<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591</id><updated>2012-03-01T09:16:02.820+01:00</updated><category term='Sonstiges'/><category term='Sport'/><category term='allgemein'/><category term='Essen'/><category term='Kultur'/><category term='Gesellschaft'/><category term='Brain Farts'/><category term='Politik'/><category term='Medien'/><category term='Musik'/><title type='text'>Fliegende Bretter</title><subtitle type='html'>Nicht immer kritische Betrachtungen über Politik, Gesellschaft, Medien, Kultur, Essen und manchmal auch Sport</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>94</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-6036241491264373508</id><published>2012-03-01T08:19:00.001+01:00</published><updated>2012-03-01T08:20:20.205+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Wanderhure, rächend</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Beginnen wir mit den schlechtenNachrichten. Die schlechteste zuerst: Dies wird kein Verriss des Films „Die Rache der Wanderhure“ (28.02., Sat 1). Erstens, weil ich ihnnicht gesehen habe und zweitens, weil so was billig wäre. VielePolizeibeamte, heißt es, seien große Krimi-Fans, weil das, was inden allermeisten Fällen zu sehen und zu lesen sei, mit echterpolizeilicher Ermittlungsarbeit nur sehr am Rande zu tun hätte.Ähnliches hört man von Ärzten bzw. Krankenschwestern und vonLehrern. Diese Berufsgruppen schätzen Fernsehserien, die in ihremMetier spielen, vor allem als großen Spaß. Warum sollten Historikerbei entsprechenden Machwerken anders verfahren? So lange niemandernsthaft behauptet, aus Büchern und Filmen wie denen rund um die mobileDienstleisterin ließe sich Substanzielles über Alltagsleben undGeschichte des Mittelalters lernen, soll es mir recht sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich handelt es sich, nach allem,was ich weiß, um eine durch und durch heutige, eher simpel gestrickte&lt;i&gt;Empowerment&lt;/i&gt;-Geschichte, die zu jeder beliebigen Zeit spielen könnte. Und sie wäre immer ahistorisch: Ehrbares Mädchen gerät durch heimtückischeRänkespiele nach ganz unten, sie wird entehrt und misshandelt. Eine Hure mit goldenemHerzen rettet ihr das Leben und zum Schluss, nach viel Schwertergeklirr, Hufgetrappel und großen Gefühlen, folgt ein Happy End. Oder ein Cliffhanger, von wegen Fortsetzung. So weit, sovorhersehbar. Auch dass das Mittelalter in solchen Produktionen immer finster und schmuddelig ist, die Charaktere einem simplen Gut-böse-Schema folgen - geschenkt. Die meisten Hollywood-Historienfilme, die zurZeit des Kalten Krieges entstanden sind und denen man zum Teilerheblichen filmhistorischen Rang zuspricht, waren auch purePropaganda, bei der die Guten immer irgendwie verdächtig an Amerikaner erinnerten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-GqIZMUeaUMw/T06hztCIgWI/AAAAAAAAAGM/RCE4xZlddZ8/s1600/wanderhure_4.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://1.bp.blogspot.com/-GqIZMUeaUMw/T06hztCIgWI/AAAAAAAAAGM/RCE4xZlddZ8/s1600/wanderhure_4.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Wanderhure a.d., ernsthaft angefressen (Alexandra Neldel) - via &lt;a href="http://www.stern.de/kultur/tv/acht-millionen-zuschauer-sehen-die-rache-der-wanderhure-neldels-hurenhit-schlaegt-alle-1793313-photoshow-f9377a2311a5fef7.html"&gt;stern.de&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;/div&gt;So lange so ein Trash im vollen Bewusstseinkonsumiert wird, dass es sich um solchen handelt, gibt es keinProblem. Alles andere ist bequemster bildungsbürgerlicher Dünkel.Apropos: Mir sind durchaus schon hochmögende Philologen begegnet,die nach dem dritten Weinchen oder Bierchen ein wenig verschämt einräumten, ihren ganz persönlichen literarischen Giftschrank zuhaben, den sie mit Hingabe pflegen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Daher mag ich auch über dasAutorengespann der Romanvorlagen, das unter dem Pseudonym &lt;a href="http://www.iny-lorentz.de/"&gt;Iny Lorentz&lt;/a&gt;firmiert, nicht herumkritteln. Ich habe gelesen, die beiden seienAutodidakten und kämen aus der Fantasy-Szene. Also machen sieFantasy, zur Abwechslung auch mal vor historischer Kulisse. Außerdemhaben die beiden offenbar ein Rezept gefunden, süffigen Lesestoff zuverfassen, der sich bislang millionenfach verkauft hat. Habe ichnicht. Also neidlosen Respekt dafür, auch wenn ich mir nichtvorstellen kann, eines ihrer Bücher auch nur in die Hand zu nehmen,wenn es die einzig verfügbare Lektüre auf einer einsamen Inselwäre.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-hjwW0rw2s3s/T06aePlrhpI/AAAAAAAAAF0/Et73Upe6YYI/s1600/wanderhure_3.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="368" src="http://1.bp.blogspot.com/-hjwW0rw2s3s/T06aePlrhpI/AAAAAAAAAF0/Et73Upe6YYI/s400/wanderhure_3.jpg" width="551" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Darth Vader im 15. Jh.? Der Inquisitor (Julian Weigend) - via &lt;a href="http://www.stern.de/kultur/tv/acht-millionen-zuschauer-sehen-die-rache-der-wanderhure-neldels-hurenhit-schlaegt-alle-1793313-photoshow-a68f6af36791290c.html"&gt;stern.de&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ähnliches mag für die beteiligtenSchauspieler gelten. Ich kenne kaum Schauspieler persönlich, weißaber von Orchestermusikern, dass in deren Kreisen sehr feinunterschieden wird zwischen künstlerischen Herzensangelegenheiten,routiniertem Brötchenerwerb und lustvoll hingebrettertem Kitsch.Schauspielern wird es ähnlich gehen. Wenn das 'Wanderhuren'-Ensemblebeim Drehen vor allem mal seinen Spaß hatte, beim Schwertschwingenund Chargieren dem Affen ordentlich Zucker gegeben und nicht gemeinthat, Gott weiß wie große Kunst zu machen, geht auch das in Ordnung.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und noch eines muss lobend erwähntwerden: Die Hauptdarstellerin. Abgesehen davon, dass ZuckerschnuteAlexandra Neldel nett anzuschauen ist, scheint sie auch eine ehrliche Haut zu sein. Als sie vorletztes Jahr, beim Erscheinen desersten Teils, gefragt wurde, wie sie sich denn vorbereitet hätte,&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,721073,00.html"&gt;meinte sie&lt;/a&gt; locker, sie habe sich das Hörbuch des Romans angetan und sich ansonsten ein paarInternetseiten angesehen. Diese Herangehensweise istsympathisch, weil sie offenbart, dass Frau Neldel ziemlich genauverstanden hat, wie viel an historischem Wissen fürdiese Rolle wirklich nötig ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wem das oberflächlich erscheint, mögesich nur einen Moment lang das Grauen vorstellen, das über uns allegekommen wäre, wenn dieser Part zum Beispiel der ehemaligenKartoffelkönigin und jetzigen Millionario-Schnalle Veronica Ferresin die Hände gefallen wäre. Wochenlang hätten wir Interviews undFeatures erdulden müssen, in denen Frau Ferres sich über ihremonatelange Vorbereitung auf die Rolle ausgebreitet hätte. Wie vieleBücher sie gewälzt hätte, wie sehr sie sich zu einhundert Prozentemotional da hineingegeben hätte, wie oft sie beim Dreh weinendzusammen gebrochen wäre, weil die Gefühle sie übermannt hättenund welch ein Bedürfnis es ihr sei, der Welt mitzuteilen, welchstarke Frauen es schon im Mittelalter gegeben hätte. Brrr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-GvDWVjUFZ_8/T06cYHn6_1I/AAAAAAAAAF8/cA-ZP9y0xDA/s1600/wanderhure_9.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="368" src="http://4.bp.blogspot.com/-GvDWVjUFZ_8/T06cYHn6_1I/AAAAAAAAAF8/cA-ZP9y0xDA/s320/wanderhure_9.jpg" width="551" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Römer? Germanen? Wikinger? Mittelalter? Egal, Hauptsache Happy End - via &lt;a href="http://www.stern.de/kultur/tv/acht-millionen-zuschauer-sehen-die-rache-der-wanderhure-neldels-hurenhit-schlaegt-alle-1793313-photoshow-a7d45b673cfbafe1.html"&gt;stern.de&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Eines aber muss nun zur Freude derKulturpessimisten doch empfindlich gerügt werden: Der ebensoreißerische wie unbeholfene Name, der in schönster Tradition&lt;a href="http://mbaumer.de/2009/dumme-deutsche-filmtitel/"&gt;kreuzdoofer deutscher Filmtitel&lt;/a&gt; steht. Man soll amerikanischeProduktionsfirmen nicht unnötig in den Himmel loben, aber wäre daseine amerikanische Produktion, dann hätte man sich mit Sicherheit was richtig Cooles einfallen lassen. Etwa: Zudüster-dräuender Musik arbeitet sich vor nachtschwarzem Hintergrund wahlweise in bluttriefdender roter oder schmiedeeiserner Schrift das Wort 'WHORE' langsam nach vorn.Irgendwas Lakonisches in der Art ohne ein Wort zu viel auf jeden Fall.Und vor allem nichts, bei dem man andauernd an 'Wanderdüne' denkenmüsste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-6036241491264373508?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/6036241491264373508/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/03/wanderhure-rachend.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6036241491264373508'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6036241491264373508'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/03/wanderhure-rachend.html' title='Wanderhure, rächend'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-GqIZMUeaUMw/T06hztCIgWI/AAAAAAAAAGM/RCE4xZlddZ8/s72-c/wanderhure_4.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4199694707396006135</id><published>2012-02-29T15:05:00.002+01:00</published><updated>2012-03-01T09:16:02.826+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Oops, Götz did it again...</title><content type='html'>&lt;br /&gt;Wieder einmal hat Götz Aly, seit etlichen Jahren Posterboyder Neocons, seit ein paar Monaten auch Kolumnist der &lt;i&gt;Frankfurter Rundschau&lt;/i&gt;,eine &lt;a href="http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-klarsfeld-und-kanzler-kiesinger,1472602,11718830.html"&gt;Probe seiner Kunst&lt;/a&gt; gegeben, seine und unser aller schandbare68er-Vergangenheit zu exorzieren. Als gelte es, dem Vorurteil, dass Bekehrteimmer die Schlimmsten sind, frische Nahrung zu verschaffen, rechnet er diesmalmit Beate Klarsfeld ab. Die hat 1968 bekanntlich dem damaligen Kanzler KurtGeorg Kiesinger aufgrund dessen NS-Vergangenheit medienwirksam eine verpasst.&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Weil Aly aber zum Glück nicht nur Historiker ist, sondern offenbar auch ein brillanter Psychologe, hat er in diesem Fall gleich eineDiagnose bereit: Klarsfelds Ohrfeige sei ein „Dokument verzweifelterSchuldabwehr gewesen“, da sie und ihre GesinnungsgenossInnen sich in dieIdentifikation mit den Opfern geflüchtet hätten. Weil die Kinder der Täternicht in der Lage gewesen seien, den „innerfamiliären Nebel“, wo man halt nichtdarüber redete, was Papa im Krieg gemacht hat, zu durchbrechen, habe man sichmit symbolischen Aktionen wie dieser beholfen. &lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;In all seiner Weisheit habe Kiesinger, so Aly, natürlichgenau gewusst, wo die Glocken hingen. Daher auch seine würdige, großväterlicheReaktion:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Die jungen, aufgeregten Deutschen, so sagte er währendeiner Besprechung im Kanzleramt, versuchten „aus ihrer Geschichte zu fliehen“,sich nicht als Deutsche, sondern als Europäer oder Internationalisten zuverstehen. Kiesinger bezeichnete das als „merkwürdige Illusion“ – und behieltrecht.“ (Aly, a.a.O.)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Die Erkenntnis, der olleKiesinger habe damals schon das Scheitern des Euro vorausgeahnt, ist natürlich sensationell! Aber Spaß beiseite, verstehe ichdas richtig? Wenn ich das richtig verstehe, dann heißt das mit anderen Worten:Ihr könnt machen, was ihr wollt, ihr werdet dem Dreck, den wir am steckenhaben, nicht entfliehen. Denn ihr seid Deutsche wie wir und damit sind wirSchicksalsgemeinschaft. Wagt es nicht, euch in spinnerte Ideen wie Internationalismus zu flüchten. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Ich habe ehrlich versucht, das sprachliche undintellektuelle Wirrwarr, das Aly da wieder anrichtet, inhaltlich zubewältigen. Ich habe mich wirklich bemüht. Und ich will auch nichtausschließen, dass es eventuell an mir liegt, wenn ich immer noch ein paarFragen habe.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Ich kann so weit folgen, dass Aly offenbar der Ansicht ist,die Achtundsechziger hätten mal lieber schön in ihren eigenen Familien fürAufarbeitung sorgen sollen, anstatt sich zu erfrechen,statt dessen stellvertretend die Eliten abzuwatschen. Denn das sei, wenn ich das richtigverstehe, eine Art Kompensationsreaktion gewesen für die eigenen Schuldgefühle, diedie Klarsfeld-Generation gehabt habe, weil sie es nicht hinbekommen habe, deneigenen Daddys zu Hause ein Statement zu entlocken darüber, was sie damals so angestellt hätten. Puh, interessanter Ansatz, das! Kann man so sehen. Muss manaber nicht zwingend.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Womit ich nun wirklich nicht mehr klarkomme: Welche Schuldgenau hat Frau Klarsfeld da, stellvertretend für ihre ganze Generation,angeblich abgewehrt? Um sich selbst schuldig gemacht zu haben vonDreiunddreißigbisfünfundvierzig, dafür ist sie (Baujahr 1939) ein wenig zujung, will mir scheinen. Also, welche Schuld hätte sie unterlassen sollen,abzuwehren? Die der Generation Kiesingers?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Womit ich weiterhin nicht klarkomme: Inwieweit ist es eineFlucht aus der Geschichte, wenn eine Generation ihre Vorgängergeneration mit deren Verfehlungen offen konfrontiert?Man kann über die Wahl der Mittel natürlich trefflich streiten, aber, wenn es geheißenhätte: Ach, Herr Bundeskanzler, sie konnten das, was da im Nachhinein alles anSchlimmem herausgekommen ist über die bösen Nazis ja unmöglich überblickendamals. Was geschehen ist, ist schlimmschlimmschlimm, aber machen wir einenSchlussstrich und reden nicht mehr darüber, ja? Wäre das nicht viel eher eineFlucht aus der Geschichte gewesen?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Und genau gegen dieses lauwarme Herauswinden der Eliten undsolche Vereinnahmungsversuche der Mitläufer haben sich Klarsfeld und ihreMitstreiter damals so vehement gewehrt. Obwohl mein neuer Lieblingskolumnistqua Profession eigentlich wissen müsste, dass es dem Wirken Serge und BeateKlarsfelds bei weitem nicht gerecht wird, es auf diese eine Ohrlasche zureduzieren: Die selige Naivität, in der er sich an Old Silverlock ranschmust,die nachfolgende Generation mal eben mit ins Boot nimmt für die Verbrechen ihrerVäter und die uninformierte Dreistigkeit, mit der er ihnen jedes Recht abspricht,von der Tätergeneration Rechenschaft zu fordern, ist schon verblüffend. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Aber für verblüffende Einsichten sind Kolumnen schließlichda, heißt es.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4199694707396006135?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4199694707396006135/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/oops-gotz-did-it-again.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4199694707396006135'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4199694707396006135'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/oops-gotz-did-it-again.html' title='Oops, Götz did it again...'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8259282465863268551</id><published>2012-02-27T08:41:00.000+01:00</published><updated>2012-02-27T10:13:29.110+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sport'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Noch eine Wahrheit über den 23. Spieltag</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenns mal nicht so läuft in der Firma, derSchule oder auch der Familie, dann fragt das schlichte Gemüt nichtetwa, was falsch gelaufen ist und was anders laufen müsste, sondern verlangt gern nach Strenge, Disziplin und Härte. Mikrokosmisch lässtsich so was oft an Fußballvereinen und ihren Trainern beobachten. Inder Bundesliga vor allem an Felix Magath. Der Kampfgnubbel war Anfangder Achtziger mal ein solider Verteidiger beim HSV und spieltezeitweise auch in der Nationalmannschaft. Daran lässt sich ermessen,wie groß die Personalnot gewesen sein muss, damals in der dämmerndenÄra Derwall. Nach seiner aktiven Zeit wurde er 1997 Trainer beimHSV. Seitdem tingelt er als heilbringender Messias der Härte durch dieLiga und richtet einen Verein nach dem anderen zugrunde. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es ist immer dasselbe: Manbemerkt, dass es seit einiger Zeit holpert und man sich derAbstiegszone nähert. Also beginnt man, über einen Trainerwechselnachzudenken. Denn neue Besen kehren gut und der Trainer ist zudemdie Person, die sich am leichtesten austauschen lässt. Spieler undManager haben meist Verträge, die sich nur unter erheblichenfinanziellen Aufwendungen vorzeitig lösen lassen und das Präsidiumist gewählt. Also der Trainer. Und genau auf solche Vereine insolcher Situation hat Magath sich spezialisiert. Er und seineMitarbeiter fallen dann, Unternehmensberatungen gleich, bei ihnenein, machen einen auf Erlöser und versprechen schnelle Erfolge nebstBlut, Schweiß und Tränen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Magath hat sich über die Jahre einensoliden Ruf als verbiesterter Menschenschinder erarbeitet. Mit seinenberüchtigten Methoden soll er bislang noch jedes Trainingsgeländein einen Kasernenhof verwandelt haben, was ihm den Spitznamen &lt;i&gt;Quälix&lt;/i&gt; eingebracht hat. Dem Zentralorgan der schlichten Gemüter gefällt sowas natürlich und es sekundiert gern: Gib's ihnen härter, Quälix!Zeig den verwöhnten Jungmillionären, wo der Bartel denMoscht holt. Qualität kommt von Qual, harr, harr! &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zwar hat Magath in der Tat einigestaunenswerte Erfolge als Trainer vorzuweisen (2003 Vizemeister mitdem VfB Stuttgart, 2005 und 2006 Meister und Pokalsieger mit dem FCBayern, 2009 sogar Meister mit dem VfL Wolfsburg), aber seineEngagements waren immer nur von kurzer Dauer. Die von ihm betreutenVereine pflegt er im Schnitt nach zwei Jahren des Höhenfluges alsqualmende Trümmerhaufen zu hinterlassen. Damit ist er ein perfektesAbbild unserer modernen Coaching- und Beraterkultur. Unter den reisenden Profibesserwissern sind gewiss einige Seriöse, die meistenhingegen entpuppen sich häufig als moderne Inkarnationen von DoktorEisenbarth. Sie fügen Schmerzen zu, stellen dicke Rechnungen aus für halbgareWunderrezepte mit niedriger Halbwertszeit und sind dann mal weg.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich bedarf es immenserAnstrengungen vieler Menschen, um im Profifußball dauerhaft ganzoben mitzuspielen. Auch das Training bei einem charismatischenKumpeltypen wie Jürgen Klopp ist mit Sicherheit kein Kindergarten.Aber Leute wie Klopp scheinen ein paar Dinge begriffen zu haben: Wenn die Spielerkeinen Sinn in dem sehen, was sie tun und nicht zumindest zeitweiseihren Spaß an der Sache haben, dann nützt auch preußischer Drillnichts, im Gegenteil. Und: Nur langfristige, geduldige Aufbauarbeitbringt auch dauerhaft Erfolg. Dass er sich damit bei weitem mehr aufder Höhe der Zeit bewegt als die Peitschenschwinger alter Schule,die ihre aufgerüschten Antiquitäten als der Weisheit letztenSchluss verhökern, ficht leichtgläubige, vom Ressentiment gelenkte Disziplinfetischisten abermeist nicht an. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als Ruhrgebietler muss man sich inpuncto Fußball entscheiden. Ich gehöre seit Jahrzehnten zu derFraktion, die es mit dem Schwarzgelben aus Lüdenscheid-Nordhält. Als Magath bei den Blauweißen das Ruder übernahm, hätte ichalso schadenfroh sein müssen. War ich auch. Doch zu meinerÜberraschung empfand ich dazu eine Prise Mitleid. Zu seinerInthronisation begehrte der Kontrollfreak, nicht nur Cheftrainer,sondern auch im Vereinsvorstand zu sitzen. Seine Gehaltsforderungenlösten im finanziell maladen Gelsenkirchen ernsthafte Bedenken aus,ob das den Bürgern, denen ein Schwimmbad, eine Stadtbücherei undein Spielplatz nach dem anderen geschlossen wurde, noch vermittelbarsei. Als man sich dann in Herne-West entschloss, den scharlatanischenMehr leisten!-Fetischisten nach weniger als zwei Jahren wieder vor dieTür zu setzen, da, muss ich gestehen, ertappte ich mich dabei, denErzrivalen und Nachbarn im Stillen zu gratulieren. Einen Magathwünscht man selbst seinen ärgsten Feinden nicht.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nach seinem Rauswurf bei den Blauweißennahm man ihn in Wolfsburg erneut in Gnaden auf. Man kann dasverstehen, so ein Meistertitel prägt eben. Doch nachdem der Golfcluban diesem Samstag mit einem 1:2 gegen Hoffenheim die fünfteNiederlage in Folge kassiert hat, beginnt man hoffentlich auch dort,sich langsam zu besinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8259282465863268551?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8259282465863268551/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/noch-eine-wahrheit-uber-den-23-spieltag.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8259282465863268551'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8259282465863268551'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/noch-eine-wahrheit-uber-den-23-spieltag.html' title='Noch eine Wahrheit über den 23. Spieltag'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5188690435346349115</id><published>2012-02-26T16:07:00.002+01:00</published><updated>2012-02-26T20:14:46.150+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Fake!</title><content type='html'>Zur Klarstellung für alle, die sich eventuell nicht sicher waren: Die vorgestern erschienene &lt;a href="http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/letzte-meldung-gedenkminute-kostet.html"&gt;Meldung&lt;/a&gt; über die Reaktion des BDI auf die Schweigeminute gegen Rechts war ein Fake. Weder hat der BDI so etwas verlauten lassen, noch existiert meines Wissens ein Funktionär, der auf den Namen Dr. Kurt Rochen hört. Entschuldigung an alle, die das für bare Münze genommen haben und sich jetzt möglicherweise ein wenig vereimert vorkommen mögen.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Sache war nur ein kleiner Versuchsballon, doch: Was sagt uns das? Entweder, dass ich kein sonderlich begabter Satiriker bin oder es zeigt, wie wenig Phantasie es noch braucht, so eine Meldung für echt zu halten. Oder beides. Das möge jeder für sich entscheiden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5188690435346349115?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5188690435346349115/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/fake.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5188690435346349115'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5188690435346349115'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/fake.html' title='Fake!'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-774639963368839744</id><published>2012-02-24T08:21:00.000+01:00</published><updated>2012-02-27T10:36:01.394+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Letzte Meldung: Gedenkminute kostet Arbeitsplätze</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;BERLIN (eig. Bericht). Die gestrige &lt;a href="http://www.dgb.de/presse/++co++5e1b751c-5236-11e1-4132-00188b4dc422"&gt;Gedenkminute&lt;/a&gt; für Opfer rechter Gewalt, zu der DGB und BDA aufgerufen hatten, ist aus Sicht der Wirtschaft problematisch. BDI-Funktionär Dr. Kurt Rochen erklärte, solche Arbeitsausfälle gefährdeten die &lt;i&gt;Wettbewerbsfähigkeit Der Deutschen Wirtschaft&lt;/i&gt; &lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;TM&lt;/span&gt; im &lt;i&gt;Globalen Wettbewerb&lt;/i&gt; &lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;TM&lt;/span&gt; erheblich. „Der Schaden, der den deutschen Unternehmen durch diese Aktion entstanden ist, lässt sich noch nicht genau beziffern.“, so Rochen. „Auch ein Verlust von Arbeitsplätzen ist nicht auszuschließen.“&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Rechtsanwalt und Arbeitsrechtsexperte Wulf Eigelt meint, Gedenkminuten gehörten nicht zur Arbeitszeit und seien daher als Freizeit anzusehen. Eine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung sei daher rechtens. Anders liege der Fall, wenn die Arbeitszeit erfasst würde und man sich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf eine entsprechende Regelung geeinigt habe. Diejenigen, die an der Gedenkminute teilnehmen, müssten dann, ähnlich wie bei einer Raucherpause, vorher ausstempeln.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-774639963368839744?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/774639963368839744/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/letzte-meldung-gedenkminute-kostet.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/774639963368839744'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/774639963368839744'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/letzte-meldung-gedenkminute-kostet.html' title='Letzte Meldung: Gedenkminute kostet Arbeitsplätze'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-1986544069488195235</id><published>2012-02-23T12:05:00.000+01:00</published><updated>2012-02-23T12:23:12.898+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Iiim Gleichschritt bitte!</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Man kommt ja gar nicht mehr heraus aus der Berichterstattungum Wahl und Amt des Bundespräsidenten. In den letzten Tagen empört man sichvielerorts, dass gerade die Netzgemeinde so rosinenpickerisch auf dem armen,missverstandenen Herrn Gauck herumhacke.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Abgesehen davon, dass die pauschale Bezeichnung &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816601,00.html"&gt;‚die Netzgemeinde’&lt;/a&gt; eine ziemliche &lt;a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2012/02/es-gibt-keine-netzgemeinde.html"&gt;Frechheit ist&lt;/a&gt;, gehört es in der Tat zu den unangenehmenBegleiterscheinungen des digital beschleunigten Informationsaustausches, dassNeuigkeiten, Meinungen, Gerüchte und Gedankenschnipsel sich mit atemberaubendemTempo ungefiltert zu verbreiten pflegen. Natürlich waren viele der dort ventiliertenSoforturteile über Äußerungen, die Joachim Gauck in den vergangenen Jahren malgemacht hat bzw. haben soll, oberflächlich und eine Menge Blödsinn war dabei.Aber das ändert sich im Augenblick und weicht längst einer differenzierterenBetrachtung. Dass das Unbehagen am Kandidaten auch Ursachen haben könnte, dienicht allein in dessen politischen Überzeugungen liegen, kommt leider ein wenigzu kurz. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Gauck wird auf den Schild gehoben von einerQuasi-Allparteienkoaltition, bei der nur die Linke nicht mitmacht. Wenn es nocheines Beweises bedurft hätte, wie wenig sich SPD und Grüne von ihremneoliberalen Turn der Schröder-Ära wegbewegt haben, muss sich nur ansehen,welche Begeisterung für den Pfarrer die Parteigranden an den Tag legten.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Das Missverhältnis zwischen den Mehrheiten innerhalbder politischen Klasse und denen in derBevölkerung war selten besser zu sehen. Emnid hatte am Sonntag, vor seiner Nominierung die von BILD&amp;nbsp; verwendeten &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-wulff-ruecktritt-gauck-ist-volkes-liebling/6229268.html"&gt;54 Prozent&lt;/a&gt; für Gauck ermittelt. In anderen &lt;a href="http://politbarometer.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8480055,00.html"&gt;Umfragen&lt;/a&gt;, die lediglich Fragen, ob man Gauck (ohne Alternative) als Bundespräsident gut fände, sind es im Schnitt Zustimmungsraten um die50-70 Prozent. Selbst wenn man von jener MDR-Umfrage absieht, die aus dem Netzgenommen wurde, nachdem zeitweise 77 Prozent der Teilnehmenden sich gegen Gauckausgesprochen hatten, sieht, bei aller gebotenen Vorsicht in Bezug auf dieAussagekraft solcher Erhebungen, überwältigende Begeisterung anders aus.Vor allem, wenn man dann noch bedenkt, dass Gauck quasi alternativlos ist, dieBefragten also nicht einmal eine echte Wahl haben.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="margin-left: auto; margin-right: auto; text-align: center;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-X4RRqz1f-Fo/T0YckqviERI/AAAAAAAAAFk/GaHHEnCTbYo/s1600/jung-umfrage-gauck-mdr-gelocc88scht.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://4.bp.blogspot.com/-X4RRqz1f-Fo/T0YckqviERI/AAAAAAAAAFk/GaHHEnCTbYo/s1600/jung-umfrage-gauck-mdr-gelocc88scht.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Alles Manipulation! Der Bundespräsident der Herzen (via &lt;a href="http://jacobjung.wordpress.com/2012/02/22/der-gauck-die-netzgemeinde-und-die-anderen/"&gt;Jacob Jung Blog&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;Vor diesem Hintergrund von einem 'Präsidenten der Herzen' zufaseln, und jeden als Miesmacher zu diffamieren, der es wagt, dem Kandidaten,dem Einzigen, einige seiner teilweise diskutablen Aussagen unter die Nase zuhalten, dafür die Bezeichnung 'Journalismus' zu verwenden, ist schon dreist. Propagandawäre der passendere Ausdruck für solche Forderungen nach Gleichschritt. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Dazu passt der patzige Ton, in dem Diskussionen über eineMitsprache der Bevölkerung abgewürgt werden. Hindenburg, heißt es dann, seischließlich auch direkt vom Volk gewählt worden, eine Volkswahl also keineGarantie, dass immer die beste Wahl getroffen würde. Ja und? Ist es deswegeneine Garantie, den bestmöglichen Kandidaten zu finden, wenn er im Hinterzimmerunter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgekungelt wird, so wie wir es amWochenende erleben mussten? Wo wir übrigens gerade beim Thema Historischessind: Ein gewisser Adolf H. hat es meines Wissens in einer repräsentativenDemokratie zum Reichskanzler gebracht. Nur am Rande.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Bei der Linken plant man, Beate Klarsfeld alsGegenkandidatin aufzustellen. Ansinnen und Kandidatin sind gleichermaßenrespektabel. Weil es aber eigentlich egal ist, wer gegen Gauck antritt, ist sieeine reine Zählkandidatin. Fallobst pflegt man solche Gegner beim Boxen zunennen. Oder höflicher: Aufbaugegner. Die für den 18. März anberaumteVeranstaltung wird so oder so eine reine Akklamationszeremonie. EineGegenkandidatin würde ihr lediglich den Firnis einer Wahl verleihen. Bei allemRespekt vor Frau Klarsfeld wäre es wohl konsequenter, man böte niemanden aufund enthielte sich geschlossen der Stimme.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Man kann es auch anders sehen, denn eine solcheKonstellation ist in der Geschichte der Bundesrepublik nichts Neues. 1984 wurdeRichard von Weizsäcker (CDU) von der Bundesversammlung mit über 80 Prozent derStimmen gewählt. Die von den Grünen nominierte Luise Rinser kam auf 6,5Prozent. Viele waren damals fest davon überzeugt, dass es sich bei Grünen um eine langhaarigeSpinnertruppe handele, die sich in wenigen Jahren von selbst erledigt haben würde. So kann man sich täuschen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-1986544069488195235?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/1986544069488195235/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/iiim-gleichschritt-bitte.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1986544069488195235'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1986544069488195235'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/iiim-gleichschritt-bitte.html' title='Iiim Gleichschritt bitte!'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-X4RRqz1f-Fo/T0YckqviERI/AAAAAAAAAFk/GaHHEnCTbYo/s72-c/jung-umfrage-gauck-mdr-gelocc88scht.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5343292251428242604</id><published>2012-02-20T15:21:00.002+01:00</published><updated>2012-02-20T15:36:38.998+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Zwei abschließende Gedanken zu Wulff</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Eins&lt;/i&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Journalismus, so höre ich alsUnbeteiligter nicht selten, sei ein hartes Geschäft. Tausende freierSchreiber in diesem Land prügeln sich mit immer mehr Konkurrenten umimmer schlechter dotierte Aufträge, sodass sie trotz immer mehrArbeit am Ende des Monats oft nicht wissen, wo das Geld für dieMiete herkommen soll. So viel zum einen Ende der Fahnenstange. Werjedoch am anderen Ende sitzt, es zum gut dotierten Redakteur,Chefredakteur oder Herausgeber eines großen, überregionalen Mediumsgebracht hat, genießt neben immer noch sattem Einkommen eine Reihevon Privilegien, von denen der größte Teil der Arbeitnehmer indiesem Land nicht einmal träumen kann.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ein Presseausweis, heißt es, sei Goldwert. Wer ihn einmal hat, kann in der Regel das Wort 'Eintrittzahlen' aus seinem aktiven Wortschatz streichen. Außerdem gibt esüberall Pressemappen, kleine Aufmerksamkeiten (neudeutsch &lt;i&gt;Giveaways&lt;/i&gt;genannt), vielleicht einen Happen zu essen und etwas zu trinken. Invielen Fällen ist das alles weit weniger luxuriös als es sichanhört. Für viele der oben erwähnten Kleinschreiber undEinmann-/-frauunternehmen mit mageren Umsätzen mag das auchüberlebenswichtig sein, weil ihre Aufwendungen sonst die Honorareauffressen würden. Den Großkopferten der Branche eröffnet dasdagegen, so sie es möchten, ein Saus- und Brausleben, in dem sienirgends für irgendetwas zahlen müssen (dass es nicht alle tun,steht auf einem anderen Blatt). Die potenziellen Opfer ihrerTätigkeit machen das mit, manchmal zähneknirschend, weil siegelernt haben, dass es besser ist, sich mit den Damen und Herren vonden Medien gut zu stellen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nebenbei bemerkt, dürfte es auch inden Spitzenetagen der Wirtschaft nicht wenige geben, die ab einergewissen Gehaltsstufe das Ansinnen, Essen, Autos, Reisen undÜbernachtungen gefälligst aus eigener Tasche zu bezahlen, alsschwere Provokation empfinden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die eintrittsgeldbrefreitenSpesenritter und Arbeitsesser aber waren es, die Wulff in den letztenMonaten jede einzelne Übernachtung außerhalb der eigenen vier Wändekleinlichst vorgerechnet haben. Das verleiht ihrer Empörung überWulffs Gratis-Lebensstil etwas Scheinheiliges. Jetzt, nach demüberfälligen Rücktritt, patscht man sich kollektiv auf dieSchultern, wie großartig die Presse in diesem Land ihre Rolle alsvierte Gewalt erfüllt hätte. „Fast alles richtig gemacht“, tönt&lt;a href="http://www.fr-online.de/bundespraesident--gauck-folgt-wulff/ruecktritt-von-wulff--wulff-ist-selbst-schuld-,11460760,11666732.html"&gt;Ulrike Simon&lt;/a&gt; in der &lt;i&gt;Berliner Rundschau&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bitte mich nicht falsch zu verstehen:Wulff ist weder ein Heiliger noch eine verfolgte Unschuld. DieKungeleien des niedersächsischen Präsidentendarstellers waren undsind aller Kritik würdig und sein Rücktritt war unausweichlich. Vorallem, wenn man bedenkt, dass viele andere aus weit nichtigeremAnlass zurückgetreten sind. Aber das müffelnde Selbstlob derJournaille ist verdächtig. Kaum vorstellbar, dass Wulffshannöversche Verstrickungen schon lange vor seinem Amtsantritt alsBundespräsident in gut informierten Kreisen nicht wenigstensteilweise bekannt waren. Es war aber nichts zu hören davon. Erst alsKai Diekmann im November den Startschuss gab, hefteten sich alle anSpringers Fersen und hüpften eiligst auf den Zug.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Christian Wulff ist nicht allein überseine 'Verfehlungen' - man beachte den moraltheologisch gefärbtenTonfall - gestürzt, sondern auch über seinen überausungeschickten, geradezu jämmerlichen Umgang damit. Es ist zwarmüßig, aber ein interessantes Gedankenspiel, sich die Frage zustellen, ob er auch dann hätte zurücktreten müssen, wenn er mitden gegen ihn  erhobenen Vorwürfen anders umgegangen wäre:Souverän, ernsthaft, offen, mit richtigem Timing und immer mitbreiter Zustimmung, wenn nicht Sympathie der Öffentlichkeit imRücken. Vermutlich schon, denn spätestens mit dem Antrag derStaatsanwaltschaft, seine Immunität aufzuheben, wäre es in jedemFall eng geworden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Fast die gesamte deutsche Presse hatsich von Springer bei der Beseitigung Wulffs und der Installationihres Wunschkandidaten Gauck willig vor den Karren spannen lassen.Jene Presse, die sonst gern der herrschenden Ideologie das Wort redetanstatt sie infrage zu stellen, schrieb eifrig den vergleichsweiseunmächtigen Wulff aus dem Amt und konnte sich so der eigenen Machtund Herrlichkeit versichern. Interessant ist oft der Blick des deutschsprachigen Auslands. Jürg Dedial schreibt heute in der &lt;a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/zur_strecke_gebracht_1.15125869.html"&gt;NZZ&lt;/a&gt;:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;"Und vielleicht könnten jetzt die Moralbuddhas der Medien nach geschlagener Schlacht auch einmal mit ähnlichem Drang darlegen, wie sie sich selbst vom Lockstoff all der Verlockungen und Verführungen betören lassen, denen sie als Journalisten nur allzu oft unterliegen – von Einladungen der tollsten Sorte, Reisen und Rabatten in einem Ausmass, das bei fast allen andern Erwerbszweigen die Schamröte hochtriebe. Wer derart exponiert im Glashaus der Tugend sitzt, sollte sehr vorsichtig mit Anschuldigungen umgehen. Eigenartig, wie viele Augen da plötzlich blind sind."&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Zwei&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die &lt;a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2012/02/wulff-und-der-ehrensold.html"&gt;Mini-Debatte&lt;/a&gt; über dieFrage, ob Christian Wulff seine Bezüge ('Ehrensold') weiterhinerhalten soll, ist erbärmlich. Für den Fall, dass die Bezüge ihmtatsächlich verweigert werden sollten, steht sicher nicht zubefürchten, dass er und seine Familie in zwei Jahren beim Jobcenterauf der Matte stehen und Hartz IV werden beantragen müssen.Vermutlich werden sich nicht alle seiner alten Freunde von ihmabwenden und irgendein nettes Pöstchen als Frühstücksdirektor vonirgendwas wird sich finden. Aber allein die Art, wie diskutiert wird,zeigt die ganze Verpieftheit, Spießbürgerlichkeit und Missgunstdieses Landes, in dem man so gern was von UNSEREN Steuergeldernkrakeelt. Der unbedingte Wille, dem, den die Glamour- undKlatschmagazine noch vor einem halben Jahr gefeiert haben, dieAltersbezüge unter dem Hintern wegzuziehen, nimmt langsam Formeneines Exorzismus an.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenn Wulff seinen Ehrensold bekommt,dann deswegen, weil dies gesetzlich so vorgesehen ist und er damitnichts unrechtes tut. Dass nun ausgerechnet Walter Scheel, der ineinem früheren Leben ohne eigenes Zutun in der NSDAP gelandet seinwill, der der bislang mit weitem Abstand teuerste Bundespräsidenti.R. ist, und der das amateurhafte Schmettern eines Volksliedes imFernsehen als nachhaltigsten Eindruck seiner aktiven Zeithinterlassen hat, sich aufspielt als moralische Instanz („Ichhoffe, er ist klug genug, zu verzichten“ - was für ein Satz!), dashat schon eine gewisse Pikanterie.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5343292251428242604?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5343292251428242604/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/zwei-abschlieende-gedanken-zu-wulff.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5343292251428242604'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5343292251428242604'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/zwei-abschlieende-gedanken-zu-wulff.html' title='Zwei abschließende Gedanken zu Wulff'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2021141979710401577</id><published>2012-02-19T16:48:00.000+01:00</published><updated>2012-02-20T02:06:07.867+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Super-Gauck in Lauerstellung</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es kommt eher selten vor, dass ich mitder für mich zuständigen Bundeskanzlerin einer Meinung bin. Daherwollen wir diesen Tag zünftig begehen. Angela Merkel ist nämlichmit mir der Meinung, dass Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidentenungeeignet ist. Er soll gern weiter durch die Republik tingeln und,ganz ergriffen von sich, seine &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,816114,00.html"&gt;Vita verticken&lt;/a&gt;, so lange er Schloss Bellevuedabei nicht zu nahe kommt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Gaucks Nominierung durch SPD und Grüneim Sommer 2010 war vor allem ein parteipolitischer Winkelzug. Nachdem überraschenden Rücktritt Horst Köhlers knallte Merkel denOppositionsfraktionen, die angeboten hatte, sich an der Suche nacheinem geeigneten Kandidaten zu beteiligen, die Tür vor der Nase zu.Also zauberten sie den Pastek von Rostock aus dem Hut. Der genoss,parteipolitisch unverbraucht, in weiten Teilen der Bevölkerung hohesAnsehen. Gauck war beim Wahlvolk und beim Großteil der Medien, vorallem im Hause Springer, erklärter Favorit, während MerkelsKandidat Wulff eher mit höflichem Respekt betrachtet wurde.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Mit alledem lieferten SPD und Grüne2010 ein Lehrbuchbeispiel ab dafür, wie man einen politischen Gegnervor sich hertreibt. Damit hätte es auch gut sein müssen. Im Lichteder Äußerungen, die seither zu verschiedenen Anlässen von Gauck zu hören waren, muss man rückblickend sagen: Schwein gehabt, dass er es nicht geworden ist! Umso unverständlicher, dassRotgrün jetzt erneut versucht, ihn auf den Schild zu heben. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Seine, vornehm ausgedrückt, diffuse&lt;a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-06/bundespraesident-gauck"&gt;politische Selbstverortung&lt;/a&gt; macht ihn für das politische Establishment unberechenbar. Er selbsthat sich einmal als „linken, liberalen Konservativen“ und„aufgeklärten Patrioten“ bezeichnet. Was irgendwie alles undnichts bedeutet. Man könnte auch sagen: Wer für alles offen ist,ist meistens nicht ganz dicht. So unklar seine politischenPositionen, so schlicht sind seine &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/10/veteranengeschwatz.html"&gt;Kernbotschaften&lt;/a&gt;. Sie lauten:Freiheit über alles. Wir hatten ja nichts. Ich weiß, was es heißt,in einer Diktatur zu leben. Weil die DDR nicht mehr ist, gibt es auchkeinen Grund mehr, sich irgendwie zu beschweren. Und: Ich war imWiderstand!&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Mehr und mehr erhärtet sich derVerdacht zur Gewissheit, dass Joachim Gaucks Wahrnehmung für politischeEntwicklungen im Jahr 1991 stehen geblieben ist. In welchem Maßesich zum Beispiel, ausgelöst durch die Bankenkrise 2008, seiteinigen Jahren vor unser aller Augen gerade Fundamentales abspielt,zentrale Fragen völlig neu gestellt werden, scheint er nicht einmalansatzweise zu durchschauen. Im Gegenteil. Vor allem mit seinen&lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,792098,00.html"&gt;Äußerungen&lt;/a&gt;, die er in diesem Zusammenhang getan hat, und seinerkritiklosen &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/joachim-gauck-antikommunist-von-gottes-gnaden/1853270.html"&gt;Bewunderung&lt;/a&gt; für die unselige 'Agenda 2010' erweist ersich als ein Verfechter des Prinzips: Spalten statt versöhnen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es gibt gewisse gesellschaftlicheGruppen, denen das nur Recht wäre. Weil sie am liebsten eine Artganzjährigen Knecht Ruprecht als Bundespräsidenten hätten,bekommen sie beim Gedanken an einen professionellen Prediger mitBerufserfahrung feuchte Hände. Einen eisernen &lt;a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3779"&gt;Zuchtmeister&lt;/a&gt; sehnensie sich herbei, der den kleinmütigen Deutschen den Marsch bläst,und zwar möglichst täglich. Das ist kein Masochismus, denn mit den kleinmütigen Deutschensind selbstverständlich immer die anderen gemeint. Los, Jockel,gib's den linken Occupy-Spinnern tüchtig! Erzähl' den ganzenArbeitslosen, was für faule Säcke sie sind! Fester, jaaa! Sag esihnen, trichtere ihnen ein, wie undankbar sie sind, dass sie in einemfreien Land leben dürfen. Und wo duschon dabei bist, prügele ihnen noch ein, dass der Sozialstaat immernoch viel zu aufgebläht ist und die falschen Anreize setzt! &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bei allem gebotenen Respekt vor GaucksLebensgeschichte: So etwas ist nicht Aufgabe eines Bundespräsidenten.Kaum auszudenken, was hätte passieren können, wenn 1968 nicht derbesonnene, tolerante Gustav Heinemann, sondern ein polarisierender,obrigkeitsstaatlicher Scharfmacher Präsident gewesen wäre. Es istlegitim, ein Lebensthema zu haben und sich den Rest seiner Tagedaran abzuarbeiten. Aber auch dafür ist Schloss Bellevue der falscheOrt und das Bundespräsidialamt die falsche Behörde. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das Dramolett um den Schnäppchenjägervon Großburgwedel hat zudem gezeigt, dass auch Eitelkeit eine Eigenschaft ist, die sich für einenBundespräsidenten als problematisch erweisen kann. Das pfauenhafte„Ich bin bereit!“, das Gauck seit letzter Woche dauernd verlautenlässt, lässt auch diesbezüglich nichts Gutes ahnen. Wer sich schonim Voraus zur Idealbesetzung aufplustert, verletzt damit nichtnur politischen Komment, sondern offenbart auch jenes bisschen zuwenig an Zurückhaltung, das sofort die Alarmglocken läuten lässt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die 'Bild am Sonntag' jedenfalls fichtso was nicht an und sie &lt;a href="http://www.bild.de/politik/inland/christian-wulff/54-prozent-wollen-gauck-suche-nach-praesident-geht-weiter-22718360.bild.html"&gt;mobilisiert&lt;/a&gt; schon wieder eifrig VolkesStimme. Beim Kauf meiner sonntäglichen Brötchen und Berliner - zur Feier des Tages, immerhin war ich mal mit Frau Merkel einer Meinung - sah ich beim Bäckerauf der Titelseite: 78 Prozent der Deutschen für Gauck und eineMehrheit dagegen, dass Wulff seine Bezüge weiter erhält. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es mag sein, dass die CDU Gauck alsKandidaten nur deswegen ablehnt, weil seine Nominierung einem Eingeständnisgleichkäme, 2010 einen schweren Fehler gemacht zu haben. Es kannaber auch sein, dass Merkel bewusst ist, wie brandgefährlich sojemand in unruhigen Zeiten wie diesen werden kann und sie deswegen einen Teufel tut.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2021141979710401577?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2021141979710401577/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/super-gauck-in-lauerstellung.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2021141979710401577'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2021141979710401577'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/super-gauck-in-lauerstellung.html' title='Super-Gauck in Lauerstellung'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-1143072365855524427</id><published>2012-02-17T14:53:00.001+01:00</published><updated>2012-02-17T18:08:59.866+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Essen'/><title type='text'>Veganer Fundamentalismus a'la PETA</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als die Rauchverbots-Debatte zeitweilighysterische Züge annahm, meinte ein Freund zu mir:„Ich habe bekanntlich nie in meinem Leben geraucht, aber wenn ichmir einige dieser Fanatiker so ansehe, dann bekomme ich große Lust, jetztdamit anzufangen.“ So ähnlich ergeht es mir mit den Kampagnen vonPETA.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Viele gute rationale Gründe sprechen in der Tat dafür,Fleischkonsum zumindest einzuschränken, wenn nicht gleich ganzeinzustellen. Und es ist diesbezüglich auch schon viel erreichtworden: Der Imperativ unserer Großeltern, dass gefälligst jeden TagFleisch zu essen sei, wird heute längst nicht mehr von allenvorbehaltlos unterschrieben, im Gegenteil. Das Vorurteil, Menschen,die kein Fleisch äßen, seien allesamt körnerfressende,mangelernährte Sonderlinge, hat sich glücklicherweise auchweitgehend erledigt. Man kann sogar sagen, dass Fleischverzicht ingewissen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten seit einigen Jahrendas angesagte Ding ist. Keine schlechte Entwicklung, alles in allem.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was aber PETA, das Politbüro desVeganismus veranstaltet, löst bei mir regelmäßig unbändigenAppetit auf Schweinshaxe und Steak aus, nur um diese selbstgerechte,kryptofaschistische Bande ein wenig zu ärgern. Was diese Leuteverlernt haben zu kapieren, ist, dass es immer noch so etwas wiefreien Willen gibt und dass Menschen in freien Gesellschaften ebenauch die Wahl haben, Dinge zu tun, die einem widerlich oderentsetzlich erscheinen. So lange nichts gesetzlich Verbotenesgeschieht, ist das zu tolerieren. Alles andere ist totalitär.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bei PETA hingegen hat man solcheSkrupel nicht. Vielmehr ist man der Ansicht, das hehre Ziel, dieTiere zu schützen und für das zu kämpfen, das sie Tierrechtenennen, rechtfertige jedwede Niedrigkeit gegenüber Menschen.Zugleich suggeriert diese Truppe in jeder ihrer Kampagnen: Der Menschfängt beim Vegetarier an und erreicht seine höchste Stufe imVeganertum. Deshalb sind Veganer sexy, haben überhaupt besseren Sexund sind auch sonst bessere Menschen. Umgekehrt sind Menschen, diesich dem verweigern, als niedrigere Seinsformen anzusehen und dürfenentsprechend behandelt werden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wie weit dieses Bewusstseinmittlerweile gediehen ist, mag dieser Spot aus der neuestenPETA-Kampagne illustrieren:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://3.gvt0.com/vi/m0vQOnHW0Kc/0.jpg" height="405" width="540"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/m0vQOnHW0Kc&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="540" height="405"  src="http://www.youtube.com/v/m0vQOnHW0Kc&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenn ich so was sehe, dann bleibt esnicht mehr bei plötzlichem Appetit auf Fleischernes, sondern ich ertappe michdabei, Lust zu bekommen, einen Sack voll niedlicher Kätzchen imnächsten Mühlteich zu ertränken. Und einen Pelzmantel dazu zutragen. Während ich einen Bigmac esse.