratzen, die machen Radwege und Fahrradspuren weitgehend unbenutzbar, zwingen Radfahrer oft an übersichtlichen Stellen auf die Straßen und stellen damit eine allgegenwärtige Gefährdung dar. Da sollte man ordnungspolitisch tätig werden, das hat einiges an Potenzial.

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  3. Die Totschlagargumente aus medizinisch betroffener Sicht, sind natürlich immer beklemmend. Aber auch nicht ganz fair, - wenn auch schwer verständlich. Für Rettungsschwimmer, Feuerwehrleute und auch Mediziner, welche sich mit den Folgen von Haus- Garten- und Badeunfällen beschäftigen müssen, ist der Vergleich überhaupt nicht dämlich. Ganz und gar nicht. Wir wollen doch nicht die Schwere oder Quantitäten umfeldbedingter Unfälle und Folgeschäden gegeneinander aufwiegen? Trotzdem, - macht es aber auch für mich schweren Sinn, überall dort, wo die ganz normale körperliche Steuerung und Motorik einfach nicht mehr mit entstehenden Geschwindigkeiten und Kräften mit halten kann, und deshalb ausschließlich auf die entsprechende Aufmerksamkeit angewiesen ist, eben auch entsprechend sich wenigstens vor den größten Risiken zu schützen, - wenn dies geht. Das Folgende klingt jetzt vielleicht ein wenig böse, - ist aber nicht so gemeint. Aber ich überlege mir entsprechendes bereits schon als Sonntagsspaziergänger, - wenn man mit Kind und Kegel zwar glücklicherweise relativ selten von Radfahrern über den Haufen gefahren wird, - aber doch ständig beiseite springen muss, - egal obs rechts oder links gerade mal den Abhang runter geht. Ich freu mich jedenfalls dann immer, dass wenigstens die Radler dabei einen Helm tragen.

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  4. Srefan hat Recht,es geht im Endeffekt darum,das hier eine Versicherungsgesellschaft sich um Zahlungsverpflichtungen drücken wollte.Der entscheidene Punkt wird nämlich übersehen:Das Nichttragen eines Helmes war nicht ursächlich für den Unfall ,auch eine Mitschuld kann daraus nicht abgeleitet werden.Ursächlich für den Unfall war die Unachtsamkeit der Autofahrerin beim Öffnen der Tür.Ob der Helm die Verletzungen abgemildert hätte ,darüber lässt sich trefflich spekulieren,nur ,wenn die Autofahererin aufgepasst hätte,wäre die Radfahrerin gar nicht verletzt worden,das ist der springende Punkt,und so bleibt als Fazit,das sich hier eine Versicherung ganz einfach verzockt hat,als sie auf den nicht so langen Atem einer Rentnerin im gerichtlichen Verfahren gesetzt hat.

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  5. Guter Artikel. Ich bin der gleichen Meinung, vor allem was den Ausbau von Fahrradwegen angeht. Ich bin in Münster aufgewachsen und wohne jetzt im Ruhrgebiet. Wie bekannt sein durfte, ist Münster wahrscheinlich die Fahrradhauptstadt in Deutschland. In Bochum, wo ich jetzt wohne, wird man als Fahrradfahrer überhaupt nicht wahrgenommen. Hier gibt es in der Innenstadt weder gut ausgebaute Fahrradwege, noch andere Möglichkeiten halbwegs unbeschädigt von A nach B zu kommen. Und das hat gar nichts mit Helmtragen oder nicht zu tun. Dabei wird in meinen Augen die Helmpflicht für Fahrradfahrer oft nur als Ausrede genommen, um an der schlechten Infrastruktur nichts ändern zu müssen. In Bochum stört es die meisten übrigens nicht das geringste, dass sie die wenigen Radwege auch noch durch Autoparken oder einen gemächlichen Spaziergang versperren. Die würden da auch noch ein Picknick veranstalten, wenn sie könnten. Als Radfahrer hat man hier wirklich die A...karte.

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    1. Hui, richtig was los hier heute...
      @Anonym, 12:45: Alter, als Radfahrer von Münster nach Bochum, schlimmer geht kaum (vielleicht Essen-Mitte), mein Beileid...
      @gnaddrig/eb/Rittick/Doctor: In der Tat geht es nur um das Gebaren der Versicherung und wohin das führen kann. Ich würde im Leben niemals jemandem ausreden wollen, einen Helm zu tragen.
      Letztlich bleibt ein Restrisiko im Leben und hundertprozentige Sicherheit geht nicht. Diese Spekulationen über angeblich vermeidbare Unfälle finde ich eh immer problematisch (wer kann das schon immer sicher sagen?). Auch der zum Glück wieder aufgewachte Michael Schumacher soll bei seinem (Ski-) Unfall einen Helm getragen haben und mit moderater Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein.

