Sonntag, 31. Mai 2015

Zum weinen


Aus der Welt der Kinderbücher

Kinderlosigkeit hat ja - Platitüdenalarm! - so ihre Vor- und Nachteile. Die Nachteile könnte man jetzt lang und schmutzig ausbreiten, aber das würde hier vielleicht den Rahmen sprengen. Daher Kurzfassung: Natürlich sind Kinder oft eine Bereicherung. Sie können anstrengen, manchmal möchte man sie auf den Mond schießen, aber sie vermögen auch unendlich viel zurückzugeben. Ein wenig kann ich da mitreden, war ich doch eine Zeit lang patchworkender Stiefvater.

Andererseits sollte man die Vorteile auch nicht leugnen: Kinder sind eben nicht immer nur ein Segen, sondern können manchmal auch gewaltig nerven, hat man Pech, dann bis weit in ihr Erwachsenenalter. Meine Nachbarn zum Beispiel sind gerade mit einem Schreikind gestraft. Natürlich käme ich nicht auf die Idee, mich irgendwie zu beschweren (was können sie auch dafür?), nein, ich leide mit ihnen und bin insgeheim froh, dass mir so etwas bis hierher erspart geblieben ist. Schlimme Geschichte, das. Umgekehrt machen Kinder auch nicht zwingend bessere Menschen aus ihren Eltern. Im Gegenteil, es sind durchaus welche darunter, bei denen man das Gefühl nicht loswird, sie haben nur deswegen Kinder, damit sie ihre eigene Rücksichtslosigkeit und Dreistigkeit nach Strich und Faden ausleben können.

Hat man weder beruflich noch privat mit Kindern zu tun, dann verliert man normalerweise auch den Markt für Kinderbücher aus dem Blick. Ich hatte damals, als das Schicksal mir die zwei wunderbaren Stiefkinder vor die Nase setzte, ja keine Ahnung mehr und bekam einen Crashkurs. Einiges hat mir ausnehmend gut gefallen, wie etwa Doktor Brumm oder Felix der reisende Hase. Die Bücher waren im besten Sinne liebevoll gemacht. Beruhigend fand ich, dass Qualität sich offenbar hält und Helden meiner Kindheit wie Petzi oder vieles von Astrid Lingdren nicht aus der Mode sind. Überrascht hat mich dagegen, dass in den meisten Kinderbüchern bzw. Kinderbuchserien, die mir untergekommen sind, fast ausschließlich traditionelle Kleinfamilien mit klassischer Rollenverteilung vorkamen. Eigentlich seltsam in einer Gesellschaft, in der etwa jede dritte Ehe geschieden wird, dass das Phänomen Scheidung und Patchworkfamilie nicht oder kaum aufzutauchen scheint.

Dann gab es da noch den nervenden Kram, den man als Erwachsener wohl einfach aushalten muss. Von Zumutungen wie Prinzessin Lillifee einmal abgesehen, waren die Abenteuer von Conni Klawitter noch schwer angesagt. Conni ist ein Mädchen, das in einer ziemlich normalen Durchschnittsfamilie aufwächst und in Situationen kommt, in die Kinder eben so geraten beim Aufwachsen und die ihnen neu sind: Besuche beim Arzt oder Zahnarzt, erste Tage in Kindergarten und Schule, das erste Mal ohne Eltern übernachten, verreisen, fliegen etc. Inzwischen ist Conni längst groß und schlägt sich nicht mehr in Pixibüchern, sondern in Romanen mit Pubertätsproblemen herum. Also mit Pferden und Jungs.

Trotz ihrer Allgegenwärtigkeit (Gibt es eigentlich auch schon 'Conni hat die Pille vergessen' und 'Conni im Frauenknast'? Ich bin da nicht mehr so auf dem Laufenden) fand ich Conni eigentlich noch ganz okay. Ja, man kann an dem arg traditionellen Familienmodell herumkritteln, wenn man mag. Auch ihr unangenehmer Hang, immer und überall die Beste sein zu müssen und für alles irgendeine Auszeichnung abgreifen zu müssen, konnte zuweilen nerven. Andererseits scheitert Conni auch mal und es gibt in ihrer Welt sehr wohl auch die eine oder andere Schattenseite. Es gibt also weit Schlimmeres, so unter dem Strich.

