Dienstag, 30. Dezember 2014

Das Ende ist nah!


Ist es Zufall oder doch Fügung? Wladimir Putin kann sich momentan ein wenig zurücklehnen und sich in Ruhe auf das orthodoxe Weihnachtsfest vorbereiten. Seine Jobs als personifizierter Untergang des Abendlandes, Lieblingswatschenmann und Irrer vom Dienst ist er erst einmal los. Die hat neuerdings alle Alexis Tsipras inne, der Vorsitzende des griechischen Linksbündnisses Syriza. Es heißt, wenn es richtig schlecht liefe für die Märkte und das Volk in Griechenland falsch wähle, dann werde sehr bald schon die Welt untergehen, weil dann mit Tsipras einer an die Macht käme, der so shockierende Ansichten vertritt wie die, dass marktkonforme Demokratie vielleicht doch nicht so ganz das Gelbe vom Ei sein könnte.

Samstag, 27. Dezember 2014

Grenzerfahrungen in der Konsumgesellschaft (6)


Alle Jahre wieder über den vorweihnachtlichen Konsumterror herumzumosern, mag verständlich sein und Spaß machen, ist aber auch nicht eben originell. Ich mache lieben Menschen gern eine Freude und finde diese immer allgegenwärtigeren Geschenkgutscheine zunehmend blöder (außer, es handelt sich um Einladungen zu wirklich schönen Dingen). Wenn ich weiß, dass sich jemand über das Erstandene ehrlich freut, dann nehme zuweilen das Konsumgetümmel auf mich. Ich hatte so weit alles beisammen fürs Fest, doch die liebe Frau M. drängte auf einen Besuch des neuen Riesenkonsumtempels, der vor kurzem in der Stadt eröffnet hatte.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Schöne Feiertage!


So denn, die Geschäfte schließen langsam, das anstehende Geburtstagsfest des Religionsstifters sorgt für ein paar hoffentlich ruhige Tage. Sofern keine kleinen Kinder im Spiel sind und das Familienleben nicht allzu belastet ist, versteht sich. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, egal ob sie den Kram nun mitmachen oder nicht und warum bzw. warum nicht, ein paar erholsame Tage. An dieser Stelle danke ich schon einmal herzlich allen, die im Laufe des Jahres hier vorbeigeschaut haben. Fürs anklicken, kommentieren, kritisieren, ermuntern, verlinken und was sonst noch alles. Ohne Sie/euch würde das hier nicht stattfinden. Man liest sich nach den Feiertagen!

Sonntag, 21. Dezember 2014

Der Wikinger an der Ecke


Wie bei uns in der Provinz doch einmal etwas Weltbewegendes passierte und niemand es bemerkte.

Bekanntlich komme ich aus und lebe in der Provinz. In der Provinz ist das so: Die was reißen wollen im Leben, sind schon als Kinder quasi permanent auf dem Sprung und hauen bei erster Gelegenheit ab in die große Welt. Die fängt bei uns in Münster oder Bochum an, je nach Richtung. Die, die bleiben, verinnerlichen schnell, dass im heimatlichen Kaff, allen Träumen und Ambitionen zum Trotze, höchstwahrscheinlich niemals etwas passieren wird, das irgendjemanden interessiert außer örtlichen Honoratioren und dem Redakteur des Lokalblättchens, der jeden Tag ein paar Seiten vollkriegen muss, und erwarten daher nicht viel. Und groß fragen tut man da auch nicht. Normalerweise ist das eine einigermaßen gesunde Einstellung, manchmal aber ist es ein Fehler.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Dringendes Bedürfnis


Ich mag normalerweise die Form des Offenen Briefes nicht besonders. Sie kommt oft sehr klagend und moralinsauer daher. Außerdem ist ein Brief ein privates Medium, das mit breiter Öffentlichkeit nicht unbedingt immer kompatibel ist. Doch kann so ein Offener Brief, auch wenn er seine Adressaten höchstwahrscheinlich nie erreicht, durchaus der Selbstvergewisserung dienen und dem Dampfablassen. War dringend nötig nach den letzten Tagen.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Sonntag, 14. Dezember 2014

Schlimme Verluste


Wenn mich nicht alles täuscht, war es Florian Illies, der uns das mit der 'Wetten dass...?'-Nostalgie eingebrockt hat. In seinem Bestseller 'Generation Golf' taucht zum ersten Mal die jetzt eingestellte Samstagabendsendung als unverzichtbarer Teil des Wochenendes jener bundesrepublikanischen Wohlstandskinder auf, die in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern im Grundschulalter waren. Frisch gebadet, eingemummelt in den molligen Frotteebademantel, durfte man samstags länger aufbleiben, vielleicht sogar Chips essen, und mit den Eltern zusammen 'Wetten dass...?' gucken bis ganz zum Schluss. So schildert Illies die typische Idylle der damaligen Zeit, allen ward mit einem Mal ganz wehmütig und sie kauften das Buch, dass es nur so eine Art war. 

