Freitag, 5. Juni 2015

Es ist Sommer, zieht euch was über!


In den meisten Fällen ist es ja gut und richtig, dass viele unsinnige Konventionen und Einengungen, die nur existierten, weil sie halt immer irgendwie da waren und nie infrage gestellt wurden, im Orkus der Geschichte verschwunden sind. Zum Beispiel kommt es einem rückblickend völlig verrückt vor, dass der Komment einmal von Menschen in unseren Breiten verlangte, auch im heißesten Sommer grundsätzlich mit Schnürmieder, Bratenrock und Vatermörder herumzulaufen (und sich dabei vermutlich zu fühlen wie eine Sauna auf zwei Beinen). Wer solchen Zuständen ernsthaft hinterhertrauert, sollte sich fragen, ob er vielleicht nicht doch eine masochistische Ader mit sich herumträgt.

Schaue ich mir aber an einem heißen Tag wie heute an, in welchem Maße der schmerzfreie Teil meiner Landsleute inzwischen blankzieht und was alles an unbedeckter Physiognomie Gassi geführt wird, sobald das Quecksilber eine bestimmte Marke jenseits der 25 Grad Celsius überschreitet, ertappe ich mich zuweilen schon bei der Frage, ob die totale Freiheit von nahezu allen Konventionen immer und ausnahmlos eine gute Idee ist.

Was man bei einem einzigen, vergleichsweise kurzen Gang in die Stadt an käsiger Haut, kalkweißen Storchenbeinen, Bierplauzen und sonstigen unvorteilhaften körperlichen Ausbeulungen, ungepflegten, verhornten, knorzeligen Mauken (Socken zu Sandalen können eine Gnade sein!) und anderem, das lieber bedeckt bliebe, ungewollt zu Gesicht bekommt, ist jedes Jahr aufs Neue frappierend. Immer wieder passiert es, dass ich mir ein "Zieht euch doch um Himmels Willen was über!", verkneife. "Nichts Großartiges. Jeans, T-Shirt und ein paar Leinenschuhe reichen völlig." Verkneifen ist übrigens besser, lehrt doch die Erfahrung, dass dergestalt konventionsbefreite Teutonen richtig böse, sogar aggressiv werden können, wenn man wagt, auch nur andeutungsweise durchblicken zu lassen, dass ihre Aufmachung eventuell ein wenig unangemessen ist.

Ich sollte hinzufügen, dass ich solche Anwandlungen in Schwimmbädern niemals habe. Da ist das völlig in Ordnung, weil angebracht. Es wäre auch reichlich Banane, sich im Freibad darüber zu echauffieren, dass dort Badekleidung getragen wird. Ich hasse es aber, wenn Restaurants, Markt- und andere öffentliche Plätze mit Badestränden und heimischen Terrassen verwechselt werden. Weiterhin finde ich, dass man Jugendlichen, die noch dabei sind, sich in die Gesellschaft zu integrieren, altersbedingt mehr durchgehen lassen sollte als Erwachsenen.

Stopp, werden die ersten jetzt sagen. Der Verfasser dieser Zeilen plädiert doch sonst immer für Toleranz und mokiert sich gern über die Oberflächlichkeit der Modeindustrie und deren Begleiterscheinungen. Und jetzt hat er selbst nichts besseres zu tun als sich über die Kleidung von Mitmenschen zu beklagen, die ihm doch eigentlich egal sein müsste. Der Einwand ist nachvollziehbar und ich selbst habe mich natürlich auch gefragt, warum ausgerechnet das mir so auf die Nerven geht. Was aber, wenn das Ganze gar nicht so oberflächlich wäre wie es scheint, sondern vielmehr Symptom eines tiefer sitzenden Problems, das uns alle angeht?

Sicher, einem jeden steht es frei, sich nach Herzenslust zum Horst zu machen. Doch fürchte ich, dass viele sich überhaupt nicht bewusst sind, wie sehr sie das mit ihrer Sommergarderobe zuweilen tun. Es wäre doch sehr einfach: Wer vorhat, Textilien wegzulassen, sollte sich zuvor selbstkritisch vergewissern, ob das, was er da der Öffentlichkeit zu präsentieren im Begriff ist, auch halbwegs präsentabel ist oder eher nicht. Was ist so schwierig daran zu akzeptieren, dass man im Zweifel eben weniger eine Modelfigur hat als man glaubt, definitiv aber nicht mehr aussieht wie mit zwanzig und sich entsprechend anzuziehen? Die Antwort ist einfach: Es ist so schwierig, weil es erfordern würde, sich einen Moment lang über etwas anderes Gedanken zu machen als sich selbst.

So sehr ich nationale Stereotype ablehne, scheint mir das dennoch ein überwiegend  deutsches und amerikanisches Phänomen zu sein. Ich erinnere mich noch, wie ich vor langer Zeit einmal in Rom war. Es war schon recht warm und sonnig. Ich saß im Schatten des Portals des Petersdoms und genoss eine Weile das Schauspiel, das sich mir bot. Immer wieder verwehrte die Schweizer Garde nämlich Leuten den Zutritt, die nicht angemessen gekleidet waren. Wie der inoffizielle Dresscode der katholischen Kirche in südlichen Ländern verlangt derjenige des Vatikans lange Hosen, Röcke, die die Knie sowie Oberteile, die die Schultern bedecken. Ist weiträumig und in zahlreichen Sprachen ausgeschildert.

Ich habe wohl nur eine knappe halbe Stunde zugesehen, doch fiel es auf, dass die, die sich lauthals darüber beschwerten und mit Gottweißwas drohten ob dieser Einschränkung ihrer Freiheit, dies entweder auf Deutsch oder in quäkigem amerikanischen Englisch taten.Kleiderordnung, wo gibt’s denn so was? Faschismus, Gulag oder was?

Mag das Phänomen bei Deutschen und Amerikanern dasselbe gewesen sein, so waren die Ursachen dafür verschiedene. Aus europäischer Sicht schleppen Amerikaner zuweilen einen grotesk übersteigerten, heillos ideologisierten Freiheitsbegriff mit sich herum, den sie mit Zähnen und Klauen gegen alles verteidigen und dabei auch kulturelle Differenzen irrelevant finden. Deswegen hatte es George W. Bush auch so leicht, die Nation zum Krieg gegen den Terror hinter sich zu versammeln. Er wusste, er brauchte nur glaubhaft zu machen, diese Taliban und dieser Saddam Hussein bedrohten die Freiheit der Amerikaner und die Fellow Americans würden keine Gnade kennen.

Wenn Deutsche so reagieren wie weiland in der Ewigen Stadt, dann deswegen, weil sie mit Freiheiten nicht umgehen können bzw. dies nie gelernt haben. Weil Freiheit eine gewisse Souveränität erfordern würde und die Bereitschaft, verantwortungsvoll mit ihr umzugehen, was dann auch Selbstkritik mit einschlösse.

Das scheinen aber so Gedanken zu sein, die nicht wenigen Hoppla-Jetztkommich-Deutschen inzwischen äußerst unbequem, wenn nicht gar völlig fremd sind. Da müsste man am Ende noch Rücksicht nehmen. Muss man sich mal vorstellen. Am Ende verlangen sie noch von einem, als Chef etwas abzugeben vom mühsam maximierten Gewinn und seine Angestellten ordentlich zu bezahlen. Oder dass sich mit seiner teuer geleasten 500-PS-Protzkarre an Tempolimits hält.

Da könnte man ja gleich verlangen, in einer Kirche eine lange Hose zu tragen. Unerhört!


Kommentare :

  1. Soooo viele Worte zu so einem Thema = Spießer! :P

    Ich finde, dass grade das Thema Klamotten die absolute (vor allem geistige) Unfreiheit widerspiegelt, in welcher unsere Gesellschaft verhaftet ist. Höchstens mal im Sommer brechen einige aus dem starren Schema aus - find ich toll! Bzw. interessiert es mich nicht die Bohne, was irgendwer trägt; ich hatte da noch nie einen Blick für. Während andere kein anderes Thema kannten. Tratscht sich halt so schön drüber, was der Kollege da heute wieder an hat... Was war das damals während des Studiums im Amt so lustig - als da ein paar jüngere tatsächlich mal mit einem absoluten Tabu brechen wollten - kurze Hosen - im Sommer, bei 32 Grad - als Mann - im Amt! Waaaaahnsinn! Nun ja - getraut haben sie sich dann am Ende doch nicht... Das immer starrer werdende Korsett grade in Sachen Mode bewirkt, dass sogar nicht wenige nicht mal mehr zum Kurzeinkauf ungestylet und komplettverspachtelt das Haus verlassen, aus der Angst, es könne sie jemand SO sehen; also so, wie sie wirklich sind... Lasst doch die Leute einfach so individuell rumlaufen, wie sie wollen...!?