Und das bringt mich sehr schön zu Bobo Siebenschläfer, der Hauptfigur einer Kinderbuchreihe von Markus Osterwalder.

Es wäre nun eine ziemlich eindimensionale Vorstellung von Entwicklung bzw. Lernen und nebenbei auch ein sehr armseliges Verständnis von Literatur, Menschen, Kinder zumal, als bloße Input-Output-Maschinen zu begreifen, in die man oben Inhalte (noch so ein Doofwort!) hineingibt und dann bestimmte Kenntnisse bzw. Denk- und Verhaltensweisen wieder herauskommen. Trotzdem bin ich ziemlich sicher, dass die Wahrscheinlichkeit, ein verwöhntes, tyrannisches, egozentrisches Arschlochkind heranzuzüchten, das sich für das Zentrum des Universums hält, für das immer und überall alle gefälligst zu springen haben, exponentiell ansteigt, wenn man den Nachwuchs beizeiten nur gründlich genug mit 'Bobo Siebenschläfer' bekannt macht.

Bobo ist, wie gesagt, ein nerviges Bratzblag der Gattung Siebenschläfer (Glis glis), das in einer traditionellen Kernfamilie aufwächst. Das heißt, Vattern schafft die Kohle ran, Muttern ist mit nichts anderem beschäftigt als dem Kind zu Willen zu sein. Hat Vater Feierabend, darf er nicht etwa ausruhen, sondern muss dem Kleinen auch den Kammerdiener machen. Der Kurze ist es nämlich gewohnt, immer und überall sofort zu bekommen, was er will. Passiert das nicht, und zwar pronto, oder läuft sonstwie etwas nicht, wie er sich das vorstellt, dann weint Bobo (überflüssig zu sagen, dass er die Wörter 'bitte' und 'danke' nicht im aktiven Wortschatz führt und auch niemand daran interessiert scheint, das zu ändern).

Bobo bei seiner Lieblingsbeschäftigung (via ichbindeinvater)

Das alles muss noch kein Problem sein. Kinder können solche Phasen haben. Ich bin nun wirklich nicht der Meinung, dass man ein weinendes Kind oder eines, das Angst hat, nicht trösten dürfte. Im Gegenteil, man muss sogar. Es ist aber schon die Frage, ob es nicht ein wenig problematisch ist, Kindern zu vermitteln, dass es völlig in Ordnung geht, sich in einer Tour aufzuführen wie der personifizierte historische Kompromiss aus Thronfolger und Terrorist. Der diesbezüglich betroffene Lempi meint, Bobo mache eigentlich nichts anderes als schlafen und weinen, das aber wenigstens an sehr vielen verschiedenen Orten, für Abwechslung sei also gesorgt.

Wie kommt so was in die Welt? Ich meine, Kinderbücher müssen weiß Gott nicht immer pädagogisch wertvoll sein und können gern auch den herrlichsten Nonsens enthalten, was sie vielleicht sogar viel häufiger tun sollten. Aber das Menschenbild, das sie so vermitteln, sollte man schon thematisieren. Ist man gnädig mit dem Autor, dann kann man ihm unterstellen, er wolle Kindern ein Gefühl familiärer Geborgenheit vermitteln. Egal was passiert, auf deine Eltern kannst du dich verlassen, sie sind für dich da.

Kann man darüber vielleicht noch streiten, dann kann man das bei der sprachlichen Gestaltung nicht mehr, denn auf Bobos Planeten rotiert nicht nur alles um Ihro Hochwohlgeboren, sondern man pflegt auch eine, sagen wir, eher reduzierte Syntax. Kommas scheinen so verpönt zu sein, dass sie, wenn überhaupt nur sehr sparsam eingesetzt werden, und kein Satz scheint mehr als acht Wörter zu haben. Hier eine Kostprobe aus einer Hauptsatzhölle namens 'Bobo im Zoo':

