Dienstag, 10. Juni 2014

The Day After


Ein wenig Katastrophentourismus

Zugegeben, ich hatte mir bei dem ekelhaft schwülheißen Wetter gestern schon ein Gewitter herbeigewünscht, aber was dann kam, habe ich bestimmt nicht gewollt. Dagegen war Genosse Kyrill, der Anfang 2007 immerhin den Münsteraner Schlossplatz komplett abgeholzt hat, ein laues Lüftchen. Witzig ist das aber in der Tat nicht, sechs Tote sind bislang für NRW bestätigt worden, dazu etliche Leicht- und Schwerverletzte. Zum Glück konnte das Pfingst-Openair in Essen-Werden noch rechtzeitig evakuiert werden. Nicht auszudenken, wenn das nicht geklappt hätte.

Hier in der Stadt geht überhaupt nichts mehr. Keine Busse, keine Bahn und auf allen Straßen geht es zu wie auf der A7 am ersten Ferienwochenende. Trotz des Verkehrschaos tragen die Autofahrer es mit Fassung. Von ein paar Vollhonks abgesehen, verbreitet kaum jemand aggressive Stimmung. Ein Freund arbeitet bei der örtlichen Stadtreinigung. Jeder, der über zwei gesunde Hände verfügt, hat eine Kettensäge in die Hand gedrückt bekommen. Nicht zu beneiden, die Jungs. Ein gnädiges Schicksal hat dafür gesorgt, dass ich heute frei habe, also habe ich mich aufs Fahrrad geschwungen und ein paar der Schäden im unmittelbaren Umkreis per Handykamera dokumentiert.

Ganz wohl ist mir übrigens nicht dabei, das online zu stellen. Ich mache das einfach mal, frage mich aber schon, ob das nicht Voyeurismus bzw. Katastrophentourismus ist, vor allem beim Gedanken an die Toten und Verletzten in der Region. Andererseits vielleicht Chronistenpficht, denn so einen Flurschaden habe ich hier in der Gegend noch nie erlebt.

Schwein gehabt, kleine Querstraße!

Woanders sieht's schon wüster aus.

Ob der Bahndamm noch sicher ist?

Hier hat es richtig reingehauen.


Hier nicht ganz so schlimm.

Straßenbeleuchtung, ade. Hatte heute morgen auch die ZEIT im Programm

Nichts geht mehr. Drahtesel und Per Pedes als einzig gangbare Optionen.

Auch ein Effekt: Vom Sturm zerfledderte Plakate.

Fürs Protokoll: Der Klimawandel ist natürlich eine Lüge.



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