Samstag, 28. Februar 2015

Weiterführendes zum Thema impfen


Normalerweise schätze ich es sehr, wenn Platz für vieles ist und halte es für selbstverständlich, dass es zu einem Thema mehr als nur eine Meinung gibt. Ich bin sehr für Aufklärung und begehre keineswegs immer recht zu haben mit dem, was ich hier so verbreite. Auch Nachklapps sind nicht so meine Sache, aber beim jüngst hier behandelten Thema Masernimpfung ist die Faktenlage in der Tat so eindeutig und die Risiken des Nichtimpfens so groß, dass ich hier eine Ausnahme machen möchte. Zumal die Argumente der Impfkritiker bzw. Gegner meist auf diffusem Unbehagen an der so genannten Schulmedizin zu beruhen scheinen, die dann durch heillos übertriebene Horrorstorys über Impfschäden noch verstärkt werden.

Freitag, 27. Februar 2015

Weltbewegendes


Ist es das Alter, das mich so dünnhäutig werden lässt? Der Schlafmangel? Das Wetter? War es schon immer so und ich habe bis vor kurzer Zeit einfach besser ignorieren können oder ist es wirklich schlimmer geworden? Klar, es war schon immer so, dass in der Presse auch eine Menge Belangloses veröffentlicht wurde, nur ist das dann meistens auf den hinteren Seiten gelandet. Sicher, es wird ein schleichender Prozess gewesen sein. Trotzdem, wann hat das angefangen, dass Nichtigkeiten auch in seriös sich schimpfenden Organen gleichgestellt wurden mit ernsthaften Nachrichten? Diese und ähnliche Fragen schossen mir durch den Kopf, als ich die Tage beim Stöbern durch die Headlines des Sprachraums unter anderem auf folgendes stieß:

Dienstag, 24. Februar 2015

Paradoxon des Fortschritts


Bei der Masern-Impfung von Kindern hört der Spaß auf

Damals, Anfang der Siebziger, kurz nachdem der erste Masern-Impfstoff zugelassen worden ist, hatte unsere Familie einen Hausarzt, der, wie meine Eltern auch, streng darauf achtete, dass ich alle Impfungen bekam. Nur bei den so genannten Kinderkrankheiten riet er ab. Er fand, das beste sei, sie möglichst alle gehabt zu haben, das immunisiere für den Rest des Lebens. Vermutlich hatte er während seines Studiums in den Fünfzigern noch gelernt, was einen nicht umbringe, mache einen härter. Oder so ähnlich. So hatte ich am Ende der Grundschule bis auf Scharlach das ganze Programm durch: Masern, Röteln, Windpocken, Mumps. Ich habe es offensichtlich überlebt, sonst würde das hier nicht zu lesen sein.

Samstag, 21. Februar 2015

Bücher für den Neurotischen


Was für eine schöne Überraschung am Samstagvormittag! Den einzig wahren, von mir sehr geschätzten kiezneurotiker interessiert offenbar, was ich so zu lesen beabsichtige und schmeißt darob mit Stöckchen nach mir. Und dann noch mit einem, das mir deutlich sympathischer ist als das vorherige (nicht persönlich nehmen, Roger). Fünf Bücher soll ich aufzählen, die ich im Laufe dieses Jahres lesen möchte und dann fünf bei mir verlinkte Blogger nominieren, es mir gleichzutun. Das ist doch schon eher meine Welt! Finde ich eine schöne Idee, mache ich sehr gern.

Freitag, 20. Februar 2015

Monströses


Nun, da die große Entlassungswelle wegen des Mindestlohns bis hierhin wohl weitgehend ausgeblieben ist, scheint der massenhafte Arbeitsplatzverlust nicht mehr recht zu taugen als Popanz. Also wird geschwind der nächste aus dem Hut gezaubert. Der Mindestlohn bringe, so heißt es, nicht mehr zu bewältigende Mehrarbeit für Arbeitgeber mit sich, die dadurch von ihrer vornehmsten Aufgabe abgehalten werden: Dem Schaffen von Arbeitsplätzen und dem Generieren von Wachstum.

Klarer Fall: Der Mindestlohn sei ein die Dynamik Der Deutschen WirtschaftTM hemmendes Bürokratiemonster und gehöre daher wieder abgeschafft, bevor er richtig eingeführt wurde. Beleg: Zum Beispiel das erschröckliche Einzelschicksal eines bayerischen Spediteurs, der wegen der regulierungswütigen Politiker drauf und dran ist, den Bettel ganz hinzuschmeißen. Hamsejetztdavon!

Mittwoch, 18. Februar 2015

Kehrwoche versäumt?


"Meine Güte, hier ist es ja wirklich so porentief rein, dass man vom Bürgersteig eine warme Mahlzeit einnehmen kann! Ganz ohne Teller." Das dachte ich, als ich vor Jahren während meines ersten und bislang einzigen Aufenthalts in Stuttgart per Bus zu einer Fortbildungsveranstaltung gekarrt wurde und aus dem Fenster auf Hochglanz polierte Straßen und Gehwege sah. Die schwäbischen Kehrwochenweltmeister machten, schien's, ihrem Ruf alle Ehre. Mir fiel ein, wie der aus der Gegend stammende Harald Schmidt einmal gewitzelt hatte, in Stuttgart hätten sie kürzlich ein großes Stadtverschönerungsprogramm in Angriff genommen. Als erste Maßnahme habe der Bettler einen Platzverweis bekommen.

