Montag, 22. August 2016

Schmähkritik des Tages (2)


Heute: Ewgeny Morozov über Mark Zuckerberg und Konsorten

"Mark Zuckerberg von Facebook wünscht, dass wir Offenheit und radikale Transparenz leben, er selbst kauft seine Nachbarhäuser, um so viel Privatheit zu haben wie möglich. […] Die Mächtigen des Silicon Valley hassen jede Einmischung in ihr Privatleben. Würden sie für irgendeine andere Branche arbeiten, wären ihre Sorgen verständlich. Aber sie arbeiten für eine, die uns davon überzeugen will, dass Privatheit nichts zählt. Warum sollte ihre Heuchelei nicht publik gemacht werden? […] Eine Welt, in der die Tech-Elite alle Privatheit genießt, die sie sich wünscht, während der Rest der Menschheit deren Verlust zu akzeptieren hat, beruht auf einer Verlogenheit, die so extrem und absurd ist, dass sie zum Thema gemacht werden muss, egal wie aggressiv." (SZ, 03.06.2016)

Anders gesagt: Privatsphäre wird keineswegs abgeschafft, man muss sie sich in Zukunft halt nur leisten können.



1 Kommentar :

  1. Mit dem Datenschutz ist das so eine Sache. Mein persönlicher Standpunkt leitet sich aus Orwell ab: den Staat geht mein Leben nichts an. Wir erinnern uns, der Juden-Bestand in D und unterworfenen Staaten war mit Hollerith erfasst und der Besatzung verfügbar.

    Facebook, Google und Kumpane sind aber nicht der Staat, sondern – prinzipiell – Zivilisten. (Bösewichter dabei? Gerne. Aber zivile Bösewichter.) Bei denen ist mir der Datenschutz von Herzen Wurscht. Solange mein Spam-Ordner nicht aus den Nähten platzt, aber das ist mit Gesetzen geregelt, also andere Baustelle.

    Nächster Punkt. Der Staat (USA) konfisziert gesammelte Daten. Ist eine neue Qualität, aber kein Argument für Datenschutz; denn: der GAU (Orwell) ist bereits eingetreten.

    Da kenne ich nix.

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