Dienstag, 9. Dezember 2014

Im tiefen Tal der Superhonks


Ist es Zufall, dass man die Gegend um Dresden früher 'Tal der Ahnungslosen' nannte? Da sind sie jetzt mal wieder abends, hihi, ein wenig spazieren gegangen. Dieses Mal zu zehntausend. Muss man das ernst nehmen? Ja und nein.

Ich frage mich ja immer, was diesen Menschen eigentlich genau vorschwebt. Eine furzgemütliche, fast reindeutsche, rechtwinklig geharkte, gekehrwochte Gartenzwergwelt? Ein Lilalaunesuperland, in dem alles exakt so funktioniert, wie sie sich das wünschen? Ein Auenland, das natürlich auch weltoffen ist ein Stück weit, in das aber ausschließlich die hineindürfen, die Herr und Frau Pegida für würdig erachten? Also außer zahlenden und staunenden Touristen oder ein paar Leistungsträgern am besten niemand (die Verschärfung des ohnehin zu Tode verschärften Asylrechts ist nämlich eine ihrer wenigen konkreten Forderungen). Was glauben diese Leute eigentlich, wer und wie viele sie sind und was genau sie so alles zu bestimmen haben?

Die da so besorgt durch Dresden und andere Städte latschenden patriotischen Europäer sind neben einigem anderen ein schönes Beispiel dafür, was aus Menschen wird, die es in Puncto Verschwörungstheorien übertrieben und sich eine Welt gebastelt haben, die überwiegend aus diesem krausen Zeug besteht. Das ist zwar nicht verboten, dummerweise aber nicht ohne Risiko: Weil Verschwörungstheorien eigentlich immer unterkomplex sind, kann es passieren, dass in ihrem Lichte alles auf einmal verführerisch einfach erscheint und man glaubt, endlich jemanden zu haben, der Schuld ist am eigenen Elend, und das in einer Welt, in der es Gewissheiten eigentlich kaum noch gibt. Auch das muss noch nichts Schlimmes sein. Kommen aber Denkfaulheit, Frust und latente Aggressivität hinzu, dann wird es brenzlig.

Da ist der Islam dann an allem Schlimmen auf der Welt schuld, die armen Deutschen sind wegen der Machenschaften sinistrer internationaler Geheimzirkel immer die Dummen und der gemeine Systemjournalist hat eh den ganzen Tag nichts anderes zu tun als zu lügen, dass sich die Balken biegen. In so einer Welt haken sich auch brave Bürger, die den Anstand für sich gepachtet glauben, bei Nazis unter und dackeln brav einem mehrfach vorbestraften Einpeitscher hinterher, der auch schon mal die standrechtliche Erschießung politischer Gegner gefordert hat.

Ihre Meinungsfreiheit sehen sie mindestens so bedroht wie das Abendland, seit Gestalten wie Sarrazin et al. ihnen das einsouffliert haben. Kein Problem sehen andererseits einige ihrer Sympathisanten und Mitspaziergänger offenbar darin, Organisatoren von Gegendemonstrationen Morddrohungen zukommen zu lassen. Pardon, aber wer ernsthaft glaubt, sich mit solcher Bagage irgendwie gemein machen zu müssen, um seine Sorgen und Nöte zu artikulieren und dann noch treuherzig behauptet, ein ganz normaler Bürger zu sein, sollte sich bitte nicht wundern, wenn hier und da seine Zurechnungsfähigkeit zumindest leise in Zweifel gezogen wird.

Nun ist es ja sicher richtig, dass immer mal wieder die eine oder andere Verschwörungstheorie sich als wahr entpuppt und es sich daher empfiehlt, grundsätzlich skeptisch zu sein gegenüber allem, was in diversen Medien gesendet, gedruckt und sonstwie von regierungsamtlicher Seite verlautbart wird. Ferner ist es natürlich sinnvoll, immer im Hinterkopf zu haben, dass die hiesigen Medien aufgrund immer stärkerer Kapitalkonzentration und effektiver Lobbyarbeit immer häufiger bloß noch das Lied der Mächtigen trällern, anstatt deren Machenschaften aufzudecken. Das ist, wie gesagt, berechtigt, aber etwas völlig anderes als deswegen gleich so zu tun, als lebten wir in Nordkorea.

