Donnerstag, 21. August 2014

Die ganze Wahrheit - jetzt rede ich!


Nach gängiger Auffassung könnte das Folgende für Minderjährige eventuell nicht geeignet sein. Darauf hinzuweisen, ist übrigens eine sehr sinnreiche Vorsichtsmaßnahme in Zeiten von Youporn et al., wie ich finde. Nettere Blogger, also weniger schlimme Finger als ich, würden hier auch eine Triggerwarnung platzieren, aber warum sollte ich? Unsere Qualitätspresse tut sich diesbezüglich schließlich auch keinen Zwang an. Trotzdem: Klicken Sie nur auf "Weiter lesen", wenn Sie sicher sind, dass Sie über 18, moralisch gefestigt und schwer zu schocken sind. Sollten Sie eine Frau sein, dann halten Sie sicherheitshalber einen Eimer Eiswasser bereit, um die Begierde, die Sie fast zwangsläufig überkommen wird, halbwegs im Zaume zu halten. Und legen Sie um Himmels Willen etwas Saugfähiges auf den Stuhl. Sie wurden gewarnt!

Ich war schon immer ein echter Schwerenöter. Fräulein N., meine Gruppenleiterin im Kindergarten, war meine erste große Liebe. Sie stand auf mich. Eines Tages war es so weit: Sie zog mich in die Besenkammer, wir rissen uns die Klamotten vom Leib und dann ging die Post aber so was von ab. Dieses Erlebnis prägte mich fürs Leben. Schon da war mir klar, dass schnelle Nummern nicht so meins sind. Fünf Stunden ohne Pause dengelte ich ihr mein schon damals recht beachtliches Gemächt hinein. Am Ende kam sie so heftig, dass die Hütte fast einstürzte und Nachbarn wegen des Lärms, den sie machte, die Polizei riefen. Ihren verklärten, dankbaren Blick sehe ich manchmal noch heute vor mir. Es geht mir bei all dem nämlich nie um mich selbst. Es geht mir immer nur darum, dass die Frauen glücklich sind. Deswegen kann ich einfach nicht anders als sie alle zu knattern. Ich bin schließlich kein Egoist.

Schon immer war ich der Hellste von allen, auch in der Schule. Das kann auch eine Bürde sein in dieser Neidgesellschaft. Ich will Sie nicht langweilen, liebe Leser, aber würde ich alles aufzählen, was ich erlebt habe bis zu meinem Einserabitur nach sieben Jahren, der Lektor würde streiken oder sich vor Neid erhängen. Die blonde Beate aus der 7c jedenfalls war die Schärfste von allen. Hatte schon mit dreizehn ein paar Möpse unter dem Pulli, für die der Papst auf der Stelle das Zölibat abgeschafft hätte. Ich muss es wissen, denn ich habe sie mir sehr genau angesehen damals, sehr genau. Ich sorgte dafür, dass das kleine Luder drei multiple Orgasmen binnen zehn Minuten hatte. Später, viel später habe ich erfahren, dass sie ins Kloster gegangen ist, weil sie nie wieder einen Mann getroffen hat, der sie so befriedigt hat wie ich. Man tut eben sein Bestes. Ich kann nicht anders, ich bin einfach ein guter Mensch.

Wenn man so mit Begabung gesegnet ist wie ich, dann ist auch ein Prädikatsexamen an der Uni keine Sache. Nein, Klausuren, Prüfungen und Kolloquien langweilten mich. Notwendiges Übel, irgendwie muss man ja mal Geld verdienen. Aber jedes Wochenende mit dem 911er quer durch die Republik durch alle Clubs, in denen ich VIP-Mitglied war, immer fünf, sechs Frauen auf dem Klo beglücken und da noch den Überblick behalten - das war Stress! Wer das nicht erlebt hat, kann überhaupt nicht mitreden. Eine Stunde vor der mündlichen Prüfung habe ich meiner Professorin in ihrem Büro übrigens noch ein paar höchst überzeugende Argumente für eine hervorragende Note geliefert. Ja, manchmal kann ich doch ein kleiner Egoist sein. Wir sind gleichzeitig gekommen, und zwar so gewaltig, dass wir es fast nicht mehr rechtzeitig ins Prüfungszimmer geschafft hätten, weil wir noch die Spuren unseres kleinen Gesprächs beseitigen mussten.