„Mama und Papa und Bobo gehen in den Zoo.
Siehst du den Löwen? Und da, den Elefanten? Und die Giraffe?
Kra, kra, kraaa macht der Papagei.
Das sind die Zebras.
Bobo gibt dem Elefanten eine Nuss.
Das ist die Giraffe mit dem langen Hals.
Das ist der große Löwe.
Woauuuh!, macht der große Löwe.
Bobo weint.“


Was auch sonst? Beschwere sich bitte niemals mehr jemand aus einem Land, in dem solche Kinderbücher erscheinen, über angebliche Sprachdefizite von Migrantenkindern, wenn sie "Ey Alter, isch geh' Kino" sagen! Es ist seltsam. Vorausgesetzt, ich hatte es damals nicht mit zwei Hochbegabten zu tun, habe ich die Erfahrung gemacht, dass man Kindern auch im Vorschulalter sehr wohl zumuten kann, einfache Haupt- und Nebensatzkonstruktionen zu verstehen. Daher bleibt eigentlich nur eine Erklärung: Wer so schreibt, traut Kindern nicht wirklich etwas zu, sondern hält sie für hilflose, komplett unselbstständige Halbmenschen und findet, Eltern müssten wirklich so mit ihnen umgehen wie Bobos Lakaien-Eltern.

Gut, eine schlüssige Erklärung für das Phänomen gäbe es schon noch. Ich muss allerdings einräumen, dass sie ein wenig nach Verschwörungstheorie müffelt: Könnte es nicht sein, dass die FDP im Zuge ihres großen Neustarts auch ihre Nachwuchsarbeit neu gestaltet hat? Ich meine, diese verzogene Bratze namens Bobo ist doch sowohl im Hinblick auf sein egozentrisches Verhalten als auch auf das intellektuelle und sprachliche Niveau der Bücher geradezu das Abziehbild eines neoliberalen Ichmenschen. Der perfekte Jungliberale, oder täusche ich mich da?


Kommentare :

  1. Herr Rose,sie sprechen mir da aus der Seele.Das Schlimme sind nicht nur die miesen Kinderbücher,sondern auch Eltern,die der Meinung sind,mit dem Kauf eines Buches wäre automatisch das Kind auch bereit mit Freuden zu lesen.Kinder müssen ans Lesen herangeführt werden.Ich war einer der glücklichen Kinder,die mit Büchern und lesebegeisterten Eltern aufgewachsen ist.Erst neulich habe ich noch mit meiner Mutter über einige Anekdoten aus meiner Kindheit gesprochen.Selbverständlich wurden wir mit Gutenachtgeschichten ins Bett gebracht,und im Kleinkindalter hatte ich nicht nur übliche Klassikerkinderbücher,sondern auch selbstgestaltete von meiner Mutter(meine Mutter konnte sehr gut malen,daher bekam ich von Ihr gemalte Geschichten mit mir in der Hauptrolle)Allerdings war mein liebstes Buch kein Kinderbuch,es war Wilhelm Busch´s Geschichten.Das musste meine Mutter sehr oft mit mir lesen...bis ich mit 8 jahren nicht mehr vorgelesen bekam.Ich las selbst^^das war dann die Zeit,in dem meine Eltern einige Bücher besser wegsperrten(Erstausgaben wurden von mir mit Herzchen verziert^^)Noch heute habe ich mein erstes eigenes Buch."Sagen des klassischen Altertums" von Gustav Schwab.Komplett zerfleddert und jedes Bild bunt ausgemalt.Das bekam ich mit acht Jahren.Mit meinen Vater stritt ich immer drum,wer als erstes den neuen Perry Rhodan lesen durfte.Egal was lesbar war,wurde gelesen.
    Lesen ist wichtig.Wer liest,der denkt.Wer denkt,ist fähig kritisch zu sein,seine eigene Meinung zu bilden.Wer wenig liest,liest dann auch nie mehr,als die Schlagzeile.Wenns schlimm wird,dann beläßt er es,nur mit einer meinungsmachenden Zeitung.Wer einseitig ist,der ist beeinflussbar.Er liest dann auch nicht mehr,als was nötig ist.Experimentiert auch nicht mit lesen...kommt so auch nie auf die Idee,solche Bloggs wie ihren aufzumachen.Da sind viel zu viele Buchstaben drin,und ganz viele komische Worte,die es bei GZSZ,usw,usw nicht gibt.