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Abgesehen davon, dass es ein Zeichenmangelnder Reife ist, das Bedürfnis zu haben, sichnotfalls auf Kosten anderer besser zu fühlen und sich andauernd einen runter zu holen auf das eigeneBessermenschsein: Was soll das? Waswollen die mir sagen? Wollen die mir sagen, dass ich nach erfolgtemUmstieg auf vegane Ernährung, vulgo: nach meiner Erleuchtung, dieLiebste in einer Tour halbtot vögele und die Schlafzimmerwand zuFeinstaub? Soll das ein erstrebenswerter Zustand sein? Fragen überFragen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eine niedliche kleine Bauchreligionnannte Julia Seeliger die vegane Sektiererei einmal. Und von Gilbert K.Chesterton, dem Schöpfer von Pater Brown, stammt die Bemerkung, seitdem dieMenschen nicht mehr an Gott glaubten, glaubten sie nicht etwa annichts, sondern an allen möglichen Unsinn. Es spricht einiges dafür, dass Streben nach Gesundheit und der richtigenErnährung bei einigen jene Leerstelle eingenommen hat, die dieReligionen hinterlassen haben, nachdem sie zu Randphänomenen geworden sind. Ein gewisser Zug von religiösem Fundamentalismus lässt sich den PETA-Kampagnen jedenfalls nicht absprechen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-1143072365855524427?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/1143072365855524427/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/veganer-fundamentalismus-ala-peta.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1143072365855524427'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1143072365855524427'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/veganer-fundamentalismus-ala-peta.html' title='Veganer Fundamentalismus a&apos;la PETA'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8605047298677856530</id><published>2012-02-14T17:19:00.001+01:00</published><updated>2012-02-14T19:51:05.365+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Dresden 2012 - Revisionismus und Opferkult vor dem Aus?</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Aufdringlich wirkt es, wennStadtmarketing versucht, einem verschnarchte Provinznester, in denenspätestens um zehn die Bürgersteige hochgeklappt werden, als vollspannende, pulsierende Metropolen zu verkaufen, in denen mächtig waslos ist („Delmenhorst – Da geht was“). Einige Städte habensolch professionelle Hilfe hingegen noch nie benötigt, wenn es darumgeht, von sich selbst besoffen zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In München zum Beispiel neigt manimmer noch dazu, sich deutlich wichtiger zu nehmen, als man ist. Ingrandioser Verkennung der Realität führen einige dortigeLokalpatrioten immer noch die Formel von der 'Weltstadt mit Herz' imMunde. Oder Köln. Die Stadtoberen können einen Skandal an denanderen reihen; so lange sie nur Sprachkenntnisse beweisen („Saachens Bloodwoosch!“ – „Flönz!“), dem Dreigestirn huldigen,beim Karneval fünf Tage mitschunkeln und ordentlich einenmittrinken, ist für ne echte Kölsche Jung augenscheinlich alles imLot. Im sächsischen Dresden dagegen schien man, weniger lustig,seit der Wiedervereinigung ernsthafte Ambitionen zu hegen auf deninoffiziellen Titel Hauptstadt des Bombardiertwordenseins. Daran scheint sich seit ein paar Jahren glücklicherweise etwas zu ändern.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ohne Frage waren die Luftangriffe vom13. und 14. Februar 1945 verheerend, doch in keiner Weise singulär.Sein trauriges Schicksal teilt Dresden mit zahlreichen anderendeutschen Städten. Auch dort wurden Menschen erstickt, verbrannt,verstümmelt, die Überlebenden ein Leben lang gezeichnet, gingenmassenhaft Kunstschätze in Flammen auf. Im Feuersturm von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Gomorrha"&gt;Hamburg&lt;/a&gt;sind mehr Menschen ums Leben gekommen, in &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Frankfurt_am_Main#Bombenkrieg"&gt;Frankfurt&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bombenangriff_auf_Braunschweig_am_15._Oktober_1944"&gt;Braunschweig&lt;/a&gt;sind ähnlich geschlossene historische Altstädte ein Raub derFlammen geworden. Es war nicht einmal ungewöhnlich, dass mit Dresden noch kurz vorKriegsende eine beinahe unversehrte Stadt in Trümmer fiel: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Hildesheim"&gt;Hildesheim&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_auf_Pforzheim_am_23._Februar_1945"&gt;Pforzheim&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bombenangriff_auf_W%C3%BCrzburg_am_16._M%C3%A4rz_1945"&gt;Würzburg&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_D%C3%BCren"&gt;Düren&lt;/a&gt;und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Wesel"&gt;Wesel&lt;/a&gt; wurden ebenfalls noch 1945 zerstört, zum Teil in nochgrößerem Ausmaß. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In den meisten anderen Städten hat mannach dem Krieg gesagt: Gedenken wir der Toten, klopfen wir uns denStaub ab, beseitigen wir die Trümmer, bauen wir die Stadt wieder aufund weiter geht’s. In Dresden verfestigte sich sehnsuchtsvolleErinnerung an die verlorene Pracht. Das mag an den zum Teilinstinktlosen Wiederaufbaubemühungen des SED-Regimes liegen, das ausder alten Residenz unbedingt eine moderne sozialistische Stadt machenwollte. Doch auch so etwas hat es vielen anderen Städten gegeben und auch das in den seltensten Fällen zu ihrem Vorteil. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Warum also hat sich in Dresden einsolcher Kult entwickelt? Natürlich war die Stadt einunvergleichliches historisches Bauensemble, aber ähnliches konntenandere Städte auch von sich behaupten. Man geht nicht zu weit, wennman vielen Dresdnern ein geradezu erotisches Verhältnis zu ihrerHeimatstadt nachsagt. Das Bewusstsein, in einer der schönsten Städteder Welt zu leben, ließ die Einwohner in der fatalen Sicherheit sichwiegen, ihr barockes Arkadien schütze sie in irgendeiner Weise vorirgendetwas. Noch heute vernimmt man mit Erstaunen die Erzählungender Davongekommenen. Wie sie geglaubt haben, die Alliierten würdeneine kunsthistorisch so wertvolle Stadt doch sicherlich verschonen,obwohl dieser Krieg in diesem Stadium längst allen hätteklargemacht haben sollen, dass es jederzeit alles und jeden erwischenkonnte. Ob dies die Ursache war, sei dahingestellt, doch waren dieLuftschutzvorkehrungen im Dresden des Jahres 1945 im Vergleich zuanderswo mangelhaft. Das und die Flüchtlingsströme, die sich in derStadt zusammengeballt hatten, sorgten für die überdurchschnittlichhohe Zahl an Todesopfern, die dieser Angriff forderte.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Alliierten hielten sich mit solchenÜberlegungen eh nicht weiter auf: Das &lt;i&gt;Bomber Command&lt;/i&gt; hatte Anfang 1945große Routine entwickelt beim planmäßigen Einebnen von Städtenund es galt das Motto: Wenn die Deutschen ihre Zivilisten und ihreKunstschätze schonen wollen, dann sollen sie eben keinen Kriegführen. Dresden war nur eine weitere Stadt auf der Zielliste, dienoch nicht abgehakt war. Einzig einige Piloten sollen gemeckert habenüber die zehn Stunden Flug in den eiskalten, dröhnenden Lancasters.Außerdem: Warum hätten Churchill und Harris sich einen Tort antunsollen, angesichts eines Kriegsgegners, der 1941 getönt hatte,britische Städte ‚&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Coventry"&gt;coventrieren&lt;/a&gt;‘ zu wollen, sich im selben Jahrgen Osten wandte, in Riesenlettern ‚Vernichtung‘ auf die Fahnengeschrieben, der ab 1942 die Gaskammern in Betrieb und beim Rückzugim Osten ab 1943 mehrere tausend Ortschaften dem Erdboden gleichgemacht hatte?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zum Extremistischsein braucht es dieFähigkeit zum gezielten Ausblenden störender Fakten wie dengenannten. Eine beliebte Strategie von Revanchisten undRechtsextremen ist es daher, einzelne Ereignisse möglichst aus ihremhistorischen Kontext zu lösen und sie in schönsterTäter-Opfer-Umkehrung den Siegern unter die Nase zu reiben. Soführen sie immer wieder Katyn im Munde und Hiroshima. In Opferposeerinnern sie an die Massenvergewaltigungen der Roten Armee und ebenauch an die Bombardements vor allem der Royal Air Force. Damit zeigensolche Leute vor allem einen Mangel an Rückgrat. Wer eines hat,ist in der Lage, dazu zu stehen, dass die Vorfahren Mist gebaut haben und hat weder Helden- noch Opferkult nötig. Wer hingegen keineshat, sucht Ausreden und Schuldige. Es ist wie nach dem ersten Weltkrieg: Die, diedie lautesten, nationalistischen und martialischten Töne gespuckthatten, führten hinterher auch am lautesten die Dolchstoßlegende im Munde.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In der andauenden Liebesaffäre derDresdner mit ihrer Stadt erkannten diese Geschichtsklitterer bald einehervorragende Möglichkeit, sich bei den Gedenkenden unterzuhaken undsich lieb Kind bei ihnen zu machen. Seither kommen sie jeden Februaraufs Neue an der Elbe angeschissen. Sie haben Danaerkränze imGepäck, wedeln mit Transparenten, auf denen ‚Nie wiederBombenterror!’ steht und summsen: Sehet, ihr armen Dresdner Opfer,denen der Angelsachse ihr Weltkulturerbe zerdeppert hat, wirverstehen euch, wir fühlen mit euch, wir würdigen euer Leiden inangemessener Form. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Weinerlich wie die Sechsjährigen, diebeim Scheibeneinschmeißen erwischt wurden, zeigen sie mit dem demFinger auf andere: Kuck mal, die da vorne haben aber auch ganz dollSchlimmes gemacht. Mit dem Fuß aufstampfend, insistieren sie,Dresden sei sehr wohl ein Kriegsverbrechen gewesen. So what? Dann wares eben eines! Angesichts dessen, was Deutsche sich in den sechsJahren von 1939 bis 1945 aufs Kerbholz gepackt haben, solltehierzulande niemand diesbezüglich das Maul aufreißen. Es mag keinevölkerrechtliche Kategorie sein, aber man kann durchaus sagen, das&lt;i&gt;Bomber Command&lt;/i&gt; gab der deutschen Zivilbevölkerung etwas von dem zukosten, was die Deutschen eigentlich der Zivilbevölkerung auf denBritischen Inseln antun wollten und das sie anderen Völkern angetanhaben. Und angefangen haben damit, bitteschön, auch nicht dieBriten. Festzuhalten bleibt, dass weder die Briten noch die Amerikaner und auch nicht die Sowjets ein Haus in Deutschland auch nur beschädigt hätten, wären die Deutschen nicht dem mit der Rotzbremse brav in den Krieg gefolgt. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Unmenschlich wäre es, den Überlebendenvon 1945 ihr Recht auf Gedenken und Trauer abzusprechen. Daher sinddie zynischen Kampagnen von Autonomen und Linksextremen, die dieBombardierung förmlich zum Segen von oben stilisieren, nicht minderdämlich und instinktlos. Es darf nur, wer die Verwüstung Dresdensbeklagt, eben nicht davon schweigen, dass sie nur eine der letztenStufen war auf einer Eskalationsleiter, deren erste Schritte Deutschein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_auf_Gernika"&gt;Guernica&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Warschau_%281939%29"&gt;Warschau&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rotterdam#Geschichte"&gt;Rotterdam&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Blitz"&gt;London&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Coventry"&gt;Coventry&lt;/a&gt; erklommenhatten. Wer, die Goebbels-Propaganda aufgreifend, von'angloamerikanischem Bombenterror' schwadroniert, sollte sich bewusstsein, dass die deutsche Luftwaffe, hätte sie Infrastruktur undMittel dazu gehabt, mit englischen Städten wohl kaum andersverfahren wäre – im Gegenteil. Wer die zum Teil erschütterndenBerichte der Zeitzeugen hört, Anteil nimmt daran, wie dieErinnerungen sie noch heute übermannen, muss sich auch denErzählungen Dresdner Juden öffnen, für die der 13. Februar eineNacht der Befreiung war. Viele nutzten das Chaos unmittelbar nach denAngriffen, um sich die Judensterne abzureißen und unterzutauchen.Über 70 von ihnen entgingen so der Deportation und dem Tod.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Abgesehen vom manchmal penetrant zurSchau gestellten Gehabe, Einwohner der tollsten Stadt nördlich derAlpen zu sein, ist in Köln natürlich nicht alles schlecht. ImGegenteil: Die dortigen Jecken haben 2009 mit ihrer Solidarität undihrer Fähigkeit, jede mittelgroße Freiluftveranstaltung inkürzester Zeit in eine karnevaleske Party zu verwandeln, anhand derPro-Köln-Moscheegegner beispielhaft &lt;a href="http://www.koeln.de/koeln/koeln_protestiert_gegen_pro_koelnkongress_162344.html"&gt;demonstriert&lt;/a&gt;, wie man am bestenmit Leuten umgeht, die sich einem ungefragt als Retter des christlichenAbendlands aufdrängen. Weil man sich auch in Dresden am 13. Februar2012 darauf &lt;a href="http://www.taz.de/Kommentar-Nazi-Aufmarsch-Dresden/%2187688/"&gt;besonnen hat&lt;/a&gt;, dass es, wie so oft, nicht um Links gegenRechts geht, sondern um Dumm gegen Klug, haben 13.000 Menschen dengeplanten Aufmarsch der 1.600 rechten Geschichtsfälscher zu einem besseren Gang um den Blockzusammenschrumpfen lassen. Und das ist eine gute Nachricht. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8605047298677856530?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8605047298677856530/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/dresden-2012-revisionismus-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8605047298677856530'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8605047298677856530'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/dresden-2012-revisionismus-und.html' title='Dresden 2012 - Revisionismus und Opferkult vor dem Aus?'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-3375332434549438543</id><published>2012-02-13T15:24:00.001+01:00</published><updated>2012-02-13T15:25:39.594+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Der Sarrazin des Klimawandels</title><content type='html'>Nun haben auch die Klimaskeptiker ihren Märtyrer: RWE-Manager &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Vahrenholt"&gt;Fritz Vahrenholt&lt;/a&gt; hat ein &lt;a href="http://www.libri.de/shop/action/productDetails/18126206/fritz_vahrenholt_sebastian_luening_die_kalte_sonne_3455502504.html"&gt;Buch&lt;/a&gt; vorgelegt, in dem er die These ventiliert, der Klimawandel finde nicht statt. Die Sonne sei für die gemessenen Schwankungen verantwortlich, nicht das CO2. Der Weltklimarat sei vor allem eine politische Lobbygruppe, die der Welt das wissenschaftlich nicht haltbare Dogma von der Erderwärmung aufzwingen wolle, um weiter Forschungsgelder abzukassieren. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Es ist das gleiche Schema wie bei Sarrazin: Autor geriert sich als Tabubrecher, setzt bewusst provokante Thesen in die Welt und wenn ihm, wie zu erwarten, die Späne um die Ohren fliegen dafür, dann schreit er bzw. kreischen in diesem Fall seine Anhänger: Hexenjagd! Verfolgung! Alarm, Meinungsfreiheit bedroht! Untergang des Abendlandes! Weisen kritische Geister darauf hin, dass Vahrenholt und sein Co-Autor Sebastian Lüning beide bei RWE bzw. der RWE-Tochter dea in Lohn und Brot stehen, also in leitender Position für Unternehmen arbeiten, die ein echtes Interesse daran haben, dass es noch eine Weile weitergeht mit der Uran-, Öl- und Kohleverbrennerei, dann kreischen sie: Verschwörungstheoretiker! Spinner! Und so weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Thema Klimawandel kann ich nichts Fundiertes sagen, weil mir dazu das nötige Fachwissen fehlt. Eine Meinung habe ich dagegen schon. Ich halte es, Klimawandel hin oder her, für keine komplett schlechte Idee, angesichts stetig steigender Weltbevölkerung und endlichen Vorkommen fossiler Brennstoffe, einiges daran zu setzen, die Menschheit davon möglichst schnell so unabhängig wie möglich zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Kommentarspalten der Online-Zeitungen sind inzwischen überflüssig wie die Kröpfe, da sie bei kontroversen Themen in der Regel von organisierten PR-Profis und Pressuregroups geentert werden, die mit persönlichen Angriffen, Provokationen, Pauschalisierungen und Anfeindungen jede inhaltliche Diskussion schnell unmöglich machen. Die Lektüre dieser immergleichen rhetorischen Schwanzvergleiche ist normalerweise die Mühe nicht wert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wechselt man jedoch den Blickwinkel und begreift man das dort zu lesende Gezeter vielmehr als noch junges Unterhaltungsgenre, dann stößt man zuweilen auf echte Brüller, wahre Schatzkästlein des Humors, die einem noch Tage später ein Grinsen aufs Gesicht zu zaubern vermögen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So bereicherte ein eifriger User, der das Pseudonym &lt;i&gt;Marti&lt;/i&gt; führt, am 08.02.2012 um 22:19 Uhr im Forum zu einem entsprechenden &lt;a href="http://www.taz.de/RWE-Manager-verharmlost-den-Klimawandel/Kommentare/%21c87195/"&gt;taz-Artikel&lt;/a&gt; die Debatte, indem er mit folgender Sentenz in Bezug auf Herrn Vahrenholt aufwartete:&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Zerstört seine Existenz, macht ihn zum gejagten Paria, genauso wie Sarrazin. Sowas kann keinesfalls geduldet werden, wo kämen wir denn sonst hin?“&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;Vorausgesetzt, Sie, Marti, meinen das wirklich ernst und haben nicht einfach nur vergessen, auf Ironie hinzweisen: Wie kräftig und mit wie viel Anlauf genau sind Sie vor welchen Schrank gelaufen, um allen Ernstes behaupten zu können, ein bei besten Bezügen frühpensionierter Spitzenbeamter, der sich mit den Tantiemen aus dem Verkauf seines Buches sowie mit ordentlichen Vortragshonoraren eine massiv goldene Nase verdient hat und nach wie vor mit seinen provokanten Äußerungen in den Medien eine Menge Gehör findet, friste in irgendeiner Weise die beklagenswerte Existenz eines mundtot gemachten, gejagten Paria?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Köstlich! Ich habe sehr gelacht. Bitte mehr von so was!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-3375332434549438543?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/3375332434549438543/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/der-sarrazin-des-klimawandels.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3375332434549438543'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3375332434549438543'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/der-sarrazin-des-klimawandels.html' title='Der Sarrazin des Klimawandels'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-7718098640723337845</id><published>2012-02-11T14:03:00.001+01:00</published><updated>2012-02-12T01:57:14.454+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Türkenwitz reloaded</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zu unseren Pubertätszeiten, Anfang derAchtziger, da waren eine Zeit lang Türkenwitze sehr beliebt undsorgten zuweilen für großes Hallo. Wir wusstenallerdings auch, dass so etwas eigentlich nicht geht und vor allem nicht an die Öffentlichkeit gehört. Wir wären daherniemals auf die Idee gekommen, uns damit auf eine Bühne zu stellen,donnerndes Gelächter dafür zu erwarten nebst dem Bundesverdienstkreuz für solch heroische Verteidigung der Meinungsfreiheit. Dieses Bewusstsein mag freilich dadurch entstandensein, dass wir in der Schule ausschließlichAchtundsechziger-Kuschelpädagogen ausgeliefert waren, die uns zu hoffnungslosen Gutmenschen verzärtelt haben. Diese Politisch Korrekte Gesinnungsmafia hat uns offenbar dahingehendgehirngewaschen, dass wir schon nach kurzer Zeit solche Scherzchenreichlich pubertär fanden und erwachsenen, zivilisierten Menschen eigentlich unwürdig. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Am 2. Februar wurde im Rahmen der Sendung'Frankfurt Helau' eine Büttenrede von Patricia Lowen&lt;a href="http://www.fr-online.de/fastnacht-frankfurt-rhein-main/verdacht-auf-rassismus-hr-will---frankfurt-helau--erneut-ausstrahlen,11603612,11606226,view,asFirstTeaser.html"&gt;ausgestrahlt&lt;/a&gt;, in der sie, mit Minirock und Kopftuch angetan, als Ayse vom Sender 'Döner TV' auftrat. Dafürwurden sie und der Hessische Rundfunk scharf kritisiert, unteranderem vom hessischen Landesausländerbeirat. Trotzdem, so lässtder Sender verlauten, soll die Sendung am 19. Februar ungekürztausgestrahlt werden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://3.gvt0.com/vi/cO6f0KfruFM/0.jpg" height="405" width="540"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cO6f0KfruFM&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="540" height="405"  src="http://www.youtube.com/v/cO6f0KfruFM&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ohne sich mit Rassismusdiskussionenaufzuhalten, bleiben zwei Dinge festzuhalten: Erstens haben sichnicht wenige Menschen davon beleidigt gefühlt. So was kann in derHitze der Fassenacht natürlich passieren, aber man sollte eszumindest zur Kenntnis nehmen und es respektieren. Zweitens ist derAuftritt als solcher einfach grottenschlecht. Eine wirklich gekonnteParodie auf &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kanaksprak#Kanak_Sprak"&gt;Kanak Sprak&lt;/a&gt; war zum Beispiel vor Jahren bei &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=44g56-EGfmQ"&gt;'Switch'&lt;/a&gt; zusehen – nur damit niemand denkt, ich würde mich prinzipiell sofortempören, wenn über ethnische Minderheiten gescherzt wird. Nun kann maneinwenden, dass Komiker wie Kaya Yanar, Django Asül und Bülent Ceylan aufähnliche Weise mit Klischees und Vorurteilen spielen würden undalle würden sich darüber amüsieren. Schon richtig, nur teilen die Genannten nach allen Seiten aus, wobei sie sich selbst nichtausnehmen, und verlangen allen davon Betroffenen die Fähigkeit ab,über sich zu lachen. Der unbeholfene Auftritt einer ambitioniertenLaiendarstellerin, der im Kern nur aussagt: Türken alle doof, wollenich integriere, sitze alle im Knast, fresse nur Döner und trageKopftuch, hahaha, wird man ja wohl noch sagen dürfen, ist da schonetwas ganz anderes. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ich will mich, wie gesagt, nicht zumRichter aufspielen über das, was gefälligst lustig zu finden istund was nicht. Auch nach Verbot zu schreien, ist lächerlich. Aber:Würde ich mich auf einer ähnlichen Frohsinnsveranstaltunghinstellen und, hessischen Dialekt schlecht imitierend, erzählen,wir Frankfurter trönken den ganzen Tag Ebbelwoi, hätten nur Geld imKopf, hinterzögen kollektiv Steuern und seien auch sonst ein wenigdeppert – ich würde damit vielleicht keinen Eklat auslösen,müsste aber damit rechnen, dass das Echo eher aus einem lauen Najabestünde. Möglicherweise würde ich auch nicht wieder eingeladen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Buchte man die Ayse-Nummer mit allemWohlwollen als misslungenen Scherz ab und ließe das im Senderarchivverschwinden, dann könnte man sagen: Gut, ein Griff ins Klo, die Sache. Nicht schön so was, kommt aber leider vor, sorry. Wer aber,wie der Hessische Rundfunk, nun meint, die Nummer jetzt erst recht erneut ausstrahlen zu müssen, vielleicht gar, um gegen die in den Hirnender Paranoiden dieser Welt allgegenwärtige Politische Korrektheitund die imaginierte linke Meinungsdiktatur ein Zeichensetzen zu müssen, muss sich die Frage gefallen lassen, noch alle gerade zu haben in derMurmel. Es ist nur schwer vorstellbar, dass der gleiche HessischeRundfunk mit einer Büttenrede, die auf ähnliche Weiseantisemitische Klischees oder solche über Behinderte aufgreift,ähnlich verführe, wenn sich die entsprechenden Verbände beschwerenwürden. Da ließe sich vermutlich sehr schön sehen, wie es um denMut der Senderverantwortlichen wirklich bestellt wäre – so sie dasüberhaupt ausgestrahlt hätten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was ist so lustig daran, eineMinderheit mit aller Gewalt vor den Kopf zu stoßen? Sieht so dasviel beschworene Niveau aus? Wie klein müssen Egos sein? Was fürein Selbstverständnis muss haben, wer so was als kulturelleErrungenschaft abfeiert? Karneval bedeutet Narrenfreiheit, das istsogar mir als diesbezüglich eher hüftsteifer Westfale klar. Nurhabe ich das als Unbeteiligter eigentlich immer so verstanden, dass Narrenfreiheitbedeutet, den Mächtigen ihre Verfehlungen um die Ohren hauen zukönnen. Verfilmte Türkenwitze wie auf dem Frankfurter Karneval dagegen sind die gleiche Schublade wieCasting-Sendungen a'la Bohlen und Hartz-IV-Erniedrigungs-TV. Oder wieSchulhofschlägereien, bei denen die Sportskanonen den kleinen Dickenzusammenschlagen und von denen am lautesten angefeuert werden, dieerleichtert sind, dass es sie nicht erwischt hat diesmal. Eineemotionale Müllkippe für all jene, die sich andauernd bedroht odersonstwie vom Leben benachteiligt fühlen, aber zu feige sind, sichdagegen zu wehren. Die unbedingt jemand Schwächeren brauchen zum verhöhnenund kleinmachen, um sich besser zu fühlen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich darf Patricia Lowen ihre Jauche loswerden, sogar im Fernsehen. Denn die Denk- und Sprechverbote, die so gernherbeiphantasiert werden, sie existieren nicht. Nein, dasÖffentlich-Rechtliche sendet sogar noch eine Wiederholung. Mut braucht esfür solche Erbärmlichkeiten also keineswegs.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-7718098640723337845?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/7718098640723337845/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/turkenwitz-reloaded.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7718098640723337845'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7718098640723337845'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/turkenwitz-reloaded.html' title='Türkenwitz reloaded'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-7565925633604563467</id><published>2012-02-08T07:53:00.004+01:00</published><updated>2012-02-08T07:56:39.774+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Wenn schon Fahnen, dann bitte etwas kreativer</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als Reaktion auf das &lt;a href="http://www.fr-online.de/aufruhr-in-arabien/syrien-veto-im-sicherheitsrat-empoert-die-welt,7151782,11573544.html"&gt;Veto Russlands und Chinas&lt;/a&gt; gegen die Syrien-Resolution im Weltsicherheitsrat haben aufgebrachte Demonstranten in Syrien Flaggen Russlands und Chinas verbrannt. Abgesehen vom traurigen Anlass, dass diese Länder der Assad-Bande damit Carte Blanche zum fröhlichen Weitermetzeln ausgestellt haben, eine hervorragende Sache! Weniger, weil es die Flaggen Russlands und Chinas erwischt hat, sondern weil damit wieder einige dieser komplett sinnfreien, in vormodernen Zeiten mit Bedeutung überladenen Lappen endgültig von dieser Welt verschwunden sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="margin-left: auto; margin-right: auto; text-align: center;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-emqwhhP55LY/TzBOaW02cqI/AAAAAAAAAFc/PKoN-04MuEo/s1600/11580966,9356364,highRes,maxh,480,maxw,480,DAB1548-20120205.jpg.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://4.bp.blogspot.com/-emqwhhP55LY/TzBOaW02cqI/AAAAAAAAAFc/PKoN-04MuEo/s1600/11580966,9356364,highRes,maxh,480,maxw,480,DAB1548-20120205.jpg.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Bravo! Wieder ein paar weniger (via &lt;a href="http://www.fr-online.de/aufruhr-in-arabien/syrien-resolution-wie-china-sein-veto-rechtfertigt,7151782,11580794.html"&gt;fr-online.de&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;﻿Hierzulande hatte man ja lange Zeit ein eher gespaltenes Verhältnis zum örtlichen Nationalfeudel. Man hisste das Teil ohne großes Brimborium dort, wo Protokoll es gebot und wer das darüber hinaus tat, musste durchaus damit rechnen, schief angesehen zu werden. Eine Zeitlang konnte man sich beinahe glücklich schätzen, in einem Land zu leben, dem das Flaggengetue eine sehr untergeordnete, auf das Notwendige reduzierte Rolle spielte. &lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Mit der Wiedervereinigung, spätestens aber mit der Fußball-WM 2006 brachen dann alle Dämme: Auf einmal hatte das Land Schwarzrotgold im Endstadium, man machte Häuser und Autos damit voll oder wedelte in aggressiver Weise damit herum. Die neubekehrten Patrioten jubelten, Fähnchenschwenken sei nicht mehr nur was für die Rechtsradikalen, sondern nunmehr in der Mitte der Gesellschaft verankert. Blödsinn. Erstens gerät ein aufrechter rechter Recke nicht bei Schwarzrotgold, sondern nur bei Schwarzweißrot in Wallung. Außerdem, was soll bitteschön als Nächstes in der Mitte der Gesellschaft ankommen? Armhochrecken und Sieg-Heil-Bölken? Zweitens verstehe ich nicht, was die Fahnenanbeter so toll daran finden, dass irgendwelche grölenden Besoffskis sich in das angeblich so heilige Tuch wickeln, um es zu vorgerückter Stunde vollzureihern. &lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Vielleicht liege ich falsch, aber der einzige für mich erkennbare Nutzen von Fahnen liegt darin, dass man durch sie auf einen Blick sieht, mit welchem Land man es gerade zu tun hat. Aber wenn das so sein soll, warum sehen sich dann achtzig Prozent von den Dingern zu achtzig Prozent ähnlich? Kein Witz, ich habe vor einiger Zeit einmal so einen Anklick-Quiz auf einer Internetseite gemacht, bei dem man Nationalflaggen richtig zuordnen sollte. Mein Ergebnis war unterirdisch, obwohl man mir eine durchaus ordentliche Allgemeinbildung nachsagt. Von Ausnahmen wie USA oder Großbritannien abgesehen, sah in den meisten Fällen eine aus wie die andere. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wie wenig geeignet die gebräuchlichen Fahnen zur schnellen und einfachen Identifizierung der zugehörigen Länder sind, dürfte auch folgendes Experiment belegen: Man zeige einigen durchschnittlich bildungsfernen Jugendlichen einige Nationalflaggen. Wenn man ihnen die hiesige zeigt, werden einige natürlich was von „Schland“ humpfen oder so. Zeigt man ihnen dann aber die belgische, gehe ich jede Wette ein, dass mindestens einer sagen wird: „Öh, auch Deutschland, aber irgendwie voll falschrum, ey!“ Bei den Fahnen Österreichs und Lettlands dürften dann erste körperliche Ausfallerscheinungen zu beobachten sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Mein wirkliches Problem ist gar nicht so sehr das quasireligiöse Getue, das ein paar ziemlich Gestrige um ein schlichtes Stück Stoff zu veranstalten sich nicht entblöden. Ein jeder macht sich zum Horst, so gut er kann. Nein, es ist, wie gesagt, die Phantasielosigkeit der meisten Exemplare. Irgendwie scheint es immer nur darum zu gehen, zwei bis drei farbige Streifen zusammenzunähen. Wie wäre es mal mit ein bisschen Kreativität? Die walisische Fahne beweist, dass Zeichnungen erlaubt sind. Die brasilianische, dass auch Text geht. Demnach müssten auch Fotos möglich sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Findet sich denn nicht ein Land, das bereit wäre, seine langweilige Bi- oder Trikolore abzuschaffen und statt dessen, sagen wir, ein Foto zu verwenden, auf dem der amtierende Präsident eine Torte ins Gesicht bekommt oder es fröhlich alle mit allen treiben? Dürfte diese Fahne dann noch vor dem UN-Gebäude hängen? Oder satirische Fahnen. Eine auf Stoff gedruckte Karikatur von George W. Bush als neue Nationalflagge des Irak gäbe sicher ein ganz großes Hallo. Für unsere Breiten und die für den Sommer zu befürchtenden Fußball-Horden wäre dagegen eher etwas Schlichtes passend: Warum nicht Schwarzschwarzschwarz und in der Mitte in einer klaren Schrifttype in weiß das Wort „DEPP“?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-7565925633604563467?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/7565925633604563467/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/wenn-schon-fahnen-dann-bitte-etwas.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7565925633604563467'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7565925633604563467'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/wenn-schon-fahnen-dann-bitte-etwas.html' title='Wenn schon Fahnen, dann bitte etwas kreativer'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-emqwhhP55LY/TzBOaW02cqI/AAAAAAAAAFc/PKoN-04MuEo/s72-c/11580966,9356364,highRes,maxh,480,maxw,480,DAB1548-20120205.jpg.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-9123622364792503989</id><published>2012-02-07T10:52:00.002+01:00</published><updated>2012-02-07T14:44:30.933+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Steinbachs williger Helfer</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Götz Aly entspricht ziemlich genau dem Typus des Intellektuellen, den Horkheimer schon 1939 beschrieben hat: »Aufatmend werfen sie die unbequeme Waffe weg und kehren zum Neuhumanismus, zu Goethes Persönlichkeit, zum wahren Deutschland und anderem Kulturgut zurück. (…) jetzt preisen die literarischen Gegner der totalitären Gesellschaft den Zustand, dem sie ihr Dasein verdankt und verleugnen die Theorie, die sein Geheimnis aussprach, als es noch Zeit war.«“ (&lt;a href="http://bittermann.edition-tiamat.de/?p=89"&gt;Klaus Bittermann&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;Eigentlich wollte ich mich zu Frau Steinbachs &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812950,00.html"&gt;kindischer Provokation&lt;/a&gt; nicht weiter äußern. Nun reiht sich, wenig überraschend, auch Götz Aly ein in den Chor jener, die Linke mittels der Folie des Totalitarismus in denunziatorischer Absicht zu den wahren Faschisten umlackieren wollen. Seine unerklärlicherweise in der &lt;i&gt;Frankfurter Rundschau&lt;/i&gt; erschienene &lt;a href="http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-steinbach-debatte-wie-links-war-die-nsdap-,1472602,11584232.html"&gt;Kolumne&lt;/a&gt; ist zu hanebüchen, um unkommentiert bleiben zu können.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Seine Prämisse: „Nicht wenige Deutsche identifizieren Rechts mit Böse und Links mit Gut. Ihrem geschichtlichen Durchblick hilft das nicht.“ Folgt man dieser Logik, dann kann man per Umkehrschluss den Deutschen erst dann guten Gewissens geschichtlichen Durchblick attestieren, wenn alle Links mit Böse und Rechts mit Gut identifizieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenden wir uns lieber historischen Fakten zu. Für professionelle Historiker wie Götz Aly und mich zählt schließlich nur, was die Quellenforschung hergibt. Und da wartet er mit zwei echten Krachern auf:&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„So belegen zum Beispiel neu entdeckte Foto- und Filmaufnahmen, dass Hitler am 26. Februar 1919 im Trauerzug für den von einem Rechtsradikalen ermordeten bayerischen (zudem jüdischen) Ministerpräsidenten Kurt Eisner mitlief.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„In den dramatischen Wochen der Münchener Räterepublik war Hitler von der Revolutionsregierung als Wache in den Hauptbahnhof entsandt worden. Seine Kameraden wählten ihn zum stellvertretenden Soldatenrat ihres in die Revolutionsarmee eingegliederten Regiments.“&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;Zwei einzelne Ereignisse, bei denen ein orientierungsloser Weltkriegsheimkehrer, der nichts Rechtes mit sich anzufangen wusste, aus nicht genau geklärten Gründen in der Nähe von Linken gesichtet wurde, nimmt Aly als Beleg dafür, dass die spätere NSDAP eine linke Partei gewesen sein müsse. Wenn Hitler, der Anfang 1919 alles andere als ein ausgearbeitetes politisches Programm hatte, aus purer Neugierde bei Eisners Begräbnis war und sich von der Revolutionsregierung zum Schmierestehen hat engagieren lassen, weil sie Kost und Logis bot, dann belegen diese beiden Episoden lediglich, wie radikal Menschen ihre politischen Überzeugungen im Laufe ihres Lebens ändern können. Ohne irgendwelche direkten Vergleiche ziehen zu wollen, dürften Aly, früher seines Zeichens &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Aly#Leben"&gt;Maoist und Mitglied der &lt;i&gt;Roten Hilfe&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Saulus-Paulus-Erlebnisse solcher Art nicht ganz fremd sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was soll es übrigens, eigens darauf hinzuweisen, dass Kurt Eisner Jude war? Kommt bald Alys nächstes Buch heraus, in dem er die steile These aufstellt, Hitler sei im Herzen eigentlich Philosemit gewesen und die Shoah sei ihm nachträglich von böswilligen Linken in die Schuhe geschoben worden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt sollten die Linken mal schön stickum sein, meint Aly, denn „[wer] den deutschen Mieter- und Kündigungsschutz, das Kindergeld, die Krankenversicherung für Rentner oder den Naturschutz für fortschrittlich hält, sollte bedenken, dass die Gesetze 1937, 1934, 1937, 1941 und 1938 erlassen oder in ihrer Schutzfunktion erheblich gestärkt wurden.“&amp;nbsp; Nett, dass er uns den Bau der Autobahnen und den arbeitsfreien 1. Mai erspart. Leider erwähnt Aly ein paar andere Gesetze nicht, wie etwa das &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ehegesundheitsgesetz"&gt;Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes&lt;/a&gt;, das &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personenstandsgesetz_%28Deutschland%29"&gt;Personenstandsgesetz&lt;/a&gt;, das &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Namens%C3%A4nderungsverordnung"&gt;Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen&lt;/a&gt; sowie das Ehegesundheitsgesetz. Man sollte bedenken, dass diese Gesetze 1935, 1937, 1938 und 1935 erlassen wurden. Es mag an mir liegen, aber mir fällt niemand ein, den ich als annähernd links bezeichnen würde, der diese Gesetze gut fände.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den intellektuellen Unredlichkeiten nicht weniger Rechter gehört es weiterhin, aus der Tatsache, dass es eine linke Minderheit gibt, die sich für die Palästinenser einsetzt, eine pauschale Nähe Linker zum Antisemitismus zu konstruieren. Damit lässt sich von der Frage ablenken, inwieweit Antisemitismus im konservativen Bürgertum seinerzeit verbreitet war und ist. Wo war der Aufstand der humanistisch Gebildeten, der an Goethe und Kant Sozialisierten angesichts der Demütigungs- und Entrechtungskampagne der Dreißigerjahre? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Tat: Wer sich&amp;nbsp; auf Kosten Israels einseitig stark macht für die Sache der Palästinenser, sie vielleicht zu heldenhaften Kämpfern stilisiert, gerät damit automatisch in eine Position, die Antisemitismus zumindest gefährlich nahe kommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber: Wenn Antisemitismus für Linke die Gretchenfrage sein soll, dann ist es Rassismus für die Rechten. Wer Linken pauschal Antisemitismus vorwirft, ideologisiert den politischen Diskurs und sollte sich nicht beklagen, wenn ihm &lt;a href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2012/wer-scheiss-deutscher-sagt-der/"&gt;so was&lt;/a&gt; als Nähe zum Faschismus ausgelegt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schließlich bleibt eine Frage unbeantwortet: Wenn die NSDAP eine linke Organisation war, warum hat das damals kaum jemand erkannt? Warum ließen sich militärische und gesellschaftliche Honoratioren und Eliten aus Militär und Verwaltung so bereitwillig von Hitler und Konsorten einspannen? Woher kam die Bereitschaft zur Kooperation mit Hitlers Regime, teilweise gar die Bewunderung für ihn bei Teilen der Großindustrie (deren Mehrheit sich später allerdings mehr oder weniger gut arrangierte)? Wenn Nazis und Kommunisten eh fast dasselbe waren, warum musste während der NS-Diktatur kein nichtjüdischer Grundbesitzer und/oder Unternehmer jemals die Verstaatlichung seines Eigentums befürchten? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich bleibt nur eines übrig, das sich einigermaßen guten Gewissens aufrecht erhalten lässt: Mit den kommunistischen Regimes hatte die NS-Diktatur das kollektivistische Element gemein. Das hat im übrigen die heutige NPD auch, wie &lt;a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2012/02/zur-steinbach-debatte.html?"&gt;Stefan Sasse&lt;/a&gt; bemerkt. Wird die NPD damit auch zu einer linken Partei?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muss kein Anhänger von Verschwörungstheorien sein, um zu der Einschätzung zu gelangen, dass Aly eifrig daran strickt, einen politischer Gegner mit allen Mitteln der Propaganda und der aus der politischen Landschaft zu tilgen. Einen Gegner, der es wagt, den herrschenden kapitalistisch-neoliberalen Mainstream, der Banken mit Milliarden Steuergeldern rettet, gleichzeitig aber Millionen von Menschen immer mehr in Armut fallen lässt, auch nur in Frage zu stellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-9123622364792503989?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/9123622364792503989/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/steinbachs-williger-helfer.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/9123622364792503989'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/9123622364792503989'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/steinbachs-williger-helfer.html' title='Steinbachs williger Helfer'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-1482845290854916166</id><published>2012-02-05T10:38:00.001+01:00</published><updated>2012-02-05T15:15:53.605+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Eine kontrafaktische Übung (2)</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Hier, wie versprochen, dieAuflösung. Obwohl mindestens ein Leser des Rätsels Lösung bereitsgefunden hat. Es handelt sich tatsächlich um die Passage ausHeinrich Manns &lt;a href="http://www.gutenberg.org/files/38126/38126-h/38126-h.html"&gt;'Der Untertan'&lt;/a&gt;, in der Diederich Heßling als frischgebackener Doktor der Chemie und Firmenerbe das Regiment in derPapierfabrik seines verstorbenen Vaters übernimmt. Zum leichterenVergleich führe ich sie hier noch einmal an:&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Diederich nahm mit gnädiger Miene denStrauß; nun war es an ihm, sich zu räuspern. Er wandte sich nachden Seinen um, dann sah er den Leuten scharf in die Augen, allennacheinander, auch dem schwarzbärtigen Maschinenmeister, obwohl derBlick des Mannes ihm peinlich war – und begann:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Leute! Da ihr meine Untergebenenseid, will ich euch nur sagen, daß hier künftig forsch gearbeitetwird. Ich bin gewillt, mal Zug in den Betrieb zu bringen. In derletzten Zeit, wo hier der Herr gefehlt hat, da hat mancher von euchvielleicht gedacht, er kann sich auf die Bärenhaut legen. Das istaber ein gewaltiger Irrtum, ich sage das besonders für die altenLeute, die noch von meinem seligen Vater her dabei sind.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Mit erhobener Stimme, noch schneidigerund abgehackter; und dabei sah er den alten Sötbier an:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Jetzt habe ich das Steuer selbst indie Hand genommen. Mein Kurs ist der richtige, ich führe euchherrlichen Tagen entgegen. Diejenigen, welche mir dabei behilflichsein wollen, sind mir von Herzen willkommen; diejenigen jedoch,welche sich mir bei dieser Arbeit entgegenstellen, zerschmettereich.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er versuchte, seine Augen blitzen zulassen, sein Schnurrbart sträubte sich noch höher.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a href="http://www.blogger.com/blogger.g?blogID=1438423604497219591" name="page112"&gt;&lt;/a&gt;&lt;a href="http://www.blogger.com/blogger.g?blogID=1438423604497219591" name="Pgp0112"&gt;&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Einer ist hier der Herr, und das binich. Gott und meinem Gewissen allein schulde ich Rechenschaft. Ichwerde euch stets mein väterliches Wohlwollen entgegenbringen,Umsturzgelüste aber scheitern an meinem unbeugsamen Willen. Solltesich ein Zusammenhang irgendeines von euch –“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er faßte den schwarzbärtigenMaschinenmeister ins Auge, der ein verdächtiges Gesicht machte.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„– mit sozialdemokratischen Kreisenherausstellen, so zerschneide ich zwischen ihm und mir das Tischtuch.Denn für mich ist jeder Sozialdemokrat gleichbedeutend mit Feindmeines Betriebes und Vaterlandsfeind... So, nun geht wieder an eureArbeit und überlegt euch, was ich euch gesagt habe.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Heßlings Anspache ist, wie dieganze Figur, eine Parodie auf Wilhelm II („Ich führe euchherrlichen Tagen entgegen!“). Heßling, eigentlich ein weichesMuttersöhnchen, mutiert als Korpsstudent zum fanatischenDeutschnationalen. Weil er jegliche Mühe scheut, schummelt er sichauch durch seinen Militärdienst, um dann überall um somilitaristischer aufzutrumpfen. Mit brachialem, autoritäremAuftreten überspielt er seine Inkompetenz und seine Sentimentalität.Sein großes Vorbild ist der ebenso nassforsch agierende Kaiser, dernach seinem Amtsantritt 1888 sein persönliches Regimentinstallierte. Auch Heßling tritt in der geerbten Papierfabrik sofortsein persönliches Regiment an und ähnlich wie Wilhelm II. richteter damit den größten Schaden an.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Die Idee, Heßlings Rede inneudeutsches Corporate-Sprech zu übersetzen hatte ich schon lange imHinterkopf. Herrschaftssprache bleibt Herrschaftssprache, egal inwelchem Gewand sie daherkommt. Die Anregung, mich noch einmal daranzu machen, kam durch Uwe Timms hervorragenden, im Tagesspiegelerschienenen &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/gesellschaft-und-gerechtigkeit-strammgestanden-fuer-den-freien-markt/6121446.html"&gt;Essay&lt;/a&gt;, in dem er den allgegenwärtigen Ökonomismusunserer Tage vergleicht mit dem Militarismus des Kaiserreichs.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-1482845290854916166?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/1482845290854916166/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/eine-kontrafaktische-ubung-2.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1482845290854916166'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1482845290854916166'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/eine-kontrafaktische-ubung-2.html' title='Eine kontrafaktische Übung (2)'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2293119840668134707</id><published>2012-02-04T12:47:00.003+01:00</published><updated>2012-02-05T10:41:22.952+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Eine kontrafaktische Übung (1)</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Stellen wir uns folgende Situation vor:Ein mittelständisches Unternehmen, welche Branche, spielt fürdiesen Zusammenhang keine Rolle, erlebt gerade einen Führungswechsel.Sagen wir, der Gründer und Inhaber ist ein halbes Jahr zuvor inhohem Alter verstorben, hat die Führung aber nicht abgegeben,sondern testamentarisch verfügt, dass der Betrieb kommissarisch vondem langjährigen Prokuristen geleitet wird, bis sein Sohn mit demStudium fertig ist. Jetzt ist es so weit und der Junior tritt zuersten mal vor die versammelten Mitarbeiter.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er reichte den Blumenstrauß, den diePersonalchefin ihm überreicht hatte, an sie zurück, mit der Bitte,ihn in eine Vase zu stellen, stellte sein Sektglas zur Seite, trat andie Stirnseite des Pausenraumes, wo auf drei langen Tischen dasGetränkebuffett aufgebaut war. Er räusperte sich, worauf nachkurzer Zeit Ruhe einkehrte, verweilte noch ein paar Sekunden, wie umdiesen Moment zu genießen und begann: &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Liebe Mitarbeiterinnen undMitarbeiter! Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und ichbin sicher, dass Sie alle weiterhin so engagiert und erfolgreicharbeiten werden wie Sie das bis jetzt getan haben. Ich bin stolzdarauf, Sie als Mitarbeiter in unserem Unternehmen zu haben.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Er hielt einen Moment inne und schautesich fein lächelnd in der versammelten Belegschaft um, wie der Coaches ihm beigebracht hatte. Sein Blick verweilte eine Sekunde lang aufdem alten Schmitz. Dann fuhr er mit leicht gedämpfter Stimme fort:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Leider, das muss hier gesagt werden,haben sich unter meinem verstorbenen Vater über die Jahre gewisseStrukturen eingeschliffen, die sich seit längerem negativ auf unsereKosten auswirken. Daran müssen wir arbeiten, und zwar allegemeinsam. Mein oberstes Ziel ist es, möglichst alle Arbeitsplätzezu erhalten, doch kann ich hier und jetzt leider keine Garantienaussprechen. Ich nehme an, Sie alle wissen, wie die Situation amMarkt sich darstellt. Der Wechsel einer Geschäftsführung bedeutetimmer auch, alte Gewohnheiten infragezustellen. Das wirdmöglicherweise nicht für alle immer leicht sein, doch lade ich Sieein, dies auch als Chance zu begreifen.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ich und mein Team, wir waren in denletzten Wochen nicht untätig. Wir haben ein Zukunftskonzeptentwickelt, das wir Ihnen in den nächsten Tagen ausführlichvorstellen werden. Wir sind überzeugt, mit diesem Konzept eine gutePerspektive zu haben für die Herausforderungen, die es in nächsterZeit zu meistern gilt.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wieder machte er eine Pause und schautein die Versammlung. Er nahm seine Stimme, die bei den letzten Sätzen immer lauter geworden war, wieder ein wenig zurück.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Meine Tür steht jederzeit für alleoffen. Kritik ist mir ebenso willkommen wie Anregungen jeder Art.Zögern Sie also nicht, uns anzusprechen. Besonders am Herzen liegt mirbei diesem schwierigen Transformationsprozess – „&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Jetzt sah er wieder zumBetriebsratsvorsitzenden, der ein skeptisches Gesicht machte. Duwirst dich noch umsehen, dachte er. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„– die Zusammenarbeit mit demBetriebsrat. Ich freue mich auf Ihre Impulse und setze auf Ihre Erfahrung. Ich binmir sicher, dass wir das gemeinsam hinbekommen. So, jetzt&amp;nbsp; möchteich Sie nicht länger von der Arbeit abhalten. Ich wünsche Ihnen und unsalles Gute. Gemeinsam schaffen wir es!“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Diese kurze Episode ist quasi eineÜbersetzung einer älteren Variante in die Gegenwart. Haben Sie dasVorbild erkannt? Morgen folgt die Auflösung.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2293119840668134707?