Natürlich, man wird älter, auch ich. Irgendwann geht es nicht mehr ohne. Es gibt da gewisse Mittelchen, die in unserer verkrampften Spießergesellschaft völlig zu unrecht verboten sind. Dabei quasselt man damit jede ins Bett und bekommt eine Erektion, mit der man locker ein paar Hektar hart gefrorenen Lehmboden umpflügen kann. Nicht, dass ich so was wirklich nötig hätte, aber ich habe einfach Angst, müssen Sie wissen. Große Angst. Angst, dass ich irgendwann doch einmal schlappmachen könnte, bevor ich einer Frau den besten Höhepunkt aller Zeiten verschafft habe. Den Gedanken ertrage ich einfach nicht. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch zu sensibel bin für diese Welt. Und zu nett.

Einige werden vielleicht fragen, ob ich denn so gar kein schlechtes Gewissen hätte. Immerhin seien viele der Frauen bestimmt verheiratet gewesen oder in festen Beziehungen. Auf so eine Frage können eigentlich nur verklemmte, moralinsaure Spießer kommen! Ist es etwa mein Problem, dass die Kerle heute, im Gegensatz zu mir, alles solche Schlappschwänze sind, dass sie es ihren Frauen nicht anständig besorgen? Kann ich etwas dafür, dass diese Frauen es immer alle von mir wollen? Ich bediene nur Bedürfnisse, nichts weiter. Man sollte auch sehen, dass ich auch Gutes tue damit. Ohne mich hätten diese ganzen Frauen doch niemals erlebt, was richtig guter Sex ist. Was soll daran falsch sein oder gar unmoralisch?

Eigentlich bin ich ein sehr sozial eingestellter Mensch. So habe ich es mir seit Langem zur Gewohnheit gemacht, jedes Jahr vor Weihnachten zehn Euro für unicef zu spenden. Die Frau, die immer am Freitag vor dem ersten Advent zum Spenden sammeln kommt, sagte mir beim letzten Mal, sie habe schon den ganzen Tag ein feuchtes Höschen gehabt beim Gedanken, dass heute endlich wieder ich an der Reihe sei, sie habe es kaum noch ausgehalten. Wir machten Liebe, dass die Heide weinte und der olle Casanova aus Frust im Grab rotierte. Wie schön es sein kann, Gutes zu tun! Ich bin zwar nicht gläubig, aber Religion bedeutet mir viel. Als einmal zwei Damen von den Zeugen Jehovas vor meiner Tür standen, habe ich sie hereingebeten und ihnen gezeigt, was ein Wachtturm ist. Es ging über Stunden. Sie waren so glücklich. Wegen mir. Ich glaube, die beiden waren Mutter und Tochter. Familie ist schon wichtig.

Viele werden sich fragen, wie dieser Mann das eigentlich macht. Wie kriegt er es bloß hin, über Jahrzehnte unzählige Frauen ins Nirwana zu nageln, ohne dass irgendjemand etwas davon mitbekommt? Das ist so einfach, dass sogar Sie das verstehen müssten. Man muss die Menschen halt kennen. Menschenkenntnis ist alles. Und Diskretion natürlich. Ein Gentleman wie ich genießt und schweigt.

Ein ehemaliger Chef von mir zum Beispiel war stockschwul, aber niemand durfte das wissen, auf keinen Fall. Hätte ihn seine Karriere gekostet. Verdammte Spießer, elende! Natürlich konnte ich nicht anders, als mich aller Weiber in seinem Laden anzunehmen, von der Putzfrau bis zur Chefsekretärin. Ich bin eben auch ein Getriebener, ja ein Opfer, ein Stück weit. Alle haben sie hinterher gesagt, Sie hätten mit mir den Orgasmus ihres Lebens gehabt. Tja, ein Mann muss eben tun, was ein Mann tun muss. Der Chef wusste, dass ich wusste und hielt schön die Klappe. (Nebenbei: Wenn ich mir vorstelle, was er mit seiner Klappe außer Sprechen wohl noch alles anstellte, dann wird mir noch heute kotzübel, aber ich bin da tolerant.) Wir verstanden uns.

Als er mir später doch einmal doof gekommen ist, habe ich einem dieser Pressefuzzis sein kleines Geheimnis gesteckt (seiner Frau hatte ich natürlich auch etwas gesteckt, mehrfach). Da hat die blöde Schwuchtel aber aus der Wäsche geguckt. Dabei hatte ich ihn gewarnt: Leg dich nicht mit mir an, hatte ich ihm gleich zu Anfang gesagt.

Apropos gucken: Sagen Sie mal, was gucken Sie eigentlich die ganze Zeit so blöd? Schwul oder was? Neidisch? Impotent? Nix in der Hose? Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, was Ihre Frau wirklich macht, wenn Sie sagt, sie ginge mit ihren Freundinnen einen Latte Macchiato trinken oder ins Kino? Denken Sie mal darüber nach!

