Dienstag, 4. November 2014

Auch mal schön


Fünf eher uncharismatische, unaufgeregte Typen, alles versierte Musiker, machen gute zwei Stunden lang wundervoll melodischen, entspannten Progrock. Ja, schon klar, hoffnungslos altmodisches Zeug, gepflegte Langeweile für Nostalgiker, die musikalisch irgendwo in den Siebzigern stehen geblieben sind und überlange Säuselsongs voll uncoolem, nerdigem Gefrickel goutieren (wofür es in diesem Fall aber wenig Anlass gab). Jene Musik, gegen die einst Punk angetreten ist und... Was soll's, mir doch egal, bin ich eben ein langweiliger alter Sack. Ich find's von Zeit zu Zeit herzerwärmend und habe es genossen. Schee war's! Sollte ich öfter machen.

Vorfreude
Ohren auf!
Ohren auf (2)!
Augen auf!

Schade nur, dass der angekündigte Support kommentarlos ausfiel. Kann passieren. Hey Leute, das Konzert war ein mehr als fairer Deal für den Preis, ein paar freundliche Worte darüber an euer zahlendes Publikum und jeder hätte Verständnis gehabt.

Und der Nebenjob des Drummers scheint auch ganz interessant zu sein (wenn man mit der ganzen Richtung etwas anfangen kann, versteht sich).


Kommentare :

  1. Wer glaubt , man müsse immer die "angesagte" Musik hören , hat nichts verstanden und ist ein Idiot.
    Es gibt nur gute und schlechte Musik ( und auch das ist bekanntlich höchst subjektiv) , und wenn altmodisch , dann im besten Sinne .

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  2. @ Art Vanderley: Sehe ich genauso. Mode ist eine feine Sache, um Anregungen zu kriegen. Manchmal lernt man dabei ja was kennen, das einem gefällt. Aber man muss nicht jedem Trend hinterherhecheln, egal ob es um Musik, Kleidung, Essen oder sonstwas geht.

    Mir gefällt, was mir gefällt, egal wie in oder out das grad ist.

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  3. Nu ja, die eingangs genannten Ressentiments werden dieser Art von Musik gern mal entgegengebracht - nicht, dass mich das einen feuchten Kehricht interessierte... :-)

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  4. @gnaddrig

    Eben , sogar manche Kommerzdinge können gut sein , z.B. die Sugababes .

    @Stefan Rose

    Daran ist die Gitarrenfraktion - seltsamerweise nur die der 70er - selber nicht ganz unschuldig , ich kenne diese Vorurteile eher umgekehrt , wer ganz gerne was Elektronisches hört , wird dann plötzlich in die Yuppie-Schublade gesteckt und als das Böse unter der Sonne betrachtet.
    Da scheint es so eine Art Ideal des schwitzenden Gitarrenarbeiters zu geben , der sich unerträglich lange Soli aus den Rippen quetschen muß , damit das als gut durchgeht , alles mit Synthie oder gar Computer ist dann automatisch Teufelszeug , unabhängig von der Qualität.

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    1. @ Art Vanderley: Genau. Und dann hört man es, weil man es gut findet, und nicht weil's kommerziell oder in ist. Sachen nicht zu hören, bloß weil sie kommerziell oder in sind, ist genauso bescheuert wie Sachen zu hören, bloß weil sie nicht Mainstream sind.

      Unabhängigkeit ist das Stichwort ;)

      (Apropos Sugarbabes: Schönes Beispiel, dass Sachen kommerziell sein können und gleichzeitig gut, und dass man das Gutsein gleichzeitig anerkennen kann und die Musik trotzdem nicht besonders mögen, von einzelnen Stücken mal abgesehen. Ich zum Beispiel.)

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