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2293119840668134707/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/eine-kontrafaktische-ubung-1.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2293119840668134707'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2293119840668134707'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/eine-kontrafaktische-ubung-1.html' title='Eine kontrafaktische Übung (1)'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5881397583610442492</id><published>2012-02-01T22:10:00.002+01:00</published><updated>2012-02-01T22:11:19.337+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Rhetorik in Zeiten von Occupy</title><content type='html'>&lt;br /&gt;Ein wenig Nachhilfe für alle, die sich von diesen frechen Occupy-Habenichtsen belästigt fühlen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="margin-left: auto; margin-right: auto; text-align: center;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-RXU0J_2STzI/Tymp-vY5NzI/AAAAAAAAAFQ/MKk-Vvo26MI/s1600/system.png" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://1.bp.blogspot.com/-RXU0J_2STzI/Tymp-vY5NzI/AAAAAAAAAFQ/MKk-Vvo26MI/s1600/system.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;(Jen Sorensen via &lt;a href="http://slowpokecomics.com/"&gt;slowpokecomics.com&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5881397583610442492?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5881397583610442492/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/rhetorik-in-zeiten-von-occupy.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5881397583610442492'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5881397583610442492'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/02/rhetorik-in-zeiten-von-occupy.html' title='Rhetorik in Zeiten von Occupy'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-RXU0J_2STzI/Tymp-vY5NzI/AAAAAAAAAFQ/MKk-Vvo26MI/s72-c/system.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-3091871155284821134</id><published>2012-01-31T13:50:00.002+01:00</published><updated>2012-02-02T07:07:39.006+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Verbales Rowdytum</title><content type='html'>Als erster Hässlicher Deutscher kann Wilhelm II. gelten. Mit deutlich mehr großer Klappe gesegnet als politischem Talent, resistent gegen jegliche Beratung und immer pendelnd zwischen Maulaufreißen und Beleidigtsein, legte er den Grundstein für jene Wahrnehmung des Deutschen in Teilen des Auslands als einer Art &lt;i&gt;Missing Link&lt;/i&gt; zwischen Neandertaler und frühem Homo sapiens: Das baut zwar durch irgendeinen Zufall schöne Autos, wird aber ansonsten allenfalls als Tourist toleriert, weil es ordentlich Kohle ins Land bringt. Das 20. Jahrhundert hat den europäischen Nachbarn mindestens zwei Gründe geliefert, immer dann besonders vorsichtig zu werden und die Stacheln aufzustellen, wenn Deutsche mal wider den Lauten machen machen, glauben, an ihrem Wesen solle die Welt genesen und im Begriff sind, ihren Einfluss in irgendeiner Form auf andere Länder auszuweiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-p0j3vj59JJA/TyfjC69hhyI/AAAAAAAAAFI/GRt4igOb1pA/s1600/patch_haltsmaulD.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://3.bp.blogspot.com/-p0j3vj59JJA/TyfjC69hhyI/AAAAAAAAAFI/GRt4igOb1pA/s1600/patch_haltsmaulD.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;(&lt;a href="http://www.pogo-shop.de/oscommerce/catalog/product_info.php?products_id=705&amp;amp;osCsid=46f782dc1e1bace1dee749e173544fd1"&gt;hier erhältlich&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Denn wenn so ein Deutscher, im Herrenmenschenmodus laufend, sich im Recht wähnt, dann meint er gern, auch das Recht zu haben, auf sämtliche Gebote der Höflichkeit verzichten zu dürfen. Undifferenzierte Poltergeister wie &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812204,00.html"&gt;Alexander Dobrindt&lt;/a&gt; und Wirrköpfe wie &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html"&gt;Ansgar Heveling&lt;/a&gt;, letzterer ein lebendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich an den eisernen Grundsatz zu halten, niemals etwas zu veröffentlichen, das man unter Alkoholeinfluss verzapft hat, sind da noch geradezu harmlos, weil bislang nur im Inland wahrzunehmen. Vom Lippizanervergleich des durch keine Debatte aus der Spur zu bringenden Hobbygenetikers &lt;a href="http://derstandard.at/1326503416163/Sarrazin-und-die-Deutschen-als-edle-Lipizzaner"&gt;Thilo Sarrazin&lt;/a&gt; gar nicht erst zu reden. Es ist eine Sache, innenpolitisch auszukeilen und dabei nicht immer alle Regeln des Anstands zu beachten. Was im Land passiert, soll halt im Land bleiben. In letzter Zeit aber häufen sich verbale Ausfälle konservativer Krawallos, die ernsthaft das diplomatische Klima gefährden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nehmen wir den passionierten Weißbierfan und CDU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder. Der haute Mitte November den &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,797945,00.html"&gt;Kracher&lt;/a&gt; raus, dass in Europa jetzt wieder Deutsch gesprochen werde. Er scheint die ganze Aufregung bis heute nicht verstanden zu haben, wo er doch schließlich nur die Wahrheit gesagt hat: Schließlich hätten "wir" ja alles richtig gemacht und wenn alle sich mal ein Beispiel nähmen, wäre alles gut. Blähköpfe wie er vergessen offenbar immer wieder, dass deutsche Hegemonialansprüche für viele europäische Länder eben noch nicht so weit weg sind, wie die Kauders dieser Welt es sich in ihren Schlussstrichphantasien gern herbeiträumen. Auch sein jüngster &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-griechenland-soll-kontrolle-ueber-finanzpolitik-abgeben-11628760.html"&gt;Vorschlag&lt;/a&gt;, Griechenland unter Kuratel eines Sparkommissars zu stellen, dem angeschlagenen Land also mal eben eines der zentralsten Rechte eines souveränen Staates aus der Hand zu nehmen, scheint ihm so selbstverständlich wie zwei neue Weißbier zu bestellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das publizistische Gegenstück zu Kauder ist &lt;a href="http://www.spiegel.de/thema/spon_fleischhauer/"&gt;Jan Fleischhauer&lt;/a&gt;, der Neocon vom Dienst. Der trägt bekanntlich schwer daran, unter anständigen Leuten aufgewachsen zu sein (was ihn übrigens nicht davon abgehalten hat, sein Kindheitstrauma schamlos &lt;a href="http://shop.spiegel.de/shop/action/productDetails/9422062/jan_fleischhauer_unter_linken_3499624788.html?aUrl=90009999"&gt;zu Geld &lt;/a&gt;zu machen). Zwar gibt er sich kokett als jemand aus, der 'aus Versehen' konservativ wurde, ist tatsächlich aber, wie alle frisch Bekehrten, ein Tausendprozentiger. Seit knapp zwei Jahren darf diese beschlipste Randlosbrille sich in einer wöchentlichen Kolumne bei SPIEGEL online auskotzen. &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811817,00.html"&gt;Letzten Montag&lt;/a&gt; verwechselte er die folgenden kognitiven Flatulenzen mit ernstzunehmenden Gedanken: Erstens sei das Verhalten des Kapitäns der &lt;i&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt; typisch italienisch und zweitens sei es ein weiterer Fehler, den die Linken auf ihrer unendlichen Liste hätten, eine so wichtige Größe wie Nationalcharakter leichtfertig über Bord zu werfen.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgesehen davon, dass Nationalismus die Religion der ganz Schwachen ist und so was wie Nationalcharakter was für die ganz Denkfaulen, wäre so ein Bullshit in normalen Zeiten nicht einmal eine Fußnote wert gewesen. Aber in Zeiten wie diesen, in denen das Klima eh schon so aufgeheizt ist und zudem jede Kleinigkeit sich mit Lichtgeschwindigkeit verbreitet, kam es in italienischen Medien erwartungsgemäß zu &lt;a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/medien-streit-italien-spiegel"&gt;Protesten&lt;/a&gt;. Da hatten die sarrazynischen Fleischi-Fans so richtig ihren Spaß und holten sich kollektiv einen darauf runter, wie irre mutig sie doch sind und wie doll sie es den Politisch Korrekten mal wieder besorgt haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn sie nämlich mit Recht kritisiert werden für ihr Gepolter und ihr Porzellanzerdeppern, dann, ja dann werfen sie sich mit großer Geste in die Pose des politisch Verfolgten. Was die Zukunft befürchten lassen könnte, zeigt ein Bllick über die Grenze nach Österreich. Dort ist man offenbar schon einen Schritt weiter: Weil die feiernden Burschenschafter auf dem WKR-Ball, der im übrigen – Honi soit qui mal y pense – am internationalen Holocaust-Gedenktag stattfand, tatsächlich Gegendemonstrationen ertragen mussten, &lt;a href="http://derstandard.at/1326504087157/Nach-WKR-Ball-Breite-Empoerung-ueber-Straches-Judenvergleich"&gt;verglich&lt;/a&gt; FPÖ-Chef Strache sich und die seinen allen Ernstes mit den Opfern der, wie er es ausdrückte, Reichskristallnacht. Kann man so was noch erfinden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Leute wie Kauder und Fleischhauer ist das Leben ein einziger Stammtisch. Die Produkte ihrer verbalen Diarrhoe sind genau das, was geschichtsvergessene Polterköppe immer fordern: Dass jetzt aber endlich mal Schluss sein müsse mit dieser Büßerhaltung, diesem verklausulierten Getue, dass jetzt aber mal Klartext gesprochen werden müsse. Was sie für Offenheit und vielleicht sogar für Mut halten, ist in Wahrheit nichts weiter als völliger Mangel an Sensibilität und pure Rüpelei. Unglücklicherweise lässt sich mit solch unreifem Gepöbel in gar nicht mal so kleinen Ecken der etablierten Medienlandschaft inzwischen ausgezeichnet verdienen. Diese Pöbler in Politik und Journaille gerieren sich wie jene legendären deutschen Touristen im Ausland, die sich nicht entblöden, diesen italienischen Handwerkerluschen mittels Kindersprache mal zu erklären, wie echte Wertarbeit aussieht – und die sich dann wundern, warum diese undankbaren Itaker nicht etwa vor Bewunderung auf die Knie fallen vor so viel Weisheit, sondern auch noch frech werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am wenigsten gut kommt deutsche Großmannssucht traditionell in Großbritannien an. Der britische Zeithistoriker Timothy Garton Ash schreibt bekanntlich im &lt;i&gt;Guardian&lt;/i&gt; eine wöchentliche &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/profile/timothygartonash"&gt;Kolumne&lt;/a&gt;, meistens zur Europapolitik. Ash ist sicher einer der besten Europaexperten und Deutschland-Kenner auf der Insel und bemüht sich normalerweise nach Kräften, die Kapriolen der deutschen Politik zu erläutern. Dadurch wurde schon manches Missverständnis aus der Welt geschafft. Im November aber fiel sogar diesem engelsgeduldigen Feingeist nichts mehr ein als seinen Lesern, resignierend vor der geballten Ladung Instinktlosigkeit, die da vom Kontinent herübergeschwappt kam, zu &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/nov/16/cameron-vision-europe-merkel"&gt;erklären&lt;/a&gt;, was &lt;i&gt;gibberish&lt;/i&gt; auf Deutsch bedeutet: Kauderwelsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-3091871155284821134?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/3091871155284821134/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/verbales-rowdytum.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3091871155284821134'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3091871155284821134'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/verbales-rowdytum.html' title='Verbales Rowdytum'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-p0j3vj59JJA/TyfjC69hhyI/AAAAAAAAAFI/GRt4igOb1pA/s72-c/patch_haltsmaulD.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4266400626382746489</id><published>2012-01-30T18:44:00.002+01:00</published><updated>2012-01-30T21:14:02.073+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Die DNA der Dienste</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt; &lt;!--  @page { margin: 2cm }  P { margin-bottom: 0.21cm } --&gt; &lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das Bundesamt für Verfassungsschutzund der Bundesnachrichtendienst (BND) sind zwei verschiedeneBehörden, die grundsätzlich getrennt zu betrachten sind. Beide sindsie aber Kinder der Adenauer-Ära. Als wesentliche Elemente derKanzlerschaft Adenauers können Westintegration, Wiederaufbau,Ausgleich mit Israel und Antikommunismus gelten. Zwar war Adenauerselbst über jedweden Verdacht erhaben, demNS-Regime hinterherzutrauern, aber der scharfe, ideologische Antikommunismus derCDU bot vielen, die das sehr wohl taten, eine geistige Heimat. Das führte in den Eliten und im Staatsdienst haufenweise zu Karrieren, bei denen über eine NS-Vergangenheit imEinzelfall großzügig hinweggesehen wurde. Gleichzeitig konnte schon das Gerüchtder Nähe zu irgendwie linken Kreisen eine Karriere im öffentlichenDienst ernsthaft in Gefahr bringen. Man rechtfertigte das, indemman darauf verwies, die einschlägige Erfahrung dieser Leute sei sowichtig für den Wiederaufbau und die Organisation neuer Strukturen,dass ihre belastete Vergangenheit dem gegenüber zu vernachlässigensei.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Am prominentesten war hier sicher &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Globke"&gt;Hans Globke&lt;/a&gt; (1898-1973). Nach seiner Karriere im preußischenInnenministerium und im Reichsministerium des Inneren. Dort hat ermitgearbeitet am Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschenVolkes (1935) und dem Personenstandsgesetz (1937). In derNachkriegszeit avancierte er erst zum Ministerialdirigenten imKanzleramt, ab 1953 zum Staatssekretär. Globkes Laufbahn wurdedadurch zu einem Musterbeispiel für jene bruchlosen Karrieren, wiesie für ehemalige NS-Bürokraten in der Adenauer-Ära durchausmöglich waren.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das galt im übrigen nicht nur für dieim Entstehen begriffene Bundesrepublik. Bekanntestes Beispiel istRaketentechniker &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wernher_von_Braun"&gt;Wernher von Braun&lt;/a&gt; (1912-1977) und seinMitarbeiterstab. Nicht einmal die SS-Mitgliedschaft von Brauns störteseine neuen Brötchengeber im Exil, so lange er den Amerikanern bravsein Know-how für die Entwicklung funktionierender Interkontinental-und Weltraumraketen zur Verfügung stellte. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ähnlich verhielt es sich mit demKnow-how des Generalmajors &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Gehlen"&gt;Reinhard Gehlen&lt;/a&gt; (1902-1979), bis 1945Leiter der Abteilung Fremde Heere Ost des Generalstabes des Heeres.Nachdem er kurz vor Kriegsende das Material der Abteilung gesicherthatte, ergab er sich der US-Armee und begann ab 1946 in deren Auftragdie so genannte Organisation Gehlen in den Westzonen aufzubauen, weilden Westalliierten es an detailliertem Wissen über die Rote Armeemangelte. Die Organisation Gehlen bildete den Kern des 1951gegründeten Bundesnachrichtendienstes. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Gründungen vonBundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz waren Erscheinungen desbeginnenden Kalten Krieges und ihre Aufgabe war Informationsgewinnungüber die UdSSR nach außen bzw. über die KPD und ihr verwandterOrganisationen nach innen. Für die Bekämpfung rechtsextremer bzw.rechtsradikaler Strukturen waren sie nicht gegründet worden und auchnie gedacht. Im Gegenteil: Während der sechziger Jahre erlebte dierechtsextreme NPD unbehelligt ihren größten Aufschwung und warregelmäßig mit Ergebnissen von bis zu zehn Prozent in der Hälfteder Landtage der alten Bundesrepublik vertreten. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Jetzt ist der Verfassungsschutz gleichzwei Mal innerhalb eines Jahres unangenehm aufgefallen und muss sichden Vorwurf gefallen lassen, auf dem rechten Auge einen getrübtenBlick zu haben, während das linke zu scharf sieht. Die rechteTerrorzelle NSU konnte über Jahre relativ ungestört operieren,obwohl man jede Menge V-Leute in die rechte Szene geschleust hatte.Jetzt kam heraus, dass demokratisch gewählte Bundestagsabgeordneteder Linken ohne Wissen des Parlaments mit, wie es heißt,nachrichtendienstlichen Mitteln bespitzelt wurden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eine schnurgerade Linie zu ziehen, wärenatürlich vereinfachend. Der Verfassungsschutz von 2011 ist nichtmehr der von 1955. Doch pflegen Behörden und Institutionen solcherGröße erfahrungsgemäß immer Ballast aus vergangenen Jahrzehntenmit sich zu schleppen, eine gewisse DNA zu haben. Vom &lt;a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2147/westerwellendammerung"&gt;Auswärtigen Amt&lt;/a&gt; sagt man sich, dort hätte der alte preußische Adel, seitGenerationen sattelfest in Fragen von Diplomatie und Protokoll, bisheute seine Nische, ohne dass die Öffentlichkeit davon groß Notiznehmen würde. Die Frage scheint daher berechtigt, welche Traditionenbei den Geheimdiensten da noch lebendig sind. Es ist zu bedenken dass dieMühlen von Behörden sehr langsam mahlen, die Laufbahnen ihrerBeamten meist über Jahrzehnte gehen. Die Parteizugehörigkeit desPräsidenten wird da zweitrangig. Wie von wem und nach welchenKriterien wurde über die Jahrzehnte der Nachwuchs rekrutiert? WelcheSeilschaften waren und sind da immer noch aktiv? Der Bericht, den derVerfassungsschutz jedes Jahr zu veröffentlichen hat, dürfte da kaumAuskunft geben.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich kann solcher Ballastnicht der einzige Grund sein für das skandalöse Wegsehen der Schlapphütenach rechts. Gut möglich, dass man Neonazis bei den geheimenDiensten noch immer als halbbelichtete, spontan agierende Haudraufs&lt;a href="http://www.taz.de/Kommentar-Neonazi-Terror/%2186538/"&gt;unterschätzt&lt;/a&gt;, mit denen die örtliche Polizei gut fertig werdenwürde, wenn mal etwas passiert. Linksextreme hingegen waren und sindnicht zuletzt deswegen gefürchtet, weil ihnen von jeher der Rufanhaftete, von schlauen Masterminds gelenkte, hervorragend vernetzteUntergrundorganisationen zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der Popanz vom wirren Bombenleger mitrotem Stern auf der Mütze scheint auch im 21. Jahrhundert weitgrößeren Schrecken beim deutschen Kleinbürger hervorzurufen alsder straff gescheitelte Rechte, der immer so nett den alten Damenüber die Straße hilft. Der Verfassungsschutz steht mit seinerRechtsblindheit nicht im luftleeren Raum da: Über alle Jahrzehntehat sich der scharfe Antikommunismus der Adenauer-Jahre in Teilen deskonservativen Spektrums bis heute bestens gehalten. Mit der altenPanikmache vor allem, was links von der neoliberalen SPD steht, lässtsich bei Teilen des verängstigten Bürgertums offenbar immer nochhervorragend punkten. Wäre dem nicht so, dann würden gewisse Leutenämlich öfter mal die Gosche halten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man schaue sich das hilflose &lt;a href="http://www.taz.de/Kolumne-Wortklauberei/%2186389/"&gt;Geruder&lt;/a&gt;der der strammkonservativen Minister Friedrich (CSU) und Köhler(CDU) an. Bei jeder rechten Gewalttat weisen sie darauf hin, dass dasnatürlich ganz furchtbar schlimm sei und man auch alles unternehmenwerde, doch auf keinen Fall dürfe die Gefahr, die der Republik vonlinks drohe, jetzt unterschätzt werden. Wie viele Menschen müssendie Rechten in diesem Land eigentlich noch ermorden, damit solcheFlachzangen einmal ihre dämlichen Relativierungen im Schrank lassen?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man erinnere sich an das Zeter undMordio, das von rechts angestimmt wurde, wenn in den vergangenenJahren des Nachts die Autos brannten. Ohne die Spur eines konkretenHinweises wurde sogleich messerscharf herumfabuliert, so was könnteneigentlich nur die Linken gewesen sein, weil die ja immer so neidischseien und was gegen das Wohlstandssymbol Auto hätten und man solltedringend den Anfängen wehren. Das hat ganz hervorragendfunktioniert, denn ideologisch verkleisterte Deppen nehmen solcheAngstmache gern für bare Münze. Die Angst um des Deutschen liebstesKind scheint bei einigen ähnlich paranoide Dimensionen angenommen zuhaben wie die vor dem allgegenwärtigen Kinderschänder. Man muss dieInternetforen gelesen haben, in denen jeder Gedanke daran, dass dieLinken vielleicht doch nicht in allem komplett unrecht hätten,sofort von Schreihälsen niedergebrüllt wurde mit: Ach, Sie wollenalso, dass auch Ihr Auto brennt??? Während der Autozündler vonBerlin sich peinlicherweise als wirrer Einzeltäter ohne jeden Bezugzur linken Szene entpuppte, mordete zur gleichen Zeit die ZwickauerZelle munter weiter, ohne dass das in der Öffentlichkeitbreitgetreten wurde. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Manchmal liest man wahre Worte anStellen, wo man sie nie vermuten würde. Letztens habe ich in derStadtbibliothek ein &lt;a href="http://www.geramond.de/titel-45107-175_jahre_eisenbahn_in_deutschland_luxus_edition_159.html"&gt;Buch&lt;/a&gt; über 175 Jahre Eisenbahn in Deutschlandausgeliehen. In dem Kapitel über die Anfänge der DeutschenReichsbahn-Gesellschaft ist ein Bild zu sehen, auf dem sichMenschenmassen auf einem Zug der Berliner S-Bahn drängen. Ein Bild,wie man es heute nur aus Ostasien kennt. Die Bildunterschriftlautet: „Im Sommer 1919 führte ein Streik in Berlin zu maßloserÜberfüllung der wenigen noch fahrenden Züge. Das zeitweise Wankender 'öffentlichen Ordnung' schockierte das Bürgertum mehr als alleBlutbäder des zu Ende gegangenen Weltkrieges. Schon keimte dieSehnsucht nach dem 'starken Mann'.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer kennt es nicht, dieses hin und wieder sich einstellende Gefühl, ein Buch am liebsten knutschen zu wollen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4266400626382746489?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4266400626382746489/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/die-dna-der-dienste.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4266400626382746489'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4266400626382746489'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/die-dna-der-dienste.html' title='Die DNA der Dienste'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8682390476146368204</id><published>2012-01-25T18:29:00.002+01:00</published><updated>2012-01-25T18:30:47.478+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Essen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Brain Farts'/><title type='text'>Brain Farts, 25.01.2012</title><content type='html'>&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Verfluchte hohe Lebensmittelpreise&lt;/i&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eine hoch interessanteMilchmädchenrechnung macht Christian Mittermeier im&lt;a href="http://blog.zeit.de/nachgesalzen/2012/01/18/milchmadchen-rechnungen_6308"&gt;Nachgesalzen-Blog&lt;/a&gt; der ZEIT auf. Er tut nichts weiter als dieKilopreise für verschiedene Lebensmittel aufzuführen:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„1 kg Äpfel oder Birnen beiAnlieferung zur Versaftung 0,08 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg w.o. aus kontrolliertemAnbau (mit Nachweis) zur Versaftung 0,15 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg GetreideSackware 0,26 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Grillhaxen vom Schwein Vlies-Schnitt 1,39Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Hähnchen TK 1,63 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg halbes Schwein (HKl E wie„Extra“) 1,99 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Mangold 2,25 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Äpfel 2,55Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Schalotten 3,25 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Rehwild in der Decke 4Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Lachsforelle 7,95 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Ochsenherz-Tomaten 8Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Panko Paniermehl 8,11 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg industriellhergestellter Schokoriegel 8,60 Euro&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Büffel-Mozzarella12,75&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg Kräutersaitling (Zuchtpilze) 13,90&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg PresaIberica de Bellota (Schwein aus Spanien) 25,90&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;1 kg industriellhergestellter Tete de Moine in Röschen 35,90&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Alle Preise ohneMwSt.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Daraus lassen sich dann einige netteRechenaufgaben basteln: &lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wie viel Kilogramm Äpfel muss mansammeln und zur Sammelstelle tragen, um sich ein Brot für 2,90 Eurobeim Bäcker kaufen zu können? Berechne bitte die Menge fürkonventionelle Ware und solche aus kontrolliertem Anbau!&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wie viel Kilo TK-Hähnchen bekommt man fürden Gegenwert von einem Kilogramm Schokoriegel?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Welchen Gegenwert in Getreide hat 1Kilo japanisches Panko-Paniermehl?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wie viel Kilogramm Schweinehaxe bekämeman für einen Auto-Außenspiegel (elektrisch, grundiert,Lackierarbeiten nicht inklusive), der mit 225 Euro gelistet ist?&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Geplante Obsoleszenz&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&amp;nbsp; &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Im Rahmen des gestrigen Themenabends brachte arte gestern die Dokumentation &lt;a href="http://videos.arte.tv/de/videos/kaufen_fuer_die_muellhalde-6341726.html"&gt;'Kaufen für die Müllhalde'&lt;/a&gt;, die das offenbart, was mündigen Verbrauchern eigentlich eh klar ist, aber nichtsdestoweniger schöne Einblicke darüber bietet, wie unsere Konsumgesellschaft funktioniert.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Populisten und die Meinungsfreiheit&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann von Monsieur Sarkozy halten, was man will, aber die &lt;i&gt;République Francaise&lt;/i&gt; ist im allgemeinen, was die Verteidigung ihrer Werte angeht - von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dreyfus-Aff%C3%A4re"&gt;Ausfällen&lt;/a&gt; einmal abgesehen - immer noch eine ziemliche Bank. Die dortige Justiz ist selten verlegen darum, sich notfalls auch &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gut-boese-houellebecq-darf-islam-als-duemmste-religion-bezeichnen-181649.html"&gt;unbeliebt&lt;/a&gt; zu machen. Jetzt gibt es in Frankreich ein &lt;a href="ttp://www.tagesschau.de/ausland/frankreich448.html"&gt;'Völkermordgesetz'&lt;/a&gt;, das die Leugnung des türkischen Völkermordes an den Armeniern unter Strafe stellt. Natürlich kann man streiten über den Sinn solcher Gesetze, vor allem in Zeiten des Internet, aber die Reaktion des türkischen Ministerpräsidenten, der sogleich von einem &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/voelkermordgesetz-in-frankreich-erdogan-spricht-von-massaker-an-der-meinungsfreiheit-11621645.html"&gt;"Massaker an der Meinungsfreiheit"&lt;/a&gt; posaunte, hatte alles beieinander, was einen ordentlichen Populismus ausmacht: Schwerstes Empört- und Beleidigtsein, hetzerisches Gehabe, Hang zu grotesker Übertreibung und komplettes Negieren von möglichen eigenen Leichen im Keller. Josef Winkler hat in der &lt;a href="http://www.taz.de/Kolumne-Wortklauberei/%2186389/"&gt;taz&lt;/a&gt; eine passende Antwort darauf gefunden:&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span class="topo_col main_col" id="hauptspalte" role="main"&gt;"[Sich] vom Regierungschef eines Landes, in dem kritische Publizisten wegen "Beleidigung des Türkentums" für Jahre hinter Gittern wandern und das einen Krieg gegen eine Minderheit im eigenen Land führt, in dem just vor ein paar Wochen mal wieder 35 Zivilisten bei einem Luftangriff zu bröseliger Kohle verbrannt worden sind, sich von dem was über "Meinungsfreiheit" und "Massaker" erzählen lassen zu müssen, das ist schon gschmackig"  &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8682390476146368204?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8682390476146368204/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/brain-farts-25012012.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8682390476146368204'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8682390476146368204'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/brain-farts-25012012.html' title='Brain Farts, 25.01.2012'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8023434788792089319</id><published>2012-01-23T18:14:00.002+01:00</published><updated>2012-01-25T07:33:37.871+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Oh weh, oh weh! Sie bingen's einfach nicht mehr, die Männer</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Vor zwei Wochen ist in der ZEIT ein &lt;a href="http://www.zeit.de/2012/02/Maenner"&gt;Artikel&lt;/a&gt; von Nina Pauer erschienen, in dem sie der heutigen Generation von Männern um die dreißig kollektives Weicheiertum vorwirft. Die Männer von heute seien keine Männer mehr, sondern Warmduscher, die dauernd über ihre Gefühle reden wollten und darüber den Zeitpunkt verpassten, die Frau einfach zu küssen. Zudem mögen sie sich einfach nicht festlegen im Leben, seien bindungsscheu. Weil Frau Pauer sich des beliebten Tricks bedient, eigene Erfahrungen als allgemeingültig auszugeben, ohne darauf auch nur hinzuweisen, muss es natürlich offen bleiben, ob hier wirklich eine ganze Generation lenorgespülter Schmusetücher auf der Bildfläche erschienen ist. Eigentlich ist das nichts weiter als das übliche, abgestandene Prinzessinnen-Gegreine: Och Menno, die Welt dreht sich nicht, wie ich es will! Können die Männer nicht einmal so funktionieren, wie ich mir das vorstelle? Trotzdem scheint sie damit in eine Art Wespennest gestochen zu haben, denn seitdem fehlt in kaum einer großen Tageszeitung ein Beitrag, der sich mit der Generation Weichei mit Vollbart und Röhrenhose auseinandersetzt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geschlechterrollen-im-wandel-kuessen-kann-man-nicht-alleine-11610870.html"&gt;Jenny Friedrich-Freksa&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/01/07/richtig-kuessen-frau-pauer.aspx"&gt;Julia Seeliger&lt;/a&gt; widersprechen in der FAZ mehr oder weniger, &lt;a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,809420,00.html"&gt;Christoph Scheuermann&lt;/a&gt; meint im SPIEGEL: Selbst schuld, Ladys! Ebenso &lt;a href="http://www.jonathanwidder.de/index.php/easyblog/der-frust-der-frauen.html"&gt;Jonathan Widder&lt;/a&gt; in seinem Blog. Einzig &lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,810406,00.html"&gt;Silke Burmester&lt;/a&gt; begrüßt diese Entwicklung und weint dem Macho von einst, dem haarigen Biest, wie sie es ausdrückt, keine Träne nach. Diese so genannte Debatte erinnert ein wenig daran, wie vorletztes Jahr Arbeitgebervertreter &lt;a href="http://www.google.com/url?q=http://www.cesifo-group.de/DocDL/SD-2-10.pdf&amp;amp;sa=U&amp;amp;ei=BI8dT4qgNtCvtAbBzujgDw&amp;amp;ved=0CBQQFjAIOAo&amp;amp;client=internal-uds-cse&amp;amp;usg=AFQjCNGCjiVmzSxAbjBIw7R5-zObAoDQfA"&gt;monierten&lt;/a&gt;, die meisten Absolventen der Bachelor- und Master-Studiengänge seien zu stromlinienförmig, hätten selten einen eigenen Standpunkt und es mangele ihnen an Lebenserfahrung. Darauf kann es nur eine vernünftige Antwort geben, die da lautet: Selber schuld! Wer wollte denn Akademiker so und nicht anders haben? Wer hat denn jahrzehntelang bei jeder sich bietenden Gelegenheit gejammert, Deutschlands Studierende seien faule Bummelanten, die sich den Luxus einer eigenen Meinung leisteten, nicht zu Potte kämen an der Uni und viel zu alt seien? Jetzt sind eure Forderungen größtenteils umgesetzt, also kommt auch gefälligst mit den Folgen klar.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Einer der häufigsten Vorwürfe, die nicht wenige Männer sich in Beziehungskrisen von ihren jeweiligen Partnerinnen anhören durften und immer noch dürfen, ist der ihrer Unfähigkeit, über ihre Gefühle sprechen zu können. Jetzt tun sie es – zumindest dort, wo Frau Pauer sich so bewegt – und nun ist auch das wieder nicht recht. Im Gegenteil: Plötzlich bemerkt frau ihre Sehnsucht nach der starken Schulter, dem Macker, der die Initiative ergreift und weiß, wo es langgeht. Christoph Scheuermann meint dazu, die gute Nachricht an diesen weiblichen Anwürfen sei, dass deutlich würde, dass die Frauen offensichtlich auch nicht mehr wüssten, was sie wollten. Sie wüssten nur genau, was sie nicht wollten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich sind es auch nur punktuelle Beobachtungen meinerseits, aber es fällt mir hier und da auf, dass viele – keineswegs alle! – Frauen bei der Partnersuche vorzugehen scheinen wie bei einer &lt;a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/8618/die-5-dating-fehler-von-frauen/comment-page-29/#comments"&gt;Rasterfahndung&lt;/a&gt;. Anstatt ihrem Herzen zu folgen, haken sie ihren sorgsam ausgearbeiteten Kriterienkatalog ab: Größe, Beruf, Verdienst, Auto, Großzügigkeit, Formbarkeit und so weiter. Dabei bleiben jede Menge Männer auf der Strecke, für die sie wirklich etwas empfinden und die ihnen vielleicht auch gut tun würden, nur leider, leider ein oder zwei Punkte auf der Liste nicht erfüllen. Es kann der tollste Mann daherkommen, hat er den Ansatz einer Plauze oder weigert er sich gar, jede kostspielige Restaurantrechnung zu übernehmen – hinfort mit ihm! So etwas ist natürlich legitim, nur sollten Frauen, die ihre potenziellen Partner auf solche Weise mit emotionaler Kälte und Berechnung abscannen, sich nicht über die Abwesenheit von Romantik und Leidenschaft beschweren. Und weil etliche nicht auf der Rechnung zu haben scheinen, dass auch ein Mr. Perfect, der allen oberflächlichen Ansprüchen gerecht wird, ein Arschloch sein kann, wird hinterher wieder über die bösen Männer im Allgemeinen gejammert.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenn moderne Männer so bindungsunwillig sind, dann haben sie im Übrigen gute Gründe dafür: Haben sie doch oft in der eigenen Familie erlebt, was es heutzutage heißt, verheiratet zu sein. Eine Hochzeit ist heute kein Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft mehr, nicht die Aussicht, auch im Alter nicht allein durchs Leben gehen zu müssen, sondern eine 50:50-Wette darauf, nach zehn Jahren finanziell ruiniert dazustehen. Denn ungefähr die Hälfte aller Ehen wird geschieden und drei Viertel aller Scheidungen werden von Frauen eingereicht. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es könnte sein, dass Frauen wie die fleißigen Schreiberinnen nicht nur nicht wissen, was sie wollen, sondern auch nicht wissen, was sie eigentlich sind. Populärfeministische Fama stilisiert Frauen entweder zu menschlich höher stehenden Wesen qua Geburt, zu Superheldinnen, die mindestens alles können, was Männer können, das aber doppelt so gut oder zu hilflosen, schutzbedürftigen Opfern, die mittels Quoten oder der ganzen Härte des Gesetzes vor jeglicher Zumutung des Lebens zu schützen sind – je nach dem, wie's gerade passt. Eine der ersten prominenten Feministinnen, der aufgefallen ist, dass der moderne Feminismus gewaltig in die falsche Richtung läuft, war Doris Lessing. In einem berühmt gewordenen &lt;a href="http://www.vaeter-aktuell.de/feminismus/Lessing_20010814.htm"&gt;Interview&lt;/a&gt; (&lt;a href="http://www.guardian.co.uk/uk/2001/aug/14/edinburghfestival2001.edinburghbookfestival2001"&gt;Original&lt;/a&gt;) sagte sie 2001: "Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten. &lt;span style="font-weight: normal;"&gt;Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen.&lt;/span&gt; Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun." &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die andauernde weibliche Selbstüberhöhung, das von keiner Reflexion getrübte Bewusstsein femininer Großartigkeit zählt sicher zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen des Feminismus. Um Missverständnissen vorzubeugen: Wohl kaum jemand mit allen Latten am Zaun, egal ob Frau oder Mann,&amp;nbsp;dürfte in jene Zeiten zurückwollen, in denen Frauen es nicht erlaubt war, ohne Genehmigung des Ehemannes ein Konto zu eröffnen oder einen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen. Auch dass das Mantra vom 'schwachen Geschlecht', das &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=nNUYazKQ5s8"&gt;behandelt&lt;/a&gt; wurde, als sei die Tatsache, eine Frau zu sein, eine Vorstufe zur geistigen Behinderung, zumindest in unseren Breiten weitestgehend auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt wurde, ist nichts, worüber man trauern sollte. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es sollte klar geworden sein, dass ich kein Feminist bin. Gegen Gleichberechtigung und rechtliche Gleichstellung habe ich hingegen niemals das Geringste einzuwenden gehabt. Im Gegenteil: Wo immer es noch irgendwo Gesetze und Regelungen geben sollte, die Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts von irgendetwas ausschließen, bin ich sofort zur Stelle. Nicht, um mich als großer Vorkämpfer für die Sache der Frauen aufzuspielen, sondern weil so etwas ganz einfach meinen Vorstellungen von Fairness und Gerechtigkeit widerspricht. Außerdem halte ich die diesen alten Zöpfen zugrunde liegende Prämisse, nach der es reine Frauen- und Männerberufe geben soll, für die das jeweils andere Geschlecht per se nicht geeignet sein soll, für Mumpitz. Es gibt Männer, die hervorragende Erzieher abgeben, so wie es auch Frauen gibt, deren Händchen für Handwerkliches etliche Männer neidisch werden lässt. Dass in diesen Berufen ansonsten die Geschlechterverhältnisse eher einseitig sind, ändert daran nichts.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es stellt sich die Frage, warum die Nina Pauers dieser Welt sich so standhaft weigern, auf die Bereiche des Lebens zu schauen, in denen Frauen wirklich den größten Einfluss haben, anstatt immer nur über ihre gefühlte Machtlosigkeit zu klagen und immer wieder den Männern die Schuld an allem Elend der Welt in die Schuhe zu schieben,&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es ist sicher nicht übertrieben, zu sagen, dass die Erziehung von Kindern, und damit auch von Jungen, heutzutage überwiegend in Frauenhand liegt. In geschiedenen Ehen bleiben die Kinder oft bei der Mutter, wenn sie sich nicht gleich ganz dafür entscheidet bzw. sich gezwungen sieht, von vornherein allein zu erziehen. In Kindergärten und Grundschulen arbeiten fast ausschließlich Frauen und auch auf den Gymnasien ist in den Kollegien inzwischen Geschlechterparität erreicht. Nur die Hochschulen sind in einigen Fachbereichen immer noch ziemliche Männerdomänen. Wohl noch nie hatten Frauen so viel aktiven Einfluss auf Sozialisation und Prägung der Männer von morgen wie heute. Seit zirka fünfzehn Jahren weisen Pädagogen darauf hin, dass die zunehmende Feminisierung häuslicher und institutionalisierter Erziehung für die Jungen nicht ohne Folgen bleiben dürfte. Wenn also immer mehr Frauen die Männer von heute als verkorkst empfinden, könnte es in der Tat hilfreich sein, wenn sie sich auch mit der Frage befassten, worin eventuell ihr Anteil daran liegen mag.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8023434788792089319?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8023434788792089319/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/oh-weh-oh-weh-sie-bingens-nicht-mehr.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8023434788792089319'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8023434788792089319'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/oh-weh-oh-weh-sie-bingens-nicht-mehr.html' title='Oh weh, oh weh! Sie bingen&apos;s einfach nicht mehr, die Männer'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-7895195415968099701</id><published>2012-01-20T17:02:00.002+01:00</published><updated>2012-01-20T17:23:49.205+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Es gibt sie noch, die guten Nachrichten</title><content type='html'>&lt;br /&gt;Die Insolvenz des Schlecker-Konzerns ist einzig für die Minderheit der dort Beschäftigten eine schlechte Nachricht, die sich bei einem Laden mit derart eigenwilligen Vorstellungen von Entlohnung und Mitarbeiterführung wirklich wohl gefühlt hat. Für alle anderen ist es eine hervorragende Nachricht. Und denjenigen, die jetzt verständlicherweise Angst haben um ihre berufliche Zukunft, kann man guten Gewissens sagen: Kopf hoch, etwas besseres als das findet ihr allemal! Mir sind in SGBIII-Maßnahmen Menschen begegnet, die freiwillig dort gekündigt haben und lieber die dreimonatige AlG-1-Sperre der Agentur in Kauf genommen haben, als sich auch nur eine Woche länger ausbeuten und schurigeln zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-9R7tfpCFUjw/TxmNdLnhzhI/AAAAAAAAAE4/ibrLJt174Co/s1600/arschlecker.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="287" src="http://2.bp.blogspot.com/-9R7tfpCFUjw/TxmNdLnhzhI/AAAAAAAAAE4/ibrLJt174Co/s400/arschlecker.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;(Sorry für die Auflösung! &lt;a href="http://fotos.mtb-news.de/p/1031598"&gt;Quelle&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Ich habe nie verstehen können, wie ein Mensch mit zwei Augen im Kopf, funktionierendem Fortbewegungsapparat und einem Rest an Verstand zu der Auffassung gelangen konnte, in einer der Klitschen des schwäbischen Schacherers ließe sich so prima wie sonst nirgends einkaufen. Vor allem, wenn man die Alternativen bedenkt: Es liegt mir fern, Werbung zu machen. Aber auch, wenn z.B. &lt;a href="http://www.dm-drogeriemarkt.de/cms/servlet/segment/de_homepage/"&gt;dm &lt;/a&gt;letztlich auch nur Gewinne machen will, scheint mir das das bei weitem geringste Übel zu sein. Zumal der Gründer Götz Werner ein Beispiel dafür ist, dass sich auch ohne Mobbing, klinische Kniepigkeit und dreiste Dumpinglöhne gute Gewinne machen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-7895195415968099701?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/7895195415968099701/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/es-gibt-noch-gute-nachrichten.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7895195415968099701'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7895195415968099701'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/es-gibt-noch-gute-nachrichten.html' title='Es gibt sie noch, die guten Nachrichten'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-9R7tfpCFUjw/TxmNdLnhzhI/AAAAAAAAAE4/ibrLJt174Co/s72-c/arschlecker.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4280542184098271570</id><published>2012-01-19T12:14:00.001+01:00</published><updated>2012-01-19T12:17:44.292+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Schettino als Symptom?</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Ein alter Mythos besagt, es sei die Pflicht eines Kapitäns,mit ‚seinem’ Schiff unterzugehen. Das ist Blödsinn. Niemand erwartet ernsthaftvon einem Kapitän, auf dem Kiel stehend im sturmumtosten Nass zu versinken, dieHand an der Mütze zum letzten Gruße wie weiland am Skagerrak. Die Verantwortungfür die Sicherheit von Passagieren, Crew und Schiff gehört allerdings zu denPflichten eines Kapitäns. Erst wenn er alles in seiner Macht stehende getan hatund nach menschlichem Ermessen nichts mehr zu retten ist, dann darf er vonBord. Und wer von der Seefahrt träumt, diese Verantwortung aber nicht zu tragenbereit ist oder sich nicht sicher ist darüber, möge sich unter den zahlreichenreizvollen Tätigkeiten auf einem Schiff bitteschön eine andere suchen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Sich vom grünen Tisch aus zum Richter über Kapitän Schettinoaufzuschwingen, ist wohlfeil und bringt nicht mehr an Erkenntnis als derDorfklatsch beim Bäcker. Man kann natürlich spekulieren, aber welcher Teufelden Mann geritten hat, bleibt ein Rätsel. Vermutlich stand er wirklich unterSchock. Vielleicht stimmt auch, was gesagt wird, nämlich dass er sich an Landum Gerettete gekümmert hat. Nur: Warum ist er dann an Land geblieben und nichtaufs Schiff zurück gekehrt, wie etliche Crewmitglieder? Klar sein dürfte nur,dass er für den Rest seines Lebens kein Fischerboot mehr wird steuern dürfen,wenn die Ermittlungsbehörden mit ihm fertig sein werden. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Wem das alles moralinsauer erscheint oder leicht gesagt,verkniffen oder spießig gar – wir sind doch alle nur Menschen, hehe, nichtwahr? – möge sich bitte einen Augenblick lang vorstellen, wie er es fände, wenndie örtliche Feuerwehr so arbeiten würde. Brennendes Haus? Pfff, ja, das istaber schlecht im Moment. Ich habe nämlich gleich einen Termin bei meinemVermögensberater und danach Maniküre. Außerdem könnte ich mir eine Brandblaseholen. Wie? Kinder im Dachgeschoss eingeschlossen? Jetzt regen Sie sich dochnicht so auf! Wissen Sie, ich kriege beim Anblick von Feuer immer Panikattacken.Wer würde so eine Feuerwehr haben wollen?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Für die simplen und Kleingeister ist alles mal wieder ganzeinfach: Bestrafen, den wirren Einzeltäter und zur Tagesordnung übergegangen.Lässt man Schettino jedoch aus dem Spiel, stellen sich andere Fragen. Normalerweisebekommt niemand das Kommando über ein Schiff mit mehreren tausend Menschen,weil er einen dreiwöchigen Schnellkurs an der Volkshochschule gemacht hat,sondern erst nach einer jahre-, vielleicht jahrzehntelangen Laufbahn. Wiekonnte es dann passieren, dass jemand, der offensichtlich so wenig geeignetist, so einen Posten bekam? Weiter muss man fragen: Wenn schon der Kapitän sichals Totalausfall entpuppt – was vorkommen kann – wo waren dann erster undzweiter Offizier? Die müssten in so einer Situation notfalls das Kommandoübernehmen und die Rettungsmaßnahmen in die Hand, wenn der Käpten nicht dazu inder Lage ist. Warum ist von denen nichts zu hören? &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Was, wenn Schettino, ohne den Mann überbewerten zu wollen,kein Einzelfall ist, sondern vielmehr symptomatisch? Dann wäre er eine völlignormale Erscheinung in einer stromlinierten, durchrationalisiertenGesellschaft, in der Dinge wie Verantwortung, Mitmenschlichkeit und Hingabeallenfalls als &lt;i&gt;Nice To Haves&lt;/i&gt; gelten, ansonsten aber für Sozialromantiker.Normal in einer Gesellschaft, die Blender und Aufschneider nach oben spült.Solche, die zwar hervorragend &lt;i&gt;Bella Figura&lt;/i&gt; und einen auf Leistungsträgermachen können, die richtigen Leute kennen und Alphatiere sind imKonkurrenzkampf mit anderen, die aber sofort den Ort des Geschehens verlassen,wenn es mal ernst wird und sich hinterher fadenscheinig rausreden. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Es gibt immer noch Leute, die uns erzählen wollen, es seidas beste für die Allgemeinheit, wenn alle an sich selbst dächten. Sind solcheQuarktaschen sich ansatzweise im klaren darüber, dass auch sie sich inNotsituationen auf Menschen verlassen müssen, deren wichtigste Aufgabe es ist,eben nicht an sich zu denken, wenn es hart auf hart kommt?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-tZOnAbXsUdE/Txf6uar1X_I/AAAAAAAAAEw/SsIMhclsntA/s1600/Lampedusa_noborder_2007-2.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="213" src="http://3.bp.blogspot.com/-tZOnAbXsUdE/Txf6uar1X_I/AAAAAAAAAEw/SsIMhclsntA/s320/Lampedusa_noborder_2007-2.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Keine Kreuzfahrt: Flüchtlinge auf Lampedusa (&lt;a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Lampedusa_noborder_2007-2.jpg&amp;amp;filetimestamp=20110213163956"&gt;2007&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Noch etwas: Natürlich ist das Drama um die &lt;i&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt;eine Tragödie. Warum aber wird über die wahre Tragödie, die sich fast täglichauf dem nassen &lt;a href="http://www.taz.de/Kommentar-Costa-Concordia/%2185840/"&gt;Friedhof Mittelmeer&lt;/a&gt; abspielt, kaum mehr berichtet? Es ist dieder afrikanischen Flüchtlinge, die nach wie vor zu Tausenden in primitivenBooten übersetzen und versuchen, sich zumindest lebend nach Lampedusadurchzuschlagen. Manchmal geht das schief. Zuletzt sind im August 2011 zirka100 von ihnen, vor allem Frauen und Kinder, auf einem fahruntüchtigen Schiff&lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlingsdrama-tote-vor-lampedusa-nato-soll-fluechtlingen-hilfe-verweigert-haben-1.1128237"&gt;verhungert&lt;/a&gt;. Aber das sind schließlich nur Wirtschaftsflüchtlinge, die unsereSozialsysteme plündern und uns überfremden wollen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4280542184098271570?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4280542184098271570/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/schettino-als-symptom.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4280542184098271570'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4280542184098271570'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/schettino-als-symptom.html' title='Schettino als Symptom?'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-tZOnAbXsUdE/Txf6uar1X_I/AAAAAAAAAEw/SsIMhclsntA/s72-c/Lampedusa_noborder_2007-2.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5938534247895941719</id><published>2012-01-16T11:39:00.001+01:00</published><updated>2012-01-16T11:53:54.032+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>100 Jahre Titanic - Auftakt zum Jubiläumsjahr</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Fast pünktlich zum 100. Jahrestag des Unterganges der &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Titanic&lt;/i&gt; am 15. April 2012, bei dem etwa1.500 Menschen ums Leben gekommen sind, und ohne den Unternehmen wie &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;National Geographic &lt;/i&gt;und &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;History Channel&lt;/i&gt; ihren Sendebetriebhalbieren müssten, hat es am Wochenende, passenderweise war es ein Freitag, der 13., dank der Reederei Costa Crociere einekleine Erinnerung daran gegeben, dass auch 100 Jahre später Schiffe durchausnoch sinken können. Dass bislang sechs Tote bestätigt wurden, ist schlimm.Gemessen an anderen Schiffsunglücken aber ist die Havarie der &lt;i&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt; –man muss es so nennen – vergleichsweise glimpflich abgegangen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-dJUcMChzk8A/TxP9jNmO5II/AAAAAAAAAEg/GkBLxC7widU/s1600/titanic_sinking_atlantic.