Man könnte die (freilich komplett unbewiesene) Hypothese aufstellen, die Neigung, sich solchen Denkmustern hinzugeben, verhielte sich direkt proportional zur narzisstischen Kränkung über die gefühlte Unwichtigkeit des eigenen Daseins bzw. zum Frust darüber, immer wieder feststellen zu müssen, dass man doch nichts reißt im Leben, trotz der Tatsache, der Nation der Welt anzugehören, die man für die Großartigste hält.

Man müsse die Ängste dieser Menschen ernst nehmen, heißt es immer. Wirklich? Warum? In Düsseldorf, einer Stadt mit  einem Migrantenanteil von knapp 20 Prozent (Dresden: 4,5 Prozent), haben die europäischen Patrioten gerade einmal 400 Demonstranten zusammenbekommen, die sich dann 1.100 Gegendemonstranten gegenüber sahen (zu denen übrigens auch die örtliche CDU gehörte).

Also, wieso soll man Rassisten ernst nehmen, die Angst haben, Ausländer würden ihnen stumpfe, kaum bezahlte Drecksjobs wegnehmen, die jeder Dödel erledigen kann (für die guten Jobs, die Ausländer ihnen wegnehmen könnten, sind sie nämlich in der Regel zu doof)? Mit welchem Recht begehren kaltherzige Empathielegastheniker ernst genommen zu werden, die panische Angst vor jeder Flüchtlingsunterkunft haben, denen das Schicksal der dort oft unwürdigst zusammengepferchten Menschen aber komplett am Arsch vorbeigeht? Ist es nicht eher eine Zumutung, dass von einem erwartet wird, Leute gefälligst für voll zu nehmen, mit denen es so weit gekommen ist, dass sie beim Anblick einer Frau mit Kopftuch oder wenn sie das Wort Moschee hören, schon so die Hosen voll haben, dass sie in Gewaltphantasien verfallen? Man kann das arrogant nennen. Ich nenne das eher Abgrenzung und Position beziehen.

Klar, man kann jederzeit gern diskutieren über die Probleme, die islamischer Fundamentalismus und eine Asylbewerberunterkunft in der Nachbarschaft eventuell mit sich bringen können (oder auch nicht) und wie man damit umgehen kann. Nur kann man das eben nicht mit Honks, denen an Diskussion überhaupt nicht gelegen ist und denen grundsätzlich nichts anderes einfällt als: Weg mit denen, hinfort, und zwar alle!

Lange Zeit habe ich geglaubt, man könnte, ja man müsste mit solchen Leuten diskutieren. Irgendwann habe ich gelernt, dass es das Beste ist, ihnen schlicht die kalte Schulter zu zeigen. Das mag zwar die Fronten ein wenig verhärten schickt aber das klare Signal, dass ich nicht bereit bin, mich auch nur im Geringsten auf so eine Schiene zu begeben.

Das Problem ist nämlich weniger, dass diese Menschen und ihre diffusen Deppenängste nicht ernst genommen würden, sondern dass sie schon viel zu lange viel zu ernst genommen und auch viel zu wenig lächerlich gemacht worden sind. Ein Fehler aber wäre es, ihre Motivationen nicht ernst zu nehmen, diese widerliche Mischung aus Wagenburgmentalität, Paranoia, Herdentrieb und Großmäuligkeit, die im 20. Jahrhundert schon mehr als genug Schaden angerichtet hat.



Kommentare :

  1. Seit wann ist es eigentlich verpflichtend, den Islam gut zu finden? Das ist die größte Sch..religion, die momentan auf dem Planeten existiert. Speziell steht er gegen alles, für das Linke mal eingetreten sind: Gleichberechtigung von Frauen, Homosexuellen usw.. An allem Übel in der Welt wird er nicht schuld sein, das wäre dann etwas zu monokausal. Trotzdem: in der islamischen Welt brennts an allen Ecken und Enden und die Einsicht, dass das vielleicht auch etwas mit der eigenen Religion zu tun haben könnte, ist nicht allzu ausgeprägt. Stattdessen möchte man seine Religion auch in Europa ungestört praktizieren. Und das finden nicht nur ein paar Dresdner suboptimal sondern auch Jesiden oder afrikanische Christen, die schon eigene unschöne Erfahrungen mit dem Islam gemacht haben.
    Auch interessant ist es, wieso die Syrer im angeblich islamophoben Europa Schutz suchen und nicht bei ihren Glaubensbrüdern im reichen Saudi-Arabien, Katar oder sonstwo am Golf.
    Ich frag mich auch, wer da letztens bei den Anti-Gaza-Demonstrationen Synagogen stürmen wollte. Mit Sicherheit nicht arabische Fachkräfte, die mit der Green-Card nach Deutschland gekommen sind.
    So ein Biodeutscher mag sich Probleme mit Flüchtlingen nur einbilden, aber für einen Juden kanns schon mal ganz handfest was auf die Fresse geben. Gelle?