Montag, 16. Februar 2015

Absurdes Bewerbertheater, nächste Runde


Glaubt man einschlägiger Ratgeberliteratur, dann werden hinter deutschen Firmenfassaden täglich hunderttausendfach groteske Schmierenkomödien namens 'Vorstellungsgespräch' aufgeführt. Die beziehen ihren Charme nicht selten daher, dass es nach wie vor fast überall ein Überangebot an Arbeitskräften gibt. Natürlich gibt es Top-Positionen, für deren Besetzung eigens Headhunter engagiert werden, die dann die wenigen Kandidaten, die weltweit infrage kommen, aufwändig und langwierig umwerben, doch sagt mir irgendwas, dass so was eher die Ausnahme denn die Regel ist.

Freitag, 13. Februar 2015

Sissi mit Handschellen


Unter der (vernichtenden) Kritik über den Film 'Fifty Shades Of Grey' im Guardian schrieb eine Kommentatorin, sie sei seit über 15 Jahren in der Fetisch-/BDSM-Szene unterwegs und niemals, nicht ein einziges Mal, sei ihr dort jemand begegnet, der versucht habe, einen Menschen, der nicht von sich aus Zustimmung, Interesse oder zumindest Neugier signalisiert habe, zu solchen Praktiken zu bekehren bzw. dazu zu manipulieren. Wer so etwas täte, betriebe nichts anderes als Missbrauch.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Was kann man eigentlich noch tragen?


Gar nicht so recht mitbekommen, aber die tollen Tage nahen sich schon wieder. Dass ich das nicht so recht mitbekommen habe, könnte daran liegen, dass die närrischen Tage sich dieses Jahr überschneiden mit dem Valentinstag - einem Anlass, der mich ähnlich brennend interessiert. Erst recht verschone man mich mit der allgemeinen Kostümiererei. Habe ich als Kind noch ganz gern gemacht, wie die meisten Kinder. Inzwischen finde ich das, wie den ganzen übrigen Faschingszinnober nebst seinen Begleiterscheinungen, anstrengend und überdies entbehrlich. Mich zu einem Anlass mitzuschleppen, auf dem Kostümzwang herrscht, zieht normalerweise den sofortigen Abbruch aller freundschaftlichen und sonstigen Beziehungen nach sich. Wer Spaß an so was hat, bitte gern, doch wünsche ich, wie gesagt, in Ruhe gelassen zu werden damit.

Sonntag, 8. Februar 2015

Hattrick in Meckpomm


Seien Sie bloß vorsichtig! Sie alle. Rufen Sie diese Seite bitte nicht auf, wenn Sie nicht genau wissen, was Sie tun. Hier werden nämlich manchmal Dinge veröffentlicht, die einem woanders in den Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz bringen können.

In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel, jenem Bundesland, das nicht nur den längsten Namen von allen hat, sondern auch dafür bekannt ist, neben schönen Ecken an der Küste ziemlich viel Gegend mit derart niedriger Menschenbesatzdichte zu haben, dass saufen dort zur Wissenschaft wird. Jetzt hat das sympathische Ländchen an der Ostseeküste eine weitere Attraktion zu bieten: Nirgendwo anders ist es einfacher, in den wachsamen Blick der Verfassungsschützer zu geraten.

Freitag, 6. Februar 2015

Grenzen ziehen


Über diverse Kritiker, Skeptiker und den Umgang mit ihnen

Lange habe ich überlegt, worin genau jenseits ihres Tonfalls eigentlich mein Problem liegt mit Leuten, die zum Beispiel "Lügenpresse!" bölken und sich deswegen für große Durchblicker halten. Aber auch mit allen anderen sich aufgeklärt gebenden, bei denen Kritik an und Skepsis gegen alles und jeden, am liebsten ‚gegen die da oben‘, zu einer Art Religionsersatz geworden scheint. Seien es Impfgegner, Wahlgegner, Islamkritiker, Rohköstler, Verschwörungstheoretiker und andere Spinner.

Dienstag, 3. Februar 2015

Michels Selbstbetrug


Die Frage, warum die hiesige Regierung sämtliche Warnungen aus anderen Ländern in den Wind schlägt und stur am brutalen Sparkurs für Griechenland festhält, der für nicht wenige Griechen de facto ein massives Verelendungsprogramm ist, drängt sich beim Blick auf internationale Medien zunehmend auf. Dort diskutiert man längst über Alternativen, seit Tsipras' Wahlsieg immer öfter. Erklärungen gibt es sicher viele. Eine der Aparteren und Schlüssigeren ist die, dass - Naomi Klein lässt grüßen - hier mit wohlwollender Billigung, wenn nicht gar auf Betreiben und unter Regie des Finanzkapitals die nächste Stufe der Neoliberalisierung und Entsozialisierung der Welt gezündet wird. Freiluftlabor der Postdemokratie. Mag alles sein.