Samstag, 28. Februar 2015

Weiterführendes zum Thema impfen


Normalerweise schätze ich es sehr, wenn Platz für vieles ist und halte es für selbstverständlich, dass es zu einem Thema mehr als nur eine Meinung gibt. Ich bin sehr für Aufklärung und begehre keineswegs immer recht zu haben mit dem, was ich hier so verbreite. Auch Nachklapps sind nicht so meine Sache, aber beim jüngst hier behandelten Thema Masernimpfung ist die Faktenlage in der Tat so eindeutig und die Risiken des Nichtimpfens so groß, dass ich hier eine Ausnahme machen möchte. Zumal die Argumente der Impfkritiker bzw. Gegner meist auf diffusem Unbehagen an der so genannten Schulmedizin zu beruhen scheinen, die dann durch heillos übertriebene Horrorstorys über Impfschäden noch verstärkt werden.

Natürlich bin ich als medizinischer und pharmakologischer Laie weder qualifiziert noch in der Position hier irgendwelche Empfehlungen auszusprechen. Weil mir aber die Angelegenheit am Herzen liegt und ich mich Kommentatoren anschließe, die meinen, das Thema müsse möglichst nüchtern diskutiert werden, möchte ich möglichst vielen Impfskeptikern noch die Lektüre einiger kurzer, gut lesbarer und fundierter Beiträge ans Herz legen:

Da wäre einmal Kollege gnaddrig, der zwar auch kein Arzt ist, das auch gar nicht behauptet, aber seriös recherchiert hat. Besonders hinweisen möchte ich auf einen Kommentar von aurorula a. zum Artikel. Die Dame ist studierte Pharmazeutin und lässt einem ziemlich selbstverliebt auftretenden Impfgegner, ruhig, sachlich und fundiert die Luft heraus.

Dann ein Beitrag von Christian Bruggisch, der unaufgeregt ein paar nüchterne Fakten zur Funktionsweise von Infektionen und Impfungen liefert sowie ein paar anregende Gedanken darüber, warum die Impfgegner-Bewegung ein typisches Kind des Web 2.0 ist.

Weiterhin die sehr gut verständlichen Antworten, die das (staatliche) Robert-Koch-Institut aus aktuellem Anlass auf 20 Einwände zum Thema Impfen gibt.

Und nicht zuletzt ein echtes Bonbon, ein wahres Highlight der wissenschaftlichen Debatte: Professor Doktor Prietzel erleuchtet uns (Achtung, facebook-Link!) zehn Minuten lang total nachvollziehbar und unpolemisch über die tödlichen Gefahren des Impfens und darüber, was der Menschheit blüht, wenn sie ihm nicht glaubt. Das und die Kommentare seiner Gruppe sind ein ebenso schönes wie mahnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn eine eingeschworene Gemeinde nur noch um sich selbst kreist und sich gegen so ziemlich alles abschottet.

"Impfungen wirken nicht!"










Kommentare :

  1. Ich bin noch so eine Generation,bei der geimpft wurde.Schluckimpfung ist süß,Kinderlähmung ist grausam.Das prägt.Diese dumme Einstellung vieler Menschen,dass sie ja auch so die Krankheiten bekommen haben,und nichts passiert ist,ist einfach nur dämlich.Gegen die Röteln wurde ich nicht geimpft,warum auch immer.Als erwachsene Frau bekam ich sie.Ich weiß nicht,wieviel Leute ich angesteckt habe,bevor ich krank zu Hause im Bett lag.Ich hoffe nur,dass keine UNGEIMPFTE Schwangere mit mir in Kontakt kam.Leider gibt es heutzutage keine Pflicht mehr,mit seinem Kind zu bestimmten Zeiten beim Kinderarzt vorstellig zu werden.Impfungen sollten Pflicht werden.Wer sich nicht impft,oder seine Kinder,der müsste alle Folgen selbst tragen.

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    1. Wenn es Sie interessiert, wie man unter Impfgegnern so tickt, die das eigenständige Denken im Wesentlichen an der Garderobe abgegeben haben, lege ich Ihnen und allen, die es interessiert, die Lektüre dieses Beitrages nahe.

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    2. Wer sich nicht impft,oder seine Kinder,der müsste alle Folgen selbst tragen.