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    1. @ Anonym: Seit wann ist es eigentlich verpflichtend, den Islam gut zu finden?
      Sagt doch niemand, hier jedenfalls nicht. Wenn ich das hier richtig verstehe, soll man nur den Islam, oder besser: Muslime, nicht per se als doof/asozial/gefährlich/umstürzlerisch bezeichnen. Von einer realistischen Chance der Machtübernahme sind sie rein zahlenmäßig ja auch noch ein ganzes Stück entfernt. Und solange die allermeisten Muslime in Deutschland ungefähr so muslimisch sind wie die meisten Christen christlich, sehe ich das Problem nicht.

      Die essen kein Schweinefleisch, feiern das Zuckerfest und den Ramadan (mehr oder weniger streng), lassen Allah aber die meiste Zeit einen alten Mann sein und gehen kaum je in die Moschee. Ähnlich wie bei Christens - Weihnachts- und vielleicht noch Ostergottesdienst sowie Hochzeiten und Beerdigungen sind bei den meisten die einzigen Berührungspunkte mit der Kirche. Das ist eher eine Sache der historisch gewachsenen Kultur als konkreter religiöser Überzeugungen.

      Das ist die größte Sch..religion, die momentan auf dem Planeten existiert.
      Kann man meinen. Solange Muslime die anderen in Ruhe lassen, ist mir deren Religion völlig wurscht. (Das gilt für alle anderen Religionen auch.) Und solange Nonnen und Diakonissen in Ordenstracht herumlaufen dürfen, sollen muslimische Frauen meinetwegen verschleiert auftreten.

      Was im islamisch geprägten Teil der Welt derzeit abgeht, ist schlimm, keine Frage. Aber das ist meiner Meinung nach nicht primär islambedingt. Da sind jede Menge Drecksäcke unterwegs, die einfach nur Macht wollen. Der Islam wird da instrumentalisiert und u.U. verbogen (womit ich keine Aussage über eine angebliche grundsätzliche Friedlichkeit des Islam gemacht habe; die kann ich nicht wirklich beurteilen).

      Speziell steht er gegen alles, für das Linke mal eingetreten sind: Gleichberechtigung von Frauen, Homosexuellen usw..
      Da ist was dran, darum muss man den Islam auch nicht gut finden. Aber in D herrscht nunmal Religionsfreiheit, und wer dadurch nicht gegen Gesetze verstößt, darf glauben was er will, und ist dabei in Ruhe zu lassen.

      So ein Biodeutscher mag sich Probleme mit Flüchtlingen nur einbilden, aber für einen Juden kanns schon mal ganz handfest was auf die Fresse geben. Gelle?
      Das ist in der Tat ein wunder Punkt. Das dürfte nicht sein, und da müsste härter durchgegriffen werden. Aber nicht pauschal gegen "die Muslime", sondern gegen konkrete Täter bzw. Gefährder und ihre jeweiligen Szenen. (Wenn die islamistisch geprägt sind, gut, ist dann aber trotzdem konkret und anlassbezogen, nicht pauschal religionsbezogen. Und Islamismus ist auch was anderes als islamische Religionszugehörigkeit.)

      Die (wie es aussieht leider nur zu berechtigte) Angst der Juden in Europa vor antisemitischen Ausschreitungen ist meinem Eindruck nach aber eher kein Motiv, das Pegida antreibt. Wenn es überhaupt genannt wird, dürfte das eher vorgeschoben sein.

      Immerhin ist man auch im nichtmuslimischen Kreisen in Deutschland quer durch das politische Spektrum mehrheitlich israelkritisch mit antizionistischen Böen eingestellt. Dabei mag man zwar tatsächliche Gewalt gegen jüdische Einrichtungen mehrheitlich eher ablehnen, hat für die Juden und deren Belange aber auch nicht allzuviel übrig.