    So nun zu einem zweiten Punkt,bei dem sie mir aus der Seele sprechen.
    Klassisches Familienbild.Solange das als Ideal auch in Kinderbüchern immer wieder vorgekaut wird,wird sich auch in den Gesetzgebungen sich nichts ändern.Kinder bekommen eine "heile Welt" in Ihren Büchern vorgespielt.Immer klassisch:Papa,Mama;Kind(er).Ganz besonders klassisch noch mit Großeltern und natürlich noch mit der konservativen Rollenverteilung.Klar kann man Kinder nicht alles erklären,aber ab und zu vermisse ich schon wenigstens als Nebenfiguren,die Tante,die Single ist oder geschieden mit 2 Kindern oder auch lesbisch ist.Oder die Freundin,die bei Ihrer Mama wohnt und keinen Papa hat,weil der sich aus den Staub gemacht hat.Oder als Nachbarn ein Paar,was eben nicht verheiratet ist...und trotzdem glücklich.So was muss es doch auch mal geben.
    Dann habe ich auch endlich Hoffnung,dass sowas auch in Politikerköpfen als normal angesehen wird.Klassische Familie ist so was von in der Minderheit,und trotzdem wird sie immer noch als heiliger Gral angesehen.

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  2. Hmm, ich weiß ja nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung von Kinderbüchern, da ich keine Kinder habe, aber ich war ja selber mal Kind und deswegen möchte ich auch etwas dazu sagen.

    Ich würde das alles nicht so eng sehen. Dieses Bobo-Buch ist ja anscheinend für Kleinkinder gedacht. Wenn die älter werden, haben die irgendwann sowieso die Nase voll von Bobo, weil der anscheinend außer weinen und schlafen nichts hinkriegt. Das ist auf Dauer langweilig und ich schätze, dass sich Kinder schnell neue Bücherhelden suchen.

    Ich habe als Kind auch fast alles gelesen, was mir in die Hände kam. Am liebsten hatte ich alte Märchen (die von Grimm und H. Chr. Andersen). Wie jeder weiß ist das Rollenverhalten in Märchen nicht wirklich sehr modern. Die Prinzessin will gerettet werden und der Prinz lebt anscheinend nur dafür genau das zu tun. Trotzdem ist mir irgendwann mal klar geworden, dass dies im echten Leben nicht wirklich so passieren wird. Es wird auch keine Hexe kommen und mich auffressen wollen und auch kein Troll, der mich abzocken will usw.

    Ich glaube nämlich, dass Kinder viel schlauer sind, als Eltern es oft glauben. Deswegen glaube ich auch nicht, dass jede Kindergeschichte mindestens ein lesbisches oder schwules Paar beinhalten oder eine fiese Scheidung als Inhalt haben sollte. Das ist so pädagogisch und "korrekt", dass es wieder "unkorrekt" erscheint.

    Außerdem bin ich der Meinung, dass zu viele "pädagogisch wertvolle" Geschichten nicht wirklich gut sind und dass die meisten Pädagogen lieber nicht als Kinderbuchautoren tätig sein sollten. Sonst kommt da am Ende nur so ein nerviges "Conny-Buch" bei raus.

    Die Realität ist hart und kommt viel zu früh auf die meisten zu. Phantasie ist viel wichtiger.

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  3. "Im Gegenteil, es sind durchaus welche darunter, bei denen man das Gefühl nicht loswird, sie haben nur deswegen Kinder, damit sie ihre eigene Rücksichtslosigkeit und Dreistigkeit nach Strich und Faden ausleben können."

    Ja, das Gefühl bekommt man heutzutage immer öfter. Kinder werden in die Welt gesetzt, um Macht und Kontrolle ausüben zu können, die man sonst bei der ermüdenden Lohnarbeit nicht hat. Um Beschäftigungstherapie und einen Kuschel- und Liebesautomaten zu haben. Denn das ehrliche und authentische Zusammenleben mit Kindern, ist und sollte sehr viel unaufgeregter sein, als viele Eltern es täglich inszenieren. Ob bei Facebook oder auf dem Spielplatz. Ich weiß beispielsweise bis heute nicht, was sooooo süüüüß daran sein soll, wenn man sein Kind fotografiert, während es gerade Pizza isst oder einen eisverschmierten Mund hat.

