Mittwoch, 28. Januar 2015

Kommt ein Stöckchen geflogen


Siehe da, ein so genanntes Blogstöckchen! Ist wohl gerade Mode. Irgendwann sind wir, scheint's, alle mal dran. Von Roger Weil kam es geflogen (thanks), der den netten Blog 'Mein Freund, der Baum' betreibt. 'One Lovely Blog Award' nennt die Aktion sich. Man soll sieben intime Geständnisse über sich machen und das Stöckchen dann an sieben andere Blogger weiterleiten. Komplett verweigern mag ich mich nicht, weil ich solches Interesse sehr wohl als ein Zeichen von Wertschätzung sehe.

Die Regeln lauten: Schreibe sieben frei gewählte Fakten über Dich, verlinke auf das Blog, das Dich nominiert hat und reiche das Blogstöckchen schließlich weiter an (+/-) 7 Blogs. Keine Ahnung, inwieweit das mittlerweile durch die stille Post verfälscht worden ist, denn es sind durchaus andere Varianten der Regeln zu finden (zum Beispiel hier). Ich halte mich der Einfachheit halber einfach an die oben zitierte Version, die mir zugeworfen wurde.

Allzu Persönliches, Intimes, oder gar intime Geständnisse, was immer das im Einzelnen sein soll, wird es aber nicht zu lesen geben. Gibt es hier seit jeher nicht, weil ich mein Privatleben weitestgehend heraushalte. Ich denke, ich offenbare schon genug über meine Überzeugungen und Wertvorstellungen und damit auch über mich. Ansonsten lege ich einen gewissen Wert darauf, als öffentliche und als private Person stattzufinden und beides nach Möglichkeit voneinander zu trennen.



Daher gibt es hier, abgesehen davon, dass ich normalerweise nichts Falsches oder frei Erfundenes über mich erzähle, auch nichts Namentliches zu lesen über Menschen meines engeren und engen Umfeldes, keine Bilder von diesen Menschen oder dem Inneren meiner Wohnung. Die Öffentlichkeit mit Fotos von meinem Essen zu behelligen, fände ich seltsam und Sexuelles ist für mich altmodischerweise Privatsache. So soll das auch bleiben, Blogstöckchen hin oder her.

Nennen wir das Folgende also lieber nicht 'Sieben intime Geständnisse', sondern lieber:

Sieben persönliche Dinge über mich

  1. Ich war als Kind und Jugendlicher Messdiener, und zwar durchaus gern.
  2. Ich habe mir letztes Jahr nach fast dreißig Jahren das Rauchen abgewöhnt. Bis jetzt ohne Rückfall.
  3. Ich esse fast alles Essbare, das man mir vorsetzt, bis auf Rhabarber, Kürbis und Schwarzwurzeln. Maden, Heuschrecken, Spinnen und anderes Getier hat man mir bislang noch nicht vorgesetzt.
  4. Ich kann von mir sagen, noch niemals in meinem Leben auch nur einen Pfennig, Cent oder irgendeinen Betrag einer anderen Währung für eine Ausgabe von 'Bild' oder 'Welt' ausgegeben zu haben.
  5. Vor über dreißig Jahren habe ich als Pubertant drei Mal etwas im Laden geklaut. Muss so eine Art Mutprobe gewesen sein. Stolz bin ich nicht darauf, obwohl der Wert des Diebesgutes lachhaft gering war.
  6. Vor geringfügig weniger langer Zeit war ich als Postpubertant einmal unsterblich in Jodie Foster verknallt (damals ahnte ja noch niemand was...).
  7. Na gut, zum Schluss vielleicht doch etwas Intimeres.
Ab hier nun gibt es leider ein Problem: Irgendwie geht mir jegliche Neugierde über die privateren Lebensumstände diverser Kollegen ab (diese Klatsch- und Tratschresistenz ist vermutlich der Grund, warum ich meistens als Politblogger geführt werde). Nicht, dass ich die hier verlinkten Mitstreiter nicht sehr schätzte, im Gegenteil, doch schätze ich sie vor allem für ihre Arbeit und ihr Feedback. Sind auch sicher alles wunderbare Menschen, die ich bestimmt nicht wegstoßen würde, wenn ich sie in Personam träfe.

Was das Weiterreichen des Stöckchens angeht, halte ich es deshalb so wie der Kollege gnaddrig:

"Dann stellt sich die Frage, wem ich das jetzt weiterreiche. Oder eher, ob ich das weiterreiche. Gibt es Blogger, von denen ich sieben zusammengeklaubte Fakten wissen will? Meistens wissen die ja selbst, was sie berichten wollen. Ich glaube, ich lass das hier einfach liegen. Wer mag, kann das Ding gerne aufnehmen und weitertragen."

In diesem Sinne!


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen