Dienstag, 20. September 2016

Schmähkritik des Tages (3)


Heute: Ralf Sotscheck und Malte Kreutzfeldt über Hinkley Point C

Letzte Woche hat die britische Premierministerin Theresa May endgültig grünes Licht gegeben für den Bau des Kernkraftwerks Hinkley Point C, des ersten neuen Reaktors in Großbritannien seit 20 Jahren. Obwohl Atomenergie, im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien, die nur linksgrüne sozialistische Spinner gut finden, bekanntlich eine saubere, beherrschbare und vor allem irre wirtschaftliche Art der Stromerzeugung ist, muss auch im Mutterland des Kapitalismus und der Privatisierungsfans seltsamerweise der Staat mit ein paar Pfund einspringen:

"Bauen wird die beiden 18 Milliarden Pfund (etwa 21,15 Milliarden Euro) teuren Druckwasserreaktoren der französische Staatskonzern EDF, chinesische Firmen sind zu 33 Prozent beteiligt. In Betrieb gehen sollen sie 2025 und dann Strom für sechs Millionen Haushalte liefern – zu einem maßlos überhöhten Preis: Die Regierung garantiert über 35 Jahre 92,50 Pfund pro Megawattstunde, aktuell knapp 107 Euro. An den europäischen Strombörsen sind für diese Einheit derzeit gerade mal 29 Euro fällig." (Sotscheck, taz v. 16.09.2016)

"Der hohe Preis, der fortlaufend an die Inflationsrate angepasst wird, soll in Großbritannien auch noch für 35 Jahre gelten […]. Insgesamt kommt die angeblich so wirtschaftliche Atomkraft die Stromkunden damit weit mehr als doppelt so teuer zu stehen wie Wind und Sonne. […] Ohne massive staatliche Interessen - sei es wegen der militärischer Nutzung oder wegen der Nähe zur Atomwirtschaft - werden AKWs in Europa keine Zukunft mehr haben. Für diesen Nachweis gebührt den Briten tiefer Dank." (Malte Kreuzfeldt, taz v. 21.10.2013)




1 Kommentar :

  1. Die neue britisch-chinesische Zusammenarbeit.
    Wird auch bald in der City of London wirksam.

    Deshalb Brexit.
    UK goes its own way.

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