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="260" src="http://1.bp.blogspot.com/-dJUcMChzk8A/TxP9jNmO5II/AAAAAAAAAEg/GkBLxC7widU/s320/titanic_sinking_atlantic.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Damals (1912)...&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Der Kreuzfahrtindustrie konnte kein Schiffsunglück dervergangenen Jahre etwas anhaben. Der Untergang der &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Andrea Doria&lt;/i&gt; ist lange her und die Tragödien der &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Herald Of Free Enterprise&lt;/i&gt; (1987) und der&lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Estonia&lt;/i&gt; (1994) betrafen Fährschiffe. Derschlimmste Seeunfall der letzten Jahrzehnte, der Untergang der philippinischenFähre &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Do&lt;/i&gt;&lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;ña Paz&lt;/i&gt;, bei dem1987 über 4.000 Menschen ihr Leben verloren, ist in unseren Breiten fastvergessen. An den schweren Lustkreuzern dieser Welt ist das allesvorbeigegangen. Zwar werden sie offiziell nicht als unsinkbar bezeichnet, wieweiland der transatlatische Dreiklassenpott, aber man tut gern so: TopmoderneSchiffe, jedes neue größer als der Vorgänger, vollgestopft mit Hightech. DieBrückenbesatzung in blütenweißen Uniformen versieht ihren Dienst in einer ArtRechenzentrum, das das Führen eines Schiffes wie ein Computerspiel aussehenlässt. Hier kann eigentlich nichts passieren, lautet die Botschaft. Zumindest,so lange der Kapitän sich nicht zu riskanten Manövern hinreißen lässt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Kreuzfahrten waren ursprünglich vor allem ein Vergnügen füreine kleine, sehr zahlungskräftige Schicht von Müßiggängern, die zu viel Zeithatten. Rentner, die gerade ihre Lebensversicherung ausgezahlt bekommen hatten,waren häufige Kunden. Das hat sich geändert. Mittlerweile teilen Kreuzfahrtendas Schicksal vieler einstmals exklusiver Veranstaltungen. Sie sind zumMassenphänomen geworden. Für jeden Geschmack und jede Zielgruppe gibt esSpezialdampfer und die Reeder liefern sich einen wahnwitzigen Preiskampf. Immermehr, immer größere und modernere Schiffe täuschen eine Sicherheit vor, diesich trotz aller Technik eben nicht immer gewährleisten lässt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Das Problem: Eine bloße Kreuzfahrt ist eigentlich eine grottenlangweiligeVeranstaltung. Wenn kein Landausflug ansteht, schippert man tagelang ziellos übersMeer. Weil diese Zeit gefüllt werden muss, sind moderne Kreuzfahrtschiffehochgerüstete Anti-Langeweile-Maschinen, eine Mischung aus schwimmendem Hotel,Urlaubs-Resort, Einkaufszentrum und Amüsierviertel, in dessen Restaurants esfünfmal am Tag heißt: All You Can Eat! Hinzu kommen Bühnenshows, die jedenBallungsraum dieser Welt neidisch werden lassen. Die Meyer Werft in Papenburg,wo man ursprünglich nur langweilige Gastanker zusammenschweißte, ist dadurchübrigens zum größten Theaterbauer Deutschlands geworden.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-o4-dYI8keRU/TxP9sYmKN0I/AAAAAAAAAEo/AseONEJt00w/s1600/Concordia_36.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="213" src="http://1.bp.blogspot.com/-o4-dYI8keRU/TxP9sYmKN0I/AAAAAAAAAEo/AseONEJt00w/s320/Concordia_36.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;... und heute (2012) - via &lt;a href="http://www.stern.de/panorama/die-bilder-des-kreuzfahrt-ungluecks-das-drama-um-die-costa-concordia-1773710.html"&gt;stern.de&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Wenn touristische Angebote sich von der elitärenMinderheitsveranstaltung zum Massenspektakel mausern, ist der Preis dafür immerhoch: Skigebiete zerstören die Ökosysteme ganzer Berglandschaften, Bettenburgenund Ballermänner verschandeln Strände und die immer größer werdenden Flottender Billigflieger stellen jedes Jahr neue Rekorde beim Kerosinverbrauch auf.Der Mount Everest ist mittlerweile von Heerscharen trekkender Naturliebhaber sovollgemüllt, dass Freiwillige und Sherpas mehrmals im Jahr zum Aufräumenantreten müssen. Wer Urlaub macht, möchte offenbar zwei Wochen nicht an dieUmwelt denken müssen. Die havarierte &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;CostaConcordia&lt;/i&gt;, deren Abmessungen fast an die moderner Flugzeugträgerheranreicht, hatte insgesamt 4.200 Menschen an Bord und verbrauchte Strom wieeine Kleinstadt von 20.000 Einwohnern. Der musste irgendwo herkommen. Diemeisten Schiffsdiesel laufen heutzutage nicht, wie der Name vermuten lässt, mitDiesel, sondern mit Schweröl. Eigentlich ein Abfallprodukt aus den Raffinerien,verseucht dieses Dreckszeug, das die stetig wachsende Armada der Tanker,Container- und Kreuzfahrtschiffe antreibt, immer mehr die Meere. Natürlich,wird immer betont, werde der anfallende Müll an Bord verdichtet und dann anLand ordnungsgemäß entsorgt. Wollen wir das mal glauben. Die gnädige See decktalles zu, pflegen alte Fahrensleute immer zu sagen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Auf modernen Passagierschiffen herrscht zudem Globalisierungin ihrer reinsten Form. Zwar pfercht man heute keine armen Auswanderer mehr insZwischendeck, aber die Arbeit, die den zumeist aus Ostasien stammenden Arbeiternin den Bäuchen dieser Riesenpötte zugemutet wird, erinnert an Zustände wie zuZeiten der industriellen Revolution: Eng, heiß, stickig, ohne Tageslicht, kaumFreizeit, keine Privatsphäre und bei einfachen Tätigkeiten miserabel bezahlt.Anders sind die Schnäppchenpreise vieler Reedereien kaum zu machen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Michael Moore schilderte einmal, wie er bei einem Billigflugneben einem Piloten der Fluggesellschaft saß, der nach Hause flog. Der erzählteihm, dass die meisten Flugkapitäne bei amerikanischen Billigfliegern so wenigverdienten, dass sie Anrecht auf Lebensmittelgutscheine hätten. Moore meintedaraufhin, es sei ein beunruhigender Gedanke, in 10.000 Metern Höhe vonjemandem geflogen zu werden, der sich den Kopf darüber zerbrechen müsse, wie erseine Miete bezahlen soll. Auf jeder Kreuzfahrt vertrauen Tausende vonPassagieren ihr Leben Leuten an, die mit Billigstlöhnen abgespeist werden.Könnte man ihnen es wirklich verdenken, wenn sie im Zweifelsfall nichtsonderlich scharf darauf sind, notfalls ihr Leben zu riskieren für Schiff und Passagiere,wenn es zum Äußersten kommt?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Ralf Classen meinte im stern, es grenze, bei aller Trauer umdie Toten der &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt;, an einWunder, dass es angesichts der Zustände an Bord noch so glimpflich abgegangensei. Die 3.200 Passagiere irrten im Dunkeln im Sprachgewirr des überfordertenPersonals durch das&amp;nbsp; Schiff, das immermehr Schlagseite bekam. Rettungsübungen hatte es noch nicht gegeben, denn diestanden erst für den nächsten Tag auf dem Programm. Warum nicht schon beimAblegen?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Mit dem Urlaub ist es wie mit Bio-Lebensmitteln: Merkt manKritisches an über die industrielle Nahrungsmittelproduktion oder die Folgendes Massentourismus, landet man schnell in der Spaßbremsenecke, wo moralinsaureBesserwisser hart arbeitenden Leuten ihre wohl verdiente Erholung und ihr Hähnchenbrustfiletfür 4 Euro das Pfund missgönnen. Es geht aber nicht darum, irgendjemandemirgendetwas auszureden. Es geht nur um die simple Tatsache, dass zwangsläufig Qualität, Sicherheitund meist auch die Ökobilanz leiden, wenn etwas zu billig wird und man nicht über die Folgen jammern sollte, wenn etwas passiert. Egal, ob bei Antibiotika im Supermarktfleisch oder bei Billigkreuzfahrten. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5938534247895941719?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5938534247895941719/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/100-jahre-titanic-auftakt-zum.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5938534247895941719'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5938534247895941719'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/100-jahre-titanic-auftakt-zum.html' title='100 Jahre Titanic - Auftakt zum Jubiläumsjahr'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-dJUcMChzk8A/TxP9jNmO5II/AAAAAAAAAEg/GkBLxC7widU/s72-c/titanic_sinking_atlantic.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4059429143186021674</id><published>2012-01-13T18:01:00.001+01:00</published><updated>2012-01-14T01:28:22.632+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Die Lüge vom Sauberen Krieg</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;"Dabei wissen wir doch: / Auchder Haß gegen die Niedrigkeit / verzerrt die Züge." (Bertolt Brecht)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Könnten wir bitte damit aufhören, unsIllusionen zu machen? Illusionen darüber, dass der Krieg, den wir,der Westen, am Hindukusch führen, irgendwie sauberer oder wenigergrausam und brutal ist als alle Kriege bisher? Könnten wir bitteauch aufhören, uns Illusionen darüber zu machen, dass im Krieg, undzwar immer und überall, Menschen verrohen? Könnten wir bitteendlich damit aufhören, uns Illusionen zu machen, dass der Krieg,und zwar immer und überall, Menschen dazu bringt, Dinge zu tun, diesie unter normalen Umständen niemals tun würden?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Bilder der auf Leichen vonTalibankämpfern urinierenden US-Marines sind ohne Frage widerlich, aber inMaßstäben des Krieges nichts völlig Ungewöhnliches. Man kann essich einfach machen und sagen, Soldaten würden für das Tötenausgebildet. Das stimmt aber nur zum Teil. Vor allem werden Soldatendafür trainiert, in Situationen, in denen die meisten anderen denVerstand verlieren würden, einen klaren Kopf zu behalten und das zutun, was ihnen aufgetragen ist, gleich, ob es Tote dabei gibt odernicht. So etwas bleibt selten ganz ohne Folgen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="margin-left: auto; margin-right: auto; text-align: center;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-I7AZMEaV4UA/TxBejEIpL4I/AAAAAAAAAEY/qdLIhxFQZ_o/s1600/Steve-Bell-cartoon-004.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://3.bp.blogspot.com/-I7AZMEaV4UA/TxBejEIpL4I/AAAAAAAAAEY/qdLIhxFQZ_o/s1600/Steve-Bell-cartoon-004.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.belltoons.co.uk/"&gt;Steve Bell &lt;/a&gt;via &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cartoon/2012/jan/13/steve-bell-us-marines-urinating-cartoon"&gt;The Guardian&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer als Soldat in den Krieg zieht, tutdies zunächst möglicherweise sogar mit guten Absichten. Vielleichtist auch nur eine aufgeputschte Minderheit wirklich aufs Töten aus. Aber je längerein Krieg dauert, desto mehr leben Soldaten in einerParallelgesellschaft, in der ein menschliches Leben einen anderenWert hat als in unserer Welt der Zivilisten. Das ist nicht brutal,sondern eine Reaktion von Menschen, die in einer dauerndenExtremsituation leben müssen. Anders ließe sich die permanenteTodesgefahr wohl kaum ertragen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Marines werden nicht Elitesoldatengenannt, weil sie bessere Menschen sind, sondern weil sie ausgebildetsind für besonders riskante und schwierige Einsätze. Man ist beim&lt;i&gt;Marine Corps&lt;/i&gt; stolz darauf, immer dort, wo es brenzlig wird, alserstes vor Ort zu sein. Wenn sich ein paar dieser hochgezüchtetenExtremkämpfer, die tage-, vielleicht wochenlang den Tod vor Augenund mehr Adrenalin und Testosteron als Blut in den Adern hatten, zueiner solchen extremen Reaktion hinreißen lassen, dann wahrscheinlich deshalb, weil sich ihrüberstrapaziertes Nervenkostüm irgendwie schadlos hält. Das solldie Vorgänge nicht entschuldigen oder verharmlosen, mag sie abererklären. Wirklich schuld sind die, die Soldaten in den Krieg schicken, ohne sich im Klaren zu sein, was das bedeuten kann.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man hatte versucht, uns ansaubere Kriege zu gewöhnen. Der zweite Golfkrieg 1990/91 war einWendejahr für die moderne Kriegführung. Die USA, nach demVietnamkrieg vorsichtig geworden mit militärischen Aktionen größerenMaßstabes, führten eine internationale Koalition gegen SaddamHussein. Weil man aus Erfahrung wusste, wie empfindlich dieBevölkerung in der Heimat reagieren konnte und wie schädlich sichdas auf die Moral der Truppe auswirken konnte, hatte man Vorkehrungengetroffen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Alles sollte anders sein diesmal.Bombenangriffe sollten mit chirurgischer Präzision durchgeführtwerden, hieß es. So genannte Kollateralschäden würdeb auf ein Minimumbegrenzt. Die unscharfen Videospielbilder von einschlagenden Bombenund Raketen sollten die Illusion nähren, das sei alles eine ganzprima Sache sei, meilenweilt entfernt von jenen Massakern, die Kriegführende von jeher in ein schlechtes Licht zu rücken drohten. Maninszenierte den Krieg als telegenes Spektakel, bei dem kein Zivilistin Gefahr geraten konnte, bei den Fernsehnachrichten sein Abendessennicht herunterzubekommen. Dass auch mit chirurgischer Präzision abgeworfene Bomben Menschen zerfetzten, verstümmelten und die Davongekommenen traumatisierten, wurde weitgehend ausgeblendet und in einem geschickt entfachten Rausch aus Hurrapatriotismus erstickt. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Schon damals, 1991, sagte einer unsererProfessoren, wenn wir wirklich etwas über den Krieg erfahrenwollten, dann sollten wir uns 'Apocalypse Now' ansehen, aber nichtdie Nachrichten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das Motto der NATO-Truppen, die 1999 inden Kosovo-Krieg eingriffen, lautete: Bloß nicht die Fingerschmutzig machen. Am besten alles aus der Luft und aus großer Höhevon so genannten intelligenten Waffen erledigen lassen. Jeden Tagstand der freundlich-sachliche NATO-Sprecher Jamie Shea, einZivilist, den internationalen Journalisten Rede und Antwort underklärte ihnen, welche Ziele zerstört worden waren und wieumsichtig man dabei vorgegangen sei.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Im dritten Golfkrieg 2003 schließlichgab es noch mehr Action: Handverlesene Reporter  wurden &lt;i&gt;&lt;span style="text-decoration: none;"&gt;embeddedjournalists &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;&lt;span style="text-decoration: none;"&gt;genanntund&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; durften die Geschehnisse hautnah vor Ort filmen,wobei die Armeeführung bei der Auswahl peinlich darauf achtete, dassdie von ihr ausgewählten Bilder das Vorgehen der 'Koalition der Willigen'(welch eine Formulierung, immer noch!) nur im besten Lichteerscheinen ließ. Alle diese Maßnahmen waren Vernebelungsstrategienund haben am Krieg nicht das Geringste geändert. Sie haben ihn nuranders verkauft, sonst nichts. Das, was der Welt wirklich erzählte,was los war, kam von Amateuren und war auf YouTube zu sehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der Bombenangriff auf die Tanklastzügebei Kunduz im September 2009, bei dem zirka 142 Menschen ihr Lebenverloren, hat auch die Lebenslüge der Bundeswehr beendet, eineirgendwie sauberere Armee zu sein. Eine Art THW im Tarnanzug, dasSchulen baut und nebenbei noch ein wenig für Ruhe und Ordnung sorgt.Es mag ja sein, dass es der inständige Wunsch der Befehlshaber undSoldaten ist, dass das so sei. Es mag auch sein, dass das der Wunsch all derer ist, die in Deutschland die Kriegseinsätze der Bundeswehr befürworten. Aber Krieg ist Krieg, war immer Kriegund wird immer Krieg sein, da hilft kein Wünschen. Und niemand, derihn führt, darf jemals erwarten, mit sauberen Händen wiederherauszukommen.  &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Im Hinblick auf die ihn führenden undihm ausgelieferten Menschen entwickelt Krieg eine Eigendynamik, diestärker ist als der Wille aller Beteiligten zusammen. Wer Krieg alsMittel der Politik akzeptiert muss auch das akzeptieren und darf nicht denEmpörten geben, wenn es dann auch zugeht wie im Krieg. Wer das tut,offenbart damit, dem Marketing dermodernen Kriegs-PR auf den Leim gegangen zu sein. Man kann auch keinen netten Krieg führen, nurKrieg. Und er wird in seinen Auswirkungen auf die Psyche derBeteiligten nicht harmloser oder besser, auch nicht weniger schlimm,wenn man ihn mit besten Absichten führt. Wer das nicht aushält, darf keinen Krieg führen und muss, egal ob als Politiker, Journalist oder als Stammtischbruder aufhören, der Bevölkerung Kriegseinsätze schmackhaft machen zu wollen. So einfach ist es manchmal und so grausam.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Könnten wir also bitte aufhören, unsIllusionen zu machen?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4059429143186021674?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4059429143186021674/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/die-luge-vom-sauberen-krieg.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4059429143186021674'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4059429143186021674'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/die-luge-vom-sauberen-krieg.html' title='Die Lüge vom Sauberen Krieg'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-I7AZMEaV4UA/TxBejEIpL4I/AAAAAAAAAEY/qdLIhxFQZ_o/s72-c/Steve-Bell-cartoon-004.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4712703439669864438</id><published>2012-01-11T22:48:00.003+01:00</published><updated>2012-01-12T08:05:41.239+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Pressefreiheit, die sie meinen</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }a:link {  }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Im Zusammenhang mit der Causa Wulff waren in den letzten Wochen in der Online-Ausgabe von &lt;a href="http://www.cicero.de/"&gt;'Cicero'&lt;/a&gt; zwei Artikel zu lesen, die sich kritisch mit der Rolle auseinandersetzen, die digitale Medien - vor allem Blogs - bei der Sache gespielt haben. Diese beiden Perlen der zeitgenössischen Essayistik sollten wegen ihrer dezidierten Einseitigkeit, die nur Absicht sein kann, und ihrer ausgemachten Demagogie unbedingt ausführlicher zitiert werden:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„[…] Doch die zweite Blogger-Welt des Internets ist – cum grano salis – keiner ethischen, politischen oder auch nur halbwegs journalistischen Kontrolle unterstellt. Man kann es auch anders deuten: Der berühmte „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ beschert nicht nur den Parteien ein neues Kommunikations-Milieu, das schwer zu ignorieren ist. Oft genug gehen im diesem Milieu anonyme Verantwortungslosigkeit Hand in Hand mit einer &lt;/span&gt;&lt;span style="color: navy; font-size: small;"&gt;&lt;span lang="zxx"&gt;&lt;u&gt;&lt;a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/das-netz-als-gosse-demokratie-im-internet-wulff-bundespr%C3%A4sident/47784"&gt;denunziatorischen Ruchlosigkeit&lt;/a&gt;&lt;/u&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;, die den Kinderjahren der Massenpresse vor mehr als einem Jahrhundert entspricht und dem die Parteien und ihre Repräsentanten wehrlos gegenüberstehen. […]“ Michael Naumann in: &lt;a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/klempner-im-schloss-bellevue-christian-wulff-bild-diekmann/47849"&gt;Cicero, 2.1.2012&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„[…] Sieht man von einigen wenigen Grenzübertretungen ab, dann haben sich die traditionellen Medien in der Berichterstattung der letzten Tage über Christian Wulff, seinen Privatkredit und Urlaubsreisen im Großen und Ganzen an die journalistischen Regeln, die für eine demokratische Gesellschaft existenziell sind, gehalten.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Nur im &lt;/span&gt;&lt;span style="color: navy; font-size: small;"&gt;&lt;span lang="zxx"&gt;&lt;u&gt;&lt;a href="http://www.cicero.de/dossier/digitale-gesellschaft-20"&gt;Internet &lt;/a&gt;&lt;/u&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;scheinen diese Regeln nicht zu gelten. Dort kursieren über Christian Wulff und seine Freunde, sein Privatvermögen und über sein Privatleben die wildesten Gerüchte und Viertelwahrheiten. Nichts ist bewiesen, manches erstunken und erlogen. Einige anonyme Blogger [sic!] kennen dabei kein Tabu mehr, für sie scheinen weder die Regeln des Anstands noch das Presserecht zu gelten. Es gibt für die Betroffenen kaum Möglichkeiten, dagegen juristisch vorzugehen – und keinen Presserat, der mahnend seine Finger heben könnte. Der Bundespräsident steht dem völlig hilflos gegenüber.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Schleichend breitet sich das Gift der üblen Nachrede in der digitalen Welt aus. Irgendwann werden auch die traditionellen Medien sich diesem Gift nicht länger entziehen können. Und sei es, dass die Bild-Zeitung sich schließlich voller Verlogenheit über die „üblen Gerüchte im Internet“ empört. Man muss nicht prüde sein, um festzustellen, dass sich das Internet zur Gosse entwickelt hat. […]“ Christoph Seils in: &lt;a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/das-netz-als-gosse-demokratie-im-internet-wulff-bundespr%C3%A4sident/47784"&gt;Cicero, 23.12.2011&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Die uninformierte Hochmut,&amp;nbsp;in der hier zwei Vertreter der etablierten Medien „dem Internet“ pauschal jegliche Relevanz absprechen und sich dabei gleichzeitig mächtig selbst beweihräuchern, ist entweder ein Zeichen klinischer Dummheit oder es handelt sich um gezielte Propaganda. In jedem Fall ist es eine Frechheit. Die deutschsprachige Bloggosphäre geschlossen als Gosse zu bezeichnen, in der journalistische Laien und Krawallmacher unter dem angeblichen Deckmantel der Anonymität ihr denuziatorisches Süppchen aus Schweinereien köcheln, ist in etwa so differenziert, als würde man ein selbst ernanntes Dickdenkerblättchen wie 'Cicero' (für das immerhin Geistesgrößen wie Arnulf Baring kolumnieren) auf eine Stufe mit &lt;a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/das-neue-das-neue-bingo/"&gt;'Das Neue'&lt;/a&gt; stellen, weil ja beides irgendwie Printmedien und damit ein und dasselbe sind.&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nicht einmal die Frage taucht auf, inwieweit die Möglichkeiten, die Blogs und soziale Netze bieten, eine Rolle im so genannten 'Arabischen Frühling' gespielt haben. Oder ob Wiki-Plattformen, die die schnelle Enttarnung in Teilen plagiierter Doktorarbeiten erst ermöglicht haben, hilfreich waren, die bürgerlichen Werte gerade jener Bildungsbürger zu verteidigen, die der 'Cicero'-Hetze vielleicht sogar applaudieren. Indignierte Schöngeister wie Naumann und Seils sehen das alles nicht, sondern offenbar nur Tauschbörsen und Kinderpornos. Aber: Sind es nicht die kapitalistischer Verwertungslogik unterliegenden, kommerziellen Print- und Online-Medien, die lange vor dem Auftauchen des Internet nach und nach Tabu- und Schamgrenzen überschritten und Recherchestandards unterschritten haben, um die geschmackloseste Knallerstory schneller und auflagewirksamer bringen zu können als die Konkurrenz? Wo, wenn nicht in den angeblich so anständigen und wirkungsvoll kontrollierten Printmedien, hat der absurde Wettlauf um das indezenteste Paparazzofoto denn ursprünglich angefangen?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die wenig originelle Feststellung, dass via Internet eine Menge Müll verbreitet wird, macht klassische Print-, Radio- und Fernsehjournalisten damit weder unfehlbar noch automatisch zu Hütern des guten Geschmacks. Wer sich die Mühe macht, sich mit Verstand diverse Titelblätter in einer durchschnittlichen Zeitschriftenhandlung anzusehen, weiß, was gemeint ist. Dankenswerterweise beginnt man seit gut einer Woche endlich nach der Rolle zu fragen, die BILD und WELT in der Sache gespielt haben. Apropos: Welcher ethischen, politischen und halbwegs journalistischen Kontrolle, die Naumann für sein Metier in Anspruch nimmt, unterliegt eigentlich der Springer-Verlag? Außerdem: Wo bitte schön sieht Naumann zum Beispiel im Falle des Privatfernsehens eine ethische Kontrolle am Werk? Bei den Rügen des Rundfunkrates? Selten so gelacht! Und was versteht er unter politischer Kontrolle der Presse? Ich denke, es herrscht Pressefreiheit, also exakt die weitgehende Abwesenheit genau jener politischen Kontrolle, die Naumann für das Publizieren im Internet so dringend herbei sehnt. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es wäre naiv zu glauben, dass hier lediglich ein paar hauptberufliche Kulturpessimisten ihre alte Herrlichkeit bedroht sehen, auf die sie sich nebenbei gewaltig einen runter holen. Hier soll offensichtlich ein Popanz aufgeblasen, an einem Klima gestrickt werden, in dem für die etablierten Medien nicht kontrollier- und vermarktbare Nutzungs- und Publikationsformen geradezu als Gefahr für die Zivilisation erscheinen sollen. Eine weitere Binsenweisheit lautet: Wer theoretische Gefahren zu ausgewachsenen, realen Bedrohungen aufbläst, will in der Regel unter dem Vorwand, die Menschen schützen zu wollen, Repressionen und Kontrollinstanzen einführen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sollen hier aber nicht zivilisatorische Werte verteidigt, geschweige denn Menschen geschützt werden, sondern nur ein Geschäftsmodell, nichts weiter.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4712703439669864438?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4712703439669864438/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/pressefreiheit-die-sie-meinen.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4712703439669864438'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4712703439669864438'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/pressefreiheit-die-sie-meinen.html' title='Pressefreiheit, die sie meinen'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-1762444917442119022</id><published>2012-01-10T15:08:00.000+01:00</published><updated>2012-01-13T18:27:10.803+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Privatsphäre? Datenschutz? Voll out!</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;VonDatenschutz habe ich nur wenig Ahnung und ich weiß, ich sollteeigentlich mehr Ahnung davon haben. Für den Alltag muss es reichen,dass bei den meisten an mich herangetragenen Ansinnen irgendwelcherOnline-, Callcenter- oder sonstiger Datenabgreifer, ich solle ihnenbitteschön doch mal dieses oder jenes über meine Gewohnheiten,Vorlieben und Abneigungen mitteilen, meine spontane Reaktion in allerRegel lautet: Geht euch nix an, die Antwort ist: Nein! Und, nein, ichwill auch keine Treue-, Payback- oder sonstigen Punkte, eure tolleMitgliedskarte könnt ihr euch sonstwohin schieben und erst recht habe ich nicht die Absicht, einem obskuren Club beizutreten.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Esreicht schon, dass ich jeder Menge Firmen durch mein ganz normalesHerumflanieren im Internet ungewollt jede Menge offen lege, ohne dieszu wollen bzw. faktisch nicht immer die Wahl zu haben. Ich mag, wiegesagt, wenig Ahnung haben, aber komplett auf den Kopf gefallen binich auch nicht. Um diesen Blog zu schreiben, habe ich einGoogle-Konto angelegt. Seitdem weiß zum Beispiel YouTube sehr vielgenauer als vorher, nach welchen Videos ich zuletzt gesucht undwelche ich zuletzt angesehen habe. Das Google-Konto war ein Deal: Ichwillige zähneknirschend ein, etwas über mich preiszugeben undbekomme dafür eine relativ idiotensichere Möglichkeit einen Blog zuschreiben. Das schützt mich im Zweifelsfall vor nichts, aberwenigstens das Bewusstsein stimmt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Es kannsein, dass ich langsam alt werde, aber ich kann es nichtnachvollziehen, was daran so toll sein soll, wenn Leute wie &lt;a href="http://www.plomlompom.de/PostPrivacyBuch/"&gt;Christian Heller&lt;/a&gt; und andere &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,749831,00.html"&gt;Popkultur-Spacken&lt;/a&gt; sich was über das Ende derPrivatsphäre zusammenphantasieren. Privatsphäre sei im Prinzip einKonstrukt des 19. Jahrhunderts und daher irgendwie voll von gestern,heißt es in ihren weitgehend logikfreien Geseier. Außerdem seienDatenschützer &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,792807,00.html"&gt;voll die Fanatiker&lt;/a&gt;, die sich doch nur an unhaltbarePositionen klammern würden. Wir sollten doch lieber die Chancensehen, die darin lägen, dass jeder alles von jedem wissen könne.Welche Chancen? Wenn Heller und seine Mitspackos ungehindert ihrenExhibitionismus ausleben möchten, weil sie es schon für eineNachricht halten, gerade ein Marmeladenbrötchen zu frühstückenoder vom Kacken zu kommen, bittesehr. Die Möglichkeit gibt es dankfacebook und twitter bereits. Aber sollen alle anderen auchdazu gezwungen werden, bloß weil eine Minderheit aufdringlicher Dödel mit übersteigertem Mitteilungsbedürfnis meint, das ungefragte Zurschaustellen ihres uninteressanten Herumvegetierens erweise der Freiheit einen Dienst? Danke, aber ich hätte immer noch gerndie Wahl.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Auch dasscheinbar historische Argument ist ballaballa und zeigt lediglich, dass hiernicht  historisch argumentiert, sondern vielmehr der beliebteManipulationstrick angewendet wird, sich aufs GeratewohlEinzelaspekte herauszupicken, die irgendeiner voll provokanten Theseentgegenkommen. Ein Beweis ist etwas anderes, denn das Alter einerIdee sagt nichts darüber aus, wie richtig oder falsch die heutzutageist. Beispiel: Die Forderung, die neuzeitliche Sklavereiabzuschaffen, ist ebenso wie die Idee der Privatsphäre (wenn man Heller glauben mag) ein Konstrukt des ausgehenden 18. undfrühen 19. Jahrhunderts.  Zudem hat Sklaverei eine sehr langeTradition, weil schon die alten Römer und so weiter. Auch dasFrauenwahlrecht ist, historisch betrachtet, reichlich neumodischerKram. Die meisten heute bestehenden demokratischen Staaten haben eserst im 20. Jahrhundert eingeführt. Sollen diese isolierten FaktenArgumente dafür sein, Sklaverei wieder zu legalisieren und dasFrauenwahlrecht wieder abzuschaffen?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Um zuverdeutlichen, wie löchrig solch ebenso gedankenbefreites wiefashionables Geblubber sonst noch ist, muss man sich nur vor Augenhalten, dass viele Leute sehr wohl noch vor einen ausgeprägten Sinn für Privatsphäre haben, nur leider dem Irrtum erliegen, was sie online machten, sei privat. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Wenn’s irgendwie online geht, dann sind viele &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;in herzig zu nennender Naivität schmerzfrei:&amp;nbsp; Private Daten? Ach was, sieht doch keiner, ich bin doch nicht wichtig. Außerdem habe ich schließlich nichts zu verbergen. PeinlicheFotos? Guckt schon keiner. Sexuelle Vorlieben? Ist doch cool, wennman andauernd am knattern ist! Das können auch ruhig alle wissen.&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Verklemmt, oder was? &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Würde man dieselben Leute aber einfach so auf der Straße ansprechen und genau das fragen, was zum Beispiel soziale Netzwerke oderirgendwelche Kuppel-, Verzeihung: Dating-Seiten von ihnen wissenwollen bzw. an Informationen abgreifen, man würde vermutlich kaumErfolg haben, wenn nicht gar die eine oder andere Ohrfeige kassieren.Da ist Privatsphäre dann plötzlich nicht mehr nur was für humorloseDatenschützer. Bei alledem aber wird leicht vergessen, dass das Privateauch in anderen Bereichen akut bedroht ist.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Es istnoch gar nicht so lange her, da galt es als höchstpersönlicheEntscheidung jedes Einzelnen, Dinge zu tun, die nicht völligunproblematisch sind. Egal ob rauchen, trinken, zu dick sein, sichnicht bewegen, die Reaktion eines Großteils des Umfeldes war einachselzuckendes „Wenn du meinst, ist das deine Entscheidung, dubist ein erwachsener Mensch und kennst die möglichen Folgen“. Esgalt das Prinzip: Halte dich im wesentlichen an Regeln und Vereinbarungen, zahl deine Steuern und deine Rechnungenund alles andere ist dein Problem. Das hat sich gründlich geändert:Wer heute wagt, einer oder mehrerer der genannten Unarten zu frönen,kann sich längst nicht mehr auf altmodischen Kram wie ‚EigeneEntscheidung’ oder ‚Privatsache’ berufen. Nein, er wird vonallen Seiten und mit allen Mitteln geschurigelt, sein Verhaltengefälligst zu ändern. Das gilt längst nicht mehr nur fürMenschen, die sich nahe stehen. Bei denen ist es ja nachvollziehbar,wenn sie sich angesichts des ungesunden Lebensstils eines geschätztenMitmenschen möglicherweise Sorgen machen. Inzwischen spielen sich massenhaftwildfremde Gesundheits-, Fitness- und Selbstoptimierungsgurusals Volkserzieher auf und halten ihre Ambitionen, auf breiterBasis Verhaltensänderungen herbeiführen zu wollen, also aller Welt vorzuschreiben, was sie gefälligst zu tun und zu lassen hat, für das Normalste von der Welt&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Und umNeujahr herum haben sie Hochkonjunktur, denn dann muss man bekanntlich‚gute Vorsätze’ fassen als dämliches Durschnittsherdentier.Dagegen wäre ja gar nichts einzuwenden, wenn diese guten Vorsätzenicht ausnahmslos auf den Bühnen Gewicht, Aussehen und Fitnessstattfinden würden. Warum nehmen sich so wenige nicht etwas für dasneue Jahr vor, das ihr Leben um Längen besser machen würde als dersoundsovielte gescheiterte Versuch, zehn Kilo abzunehmen oder einen Fitnesstempel reicher zu machen? ZumBeispiel  eine zu Sprache lernen, überhaupt etwas Interessantes zu lernen,sich eine Theatervormiete zuzulegen, eine lange geplante Reise auch zu machen,etwas dafür zu tun,  insgesamt ausgeglichener zu werden oder einenalten Streit endlich beizulegen?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Vor einpaar Jahren habe ich mir für die um den Jahreswechsel zuweilenpenetrant gestellte, nervige Frage, was denn meine guten Vorsätzeseien, folgende Standardantwort zurecht gelegt: Mehr rauchen, mehr trinken, mehr essen,mehr fernsehen, weniger Sport. Eine Weile klapptedas ganz gut und sorgte auch meist für eine gewisse Heiterkeit.Mittlerweile hilft nicht einmal Humor. Inzwischen sehe ich mich immeröfter Leuten gegenüber, die über so etwas überhaupt nicht lachenkönnen und mich vielmehr strengen Blickes und geschürzten Mündchensdarüber belehren, dass solche wie ich und meinesgleichen schulddaran seien, dass immer noch so viele mit weniger als hundert Jahrenund nicht bei bester Gesundheit sterben würden. Das Problem ist: Ichhabe den Eindruck, die meinen das ernst. Und ich fürchte, diegewinnen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Dasalles sind auch Symptome von &lt;i&gt;Post Privacy&lt;/i&gt;: Der Irrglaubevieler Lallbacken, sie hätten ein Menschenrecht darauf, immer undüberall ihren Senf dazugeben und auf dankbares Publikum hoffen zukönnen, stammt aus dem Netz und seinen spezifischen Formen derInteraktion, die irgendwie alles zu einem großen Wohnzimmerverschwimmen lassen. Wegen dieses Verschwimmens von Privat undÖffentlich glauben auch immer mehr, es gehe völlig in Ordnung,anderen ungefragt in ihren Lebensstil und ihre höchst eigenenEntscheidungen hineinquatschen zu können. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;Diegefährliche Forderung, die Idee der Privatsphäre aufzugeben undendlich in der superschicken &lt;i&gt;Post Privacy&lt;/i&gt; des 21. Jahrhunderts anzukommen, bedeutetkeineswegs nur, dass wir uns gefälligst an den Gedanken gewöhnensollen, online gegenüber Staaten und Firmen die Hosen runterzu lassen. Es bedeutet auch, sich von dem Gedanken zu verabschieden,dass es die Sache jedes einzelnen ist, was er sonst so treibt.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-family: Arial,sans-serif;"&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-1762444917442119022?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/1762444917442119022/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/privatsphare-datenschutz-voll-out.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1762444917442119022'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1762444917442119022'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/privatsphare-datenschutz-voll-out.html' title='Privatsphäre? Datenschutz? Voll out!'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2689196226545874849</id><published>2012-01-07T17:53:00.004+01:00</published><updated>2012-01-09T10:16:38.358+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><title type='text'>Was von der FDP übrig blieb</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wieder einmal hat die FDP bei ihrem Umfragelimboeine Latte unterquert: Nur noch &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807527,00.html"&gt;zwei Prozent&lt;/a&gt; der wahlberechtigtenBevölkerung würden ihr einen Gebrauchtwagen abkaufen. Inabsoluten Zahlen ausgedrückt, wären das bei einer wahlberechtigtenBevölkerung von 62 Mio. Menschen und einer angenommenenWahlbeteiligung von 60 Prozent bundesweit gerade einmal etwas mehrals 740.000 Menschen. Wenn man bedenkt, dass die Zahl derSelbstständigen in Deutschland, also der Kernklientel der FDP, lautstatistischem Bundesamt bei 4,3 Mio. liegt, kann man erst rechtermessen, was für eine Splitterpartei da am Freitag Drei Königegespielt hat. Warum spricht eigentlich keiner der Kommentatoren aus,worin offenkundig eine der wichtigsten Ursachen für den ebenso hochverdienten wie erfreulichen Niedergang dieses Parteienrestes liegt?Das, was für alle mit mindestens einem Auge im und mindestens einemOhr am Kopf mit Händen zu greifen ist? Dass die so genannte &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/nach-lindners-ruecktritt-die-junge-garde-der-fdp-ist-fertig/5960742.html"&gt;'Junge Garde'&lt;/a&gt; der FDP überwiegend aus Flitzpiepen besteht? &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Aufgeblasene, eitle Nichtsnutze, dienix gelernt haben im Leben außer 'Politik machen' bzw. das, wassie dafür halten, aber andauernd Angebervokabular wie'Leistungsträger' im Munde führen. Philipp Rösler mag privatvielleicht ein angenehm dezenter Mensch sein und würde womöglicheinen ganz passablen Hausarzt irgendwo auf dem platten Land abgeben.Als Parteivorsitzender sah sich dieses im Prinzip weiche Männleingenötigt, auf dicke Hose zu machen und sich kämpferisch zu geben. SeinAuftritt, bei dem er sich nicht einmal entblödete, gegen'Gutmenschen' &lt;a href="http://www.fr-online.de/meinung/kommentar-roesler-und-die--gutmenschen-,1472602,11400088.html"&gt;auszukeilen&lt;/a&gt;, müsste Mitleid erzeugen, wäre es nichtso lustig. Auch Birgit Homburger, die laut &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Homburger"&gt;Wikipedia&lt;/a&gt; immerhin zweiJahre ihres Lebens einer normalen Erwerbsarbeit nachgegangen ist,quakte vor kurzem etwas von „Kampfanzug anziehen!“. Da wird derpolitische Gegner aber mächtig die Hosen voll gehabt haben. OderSpaßpanzer Patrick Döring von der Abteilung Attacke: Der fielbereits vor seinem Amtsantritt unangenehm auf durch seinLassen-Sie-mich-durch-ich-bin-was-Besseres-Getröte, mit dem ermeinte, den Vorwürfen wegen &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/neuer-fdp-general-patrick-doering-und-ein-beschaedigter-aussenspiegel-/5962570.html"&gt;Unfallflucht&lt;/a&gt; begegnen zu können. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand konsequenterweise darin, seinemVorsitzenden öffentlich auf den Schlips zu &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807075,00.html"&gt;latschen&lt;/a&gt;. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;An der FDP lässt sich sehr schönstudieren, was dabei heraus kommt, wenn die Generation Golf Politikmacht: Sich wichtig machen, Lobbygelder abgreifen und sich aufPöstchen hocken, für die ihnen jegliches Format fehlt. In derSchule waren das die, die zum 18. Geburtstag Führerschein nebst VWGolf geschenkt bekamen und auf letzteren als erstes einen Sylt- odereinen „Eure Armut kotzt mich an“-Aufkleber patzten. In einer Tourmöchte man diesen Heißluftventilierern, diesen Marktsektierern,diesen wohlstandsverwöhnten Eigenheimkindern, die noch nie um irgendetwas wirklich kämpfen mussten, ihr eigenes Sozialdarwinistensprech,ihre falschen Freiheitspredigten um die Ohren hauen: Tja, so ist daseben in der Marktwirtschaft. Was hoch steigt, kann auch tief fallen.Pleiten und Arbeitsplatzverluste sind etwas völlig normales. Pechgehabt, falsches Pferd. Da muss man halt mal flexibel sein. Wer einLeben lang immer nur einen auf Gewinner macht, darf sich nichtwundern, irgendwann dazustehen wie der FC Bayern München: Alle außerden eigenen Fans wollen ihn verlieren sehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Weiter oben heißt es, dieser Truppefehle es an Format. Die Frage, was denn das ist, Format, istberechtigt. In der Tat, schwer zu definieren. Versuchen wir es damit:Format haben beginnt mit der Fähigkeit zu Selbsterkenntnis undSelbstkritik. Format haben bedeutet daher auch, zu wissen, wann manverspielt hat. Format haben hieße, sich hinzustellen und zu sagen:Liebe Parteifreunde, wir sind am Arsch. Wir haben es komplettversaubeutelt. Wir befinden uns seit Jahren auf dem Holzweg, habenalle unsere Ideale verraten und sind mit Recht zu einer leeren Hüllegeworden, aus der zudem jeden Tag mehr die Luft rausgeht. Und anstattdie Backen aufzublasen und vom Kämpfen zu schwadronieren, was uns ehlängst keiner mehr abnimmt, ist jetzt erst mal ein halbes JahrFresse halten angesagt. Wenn wir dann, irgendwann einmal, wieder daseine oder andere von Belang zu sagen haben, erst dann, keinen Tagfrüher, dürfen wir die Leute wieder darum bitten, ihr Kreuzchen beiuns zu machen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wie gesagt, ich habe keine Ahnung, wasFormat genau ist. Aber so in etwa stelle ich mir das vor. Schaut manan, was die FDP bei am Freitag geliefert hat, kann man jedoch getrostdavon ausgehen, dass so etwas in näherer Zukunft nicht zu erwartenist. Und das ist auch gut so. Denn das bedeutet, es wird noch weiterbergab gehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2689196226545874849?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2689196226545874849/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/was-von-der-fdp-ubrig-blieb.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2689196226545874849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2689196226545874849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/was-von-der-fdp-ubrig-blieb.html' title='Was von der FDP übrig blieb'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5953690290881363111</id><published>2012-01-05T16:55:00.001+01:00</published><updated>2012-01-05T17:20:20.545+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Was vom Präsidenten übrig blieb</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann nach wie vor eine Reihekritischer Fragen stellen angesichts des kurzfristig angesetzten&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=8y1bs6iISMo"&gt;Fernsehinterviews&lt;/a&gt;, das Christian Wulff den Öffentlich-Rechtlichengewährt hat.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann zum Beispiel fragen, wie es um dasSelbstverständnis einer Elite bestellt ist, die hohe und höchsteÄmter für sich in Anspruch nimmt, sich aber in faule Ausredenflüchtet und herumjammert, wenn es mal Probleme gibt. Etwa, dass manja nicht allzuviel Vorbereitungszeit gehabt habe oder dasFamilienleben so belastend sei. Keinem Studenten ließe manso was im Examen durchgehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann weiterhin fragen, wie viel anRückgrat man einem Bundespräsidenten zubilligen kann, der sich derart jämmerlich um Mitleid heischendan sein Amt klammert, zumal ihm noch nicht einmal materielle Einbußendrohen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann auch fragen, wie viel Glaubwürdigkeit ein Bundespräsident seinen eigenen Worten in Zukunft noch meint beimessen zu können, wenn er auf einer Reise in die Arabischen Emirate wohltönende Reden hält über die Wichtigkeit der Pressefreiheit und auf eben dieser Reise per Handy versucht, Einfluss auf die Berichterstattung der Presse zu nehmen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann schließlich fragen, wie es um das Amtsverständnis einesBundespräsidenten steht, der seine alljährlichen kostenlosenUrlaube in den Villen reicher und einflussreicher Lobbyistenvergleicht mit der spontanen Übernachtung bei Freunden nach eineretwas zu heftigen Party. Jeder Polizeibeamte des mittleren Dienstesmuss damit rechnen, erhebliche Probleme zu bekommen, wenn manherausfindet, dass er im Dienst auch nur eine Flasche Wein alsGeschenk angenommen hat.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der Einwand, es sei eben nicht immerganz einfach, in solcher Position in jedem Fall eindeutig zwischenAmt und Privatperson zu trennen, ist billig und zieht nicht. Vieleandere bekommen das nämlich ganz gut hin. Und wenn nicht, dannziehen sie eben die Konsequenzen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was seine tatsächlichen odervermutlichen Verfehlungen angeht, ist Christian Wulff nichts weiterals das Spiegelbild des aufstiegsorientierten, aalglatten Durchschnittskleinbürgers, dem kaum noch etwas peinlich ist, wenn es dem eigenen Fortkommen dient. Zum wirklichen Schlitzohr fehlt ihm jedes Format.Auch das lässt den ganzen Schlamassel so erbärmlich erscheinen. Mankann, wie gesagt, eine Menge Fragen stellen. Warum aber wird eineFrage nicht oder eher am Rande gestellt: Nämlich die nach der Rolle, diedie BILD-Zeitung bei der alledem gespielt hat?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das hilflose Geschimpfe auf KaiDiekmanns Mailbox zu einem ausgewachsenen Angriff auf die Pressefreiheit hochzujazzen,ist lächerlich. Dafür reicht Wulffs Arm nicht weit genug. Man frageden Chefredakteur einer beliebigen Lokalzeitung, wie oft er sich mitderartigen Versuchen der Einflussnahme aus dem örtlichen Rathauskonfrontiert sieht. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer in der Politik dieses Landes in denersten Reihen steht, hat in der Regel einen unausgesprochenen Deal mitSpringer laufen. Der lautet in etwa: Du, Präsident, Kanzler,Minister, Promi etc. versorgst uns brav mit der einen oder anderenExklusivnachricht und Homestory, wenn wir das wünschen. Dafürlassen wir den Kampfanzug im Schrank, begleiten dein Tun und Wirkenim Wesentlichen wohlwollend und werden nicht übermäßig kritisch.Aber wenn du rumzickst, Kanzler, Minister, Promi etc., dann Gnade dir Gott,denn wir wissen alles über dich und sind überall. Und was wir nichtwissen, das finden wir schon raus. Spätestens mit seinem unbeherrschten Anrufauf Diekmanns Mailbox hat Wulff diesen Deal einseitig aufgekündigt.Gott sei seiner Seele gnädig.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Christian Wulff hat von der medialenUnterstützung aus dem Hause Springer durchaus profitiert. Denn 2006hatte er ein Problem: Er musste seiner Stammwählerschaft imerzkonservativen Niedersachsen irgendwie unterjubeln, dass er sichnach 18 Jahren von seiner Ehefrau trennen würde und im Begriff sei,eine deutlich jüngere, allein erziehende Mutter eines Sohnes zurFrau zu nehmen. Die BILD hat das freundlich begleitet und einemAufjaulen einschlägiger Justemilieus entgegen gewirkt. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man muss daran erinnern, dass nichtWulff, sondern der von der Opposition (mit Ausnahme der Linken)vorgeschlagene Joachim Gauck nach dem überraschenden RücktrittHorst Köhlers im Sommer 2010 eindeutiger Favorit von BILD und WELTwar. Mit aller Macht versuchten die Springer-Blätter, ihn ins Amt zuschreiben. Angela Merkel allerdings hat ihre Präsidenten gern handzahm, und ein Joachim Gauck wäre ihr mit einiger Sicherheit bald unbequem geworden. Die maßgeblich von ihr durchgepushte Wahl Wulffs muss man bei Springer als schweren Schlag für die eigene publizistischeGestaltungsmacht empfunden haben. Doch arrangierte man sich sichvorerst mit mit dem braven Niedersachsen. Nicht zuletzt, weil sich mit der einen oderanderen Glamourgeschichte über die junge Patchworkfamilie, die da im SchlossBellevue eingezogen war, optisch ganz nett was hermachen ließ.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als klar wurde, dass Wulff wegen seines Hauskredits und seiner Urlaube nicht zurücktreten würde, wurde esprivat: Bei der WELT, wo Wulff schon vorher versucht haben soll,gegen bestimmte Berichterstattung zu intervenieren, erging man sich in küchenpsychologischen Reflexionen, wasden braven Christian Wulff, der früher die Exzentrik einer frisch begradigten Zaunlatte ausstrahlte, geritten haben mag, dass er so vomrechten Wege abkam. Antwort: &lt;a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13772535/Auf-den-Spuren-des-Praesidenten-Schlamassels.html"&gt;Cherchez la femme!&lt;/a&gt; Seine neue Frau habeihn angestachelt, zunehmend auf dicke Hose zu machen und sich dafürnicht immer ganz koscherer Methoden zu bedienen. Und seitens derBILD-Zeitung ließ man genüsslich die Drohung verlauten, man habe danoch ganz anderes im Köcher.