Sonntag, 7. Juni 2015

In eigener Sache: Warum moderiert wird


Fast vier Jahre hat es gedauert, bis ich mich gestern zum ersten Mal gezwungen gesehen habe, einen Kommentar zu löschen und die Kommentarfunktion auf Moderation umzustellen. Musste wohl irgendwann passieren, ist vermutlich der Lauf der Dinge. Das tut mir aufrichtig leid für alle, die hier seit langem immer angemessen, freundlich und fair kommentiert haben, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanke. Es ist schade, dass ich vielen eine Freiheit einschränken muss, weil einzelne offenbar wirklich nicht damit umgehen können. Doppelt schade, weil die Schwelle zum Kommentieren dank der nicht abschaltbaren Captchas ohnehin schon hoch genug ist. Bestätigt andererseits auch wieder meine These von vorgestern.

Zur Sicherheit weise ich darauf hin, dass ich das nicht tue, um mich gegen Kritik abzuschotten. Hier wird in Zukunft nichts verschwinden oder wegmoderiert werden, bloß weil es mir nicht passt oder weil ich keinen Widerspruch aushielte. So klein ist mein Ego nicht. Es geht einzig und allein darum, dass ich keinen Bock auf eine Anzeige wegen Beleidigung habe. Der Verein, um den es gegangen wäre, hat sich bei diversen Anlässen so klagefreudig gezeigt, dass ich das lieber nicht austesten mag. (Zur Information: Als Blogbetreiber stehe ich im Zweifel für alle Inhalte gerade, die auf diesen Seiten so erscheinen, also auch für Kommentare. Daher wäre im Zweifel auch ich dran und nicht der heldenhafte Kommentator, wenn mir eine entsprechende Anzeige ins Haus flatterte.)

Wer mich deswegen einen Feigling nennen will, kann das gern tun. Juckt mich nicht. Wenn ich die Wahl habe, ein Feigling zu sein oder ein Idiot, wähle ich normalerweise den Feigling. Erst recht, wenn es um diesen Blog geht, der nicht mehr und nicht weniger ist als eine nichtkommerzielle Hobbyveranstaltung. Fände ich den Spaß jetzt nicht wert. Wieso sollte ich anderen hier eine kostenlose Plattform für Beleidigungen im Sinne des Strafgesetzbuches bieten? Dafür sehe ich keinen Grund. Wer sich bereit erklärt, im Falle eines Verfahrens gegen mich sämtliche mir dadurch entstehenden Kosten zu übernehmen, möge mir das bitte schriftlich per Brief mitteilen, dann stelle ich den Kommentar gern wieder ein und deaktiviere auch die Moderationsfunktion wieder.

Allen, die diesen Schritt als Zensur empfinden, als brutale Beschneidung ihrer kostbaren Redefreiheit, empfehle ich folgendes Vorgehen:
  1. Eigenen Blog aufmachen (bei etlichen Anbietern inzwischen für 0,00 € zu realisieren, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich),
  2. nach Herzenslust der Welt die Meinung geigen und
  3. gegebenenfalls selbst mit den möglichen Folgen klarkommen.
Allen anderen danke ich schon mal vorab für ihr Verständnis. Sorry for the inconvenience!


Kommentare :

  1. Nach vier Jahren war es zum ersten Mal war es nötig, einen Kommentar zu löschen - und dann bei einem Post zum Thema…Sommerbekleidung??? Mann, da würde ich mir doch mal überlegen, ob das Blog so inhaltlich richtig aufgestellt ist! ;) ;) ;D

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    1. Ja, groteskerweise war das leider so. Immer dann, wenn man's nicht vermutet...

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  2. Dein Blog ist ja dein persönliches virtuelles Wohnzimmer und da kannst du löschen und moderieren ,wie du willst,und eine teure Klage zu verhindern, ist alle mal ein nachvollziehbarer Grund.Das mögen einige Zensur nennen,oder Feigheit,ich nenne es Hausrecht.Wenn ich irgendwo zu Gast bin und da herum pöble, werde ich auch rausgeschmissen.Insofern ist es einfach dein gutes Recht, was du tust.Ich bevorzuge auch die lange Leine,aber in einem solchen Fall hätte ich wohl ähnlich reagiert.

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  3. Leider greift es immer mehr um sich,annonym beleidigend zu werden.Jeder offene Chat hat seine Spammer und Hater.Meist vergessen diese Deppen,dass das Internet eben nicht rechtsfreier Raum ist.So wie jeder Blogbetreiber gerade stehen muss,so kann es auch zur Strafverfolgung kommen,wenn man es zu bunt treibt.Im Prinzip sind die Hürden für eine Strafverfolgung extrem hoch.Fängt ja schon bei der Anzeige an.Die Polizei ist da noch reichlich begriffsstutzig^^

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  4. Ich habe die Erkenntnis auch erlitten, dass ein unmoderierter Kommentarbereich ab einer gewissen Reichweite nicht mehr funktioniert. Insofern nimm es einfach als Zeichen, dass du ausreichend gelesen wirst, um die Irren des Internets anzuziehen. Ist doch auch was. :)

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  5. Dein Wohnzimmer, Deine Regeln.

    Wenn Du einknicken willst, ist das Dein gutes Recht. Nötig ist es in diesem Fall nicht.