Hey, so was zu schreiben, ist viel einfacher als ich dachte! Man nimmt sich nur fest vor, dass einem absolut nichts peinlich ist und rührt dann gründlich ein paar von den verschwiemelten, semipornographischen Phrasen zusammen, die man im Laufe seines Lebens unweigerlich so aufschnappt. Ha, der erste Bestseller ist in der Mache, jetzt wird kassiert!

Nicht alles ist übrigens frei erfunden. Beate gab es wirklich. Sie war aber nicht blond und hieß selbstverständlich auch nicht Beate. Außerdem war sie nicht in der c, und sie ist meines Wissens nach natürlich nicht im Kloster gelandet. Wie sie ohne Oberteil aussah, weiß ich auch nicht, weil es zwischen uns damals leider beim Klammerblues geblieben ist. Immerhin.




Kommentare :

  1. Damit lässt sich bestimmt Geld verdienen und es passt hervorragend zu meinen Gedanken aus dem Vortröt.

    Sag ich doch ;-), aus der Pubertät kommen viele Menschen erst gar nicht hinaus. Deswegen sind solche Texte so gefragt. Das macht bei der "Qualitätspresse" kein halt. Die wissen doch (oder meinen zumindest es zu wissen), was gefragt ist. Es tröstet mich lediglich, dass "Qualitätspresse" mittlerweile zum Schimpfwort avanciert, doch viel Hoffnung hab ich irgendwie nicht mehr:

    http://www.woz.ch/1434/zur-schlammschlacht-gegen-geri-mueller/die-medien-als-mob

    Sex, Drugs, Crimes, a lot of fun ... Klatsch, Tratsch ... die ewigen Themen der Schulhöfe, heute schneller per SMS/Twitter & Co. und das alles willig aufgegriffen von der Presse (selbst wenn es um ernste Themen wie die Ukraine geht -> nicht zu fassen eigentlich). Doch mehr ist nicht drin, mehr erwarte ich nicht mehr, während die Starken die besten Plätze im Sandkasten erobern:

    https://www.youtube.com/watch?v=mmf_JYrEhyw

    Und das alles am Rande von Yellow Stone ... Was solls, wenn schon Endlösung der Menschheit, warum nicht mit einem großen Knall? Und keinen interessiert das ...

    Gruss
    Rosi

    PS: Sorry, Stefan, wenn Dein Text seine erwünschte Wirkung verfehlt hat ;) .. Gehöre nicht so ganz zum üblichen Kundenkreis *grins*

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    1. Och Menno! Was mach' ich bloß falsch? *heul*

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    2. Na, na, nicht weinen :) ... das wird schon, warte es nur ab ;).

      Die Crowler werden darauf aufmerksam werden ... Derweil: lass den Kopf nicht hängen, halt Dich aufrecht (*grins*).

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  2. Herrje, jetzt haben Sie mich aber frustriert. Nachdem ich das gelesen habe, bleibt mir wohl nix anderes übrig als ins Kloster zu gehen.

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  3. Schon ganz gut. Aber SEO-technisch fehlen noch die bekannten Reizworte die mehrfach in Titel, URL und Text gehören: Ficken, Sex, Porno, Titten, RTL... Ganz abgesehen von eindeutigen Fotos. Ohne die geht das ja gar nicht :D

    P:S: Müssen bei Dir Cookies akzeptiert werden? Hab die ausgestellt und seitdem scheint die Kommentarfunktion bei Dir nicht mehr richtig zu klappen...

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    1. Hatte ich ja eigentlich vor, das mit dem derberen Vokabular. Für Klickzahlen und Traffic sicher hervorragend. Nur kann es dann passieren, dass einem Gevatter Google eine Jugendschutzwarnung in den Blog rammt - auch nicht schön.
      Apropos Google: Die stellen nach und nach alle Dienste so um, dass man tatsächlich wohl Cookies akzeptieren muss, um sie in vollem Umfang nutzen zu können.

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  4. Die stellen nach und nach alle Dienste so um, dass...

    Ein Grund, nach Wordpress umzuziehen ;)

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  5. Das ist ja für den Anfang schonmal nicht schlecht. Am Selbstbwusstsein könntest Du noch etwas arbeiten, das ist noch ein bisschen blass, aber das wird schon.

    Mach ein zweites Blog auf für diese neue Persona. Und da musst Du dann unbedingt auch eine Abschussliste führen wie der große Meister Krauser: http://krauserpua.com/flags/

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