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  2. Stefan, ich finde, Du begibst Dich mit diesem Text nicht nur auf verdammt dünnes Eis, sondern bist bereits heillos eingebrochen und kommst aus dieser üblen Nummer kaum mehr heraus.

    Wieso sollte irgendjemand Deinem Empfinden bzw. Deinen Kategorien, was "schön" oder "präsentabel" sei, wohl folgen? Allein die Vorstellung ist doch schon so hanebüchen, dass sie sich von selbst verbietet. Wenn Dir ein Anblick - aus welchen Gründen auch immer - nicht gefällt, dann schau halt weg! Anderen gefällt's womöglich, aber auch das ist letztlich nicht wichtig, denn auf sein Aussehen hat ein Mensch nunmal weitestgehend keinen Einfluss, auch wenn die kapitalistische Doktrin uns das immer wieder vorgaukeln will, was im heutigen Irrsinn der Modewelt, der "Schönheitschirugie" und ähnlichem zum Ausdruck kommt.

    "Schönheitsideale" im Allgemeinen und "Modelfiguren" im Besonderen sind nichts weiter als dämlicher Bullshit. Ich finde es erschreckend, dass Du auf diesen lächerlichen Zug aufspringst und Dich allen Ernstes über das Aussehen bestimmter Menschen echauffierst und es somit als "weniger wertvoll" als das anderer Menschen klassifizierst. Wo ist da genau der Unterschied zu einer wertenden Einteilung von Menschen beispielsweise nach ihrer Hautfarbe, ihrer Haarfarbe, Größe oder Nasenform?

    Noch erschreckender finde ich allerdings, dass Du ausgerechnet die erzkonservativen Heuchler der Religioten zum Maßstab nimmst, die ausnahmslos von allen Menschen verlangen, sich "züchtig zu bedecken". Katholizismus und Islam geben sich hier übrigens gar nicht viel - je nach regionaler Ausprägung.

    Du wirst es vielleicht kaum glauben, aber auch Menschen, die nicht Deinem subjektiven "Schönheitsideal" entsprechen, können von anderen als "schön" empfunden werden und sich sogar selbst, sofern sie charakterstark genug sind und sich nicht zu sehr manipulieren lassen, exakt so mögen, wie sie nun einmal sind. Sogar so etwas wie Erotik und sexueller Spaß soll - so habe ich mal raunen gehört - in Kreisen außerhalb der Modebranche und sogar jenseits der Jugend vorkommen.

    Aber mal im Ernst: Meinst Du das tatsächlich so, wie es da steht? Dicke, Alte, Kranke, körperlich Versehrte, Behinderte und sowieso alle, die Deinem wohlgefälligen Auge nicht in den sexuell arg getrübten Blick passen, sollen sich gefälligst verhüllen, um Deiner merkwürdigen Vorstellung von "Ästhetik" keine Gewalt anzutun? Ja, geht's noch? Ich bin völlig fassungslos und hätte Dir eine derartige, dumpfe Blamage wirklich nicht zugetraut.

    Mensch, die unübliche Hitze dieser Tage lässt wohl so manches Hirn unfreiwillig kochen. Dazu nur ein kurzer Dialog, der selbstverständlich in einen großen Kontext, den ich hie rnicht ausbreiten will, gehört, mit meiner jüngsten, körperbehinderten Tochter, nachdem sie einmal abends nach der Schule zu Hause angekommen war:

    J. (eher erbost als traurig): "Boah, der XY hat mich heute schon wieder 'Krüppel' genannt!"
    Ich: "Weißt du noch, was wir besprochen haben?"
    J.: "Na klar! Ich hab' ihm gesagt, dass seine geistige Verkrüppelung viel schlimmer ist."
    Ich: "Und, was hat er erwidert?"
    J.: "Nix. Ich glaub', er hat das gar nicht verstanden." (Daraufhin lachte sie mich kurz strahlend an und befasste sich wieder mit wichtigeren Dingen.)