Freitag, 12. Dezember 2014

Demokratie kann man verlernen


Es ist bekannt, dass in diesem Land in puncto Infrastruktur mittlerweile ein ziemlicher Investitionsstau herrscht. Den zu beheben, kostet, klar, Geld. Geld, das der Staat nicht hat und an das er irgendwie kommen muss. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, den Spitzensteuersatz wieder ein wenig anzuheben, gleichzeitig die Progression ein wenig abzuflachen. Man könnte die Erbschaftssteuer wieder einführen oder eine Börsenumsatzsteuer. Man könnte die Sätze der Vermögens- und Körperschaftssteuer wieder anheben, eine Kapitalertragssteuer einführen, die diesen Namen auch verdient und so weiter und so fort. Mit anderen Worten: Man könnte bei denen nachschauen, die problemlos was abdrücken könnten und nicht wissen, wohin mit der Kohle.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Im tiefen Tal der Superhonks


Ist es Zufall, dass man die Gegend um Dresden früher 'Tal der Ahnungslosen' nannte? Da sind sie jetzt mal wieder abends, hihi, ein wenig spazieren gegangen. Dieses Mal zu zehntausend. Muss man das ernst nehmen? Ja und nein.

Ich frage mich ja immer, was diesen Menschen eigentlich genau vorschwebt. Eine furzgemütliche, fast reindeutsche, rechtwinklig geharkte, gekehrwochte Gartenzwergwelt? Ein Lilalaunesuperland, in dem alles exakt so funktioniert, wie sie sich das wünschen? Ein Auenland, das natürlich auch weltoffen ist ein Stück weit, in das aber ausschließlich die hineindürfen, die Herr und Frau Pegida für würdig erachten? Also außer zahlenden und staunenden Touristen oder ein paar Leistungsträgern am besten niemand (die Verschärfung des ohnehin zu Tode verschärften Asylrechts ist nämlich eine ihrer wenigen konkreten Forderungen). Was glauben diese Leute eigentlich, wer und wie viele sie sind und was genau sie so alles zu bestimmen haben?

Sonntag, 7. Dezember 2014

Big Brother in nett


Machen wir uns nichts vor. Die Idee der Generali-Versicherung, Kunden, die gesund leben, regelmäßig Sport treiben und bereit sind, ihre diesbezüglichen Daten per App zu übermitteln, Boni zu gewähren, wird sich wahrscheinlich irgendwann innerhalb der nächsten Jahre durchsetzen. Weil sie haargenau in die Zeit passt und weil sie nicht wenige Menschen genau dort trifft, wo sie am empfänglichsten sind: Bei ihrer Eitelkeit und ihrem Drang, sich anderen überlegen zu fühlen. Bei ihrer Illusion, nichts zu verbergen zu haben. Und bei ihrer Naivität, die sie nicht sehen lässt, dass auch eine nett und freundlich daher kommende, mit Anreizen statt mit Strafen arbeitende Tyrannei letztlich eine Tyrannei ist.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Sie sind doch nur besorgt!


Nein, die Bezeichnung 'Wutbürger' würden sie sich vermutlich verbitten. Sie sind schließlich nur besorgt. Um Deutschland. Damit es endlich erwache aufwacht, das verschnarchte, unpatriotische Deutschland. Auch wegen der Kinder. Mit dem Hinweis auf die Kinder lässt sich ja bekanntlich jede Zumutung mehrheitstauglich machen. Politikern trauen sie nicht. Journalisten erst recht nicht. Wer Kritik übt an ihnen, gefährdet ihre Meinungsfreiheit. Zum Beispiel die zirka 6.000 Leute, die jetzt unter dem Namen 'Pegida' ('Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes‘) kundgebend durch Dresden getapert sind.