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    2. Jetzt komm mit Schumacher, das ist grob unsachlich (weil es das Standardargument für den Helm wenn nicht entkräftet dann doch relativiert). Außerdem habe ich immer recht ;)

      In Sachen Helmpflicht durch die Hintertür der Versicherungen bin ich ganz deiner Meinung.

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  6. "Helmpflicht durch die Hintertür"... die werten Mitschreiber sind sich aber schon darüber im Klaren, daß das nicht "durch die Hintertür" eingeführt werden sollte, sondern daß es eine solche Pflicht für andere Zweirad-Verkehrsteilnehmer schon lange gibt? Mofa-Fahrer? Fahrer von Fahrzeugen der Fahrerlaubnisklasse AM? Motorrad? Da ist es korrekt, daß sich Versicherungen drücken, sobald auch nur ein Körperteil nicht den technischen Möglichkeiten entsprechend geschützt ist? Ja? Dann gilt das erst recht für Radfahrer, auch wenn viele sich hier als Engel der Straße darstellen, die immer nur Opfer sind.

    Etwas weniger polemisch: Meiner Meinung nach sollte das Tragen eines Helms für Radfahrer tatsächlich zur Pflicht erhoben werden. Sinnig urteilende Gerichte können problemlos dafür sorgen, daß die hier befürchtete "Vergatterung" zum Tragen eines Vollkörperpanzers für Radfahrer eben nicht kommt. Es ist nämlich eine Frage der möglichen Geschwindigkeiten, wie viel Schutz tatsächlich notwendig ist. Für den Radfahrer sollte es mindestens der Helm sein, denn der Kopf kriegt auch bei Stürzen aus niedriger Geschwindigkeit ordentlich was ab, wenn er auf Asphalt trifft.

    Und um das mal klarzustellen: Radfahrer sind sicherlich die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer, und viel Autofahrer sind einfach arschig. Trotzdem sind Radfahrer keineswegs die Engel, als die sie sich gern darstellen. Manche fahren recht zügig und scheren sich einen Dreck um Radwege, selbst, wenn sie vorhanden und in sehr gutem Zustand sind. So ein schmaler Radweg ist ja unter der Würde eine zukünftigen Eddie Merxx.

    Ich bin um Ausgeglichenheit bemüht, daher auch noch was an hier mitlesende Autofahrer: Keiner von Euch ist so wichtig, daß sich alle anderen ihm/ihr unterzuordnen haben. Schaut wenigstens in die Spiegel, bevor ihr die Tür aufreißt! Es sind nicht nur Radfahrer, die ihr damit in Gefahr bringt. Euch selbst kann es auch treffen, und zwar hart. Ich habe mit dem Zählen solcher Erlebnisse aufgehört, seit ich bei 100 angekommen bin. In zwei Jahren 100 Volldeppen, die ihre Fahrertür aufreißen, ohne mal einen kurzen Blick nach hinten zu riskieren. Ich habe sogar eine Könnerin gesehen, die, den Allerwertesten voran, aus ihrem Auto stieg (den Allerwertesten habe ich ihr gerettet, die Gutste hat das nicht einmal registriert). Natürlich ohne vorher mal einen Blick auf den rückwärtigen Verkehr zu richten. Solchen Leuten sollte Schadenersatz ebenfalls verweigert werden. Eben, weil sie grundsätzliche Sicherheitsaspekte völlig außer Acht lassen. Ich kann Euch sagen, als Fahrlehrer erlebt man Sachen...

    Nochmal etwas Polemik mit Bezug auf einen hier in der Gegend aktuellen Fall in Sachen Radfahrer: Aber dann rumheulen, wenn man mit mehr als 70 km/h eine Straße hinunterrast, übersehen wird (weil ohne Licht und in anthrazitfarbener Radrenn-Kleidung vorzüglich getarnt), sich beim Verbremsen aufs Mowl legt und sich sämtliche Knochen bricht. Ende vom Lied: Autofahrer wird auf Schmerzensgeld verdonnert, obwohl er den Unfall nicht verhindern _konnte_. Der Radfahrer war (mit Gutachten!) ganz einfach nicht zu sehen. Für niemanden. Er war schneller unterwegs, als an dieser Stelle erlaubt ist (70 statt 60). Aber er hat natürlich alles richtig gemacht, Radfahrer machen ja nie etwas falsch. Haben nur zu wenig Radwege...

    Polemik wieder aus:

    Habe ich kein Verständnis für. Motorradfahrer werden vor Gerichten regelmäßig um einen Teil des Schadenersatzes gebracht, weil irgendein Teil ihrer Schutzausrüstung nicht den aktuellen Anforderungen entspricht, aber erwachsene Radfahrer dürfen auf jegliches Risiko pfeifen?

    Setzt Euch nen Helm auf, und wenn ihr Euch für begnadete Radrennfahrer haltet, legt Panzerung an oder fahrt auf einem autofreien Gelände im Kreis. Oder auf offiziellen Rennen mit.

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