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Mit dem – rechtlich übrigens nichtvöllig unproblematischen – Lancieren von Wulffs Anrufhat Diekmann die gesamte deutsche Presse auf seine Seite gezogen. EinVersuch von Zensur sei das und keineswegs hinzunehmen. In der Tat:Wulffs Anruf zeugte nicht von Professionalität und Abgeklärtheit,sondern davon, dass da jemandem offensichtlich die Nerven blanklagen. Kaum jemand fragt allerdings, ob und inwiefern bestimmtePresseorgane vorher dafür gesorgt haben könnten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich lässt sich kaum Gutes sagenüber den Umgang Wulffs mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. JederAmtsleiter einer städtischen Behörde, der in ähnlicher Weise vonZuwendungen solventer Lokalgrößen profitiert hätte, wärevermutlich längst weg vom Fenster. Und die Figur, die Wulff bislangin der ganzen Sache gemacht hat, ist, gelinde gesagt, unglücklich.Der Mann ist nicht so integer wie er gern wirkt und die meiste Kritikberechtigt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenn es eine Lektion gibt, die jemand in seiner odereiner vergleichbaren Position gelernt haben sollte aus vergangenenSkandalen und Affären anderer, dann die, dass es beim leisestenHauch eines Vorwurfs, an dem etwas dran sein könnte, das beste ist,in die Offensive zu gehen und mit offenen Karten zu spielen, umweiteren Enthüllungen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das magunangenehm sein, aber alles Verschleppen führt in der Regel nur zuPeinlichkeiten und erhärtet den Verdacht, dass man erst recht etwaszu verbergen hat. Auch diese Lektion hat Wulff offenbar versäumt zu lernen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Doch bleibt die Frage nach der &lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/a-806751.html"&gt;Rolle&lt;/a&gt;, die die Springerpresse war in dem ganzen Theater spielt. Anders gefragt: Kann es sein, dassder Titel von Jakob Augsteins &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807275,00.html"&gt;jüngster Kolumne&lt;/a&gt; eine Anspielung istauf die Ehre einer gewissen Katharina B.?&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ach, eines noch: Was ist eigentlich aus dem wöchentlichen &lt;a href="http://www.phoenix.de/content/361156"&gt;Plauderstündchen&lt;/a&gt; der Herren Augstein und Blome geworden? Mag man sich nicht mehr oder ist einfach nur Winterpause? &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5953690290881363111?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5953690290881363111/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/was-vom-prasidenten-ubrig-blieb.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5953690290881363111'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5953690290881363111'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/was-vom-prasidenten-ubrig-blieb.html' title='Was vom Präsidenten übrig blieb'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2239046228429220393</id><published>2012-01-03T11:11:00.002+01:00</published><updated>2012-01-03T17:22:11.541+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Dinge, die ich nicht verstehe. Heute: Mode</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }a:link {  }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Behauptung, es sei einem völligegal, wie man so herumlaufe, ist in den meisten Fällen ein wenig verlogen. Einspottbillig zu habendes Pauschalstatement, mit dem die, die es rauslassen, eine gewisse Unangepasstheit signalisieren wollen. Zu meinen,Unangepasstheit, ließe sich per Kleidung ausdrücken, heißt jedoch nichtsanderes, als Kleidung schon zu viel an Bedeutung beizumessen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nein, mir ist es keineswegs völligegal, wie ich herumlaufe. Was ich trage, muss passen, darf nichtbeschädigt sein, muss bequem sein, mir gefallen und sollte michinsgesamt nicht wie einen Vollhorst aussehen lassen. Stimmt dann nochdas Verhältnis zwischen Verarbeitung und Preis, bin ich's zufrieden.Zu diesem Zweck habe ich seit etlichen Jahren für diverseKleidungsstücke jeweils eigene Geschäfte. Dort weiß ich, was mirpasst und ich weiß, dass dort einigermaßen zeitlose Ware angebotenwird, die länger als ein knappes Jahr hält. Auch so lässt sichGeld sparen. Für Oberhemden habe ich Geschäft A, für JeansGeschäft B und für das meiste andere Geschäft C. Das reduziert dieDauer der Besuche dort auf ein notwendiges Minimum. Alles andere, zumBeispiel die Vorstellung, ganze Tage mit dem lustvollen Stöbern nachKlamotten zu verbringen, ist mir in etwa so fremd wie die, meinerUmwelt über meine Aufmachung irgendetwas über mich mitteilen zumüssen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ich verstehe ja, dass es Menschen gibt,die mehr Spaß daran haben als ich, sich schick zu kleiden, sichvielleicht gar ein wenig herauszuputzen. Das mag daran liegen, dassdiese Menschen im Gegensatz zu mir nicht die Figur eines Boxsackshaben. Wir haben alle unsere Spleens und ich bin auch keinKonsumgegner: Normalerweise ist es gesünder für meinen Kontostand,wenn ich Geschäften nicht zu nahe komme, die – ganz altmodisch –eine interessante Auswahl an CDs, DVDs und/oder Büchern führen,gern auch antiquarisch. Ich kann eine gewisse Lust am Stöbern also schon nachvollziehen. Nicht nachvollziehen dagegen kann ich es,wenn solche und andere netten Nebensachen des Lebens zu einemausgewachsenen Lebensinhalt aufgeblasen werden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ein Bekannter von mir, ein argerModemuffel, war vor Jahren einmal kurz mit einer Frauzusammen, die an einem schweren Jeanstick trug. Obwohl nicht gerade üppigverdienend, liebte sie nichts so sehr, wie fast jede Woche nachstundenlanger Suche ein neues Modell anzuschleppen. Das führte sieihm dann zu Hause immer gleich vor und platzte vor Stolz dabei. DerMann sagte später, er habe sich, verliebt wie er war, immer redlichMühe gegeben, zu erkennen, was dieses Modell nun wieder so besondersmache, habe aber beim besten Willen keine großen Unterschiede feststellen können. Wie zu erwarten war, ist diese Beziehung bald in dieBrüche gegangen. Natürlich, weil sie ihre herausragenden Leistungenan der Shopping-Front nicht gebührend durch ihn gewürdigt sah. ImNachhinein betrachtet, wird es wohl das Beste gewesen sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ich verstehe so was nicht. Das ganzePrinzip nicht. Wer erteilt da die Befehle, was gefälligst zu kaufenist? Gibt es vielleicht eine Geheimorganisation, die ein bis zwei Malim Jahr eine Art geheime Deppenfibel herausgibt, der die Marionettendieser Welt dann entnehmen, was sie gehorsamst anzuziehen, zu essen,zu lesen, zu hören, zu lesen und welche Cocktails sie in welchen &lt;i&gt;Locations&lt;/i&gt; zu süffeln haben?Überhaupt: Wenn es bei Mode darum geht, sich von der Masseabzuheben, seine Persönlichkeit zu unterstreichen, wie es so oftheißt, warum stellen sich dann alle wie die Schafe beim Scheren in die Schlange, um mit allerGewalt als erster oder erste den Fuß in den neu eröffneten,überteuerten &lt;i&gt;Flagship Store&lt;/i&gt; irgendeiner Chichi-Vertickerkettezu setzen?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das ganze Modegetue scheint mir nichtsweiter zu sein als ein praktisches und nicht allzu kompliziertes Systemoptischer Zeichen. Das ermöglicht es Menschen ohne Persönlichkeit,die mit der Lektüre von etwas Komplexerem als buntenHochglanzheftchen intellektuell überfordert sind, andere inSchubladen zu stecken, ohne ihnen auch nur eine Sekunde lang zuhören odersich sonst wie mit ihnen befassen zu müssen. Das ist mir klargeworden, als ich vor Jahren einmal fünf Minuten der Sendung 'DasModel und der Freak' ertragen habe: Als der freundliche, etwasschluffige, aber eben nicht supertopschick gekleidete und aufgemachteKandidat meinte, er schaue sich gern einmal eine Kunstausstellungoder ein historisches Museum an, verdrehten die beiden kreuzblöden, aber total modebewussten Schnatzen, die einen besseren Menschen aus ihm machensollten, die Augen und meinten: „Geht ja gaaar nicht!“. Klar, mankönnte ernsthaft in Gefahr geraten, seinen Horizont zu erweitern.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was Leute, die sich allzu exzessiv mitModekram befassen von denen unterscheidet, die irgend einen anderenTick pflegen, ist, dass sie dazu neigen, ihre Mitmenschen irgendwannnur noch in Kategorien von Aussehen und Klamotten zu beurteilen. Undwie gruselig es zuweilen werden kann, wenn jemand, derhauptberuflich mit Mode zu tun hat, zum Laptop schreitet oder auch nur denMund aufmacht, ließ sich letztens der ZEIT entnehmen. Da waren,mitten im Zwischenjahresloch, unter der Überschrift &lt;a href="http://www.zeit.de/2012/01/Diner-for-one-Dasch"&gt;'Dinner For One'&lt;/a&gt;fünf Äußerungen von Menschen zu lesen zu der Frage, wo sie gernohne Begleitung essen gehen würden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: navy;"&gt;&lt;span lang="zxx"&gt;&lt;u&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2012/01/Diner-for-one-Dasch"&gt; &lt;/a&gt;&lt;/u&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Der Berliner Modedesigner MichaelMichalsky schießt dann gleich im ersten Beitrag den Vogel restlosab. Seine Schilderung eines Besuches in seinem Lieblingsrestaurantliest man mit einer Mischung aus Entsetzen, Unverständnis undGleichkotzenmüssen. Der Typ benimmt sich im Restaurant nicht wie einGast, sondern wie Graf Koks, nach dessen Pfeife gefälligst alles zu tanzen hat: Seine Restaurants wählt er aus nach der Dichte derGroßkopferten, die außer ihm dort verkehren Er selbst legt aber Wertdarauf, nach dem Sport auch im Jogginganzug erscheinen zu können.Wenn er nicht an seinem Lieblingstisch von seinem Lieblingskellnerbedient wird und man auch noch von ihm verlangt, seinen Kaviar ohneBlinis herunterzuwürgen, dann kommandiert er den Chef persönlichper iPhone entsprechend herum. Und das georderte Steak Tartare hatgefälligst am Tisch nach seinen Anweisungen zubereitet zu werden.Ja, ich weiß, vielleicht isst er's einfach nur gern, lass' ihn doch und so what. Esist nur so, dass solch ostentativ vorgetragene Vorliebe fürklassisches Angeberfutter in diesen Strudel aus Sichdicketun undOberflächlichkeit hineinpasst wie die Cocktailkirsche auf dasSahnehäubchen. Überflüssig zu sagen, dass diesem Möchtegern überden Chef („der Roland“) seiner bevorzugten Arschkriecherbutze&amp;nbsp; als einziges einfällt, wie dolleder doch immer gekleidet ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Tröstlicherweise scheint es auch inder gehobenen Kategorie durchaus noch &lt;a href="http://www.wielandshoehe.de/html/tagebuch.html"&gt;Häuser&lt;/a&gt; zu geben, in denen manService nicht verwechselt mit Unterwürfigkeit und Befehle befolgen. Dort würde der Kellnereinem Gast, der sich benähme wie der herrenmenschelnde Putzmacher,einmal gepflegt auf den Hauptgang göbeln und der Küchenchef würdeihn höflichst auffordern, sich in allernächster Zukunft gütigstdorthin zu verpfeifen, wo nur noch der heiße Atem der Kosaken ihnwärmen würde. Ach, und dieses Essen hier ginge aufs Haus.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nun kann man Michalskys einseitigeFixierung auf Äußerlichkeiten ja noch begreifen als eine Art&lt;i&gt;déformation professionnelle&lt;/i&gt;. Er scheint bestens zu verdienenmit seinem Gehabe und sieht daher keinen Grund, das infrage zustellen. Unverständlich bleibt mir aber, warum Menschen sichruinieren und verschulden, nur um Trends hinterher jagen zu können,die ein paar Monate später bereits wieder out sind. Es bleibt janicht bei Kleidung. Wer einmal erlebt hat, wie jemand einehervorragende, geschmackvoll zusammen gestellte Wohnungseinrichtungnach gerade mal fünf Jahren dem Sperrmüll überantwortet mit derBegründung, das ginge in diesem Jahr wohl gar nicht mehr, versteht,wovon die Rede ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Offenbar leben wir in Zeiten, in denenlängst nicht mehr als gebildet und kultiviert gilt, der eineneigenen Standpunkt, ein Wertesystem, einen eigenständigen Geschmackentwickelt hat, sondern nur noch, wer immer brav das befolgt, was einemilliardenschwere Industrie befiehlt. Wenn solche Typen dann ihreKonten geplündert und jede Menge kostbare Lebenszeit mit Shoppingvergeudet haben, dann scheint ihnen die Sonne aus dem Hintern, dieSelbstzweifel sind weg und sie können wieder verächtlich auf Leuteherabschauen, die weniger up to date sind als sie. So lange, bis dienächste Kollektion auf den Markt kommt, versteht sich.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Übrigens: Frohes Neues und alles Gutefür 2012!&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2239046228429220393?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2239046228429220393/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/dinge-die-ich-nicht-verstehe-heute-mode.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2239046228429220393'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2239046228429220393'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2012/01/dinge-die-ich-nicht-verstehe-heute-mode.html' title='Dinge, die ich nicht verstehe. Heute: Mode'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4406198011994266874</id><published>2011-12-30T14:56:00.001+01:00</published><updated>2011-12-31T00:29:39.134+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Litanei zum Jahreswechsel</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Normalerweise schreibe ich lieberselbst als ellenlange Zitate anzuführen. Momentan bin ich aber nochein wenig im postweihnachtlichen Standby-Modus. Da kam es sehrpassend, dass &lt;a href="http://www.weyhsheiten.de/"&gt;Florian Felix Weyh&lt;/a&gt; am Tag vor Silvester im politischenFeuilleton auf &lt;a href="http://www.dradio.de/dkultur"&gt;Deutschlandradio Kultur &lt;/a&gt;eine nachdenklich stimmendeLitanei zum Jahresabschluss angestimmt hat, die sich lohnt, im Ganzenzitiert zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Natürlich bin ich nicht mit jedemeinzelnen Aspekt zu 100 Prozent einverstanden, aber diegrundsätzliche Richtung dieses Beitrags ist mir sympathisch. Auch fände ich esbillig, einfach diejenigen Dinge herauszukürzen, die mir nichtpassen. Ich bin auch alles andere als ein Fan von Herrn Weyh. Vieles von dem, was er so &lt;a href="http://www.weyhsheiten.de/3_denkt/denkt_start.htm"&gt;denkt&lt;/a&gt;, kann ich ganz und gar nicht teilen, doch hat seine 'Schämt euch!'-Litanei was (um entsprechenden Kommentaren vorzubeugen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Empörung ist ein wichtiges Grundgefühl, Aber Empörung ohneSelbstreflexion und Selbstkritik wird leicht zur reinenWutbürgerattitüde, die einen immer die Schuld bei anderen suchenlässt. Also: Empören wir uns weiter! Unbedingt! Empörung lässtpassive Konsumenten und uninformiertes Stimmvieh die Möglichkeitender Mitbestimmung und des Protestes erkennen und nutzen. OhneEmpörung keine Citoyens. Aber hören wir auch nicht auf, auf uns zuschauen. Ob wir immer jene Maßstäbe einzuhalten bereit sind, diewir von anderen fordern. Denn ohne Scham kann in diesen Zeiten auch keine Empörung gelten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Schämt Euch. Schämt Euch, dass Ihrzum Arzt geht, wenn Ihr Halsweh habt, statt Euch einfach ins Bett zulegen und abzuwarten. Schämt Euch, auf die faulen Südländer zuschimpfen, während Ihr selbst mit 62 in Vorruhestand geht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SchämtEuch, dass Ihr bei Discountern kauft, die Verkäuferinnen wie Sklavenbehandeln. Schämt Euch, Euer Geld in Steuersparmodellen zuversenken, deren Verluste euch lieber sind, als das Geld dem Staat zugönnen. Schämt Euch, billige Bücher zu fordern, während dieAutoren weniger als Putzfrauen verdienen. Schämt Euch, Eure Putzfrauschwarz zu beschäftigen. Schämt Euch, die Rundfunkgebühren nichtzu bezahlen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schämt Euch, immer größere Autos zu kaufenund den Mineralölkonzernen vorzuwerfen, dass Eure Tankrechnungensteigen. Schämt Euch, auf Parteien zu schimpfen, während Ihr in derZeitung jeden politischen Artikel überblättert. Schämt Euch,Zeitungen zu lesen, die Eurer Empörung recht geben, nur um ihreAuflage zu steigern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schämt Euch, für eigennützigeTarifabschlüsse zu streiken, während andere Menschen unter EuremNichtstun leiden. Schämt Euch, Quoten für etwas zu fordern, wo IhrNutznießer der Quoten seid. Schämt Euch, gegen Bauprojekte zuprotestieren, deren Ausmaß Ihr hättet mitbestimmen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schämt Euch, die Verlegung von Einflugschneisen zu fordern,damit Nachbargemeinden darunter leiden. Schämt Euch überhaupt, dasFlugzeug zu benutzen, nachdem Ihr gegen Fluglärm protestiert habt.Schämt Euch, dass Ihr Wutbürger seid und keine Bürger mehr. SchämtEuch, Euer Geld durch Banken vermehren zu lassen und ihnenanschließend genau das vorzuwerfen. Schämt Euch jeder Versicherung,die Ihr abschließt, weil Ihr selbst kein Risiko tragen wollt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schämt Euch des Gedankens, man müsse bei Versicherungen"auch mal was rausbekommen". Schämt Euch, Rechnungen erstnach der zweiten Mahnung zu bezahlen, weil Ihr hofft, dass sie bisdahin vergessen sind. Schämt Euch, gegen Atomkraft und gegenWindräder zu sein. Schämt Euch, dass Ihr nicht zur Wahl geht.Schämt Euch, dass Ihr, wenn Ihr zur Wahl geht, auch solche Parteienwählt, die sich Ihrer Vergangenheit nicht schämen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SchämtEuch, dass jeder Äußerung von Euch mit dem Wort "Ich"beginnt. Schämt Euch, dass Ihr Solidarität fordert, aber damitimmer Leistungen anderer meint. Schämt Euch, euren Neid alsGemeinsinn auszugeben. Schämt Euch, überall das Wort Kulturaufzukleben, weil Ihr glaubt, damit Subventionsansprücherechtfertigen zu können. Schämt Euch, Subventionen als etwasGottgegebenes zu betrachten. Schämt Euch, dass Ihr versucht, fürjeden Handgriff im Leben einen Lohn zu erhalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SchämtEuch, ein Auto zu fahren, für dessen Vorgängermodell Ihr eineAbwrackprämie kassiert habt. Schämt Euch für den Satz "Ichhabe ein Recht darauf, dass es mir gut geht", weil ereinschließt, dass es anderen schlechter geht. Schämt Euch, dieKirche als kostenloses Serviceunternehmen anzusehen, das Ihr nichtbezahlen müsst. Schämt Euch, das Ende von "Wetten, dass ... ?"für wichtiger zu halten als das Ende unserer Ölreserven. SchämtEuch, dumme Sätze und peinliche Fotos im Internet zu posten und aufden Schutz der Privatsphäre zu pochen, wenn Euch dann jemandverhöhnt. Schämt Euch, Anwälte Geld mit Abmahnungen verdienen zulassen. Schämt Euch, auf Rechtspositionen zu beharren, wenn dasRecht nur dem Stärkeren und nicht dem Ausgleich dient. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SchämtEuch Eurer Opferlitaneien, Eurer Selbstbezogenheit und des Glaubens,es gäbe die da oben und Euch da unten. Schämt Euch, dass Ihr denBlick in den Spiegel vermeidet, um nicht zu sehen, gegen wen Ihr Euchwirklich empören müsstet. Schämt Euch.“ (via &lt;a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1640123/"&gt;Deutschlandradio Kultur&lt;/a&gt;)&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In diesem Sinne: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gnothi_seauton"&gt;&lt;span style="font-family: Symbol;"&gt;GNOTHI SEAUTON&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; und guten Rutsch!&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4406198011994266874?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4406198011994266874/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/litanei-zum-jahreswechsel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4406198011994266874'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4406198011994266874'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/litanei-zum-jahreswechsel.html' title='Litanei zum Jahreswechsel'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-719172930272588669</id><published>2011-12-24T12:38:00.001+01:00</published><updated>2011-12-24T12:39:56.258+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Wünsche schöne Feiertage</title><content type='html'>So gefeiert wird, halte man sich jedoch fern von allem, was einem das Fest versauen kann. Hierzu sei der Rat des einschlägigen Experten J. Malmsheimer empfohlen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://2.gvt0.com/vi/v7SQUcMFfqo/0.jpg" height="405" width="540"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/v7SQUcMFfqo&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="540" height="405"  src="http://www.youtube.com/v/v7SQUcMFfqo&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-719172930272588669?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/719172930272588669/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/wunsche-schone-feiertage.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/719172930272588669'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/719172930272588669'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/wunsche-schone-feiertage.html' title='Wünsche schöne Feiertage'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5021580977389044008</id><published>2011-12-21T09:55:00.001+01:00</published><updated>2011-12-22T17:02:41.743+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Praktisches Weihnachtslexikon, A-Z</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;Einigen wird das seltsame Treiben aufgefallen sein, das dieUmwelt in diesen Breiten seit einigen Wochen deutlich sichtbar praktiziert. Auch die seltsamenWörter, die zu jedem Jahresende kursieren, mögen viele vor das eine oder andereRätsel stellen. Als stets um Aufklärung bemühter Zeitgenosse habe ich mich, zumTeil im Selbstversuch, daran gemacht, eine praktische, alphabetisch geordneteListe zusammenzustellen, die die in diesem Zusammenhang wichtigsten Fragen füralle in verständlicher Form beantworten sollte:&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;b&gt;Aachener Printe, &lt;/b&gt;die.&lt;b&gt; &lt;/b&gt;Irrtümlich als &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Weihnachtsgebäckfeilgebotenes, vielfältig verwendbares Bauelement, ähnlich Backstein, dochkleiner und bedeutend widerstandsfähiger. Ideal für den Ausbau von Tresoren,Panikräumen und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg"&gt;Schützengräben&lt;/a&gt;, wegen des geringen Gewichts auch alsZusatzpanzerung für Staatslimousinen, Kampfpanzer usw. geeignet. WiderstehtErdbeben, Artilleriebeschuss, Überschwemmungen u.ä. Vermutlich durch dasMissverständnis eines Eifeler Bäckers mit Zucker versehen und als&amp;gt;Weihnachtsgebäck in und um Aachen eingeführt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Bescherung&lt;/b&gt;, die. Alljährlich in vielen Familienstattfindende Materialschlacht (vgl. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg"&gt;Weltkrieg, erster&lt;/a&gt;). Menschen, die diesemkostspieligen Brauch huldigen, versuchen häufig, sich gegenseitig mit dem Wertihrer Geschenke zu übertrumpfen (&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Mediamarkt,der). Mit leeren Händen dazustehen (&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;“Wir schenken uns dieses Jahr nichts.“), gilt alsschwerer Fauxpas und führt in der Regel zu &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Streit. Als letzte Mittel, dies zu vermeiden, gelten &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Gutscheineund &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;SSS.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoList" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Christstollen&lt;/b&gt;, der (auch: &lt;b&gt;Stollen&lt;/b&gt;, der). Sonderform des &amp;gt;Weihnachtsgebäcks. Als einzig echte gilt die Variante ausDresden. Diese Art des Stollens zeichnet sich durch ein spezifisches Gewichtaus, das zwischen Wolfram und abgereichertem Uran liegt. Einer Legende zufolge,sollen die Dresdner 1745 während der Verteidigung der Stadt gegen die Preußenim &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Erbfolgekrieg"&gt;österreichischen Erbfolgekrieg&lt;/a&gt; die Kanonen mit ihrem S. geladen und damitquasi einen Vorläufer der Hartkernmunition erfunden haben. Der Erfolg wardurchschlagend, allerdings war zu wenig S. magaziniert, um den Ausgang desKampfes noch entscheidend zu beeinflussen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Besinnlichkeit&lt;/b&gt;, die. Heimeliges, wohliges Gefühl, dassich an Weihnachten vorschriftsmäßig einzustellen hat.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Einzelhandel&lt;/b&gt;, der. Wirtschaftszweig, zu dessenAufgaben es unter anderem gehört, die Bevölkerung gegen Entgelt mit Materialfür die alljährliche &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Bescherungzu versorgen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Gänsebraten&lt;/b&gt;, der. Traditionelles Weihnachtsessen invielen Familien, für das einmal im Jahr ein großes Gänsemassaker veranstaltetwird. Es wird aber angenommen, das massenhafte Schlachten der Tiere dienelediglich der Gewinnung von Bettfedern und der Verzehr des Fleisches sei mehrein Nebeneffekt. Dafür spricht, dass eine normale Portion G. ca. 5.500 kcal hatund zuverlässig zu Verdauungsstörungen, Verstopfung und Fettleber führt. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Glühwein&lt;/b&gt;, der. Bevorzugtes Heißgetränk auf &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Weihnachtsmärkten.Das genaue Rezept ist nicht bekannt und wird von der Vereinigung derMarkthändler geheim gehalten. Enthält aber mit hoher WahrscheinlichkeitIndustrieäthanol, Zucker, Glukosesirup, Stabilisatoren, Farb- und Aromastoffe,Pestizide, eine Idee Plutonium (für die unerlässlichen Kopfschmerzen) undheißes Wasser. Andere Theorien besagen, dass es sich um eine von Winzernpraktizierte, gewinnbringende Form der Resteverwertung handelt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Gutschein&lt;/b&gt;, der. Da die &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Bescherung z.T. erhebliche Geldmittel verschlingt,über die nicht alle verfügen, wird zuweilen von der Möglichkeit Gebrauchgemacht, über das Jahr einlösbare Gutscheine, meist für bestimmte Aktivitäten(Essen, Theater, Kino, Zoo etc.) zu verschenken, wodurch sich die finanzielleBelastung besser streuen lässt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Jingle Bells&lt;/b&gt;. Von J. L. Pierpont um 1855 komponiertesvolkstümliches Lied, das zu den populärsten &amp;gt;Weihnachtsliedern überhaupt gehört. Warum, ist nachwie vor ein Rätsel, denn der Text hat in keiner Weise auch nur ansatzweiseetwas mit Weihnachten zu tun.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Karpfen&lt;/b&gt;, der. Ein weiteres traditionellesWeihnachtsessen. Wird von denen bevorzugt, die für einen &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Gänsebratenzu feige sind. Oft modrig schmeckender Glitschfisch mit komplexemGrätenapparat. Als Speisefisch daher eigentlich weniger geeignet. Ethnologenvermuten, der rituelle Verzehr eines solchen Tieres diene der Buße fürbegangene Sünden.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Kirche&lt;/b&gt;, die. Meist größeres Gebäude, oft mit einemoder mehreren Türmen versehen. Dient kultischen Zwecken und ist nur einmal imJahr einigermaßen voll. Das ist dann für den Pfarrer immer wie Weihnachten.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Krippe&lt;/b&gt;, die. Veraltete Futtervorrichtung fürNutzvieh. Seit Jahrhunderten wird eine primitive Form von Teilen der Menschheitaus noch ungeklärten Gründen zum Mittelpunkt kultischen Bildwerks gemacht, dasin allen möglichen Formen und Größen gearbeitet ist.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Mediamarkt&lt;/b&gt;, der. Unternehmen des &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Einzelhandels.Veranstaltet um das &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Weihnachtsgeschäftjedes Jahr einen solch ohrenbetäubenden Lärm, dass die Vermutung nahe liegt,dieses Unternehmen sei existenziell davon abhängig.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoList" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Michael, George&lt;/b&gt;. Britischer Poppmusiker undKomponist. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei einemvon ihm verfassten Lied um das grausigste und nervendste &amp;gt;Weihnachtsliedaller Zeiten handelt. Die Tantiemen allein für dieses Werk dürften ihnparadoxerweise zu einem der am besten verdienenden Musiker aller Zeiten gemachthaben. Nicht zuletzt, weil es jedes Jahr von zahlreichen Radiosendern in hoherWiederholungsrate gespielt wird.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Nikolaus&lt;/b&gt;, der. Auf einen spätantiken Bischof zurückzuführendeJahresendfigur, die im Bereich der Pädagogik dazu verwendet wurde, angepasste("brave") Kinder per positiver Verstärkung mittels Geschenken zu manipulieren und unangepasste ("böse")Kinder notfalls per Prügelstrafe zu sekkieren. Hat sich aber nie selbst dieHände schmutzig gemacht, sondern solche Drecksarbeit einen finster gewandetenFolterknecht mit verschiedenen Tarnnamen (‚Knecht Ruprecht’, ‚Krampus’ u.a.)erledigen lassen. Dies hat bei nicht wenigen Kindern zu nachhaltigerTraumatisierung geführt. In jüngster Zeit mehr und mehr durch den &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Weihnachtsmannabgelöst, der nur noch Geschenke bringt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;selbst gebackene Plätzchen&lt;/b&gt;, die. Sonderform des &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Weihnachtsgebäcks.Meist unter Einbeziehung von Kindern familienintern fabrizierte, furztrockene Fett- undZuckerbomben, die man höflicherweise zumindest zu probieren hat. Für Kinderneben der &amp;gt;Bescherungeiner der Höhepunkte des Jahres, da sie ausschließlich beim Plätzchenbackenkeinen Ärger bekommen, wenn sie die Küche verschmutzen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;selbst gebasteltes Geschenk&lt;/b&gt;, das. Kinder, die vom &amp;gt;Einzelhandel und dessen Werbung (&amp;gt;Mediamarkt)spätestens ab ihrem dritten Lebensjahr vollständig darauf konditioniert sind,das Gelingen einer &amp;gt;Bescherung am Wert der erhaltenen Konsumartikel zumessen, verfügen erfahrungsgemäß nicht über die finanziellen Mittel, damithalten zu können. Also wird ihnen von Eltern, Verwandten, Erzieherinnen etc.eingeredet, die schönsten Geschenke seien selbst gemacht. Und obwohl dieKleinen aus eigener Erfahrung genau wissen, dass das in unserer modernenKonsumgesellschaft nicht der Fall ist, machen sie sich Jahr um Jahr ansBasteln. Achtung: s.g.G.s erfordern beim Erhalt das höchste Maß an geheuchelterFreude, soll die &amp;gt;Bescherung nicht im &amp;gt;Streit enden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;SSS&lt;/b&gt;. Abk. f. Schlips, Schal, Socken. Zu Weihnachtenoft an Männer verschenkte Kleidungsstücke (&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Bescherung). Die Häufigkeit, mit der diese Geschenkegemacht werden, lässt auf einen rituellen Charakter schließen, zudem vomjeweiligen Empfänger unbedingt erwartet wird, Freude zu heucheln.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoList" style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Streit&lt;/b&gt;, der. Meist heftig und in der Regel verbalgeführte Auseinandersetzung. An Weihnachten in Familien sehr beliebt, da dieFesttage sie dazu zwingen, es an zwei aufeinander folgenden Tagen länger alszwei Stunden am Stück miteinander auszuhalten. Auch Missgriffe bei der &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Bescherungkönnen zuweilen S. auslösen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Tannenbaum&lt;/b&gt;, der. Nadelgehölz, das zu Weihnachten vonvielen in entsprechender&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Größe aus Wäldern entwendet oder bei Wucherern an der Straßeerstanden wird. Wird aufwändig geschmückt in der Wohnung aufgestellt undunverständlicherweise mit brennenden Kerzen versehen. Vermutlich soll dieseSitte dem Fest mehr Spannung verleihen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Weihnachtsgebäck&lt;/b&gt;, das. Sammelbegriff für starkgesüßtes und äußerst hochkalorisches Backwerk, das von vielen um dieWeihnachtszeit herum exzessiv verzehrt wird. Soziologen vermuten in diesemBrauch, ähnlich dem Weihnachtsessen (&amp;gt;Gänsebraten) einen Rekurs auf die Fettreserven, die sich viele Winterschlaf haltendeTierarten anfressen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Weihnachtsbeleuchtung&lt;/b&gt;, die. In Innenstädten temporärinstallierte Rollbahnbefeuerung für Opfer von &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Weihnachtsmärkten.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Weihnachtsgeschäft&lt;/b&gt;, das. Für den &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Einzelhandeldie wichtigste Zeit des Jahres. Der nutzt den allgemeinen Schenkzwang zuWeihnachten dazu, die Jahresbilanz zu schönen. Das W. läuft grundsätzlichschlecht. Daher ist das alljährliche Herumjammern des Einzelhandels über das W.ein wichtiger Teil des Rituals. Für die Politik dagegen dient ein gutes W. alsBeleg für im Sinne der Allgemeinheit positiv ausgeübte Tätigkeit. Daher sindaus dieser Ecke traditionell frohe Botschaften zu hören.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Weihnachtsgeschichte&lt;/b&gt;, die. Anekdote aus dem späten 1.Jahrhundert, die seit Jahrhunderten einmal im Jahr wieder ausgekramt und vor allem in &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Kirchenvorgetragen wird, obwohl alle die Pointe längst kennen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Weihnachtslied&lt;/b&gt;, das. Akustischer Terror, der zu Typ2-Diabetes und Ohrenkrebs führen kann, wenn das Gehör ihm zu lange ausgesetztwird. Bis auf eine bekannte Ausnahme (The Pogues: &lt;i&gt;Fairytale Of New York&lt;/i&gt;)grundsätzlich rührselig und kitschig. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;Weihnachtsmann&lt;/b&gt;, der. Allegorische Figur in Gestalteines adipösen älteren Mannes mit weißem Bart. Trägt rote Kutte und Mütze mitweißem Pelzbesatz und verfügt nur über einen stark eingeschränkten Wortschatz.Die Färbung seines Gesichts lässt auf langjährigen Alkoholmissbrauch schließen.Lebt angeblich am Nordpol und reist an Weihnachten mit einem mitrentierbespannten Schlitten um die Welt, um die Kinder zu beschenken. Hat imLaufe des 20. Jahrhunderts, nicht zuletzt aufgrund des Engagements eines großenGetränkeherstellers, den sog. &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Nikolausabgelöst.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Weihnachtsmarkt&lt;/b&gt;, der. Fortsetzung des Biergartens mitanderen technischen Mitteln.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;„Wir schenken uns dieses Jahr nichts.“&lt;/b&gt; Vgl. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Science-Fiction"&gt;Science Fiction&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fantasy"&gt;Fantasy&lt;/a&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;X-Mas Party&lt;/b&gt;, die. Tanzvergnügen für alle unterdreißig, die die alten Werte noch nicht für sich wiederentdeckt haben. Wirdnormalerweise nach Einnahme des Weihnachtsessens (&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Gänsebraten, &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;&amp;gt;&lt;/span&gt;Karpfen)aufgesucht.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5021580977389044008?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5021580977389044008/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/praktisches-weihnachtslexikon-z.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5021580977389044008'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5021580977389044008'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/praktisches-weihnachtslexikon-z.html' title='Praktisches Weihnachtslexikon, A-Z'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-6824123311402757721</id><published>2011-12-19T16:26:00.004+01:00</published><updated>2011-12-19T16:40:40.417+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Der sparsame Präsident</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Dieser Herr“, ätzte HerbertWehner legendärerweise über Willy Brandt, „badet gernlau!“ Im Hinblick auf Christian Wulff formulierte &lt;a href="http://www.freitag.de/politik/1150-wir-sind-wulff-aber-die-mittelm-igkeit-des-pr-sidenten-darf-nicht-unser-ma-stab-sein"&gt;Jakob Augstein&lt;/a&gt; esein wenig anders: Er meinte, das Wildeste an dem Mann dürfte wohl dieTätowierung seiner Frau sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es war Angela Merkel, die Wulff insPräsidentenamt hievte. Joachim Gauck, der liberale Ideologe undglühende Linkenfresser, hätte ihr, obwohl ihr politisch eigentlichnäher stehend, sehr unbequem werden können. Und so etwas schätztdie Kanzlerin nicht bei ihren Präsidenten. Die Bestellung Wulffs waraus der Not geboren: Horst Köhler war überraschend zurückgetreten, ein einmaliger Vorgang in der Geschichte derBundesrepublik, und die Opposition hatte sie mit ihrer NominierungGaucks in die Enge getrieben. Da schien keine Zeit gewesen zu seinfür gründliche Prüfungen des Vorlebens des Kandidaten. Drei Kreuzegemacht und ins Amt mit ihm, wenn auch blamablerweise erst im drittenWahlgang.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nach außen wirkte Wulff schon immerwie jemand, der bei der Wahl zum Schriftführer einesKleingartenvereins wegen Trantütigkeit durchfallen würde. Das muss nichts Schlechtes sein. Unbehagen erzeugtdie schon masochistisch anmutende &lt;a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3779"&gt;Sehnsucht&lt;/a&gt; beispielsweise einesMichael Spreng nach Joachim Gauck als eisernem Zuchtmeister. Derwürde nach Sprengs Phantasie in seiner Neujahrspredigt, pardon:-ansprache, nicht nur den sozialstaatsverwöhnten Deutschen kräftigdie Leviten lesen, sondern es auch der Linken so richtig zeigen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Kurz nachdem Wulff sein Amt angetretenhatte, eckte er einmal an, indem er das aussprach, wasMultikulti-Hasser bis heute nicht wahrhaben wollen: Nämlich, dassder Islam selbstverständlich zu Deutschland gehöre. Möglicherweiseüberrascht von dem Staub, den er aufgewirbelt hatte, beschränkte ersich danach im Wesentlichen auf das, was er am besten kann: Pfötchengeben und ansonsten nicht weiter auffallen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Jetzt ist er aufgefallen mit einemPrivatkredit für den Kauf eines Hauses, den er bei der Ehefrau einesbefreundeten Unternehmers aufgenommen hat und durch eine Reihe vonUrlauben, die er in den Häusern betuchter Freunde verbracht hat. AlsPrivatmann würde ihn das vielleicht sogar sympathisch wirken lassen:Er brauchte halt schnell und unbürokratisch Geld für seine neueFamilie und ist beim Urlaub sparsam. Für ihn als Politiker ist dasgefährlich.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer regelmäßig geldwerte Zuwendungenreicher Leute in Anspruch nimmt, sich einen großen Geldbetrag beiihnen leiht und regelmäßig seinen Urlaub in ihren Villen verbringt,macht sich damit nicht strafbar. Aber Einladungen und Angebote wiediese bekommt man in der Regel nicht aus purer Großzügigkeit:Solche freundlichen Gast- und Kreditgeber hegen oft denHintergedanken, durch ihre kleinen Gefälligkeiten leichter Gehör zufinden, besseren Zugang zur Macht zu bekommen, manchmal auchAbhängigkeiten zu schaffen. Man kann Wulff vielleicht Charisma undTemperament absprechen, Erfahrung im politischen Geschäft dagegen nicht. Sollte ihm allen Ernstes nicht klar gewesen sein, in welches Fahrwasser ihn solches Gekungel bringen kann? Wenn das tatsächlich sosein sollte, dann wäre Naivität noch eine äußerst höflicheUmschreibung dafür.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Dabei muss ein Bundespräsident keinHeiliger sein. Wer so etwas erwartet, von politischen Amtsinhaberneine moralisch höhere Form des Menschseins verlangt, offenbart damitvor allem demokratische Unreife. Weil das Amt des Bundespräsidentenaber so gut wie keine echten Befugnisse vorsieht, bleibt dem, der esbekleidet, nur das Wort. Und wenn sein Wort Gewicht haben und gehörtwerden soll, dann muss die Person glaubwürdig sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nein, man muss von einemBundespräsidenten auch nicht erwarten, dass er, wie einst JohannesRau, seinen Urlaub grundsätzlich in einer Pension auf Spiekeroogverbringt und und sich ansonsten mit Skatspielen und Witze erzählendie Zeit vertreibt. Dass jemand, der sein halbes Leben lang in derPolitik verbracht hat, davon einen Teil in hohen Ämtern, sich einentsprechendes Häuschen leistet, ist nicht der Rede wert. Aber istes zu viel verlangt, dass jemand, der für sich in Anspruch nimmt,eine Vorbildrolle zu spielen, solche Angelegenheiten gefälligst sobewerkstelligt, wie es von jedem Landtagsabgeordneten erwartet würde?Dass er einen Immobilienkredit über eine Bank abwickelt und seinUrlaubsdomizil selbst bezahlt, um gar nicht erst in den Verdacht der Vorteilsnahme zu geraten?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eines kann bei der Einschätzung derVorfälle immerhin wirklich helfen: Die Maßstäbe, die ChristianWulff 1999 als CDU-Fraktionsvorsitzender im niedersächsischenLandtag selbst aufgestellt hat. Ministerpräsident Gerhard Glogowski(SPD) musste zurücktreten, weil es den Anschein hatte, dass er sichseinerzeit einen Urlaubsflug nach Ägypten von der TUI hatte bezahlenlassen. Der &lt;a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/vorwuerfe-gegen-christian-wulff-mit-dem-goenner-auf-reisen-1762627.html"&gt;&lt;i&gt;stern&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; dazu:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„Der Mann, der damals darauf drängte,einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, war Christian Wulff,seinerzeit Oppositionsführer der CDU in Niedersachsens Landtag. SeinVorwurf: Schon der "Schein von Abhängigkeit" sei einProblem für die Würde des Ministerpräsidentenamtes.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Als er selbst Ministerpräsident wurde,nahm es Wulff dann nicht mehr so genau mit diesem "Schein".Im Januar 2010, auf dem Höhepunkt der Air-Berlin-Affäre, verneinteer eine parlamentarische Anfrage der Grünen, ob er geschäftlicheBeziehungen zu seinem langjährigen Gönner Egon Geerkens oder zueiner Firma mit dessen Beteiligung unterhalten würde. Was Wulffverschwieg: 2008 hatte sich der Ministerpräsident eine halbe MillionEuro von Geerkens Ehefrau Edith geliehen. Damit war die Anfrage zwarformal korrekt beantwortet - nach dem von ihm selbst formuliertenAnspruch hätte Wulff, der 2007 ein Buch mit dem Titel "Besserdie Wahrheit" veröffentlichte, jedoch damals schon alsMinisterpräsident zurücktreten müssen.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wulffs Umgang mit den gegen ihnerhobenen Vorwürfen wirkt nicht wie der eines Menschen, dem seineGlaubwürdigkeit über alles geht. Scheibchenweise räumt er nur dasein, was sich überhaupt nicht leugnen lässt. Eine klare Aussage,wie er mit der Situation umzugehen gedenkt, fehlt bislang. Man hatden Eindruck, dass hier jemand vor allem versucht, sich aus derBredouille zu lavieren. Ließe Wulff seine eigenen Worte für sichselbst gelten, dann müsste er schon längst zurückgetreten sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-6824123311402757721?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/6824123311402757721/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/der-sparsame-prasident.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6824123311402757721'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6824123311402757721'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/der-sparsame-prasident.html' title='Der sparsame Präsident'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4081653452203840731</id><published>2011-12-17T12:43:00.000+01:00</published><updated>2011-12-22T14:53:49.257+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Bekenntnisse eines Gekaperten</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es war Hans-Olaf Henkels kanalrattigesGrinsen, das eine Warnung hätte sein müssen. Am späteren Abend des27. September 1998 fragte ein Reporter in Berlin den damaligenBDI-Präsidenten mit sichtlicher Vorfreude darauf, dass er und seineBagage jetzt wohl etwas kleinere Brötchen würden backen müssen, ober denn auch mit Sozialdemokraten reden würde. Henkel antwortete,siegesgewiss feixend, er rede grundsätzlich mit Siegern. Sprach’sund verschwand im Hinterzimmer. Der Mann schien bereits zu wissen,dass seine Party jetzt erst richtig losgehen würde. Viele anderewussten es nicht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Die Wahl Gerhard Schröders 1998 warvor allem eine Abwahl Helmut Kohls. Sechzehn immer bleiernere Jahrehatten wir den listigen Pfälzer ertragen, der wie kein Zweiter dienach außen hin so gemütliche deutsche Provinz verkörpern konnte.Leutselig, friedlich und verschmitzt nach außen, latent feindselig,nachtragend und kniepig hinter der Fassade. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nach seiner vierten Amtsperiode war erverbraucht, das politische Kapital als Kanzler der Einheitaufgezehrt. Kohl hatte versäumt, rechtzeitig einen Nachfolgeraufzubauen und die CDU längst allein auf sich ausgerichtet. Dadurch warder Laden am Ende dieser sechzehn Jahre ausgepowert, verbraucht wieeine baufällige Baracke bei Regenwetter. Einer der letzten, die Kohlnoch treu den Steigbügel hielten, war der speichelleckende PfarrerPeter Hintze, sein Wahlkampfmanager. Der hat vermutlich bis heutenicht bemerkt, wie sehr er damals aus der Zeit gefallen war. Die vonFranz Müntefering professionell organisierte Wahlkampfzentrale &lt;i&gt;Kampa&lt;/i&gt;hat das leicht erledigt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sechzehn unserer jungen Jahre hattenwir uns fremdgeschämt für den tapsigen Oger von Oggersheim. AllenSpott hatte er ausgesessen. Die Birne-Witze der Achtzigerjahre, siewaren längst schal geworden und über die Parodien diverserKabarettisten mochte man sich auch nicht mehr so recht amüsieren. Eshatte ja eh alles keinen Sinn. Wir waren so weit, zu glauben, alles,was nach ihm kommen würde, könne nur besser werden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und tatsächlich: Schröder, bei denJusos sozialisiert, den souveränen Umgang mit Parteigranden,Gewerkschafts- und Konzernbossen aus seiner Zeit alsniedersächsischer Ministerpräsident gewohnt, zeigte von Beginn anjene Hemdsärmeligkeit und Weltläufigkeit, die wir so schmerzlichvermisst hatten. Endlich sich im Ausland nicht mehr genieren müssen.Und dann auch noch ein Grüner als Vizekanzler! Ich genoss förmlichdie Krämpfe, die eingefleischte Konservative um mich herum bekamenbeim bloßen Gedanken daran. Bei aller rückblickend sichoffenbarenden Mittelmäßigkeit derer, die damals zur Macht gekommensind: In jenem Herbst 1998 fühlte es sich an, als hätte endlichjemand in diesem Land die Fenster aufgerissen und den Miefrausgelassen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der erste Riss im Parkett kam schnellin Gestalt des von Springer- und Murdoch-Presse vehement herbeigeschriebenen Rücktritts von Oskar Lafontaine, des designiertenFinanzministers. Auch das hätte eine Warnung sein müssen. Zwar gabes eine dumpfe Ahnung, dass da irgend etwas Einschneidendespassierte, ein Kampf um die Ausrichtung der SPD entschieden wurde.Doch war mir, wie vielen, nicht klar, dass sein Abgang von derpolitischen Bühne gleichzeitig auch der der alten Sozialdemokratiewar. Zu groß war die Euphorie der ersten Zeit nach Kohl.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Jetzt, im Rückblick, offenbart sichauch zunehmend, wie parteiübergreifend verfilzt die HannoveranerKamarilla ist und wie wenig man sich dort verstecken muss gegen denSPD-Klüngel der roten Ruhrbarone oder die rechtskonservativeCDU-Pöstchenfabrik in Hessen. Der Genosse der Bosse kam von da undkonnte es mit allen: Mit VW-Partyhengst Peter Hartz ebenso wie mitCarsten Maschmeyer. Der wäre nur zu gern ein geachtetes Mitglied derbesseren Gesellschaft. Aber das leicht strizzimäßige Odium deseinstigen Drückerkolonnenkönigs mit dem Pornobalken haftet an ihmwie ein billiges Rasierwasser, da helfen alle seine Millionen nichts.Insider wussten das alles, aber wenn sie gewarnt haben, dann wurdenihre Warnungen abgetan als Miesmacherei.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Apropos Hartz: Mit der Bestellung vonPeter Hartz zum Vorsitzenden der nach ihm benannten Kommission zurEntwicklung von Reformen am Arbeitsmarkt wurde zum ersten Mal imgroßen Stil jener fatale Irrglaube in die Tat umgesetzt, nach demvermeintlich überparteiliche Praktiker aus dem Management auf jedenFall bessere Gesetze machen könnten als irgendwelche Experten. ImOutsourcing von Kernaufgaben des Staates wurde auch hierPionierarbeit geleistet. Arbeit geschaffen haben die Hartz-Reformeneine Menge. Vor allem bei den Sozialgerichten. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Schröder-SPD war die erste undwahre Piratenpartei Deutschlands. Sie hat das Land damals gekapert.Sie hat es, nach dem Vorbild Tony Blairs auf einer Wellelinksalternativer Aufbruchsstimmung reitend und unter dem Vorwand,sozialdemokratische Politik in das 21. Jahrhundert zu führen, in einneoliberales, dereguliertes Billiglohnland nach dem Vorbild MargaretThatchers verwandelt, in dem die Rechte von Arbeitnehmern undArbeitslosen immer mehr beschnitten wurden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der Rest ist bekannt: ProfitableKonzerne und Arbeitgeber wurden Hedgefonds undPrivate-Equity-Gesellschaften zum Fraß vorgeworfen, die gesetzlicheRente wurde weiter geschwächt und den Raffelhüschens dieser Weltdie Tür geöffnet. Es wurde privatisiert auf Teufel komm raus, ineinem Maße, wie keine konservativ-liberale Regierung dies je hättewagen können. Einzig die überfällige Reform des Staatsbürgerschaftsrechts und der Schulterschluss mit Frankreich gegen den Irakkrieg des unsäglichen George W. Bush können als bleibende Verdienste bezeichnet werden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Im Hinblick auf das, was zur Wahlstand, führte 1998 an Schröder sicher kaum ein Weg vorbei. Vier weitereJahre Kohl wären keine Alternative gewesen. Aber die Begeisterung,die Schröder und Fischer durch die ersten Jahre der Regierungtrug, war fehl am Platze. Im Gegenteil: Den rot und grünlackierten Neoliberalen hätte von Beginn an Widerstand entgegenschlagen müssen. Als der Widerstand sich endlich formierte war es zuspät, der Richtungswechsel längst vollzogen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Auch habe mich kapern lassen damals.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4081653452203840731?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4081653452203840731/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/bekenntnisse-eines-gekaperten.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4081653452203840731'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4081653452203840731'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/bekenntnisse-eines-gekaperten.html' title='Bekenntnisse eines Gekaperten'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-3790139464645073241</id><published>2011-12-15T07:50:00.000+01:00</published><updated>2011-12-15T15:20:52.470+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Mein Wort des Jahres 2011</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eine schwere Prüfung der eigenen&amp;nbsp;Langmut&amp;nbsp;ist es zweifellos, laute, saufende Horden in öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln gar, ertragen zu müssen. &lt;a href="http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/die-zunehmende-verlarmung-der-welt.html"&gt;Darüber&lt;/a&gt; ist hier vor nicht allzu langer Zeit bereits reflektiert worden. Die Frage ist in der Tat: Wie umgehen mit so was? Es gibt einige Möglichkeiten: Eine Idee wäre es, die Präsenz von Sicherheitspersonal zu erhöhen. Das kann schon Wunder bewirken. Obwohl ich, wie gesagt, von solch unzivilisiertem Benehmen selbst mächtig genervt bin, wäre die letzte Idee, auf die ich käme, ein totales Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln zu fordern. Viele Landsleute sehen das allerdings anders.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Die &lt;a href="http://www.gfds.de/aktionen/wort-des-jahres/"&gt;Gesellschaft für deutsche Sprache&lt;/a&gt; hat 'Wutbürger' zum Wort des Jahres 2010 gekürt. Für 2011 hätte ich da eine Idee: &lt;b&gt;Verbotsbürger&lt;/b&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das sind jene autoritären Kniepsäcke, die zwar stundenlang vom mediterranen &lt;i&gt;laissez faire&lt;/i&gt; an ihren Urlaubsorten schwärmen, das in ihrer Nachbarschaft aber bitte nicht möchten und zum Ordnungsamt rennen. Für jedes Problem und für alles, das ihnen irgendwie auf die Nerven geht, haben sie grundsätzlich immer nur die eine Antwort parat. Und zwar die dümmste, verbiestertste und denkfaulste überhaupt: Verbieten! Komplett! Und zwar pronto! Zuletzt beklatschten die Verbotsbürger eifrig das totale &lt;a href="http://www.s-bahn-muenchen.de/s_muenchen/view/aktuell/news/alkoholverbot.shtml"&gt;Alkoholverbot&lt;/a&gt; in der Münchner S-Bahn und sahen sich durch die &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/abschiedssaufen-in-der-s-bahn-muenchen-ausser-rand-und-band-1.1232091"&gt;feuchtfröhliche Abschiedsparty&lt;/a&gt; in ihrem Triumph noch bestätigt. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sicher gibt es Verbote und Vorschriften, die sinnvoll sind und die, trotz anfänglicher Widerstände, die Allgemeinheit weiter gebracht haben: Tempolimits, Airbags und Gurtpflicht im Auto kommen da in den Sinn. Oder Hygienevorschriften, die ebenfalls maßgeblich dazu beigetragen haben, unser aller Lebenserwartung zu erhöhen. Und obwohl selbst Raucher, habe ich gegen einige Rauchverbote nicht nur kein rationales Argument, sondern finde sie wirklich sinnvoll: Ich habe nie den leisesten Protest erhoben gegen rauchfreie Restaurants und gegen Rauchfreiheit&amp;nbsp;für diejenigen öffentlichen Räume, bei denen niemand die freie Wahl hat, sie zu betreten oder nicht. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es muss aber unterschieden werden zwischen Verboten bzw. Vorschriften, die zwar den Alltag ein wenig einschränken, dafür aber großen Nutzen für viele mit sich bringen und solchen, die nur dem subjektiven Besserfühlen einer lauten, penetranten und egozentrischen Minderheit dienen, die glaubt, dass wenn etwas für sie gut sei, sich gleich die ganze Welt nach ihrem Gusto zu benehmen habe. Und wenn gar nichts mehr hilft, dann geben sie vor, im Sinne des Kinderschutzes zu handeln. Klassisches Totschlagargument. Das geht immer.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und so schlagen sie schon morgens die Zeitung auf oder durchforsten das Netz, auf der Suche nach einem neuen Hühnchen zum Rupfen. Na, was verbieten wir als nächstes? Mal sehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-PJ5ld1HXREw/TujXoSgQpPI/AAAAAAAAAEQ/jXxCxtD2R04/s1600/MQEP_AKW-Gegner_M.png" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://4.bp.blogspot.com/-PJ5ld1HXREw/TujXoSgQpPI/AAAAAAAAAEQ/jXxCxtD2R04/s320/MQEP_AKW-Gegner_M.png" width="205" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;(&lt;a href="http://minderheiten-quartett.de/Bilder/MQEP1/Bilder/Slice-MQ-Karten_01.png"&gt;minderheiten-quartett.de&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Ich habe beispielsweise etwas gegen Hundehalter, deren vierbeinige Lieblinge in der Öffentlichkeit alles dürfen: Vom auf den Bürgersteig Kacken bis zum Behelligen von Menschen, die dies nicht wünschen. Man verstehe mich nicht falsch: Ich habe kein prinzipielles Problem mit Hunden, im Gegenteil. Auch bin ich weder allergisch noch phobisch, aber ich finde, da muss doch mal was unternommen werden. Also am besten verbieten. Sofort! Nein, ich will Hundehaltung doch gar nicht abschaffen, man ist ja kein Unmensch. Nur raus aus den Innenstädten damit. Privat, auf ihrem Grund und Boden, können die Leute selbstverständlich tun, was sie möchten, so lange ihre Töle nicht wagt, nach 22 Uhr zu kläffen. Wir leben ja schließlich in einem freien Land. Für den nötigen Auslauf könnte man doch abgezäunte Freigelände außerhalb der Städte einrichten. Das wäre auch viel artgerechter. Eigentlich komme ich mir mit meinen Forderungen noch sehr großzügig vor. Denn seitdem mir letztens eine &lt;a href="http://www.peta.de/web/tierenutzen.5198.html"&gt;Broschüre&lt;/a&gt; die Augen geöffnet hat, wie voll gemein es ist, überhaupt Haustiere zu halten, fände ich ein totales Verbot jeglicher Tierhaltung schon irgendwie konsequenter.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Weiterhin habe ich ein Problem mit aufdringlichen Parfums. Am schlimmsten sind die vollsynthetischen Chemiecocktails, mit denen vor allem Heranwachsende sich großflächig einzuprötern pflegen. Unerträglich, im Zug oder im Flugzeug neben so einer wandelnden Stinkbombe sitzen zu müssen. Da solche Menschen erfahrungsgemäß nicht durch Argumente zur Vernunft zu bringen sind und sich vielmehr auf ihre persönliche Freiheit berufen, hilft auch hier auf Dauer wohl leider nur ein Verbot. Und zwar ein totales. Mit hohen Bußgeldern.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Dann wäre da noch eine gewisse Sorte Radfahrer, die ich nicht ausstehen kann: Es ist jene Sorte, deren Angehörige offenbar glauben, nur, weil sie sich ökologisch korrekt fortbewegten, seien Innenstädte ihre ganz persönlichen Spielplätze, auf denen sie grundsätzlich auf niemanden Rücksicht nehmen müssten. Sie beschimpfen Autofahrer, deren Weg sie schneiden und Fußgänger, die nichts weiter tun als den für sie vorgesehenen Fußgängerweg zu benutzen. Die Straßenverkehrsordnung finden sie irgendwie voll fascho und betrachten sie mehr als eine Sammlung unverbindlicher Vorschläge - nur was sie selbst angeht, versteht sich. Benutzer anderer Verkehrsmittel sollen gefälligst deren ganze Härte zu schmecken kriegen. Wer das nicht glaubt, dem sei hiermit ein Ausflug ins &lt;a href="http://www.jungewelt.de/2011/12-09/022.php"&gt;westfälische Münster&lt;/a&gt; empfohlen. Also, Radfahrverbot nach dreimaligem Verstoß! Es hilft ja nichts.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bei alldem könnte man einwenden, die große Mehrheit der Hundehalter, Parfumbenutzer, Radfahrer etc. benähme sich doch korrekt und könne schließlich nichts dafür, dass ein paar wenige den Knall nicht gehört hätten. Die wären durch ein Verbot alle mitbestraft. Genau darum geht es: Die große Masse derjenigen, die in der S-Bahn friedlich ihr Feierabendbier trinken oder sich auf dem Weg zur Party oder ins Stadion ohne großes Gewese genüsslich 1-2 Gebinde einverleiben, ist ja auch nicht das Problem. Genau so wenig der Großteil der Hundebesitzer mit sozialisierten Vierbeinern und die Masse der Radfahrer, die sich vernünftig fortbewegt. Das Problem sind immer die paar Zivilisationsallergiker, die den Unterschied zwischen privat und öffentlich nicht kennen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wieso eigentlich sollen immer gleich alle büßen für das Fehlverhalten einer Minderheit? Nehmen wir den Flugverkehr: Weil eine Handvoll Durchgeknallter auf der Welt es für ein geeignetes Mittel der politischen Auseinandersetzung hält, Verkehrsflugzeuge in die Luft zu sprengen, müssen wir alle zwei Stunden früher am Flughafen sein, uns vor Interkontinentalflügen nackig machen und auch sonst allerlei Schikanen über uns ergehen lassen. Das alles nur, um in unserem zuweilen maßlosen Sicherheitsbedürfnis ein statistisch gesehen verschwindend geringes Risiko noch ein wenig kleiner zu machen. Das Risiko, dass in einem der zahllosen Container, die täglich umgeschlagen werden, ein Virus eingeschleppt wird, das eine tödliche Pandemie auslöst, dürfte, wenn&amp;nbsp;schon nicht&amp;nbsp;entschieden größer, dann aber auch nicht viel&amp;nbsp;geringer&amp;nbsp;sein als das,&amp;nbsp;im Flieger eine Ladung Semtex&amp;nbsp;an den&amp;nbsp;Hintern gepappt&amp;nbsp;zu bekommen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Weil aber verbiesterte, unentspannte Ichwillaber-Spießer finden, es gäbe ein Menschenrecht darauf, in einer blitzblank gekehrwochten Modelleisenbahnwelt zu leben, krakeelen sie: „Verbieten! Verbieten! Bußgeld!“, wann immer ihnen ein Furz quer sitzt. Ein Höhepunkt solchen Gehabes war vor einigen Jahren in meiner örtlichen Lokalzeitung zu bewundern: Da hatte es ein Apotheker als erster in der Stadt gewagt, seinen Laden mit dem &lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/85/Pharmacy_Green_Cross.svg"&gt;internationalen Apothekenzeichen&lt;/a&gt; zu verzieren. Das leuchtet nachts grün und blinkt. Wochenlang tobte eine Leserbriefschlacht über die Frage, ob so was nicht verboten gehöre. Schließlich leide schon die halbe Straße an chronischer Schlaflosigkeit. In einer Tour möchte man solchen Menschen zurufen: „Entspannt euch mal, haltet die Fresse, kauft euch blickdichte Rollos und kümmert euch ansonsten um wichtige Dinge! Und wenn's euch hier nicht passt, dann &lt;a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,803717,00.html"&gt;geht doch&lt;/a&gt; nach &lt;a href="http://www.taz.de/Scharia-in-Indonesien/%2183700/"&gt;Indonesien&lt;/a&gt;.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wirklich fies an solchen Totalverboten ist ihre psychologische Dimension: Die sie andauernd erlassen und verhängen wollen, laufen meist mit einem schweren Erziehungsanspruch herum und scheinen alle erwachsenen Menschen grundsätzlich für Dreijährige zu halten, die ohne komplexes Regelwerk, ohne dauernde Bevormundung und Strafandrohung kein ordentliches Loch in den Schnee gepisst kriegen. Mich hat aber niemand zu erziehen. Wie wäre es statt dessen mit ein wenig Fingerspitzengefühl und Common Sense? Überall auf den Bahnhöfen und in Zügen patrouillieren mittlerweile Sicherheitsleute und Polizisten, die dafür ausgebildet sind, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Warum nicht als ersten Schritt mehr Personal fordern, anstatt immer gleich das Kind mit dem Bade ausschütten? Mehr Personal würde es im Falle von Verboten sowieso geben müssen, denn irgendwer müsste sich schließlich um deren Einhaltung kümmern. Ist es zu viel verlangt, denen zuzutrauen, zwischen Leuten zu unterscheiden, die sich in der Öffentlichkeit zu benehmen wissen und jenen, die das nicht können?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ein professionell arbeitender Sicherheitsdienst dürfte so was hinbekommen. Ein ausgewachsener deutscher Verbotsbürger&amp;nbsp;dagegen&amp;nbsp;nicht. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-3790139464645073241?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/3790139464645073241/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/mein-wort-des-jahres-2011.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3790139464645073241'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3790139464645073241'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/mein-wort-des-jahres-2011.html' title='Mein Wort des Jahres 2011'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-PJ5ld1HXREw/TujXoSgQpPI/AAAAAAAAAEQ/jXxCxtD2R04/s72-c/MQEP_AKW-Gegner_M.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5738253799190317575</id><published>2011-12-13T18:55:00.001+01:00</published><updated>2011-12-15T07:52:37.446+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Brain Farts'/><title type='text'>Brain Farts, 14.12.2011</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Ein Arbeitsloser weniger&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Juhu, KaTe hat nen neuen Job! Welch Erleichterung, so kurz vor Weihnachten. Man musste sich wirklich schon Sorgen machen um den armen Kerl. Er macht's ja nicht für Geld, aber endlich ist die ehrwürdige Familie erlöst. Nie wieder peinliche Szenen ("Der Karl-Theodor ist ja arbeitslos und..."). Er ist jetzt &lt;a href="http://www.freitag.de/politik/1149-vorhang-auf-fuer-guttenberg"&gt;Berater irgend einer EU-Tante für irgendwas mit Internet&lt;/a&gt;. Wie? Höre ich da: Ist der überhaupt qualifiziert? Was ist das denn für eine blöde, ja unbotmäßige Frage? Qualifikation ist voll bürgerlich. Einem Angehörigen des alten Adels stellt sich diese Frage überhaupt nicht, der wird für seine Ämter geboren. Außerdem kennt sich Karl Theodor zu Guttenberg mit diesem Internet ja wohl aus wie kein Zweiter. Das Internet ist schließlich das Gerät, das ihn seines Doktortitels beraubt hat.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Endlich! Schuldenschuldfrage beantwortet&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer schuld ist an der Schuldenkrise in der EU? Schwierig, schwierig. Zum Glück gibt es Robert Misiks wöchentlichen &lt;a href="http://derstandard.at/r6114/FS-Misik"&gt;Videobeitrag&lt;/a&gt; im Standard. Und weil der Misik ein voll fieser Linker ist, kriegt er's in der Kommentarspalte auch immer richtig hart mit dem Stühlchen von all denen, die sich wirklich mit Wirtschaft auskennen. Einer dieser Finanzexperten, der unter dem Namen 'Dr. Lari and Mr. Fari' publiziert, hat die Antwort:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0.5cm;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;b&gt;„&lt;/b&gt;&lt;b&gt;Für die Schulden&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;ist die Politik verantwortlich, die ihren Wählern alles verspricht (und die Wähler, die diese Bankrotteursversprechen nur zu gerne glauben und in Kreuzerl in der Wahlzelle umsetzen!!) und die zu feige ist, gemäß Keynes in der Konjunktur Schulden abzubauen, sondern dann erst recht die GANZ dicken Spendierhosen anzieht. &lt;br /&gt;Banken etc. sind bis zu einem gewissen Grade die Profiteuere, aber nicht die Verursacher dieser Situation!!“ (via &lt;a href="http://derstandard.at/plink/1323222761049/24038410"&gt;Der Standard&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Halten wir das einmal fest: Es sind nicht etwa die &lt;a href="http://www.taz.de/Kommentar-Politik-der-EZB/%2183585/"&gt;Banken&lt;/a&gt; und die Finanzindustrie, die über die letzten Jahrzehnte hinweg ein hochriskantes Finanzprodukt nach dem anderen auf die weisen Märkte geworfen haben und sich gegen jede Form von Regulierung vehement gewehrt haben. Es sind auch nicht Shareholder und Hedgefonds, die grundsätzlich nur an den nächsten Quartalszahlen interessiert sind und nicht an langfristigen Entwicklungen. Die haben nur bissel profitiert, schuld sind die an gar nichts. Nein, nein, nein, das gemeine Wahlvolk ist schuld. Ja, Sie und ich, wir alle. Der gierige kleine Mann hat, anstatt brav in De- und Armut zu leben, wie es sich für ihn geziemt, aus purem Eigennutz und seine gesellschaftliche Verantwortung komplett ignorierend, immer nur Parteien gewählt, die ihm neben dem Blauen vom Himmel auch soziale Hängematten, anstrengungslosen Wohlstand und anderes Gedöns versprochen haben, das ohne Schuldenmacherei überhaupt nicht zu finanzieren gewesen wäre.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Gut, der Mann schreibt im Forum einer österreichischen Zeitung, aber: Wodurch wurde doch gleich ein Teil der deutschen Wiedervereinigung finanziert? Und womit noch mal die Rettung der Banken? &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenn atmen kein Reflex wäre...&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Mindermänner&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War noch was? Ja, die &lt;a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/chat149.html"&gt;CDU&lt;/a&gt; startet eine neue &lt;a href="http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/bereitjpg.jpg"&gt;Plakatkampagne&lt;/a&gt;... Kopf hoch, liebe aufrechte Konservative. Es gibt da in Italien einen echten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi"&gt;Profi&lt;/a&gt;, der genau weiß, wie man mit solchen Situationen richtig umgeht und der Euch, gegen ein kleines Honorar, versteht sich, hervorragend beraten wird. Gerüchten zufolge, hat der im Augenblick auch noch jede Menge Termine frei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5738253799190317575?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5738253799190317575/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/brain-farts-14122011.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5738253799190317575'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5738253799190317575'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/brain-farts-14122011.html' title='Brain Farts, 14.12.2011'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-6560640226499836418</id><published>2011-12-12T15:48:00.001+01:00</published><updated>2011-12-15T09:38:58.661+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sport'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Die zunehmende Verlärmung der Welt</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was für ein Herdentier der moderneMensch ist, lässt sich sehr schön an Dingen sehen von denen niemand je geglaubt hätte, dass sie einmal in Mode kommen würden. Zum Beispiel Biathlon. Früher war das eine  Veranstaltung, die fast unter Ausschluss derÖffentlichkeit stattfand, abgesehen von ein paar angeglühtenEinheimischen, die ihren Kater vom Vorabend auslüfteten. Aktiv wurdedas betrieben von knorzigen Naturburschen mit seltsamen Namen wiePeter Angerer und Eirik Kvalfoss, die, wenn sie denn redeten,unverständliches Idiom sprachen und auf Langlaufskiern einsam durchverschneite Wälder ächzten. Alle paar Kilometer wurde angehalten,der auf dem Rücken mitgeführte Schießprügel zur Hand genommen undauf schwarze Scheiben geschossen, die bei dichtem Schneetreiben inder Ferne kaum auszumachen waren. Es wirkte alles so skurril und aufso rührende Weise altmodisch, dass es mich nicht überrascht hätte,wenn da mit Vorderladermusketen rumgeballert worden wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ein kurzes sonntägliches Zappen durchdie Kanäle offenbarte es mal wieder: Gegen das, was heutzutage beimBiathlon abgeht, ist das Dortmunder Westfalenstadion an einemHeimspieltag geradezu eine Oase der Ruhe. Biathlon ist offenbar hipbzw. angesagt. Das bedeutet, es zieht ein junges, erlebnishungrigesPublikum der werberelevanten Zielgruppe an. Das wiederum bedeutet,dass eben dieses Publikum es zu einer Jubel-, Kreisch- und Brüllhölledegeneriert hat. Und wenn trotzdem mal zwischendurch zwei Sekunden Ruheherrscht im Karton, dann bölkt ein eigens angemieteter Anheizer mit Mikrofondie Menge an, gefälligst Laut zu geben.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Dieses Schicksal teilt Biathlon mitanderen ehemals randständigen Sportarten, wie etwa dem Skispringen. Dort stürzten sich bisin die Achtziger leichtgewichtige Bubis, von denen die meistenaussahen, als dürften sie noch nicht Auto fahren und die von dem,was sie da taten, nicht leben konnten, unter höflichem Applaus eines eher spärlichenPublikums halsbrecherisch steile Hänge hinunter. Bei derVierschanzentournee wurde es mal lauter, weil zur Anfeuerungtraditionell die landestypischen Kuhglocken geschwungen wurden. DieSieger kamen normalerweise entweder aus der DDR und redeten Sächsischoder aus Finnland und hatten ein Alkoholproblem. In den spätenNeunzigern kamen nach längerer Zeit wieder ein paar Deutsche zu Erfolgen undplötzlich erkannten werbetreibende Industrie und Veranstalterbranche,welch ungeheures Abgreifpotenzial dort begraben lag. Dann kam RTL undkaufte die Übertragungsrechte, was alles noch schlimmer machte. DasNeujahrsskispringen in Garmisch, einstmals ein hervorragendes, aufder Couch liegend einzunehmendes Sedativum gegen den Neujahrskater,war zum Event hochgejazzt worden. Was so viel heißt wie: überlang, überlaut,kunterbunt und massig rummtata. Das Volk will schließlich was erleben. Mit einemschnöden Sportereignis ganz ohne Showblöcke, Feuerwerk und dickenLautsprechern ist heute niemand mehr vom Sofa zu bewegen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Etwas erleben, das heißt in diesenZeiten für viele: Krach schlagen und die Umwelt behelligen. Die Bierpulle im Anschlag,irgendwas vollgrölen gehen. Vorzugsweise im Rudel, nochlieber in Massen. Denn der moderne Mensch hält es nicht aus mit sichselbst und leise kann er auch nicht. Hat er nie gelernt. Sie nennen es: Party machen undSpaß haben. Wenn kein Rudel da ist und die Lärmbolzentatsächlich einmal allein sein müssen, zum Beispiel im Auto, dannballern sie sich die Birnen mit dämlicher Bummsmusik voll. Nochnicht einmal Kinos sind vor ihnen sicher. Musste man sich früher nurmit Quasselstrippen und Chipstütenraschlern herumärgern, hat man esjetzt auch noch mit Hunderten im Dunkeln aufleuchtendenSmartphone-Bildschirmen zu tun. Deren Besitzer, die zudem nicht inder Lage zu sein scheinen, die Teile wenigstens auf lautlos zustellen, müssen schließlich ihre kompletteFacebook-Knalldeppenliste über das weltbewegende Ereignis, gerade ineinem Kino zu sitzen, auf dem Laufenden halten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Auch den stillen November, den Monatdes Totengedenkens, halten sie nicht aus. Das ist ihnen nichtzuzumuten. Allerheiligen ist bei vielen abgeschafft und durchHelloween ersetzt worden, einen weiteren Vorwand, geräuschvoll die Saurauszulassen. Vielerorts haben die Kirchen ihren Widerstand gegendie Eröffnung der Weihnachtsmärkte vor dem letzten Sonntag desNovembers, älteren Generationen als Totensonntag bekannt, resigniertaufgegeben. Weil auch Gastronomie und Einzelhandel hervorragend anden konsumfreudigen Partymachern verdienen, ließ sich eine so weniggewinnbringende Tradition kaum noch halten. Es soll mittlerweile schon vorkommen, dass Leute, die eine schöne, ruhige Bar oder Kneipe kennen, das Wissen über diesen Ort strengstens für sich behalten. Denn auf so genannte 'Geheimtipps' fährt das Erlebnisvolk so richtig ab. Dann würde keine Woche vergehen und sie fielen auch dort in Horden ein, um das Etablissement mit dem zu füllen, was sie Leben nennen und es in eine ordinäre Sauf- und Feierbude zu verwandeln.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zurück zum Sport: Tennis zum Beispielwar mir immer unsympathisch. Nicht der Sport selbst - eigentlich habeich eine Schwäche für Sportarten, bei denen es gilt, einen Ballmöglichst kunstvoll über ein Netz zu befördern - sondern wegen derLeute, die es spielten. Tennis war zu meiner Jugend etwas fürbornierte Bälger der Besserverdienenden und die Mitgliedschaft im Tennisclubhatte für deren Familien oft weniger was mit Sport zu tun, sondernes war in erster Linie ein Mittel, dem normal verdienenden Pöbelunmissverständlich klarzumachen, dass man es geschafft hatte. Ab denNeunzigern begann das Profitennis den Tatbestand derKindesmisshandlung zu streifen: Raffgierige Elternmonster drilltennach dem Vorbild osteuropäischer Kunstturn- und Eiskunstlauftrainerihren Nachwuchs im Akkord zu hochgezüchteten, willenlosenBalldreschmaschinen, von denen die viele inzwischenverständlicherweise schwer einen an der Waffel haben. Eines aber istmir beim Tennis immer sympathisch gewesen: Dass der Schiedsrichterein zu ungebührlich sich benehmendes Publikum von Zeit zu Zeit zumFressehalten auffordert.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-6560640226499836418?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/6560640226499836418/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/die-zunehmende-verlarmung-der-welt.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6560640226499836418'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6560640226499836418'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/die-zunehmende-verlarmung-der-welt.html' title='Die zunehmende Verlärmung der Welt'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5525178815820655397</id><published>2011-12-10T14:11:00.001+01:00</published><updated>2011-12-10T15:11:04.748+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>The Brighter Side: Videos zum Wochenende</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Immer, wenn man momentan nicht so rechtweiß, worüber man bloggen soll und jede Menge halb fertiger Kram aufder Festplatte vor sich hinschmort, lässt sich immer noch das eine oder andere Video onlinestellen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nie wieder vergeudete Sonntagabende! &lt;a href="http://www.youtube.com/user/walulissiehtfern"&gt;'Wallus sieht fern'&lt;/a&gt; präsentiert den typischen Tatort in 123 Sekunden: &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://1.gvt0.com/vi/9QENcN-srE0/0.jpg" height="405" width="540"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9QENcN-srE0&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="540" height="405"  src="http://www.youtube.com/v/9QENcN-srE0&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Weiterhin wird noch ein Blick geworfen auf &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=FbXXLm6HQGA&amp;amp;feature=plcp&amp;amp;context=C2e160UDOEgsToPDskJHNIGsDIGHPEdxv9qDNOZ2"&gt;'Bauer sucht Frau'&lt;/a&gt; und Dokusoaps, in denen &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=HO2IS-4LHuA&amp;amp;feature=plcp&amp;amp;context=C2a989UDOEgsToPDskK6k3M7ms3x4QIGGteqPDgA"&gt;Polizisten&lt;/a&gt; die Hauptrolle spielen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Butter bei die Fische, Jungs: Wer hat sichnoch niemals gefragt, was sich hinter diesen zahllosen Sex-Hotlinesverbirgt, von denen das Nachtprogramm einiger Sender voll ist, sich aber, vornehmlich aus Geiz, nie getraut, da mal anzurufen? Wie? Noch nie im Leben auch nur eine Sekunde lang neugierig gewesen? Haha, erwischt! Wiegut, dass es &lt;a href="http://fernsehkritik.tv/"&gt;fernsehkritik.tv&lt;/a&gt; gibt. Der &lt;a href="http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/10/erziehungs-und-fressfernsehen.html"&gt;an anderer Stelle&lt;/a&gt; bereitslobend erwähnte Holger Kreymeier hat seinen Kumpel Olli eingeladenund die beiden sind mutig in Sphären vorgestoßen, wo noch kein Internetmagazinzuvor gewesen ist:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://fernsehkritik.tv/folge-82/Start/#jump:3-33"&gt;Top 10 Sex-Hotlines im Selbsttest&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Warnung! Das Anklicken dieses Links ist erst ab 18 Jahren erlaubtund kann unter Umständen ganz doll Gefühle verletzen!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aktion hat das Zeug zum Klassiker!&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5525178815820655397?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5525178815820655397/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/videos-zum-wochenende.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5525178815820655397'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5525178815820655397'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/videos-zum-wochenende.html' title='The Brighter Side: Videos zum Wochenende'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2012151703880452640</id><published>2011-12-09T08:16:00.000+01:00</published><updated>2011-12-09T09:50:01.895+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Der Jugend nicht aufs Maul geschaut</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Volkes Mund ist schwer zu fassen. Wer da mithalten will, muss ziemlich auf dem Quivive sein. Und so etliches, das nach Volksmund aussieht, ist dem Volke eben nicht vom Munde abgeschaut, sondern wurde ihm vielmehr dort hineingelegt. So hielt sich über Jahrzehnte hartnäckig das Gerücht, der Berliner Fernsehturm werde von den Berlinern 'Telespargel' genannt. Das war und ist Blödsinn. 'Telespargel' ist so sperrig, klingt so ausgedacht und gewollt um Originalität bemüht, dass es unmöglich aus dem Volksmund kommen kann. Und tatsächlich handelte es sich um eine von DDR-Offiziellen gewünschte Bezeichnung, die sich bei den Berlinern nie durchgesetzt hat und nur von treuherzigen Reiseführern verwendet wurde.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Beim ehrwürdigen &lt;a href="http://www.langenscheidt.de/"&gt;Langenscheidt-Verlag&lt;/a&gt; scheint man irgendwann gemeint zu haben, immer nur dröge Wörterbücher herauszugeben sei voll öde und damit begonnen, sich weitere Geschäftsfelder zu erschließen: Es begann mit den unsäglichen 'Frau – Deutsch'-Witzbüchern dessen, der das Berliner Olympiastadion mehrfach nicht nur mit Menschen, sondern auch mit seinen verbalen Exkrementen vollgemacht hat. Seit 2008 ist man bei Langenscheidt offenbar endgültig voll crazy drauf und veröffentlicht zum Jahresende eine &lt;a href="http://www.jugendwort.de/voting.cfm"&gt;Rangliste&lt;/a&gt; der angeblich populärsten Wörtern aus der Jugendsprache. Wow, cool! Nur hat das Ergebnis so gut wie nichts mit Jugendsprache zu tun. &lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zwar ist Jugendsprache normalerweise sehr schnelllebig und ein entsprechendes Wörterbuch wäre am Tag seines Erscheinens längst veraltet, dennoch lässt sich die Frage, ob ein Wort wirklich im Jugendslang benutzt wird oder wurde, mithilfe einiger Kriterien zumindest eingrenzen: &lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Ein Wort sollte normalerweise nicht länger sein als das, was es eigentlich umschreiben soll, weil Slang oft der sprachlichen Verknappung dient.&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Es sollte eher kryptisch und der Bezug zum eigentlichen Denotat nicht ohne weiteres bzw. nur für Gruppenzugehörige erkennbar sein, weil Slang als Gruppensprache auch eine soziale Abgrenzungsfunktion erfüllt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wenn nicht, dann sollte sich das betreffende Wort wenigstens irgendwie cool anhören bzw. anfühlen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Jugendsprache hat oft einen Hang zum Provokanten, kratzt an Tabus oder streift zumindest die Sphäre der Sexualität. &lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Trifft von alledem überhaupt nichts zu, dann hat man es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mit einem Wort aus der Jugendsprache zu tun, sondern mit einem, das sich Erwachsene ausgedacht haben, die sich gefragt haben, wie die Jugend von heute wohl so redet. Medien, die vor dem Problem stehen, täglich massenhaft Inhalte zu liefern, sind solche Überlegungen in der Regel egal und sie klatschen das ins Blatt bzw. auf die Webseite, was ihnen von irgendwo geliefert wird. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Auf der diesjährigen Langenscheidt-Liste ist wieder einiges vertreten, das sofort Verdacht erregt, gefakt zu sein. Ich halte lediglich die mit einem * markierten Wörter der Liste für einigermaßen glaubhaft (und ich finde mich noch großzügig). Die beiden mit ** markierten Wörter waren schon zu meiner Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet zu hören:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bitchmove – hinterhältige Aktion*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Fail/Epic Fail – grober Fehler, Reinfall*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Gesichtsbuch – facebook &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;googeln – allgemein für suchen*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;guttenbergen – abschreiben&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Hausfrauenpanzer – SUV, sperriges Allradauto&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;hobbylos – nutzlos, sinnlos*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;jackpot (Adj.) – genial, toll*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Karussellfleisch – Döner Kebab&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Körperklaus – Grobmotoriker, Tolpatsch&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;laser (Adj.) – heftig, abgefahren*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Phosphatstange – Bratwurst** &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;rubbeldiekatz (Adv.) – sehr schnell** &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Swag – lässig-coole Ausstrahlung*&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zwergenadapter – Kindersitz&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Glaubt wirklich jemand, stets um Lässigkeit und Coolness bemühte Jugendliche würden Wortungetüme wie 'Karussellfleisch' im Munde führen? Oder 'Hausfrauenpanzer'? Aber sicher doch! Oder gar 'guttenbergen'? („Herr Lehrer, Herr Lehrer, der Kevin hat wieder geguttenbergt!“, oder was?) Viel zu lang und zu umständlich. So reden allenfalls Dreißigjährige, die um jeden Preis witzig rüberkommen wollen und sonst niemand. Wann haben diese Menschen zuletzt Jugendlichen zugehört? Der Eindruck verstärkt sich, wenn man sich den Modus der Auswahl ansieht: Es wurden 250 Begriffe für ein 2012 erscheinendes &lt;a href="http://www.langenscheidt.de/produkt/5819_2/Hae_Jugendsprache_unplugged_2012-Buch/978-3-468-29859-2"&gt;'Wörterbuch der Jugendsprache'&lt;/a&gt; ausgewählt. Per Internet-Voting wurden dann die 15 populärsten gewählt. Diese wurden dann einer, wie es heißt, "qualifizierten Jury" vorgelegt, die dann die besten ausgewählt hat. Es ist klar, dass das in etwa so viel Erkenntnis über Jugendsprache bringt wie ein Malwettbewerb im Kindergarten über Aktmalerei der Renaissance.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bleibt also die Frage: Was soll so was? Was hat das, abgesehen von der Medienpräsenz, die der Langenscheidt-Verlag da kostenlos einheimst, für einen Sinn? Wer sich wirklich für das Thema interessiert, kann zum Beispiel bei &lt;a href="http://www.mediensprache.net/members/pschlobi/"&gt;Peter Schlobinski&lt;/a&gt; nachlesen, der systematisch darüber forscht, und das krampfhaft auf juvenil getrimmte Langenscheidt-Getue als das links liegen lassen, was es ist: Ein billiger Werbegag, der noch weniger von dem hält, was er verspricht. Bei anderen Werbegags kann man immerhin noch davon ausgehen, dass die Verpackung ungefähr so aussieht wie angekündigt, wenn drinnen schon nur heiße Luft ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Beim 'Jugendwort des Jahres' ist sogar das noch ein Fake.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2012151703880452640?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2012151703880452640/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/der-jugend-nicht-aufs-maul-geschaut.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2012151703880452640'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2012151703880452640'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/der-jugend-nicht-aufs-maul-geschaut.html' title='Der Jugend nicht aufs Maul geschaut'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-3856731468439337222</id><published>2011-12-07T13:29:00.001+01:00</published><updated>2011-12-15T09:39:18.552+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>SPON enthüllt: Hartz-IV-Muttis sind faul und überversorgt</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Denjenigen, die wirklich geglaubt habensollten, beim SPIEGEL begönne man langsam damit, sich ein wenig vom Kursdes neoliberalen Propagandaorgans &lt;a href="http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,800474,00.html"&gt;wegzubewegen&lt;/a&gt;, sei dringend &lt;a href="http://www.spiegel.tv/filme/alleinerziehende-muetter/"&gt;dieses&lt;/a&gt; kurzeHetzfilmchen aus dem Hause SPIEGEL online ans Herz gelegt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Es werden sehr schön alle Stereotypen überHartz-IV-Empfänger aufgewärmt: Kassieren ein Heidengeld für nix, sind zufaul, dem Kind ein Brot zum Frühstück zu schmieren und werden dann auch nochfrech („Wieso sollte ich arbeiten gehen?“). Eine nette W*xvorlage für alle,denen es nie unsozial genug zugehen kann und sich dafür auch gern dreist insGesicht lügen lassen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Mit tadelnd-empörtem Unterton wird vorgerechnet, wie die im Beitragvorgestellte, allein erziehende Faulenzerin ohne jede Form von Erwerbsarbeit auf knapp 1.500Schleifen pro Monat kommt und sich noch vom Staat eine Tagesmutter bezahlen lässt. Die Formel lautet: Regelsatz + Miete + Kindergeld +Unterhalt (durch das Jugendamt).&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Das ist schlicht falsch. Kindergeld und Unterhalt werdenmeines Wissens nach voll auf das ALG II angerechnet und sind durch denMehrbedarf für ein Kind abgedeckt. Die Tagesmutter dürfte nur dann bezuschusstwerden, wenn im Einzelfall ein besonderer Bedarf ermittelt wurde, zum Beispiel,wenn ein ärztliches Attest oder ein psychologisches Gutachten vorliegt, das derMutter bescheinigt, allein mit der Betreuung des Kindes überfordert zu sein. Indiesem Fall ist zu bedenken, dass die Frau im Film gerade einmal 19 ist, ihrenSohn also noch als Minderjährige zur Welt gebracht hat. Das alles wird verschwiegen,sodass es aussieht, als ob das eine Regelleistung wäre.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Tatsächlich hat die alleinerziehende Mutter einesDreijährigen Anspruch auf folgende Leistungen nach SGBII:&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;364,-- Regelsatzfür eine erwachsene, alleinerziehende Person (bis 31.12.2011)&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;131,-- Mehrbedarffür ein Kind unter sechs Jahren (bis 31.12.2011)&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;u&gt;444,--&lt;/u&gt;maximale Warmmiete für eine angemessene Wohnung, macht zusammen:&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;939,--&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Die einzige Abweichung nach oben ergibt sich, wenn nachPrüfung des Einzelfalls eine geringfügig teurere Wohnung genehmigt wird, alsowenn die Kosten eines Umzugs in keinem Verhältnis zur erwartenden Mietersparnisstehen würden. Das gilt aber nur, solange die Mehrkosten 10 Prozent nichtübersteigen – und auch das kann von Kommune zu Kommune unterschiedlichgehandhabt werden.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Es kann natürlich sein, dass die gezeigte Dame die zusätzlichen Leistungen zu Unrecht erhält bzw. sich erschleicht. Sollte ihr das bewusst sein, dann wäre es schon ein Zeichen klinischer Dummheit, das auch noch öffentlich vorzurechnen. Denn die Jobcenter pflegen, zu viel gezahlte Leistungen wieder zurück zu fordern. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Weil die Informationen über die dramatisch höheren Leistungenaus dem Munde der Betroffenen selbst kommen, wirkt das Ganze natürlich vielechter und glaubwürdiger, als wenn sie lediglich per Off-Kommentar oder Grafikeingespielt würden. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um eine gestellteSzene handelt und dass die Dame vielleicht überhaupt keine Hartz-IV-Empfängerinist, sondern sich einfach mit einem kleinen Laienspielauftritt etwas dazuverdient hat. In Zeiten von Scripted Reality ist so ziemlich alles denkbar.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Es ist die übliche Denunze von der sozialen Überversorgung, die dem Volk hier untergejubeltwird: So lange solche Leute derart fürstlich von Vater Staatdurchgefüttert werden, haben diese Leute auch keine Motivation, sich einen Jobzu suchen. Nicht, dass das noch irgendwie neu wäre, aber der Chronistenpflicht muss genüge getan werden, auch wenn es ermüdet.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-3856731468439337222?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/3856731468439337222/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/spon-enthullt-hartz-iv-muttis-sind-faul.html#comment-form' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3856731468439337222'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3856731468439337222'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/spon-enthullt-hartz-iv-muttis-sind-faul.html' title='SPON enthüllt: Hartz-IV-Muttis sind faul und überversorgt'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-7846405096788804552</id><published>2011-12-06T17:34:00.000+01:00</published><updated>2011-12-06T17:44:09.137+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Flitzpiepen, feiernd</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Dezember ist nicht nur der Monat von Heiligabend, Familienterror und Silvesterknallerei, sondern auch der Monat der berüchtigten Betriebsweihnachtsfeiern. Auf denen geht es bekanntlich, schenkt man der alljährlichen Berichterstattung Glauben, grundsätzlich dergestalt zu, dass die Einwohner von Sodom und Gomorrha sich dagegen wie ein Kongress buddistischer Mönche ausnehmen. Durch die jedes Jahr aufs Neue wiedergekäuten Vollrausch- und Fickificki-Geschichten ist der Begriff ‚Weihnachtsfeier’ mittlerweile hormonell so aufgeladen, dass der Duden ihn mit einiger Sicherheit in seiner nächsten Ausgabe als anderes Wort für ‚Orgie’ oder ‚Besäufnis’ aufführen wird. Offenbar habe ich bislang immer bei den falschen Firmen gearbeitet.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Wie dem auch sei, die &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/weihnachtsfeier-im-unternehmen-richtig-party-machen-mit-dem-chef-1.1222400"&gt;&lt;i&gt;Süddeutsche Zeitung&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; betätigt sich auch hier wieder als ultimativer Ratgeber für den jung-dynamischen Nachwuchsschleimscheißer, der zwar die Birne voll mit BWL hat, ansonsten aber offenbar zu doof ist, sich selbstständig die Schuhe zu binden. Hierzu holte man sich Rat bei Benimm-Coach &lt;a href="http://www.knigge-rat.de/mitglieder.html#"&gt;Carolin Lüdemann&lt;/a&gt; vom &lt;a href="http://www.knigge-rat.de/"&gt;Deutschen Kniggerat&lt;/a&gt;, anscheinend eine Art Politbüro für gutes Benehmen. Dort konnte man sich - kein Witz! - sogar informieren, was zu tun gewesen wäre in dem &lt;a href="http://www.knigge-rat.de/aktuell_royale_hochzeit.html"&gt;Fall&lt;/a&gt;, dass man zu jener überschaubaren Zielgruppe gehört hätte, die zur royalen Hochzeit von uns Kate und Willi eingeladen war! Frau Lüdemann jedenfalls hat für die diesjährige Weihnachtsfeier folgende Tipps im Köcher:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Egal, wann gefeiert wird: Dabeisein ist Pflicht! Denn wer sich drückt, erweckt schnell den Eindruck, er habe kein Interesse am Beisammensein mit seinen Kollegen. Findet das Fest außerhalb der Arbeitszeit statt und Sie bleiben fern, sieht es so aus, als seien Sie nicht bereit, einen Beitrag für die Firma zu leisten, der über das normale Maß hinausgeht. Steigt die Party während der Arbeitszeit, ist es auch keine gute Idee, sich statt zu feiern hinter dem Schreibtisch zu verschanzen und weiterzuarbeiten. Denn das ist unhöflich, wenn das Unternehmen schon ein Fest ausrichtet. Und die feiernden Kollegen müssen gegebenenfalls nacharbeiten, was sie nicht erledigen konnten, während der Party-Schwänzer fein raus ist.“&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Anmerkung: Seit wann leistet man einen Beitrag für die Firma, wenn man abends auf Firmenkosten isst und trinkt? Übrigens: Vergessen Sie nicht, von Zeit zu Zeit kräftig zu blöken. Damit unterstreichen Sie Ihre Bereitschaft, auch den größten Unsinn widerspruchslos mitzumachen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Eine Weihnachtsfeier ist kein Anlass, um sich besonders herauszuputzen. Über den Dresscode entscheidet vielmehr der Ort, an dem gefeiert wird. Ist das Ambiente gehobener, sollte die Kleidung darauf abgestimmt sein. Auf der Kegelbahn hingegen sieht ein Anzug mit Krawatte eher seltsam aus - und unpraktisch ist er außerdem. Im Allgemeinen gilt auf einer Betriebsfeier das Gleiche wie für den Joballtag: Wer mehr Stoff am Körper hat, strahlt mehr Autorität aus. Gewagte Outfits sind deshalb nicht empfehlenswert.“&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Anmerkung: Och Menno, keine Strapsladys dieses Jahr? Und wieso unpraktisch? Ich gehe grundsätzlich nur im Dreiteiler Fußball spielen. Im Allgemeinen gilt: Wenn Sie im S/M-Outfit mit Peitsche und Maske erscheinen, könnte es passieren, dass man Sie für einen Schlingel hält.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-yNsb-F4HyBE/TtzqO4jfVDI/AAAAAAAAAEA/qI_HHWwxwUM/s1600/weihnachtsfeier-2-540x304.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://1.bp.blogspot.com/-yNsb-F4HyBE/TtzqO4jfVDI/AAAAAAAAAEA/qI_HHWwxwUM/s1600/weihnachtsfeier-2-540x304.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Wer einen Fehler auf diesem Bild findet, darf ihn behalten. (via &lt;a href="http://www.zeit.de/karriere/2009-12/arbeitsrecht-weihnachtsfeier"&gt;zeit.de&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Auf der Weihnachtsfeier sollten Sie keine Grüppchen bilden oder sich nur mit den altbekannten Kollegen umgeben. Es gehört sich vielmehr, sich mit allen mal zu unterhalten, auch mit dem Chef. Das gebietet die Höflichkeit und es zeugt außerdem von sozialer Kompetenz - was wiederum gut für die Karriere sein kann. Als Gesprächsthemen bieten sich etwa die Feier selbst, der Ort oder auch positive Neuigkeiten aus dem Unternehmen an.“&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Anmerkung: Genau! Konspirative Zusammenrottungen sind der erste Schritt in die Revolution. Daher verhängt auch jeder Diktator, der seinen Job halbwegs kann, als erstes ein Versammlungsverbot. Übrigens kommt es auch nicht so gut an und könnte schädlich für die Karriere sein, wenn Sie dem Chef ausgerechnet auf der Weihnachtsfeier Ihre Pläne zur Erringung der Weltherrschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate erklären.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Was Alkohol auf der Weihnachtsfeier anbelangt, gelten strenge Regeln: Sie sollten nur ein, maximal zwei Gläser trinken. Denn wer zu viel erwischt, riskiert nicht nur peinliche Ausrutscher - er erweckt außerdem den Eindruck, dass er es sich gern auf Kosten der Firma gutgehen lässt.“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;i&gt;Anmerkung: Ist ja auch gar nicht gesund. Mein Arzt gestattet mir nur noch eine Dose Bier pro Tag. Hier komme ich gerade vom Einkaufen zurück:&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-h8wf-6bStT4/Ttzl4eZKbNI/AAAAAAAAADw/8w0ZNgQP660/s1600/HeinekenTruck.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="298" src="http://1.bp.blogspot.com/-h8wf-6bStT4/Ttzl4eZKbNI/AAAAAAAAADw/8w0ZNgQP660/s400/HeinekenTruck.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Auf der Weihnachtsfeier mit jemandem anzubandeln, ist keine gute Idee. Die Kollegen werden mit wachsamen Augen jeden Annäherungsversuch verfolgen und Tratsch ist Ihnen sicher! Sollten Sie sich von jemandem bedrängt fühlen, binden Sie am besten einen neutralen Dritten ins Gespräch ein.“&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Frage: Wo haben Menschen, die allen Ernstes so einen Rat brauchen, eigentlich vor ihrem Berufseinstieg gelebt? Am Südpol? Am Ballermann? Im Kloster? Auf der Isolierstation?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Aufhören, wenn's am schönsten ist? Geht leider nicht. Auch wenn Sie nach Hause wollen, sollten Sie so lange bleiben bis der Chef aufbricht. Sonst gelten Sie schnell als Spielverderber. Nach dem Abgang des Vorgesetzten noch ewig weiterzufeiern, ist aber auch nicht gut. Denn wer als Letzter die Party verlässt, wird am nächsten Tag kaum fit und voll einsatzfähig im Büro stehen. Falls doch, sieht es so aus, als könnten Sie Ihre Beschwerden gut verbergen, weil Sie - noch schlimmer - derartige Ausschweifungen gewohnt sind.“&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Anmerkung: In der Stellenanzeige damals stand wahrscheinlich irgendwas mit „Selbstverantwortlich“ und mit „Querdenkern, die ihren eigenen Kopf haben“. Oder so ähnlich.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Ihr Chef hat Ihnen auf der Weihnachtsfeier das "Du" angeboten? Schön! Allerdings sollten Sie abwarten, ob das am nächsten Tag noch Bestand hat. Bis das eindeutig geklärt ist, sollten Sie eine direkte Ansprache Ihres Vorgesetzten vermeiden. Sollte er tatsächlich wieder zum "Sie" zurückkehren, nehmen Sie das einfach unkommentiert hin - und warten auf das nächste Fest.“&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Wichtiger Hinweis: Achtung! Das letzte gilt nicht, wenn Sie eine attraktive Mitarbeiterin unter dreißig sind, große Brüste haben und auch ansonsten bereit sind, einen kleinen Beitrag für die Firma zu leisten, der über das Normalmaß hinausgeht.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Respekt, Frau Lüdemann! Abgesehen davon, dass Sie eigentlich nur noch den wichtigen Hinweis vergessen haben, dass es dunkel wird, wenn man nachts das Licht ausschaltet, hätte ich da noch zwei bis drei Fragen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wie täusche ich bei der gefürchteten launigen Ansprache des Chefs trotz bleierner Müdigkeit möglichst wirkungsvoll Aufmerksamkeit vor?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wie finde ich am schnellsten den Weg zum Hintereingang meines Vorgesetzten und welches Gleitmittel empfehlen Sie?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Warum kommt eigentlich keiner auf die Idee, einfach Kopfschmerzen oder ein anderes Unwohlsein vorzutäuschen, wenn man absolut keinen Bock auf so eine Geisterbahn hat bzw. eine Ausrede sucht, um sich zeitig vom Acker machen zu können?&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-7846405096788804552?