Samstag, 20. Juni 2015

Lizenz zum Kinderkriegen


Samstagabend, mitten im Hochbetrieb, bricht es aus ihr heraus. Meine Frau Elisabeth verschafft sich Luft, den Grund kenne ich nicht, aber Ihre Rede ist klar und logisch: "Deutschland ist das Land der Verordnungen, Gesetze ohne Ende, Ausnahmen zu Gesetzen sind auch Legion. Zum Kindle machen braucht man aber komischerweise keine Prüfung wie beim Führerschein, oder gar wie beim sogenannten Idiotentest!"

Also berichtete Vincent Klink, des Landes bei weitem sympathischster medienpräsenter Koch, jüngst in seinem Tagebuch. Und wer würde der langjährigen, weltbesten Ehefrau dieses vielseitig begabten barocken Schwaben schon widersprechen wollen?

Spinnen wir den Gedanken doch mal ein wenig weiter. Seit Jahren wird ja gebarmt, dass die Deutschen im Aussterben begriffen seien und bald auf der Roten Liste der bedrohten Arten landen würden, wenn sich in Puncto Nachwuchs nicht langsam was täte. Gut, wenn man konservativen Kulturpessimisten Glauben schenkt, dann pimpert die Generation Porno angeblich, dass die Heide wackelt. Nur eben bloß zum Spaß und nicht zwecks Vermehrung. Und vielleicht ist genau das von Frau Klink angesprochene Problem die Ursache für die grassierende Zeugungsunlust. Was irgendwie jeder ohne weiteres darf, kann doch unmöglich interessant sein, oder?

Daher kann es nur eine Lösung geben: Kinder kriegen ist in Zukunft nur noch mit Zertifikat nach erfolgreich abgeleistetem zweijährigen Elternvorbereitungskurs erlaubt. Die Kursgebühren kann man ja sozialverträglich ermäßigen bzw. erlassen. Wer sich dann ab einem gewissen Stichtag ohne Zertifikat vermehrt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Wir sind hier schließlich in Deutschland und nicht unter Karnickeln. Und auf eine bürokratische Hürde mehr oder weniger kommt es doch nun wirklich nicht mehr an.

Eine Lizenz zum Kinderkriegen einzuführen, hätte gleich mehrere Effekte: Abgesehen vom warmen Geldregen für die Staatskasse in Form von Geldbußen, bekäme Kinder zu machen wieder jenen gewissen Reiz des Verbotenen, der dem fröhlichen Geknatter erst den rechten Kick verleiht. So wie früher, als unverheiratet schwanger gewordene Frauen noch damit rechnen mussten, ein Leben als Ausgestoßene zu fristen, so es ihnen nicht gelang, den Erzeuger dingfest zu machen und entsprechend zu Kasse zu bitten. Jede Wette, wir bekämen eine Bevölkerungsexplosion! Wie? In so was darf der Staat sich nicht einmischen, das wäre totalitär? Ach kommen Sie, der Chinese ist da doch auch nicht zimperlich. Und, hat's ihm geschadet?

Ob das Aussterben der Deutschen wirklich so eine Katastrophe für die Welt wäre, das steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier.



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