    Liebe Grüße!

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    1. Oh Mann, sinnerfassendes Lesen ist nicht so deins, oder? Ich meine nur, denn so gut wie nichts von dem, was du mir da alles vorwirfst, habe ich geschrieben. Pure Unterstellung und Projektion. Vielleicht liegt's am Wetter, never mind.

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    2. Äh, an welcher Stelle habe ich Dich denn missverstanden?

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    3. Vgl. meinen Kommentar bei dir.

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    4. ich denke,so früh morgens war der Denkapparat noch nicht am Laufen^^
      Es geht nicht um Menschen,sondern um Ihr Benehmen gegenüber anderen.
      Toleranz heißt ertragen.Es heißt aber nicht,dass man alles ertragen muss.Etwas Hygiene ist selbstverständlichkeit.Kleidung muss nicht jedermans Geschmack sein,aber sauber und heil sollte es schon sein.Kleidung sollte auch dem Anlass entsprechen.Wenn ich in eine Kirche gehe,dann ist es absolut unpassend,halbnackt reinzugehen.Muss man das einen erst mal sagen(da manche anscheinend noch nicht mal lesen können,gibt es fette Pyktogramme),hat das mit fehlender guter Kinderstube zu tun.Hitze ist übrigens kein Hindernis,es gibt leichte Kleidung,In einer leichten weißen Baumwollbluse und Lederslippern schwitzt man weniger,als in einem rückenfreien Polyesterstrickschlauch und Flipflops.

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    5. Der Vollständigkeit halber hier noch einmal:

      Lieber Stefan,

      es ist nachvollziehbar, dass Du meine barsche Kritik an Deinem Text nicht toll findest und sie zu entkräften versuchst. Leider geht Deine Replik am Kern dessen, was ich geschrieben habe, aber gänzlich vorbei und klärt mich nicht über das Rätsel auf, wieso ausgerechnet jemand wie Du, der ansonsten gerne mal fundierte Texte zum Besten gibt, bei diesem Thema einen solchen - verzeihe die Formulierung - Bockmist produziert.

      Deine Relativierungsversuche ("Kirche" und nun auch noch ein "Sinfoniekonzert") haben ja mit dem generellen Szenario, das Dich offensichtlich zum Schreiben animiert hat, nicht das Geringste zu tun - mit derselben an den Haaren herbeigezogenen "Logik" könnte man auch argumentieren, dass beispielsweise Lachen vehement zu verdammen sei, denn im Kloster oder meinetwegen auf Trauerfeiern werde ja auch nicht gelacht. Du hast in Deinem Beitrag ein "allgemeingültiges Gebot" formuliert, so dass es schlichtweg Blödsinn ist, das im Nachhinein durch exemplarische "Sonderfälle" untermauern zu wollen. - Ich gehe aber davon aus, dass Dir das ohnehin bewusst ist und möchte nach wie vor gerne erfahren, welche Beweggründe wirklich dahinterstecken, um nicht allein auf reine Mutmaßungen bzw. textbezogene Schlussfolgerungen angewiesen zu sein.

      Nur ein Beispiel: Wenn Du den Anblick von nackter menschlicher Haut in einigen Fällen offenbar tolerierst und sogar für "präsentabel" hältst, in anderen Fällen hingegen nicht - worauf bitte soll das sonst zurückzuführen sein, wenn nicht auf einen subjektiven, "sexuell" ausgelegten Blick? Auch da bitte ich um Aufklärung - und zwar jenseits eines austauschbaren eventuellen "Ästhetik"-Geschwafels.

      Und falls es da ein Missverständnis geben sollte: Selbstverständlich gestehe ich jedem Menschen seine subjektive Sichtweise zu, sofern sie sich in einem gewissen humanistischen Rahmen befindet - Du aber hast Deinen Text nicht als "subjektive Meinung", sondern deutlich erkennbar als "allgemeingültige" Aufforderung verfasst. Eine Formulierung wie die folgende lässt in dieser Hinsicht nun wirklich keine Fragen mehr offen:

      "Es wäre doch sehr einfach: Wer vorhat, Textilien wegzulassen, sollte sich zuvor selbstkritisch vergewissern, ob das, was er da der Öffentlichkeit zu präsentieren im Begriff ist, auch halbwegs präsentabel ist oder eher nicht."