    Hielte ich noch ein Blog für nötig, hätte ich schon eins. Du lenkst mit diesem Argument aber ab: Du hast damit angefangen, man solle denen Respekt entgegenbringen, und ich wagte eine provokante Entgegnung. Die zu veröffentlichen war Dir zu heiß – soweit kein Problem (s. o.), das respektiere ich ja. Vielleicht solltest Du aber mal darüber nachdenken, für welche Art von Institution Du da Respekt einforderst.

    Allerdings verstehe ich nicht – wenn der Focus wirklich nur darauf liegt –, warum Du den ganzen Kommentar ’rauswirfst und nicht nur die kritischen anderthalb Sätze, die zudem einen eigenen Absatz bildeten. Der Rest enthielt ja nur meine (zugegebenermaßen in weniger geschliffenem Deutsch als hier üblich gehaltene) Auseinandersetzung mit Deinen Ansichten, ohne dass ich dort wissentlich oder willentlich jemand anders beleidigt hätte.

    … und @Rittick: es heisst „anonym“, hat ja nichts mit Jahren zu tun. Und bin ich nicht; wenn Du genau genug hinguckst, findest Du allerlei Daten und sogar Bilder von mir.

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    1. Anmerkung: Leider habe ich keine Möglichkeit, Kommentare zu bearbeiten bzw. zu editieren. Ich kann Sie nur ganz löschen oder sie so veröffentlichen, wie sie verfasst wurden. Leider enthielt auch Ritticks Kommentar, den ich hier gekürzt einstelle, weil ich halt möglichst wenig verschwinden lassen mag, exakt jene Wortwahl, wegen der ich mich zum oben beschriebenen Schritt genötigt sah. Das erscheint mir ein gangbarer Weg (so lange es nicht in zu viel Arbeit ausartet):

      Hoppala,da hat sich doch tatsächlich noch ein n eingeschmuggelt.Nun ja,Deutsch war nie mein Lieblingsfach. Aber Moss the TeXie,nimm Dich nicht so wichtig.Das anonym bezog sich nicht auf Dich,es galt allgemein allen Trollen^^ Gegoogelt habe ich Dich natürlich,aber nichts interessantes gefunden.Ausser man interessiert sich für skurrile Schmuddelwerbung.Da gestaltet sich die Suche etwas mühselig. Mir ist es egal,ob jemand die Kirche beleidigt.Ich vermute,das die es gut abhaben kann.Was schert es die Eiche,wenn eine Sau sich an ihr schrubbt.Man muss nicht an sie glauben oder ihr angehören.Aber ich respektiere Menschen,die eine Kirche für den Glauben brauchen.Ich mag es auch nicht,wenn man das in den Schmutz zieht oder diese Menschen verunglimpft.Das gilt übrigens für alle Glaubensrichtungen.Verallgemeinerungen sind immer fragwürdig.Deswegen kann ich es eben auch nicht gutheißen,die kath.Kirche als [entfernt, S.R.] hinzustellen.Es ist nicht die Kirche,sondern einzelne Menschen.Ich gehöre zu In eigener Sache: Warum moderiert wird, von Rittick, 09.06.

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  6. @Rittick: Setz’ doch noch bitte ein Leerzeichen nach Satzzeichen (evtl. zwei nach dem Punkt am Satzende), das verbessert Lesbarkeit und Umbruch. ’schullijung, Berufskrankheit. ;-)

    (blockquote-Tags gehen hier nicht, daher simuliere ich sie mal.)
    (Übrigens gelingt es mir hier auch nicht, die Vorschaufunktion zu nutzen, weder mit Firefox noch mit Safari.)

    „Gegoogelt habe ich Dich natürlich,aber nichts interessantes gefunden.“

    Das gibt ja Hoffnung, …

    „Ausser man interessiert sich für skurrile Schmuddelwerbung.“

    … aber das würde ich schon gern genauer wissen. Muss nicht hier in Stefans Salon sein; magst Du mir das privat erläutern? (@Stefan: Bitte gib ihm ggf. meine Mailadresse.)

    „Aber ich respektiere Menschen,die eine Kirche für den Glauben brauchen.“

    Glauben, an was und|oder wen auch immer, ist Privatsache. Darüber diskutiere ich nicht, das ist so, und das wird auch nicht von meiner Einstellung zu Glauben, Gläubige, Religiosität usw. tangiert, Punkt.

    Genau deswegen geht es bei der Kritik und der Bezeichnung aber genau nicht um die Gläubigen, sondern die [hust]priester, aus denen diese Amtskirche besteht und die diese Gläubigen verhöhnen und sich in dem aus deren Taschen stammenden Reichtum suhlen. Und nein, das sind nicht einzelne, das ist das Prinzip Amtskirche, das solche Monstrositäten befördert und schützt, wenn nicht gar erzeugt.

    Wenn ich (wohlwollend) aus der (zu kleinen) Stichprobe an Kirchenleuten in Verwandtschaft und Bekanntenkreis extrapoliere, komme ich auf vielleicht 1/10 davon, die anscheinend glauben, was sie sagen. Der Rest, hmm … wie nennt man solche Leute?

    … und @Stefan: Danke für die Erläuterung und für den Aufwand, den Du hier betreibst. Respekt.

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    1. Besten Dank, hört man gern. Mailadressen habe ich weder von Rittick noch von dir. Falls ihr beide an einem weiteren persönlichen Austausch interessiert sein solltet, kann ich die aber gern weiterleiten. Schickt mir (s. Impressum) beide eine Mail (ohne verborgene Absenderadresse wenn's geht), dann sollte das gehen.

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