Mittwoch, 14. Januar 2015

Gruselig, Google!



Dienstag Abend auf 3sat hängen geblieben: 'Mademoiselle Chambon' von Stéphane Brizé. In der Hauptrolle die herbschöne, sphinxhafte Sandrine Kiberlain. Einer dieser schönen, stillen, unaufgeregten, poetischen, dabei hoch spannenden Filme mit diesem ganz speziellen, fast magischen Touch, wie ihn nach wie vor nur die Franzosen hinbekommen. ("So so, mal wieder typisch! Anderen immer schön Differenzierung predigen und selbst solche apodiktischen Klopper raushauen. Doppelmoral oder was? Haben wir gerne!" - "Schnauze! Hier geht es um Kunst und meine ganz persönliche Wahrnehmung davon. Da darf das.")

Danach warf ich noch eben Google an, um ein paar Informationen über den Film zu bekommen. Mache ich gern mal, weil eine fundierte Rezension einem zuweilen ein paar zusätzliche Aspekte mitzugeben vermag, manchmal auch beim Verständnis hilft. Ich sollte erwähnen, dass ich zwar über mein blogger-Konto bei Google angemeldet war, mein Fernseher aber nicht am Netz hängt oder so. Kaum hatte ich 'mademoiselle' halb eingetippt, schlug die allwissende Suchmaschine auch schon 'Mademoiselle Chambon' vor. Ich sollte erwähnen, dass ich den Film zuvor nicht kannte, daher noch nie danach gesucht haben konnte. Ferner gehe ich davon aus, dass es vermutlich zig Millionen mögliche Suchbegriffe gibt, die mit 'Mademoiselle' anfangen.

Zufall? Am nächsten Tag den Versuch wiederholt, an einem anderen Rechner und nicht bei Google angemeldet. Ergebnis: Natürlich musste ich den Namen des kleinen, außerhalb Frankreichs wohl nur einem eher kulturaffinen Publikum bekannten Filmchens fast vollständig eingeben, bevor Google wusste, was los war. Wie hatte ich bloß mit meinem Such- und Surfverhalten diese Spur gelegt? Langsam werden die Brüder mir unheimlich.


Kommentare :

  1. Doppelmoral? Hä? Gibt es wirklich Schwachmaten , die Probleme mit solchen Aussagen haben?
    Dann gleich noch einen hinterher , ich behaupte , daß auch nur die Franzosen diese spezielle Atmosphäre hin bekamen , wie sie in diesen farnzösich(-italienischen) 70er-Jahre - Krimis vorherrscht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, um ehrlich zu sein, ist hier noch kein derartiger Schwachmart aufgelaufen - war mehr ironisch-prophylaktisch gedacht...

      Löschen
  2. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass die anderen Mademoiselles das "i" an anderer Stelle tragen. ;o) Nein, im Ernst: ich google ja mit ecosia und die schlagen mir das nicht vor. Allerdings habe ich den Film ha auch nicht im Fernsehen gesehen, dehalb kann mein Computer ja auch nicht wissen, was ich suche, oder?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für die Korrektur, ist geändert - schlecht Französisch kann ich halt gut. Trotzdem: Ich schwöre, dass ich bei meiner abendlichen Suche beim Eintippen nicht weiter als 'madem' gekommen bin.

      Löschen
  3. Vielleicht berücksichtigt Google das Fernsehprogramm? Google weiß, wo Du ins Netz gehst und könnte das mit dem Programm der lokal verfügbaren Sender in Verbindung bringen.

    Wenn jemand nach "Madem..." googlet, nachdem gerade auf 3sat ein Film mit "Madem..." im Titel zuendegegangen ist, könnte das als naheliegender Suchbegriff gesehen werden. Wer weiß...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das scheint mir der Punkt zu sein. Mir ist schon mehrmals aufgefallen, dass google eine Verbindung zu mehr oder weniger aktuellen Themen im TV herstellt. das scheint eine der Variablen im streng geheimen Such Logarithmus zu sein.

      Löschen