      Da kann man sich als aufrechter Pegide gleichzeitig von den allahu-akbar-brüllenden Judenhassern die Arbeit abnehmen lassen und gleichzeitig als anständiger Pazifist die Nase rümpfen über die Gewalt, und hinterher warnt man vor Islamisierung und sieht sich als edler Retter des Abendlandes oder so.

      Und was die Probleme mit Flüchtlingen angeht: Ich bezweifle ganz stark, dass Flüchtlinge, also Asylbewerber, ein nennenswerter Teil der antijüdischen Ausschreitungen waren.

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    2. Voll auf den Punkt gebracht. Probleme im Zusammenleben (auch) mit dem islamischen Kulturkreis und mit moslemischen Migranten existieren und sollten weder unter den Teppich gekehrt noch als Fanal für den Untergang des Abendlands betrachtet werden.
      "Die (wie es aussieht leider nur zu berechtigte) Angst der Juden in Europa vor antisemitischen Ausschreitungen ist meinem Eindruck nach aber eher kein Motiv, das Pegida antreibt. Wenn es überhaupt genannt wird, dürfte das eher vorgeschoben sein. "

      So isses , warum quatschen die sonst ständig über Asylbewerber , welch schreckliche Gefahr für Europa , 173 000 Leute (nach meiner Info) , der reinste Hunnensturm...

      @Stefan Rose

      Leidenschaftlicher Artikel , richtig so.

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    3. Letzter Kommentar , erster Teil , @gnaddrig gerichtet , zur Vermeidung von Mißverständnissen.

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  2. Der Islam ist mehr als 600 Jahre jünger als das Christentum – soll heißen,
    man sollte ihn mit dem Christentum von vor 600 Jahren vergleichen: da trifft man
    auf identische Einstellungen. Sch…-Religion? Für mich sind alle Religionen dann
    Sch…, wenn sie besch… umgesetzt werden. Z.B. als evangelikaler Fundamentalismus in den USA z.b.

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    1. "Der Islam ist mehr als 600 Jahre jünger als das Christentum – soll heißen,
      man sollte ihn mit dem Christentum von vor 600 Jahren vergleichen:"

      Nö, sollte man nicht. Genausowenig wie man ihn mit dem Buddhismus um das Jahr 1000 vergleichen sollte. Was ist das denn für eine Logik? Es kann ja nicht schaden, mal ein Blick in den Koran zu werfen. In den Buch gehts hauptsächlich um den Kampf gegen die Ungläubigen. Mir scheint dann doch, dass der Islam auf die Existenz äußerer Feinde angewiesen ist, sonst verliert er seine Existenzberechtigung.

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    2. Na, und die Bibel? Lies mal Leviticus und die darin verordneten drastischen Strafen für auch mindere Vergehen! Da hast Du die
      Scharia in nuce.

      Die Dosierung macht eine Religion zur Lebenshilfe oder zur
      Lebensvernichtung – egal welche. Eine Frage der Anwendungslogik.

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  3. Man müsse die Ängste dieser Menschen ernst nehmen, heißt es immer. Wirklich? Warum?
    Naja, wenn es echte Ängste sind und nicht zynisches Kalkül von Rechtsextremisten, sollte man die Ängste schon ernstnehmen. Von selbst gehen die nämlich nicht einfach weg. Ernstnehmen und drauf eingehen heißt natürlich nicht, dass man alle Fieberfantasien akzeptiert und etwa das Asylrecht noch weiter zusamenstreicht und die Religionsfreiheit gleich mit.

    Wenn das echte Ängste sind, müssten die Leute wenigstens ein bisschen diskussionsbereit sein. Ein Stück weiter un ten schreib st Du's ja selbst: Klar, man kann jederzeit gern diskutieren über die Probleme, die islamischer Fundamentalismus und eine Asylbewerberunterkunft in der Nachbarschaft eventuell mit sich bringen können (oder auch nicht) und wie man damit umgehen kann. Nur kann man das eben nicht mit Honks, denen an Diskussion überhaupt nicht gelegen ist und denen grundsätzlich nichts anderes einfällt als: Weg mit denen, hinfort, und zwar alle!

    Und da hast Du auch gleich die Grenzen der Ernstnehm- und Diskutierbarkeit: Bei Nazis und ihren Nickdackeln (und anderen ideologisch aufgeladenen Leuten) geht da nichts. Die werden aber nur einen kleinen Teil der Pegiden ausmachen. Kann aber sein, dass es nicht leicht ist, die einen von den anderen zu unterscheiden...