      Finde ich im Prinzip auch, jedenfalls in Sachen Masern, Mumps, Röteln, Polio, Diphterie und so. (Gelbfieber und Cholera muss ja nicht unbedingt jeder.) Dazu gibt es hier was Hübsches: Impfgegner wollen von ihrem Arzt oft einen Schrieb unterschrieben kriegen, in dem er völlige Nebenwirkungs- und Schädlichkeitsfreiheit der Impfung garantiert und die Behandlung aller eventuellen Folgeschäden aus eigenem Vermögen und unter Verzicht auf den Rechtsweg zusichert. Damit ist die Impfung natürlich erledigt, weil sowas kein Arzt unterschreibt.

      Jetzt hat wer ein ähnliches Formular entworfen, in dem der Impfgegner zur Behandlung aller durch die Nichtimpfung entstehenden Folgeschäden auf eigene Kosten und unter Verzicht auf Rechtsmittel zusichert. Das wären Erkrankungen des eigenen Kindes, von diesem angesteckter anderer Personen, die Behandlung etwaiger Komplikationen, Erwerbsausfall udn medizinische Versorgung bei bleibenden Schäden usw. Sehr gute Idee!

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    3. Verwirrt nicht mit Tatsachen-ich habe meine festgefahrene Meinung!!!
      Darauf läuft es leider bei Impfgegnern raus.Ich frage mich,ob bei diesen Leuten viele drunter sind,die aber wohl was gegen Eltern haben,die ihren leukemiekranken Kindern die dringende Rückenmarkstransplantation aus religiösen Gründen verweigern?
      Manchmal wünschte ich mir eine Zeitmaschine,um solche Ignoranten doch einfach mal in die gute alte Zeit zurückzuschicken.Pocken existieren so gut wie nicht mehr,weil komplett durchgeimpft wurde..weltweit!!!Poliokrüppel wird man auch noch kaum finden,ansonsten würden vermutlich all die netten Ökomütter sich sofort in die Impfreihe anstellen,um Saskia,Finn und Torben ein Leben mit geraden Beinen zu ermöglichen.Keuchhusten wird von den meisten Ärzten schlecht erkannt,weil es nur noch selten vorkommt.Bakterien können sich nur gut einen neuen Wirt suchen,wenn viele auf einen Haufen sind und nicht geimpft.Je mehr geimpft sind,desto schlechter ist die Chance,auf einen neuen Wirt zu stossen.Wer ein bisschen in Mathe Wahrscheinlichkeitsberechnung aufgepasst hat,weiß das.

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    4. Ach ja,an meine eigene Rötelerkrankung musste ich jetzt wieder denken,als ich einen Agatha Christie Krimi in die Hand bekam.Der Film dazu hieß "Mord im Spiegel"Geht da um einen schwangeren Filmstar,der dank eines an Röteln erkrankten Fans(der von seiner Krankheit wusste) ein behindertes Kind zur Welt bringt.Nach Jahren erfährt der Star,wem sie das Unglück zu verdanken hat und ermordet den Fan.

      und noch was lustiges von Otto:
      es herrscht zuviel Aberglauben in dieser Welt....
      sicher ist nur:Ich habe eine geweihte Christpherusplakette an meiner Orgel und bin noch nieeeeee mit einer anderen Orgel zusammengestossen.
      So sehe ich unsere Nichtimpffanatiker.Weil sie in ihrer kleinen heilen Welt keine Masertote haben,gibts das nicht.Und wenn ihr kleiner Schatz dank Komplikationen einer Masererkrankung selbst im Waldorfkindergarten nicht mitkommt,dann nimmt man es gelassen hin.Dank Inklusion muss er ja nicht mehr in die Sonderschule*hrhrhrhr*
      Gott regt mich das Thnema auf

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  2. "Wer sich nicht impft,oder seine Kinder,der müsste alle Folgen selbst tragen."

    "Finde ich im Prinzip auch" (Neoliberalismus in Vollendung...).

    "Wenn es Sie interessiert, wie man unter Impfgegnern so tickt, die das eigenständige Denken im Wesentlichen an der Garderobe abgegeben haben"

    Wie ich an anderer Stelle schrieb - Emotionalität tut dem Thema nicht gut. Dass postwendend ein weiterer Beitrag veröffentlicht wurde, zeugt vom Gegenteill. Und dieser behandelt das Thema auch nur oberflächlich.

