Dienstag, 27. Juni 2017

The Invisible Hand


Ayn Rand (1905-1982) gründete ihre Karriere im Wesentlichen darauf, Reichen das zu erzählen, was sie hören wollen, indem sie Raffgier und Selbstsucht moralisch legitimierte und den eigennützig agierenden Kapitalisten zur einzig wahren Triebkraft der Weltgeschichte stilisierte. Gemessen an der Rezeption ihrer Arbeit ist sie vermutlich die größte Satirikerin aller Zeiten. Es ist nicht auszuschließen, dass sie sich schon zu Lebzeiten einen Ast lachte darüber, mit welch geradezu religiöser Inbrunst eine derart rissige und inkoheränte Theorie aufgesogen wird, sofern nur die richtigen sich gebauchpinselt fühlen. Hätte sie ihr eigenes Geschreibsel nämlich ernst genommen, dann hätte sie sich halt hinlegen müssen zum Sterben, anstatt Leistungen aus dem Medicare-Programm in Anspruch zu nehmen, nachdem sie an Krebs erkrankt war. Weil: Keine Arme, keine Kekse (sinngemäß ihre Worte). Regelt am besten der bekanntermaßen unschlagbare Freie MarktTM...

(Ruben Bolling via The Daily Kos)





1 Kommentar :

  1. Siewurdengelesen28. Juni 2017 um 16:33

    Man liest es einmal, man liest es zweimal - leider lesen es wie so oft die Falschen.

    Ob Frau Rand selbst dran geglaubt hat oder nicht oder ob es nur ihr "Markt" war und es keinen besseren Konkurenten gab, persönlich wird sie froh gewesen sein (kann man das in so einem Fall überhaupt so sagen?) ob ihres medizinischen Versorgens.

    Angesichts des so sehr gewollten Homo Oeconomicus, der in jeder seiner Handlungen durch und durch berechenbar ist, bräuchte es eigentlich weder den Markt noch dessen unsichtbare Hand, die alles regelt zum Vorteil aller - haha:-(

    Das dann auch noch moralisch legitimieren zu wollen, ist - Zynismus pur? Markt hat keine Moral, da er aus meiner Sicht ein einziges Wortgebilde, neoliberale Blase wasweissich ist und damit maximal eine Art Ding oder Sache. Dem liegt per se keine Moral inne, sondern damit wird nur das Profitstreben in eine Art Emotion verschwurbelt. Nach dieser Therie sind wir alle Kapitalisten und es kann auch jeder schaffen, man muss halt nur die passende Marktnische finden aka zu eigenen Gunsten andere übervorteilen. Wer es nicht packt, vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden, war halt zu doof dafür.

    Das sich die Anhänger dieser Theorie damit bestätigen und bestätigt fühlen, liegt daran, dass man sich ja oft nur im eigenen Weltbild bewegt und darüber die eigenen Narrative verstärkt, das kann also gar nicht falsch sein und alles Widersprüchliche wird eben ausgeblendet oder weggelogen als eher Gebohre nach fehlern von Korinthenkackern.

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