      Die Übertragung dieser "allgemeingültigen" Sichtweise von jenen aus Deiner Sicht "hässlichen" auch auf beliebig zu definierende andere Menschen - auch wenn Du diese nicht explizit erwähnst - liegt hier nicht nur nahe, sondern ist schlicht und ergreifend textimmanent. Vielleicht hast Du dich einfach missverständlich ausgedrückt - das will ich keineswegs in Abrede stellen. Aber so, wie Du es geschrieben und veröffentlicht hast, ist das ein nicht zu tolerierender, geradezu menschenverachtender Text, den ich nicht unkommentiert lassen konnte.

      Mit der völlig willkürlichen "Selektion" von Menschen in "schön" und "hässlich" beginnt es - und wo es enden kann, wissen wir doch wirklich nur allzu genau.

      Liebe Grüße - und nichts für ungut!

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  4. Ganz recht...

    Denn früher waren die Menschen hier im Westen auch noch nicht so fett, da sah die Sommerbekleidung dann deutlich hübscher aus.

    Heute päsentiert jedoch fast Jeder seinen Mitmenschen seine angefressenen unförmigen Fettwülste, die tatsächlich oft nur sehr schwer zu ertragen sind. Mit der Verfettung scheint obendrein oft ein allgemeines Ungepflegtsein nebst Geruch einherzugehen, leider...

    Da blickt mensch doch inzwischen auf hochgeschlossene Muslime und bedeckte, verschleierte Muslimas mit ganz anderen Augen... ;-))

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  5. Man kann ja von Religionen halten was man will und man muss auch im Speziellen die katholische Kirche nicht gut finden, aber man sollte sich doch wenigstens an bestimmte Verhaltensweisen halten, wenn man eine katholische Kirche beritt. Ich bin mir nämlich sicher, dass die Horden, die täglich den Petersdom besuchen auch unter "Freiheit" verstehen würden, sich dort mit Slipper und offener Hose hinzuflätzen und erstmal in Ruhe einen fetten BigMäc zu verspeisen. Wenn ich eine Kirche, Moschee oder Synagoge besuche, muss ich mich halt an bestimmte Regeln halten und wenn die katholische Kirche auf bedeckte Schultern besteht, dann bedecke ich halt meine Schultern und es fällt mir dabei auch kein Zacken aus der Krone.

    Ich frage mich dann bei solchen Szenen immer, was wohl passieren würde, wenn - sagen wir mal männliche Deutsche - bei Betreten einer Synagoge sich weigern würden die Kippa aufzusetzen. Ob dass dann auch unter "Freiheit" durchginge. Ich glaub nämlich weniger.

    Deswegen finde ich von bestimmten Gruppen die andauernden Anfeindungen gegenüber der katholischen Kirche auch manchmal ziemlich verlogen. Das ist inzwischen so ein Selbstläufer geworden, alles scheiße zu finden, was die so von sich geben. Wenn ich schon extra nach Rom fliege und mir den Petersdom angucken will, bedecke ich halt alles, was ich zu bedecken habe, gucke und staune über die wunderbare Architektur und die Kunstwerke und halte sonst meine Schnauze, wenn ich sonst nichts zu sagen habe.

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  6. Eine Frage: werden die Kommentare hier jetzt auch durch den Betreiber freigeschaltet?

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    1. Bis auf weiteres leider erstmal ja. Bitte um Verständnis. Schiebe ich demnächst evtl. eine Erklärung hinterher.