    Sind aber auch erstaunliche Ansichten für eine Person / Blog, der ansonsten kritisiert, dass das "kritische Denken" in dieser Gesellschaft an sich viel zu kurz kommt. Selbst ist man sich nicht zu Schade, als "linker Spinner" die Perversitäten und Ungerechtigkeiten des Kapitalismus zu geißeln (und dafür von Bekannten, Kollegen, Freunde und Familie in der Summe nur irritierte Kopfschütteln zu ernten). Konsequent "links" sein macht in dieser Gesellschaft bekanntermaßen einsam. Da bietet sich so eine Frage (immer impfen - oder nicht?) prima an, um sich wenigstens da mal mit dem Brustton der Überzeugung in der Masse der "Vernünftigen" und im Sinne der "offiziellen" Staatsmeinung zu suhlen. Mit dem ultimativen Totschlag-Argument (Merci, epikur!) "Würde denn bitte mal jemand an die Kinder denken!" Es tut halt gut, in einer Frage endlich mal die Mehrheit hinter sich zu haben und im Strom zu schwimmen, sich von den anderen "Spinnern" abzugrenzen... divide et impera.

    Nichts für ungut...

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    1. @ Dennis82: "Finde ich im Prinzip auch" (Neoliberalismus in Vollendung...).

      Kein bisschen. Das ist nicht neoliberal, sondern eine Frage der Haftpflicht. Wer Schaden verursacht ist schadenersatzpflichtig, ganz einfach. Erst recht, wenn der Schaden grob fahrlässig oder sogar mit Absicht verursacht wird.

      Ich plädiere ausdrücklich nicht dafür, Nichtimpfer die Behandlung ihrer Kinder selbst bezahlen und sie für alle Folgekosten aufzukommen zu lassen. (Obwohl ich sehe, wie man meinen Kommentar so lesen kann, das war ungeschickt komponiert von mir. Das verlinkte Formular habe ich als Satire aufgefasst, mit der man Leuten die beträchtlichen Folgen des Nichtimpfens vor Augen führen kann.)

      Aber es muss doch klar sein, dass Leute, die wider besseres Wissen ihre Kinder gegen die genannten Krankheiten nicht impfen, die Schuld an den absehbaren Folgen tragen. Wenn das eigene Kind an Masern gestorben oder aufgrund einer masernbedingten Hirnhautentzündung schwerbehindert ist oder nach Jahren SSPE kriegt, sind diese Eltern damit mehr als genug gestraft, aber sie haben sich das selbst zuzuschreiben.

      Anders sieht es aus, wenn diese ungeimpften Kinder andere anstecken, Säuglinge etwa oder Leute, die aus egal welchen Gründen nicht geimpft werden können. Und von denen kommen dann welche zu Schaden - Hirnhautentzündung, SSPE, was auch immer. Sollen die Betroffenen das auch emotionslos unter "Wir haben eben Impffreiheit, und die wollten eben nicht" abtun? Im Leben nicht!

      Die Kosten für die Behandlung dieser Opfer kann man den Impfverweigerern natürlich nicht aufbürden, schon weil man in den wenigsten Fällen den genauen Ansteckungsweg wird nachweisen können. Und das macht das Thema so emotional: Da dürfen Leute grob fahrlässig Gesundheit und Leben anderer gefährden, dürfen wider besseres Wissen die Verbreitung gefährlicher Krankheiten in Kauf nehmen (oder sogar fördern), ohne dass man sie dafür zur Rechenschaft ziehen kann. Das ist ein Unding, meinen Sie nicht?

      Natürlich ist es gut und schön, das für und wider emotionsarm und sachlich zu diskutieren. Die Opfer von Impfverweigerern können das aber nicht, die Verrecken wegen der Verantwortungslosigkeit anderer oder müssen ihren Kindern dabei zusehen. Auf Sachebene ist sowieso alles klar - es gibt keine vernünftige Alternative zu möglichst flächendeckenden Impfungen. Die medizinischen Tatsachen sind unstrittig, Impfverweigerung (ohne medizinischen Grund) ist verantwortungslos und gemeingefährlich.

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