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/7846405096788804552/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/flitzpiepen-feiernd.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7846405096788804552'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/7846405096788804552'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/flitzpiepen-feiernd.html' title='Flitzpiepen, feiernd'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-yNsb-F4HyBE/TtzqO4jfVDI/AAAAAAAAAEA/qI_HHWwxwUM/s72-c/weihnachtsfeier-2-540x304.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-6110080644304145455</id><published>2011-12-05T10:34:00.001+01:00</published><updated>2011-12-05T11:14:19.415+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sport'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><title type='text'>Sócrates (1954-2011)</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-ZX_J2u9cDng/TtyQIV36caI/AAAAAAAAADo/tjlhSjab-jA/s1600/Socrates.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-ZX_J2u9cDng/TtyQIV36caI/AAAAAAAAADo/tjlhSjab-jA/s200/Socrates.jpg" width="111" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Sport, vor allem Fußball, ist immer in Gefahr, politischvereinnahmt zu werden. Regierende aller Art wissen, wie gut sich mit gelegentlichenStadionbesuchen und dem gezielten Tragen von Fanschals bei Teilen derÖffentlichkeit punkten lässt. Die WM 2006 in Deutschland sollte eigentlich dieganz große Schröder-Show werden. Das hat ihm Angela Merkel weggeschnappt. Berüchtigt auchder holländische Nationaltrainer Rinus Michels, für den Begegnungen gegenDeutschland gelebte Rache für den zweiten Weltkrieg waren und der seine Spielerdementsprechend einschwor. AuchDiktaturen schmücken sich von jeher gern mit fußballerischen Erfolgen und Großereignissen:Traurige Berühmtheit erlangten zum Beispiel Erich Mielkes Stasi-Club BFCDynamo, der ab 1979 wundersamerweise den DDR-Meistertitel abonniert zu habenschien oder die Fußball-WM 1978 in Argentinien, mit der sich die damalsregierende Militärjunta ein besseres Image im Ausland verpassen wollte. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Und dann gab es noch die brasilianische Nationalmannschaft derAchtziger.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Fußballfans, die die Weltmeisterschaften 1982 und 1986 mitbekommenhaben, können noch heute die Namen der legendären, von Tele Santana trainierten Seleçãovon damals zumindest teilweise auswendig: Peres – Oscar – Leandro –Luzinho – Júnior – Sócrates – Toninho Cerezo – Zico – Falcão – Serginho. 1986kamen noch Edinho, Julio César da Silva, Careca und Branco dazu. Diese Zaubertruppe hatkeinen Titel gewonnen, stand aber für eine Vision: Während man hierzulande stolz darauf war, dass Eisenfüße wie Hans-Peter Briegel, Uli Stielike und die Förster-Brüder jeden Gegner mit brutaler Gewalt vom Platz grätschten, wollten die Brasilianer mit Kollektivgeist,technischer Brillanz, Spielfreude, Eleganz und Spielkultur jeden Gegner vom Platztanzen. Und Sócrates, manchmal ehrfürchtig &lt;i&gt;Dr. Sócrates&lt;/i&gt; genannt, war ihrKopf: Der studierte Kinderarzt und überzeugte Linke, geboren im armen Norden des Landes, verstand den brasilianischen Fußball jener Jahreals basisdemokratisch organisierten Gegenentwurf zum zunehmenddurchkapitalisierten Millionengekicke in Europa und zu den militärisch aufLinie gebürsteten Vorzeigeclubs, die sich die Diktatoren Mittel- und Südamerikas jener Jahre hielten. Er, derlieber einen draufmachte als sich auf dem Trainingsplatz zu schinden und derimmer ein wenig an Ché Guevara erinnerte, bildete mit Zico, Falcão und Cerezo dasmagische Viereck im Mittelfeld und sie wirbelten ihre Gegner reihenweise sodurcheinander, dass sie in jedes Turnier als haushohe Favoriten gingen. Leiderkonnten sie dieser Rolle nie gerecht werden. &lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;1982 schieden sie in ihrer einzigen Niederlage des Turniersgegen den späteren Weltmeister Italien aus. 1986 scheiterte man im Viertelfinalein einem der dramatischten WM-Spiele aller Zeiten an der gleichfalls legendärenfranzösischen Mannschaft um Michel Platini, Alain Giresse, Manuel Amoros, Jean Tigana undden Wundertorwart Joël Bats, dem keine lange Karriere beschieden war, der aberin diesem einen Spiel mehr unmögliche Bälle gehalten hat als andere Torhüter inihrer ganzen aktiven Zeit. Die brasilianische Mannschaft der 1980er war dieletzte, die für Europäer alle vier Jahre wie von einem anderen Sterneingeflogen zu kommen schien. Leider scheiterte sie mit ihrem Willen zurSchönheit an schnödem Kalkül und Taktik ihrer Gegner. Danach begann man in Brasilien,den eigenen Mythos zu vergolden und aus seinem Fußball ein internationalgefragtes Produkt zu machen. Ab etwa 1990 gingen die immer reicher werdendeneuropäischen Spitzenklubs in Brasilien auf Einkaufstour und verpflichteten einjunges Talent nach dem anderen. Inzwischen sind die Klubs voll mit Brasilianernund ihre Mitspieler kennen all ihre Tricks. Ein Länderspiel gegen Brasilien istheutzutage kein Ereignis mehr, sondern eher ein alltägliches Treffen unterKollegen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Am Sonntag, dem 4. Dezember 2011, ist Sócrates, einer derletzten großen Romantiker des Fußballs, verstorben. Er hat sein Leben langgewarnt, dass zu viel Geld das &lt;i&gt;joga bonito&lt;/i&gt;, das schöne Spiel, letztlichzerstören würde. Niemanden, für den Fußball mehr ist als stupides Fan-Gegröleund um jeden Preis gewinnen müssen, kann sein Tod unberührt lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-6110080644304145455?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/6110080644304145455/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/socrates-1954-2011.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6110080644304145455'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6110080644304145455'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/socrates-1954-2011.html' title='Sócrates (1954-2011)'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-ZX_J2u9cDng/TtyQIV36caI/AAAAAAAAADo/tjlhSjab-jA/s72-c/Socrates.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-9080116680602110986</id><published>2011-12-04T18:57:00.001+01:00</published><updated>2011-12-05T00:38:41.919+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Zur Verteidigung Jeremy Clarksons</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;"Speed has never killed anyone. Suddenly becoming stationary… that's what get's you." (Jeremy Clarkson)&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der britische Journalist undpassionierte Unsympath Jeremy Clarkson ist hierzulande nur einerMinderheit bekannt. Er ist Moderator der bei uns auf demSpartensender dmax ausgestrahlten BBC-Autosendung &lt;i&gt;Top Gear&lt;/i&gt;. InGroßbritannien dagegen ist er das, was man eine Ikone nennt: Neben&lt;i&gt;Top Gear&lt;/i&gt; schreibt er regelmäßig Kolumnen für die &lt;i&gt;SundayTimes&lt;/i&gt;, die regelmäßig in Buchform veröffentlicht werden. Inzwanzig Jahren hat er es vom Provinzreporter zum Multimillonärgebracht. Allein die öffentlich-rechtliche, durch Gebührenfinanzierte BBC überweist ihm über eine Million Pfund im Jahr.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;In &lt;i&gt;Top Gear&lt;/i&gt; verfolgen Clarksonund seine Mitmoderatoren Richard Hammond und James May den Ansatz,sich in puncto Autos aufzuführen, als seien sie gestern 18 gewordenund hätten gerade ihren Führerschein in die Hand gedrückt bekommen. Das istmanchmal etwas penetrant, in der Regel aber ein großer Spaß.Vorausgesetzt, man nimmt das Ganze nicht zu bierernst und lehnt Autosnicht grundsätzlich ab. Manchmal, das muss gesagt werden, übertreibt es diese Große-Jungs-Truppe und kippt ab inblanken Rassismus: Etwa, als sie Anfang des Jahres übermexikanische Autos und Mexikaner im Allgemeinen herzogen und May meinte, mexikanisches Essenerinnere an Erbrochenes mit Käse. Daraufhin stellte  Komiker und&lt;i&gt;Top-Gear&lt;/i&gt;-Fan Steve Coogan die berechtigte &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/tv-and-radio/2011/feb/05/top-gear-offensive-steve-coogan?INTCMP=ILCNETTXT3487"&gt;Frage&lt;/a&gt;, ob May sich wohlauch getraut hätte, in ähnlicher Weise über koscheres Essen zureden.&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-HAiom_y6eUc/Ttu5Dqy3L2I/AAAAAAAAADg/m74bNudceZA/s1600/Jeremy-Clarkson-007.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="192" src="http://4.bp.blogspot.com/-HAiom_y6eUc/Ttu5Dqy3L2I/AAAAAAAAADg/m74bNudceZA/s320/Jeremy-Clarkson-007.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;mächtig verkatert: Jeremy Clarkson (&lt;a href="http://www.guardian.co.uk/media/2011/dec/01/jeremy-clarkson-david-cameron-strikes"&gt;Guardian&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Clarkson wurde am Dienstag in derSendung &lt;i&gt;The One Show&lt;/i&gt; nach seiner Meinung zum Streik imöffentlichen Dienst &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/media/2011/dec/01/jeremy-clarkson-david-cameron-strikes"&gt;gefragt&lt;/a&gt;. Am Dienstag streikte in Großbritannienein großer Teil der im öffentlichen Dienst Beschäftigten, um gegendie von der Regierung Cameron beschlossene &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/society/2011/dec/01/public-sector-squeeze-pension-talks"&gt;Erhöhung der Rentenbeiträge&lt;/a&gt; zu protestieren, von denen, wie so oft, untereEinkommensgruppen überproportional betroffen sind. Er äußertezunächst Verständnis für die Streikenden, fügte dann aber hinzu,um der von der BBC geforderten Ausgewogenheit willen, sei er derAnsicht, die gehörten alle erschossen, und zwar am besten vor denAugen ihrer Familien. Außerdem sei es lachhaft, dass diese Menschensolche fürstlichen Pensionen bekämen, während Leute, die fürihren Lebensunterhalt ernsthaft arbeiten müssten, sich selbst umihre Altersvorsorge kümmern müssten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es folgte ein &lt;a href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-15999234"&gt;Sturm der Entrüstung&lt;/a&gt;:Die BBC bekam über 20.000 Mails, in denen seine Absetzung gefordertwurde. Die Vorsitzende der Gewerkschaft des öffentlichen Diensteslegte einen so weinerlichen Auftritt hin, dass man sie am Liebsten inden Arm nehmen und ihr ein Taschentuch hinhalten wollte. In diesemeinen Fall ist es aber durchaus angebracht, darauf hinzuweisen,dass das fragliche Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;li&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"I think they (the strikes) have been fantastic. Absolutely. London today has just been empty. Everybody stayed at home, you can whizz about, restaurants are empty," he said.  &lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"It's also like being back in the 70s. It makes me feel at home somehow," said the Top Gear presenter, before adding: "But we have to balance this though, because this is the BBC" and went on: "Frankly, I'd have them all shot. I would take them outside and execute them in front of their families. I mean, how dare they go on strike when they have these gilt-edged pensions that are going to be guaranteed while the rest of us have to work for a living?"  &lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;When the presenters pointed out that these were Clarkson's personal views, he said: "They're not. I've just given two views for you." (&lt;a href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-15999234"&gt;BBC&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Wenn das ein Scherz sein sollte, dannwar er definitiv misslungen, mehr nicht. Ein Skandal ist was anderes. Zudem auch Clarkson klar gewesen sein musste, dass seine BBC-Tätigkeit auch eine Form des öffentlichen Dienstes ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Clarkson erinnert bei seinen verbalenAusfällen oft an John Cleeses Figur &lt;a href="http://www.fawltysite.net/"&gt;Basil Fawlty&lt;/a&gt;: Er pflegtliebevoll seine Ressentiments, er keilt mächtig aus, um den Opfernseiner Verbalinjurien dann mangelnden Sinn für Humor vorzuwerfen. Esinteressiert ihn einen Dreck, was andere denken und ätzt munterweiter. Manchmal scheint er sich selbst zu wundern, wie weit er estreiben kann. Er ist ein stockkonservativer Emporkömmling, mitPremierminister David Cameron befreundet und&lt;i&gt;&lt;/i&gt; auch mit dem Murdoch-Clan vernetzt. Sein Gesicht erzähltmittlerweile von zahllosen durchzechten Nächten, was ihm ebenfallsherzlich egal ist. Abgesehen von passionierten Autofreaks, dürfte eskaum eine Bevölkerungsgruppe geben, die er noch nicht übelbeleidigt hat. Eine kleine Auswahl:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Linksliberale &lt;i&gt;Guardian&lt;/i&gt;-Leser,Umweltschützer und Leute, die glauben, der Klimawandel sei vomMenschen verursacht, sind ein Fall für die nächste Klapsmühle.&amp;nbsp; &lt;/li&gt;&lt;li&gt;Autos mit weniger als 300 PS sind nicht als solcheernst zu nehmen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Mexikaner machen den ganzen Tag Pauseund schlafen, an einen Kaktus gelehnt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Frankreich ist ein tolles Land zumUrlaub machen und essen, wenn nur die schwulen Franzosen mit ihrerunverständlichen Sprache nicht wären.&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Amerikaner können keine Autos bauen,sind alle zu fett und darüber hinaus dumm wie 100 Meter Feldweg.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Tempolimits und Radarkontrollen sinddiktatorische Maßnahmen, die nur die Freiheit der Autofahrer unnötigeinengen.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Deutsche bauen zwar gute Autos, habenaber den zweiten Weltkrieg verloren, absolut keinen Sinn für Humorund sollten daher weiter Autos bauen, ansonsten aber möglichst dieKlappe halten.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Das großartigste Land in Europa istGriechenland, weil dort niemand irgendetwas auf Verkehrsregeln gibt.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Es gibt wohl kaum eine Frage,in der ich mit Clarkson einer Meinung bin - außer vielleicht, dass er in Bezug auf einen Teil meiner Landsleute nicht völlig unrecht hat. Sein Nachbar zu sein oderfür ihn arbeiten zu müssen, dürfte alles in allem eine schwere Prüfung sein. Trotzdem möchte ich auf einen wie ihn nicht verzichten. Weil derMann in guten Momenten wirklich zum Schreien komisch sein kann undaußerdem die Fähigkeit zur Selbstironie hat. Die Hälfte seiner &lt;a href="http://www.topgear.com/uk/jeremy-clarkson/jeremy-clarkson-archive"&gt;Kolumnen&lt;/a&gt; sind eine Beleidigung der Intelligenz, die andere einechtes Vergnügen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann nicht einerseits bejammern,dass heutzutage in den Medien nur noch stromlinienförmige Jüngelchenohne Ecken und Kanten ihr Wesen treiben und andererseits nachEntlassung schreien, wenn einer mal Ernst macht mit den Ecken undKanten. Mit Jeremy Clarkson verhält es sich wie mit einem peinlichenPartygast: Er benimmt sich daneben, rülpst, erzählt dreckige Witze,patscht Frauen auf den Hintern, hält sich für unwiderstehlich undist um zehn besoffen. Aber manchmal kann man nicht anders als lachen,obwohl man weiß, dass man das eigentlich nicht sollte, weil der Typsich dann bestätigt fühlt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Der Mann eckt an, keine Frage. Und erhat so viele leidenschaftliche Bewunderer wie er Feinde hat. Er istzuweilen unausstehlich, aber eines ist er nicht: Langweilig. Alleindafür muss man ihn in diesen Spießerzeiten schon ein wenig liebhaben.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-9080116680602110986?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/9080116680602110986/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/zur-verteidigung-jeremy-clarksons.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/9080116680602110986'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/9080116680602110986'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/zur-verteidigung-jeremy-clarksons.html' title='Zur Verteidigung Jeremy Clarksons'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-HAiom_y6eUc/Ttu5Dqy3L2I/AAAAAAAAADg/m74bNudceZA/s72-c/Jeremy-Clarkson-007.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4122838602660129206</id><published>2011-12-02T15:53:00.003+01:00</published><updated>2011-12-02T23:34:58.577+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Und täglich grüßt das Witzetier</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es gibt gute Witze, es gibt schlechteWitze, es gibt geniale Witze, es gibt Witze, die sind so schlecht,dass sie schon wieder gut sind. Und es gibt jene äußerstunangenehme Sorte, die Wiglaf Droste 'Witze mit eingebauterWiederholungstaste' nannte. Die werden von Menschen gerissen, dieirgendwann einmal in ihrem Leben etwas aufgeschnappt haben, das siewahnsinnig lustig gefunden und daraufhin beschlossen haben,dieses Scherzchen fest in ihren aktiven Wortschatz zu integrieren, umes von Stund' an bei jeder Gelegenheit rauszulassen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Mein seliger Großvater zum Beispielwar ein stockkatholischer, kreuzbiederer Handwerker und von beinahekindlicher Arglosigkeit gegenüber jedweden Anzüglichkeiten. Dieser brettsteife Westfale kannte nur einen einzigen Witz, den man mitaller Großzügigkeit und Milde als ansatzweise schlüpfrigbezeichnen konnte: Er pflegte immer auf Feiern zu vorgerückterStunde einer entsprechend gekleideten Dame das Kompliment zu machen,ihr Kleid bzw. ihre Bluse habe aber schöne – Achtung, festhalten!– Bordellärmel. Und, um sich zu vergewissern, dass seinanspruchsvoller Wortwitz auch recht verstanden worden war, hakte erstets noch mindestens drei Mal nach: „Verstehst du? Bordellärmel!Hahaha! Bordellärmel!“ Gut, &lt;i&gt;de mortuis nihil nisi bene&lt;/i&gt; istehernes Gesetz, aber so viel Offenheit muss sein. Ansonsten war meinGroßvater ein prima Kerl und baute hervorragende Modellflugzeuge.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sie sind überall: Menschen, die seitzwanzig Jahren mit eiserner Hartnäckigkeit „Zum Bleistift“ sagenoder „Okäse!“ und „Abfallsaft“. Gefolgt von siegesgewissem, erwartungsvollem Grinsen. Die sich gar nichteinkriegen können, wenn sie im Jahr 2011 ein Notebook aus Prinzipimmer noch „Schlepptop“ nennen oder einen Computer„Plastikblödmann“. Oder wenn sie zu erwachsenen Menschen „FlottiKarotti!“ sagen, wahlweise auch: „Aber zettzett - ziemlischzügisch! Hahaha!“. Wenn irgendwo vom Golfprofi Tiger Woods dieRede ist, dann weisen sie mit tödlicher Sicherheit darauf hin, dassder übrigens noch einen Bruder namens 'Shneedle' habe und hauensich, die Lachtränen in den Augen, auf die Schenkel. Das macht esihnen leider unmöglich, die gequälten, peinlich berührtenGesichter ihrer Mitmenschen wahrzunehmen. Denn körperliche Pein kannso was verursachen, sie merken's nur nicht.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Gemeingefährlich wird es, wenn solchezwanghaften Kasper in einer Position sind, die einen von ihrer Gunstabhängig sein lassen. Ich hatte einen Lehrer, der als ungekrönterKönig des Grottenwitzes in Endlosschleife gelten kann. „HerrDingens, können wir bitte das Fenster zu machen? Hier zieht's.“ -„Dreh' dich doch um. Dann drückt's! Höhöhö!“. Nach demdritten Mal haben wir aufgehört, mitzuzählen, wie oft er uns imEnglischunterricht, gegen sein eigenes Gekicher ankämpfend,ausführlichst erklärte, wie der Brüller „God shave the Queen“entstanden ist. Oder er gab sein Lieblingswortspiel zum Besten,nämlich dass die Stoßstange aller Laster Anfang sei. Immerhin halfdas erbärmliche Gewitzel, Neuzugänge in der Klasse zuverlässigeinzuschätzen. Wer bei so was mehr als nur höflich lächelte und statt dessen laut auflachte,offenbarte echte Schleimerqualitäten und war sofortuntendurch.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was kapieren diese Menschen nicht?Dabei ist es doch einfach: Wirklich zeitlose Witze sind so rar undkostbar, dass man sie an einer Hand abzählen kann. Aber immer magman selbst die nicht hören. Richtig gute Witze sind etwas Besonderes, das sparsam eingesetzt werden muss. Alle anderen haben eine kurzeHalbwertszeit und man ist gut beraten, sie außerhalb alkoholisierterRunden nicht mehr als einmal zu bringen. Selbst da sollte man vorherhöflicherweise wenigstens „Kennt ihr schon den mit... ?“ fragen.Was ist daran so schwer zu verstehen? Und wenn schon: Kommen dieseMenschen sich nicht irgendwie komisch vor, wenn immer sie dieeinzigen sind, die über ihre Sprüche lachen?  Man möchte ihnen jedes Mal ein Riesenschild vor die Nase halten, auf dem steht: "NICHT WITZIG!", um es ihnen danach um die Spaßbacken zu hauen. Oder sichdemonstrativ diese Gehörschutzstöpsel vor die Trommelfelle stopfen, wie es unter anderem für Menschen Vorschrift ist, die hauptberuflich einen Presslufthammer bedienen müssen. Das würde dann auch sehr schön zur Qualität des Gebotenenpassen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;So, jetzt gehe ich in dieFliesenabteilung. Und zwar dadurch, wo die Maurer damals das Loch inder Wand gelassen haben. Ich muss nämlich mal für kleineKönigstiger. Hahaha! Haben das alle gecheckt? Fliesenabteilung!Huhuhu!&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4122838602660129206?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4122838602660129206/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/und-taglich-grut-das-witzetier.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4122838602660129206'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4122838602660129206'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/12/und-taglich-grut-das-witzetier.html' title='Und täglich grüßt das Witzetier'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2358182137753688416</id><published>2011-11-30T15:00:00.001+01:00</published><updated>2011-12-19T08:33:49.608+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Keinen Cent für Amazon</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-sqGMkm33OTA/TtY3WPDOksI/AAAAAAAAADY/4Lqh0NFsjzY/s1600/armenzon_de_adbust.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="61" src="http://1.bp.blogspot.com/-sqGMkm33OTA/TtY3WPDOksI/AAAAAAAAADY/4Lqh0NFsjzY/s200/armenzon_de_adbust.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Natürlich kann es kein moralisch völlig einwandfreiesKonsumieren geben. Wer von sich behaupten kann, während des ganzen Jahres 2011ausschließlich Waren konsumiert zu haben, deren Herstellung nicht zumindestteilweise zu menschenunwürdigen Billigstbedingungen passierte, möge sich bittemelden. Wer schon den Finger heben will, weil er nur Fairtrade-Kaffee undBioprodukte kauft, sollte bedenken: Zum Konsum gehört auch der Verzehr vonSpeisen, die mit nicht ethisch einwandfreien Rohstoffen zubereitet wurden, zum Beispielin der Gastronomie oder bei Einladungen. Es dürfte kaum möglich sein, zukonsumieren, ohne irgend jemandem auf der Welt irgendwie weh zu tun. Trotzdemgibt es Grenzen dafür, was ich bereit bin, mit meinen lumpigen Kröten aktiv zuunterstützen:&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„[Amazon] ... beschäftigt laut SPIEGEL nicht nur während desWeihnachtsgeschäfts in seinen fünf deutschen Logistikzentren TausendeArbeitslose befristet als Saisonarbeiter, sondern lässt viele von ihnen zuvoreine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und beruflicheEingliederung" absolvieren. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Diesdient vor allem zur Einarbeitung. Die Betroffenen arbeiten dann meist sechsWochen, bekommen aber nur vier bezahlt. Die restlichen zwei Wochen erhalten sieweiterhin die Leistungen der Agenturen für Arbeit oder der Jobcenter. DiesePraxis ist legal. Allerdings wiederholt Amazon bei vielen der Aushilfen dasProzedere jedes Jahr, obwohl sie im Jahr zuvor bereits eingestellt waren undeine Einarbeitungszeit damit unnötig ist.“ (&lt;a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,800166,00.html" target="_blank"&gt;SPIEGEL&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Sicher ist der Einwand, Amazon sei nur die Spitze einesEisbergs, berechtigt: Zahlreiche Arbeitgeber profitieren von den Angeboten derArbeitsagenturen und Jobcenter im Rahmen solcher Maßnahmen, in denenArbeitslose, zum Teil bei Androhung von Kürzung oder völliger Sperrung ihrerLeistungen in unterschiedlich lange betriebliche Erprobungen geschickt werden.Viele Arbeitgeber nehmen so etwas gern mit, einige schrecken vor dembürokratischen Aufwand zurück. Was Amazons Vorgehen davon unterscheidet, istdie Praxis, diese teilweise kostenlosen Arbeitskräfte und die sich darausergebenden Einspareffekte fest in die betriebliche Planung zu integrieren.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Der Hinweis auf die Legalität dieser Praxis taugt nicht: Wasdort passiert, ist schlicht systematische Kostendrückerei auf dem Rücken von Menschen, diekeine andere Wahl haben als so etwas mitzumachen. Damit will ich mich nichtgemein machen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Daher: Kein Cent mehr von mir für Amazon. Bücher habe ichdort noch nie gekauft. Dafür habe ich einen netten, inhabergeführten Buchladenum die Ecke, der mir alles Gewünschte genau so schnell besorgt wie dieInternetklitsche. Antiquarische Bücher bekommt man hervorragend über &lt;a href="http://www.antiquariat.de/"&gt;das antiquariat&lt;/a&gt;*,wodurch man&amp;nbsp; übrigens kleine Antiquariate unterstützt. Bei CDsund DVDs wird es etwas komplizierter. Weil ich nicht eben einen Mainstream-Musikgeschmackhabe, werde ich mich nach alternativen Bezugsquellen umsehen müssen. Das sollteaber zu machen sein. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Klar gibt es Leute, die ein Amazon-Verzicht härter trifftals mich. Ich lebe in der Stadt und bekomme vieles von dem, was der Ladenanbietet, auch anderswo. Wer auf dem Land wohnt, schätzt die Bequemlichkeit,die Amazon bietet, sicher sehr viel mehr. Nur: Bewusster Konsum hat meistensseinen Preis und bedeutet fast immer auch Verzicht auf Bequemlichkeit.Überhaupt: Soll das ein Argument sein dafür, sich jetzt überhaupt keinen Kopfmehr zu machen um irgendwas? Weil man ja eh nichts machen kann? Was ist los?Warum habt ihr aufgegeben? &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Und die jetzt sagen, das sei bloß eine symbolische Geste,ich wolle doch nur mein Gewissen beruhigen, so was bewirke gar nichts, sollenmeinetwegen weiter Schnäppchen jagen, ihre Sessel vollpupen, hübsch weiternölen und sich ansonsten ihrer Ignoranz erfreuen. Wenn ihre Jobs ausKostengründen wegrationalisiert worden sind und das örtliche Jobcenter sie zwingt,ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung zu stellen, werden sie sichvielleicht daran erinnern.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;* &lt;i&gt;Nachtrag, 19.12.2011: In der bis zum heutigen Tag zu lesenden Fassung war ein Link auf die Internetseite zvab.com enthalten, verbunden mit dem Hinweis, dort ließen sich sehr gut antiquarische Bücher beziehen. Das Letztere stimmt zwar, doch war mir leider nicht bewusst, dass zvab sich im Besitz von ABEBOOKS befindet und ABEBOOKS wiederum amazon gehört.&lt;/i&gt; &lt;i&gt;Darauf haben zwei Kommentatoren freundlicherweise hingewiesen. Vielen Dank. Den Link habe ich selbstverständlich geändert in antiquariat.de.&lt;/i&gt; &lt;i&gt;Eine wichtige Erinnerung daran, Empfehlungen, die man ausspricht, vorher auch zu recherchieren.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2358182137753688416?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2358182137753688416/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/keinen-cent-fur-amazon.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2358182137753688416'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2358182137753688416'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/keinen-cent-fur-amazon.html' title='Keinen Cent für Amazon'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-sqGMkm33OTA/TtY3WPDOksI/AAAAAAAAADY/4Lqh0NFsjzY/s72-c/armenzon_de_adbust.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-5829788558258316370</id><published>2011-11-29T18:48:00.000+01:00</published><updated>2011-11-29T18:48:26.624+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Es lebe die Selbstverantwortung!</title><content type='html'>&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" height="580" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left; width: 604px;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-Zkr7QZe_o4c/TtP3mJjNO5I/AAAAAAAAADQ/FAO9W0noye0/s1600/Individualisten.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="580" src="http://4.bp.blogspot.com/-Zkr7QZe_o4c/TtP3mJjNO5I/AAAAAAAAADQ/FAO9W0noye0/s640/Individualisten.jpg" width="600" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;(&lt;a href="http://thismodernworld.com/"&gt;Tom Tomorrow&lt;/a&gt; via &lt;a href="http://www.dailykos.com/story/2011/11/28/1037770/-Rugged-individualists?detail=hide&amp;amp;via=blog_792316"&gt;DailyKos&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-5829788558258316370?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/5829788558258316370/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/es-lebe-die-selbstverantwortung.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5829788558258316370'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/5829788558258316370'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/es-lebe-die-selbstverantwortung.html' title='Es lebe die Selbstverantwortung!'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-Zkr7QZe_o4c/TtP3mJjNO5I/AAAAAAAAADQ/FAO9W0noye0/s72-c/Individualisten.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8062246149322548959</id><published>2011-11-28T17:40:00.001+01:00</published><updated>2011-12-03T00:01:31.365+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Lasst mich mit meinen Finanzen in Ruhe!</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was Geld angeht, bin ich ein ziemlichhoffnungsloser Fall. Es interessiert mich nicht und alle Versuche vonentsprechend qualifizierten Leuten, mich dafür zu interessieren,sind bislang gescheitert. Mein Verhältnis zu meinem Bankkonto ist wiedas eines Jugendlichen zum elterlichen Taschengeld: Noch was da?Cool! Nix mehr da? Mist! Ich zahle Rechnungen meist auf den letztenDrücker und ziehe auch viel zu selten Kontoauszüge. Überhaupt istmir mein Kontostand nur so lange nicht gleichgültig, solange ersich, egal ob Soll oder Haben, in einem halbwegs erträglichenBereich bewegt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Schon als Kind bekam ich beimWeltspartag, bei dem wir alle gehalten waren, brav unser Geld in diegeschenkte Spardose zu stecken und das Gesparte dann feierlich aufunser erstes Sparbuch einzuzahlen, unter dem Gelächter der anderennoch nicht einmal einen Trostpreis fürs Mühe geben. Ich fand Lego,Playmobil und Comics viel verlockender als die vage Aussicht, mirirgendwann einmal, in ferner Zukunft irgend etwas Großes leisten zukönnen. Außerdem fand ich schon in der Grundschule die Kinder, dieimmer ordentlich sparten, anstatt es auch mal krachen zu lassen, ehervon der langweiligen Sorte.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Man kann sich unschwer vorstellen, dassich auch für geschäftliche Verhandlungen komplett ungeeignet bin.Ich habe keine Ahnung davon, bin leichtgläubig, bekomme schnellMitleid, ich bin leicht unter Druck zu setzen und weder ein guterPokerspieler noch ein guter Lügner. Völlig talentfrei also. DenKauf eines Gebrauchtwagens zum Beispiel bekomme ich nur hin mit derHilfe von Freunden, die sich sowohl mit der technischen als auch derfinanziellen Seite solcher Geschäfte auskennen. Sonst bestünde dieGefahr, dass ich mir einen Schrotthaufen, der aus mehr Spachtelmasseals Blech besteht, für das Doppelte des angemessenen Preisesandrehen lassen und dafür auch noch danke sagen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bleibe dabei: Geld ist dieGeißel der Menschheit. Es hat mehr Streit, Elend, Stress undKriege verursacht als alle Religionen zusammen. Es sollte uns zu denken geben,dass der allergrößte Teil der Biomasse auf der Erde, vom Einzellerbis zum Menschenaffen, seit Jahrmillionen hervorragend ohne jede Formvon Geld klar gekommen ist. Der Mensch ist die einzige Spezies auf der Welt, bei der eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass er beim Anblick einer goldenen Kreditkarte glänzende Augen bekommt und zu sabbern anfängt, während beispielsweise ein Hund nur verständnislos glotzen würde.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Aber du brauchst doch Geld, werden dieFinanzmenschen jetzt nölen. Stell dir einmal dein, nein, unser allerLeben ohne Geld vor. Wir würden keine Woche überleben! Schonrichtig, aber Geld als Zahlungsmittel zu akzeptieren, bedeutet noch lange nicht, Geld für einen Wert ansich zu halten. Wenn ich an irgendwas interessiert bin, dann nicht anGeld, sondern an den Annehmlichkeiten, die ich mir damit kaufen kann,nichts weiter. Ich wundere mich schon, dass ich mich überhauptbücke, wenn mir eine kleinere Münze herunterfällt. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Vor ein paar Jahren ging es einementfernten Bekannten von mir ziemlich mies: Er hatte seinen Jobverloren, eine Familie über die Runden zu bringen und in seinemBeruf waren die Aussichten, etwas Neues zu finden, reichlich düster.Aus Verzweiflung hatte er sich von einem dieser Finanzdienstleisterals Berater ankobern lassen und klapperte seinen gesamtenBekanntenkreis ab nach potenziellen Opfern, denen er eine Beratungangedeihen lassen konnte. Weil er mir leid tat, habe ich ihm nichtdie Tür gewiesen. Eine Stunde später war der Mann nochverzweifelter als vorher: Erstens verfalle ich bei solchen Gesprächenautomatisch – ich kann nichts tun dagegen – in eine Art Wachkomaund zweitens habe ich jeden seiner Versuche, meine Finanzen zuoptimieren, mit dem Hinweis abgeblockt, all meine Versicherungen überdie Agentur eines alten Schulkollegen laufen zu haben. Ich warpartout nicht davon zu überzeugen, die Hälfte davon zu kündigen undgegen ein wenig günstigere Policen zu ersetzen. So ein Wachkoma hat auchseine Vorteile. Natürlich zahle ich mehr für meineVersicherungen als unbedingt nötig. Dafür habe ich aber das beruhigende Gefühl, keinenMist angedreht zu bekommen und im Fall des Falles eine Durchwahl zuhaben, die zufällig die des Chefs der Agentur ist. Dafür zahle ichgern ein paar Euros mehr im Jahr. Es geht, wie gesagt, umBequemlichkeit. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Daher gehören für mich Menschen, dieohne Not einen Lebensinhalt daraus machen, immer und überall demgünstigsten Schnäppchen hinterher zu hecheln, so ziemlich zumArmseligsten, was der Planet hervorgebracht hat. Dicht gefolgt vonMenschen, die in ihrer Freizeit freiwillig Wörter im Munde führen wieFinanzplan, Rendite, Portfolio, Cashflow etcetera und dabei auch nochden Eindruck erwecken, ihren Spaß daran zu haben.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Und von überall her quakeln sie aufeinen ein, die Sirenen des Kapitals und ihre willfährigen Lakaien: Du kannst doch nicht ewig leben wieein Student. Du musst mal erwachsen werden, an deine Zukunft denken.Du musst auch mal planen. Du hast ungenutztes Kapital auf einemschnöden Sparbuch liegen. Das bringt doch keine Rendite. Duverschenkst viel Geld, wenn du es nicht für dich arbeiten lässt.Los, lass' dich beraten. Zier dich doch nicht so. Komm, spiel' es mit, das Spiel! Du wirst es nicht bereuen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als ob es uns nicht alle miteinander indiesen Schlamassel geritten hätte, dass zu viele Leute zu viel Geldzu viel für sich arbeiten lassen wollten. Außerdem mag ich diesesSpiel nicht. Auf den Tod nicht. Es ist langweilig und nur Seelenlosefinden das spannend. Gezwungen zu sein, sich mit seinen Finanzen zubeschäftigen, vielleicht auch noch darüber zu verhandeln, ist dasGegenteil von Musik, von Sonnenschein, Genuss, Lachen, Ideen, Schönheit, Liebe, kurz: Dasvöllige Gegenteil von absolut allem, was das Leben irgendwielebenswert macht.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8062246149322548959?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8062246149322548959/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/lasst-mich-mit-meinen-finanzen-in-ruhe.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8062246149322548959'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8062246149322548959'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/lasst-mich-mit-meinen-finanzen-in-ruhe.html' title='Lasst mich mit meinen Finanzen in Ruhe!'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-6689221841919150165</id><published>2011-11-26T13:42:00.001+01:00</published><updated>2011-12-02T07:52:23.046+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Fatale Bildungslücke</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Hatte meine Oma also doch recht: Alles im Leben rächt sich einmal.Als Jugendlicher ist die &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZgaPwljURio"&gt;Horrorfilm-Welle &lt;/a&gt;komplett an mirvorbeigegangen. Fragen wie: „Haste schon &lt;i&gt;Ein Zombie hing amGlockenseil&lt;/i&gt; gesehen?“ habe ich stets,meine Ignoranz partout nicht erkennen wollend, souverän lächelnd verneint. Auch inSerie produzierte Machwerke wie &lt;i&gt;Geisterjäger John Sinclair&lt;/i&gt;,die meine Altersgenossen stapelweise verschlangen, habe ich nach ein paarSeiten gelangweilt zur Seite gelegt.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Mir war nie klar, welch wertvolles undnützliches Wissen ich da seinerzeit versäumt habe, mir anzueignen. Undwas Hänschen nicht lernt, lernt Hans bekanntlich nimmermehr. Dennjetzt, da wir es mit einem echten &lt;a href="http://www.zeit.de/2011/48/DOS-Guttenberg"&gt;Untoten&lt;/a&gt; zu tun haben, stehe ichhilf- und ratlos da. Was, um alles in der Welt, macht man in so einem Fall?Knoblauchgirlanden? Pflock ins Herz? Geweihte Silberkugeln?Kruzifixe? Oh, da ist er! Er kommt uns alle holen!! Hiiilfeeeeee!!! &lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-6689221841919150165?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/6689221841919150165/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/fatale-bildungslucke.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6689221841919150165'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/6689221841919150165'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/fatale-bildungslucke.html' title='Fatale Bildungslücke'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8497406836690434381</id><published>2011-11-23T14:09:00.001+01:00</published><updated>2011-11-23T22:21:50.548+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Sozialstaat der Superreichen</title><content type='html'>&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;&lt;i&gt;Trotz Krise heißt es immer noch: Sozialismus für das reichste Prozent, Kapitalismus für alle anderen.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;George Monbiot&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;In einer am Freitagabend zu Ende gegangenen Doku-Soapwollte die hauptberufliche Tochter und Alleinerbin &lt;a href="http://www.channel5.com/shows/tamara-ecclestone-billion-girl"&gt;Tamara Ecclestone&lt;/a&gt; unbedingt beweisen,dass sie mitnichten ein „überflüssiger, verwöhnter, strunzdummer, hohlköpfigerund geistloser Mensch“ sei. Dies hehre Vorhaben erwies sich leider nichtals voller Erfolg. Auf &lt;i&gt;Channel 5&lt;/i&gt; durften wir bewundern, wie sie ihr45-Mio.-&lt;span style="font-size: 12pt;"&gt;£&lt;/span&gt;-Häuschen in London renovierte: Unter anderem ließ sie eine Badewanneaus mexikanischem Bergkristall für 1 Mio., ein unterirdisches Hallenbad, eineneigenen Club, einen Aufzug für ihren Ferrari, eine Bowlingbahn mitkristallverzierten Kugeln sowie einen Spa- und Wellnessbereich für ihre fünf Hundeeinbauen. Letzteres aber nur, um ihr und den Tierchen den Stress einesAusflugs zu &lt;i&gt;Harrod’s&lt;/i&gt; zu ersparen, wenn mal wieder das Fell gesprayt unddie Krallen lackiert werden müssen. Eines aber kam nicht zur Sprache: Wie viel genau Sie und ich für all diese Pracht gezahlt haben.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Zwei Wochen zuvor hatte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vorGericht ausgesagt, dass die familieneigene Offshore-Holding namens &lt;i&gt;BambinoHoldings&lt;/i&gt;, die im übrigen mehr von seiner Ex-Frau als von ihm selbstkontrolliert würde, ihm mehr als 2 Mrd. £ an Steuern erspart haben dürfte. DerName der Holding kann einen übrigens auf die Idee bringen, der Laden hätteetwas mit den Versuchen seiner Tochter zu tun, auf den Spuren des Hl.Franziskus von Assisi zu wandeln.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Ecclestone war schon immer sehr geschickt darin, sich dasSozialsystem der Superreichen zunutze zu machen, jene von Regierungen aktivbetriebene Umverteilung von Einfluss und Reichtum vom gemeinen Volke zu dem einen Prozent an der Spitze. Nachdem Großmogul Bernie großzügig an die Stiftunggespendet hatte, die den Wahlkampf der &lt;i&gt;Labour Party&lt;/i&gt; finanziert, forderte TonyBlair prompt, Formel 1-Veranstaltungen vom EU-weiten Tabakwerbeverbot&lt;a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2008/oct/12/tonyblair-labour"&gt;auszunehmen&lt;/a&gt;. Die Regierung spendierte für die Formel 1-Rennstrecke inSilverstone noch einen neuen zweispurigen Autobahnanschluss.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Auch in anderen Ländern hat sein Firmenimperium erheblichestaatliche Zuwendungen kassiert. Russland zum Beispiel hat kürzlich&lt;a href="http://www.dailymail.co.uk/sport/formulaone/article-1320755/Bernie-Ecclestone-hails-Russian-Grand-Prix-deal-Sochi.html"&gt;beschlossen&lt;/a&gt;, nicht nur auf Staatskosten eine Rennstrecke zu bauen, auf derEcclestone seine Autos fahren lassen kann, sondern sich von ihm auch noch 280 Mio.$ für das Privileg der Nutzung in Rechnung stellen zu lassen. Als ich 2004 inIndien arbeitete, wurden mir Ausschnitte der Aufzeichnung eines Treffens vonKabinettsmitgliedern mit Vertretern der Unternehmensberatung &lt;a href="http://www.mckinsey.com/"&gt;McKinsey&lt;/a&gt;zugespielt. Die McKinsey-Leute bestanden darauf, dass der bitterarme Bundesstaat&lt;a href="http://www.suchetadalal.com/?id=93220c33-b32c-dbcc-492e8b1c08b4&amp;amp;base=sections&amp;amp;f&amp;amp;t=Chandrababu+Naidu+and+the+McKinsey+Formula"&gt;Andhra Pradesh&lt;/a&gt; – dort sterben jedes Jahr Millionen Menschen an heilbarenKrankheiten – zwischen 50 und 75 Mio. £ jährlich aufbringen sollte, um dieFormel 1-Ambitionen Indiens zu unterstützen. Aus den Ausschnitten ging weiterhinhervor, dass der Präsident von Andhra Pradesh den indischen Preimierministergeschmiert hatte, um Ecclestones Firma vom nationalen Tabakwerbeverbot zubefreien.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Sozialismus für die Reichen, Kapitalismus für die Armen – sofunktioniert unser Wirtschaftssystem. Die kleinen Leute werden gnadenlos denHärten des freien Marktes ausgesetzt, während die oberen Zehntausend behütetund verwöhnt werden wie Tamara Ecclestones Schoßhündchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letzten Dienstag entschied[Finanzminister] George Osborne endlich, die &lt;i&gt;Private FinanceInitiative&lt;/i&gt; (FPI) zu überprüfen, unter deren Dach private FirmenAufträge für öffentliche Infrastrukturprojekte an Land gezogen undenorme Gewinne eingefahren haben, während der Staat auf den Risikensitzen blieb. Wer nun aber denkt, die Entscheidung des Kanzlers[=Finanzministers] bedeute einen grundlegenden Wechsel seinerPolitik, sieht sich getäuscht: Zwei Tage später stimmte Osborne dem&lt;a href="http://www.guardian.co.uk/business/2011/nov/20/northen-rock-sale-george-osborne?intcmp=239"&gt;Verkauf der staatlichen Bank &lt;i&gt;Northern Rock&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; an [den Milliardärund &lt;i&gt;Virgin&lt;/i&gt;-Inhaber] Richard Branson zu. Der Deal beinhaltet,dass die Verbindlichkeiten beim Staat verbleiben, während Bransondie Aktiva einstreicht – genau wie bei der FPI. Die Verlustebelaufen sich auf £13 pro Steuerzahler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jemand, der sicher nicht darunterleiden wird, unverschämterweise um £13 angegangen zu werden, ist Matt Ridley. Als Vorstandsvorsitzendervon &lt;i&gt;Northern Rock&lt;/i&gt;hatte er, dem &lt;a href="http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200708/cmselect/cmtreasy/56/5603.htm"&gt;&lt;i&gt;Treasury Select Commitee&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; zufolge, jene „hochriskante, leichtsinnige Strategie“ zu verantworten, die den erstenPanikansturm auf eine britische Bank seit 1878 auslöste. Bevor erVorstandsvorsitzer wurde – eine Position, die er offenbar vonseinem Vater geerbt hatte – war Ridley einer der schärfstenFürsprecher des Laissez-Faire-Kapitalismus in diesem Land. Erbezeichnete die Regierungen als „&lt;a href="http://www.monbiot.com/2010/06/01/the-man-who-wants-to-northern-rock-the-planet/"&gt;selbstsüchtige Flöhe auf dem Rücken der produktiveren Menschen dieser Welt.&lt;/a&gt; […] Staaten werdenvon ihnen nicht regiert, sondern ausgesaugt."&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Derselbstsüchtige Floh paukte ihn dann aus den katastrophalen Folgenseines Versuchs, seine Ideen in die Tat umzusetzen, mit 27 Mrd. £Steuergeldern heraus. Und was hat der talentierte Mr Ridley darausgelernt? Weniger als nichts. Als nächstes schrieb er ein &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cif-green/2010/jun/18/matt-ridley-rational-optimist-errors"&gt;Buch&lt;/a&gt;, indem er die Regulierung der Wirtschaft durch die „parasitäreBürokratie“ des Staates anprangerte und behauptete, durch den freienMarkt würde Eigeninteresse „moralisch völlig überlegen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdemer sein Bestes gegeben hatte, den blutsaugenden Staat in den Ruin zutreiben, zog er sich auf den Familiensitz &lt;a href="http://www.blagdonestate.co.uk/"&gt;Blagdon Hall&lt;/a&gt; zurück. Dort,inmitten von 15 Quadratmeilen bewirtschaftetem Land, leben dieRidleys – völlig unparasitär, versteht sich – von den Einkünften aus Vermietung, staatlichen Agrarsubventionen undder Pacht für den auf den Ländereien befindlichen Kohletagebau.Bislang war noch niemand ungehobelt genug, vorzuschlagen, ihnzumindest für Teile der 400 Mio. £ Verluste haftbar zu machen, dieer den parasitären Steuerzahlern eingebrockt hat. Es sind nicht die 1Prozent, die für die Kosten der von ihnen angerichteten Schlamasselaufkommen müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sogar mitten in der Krise, in der die Ärmeren mehr und mehrunter Druck von allen Seiten geraten, versuchen Regierungen noch, ihreschrumpfenden Ressourcen vor allem den Reichen zuzuschanzen. LetztenMonat listete das Wirtschaftsministerium fünf Arbeitsgesetze auf, die man inWirtschaftskreisen problematisch findet. Unter anderem den nationalenMindestlohn und die gesetzliche Lohnfortzahlung bei Krankheit.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Am Freitag nahm Premierminister Cameron &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2011/nov/18/david-cameron-angela-merkel-smiles"&gt;Verhandlungen&lt;/a&gt; mit AngelaMerkel über die Krise der Eurozone auf. Seine beiden wichtigsten Forderungen waren,dass es auf keinen Fall eine ‚Robin-Hood-Steuer’ auf Finanztransaktionen geben dürfe und dass&lt;a href="http://www.direct.gov.uk/en/Employment/Employees/WorkingHoursAndTimeOff/DG_10029426"&gt;Arbeitszeitgesetze&lt;/a&gt;, die verhindern, dass Arbeitnehmer allzu sehr ausgebeutetwerden, unbedingt neu verhandelt werden müssten.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Ebenso aufschlussreich war, worüber er nicht diskutieren mochte:So weit ich weiß, hat noch kein EU-Staats- und Regierungschef auf irgendeinemGipfel über das reden wollen, was etwa die Hälfte des EU-Budgets ausmacht. DieRede ist natürlich vom System der EU-Agrarsubventionen, das die britischenSteuerzahler momentan 3,6 Mrd. £ pro Jahr kostet.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Wir stellen uns gern vor, dass mit diesem Geld verhutzeltenSchäfern geholfen wird, die ihre Hosen mit Schnüren umwickeln müssen, damit sienicht rutschen. In Wahrheit geht der größte Teil des Geldes an reicheGroßgrundbesitzer wie Matt Ridley. Je mehr Land jemand besitzt, desto mehr wirdihm gegeben.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Diese &lt;a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/4407792.stm"&gt;Agrarsubventionen&lt;/a&gt; sind nichts anderes als eine massivestaatliche Unterstützung der reichsten Europäer, also derjenigen Aristokraten undPlutokraten mit den größten Ländereien. Britische Politiker behaupten ja gern,dass nur die Franzosen dieses System noch verteidigen würden. Das ist Blödsinn. Erst imFebruar forderte ein Ausschuss des Unterhauses nicht nur, das System so zubelassen wie es ist, sondern auch, weitere Zahlungen einzuführen, die Bauerndazu ermuntern, Lebensmittel zu produzieren, die eigentlich niemand habenwill.&amp;nbsp; [Anm. d. Ü.: Der letzte Satz istmöglicherweise in Teilen unsauber und daher sinnentstellend übersetzt. Wennjemand die exakte Bedeutung des Fachbegriffs &lt;i&gt;headage payment&lt;/i&gt; in diesem Zusammenhang liefernkönnte, wäre ich dankbar.]&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Letzte Woche &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/society/2011/nov/16/young-jobseekers-work-pay-unemployment"&gt;berichtete&lt;/a&gt; der &lt;i&gt;Guardian&lt;/i&gt; über ein Systeman Regelungen, das schon wirkt wie staatlich sanktionierte Sklaverei: Um sichihre £ 53 pro Woche Sozialhilfe zu verdienen, werden junge Leute gezwungen, biszu acht Wochen lang unentgeltlich für Firmen wie &lt;i&gt;Tesco&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Poundland&lt;/i&gt;,&lt;i&gt;Argos&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Sainsbury’s&lt;/i&gt; [britische Einzelhandelsketten, Anm. d. Ü.]zu arbeiten. Mit anderen Worten: Einige der ärmsten Menschen des Landes werden vonStaats wegen verpflichtet, einige der reichsten Unternehmen des Landes zusubventionieren, indem sie ihnen ihre Arbeitskraft gratis zur Verfügungstellen. [Anm., die sich d. Ü. nicht verkneifen kann: InGroßbritannien scheint das noch ein Skandal zu sein. Bei uns gehört dergleichen seitJahren in allen Branchen zum Alltag und nennt sich ‚Praktikum’ bzw. ‚betrieblicheErprobung im Rahmen von Maßnahmen der beruflichen Wiedereingliederung’.]