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  7. Ich habe nicht den Eindruck . daß es im Artikel um Bekleidungsvorschriften geht. Mal die Frage gestellt , warum Einem die teils bizarren textilen Anwandlungen überhaupt auffallen , normalerweise dürften die wenigsten rumlaufen und ständig nach unangenehmen Anblicken suchen.
    Sicher bin ich mir nicht , aber ich habe nicht selten das Gefühl , daß Einem die Blöße irgendwie aufgedrängt wird , da schwingt nicht selten was Exhibitionistisches mit , etwas , was auffallen und gesehen werden WILL.
    Das ist halb so wild bei hübschen Frauen (aus meiner Sicht gesehen) , weniger prickelnd ist es denn -zum Beispiel - bei der seltsam hohen Zahl an älteren Herren , die eigenartigerweise immer in kurzen Hosen rumlaufen müssen.
    Mit Freiheit hat das nicht die Bohne zu tun , Stefan hat recht , das amerikanische "anything goes" ist kein Vorbild , im Übrigen gehört zur Freiheit auch , mal was richtig Scheiße zu finden , spricht ja keiner davon , kurze Hosen für Rentner verbieten zu wollen (obwohl....)

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  8. Naja, klar gibt es -im subjektiven Sinne- (wobei sooo subjektiv ist das eigentlich gar nicht, Stichworte: Schönheitsideale, Werbung, Musik-Videos, Germanys Next Kotzmodel etc.) ästhetisch vermeintlich eher unansehnliche Menschen, die man gerade im Sommer natürlich mehr "sieht", als im Winter. Aber ehrlich gesagt: who cares? Es gibt wirklich wichtigeres. Ich bin zwar schlank, trage im Sommer (ab 25 Grad) aber auch Schlappen und kurze Hosen, um nicht wie ein Tier zu schwitzen. Soll ich jetzt, nur weil das jemand unansehnlich finden könnte, mich bedecken und schwitzen? Schlimmer als halbnackte "Dicke", sind für mich Menschen, die in Bus und Bahn nach Schweiß stinken. Dann lieber halbnackt ;-)

    P:S: "Moss the TeXie" Kommentar hätte ich jetzt aber schon gerne gelesen ;-) Selbst wenn Du den Kommentar löschst (was ja Dein gutes Recht ist), könntest Du ja dennoch selbst direkt darunter darauf antworten, mit einer kurzen Begründung wieso und weshalb Du das jetzt gelöscht hast (evtl. kurzes Zitat - auch damit machst Du Dich nicht gleich strafbar). Dann könnten wir anderen Leser das nachvollziehen. Wir hatten so einen Fall mit einer Kampf-Feministin, die nur beleidigend war ohne Argumente. Da haben wir Auszüge von ihr stehenlassen, und die Löschung vom Rest begründet. So "leiden" nicht gleich alle User durch die Moderation der Kommentare.

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  9. Es ist schon erstaunlich,wie das Thema aufregt^^
    Tja,ich habe schon manches Mal was dazu gesagt.Kleidung,Kleiderordnung hat auch viel mit Benehmen und guten Stil zu tun.Etwas,was Eltern ihren Kindern nicht mehr vorleben/erklären oder beibringen.
    Ja auch mich erschreckt es immer wieder,wie so manche Leute rumlaufen und vor allen zu welchen Anlässen.Herr Rose ich verstehe sie.In keinster Weise wird hier gegen die Freiheit des einzelnen gehetzt.Es geht auch nicht drum,dass sich Leute ohne Modellfigur(sehr überspitzt^^) verhüllen müssen.Nur was hat Freiheit des einzelnen mit etwas Fusspflege(um Käseschorf abzuraspeln) zu tun.Seid ich mal zusah,wie so einen nette Dame xxxx Schuhe mit nackten Füssen anprobierte,kaufe ich nicht mehr im Discounter.
    Oder eventuell eine Unterhose zu tragen,damit aus der kurzen Shorts nicht das Gehänge zu sehen ist.Oder "ästhetische" Krampfadern/Ekzeme doch wenigstens im Restaurant zu bedecken.Beides in Köln erlebt.So etwas zu dulden,hat nichts mit Toleranz zu tun.Es ist eher das gleiche rücksichtslose Verhalten,was zum Beispiel Hundebesitzer an den Tag legen,wenn ihr Pfiffi stinkend neben dir im Restaurant sitzt.Oder ein Mensch im Zug,dessen Klamotten ekelig nach alten Rauch oder nach "wochenlang nicht gewaschen"riecht.Ich soll das also dulden und stundenlang ertragen?
    Ein jeder lebe so,wie er lustig ist,solange man andere damit eben nicht Freiheit nimmt.Zum Beispiel die Freiheit frische Luft zu atmen :)

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