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  4. Sinnvoll wäre , wenn Teile der Linken davon wegkämen , bereits das Ansprechen der Themen Islam und Migration als rechts zu betrachten.
    Das verhindert eigene , linke - oder liberale und andere vertetbare - Antworten zum Thema zu finden und macht es Rechten leicht , das Feld fast ausschließlich für sich selber zu besetzen.

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    1. Jawohl, ich auch.

      Was die Ängste angeht, werde ich das Gefühl nicht los, dass da auch eine Menge instrumentalisiert wird. Außerdem: Warum den 'ganz normalen Bürgern' unter den Mitläufern nicht einfach mal deutlich mitteilen, ihre Ängste seien ähnlich irrational wie die eines Kindes, das sich vor Monstern unter dem Bett fürchtet?

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    2. @ Stefan Rose: Klar wird da von so manchem Akteur alles mögliche instrumentalisiert, vorgespiegelt und was weiß ich. Und das deutliche Mitteilen ist sicher in vielen Fällen angebracht. Gehört auch mit zum Ernstnehmen, oder vielleicht eher: zur ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Phänomen und seinen Vertretern. Einfach nur instinktgesteuert "Nazialarm" geben und die Pegiden als Spinner verlachen greift beides zu kurz. Beides wird alls Aggression verstanden und dürfte einen Sammlungseffekt nach sich ziehen.

      Das heißt nicht, dass man mit jedem Spinner, Nazi oder Verblendeten endlos jede kindische Befindlichkeit diskutieren muss, und ich weiß letztlich auch nicht, wie man mit dem ganzen umgehen soll. Schön wärs...

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  5. Es gibt einfach beides , vorgeschobene Ängste , hinter denen keine Furcht , sondern der Wunsch nach dem Finden einer "minderwertigen" Gruppe steht , die als Sündenbock für alles Mögliche herhalten soll.
    Und auf der anderen Seite gibt es ernstzunehmende Probleme , die auf konkreten Inhalten beruhen.

    Die Pegida-"Bewegung" ist erkennbar dominiert von denen , die ganz klassisch ihre niederen Instinkte ausleben wollen , erkennbar an der extrem niedrigen Migrantenquote im "Herkunftsland" Sachsen und dem Umstand , daß sie v.a. auf Asylbewerber losgehen , obwohl diese kein nennenswertes Problem darstellen.

    Diese spezielle Gruppierung ist wahrscheinlich ungefährlich , denn die prinzipiellen Fremdenfeinde könnens nicht alleine , sie sind zuwenige , und sie sind zu grau , zu kaputt , und schlicht und einfach sind sie zu dumm .
    Gefährlich wirds dann , wenn Probleme hinzukommen , die auch intelligentere Zeitgenossen als ernsthaft betrachten und die gleichzeitig ignoriert werden.

    Dann kann sich beides miteinander verbinden und die intelligenteren Kritiker sind dann sehr wohl in der Lage , die ignorierten Themen in eine echte Machtoption umzusetzen , siehe Frankreich , England usw.

    Dem steht man aber nicht machtlos gegenüber , vor allem die politische Korrektheit liegt im Einflußbereich politisch vernünftiger Kräfte , praktischerweise ist sie sogar der Hauptmotor der politischen Rechten , seit langen Jahren schon schreibt sie der Rechten quasi ihre Programme , in einer Form , zu der die Rechten selber gar nicht in der Lage wären.
    Wenn wir endlich aufhören , bestimmte Gruppen als prinzipiell besser zu betrachten , und wenn wir endlich aufhören , Denkverbote zu verteilen , dann ist schon viel gewonnen.
    Die Immer-Rassisten und ihre mentalen Verwandten wird man damit nicht erreichen , es wird sie immer geben , aber man kann sie trennen von den intelligenteren Kritikern , indem man letztere ernst nimmt und damit eine "Gesamtbewegung" verhindern.
    Und , stimme zu , ernst nehmen heißt nicht , alles kritiklos zu übernehmen , aber es heißt dann eben , dem entgegenzutreten und nicht immer zu versuchen , alles und jeden mundtot zu machen.


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  6. Menschenfeinde sind Vampire – leider erfolgreich.

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