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    1. Dass man das eigene Kind mit eis- oder pizzaverschmiertem Gesicht süß und unwiderstehlich findet, kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Man findet das eigene Baby ja auch meistens wahnsinnig süß und so. Nur die restliche Welt teilt das Gefühl nicht unbedingt, weil sie zu den betreffenden Kindern keine Beziehung hat.

      Bilder von den eigenen Kindern spielen immer irgendwie in eigene Erinnerungen (eigene Kindheit oder andere Situationen mit denselben Kindern) hinein, oder sie zeigen eine ganz neue Seite der Kinder (was Außenstehende natürlich nicht wissen).

      Blöd ist, wenn Eltern im Überschwang voraussetzen, dass alle ihre Begeisterung teilen und ständig Bilder von den Blagen sehen wollen. Das kann dan sehr schnell sehr nervig werden.

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    2. Ich habe auch ein Kind und finde solche Bilder weder "süß" noch "niedlich", sondern einfach nur langweilig, peinlich und unaufgeregt. Auch muss ich mich nicht ständig auf Facebook inszenieren und jeden Tag neue Baby- und Kinderfotos posten. Oder angeben, was ich alles so tolles mit meinem Kind unternehme. Für mich ist das irgendwie selbstverständlich. Ich denke, das hat eben viel damit zu tun, wenn man sich und sein Leben ausschließlich über das Kind definiert und sonst keine Interessen hat.

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    3. Naja, es gibt schon Bilder von meinen Kindern, die ich ausgesprochen niedlich finde und mit denen wahrscheinlich sonst kaum wer was anfangen könnte. Aber das Bedürfnis, solche Bilder ständig in die Welt zu blasen, ist mir doch fremd. Außerdem will ich nicht, dass die Kinder dann in zehn, fünfzehn Jahren einen riesigen Fundus von (dann sicher als peinlich empfundenen) Baby- und Kinderbildern googlebar über sich hängen haben. Die sollen selbst entscheiden, was sie von sich veröffentlichen. Unter anderem deshalb schreibe ich auch anonym und veröffentliche grundsätzlich keine Bilder meiner Kinder.

      Sich allzusehr über die Kinder zu definieren ist problematisch. Passiert leicht, weil die so viel Raum einnehmen und Kraft kosten. Aber trotzdem, es gibt ein Leben außerhalb des Kinderzimmers. Muss...

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    4. Oh! So Fotos habe ich von meinem Sohn auch gemacht - er weigert sich aber (nun 20-jährig) mir zu erlauben, sie auf Facebook zu veröffentlichen und droht damit, im Gegenzug wenig vorteilhafte Bilder von mir zu veröffentlichen :-)
      Spass beiseite: Fotos als eingefrorene Erinnerung dienen sicher dem ein oder anderen auch dazu, solche Momente festzuhalten. Von mir selbst gibt es wenige Fotos aus Kindertagen und aus dieser Erfahrung heraus wollte ich meinem Sohn ein Stück dieser Erinnerung erhalten. Dummerweise kann ich nicht wissen, was er nun oder in 20 Jahren als erinnerungswürdig ansehen wird. So habe ich einiges fotografiert - er mag sich dann später selbst aussuchen, was er mag oder nicht.

      Mir kommt es übrigens nicht nur so vor, als seien Kinder für viele Kuschel- oder Liebesautomaten, sondern sie dienen oft zur Selbstdarstellung und -inszenierung. Wie dem auch sei: Viele instrumentalisieren ihre Kinder, grade auch im Internet. Wie gnaddrig schon schreibt: nehmen sie viel Raum im Leben ein und darum ist es schwer, über sich zu sprechen und die Kinder aussen vor zu lassen. Hier muss ein Mittelweg gefunden werden. Wo da die Grenzen liegen dürfte nicht einfach zu bestimmen sein ....



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