&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Für die Sozialhilfeempfänger des Großkapitals mit ihrenkristallenen Badewannen hingegen gibt es derartige Bedingungen für Zuwendungen nicht. Auch keine Arbeitspflicht und in einigen Fällen noch nicht einmal die Pflichtzum Zahlen von Steuern. Begrenzte Haftung, Steueroasen in Übersee undstaatliche Subventionen schützen sie zuverlässig davor, sich irgendwie an denKosten beteiligen zu müssen, die sie uns allen aufbürden. Sie leben auf unsere Kostenund behandeln die gewöhnlichen Sterblichen, deren Geld sie einstreichen, wie Dreck.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Erschienen in: &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/nov/21/for-corporate-welfare-queens-no-caps"&gt;&lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, 21.11.2011&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;Eine Originalversion dieses Artikels mit allenQuellennachweisen findet sich &lt;a href="http://www.monbiot.com/2011/11/21/the-corporate-welfare-state/"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoBodyText2" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;i&gt;Obwohl mir völlig klar ist,dass Formel 1 alles andere als gut für die Umwelt ist, dazu teuer undanachronistisch, muss ich gestehen, dass ich mich der Faszination desMotorsports nie wirklich habe entziehen können. Bei einigen Rennen hänge ichregelmäßig vor dem Fernseher und ertrage sogar die Berichterstattung von RTL, immerhin ahnend, wen derZirkus ärmer und wen er noch steinreicher macht. Auch am Sonntag werde ich wohl wieder schauen.Es ist ein wenig wie mit dem Fleischessen: Viele rationale Überlegungensprechen dagegen, aber... Möglicherweise hat mich also ein latentes schlechtesGewissen dazu gebracht, diesen Artikel unautorisiert ins Deutsche zu übertragen.&amp;nbsp; – S. Rose.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoBodyText2" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoBodyText2" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8497406836690434381?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8497406836690434381/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/fur-die-sozialhilfeempfanger-aus-dem.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8497406836690434381'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8497406836690434381'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/fur-die-sozialhilfeempfanger-aus-dem.html' title='Sozialstaat der Superreichen'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-3142537115051160354</id><published>2011-11-21T22:04:00.001+01:00</published><updated>2011-11-28T18:37:34.773+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kultur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Martenstein, das Schmunzelmonster</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Eine der großartigsten Figuren, dieder große Loriot geschaffen hat, spielt eine vergleichsweisekleine Nebenrolle in seinem Werk: Es ist &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=0lrVLzdqmeY"&gt;Onkel Hellmuth&lt;/a&gt; aus dem Film&lt;i&gt;Pappa ante portas&lt;/i&gt;, kongenial gespielt von Hans-Peter Korff.Wir sehen ihn im Speisewagen sitzen und an einem mitgebrachtenButterbrot herummümmeln. Schon da möchte man ihm die Stulle aus der Hand nehmen und in die schütteren Haare schmieren. Oberflächlich betrachtet, ist OnkelHellmuth zum Kotzen lieb. Er und seine Frau, die sich im übrigen inihrer fünfundzwanzig Jahre währenden Verlobungszeit füreinanderaufgehoben hätten*, seien heitere Menschen, pflegt er zu salbadern,und, wenn es denn einen Anlass gäbe, dann schmunzelten auch sieeinmal von Herzen gern. Was diese Figur und Korffs subtiles Spiel so komisch macht, ihr echte Tiefe verleiht und über die bloße Karikatur erhebt, ist die hier und daganz kurz aufblitzende Ahnung, dass hinter der Fassade ausüberzeichneter Nettigkeit ein autoritärer, verbiesterterZwangscharakter steckt, der seinen Mitmenschen nicht die Butter aufdem Brot gönnt: Als der Zug scharf bremst und der Kellner, vornüberkippend, in die Torte fasst, kann sein pubertierender Neffe Dietersich das Lachen nicht verbeißen. Sofort wird er von Onkel Hellmuthmit schneidendem Unterton zurecht gewiesen, dass man meint, die Eiszapfen vonder Decke ragen zu sehen: „Über das Missgeschick eines Menschen spottet mannicht!“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es fällt nicht ganz leicht, eseinzugestehen, aber es gab Zeiten, da habe ich Harald MartensteinsKolumnen im &lt;i&gt;ZEIT-Magazin&lt;/i&gt; und im &lt;i&gt;Tagesspiegel&lt;/i&gt; nicht ungern gelesen. SeineBeiträge enthielten manchmal einen überraschenden Gedanken undhatten durchaus etwas Wärmendes, das einem an einem miserablenTag ein Lächeln abzuringen vermochte. Das ist nichts Weltbewegendes,kann einem aber – ich scheue mich nicht, dazu zu stehen – den Alltag verschönern. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Diese Zeiten sind schon längervorbei, denn der Mann nervt nur noch. Sein wichtigster Kniff ist,sich in einer Tour die Maske des Naiven überzustülpen und mit einerReihe ganz einfach klingender Fragen die Absurdität seinesGegenstandes heraus zu schälen. Und weil er aussieht, wie ein leichtverwuschelter Intellektueller mit Welpenblick, kann so was auch hin undwieder seinen Charme haben. Leider ist die Grenze zwischen einemliebenswerten Markenzeichen und einer ausgelutschten Masche einefließende. Mittlerweile, Ende 2011, ist sie überschritten und denGroßteil seiner Ergüsse kann man getrost mit dem Attribut 'augenzwinkernd' versehen, was unter Schreibenden mit Selbstachtungals eine der Höchststrafen gilt. Auch seine Moral von der Geschichtist fast immer dieselbe: Wäre es nicht viel, viel schöner, wenn wiralle mal ein bisschen netter miteinander wären? Wäre die Welt danicht ein Stück weit eine bessere? &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ja, hmpf, schon, irgendwie. Schwer zuwidersprechen, dem. Aber soll das alles sein?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zumal auch der nette Herr Martensteinseine Feindschaften pflegt. Mindestens zwei sind ihm nachzuweisen: Mit WiglafDroste und dessen Verleger &lt;a href="http://bittermann.edition-tiamat.de/?p=674"&gt;Klaus Bittermann&lt;/a&gt;. Er würde das natürlichniemals so nennen, denn er meint es doch schließlich immer nur gut.Es ist richtig, dass Droste kräftig austeilen kann. Man kann ihn alsPerson oder seinen Stil mögen oder nicht, aber der Mann ist bishernoch nie den Konsequenzen seiner Polemik aus dem Weg gegangen und hat beispielsweisesein Recht, Bundeswehrsoldaten 'Waschbrettköpfe' nennen zu dürfen,auch schon vor Gericht durchgefochten.  &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;In seiner &lt;a href="http://www.zeit.de/2011/47/Martenstein"&gt;jüngsten Kolumne&lt;/a&gt; ziehtMartenstein mächtig gegen die beiden vom Leder. Oder was er dafür hält. Er vermeidet es nämlich konsequent, sie namentlich zu erwähnen. Seit Jahren zögen diese HerrenKapitalismuskritiker über ihn her, nur weil er vor x Jahren ein Mal,ein einziges Mal einen kritischen, aber ganz sachlich formulierten Artikel über denAutoren geschrieben habe, den er doch eigentlich möge. Außerdem habe er den Artikel längst schon wieder vergessen, viel beschäftigt wie er sei. Und als er esgewagt habe, etwas Kritisches zu schreiben über etwas, das imkleinen Verlag des Verlegers erschienen sei, weigere sich dieserkindsköpfische Verleger, der in seiner Nachbarschaft wohnt, sogar,ihn, Martenstein, morgens beim Bäcker zu grüßen. Es sei im kleinen Verlag desVerlegers gar ein Büchlein erschienen, das nur aus den gesammeltenSchmähungen des Autoren gegen ihn, den lieben Harald bestünde, derdoch nur spielen will. Schluchz, buhu! Er werde zur Strafe auch niewieder etwas Böses über den Autoren schreiben, weil er, derGekränkte, jetzt wüsste wie schnell der Autor gekränkt sei.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ich habe so ziemlich alle BücherDrostes zumindest quergelesen. Aber eines, das ausschließlich fiese Glossenüber Harald Martenstein enthält, ist mir bisher noch nicht untergekommen.Ich würde es wirklich gern kaufen, jetzt erst recht, aber weder imKatalog von Bittermanns &lt;i&gt;Edition Tiamat&lt;/i&gt; noch beim Reclam VerlagLeipzig ist das zu finden.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als Gipfel der Unverfrorenheitempfindet er den Tatbestand, dass der Herr Autor bei einergemeinsamen Veranstaltung alle begrüßt habe, nur ihn, Martenstein, demonstrativnicht. Diagnose: Wer von anderen stets unendliche Toleranzeinfordere, was im Übrigen weder Droste noch Bittermann je getanhaben, sei selbst oft am wenigsten zur Toleranz fähig. Aha. EinenAbreißkalender gefrühstückt oder was ist passiert? Conclusio:Dieser Mensch hat ihn innerlich zu Lebenslänglich verurteilt, und wenn solchefeinen Antikapitalisten wie der mal an die Macht kämen, dann werde esallen schlecht gehen. Dann würden sie vielen weh tun. Und ihm, Martenstein, göngen sie als einem der Ersten ans Leder.Deswegen werde er ab jetzt mit Zähnen und Klauen den Kapitalismusverteidigen. Aus Prinzip. So, das haben sie jetzt davon, die sauberen Kapitalismuskritiker.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Kein Gedanke, dass es auch einfach sein könnte,dass Bittermann und Droste eine windelweiche Schmunzelbacke wieihn aus nachvollziehbaren Gründen von Herzen nicht ausstehenkönnen und sich weigern, sich diesbezüglich einen Zwang anzutun. Wenn das so ist, mag man das vielleicht unhöflich finden. Weniger von sich besoffene Menschen würden das achselzuckend als einen der weniger erfreulichen Aspekte des Lebens hinnehmen, weil man halt nichtimmer allen gefallen kann. Beim nach Gemochtwerden gierendenMartenstein wird so was gleich zur pathologischen Persönlichkeitsstörung.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Aber er kann auch anders. Etwa, wenn erBittermann allen Ernstes per Ferndiagnose die gleiche Krankheit andichtet, an der auchschon Stalin gelitten habe. Bitte? Welche meint er? Schlaganfall?Vergiftetwordensein? Krankhafte Brutalität und Gefühlskälte?Neigung zu Massenmord? Abgesehen von der hanebüchenen Schrägheitund Wolkigkeit dieses Anwurfs: Was soll das? Sieht so Souveränitätaus? Das ist doch jämmerlich. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer an die Öffentlichkeit geht, in derAbsicht, seine Meinung kundzutun und auch noch Geld damit zuverdienen, muss damit rechnen, auf die Ohren zu bekommen. Das kannunangenehm sein, war aber noch nie anders und dass eitle Fatzkes wiedie Fleisch- hauers und Martensteins dieser Welt das irrtümlich fürMajestätsbeleidigung halten, ändert daran nichts. Wer alsprofessioneller, sich Kolumnist schimpfender Schreiber voneinem Berufskollegen angegriffen wird, kann entweder den Fehdehandschuhaufnehmen und mit gleicher Münze zurückzahlen oder den Angreifermit Nichtachtung strafen. Beides erfordert ein gewisses Rückgrat undein halbwegs gefestigtes Ego. Sich aber hinzustellen und um Mitleid heischend bei seinen Lesernrumzuheulen, wie ganz doll böse die anderen mal wieder sind und wievoll gemein das ist und dann noch nicht mal den Mumm zu haben, Rossund Reiter beim Namen zu nennen, ist deutlich unterhalb vonSchülerzeitungsniveau. Das ist ein Verhalten, für das man schon imKindergarten völlig zu Recht als Petze und Heulsuse geschmäht wird.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Warum ich das alles schreibe? Hier sollte ursprünglich einBeitrag stehen, der sich auf ein Zitat Drostes bezieht. Weiterhinsollte in dieser Woche ein Beitrag erscheinen, dessen Aufhänger eineMartenstein-Kolumne ist. Das alles muss ich jetzt, um der Monotonievorzubeugen, für eine Weile auf Eis legen. Auch daran istMartenstein, das Schmunzelmonster schuld, dieser Onkel Hellmuth desFeuilletons.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;---&lt;br /&gt;* &lt;i&gt;Nachtrag, 28.11.11: Recherchen haben ergeben, dass Onkel Hellmuth und Tante Hedwig sich lediglich sieben Jahre füreinander aufgehoben haben, dafür aber nun schon seit so vielen Jahren jeden Tag aufs Neue reich belohnt werden. Bitte um Entschuldigung. - S.R. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-3142537115051160354?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/3142537115051160354/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/martenstein-das-schmunzelmonster.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3142537115051160354'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/3142537115051160354'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/martenstein-das-schmunzelmonster.html' title='Martenstein, das Schmunzelmonster'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8021382768031880618</id><published>2011-11-20T19:26:00.001+01:00</published><updated>2011-11-20T23:47:04.942+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Aus gegebenem Anlass: Lettre a'la TITANIC</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sehr geehrter Innenminister Friedrich(CSU),&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;am Rande einer Veranstaltung derbayerischen Jungen Union am 19. November &lt;a href="http://www.stern.de/politik/ausland/innenminister-friedrich-einige-behoerden-haben-klaeglich-versagt-1753045.html"&gt;sagten Sie&lt;/a&gt;, einigeMitarbeiter des Verfassungsschutzes hätten „kläglich versagt“und der eine oder andere würde sich einer „peinlichen Befragung“ unterziehen müssen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Puh, Friedrich, es ist ja schön undgut, dass Sie hart gegen diese Berufswegschauer vorgehen wollen. Abergleich zur Folter greifen? Ich weiß nicht. Finden Sie nicht, dass Sie damit ein klein wenig über Ihr ehrenwertes Ziel hinausschießen? Wie soll man da noch seinen Antiamerikanismus pflegen? Wollen Sie vielleicht Ihrem Image als&lt;a href="http://www.titanic-magazin.de/postkarten.html?&amp;amp;card=14169&amp;amp;cHash=25e88f966d81446d2cfd7074563f290e"&gt;ganz harter Hund&lt;/a&gt; gerecht werden? Finden in den Kellern unserer geheimenDienste am Ende Dinge statt, von denen wir alle nichts ahnen? Oder wissen Sie einfach nicht, was peinliche Befragungeigentlich bedeutet?&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Da kann Ihnen geholfen werden: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peinliche_Befragung"&gt;*klick*&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Da nich' für!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8021382768031880618?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8021382768031880618/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/aus-gegebenem-anlass-lettre-ala-titanic.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8021382768031880618'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8021382768031880618'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/aus-gegebenem-anlass-lettre-ala-titanic.html' title='Aus gegebenem Anlass: Lettre a&apos;la TITANIC'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2187329358911176030</id><published>2011-11-19T12:58:00.001+01:00</published><updated>2011-11-19T13:55:33.404+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Wenn die Journaille sich mal locker macht</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Mit "Faschismus des Herzens" meine ich die Summe kleiner Grausamkeiten, Alltagsgehabe, verdeckte Engstirnigkeit, leiser Sadismus. Das ist für mich das Saatgut des Bösen. Wenn das rechte Klima gegeben ist, dann werden diese Samen aufgehen. Immer und überall finden wir ausgesäte Felder. - William H. Gass&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Es bleibt dabei: Sprache istverräterisch. Zu sehen ist das zum Beispiel daran, dass dieMordserie an türkischen Kleinunternehmern in zahlreichen Medien als'Döner-Morde' bezeichnet wird. Das ist nichts weniger als eine Unverschämtheit. DieserBegriff ist in seiner so harmlos daher kommenden Schlichtheit eineVerhöhnung der Opfer und der trauernden Hinterbliebenen. Er stempeltalle türkischen Kleinunternehmer in diesem Land pauschal zuDönerverkäufern, als ob die türkische Community nichts anderes aufdie Kette bekommen würde. Man hätte auch gleich'Kameltreiber-Morde' sagen können, das wäre die gleiche Liga. Was?In der Türkei gibt es keine Kamele? Egal, die sind doch alle gleichda unten. Die ganze verpiefte Kleingeistigkeit dieses Landes und derganze beiläufige, alltägliche Rassismus, dem Migranten hierzulande nach wie vor ausgesetzt sind,offenbart sich da.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Es ist ja verständlich, wennabgestumpfte Kriminaler so reden, aber Journalisten? Die verstanden sich einmal, lang scheint's her, als Hüter der Sprache und alsMeinungsbildner, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Davon ist offenbar nicht mehr allzu viel übrig. Inzwischen scheint es auch bei sogenannten seriösen Medien nur noch um die Frage zu gehen, wie man ambesten beim Stammtisch punktet. Sie sind förmlich mit Händen zugreifen, die Szenen in den Nachrichtenressorts, wojungdynamische Redakteure, die Schlipse gelockert und die Deadline imNacken, nach einer griffigen Schlagzeile gesucht haben. Irgendwannkommt einem, der gerade auf einem Döner herumkaut, die rettendeIdee: Döner-Morde! Jawohl, dasisses! Döner-Morde, derisgut, harrharr. Der jungen Praktikantin, die als einzige leise protestiert, wirdbeschieden, jetzt sei aber mal Schluss mit der typisch weiblichen, gutmenschelndenBedenkenträgerei, außerdem müsse sie noch viel lernen und so würdedas nie was mit der Festanstellung.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ach, nun sei doch nicht immer so pingelig,wird dann beschwichtigt. Kann halt mal passieren. Die Türken sinddoch eh immer so schnell beleidigt. Die sollten lieber dankbar sein, inunserem Superland leben zu dürfen und sich mal ein Beispiel an denVietnamesen nehmen: Immer schön Leistung, immer diszipliniert und stickum. Und außerdem: Diese Schreiberlinge müssen jeden Tag eine ganzeZeitung voll kriegen. Die haben halt eine griffige Formulierunggesucht, die Armen. Ja und? Ist es schon zu viel verlangt, dassMenschen, die ihren Lebensunterhalt mit schreiben bestreiten, ihrenJob gefälligst vernünftig machen? &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Natürlich ist der Begriffungeheuer griffig und war ganz bestimmt auch nicht bös gemeint. Nurunglaublich unsensibel und ebenso entlarvend. Stellen wir uns einmal vor –hypothetisch, ich will nichts beschreien! - es gäbe in der Türkei  einenationalistische Terrorgruppe, die eine Reihe von deutschen Touristenin beliebten Ferienorten ermordet hätte und die dortige Presse würdedas 'Kartoffel-Morde' nennen oder so ähnlich. Weil's halt so locker rüber kommt und so griffig ist. Das empörte Rauschen im deutschenBlätterwald wäre wahrscheinlich kaum auszuhalten.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das kommt davon, wenn BWL daswichtigste Studienfach ist und Journalisten nur mehr &lt;i&gt;ContentManager&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2187329358911176030?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2187329358911176030/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/wenn-die-journaille-sich-mal-locker.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2187329358911176030'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2187329358911176030'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/wenn-die-journaille-sich-mal-locker.html' title='Wenn die Journaille sich mal locker macht'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2483115309103511067</id><published>2011-11-17T10:04:00.001+01:00</published><updated>2011-11-23T11:20:32.584+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Brain Farts'/><title type='text'>Brain Farts, 17.11.2011</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;Überraschende Erkenntnisse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Das Jahr neigt sich dem Ende. Fassen wir daher die Erkenntnisse einmal zusammen, zu denen einegroße Regierungspartei im bisherigen Verlauf des Jahres 2011 gekommen ist:&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Atomenergieist doch nicht so voll sauber und harmlos wie angenommen. Und erneuerbareEnergien sind nicht nur das Produkt der kranken Hirne langhaariger linksgrünerSpinner.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Mindestlöhnesind eventuell, zumindest im Prinzip und hypothetisch, doch nicht der ersteSchritt auf dem direkten Weg in den Kommunismus.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&amp;nbsp;RechterTerror wird nicht etwa planlos von ein paar strammen Lausbuben verübt, die einBier zu viel hatten und denen infolgedessen ein wenig die Hand ausgerutschtist, sondern es gibt tatsächlich rechtsterroristische Strukturen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Wow, was kommt als nächstes? Dass die FDP vielleicht doch kein so besonders guter Koalitionspartner ist undschwarz-gelb bislang ein ziemlicher Griff ins Klo? Warten wir’s ab, sechsWochen hat das Jahr schließlich noch.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Damit die Bäume aber nicht vollends in den Himmel wachsen,stellte der bayerische &lt;a href="http://www.taz.de/Kolumne-Wortklauberei/%2182026/"&gt;Innenminister Herrmann&lt;/a&gt; vorsorglich schon einmalklar, die Vorwürfe, man habe in Bayern zu wenig gegen rechts getan, seienabsurd und die Morde und Anschläge in Thüringen dürften keine &lt;a href="http://www.bayern-gegen-linksextremismus.bayern.de/"&gt;Verharmlosung&lt;/a&gt;des Linksextremismus zuFolge haben.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Immer wieder schön zu sehen, dass es noch Menschen gibt, dieechte Probleme haben.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Das Gehabe der Relativierer und Verharmloser erinnert aneinen alten Witz aus der Zeit des Kalten Krieges: &lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;Eine Delegation amerikanischer Geschäftsleute ist in Moskauund wird von einem ausgewählt linientreuen KP-Genossen in der Stadtherumgeführt. Besonders stolz ist der auf die U-Bahn. In einem besondersprächtigen Bahnhof hält er lange Monologe über die edlen Materialien, dieverbaut worden sind, die luxuriöse Ausgestaltung und weiß über jedes noch sokleine Detail eine Anekdote zu erzählen. Irgendwann wird es einem derinzwischen reichlich gelangweilten Amerikaner zu bunt und er sagt: „Das ist jaalles ganz nett hier, guter Mann. Wirklich sehr eindrucksvoll. Aber wir sindjetzt seit fast einer Stunde hier und ich frage mich, warum während der ganzenZeit nicht ein einziger Zug gefahren ist.“ Darauf der Parteifunktionär: „So?Und warum werden bei Ihnen die Neger diskriminiert?“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;Nette Hotline&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Da hatte ich mir am Freitag im Verbrauchermarkt meinesVertrauens für einen Spottpreis FIFA 10 für PC besorgt und mich als einstmalspassionierter Zocker mal wieder auf ein Wochenende fröhlichen Daddelns wie inalten Zeiten gefreut. Ja, ich weiß, das ist nicht die aktuelle Version, abererstens bin ich nicht Krösus, zweitens habe ich noch ein Leben, weshalb ich nur ein wenig meinen Spaß zwischendurch haben möchte und nichtgleich in virtuellen Ligen spielen muss.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Leider entpuppte sich das Vorhaben als problematisch, denndas Game wollte nicht so wie ich. Nach unzähligen Versuchen, beim CustomerSupport von Electronic Arts jemanden an die Strippe zu bekommen(glücklicherweise keine Abzock-Nummer, sondern eine stinknormale Telefonnummerin Köln), bekam ich tatsächlich einen freundlichen Menschen an den Apparat, dersich meiner annahm. Nach zehn Minuten hatten wir alle technischen Kniffe – dieich schon ausprobiert hatte – durch und es blieb nur noch übrig, dass das Teilschlicht mit Windows 7 nicht vernünftig läuft. Weil aber Windows 7 nicht beiden Systemvoraussetzungen auf der Packung steht, konnte man mir da leider nichthelfen. Dem armen Mann schien das ehrlich unangenehm zu sein. Zum Schluss gaber mir noch einen kleinen Tipp:&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;ICH: „Hm, könnte es sein, dass die PC-Versionen von FIFAeinfach schlampig programmiert sind, weil die Konsolenversionen dasHauptgeschäft sind?“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;HOTLINE: „Da will ich nicht widersprechen. Jetzt mal ganzunter uns: Sehen Sie zu, dass Sie irgend eine günstige Kopie von &lt;i&gt;Pro EvolutionSoccer 2011&lt;/i&gt; bekommen und FIFA 10 vertickt kriegen. Müsste es auch für einenZehner geben. Ich spiele selber Fußball am Rechner und FIFA ist einfach Müll.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;ICH: „Aha, ich bin da nicht so informiert, aber PES hatmeines Wissens nach kaum Vereinslizenzen.“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;HOTLINE: „Das ist kein Problem. Im Netz gibt’s jede Mengevon Nutzern gemachte Patches und Updates, da ist ne riesige Moddingszeneunterwegs. Ich sag’ ihnen mal ein paar Adressen...“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Eines der herrlichsten Gespräche mit einer technischenHotline, das ich jemals geführt habe. Endlich mal echte Beratung anstatt desüblichen Service-Sprech, wundervoll! Und das bei einem der größtenSoftware-Publisher der Welt, einem Dampfer des Bösen, wo man eigentlich erwartet,nur an vorprogrammierte Plappermaschinen zu geraten.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;Eine Bitte&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Zum Schluss noch eine kleine Bitte: Würde sich bitte einfreundlicher Bombenleger, islamistischer Selbstmordattentäter oder SerienmörderMaxens und Maries annehmen, dem über alle Maßen nervigen &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=TUfp48GmWP8"&gt;Yuppiepärchen&lt;/a&gt; mit demmittelalterlichen Weltbild aus dem allgegenwärtigen Werbespot von check24.de?Klar, das wäre sicher nicht schön, aber wieder einmal das Beste für alle, denndie Welt wäre um eine audiovisuelle Umweltverschmutzung leichter und es gäbeeinen zufriedenen Kriminellen mehr.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Ich bin in meinem bisherigen Leben wahrlich noch nie alsAnhänger des Feminismus auffällig geworden. Aber diese beiden Glücksbärchis,von denen das eine nicht in der Lage ist, ohne Internet Kreditangebote zuvergleichen und das andere sich ein Bein abfreut darüber, wie geil es in den zukleinen Hotpants aussieht, die das eine Glücksbärchi ihr geschenkt hat, machenmich auf meine alten Tage noch zum EMMA-Abonnenten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich wird es sich auch hier um einen verzweifelten Versuch von Werbern handeln, locker, ironisch und witzig rüberzukommen. In den allermeisten Fällen geht das daneben. So auch hier. Oder ich verstehe mal wieder einfach keinen Spaß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2483115309103511067?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2483115309103511067/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/brain-farts-17112011.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2483115309103511067'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2483115309103511067'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/brain-farts-17112011.html' title='Brain Farts, 17.11.2011'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-1952030100153952537</id><published>2011-11-14T16:29:00.001+01:00</published><updated>2011-11-14T16:40:55.822+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><title type='text'>Gelbe Zombies</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Freuen Sie sich auch so? Darüber, dassendlich, nach all den Jahren der Knechtschaft, die uns alleausplündernden und die Luft abschnürenden, die vermaledeiten, unsalle arm machenden &lt;a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-11/koalition-steuerentlastung"&gt;Steuern gesenkt&lt;/a&gt; werden? Haben Sie auch soaufgeatmet? Zum Dank eine Kerze gestiftet in der nächsten Kirche(aus der Sie, der Steuern wegen, ausgetreten sind)? Konnten Sie IhrGlück auch nicht fassen beim Gedanken an  die Reichtümer, die sichin naher Zukunft in Ihrer Brieftasche drängeln werden? Man solltesich diese Nachricht gut merken. Das ist nämlich alles, was die FDPim November 2011 noch auf die Reihe bekommt: Der großen Mutter CDUein paar ebenso sinnlose wie lächerlich Steuersenkungen für wenigeaus den Rippen leiern, damit die Vorsitzendensimulation Röslerquäken kann: „Die FDP liefert!“ Dumm, wenn man sich selbst zurEin-Themen-Partei geschrumpft hat.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Hätte man vor der Bundestagswahl 2009zum Beispiel Guido Westerwelle eine Frage zu politischen Inhaltengestellt, etwa: „Herr Westerwelle, Sie sind als Bundesaußenministerim Gespräch. Die Kämpfe in Afghanistan nehmen an Härte zu undfordern immer öfter Todesopfer, auch bei der Bundeswehr. Was sindIhre Vorstellungen in Bezug auf die weitere deutsche Beteiligung ansolchen internationalen Einsätzen?“, dann hätte seine Antwort mithoher Wahrscheinlichkeit gelautet: „Steuern senken!“ ZurErinnerung: Die Bundesrepublik Deutschland hat einen Außenministerund er heißt Westerwelle – nur für den Fall, dass das inVergessenheit geraten sein sollte. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das ist das, was in Deutschland 2009 aus dem Liberalismus geworden ist. Maßgeblichen Anteil daran hat die rot-grüne Regierung von 1998 bis 2005: Wenn der größteneoliberale Turnover in der jüngeren Geschichte in Form der Agenda2010, die größte Welle an Privatisierungen von Staatseigentum undGesetzen zu Deregulierung von Arbeits- und Kapitalmärkten vonSozialdemokraten durchgeprügelt wird, wer braucht da noch einePartei, deren einziger Daseinszweck während der letzten Jahrzehnteder Kampf für eine neoliberale Wende zu sein schien? &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Seit den 1990ern ist das betriebenworden: Die FDP gab sich als aufrechtes, undogmatisches HäufchenUnderdogs, das gegen einen angeblich heillos aufgeblähten Staat unddessen Regulierungswut tapfer für Privatisierung, Deregulierung,mehr Selbstverantwortung (lies: Sozialabbau), Steuererleichterungenund den schlanken Nachtwächterstaat eintrat. Ein kurzer,antisemitisch angehauchter Flirt mit dem rechten Rand wurde nochabrupt beendet, indem die Reißleine nicht gezogen wurde. Man nanntesich keck 'Partei der Besserverdienenden', Spaßbacke Guido machtesich mit Guidomobil, Big-Brother-Auftritt und ganz viel guter Launean die jungen Karrieristen heran und erzählte ihnen, wie vollungerecht es doch sei, dass sie mit ihrem sauer verdienten Geld dieganzen Tagediebe, Minderleister und Hungerleider durchfütternmüssten. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Diese Neuausrichtung ist der FDP nunauf die Füße gefallen. Die neoliberale Agenda steckt, dreißigJahre nach dem Lambsdorff-Papier, immer noch tief in dergesellschaftliche Mitte. Sie wird im Kern von vier der fünf imBundestag vertretenen Parteien und von zahlreichen, finanziellhervorragend ausgestatteten Organisationen propagiert. IhreVerfechter beherrschen nach wie vor die Talkshows, die Institutionenund die Wirtschaftsseiten großer Zeitungen. Ein parlamentarischenArm ist längst überflüssig. Die FDP der letzten zwanzig Jahre hatsich zu Tode gesiegt und hat keinerlei Reserven mehr. Und jetzt, woimmer mehr Menschen immer weniger bereit sind, sich weiter veräppelnzu lassen, steht sie endgültig nackig da. Im Fußball würde mansagen: Die Niederlagen der letzten Zeit waren hochverdient.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;So sehen die kümmerlichen Resteeiner vor langer Zeit in Teilen durchaus honorigen Partei aus, die ihreeinzige verbliebene Aufgabe im „liefern“ sieht, und zwar Begünstigungenund Geschenke für ihre Unterstützer und Spender aus diversenLobbys, in der Hoffnung, irgendwie überwintern zu können, biswieder bessere Zeiten anbrechen. Die größte Schwierigkeit dabei:Solches Geschacher ernsthaft als Politik und als im Interesse desGemeinwohls liegend zu verkaufen. Von der oft behaupteten Wirtschaftskompetenz ist in diesen wirtschaftspolitisch herausfordernden Zeiten ebenfalls nichts mehr zu sehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bei aller Genugtuung und berechtigtenSchadenfreude über die Prügel, die die gelbeIchlingstruppe seit 2009 bezogen hat: Die Ironie ist doch, dasseine politische Kraft, die den um sich greifenden Kontroll-, Verbots-und Sicherheitsphantasien, der Aushöhlung von Datenschutz undPrivatsphäre durch konsequentes Eintreten für Bürgerrechteentgegen tritt, gerade in diesen Zeiten dringend gebraucht wird. DerErfolg der Piraten in Berlin zeigt das. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Trotzdem ist es alles andere alsausgemacht, dass die FDP bei der nächsten Bundestagswahl an der5-Prozent-Hürde scheitert. Diese Partei will um jeden Preis mitredenam Tisch der Regierung, und wenn nur als Zünglein an der Waage. Das wollte sieimmer schon, das steckt ihr in den Genen. Schon 1994 war sietotgesagt worden, schaffte aber, trotz großer Verluste, knapp denWiedereinzug in den Bundestag. Auf dem Sonderparteitag am Wochenendewurden schon die ersten Portionen Kreide gefressen: Wolfgang Kubicki,derjenige Grande mit dem ausgeprägtesten Sinn fürs Populäre, &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-vorstand-kubicki-plaediert-fuer-oeffnung-zur-spd-steinbrueck-ist-ein-guter-mann-1.1187727"&gt;flirtete&lt;/a&gt; bereitsin Richtung Peer Steinbrück und Philipp Rösler forderte eine&lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,797489,00.html"&gt;„kluge“ Regulierung&lt;/a&gt; der Finanzmärkte. Zu befürchten steht, dasssich auch 2013 wieder genug finden, die auf solche Sirenengesängehereinfallen. Abschreiben sollte man diesen aalglatten Vereinjedenfalls nicht.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-1952030100153952537?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/1952030100153952537/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/gelbe-zombies.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1952030100153952537'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/1952030100153952537'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/gelbe-zombies.html' title='Gelbe Zombies'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-8851439429581005177</id><published>2011-11-12T23:14:00.001+01:00</published><updated>2011-11-17T10:38:05.972+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Sahra und Oskar in love</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bombe geplatzt (wenn man zu denMenschen gehört, für die das eine Bombe ist): Sahra Wagenknecht undOskar Lafontaine sind ein Paar. Das ist eigentlich nicht weiter derErwähnung wert, denn es handelt sich um zwei erwachsene Menschen,die das dürfen und die wissen müssen, was sie tun. Die beiden tunnichts Verbotenes und haben sich meines Wissens nach noch nie zuFragen von Moral und Familienwerten geäußert. Weiterhin deutetnichts darauf hin, dass hier ein Abhängigkeitsverhältnis ausgenutztwürde. Spekulationen, was eine so attraktive und intelligente Frauan so einem alten Knacker findet oder umgekehrt, mögen einigevielleicht interessant finden, sind politisch aber völligirrelevant.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Dass sich zuweilen recht ungewöhnlichePaare finden, über die das Umfeld zunächst den Kopf schüttelt,gehört zu den eher alltäglichen Erscheinungen im Leben. Und daherist es schlicht kindisch, von der politischen Klasse zu erwarten, sowas gefälligst komplett zu unterlassen.&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Damit wäre eigentlich alles gesagt.Weil aber einigen ganz harten Antikommunisten wirklich nichts zupeinlich ist, &lt;a href="http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=47816"&gt;ergehen&lt;/a&gt; sich nun einige Kommentatoren darin, wietypisch links so ein fröhliches Über- und Untereinander ja malwieder sei. Von wegen freie Liebe und Anarchie und so und jetztbegönne mal wieder der Untergang des christlichen Abendlandes. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Zur Erinnerung: Die Linke mag soeiniges sein, aber sie ist nun gerade &lt;i&gt;nicht &lt;/i&gt;die Partei, dieVorträge hält über den besonderen Stellenwert von Ehe und Familie.Sie ist auch &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; die Partei, die ein christlichesMenschenbild weder hochhalten noch anderen überstülpen will. OderAnstand und Sitte. Oder die Pflicht zur ehelichen Treue. Das machen,wenn überhaupt, andere. Und in diesen anderen Parteien sindmittlerweile etliche &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff"&gt;prominente&lt;/a&gt; Vertreter auch nicht zum ersten Malverheiratet, wenn sie sich nicht gleich eine &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Seehofer#Privates"&gt;Zweitfrau &lt;/a&gt;halten. Nachden Maßstäben der katholischen Kirche wären die alleexkommuniziert. Käme jemand mit einem Rest an intellektuellerSelbstachtung auf die Idee, eine kinderlose, zum zweiten Malverheiratete &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel#Familie"&gt;Kanzlerin &lt;/a&gt;neuerdings als typisch konservativ zubezeichnen? Oder einen schwulen&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Westerwelle#Privates"&gt; Außenminister&lt;/a&gt; als typisch liberal?&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;War noch was? Ja, ein wundervoller &lt;a href="http://www.jungewelt.de/2011/11-12/015.php"&gt;Beitrag&lt;/a&gt; des geschätzten Wiglaf Droste in der &lt;i&gt;jungen Welt&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-8851439429581005177?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/8851439429581005177/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/sahra-und-oskar-in-love.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8851439429581005177'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/8851439429581005177'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/sahra-und-oskar-in-love.html' title='Sahra und Oskar in love'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2586212920109298456</id><published>2011-11-10T13:18:00.003+01:00</published><updated>2011-11-10T14:01:22.364+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><title type='text'>Der Immer-noch-Ministerpräsident</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Silvio Berlusconi ist mir egal. Politisch gesehen, hat ermit meinem Leben ungefähr so viel zu tun wie der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.Weiterhin ist mir das Privatleben von Prominenten und Politikern so egal, wiees einem in dieser aufgeheizten Mediengesellschaft nur egal sein kann: Man kannnicht immer umhin, es zur Kenntnis zu nehmen, aber das für die Würze des Lebenszu halten und darum einen Riesenwirbel zu machen, wäre bloße Zeitverschwendung, ein sicheres Zeichen, dass man wirklich nichts Interessantes mehr hat im Leben.Nein, so lange sie sich nicht den Moralapostel spielen, müssen Politiker im Privaten keinen vorbildhaften Lebenswandel pflegen. Wer zum Leben unbedingt Politiker als Vorbilder braucht, dem ist nicht mehr zu helfen undfür Heiliges sind Religionen zuständig.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Dass der Mann hochgradig mafiös vernetzt ist, einselbstherrlicher Scheißebauer, ein suchthafter Mädchenbefummler, einüberkompensierender napoleonischer Chefzwerg und dass er aufinternationalem Parkett ungefähr das diplomatische Feingefühl eines Presslufthammers an den Tag legt,all das ist schon hundertfach ausgebreitet worden, und es aufs Neue zu tun,hieße, ihm zu viel der Ehre angedeihen lassen. Analysen, wie sehr die ÄraBerlusconi die politische Kultur beschädigt hat – und das hat sie – sie werdenab jetzt zur Genüge zu lesen sein. Auch wird zu lesen sein, was die langeRegierungszeit dieser Gestalt über unsere heimlichen Erwartungshaltungen anPolitik, vielleicht gar unsere Sehnsüchte aussagt. Das mögen die verfassen, diesich dazu berufen sehen, beziehungsweise von ihrer Chefredaktion dazu berufenwerden. Ich bin weder Politologe noch Soziologe und erst recht kein Psychologe.&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;In einem Akt unverdienter Milde könnte man versuchen, ihm immerhinzugute zu halten, was die Bayern – in katholisch-barocker Tradition Italienimmer schon näher als der Rest der Republik – für solch halbseidene Gestaltenals Kompliment im Köcher haben: »Aber a Hund is er scho’!« Noch nicht mal daspasst: Denn dazu ist alles an dem Mann ent- weder zu viel oder zu wenig: Zu wenig diskretseine Bunga-Bunga-Partys, zu parvenühaft sein protziger Lebensstil, zukomplexbeladen seine Unfähigkeit, in Würde zu altern, viel zu kitschig dieSelbstdarstellung seines Aufstiegs vom Schnulzensänger zum millionenschwerenMedienunternehmer und Politpaten und zu bemüht sein primitiverHaudrauf-Humor. Nein, Berlusconi ist im Kreise der Regierenden immer dasgewesen, was der besoffene Onkel aus Dingsda auf Familienfeiern ist: Irgendwannschauen alle betreten zu Boden, wenn er den Mund aufmacht und die Kinder werdenhastig raus zum Spielen geschickt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Der Fairness halber sei aber angemerkt, dass dieses politischeUnding immerhin einen lichten Moment hatte. Ein Mal, ein einziges Mal in der ganzen Zeit,da traf er den richtigen Ton: Es war seine unmittelbare Reaktion auf dieAnschläge vom 11. September 2001 (nicht die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi#Polarisierungen"&gt;späteren&lt;/a&gt;, umstrittenen Äußerungen, die zu recht zerrissen wurden). Er sagte sinngemäß,das sei ein Krieg von Leuten, die in Zelten leben, gegen Leute, die der Weltdie Renaissance gebracht hätten. Dann ging er zum Mittagessen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Natürlich war auch das hochtrabend, ignorant, rassistischund undiplomatisch. Anmaßend sowieso, sich die Renaissance als persönlichesVerdienst ans Revers zu kleben. Aber, so seltsam es klingt, es war genau dierichtige Antwort. Alle anderen gaben sich geschockt damals; sie waren betroffen,traurig, ratlos und drückten ihr Mitgefühl aus. So menschlich verständlich und angemessendas gewesen sein mochte, haben sie damit nur dem Triumph derjenigen, die überdas Massaker jubelten, noch weitere Nahrung gegeben. Berlusconi aber sagteihnen furztrocken: Was denn, mehr habt ihr nicht drauf? Hochhäuser einäschernkann doch jeder Trottel mit Internetanschluss. Und bis ich ein gutes Essensausen lasse, da muss schon mehr passieren. Der Mann hat eben immer schongewusst, wie man mit Schwerverbrechern redet.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Eine Fußnote der Geschichte nur, natürlich. Dassprichwörtliche Korn, das vom blinden Huhn durch Zufall gefunden wird. Diestehen gebliebene Uhr, die zwei Mal am Tag zwangsläufig die richtige Zeitanzeigt, mehr nicht. Ansonsten ist die Ära Berlusconi ein Beispiel dafür, waspassiert, wenn Superreiche, die meinen, über den Gesetzen zu stehen, ein ganzesGemeinwesen kapern.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;Noch (Stand: 10. November 2011) ist er im Amt. Und wir habenimmer gedacht, Kohl klammere sich an die Macht.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2586212920109298456?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2586212920109298456/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/der-immer-noch-ministerprasident.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2586212920109298456'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2586212920109298456'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/der-immer-noch-ministerprasident.html' title='Der Immer-noch-Ministerpräsident'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-2037439716641826087</id><published>2011-11-08T18:29:00.000+01:00</published><updated>2011-11-09T15:08:44.843+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Fröhliches Begriffe besetzen. Heute: Minijob</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wenn Personen des öffentlichen Lebensbestimmte Ausdrücke verdächtig häufig benutzen, dann kann das natürlich einfachbedeuten, dass sie gerade ein tolles, neues Wort gelernt haben. Man denke nur an &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/politik-und-internet-mein-neues-leben-unter-piraten-11493287.html"&gt;Peter Altmaier und 'Twitter'&lt;/a&gt;.Wahrscheinlicher ist, dass eine von Beratern und Referentenausbaldowerte Strategie dahinter steckt, diesen speziellen Begriff ineinem bestimmten Konnotationszusammenhang zu bringen. Um ihnüberhaupt erst zu etablieren, ihn umzudeuten oder ihn in einempositiven Licht erscheinen zu lassen. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ein Beispiel ist der Begriff 'Minijob'.Klar, er kommt zunächst leichter von den Lippen als 'geringfügigesBeschäftigungsverhältnis' oder 'Arbeit auf 400-Euro-Basis'. DieseWort- ungetüme zu ersetzen gegen das weit harmloser klingende 'Minijob'ist aber auch aus anderen Gründen von Vorteil:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Arbeitsministerin von der Leyen beispielsweise saß letztens in einer Talkshow und ritt auffällig oftauf der Vokabel herum, wobei sie immer auch die Vorteile pries. Und,mal unter uns: Klingt er nicht niedlich, der Minijob? Erinnert anMinipizza, Minimax, Minirock, Miniportion, Mini Playback Show, MinnieMaus, Minigolf und die angefangene Packung Super Mini-Dickmann's im Kühlschrank. Alles positive Assoziationen. &lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nun haben solche Jobs zweifellos ihreVorteile: Wer einfach nur unbürokratisch an etwas Geld kommen mussund sich an ein, zwei Abenden oder am Wochenende was dazu verdient,wäre gestraft, wenn er deswegen zusätzlichen Aufwand bei derSteuererklärung hätte. Schüler und Studenten können flexibel anein paar Flocken mehr kommen. Auch für Unternehmer, die sich einesozialversicherungspflichtig beschäftigte Kraft wirklich nichtleisten können, kann das ein Segen sein. Das alles ist unbestrittenund wäre, wenn es nur eine Möglichkeit unter mehreren wäre, Geldzu verdienen, auch kein Problem.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Es ist aber ein Problem, wennmassenweise gut abgesicherte Vollzeitarbeitsplätze in solche Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden, wiedas in den letzten Jahren Mode geworden und in einigen Branchen fast schon zumRegelfall geworden ist. Man schaue sich um, wie vieleEinzelhandelsketten, die während der letzten zehn Jahre stetigsteigende Gewinne zu verzeichnen hatten, nur noch Beschäftigte auf 400-Euro-Basis einstellen, um die Personalkosten noch weiter zusenken. Auch öffentliche Arbeitgeber haben längst alle Skrupelabgelegt: Im September diesen Jahres wurden in meiner Heimatstadtalle Reinigungskräfte für öffentliche Gebäude (Ämter, Schulen,Bäder) entlassen und dafür 400-Euro-Kräfte eingestellt. Dasgeschah weitgehend geräuschlos und ist inzwischen offenbar so normal geworden,dass das noch nicht einmal der örtlichen Lokalpresse eineKurzmeldung wert war. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Die Liste dieser Ungeheuerlichkeitenkönnte man beliebig verlängern. Aber sie klingt ja so nett, dieVokabel Minijob. Ohh, schau mal, der süße, kleine Minijob. Istklein, das Herzchen rein und tut niemandem was zuleide. Möchte man ihn nicht knuddeln und lieb haben? Die traurige Wahrheit hinter solchem Kuschelsprech ist oft, dass ganzeGesellschaftsschichten, die eben keine regulären Vollzeit- undTeilzeitalternativen mehr haben, notfalls durch SGB-II-Sanktionenbewehrt, weiter in Prekarisierung und Armut getrieben werden. Und daist dann Schluss mit niedlich.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-2037439716641826087?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/2037439716641826087/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/frohliches-begriffe-besetzen-heute.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2037439716641826087'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/2037439716641826087'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/frohliches-begriffe-besetzen-heute.html' title='Fröhliches Begriffe besetzen. Heute: Minijob'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-4223963388814300567</id><published>2011-11-06T16:33:00.004+01:00</published><updated>2011-11-06T17:49:13.691+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='allgemein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sonstiges'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Ein bescheidener Vorschlag</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Tja, wie können wir der griechischenWirtschaft unter die Arme greifen? Mir ist da letztens etwasGroßartiges eingefallen (ich gebe zu, die Idee ist nicht wirklichvon mir, Wilfried Schmickler hat vor ein paar Jahren bereits &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=lip7T352jC4"&gt;etwas ähnliches&lt;/a&gt; vorgeschlagen): Wenn man bedenkt, dass Griechenland außer Olivenöl noch sonniges Wetter und Inseln im Überfluss hat, wäre es da nichtein Gedanke, ein paar dieser Inseln zu einen angemessenen Preis zupachten und als Deppeninseln zu benutzen? So als eine Art nettesGuantanamo? Wenn ich was zu sagen hätte in diesem Land, dannwürden dort alle zwangsweise hingebracht, die den Alltag  unnötigstressig machen.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Es würde übrigens an nichts fehlen,na ja, an fast nichts: Komfortable Unterkünfte mitSatellitenfernsehen, kostenlose Verpflegung wie auf Kreuzfahrt,gratis Mietwagen und Getränke nach Wunsch. Internet und Telefon gibtes allerdings nur einmal die Woche für eine Stunde unter strengerAufsicht. Apropos Aufsicht: Natürlich wird es Leute geben müssen,die die Inselbewohner freundlich aber bestimmt davon abhalten,ihren neuen Wohnort wieder zu verlassen. Die würde ich aus denReihen der Athener Demonstranten rekrutieren und ihr Gehalt mögefürstlich sein. Nicht nur, weil sie täglich die schlimmsten Kackbratzen um sich hätten, die sich denken lassen, sondern auch alskleine Geste der Entschuldigung für das arrogante deutscheÜberlegenheitsgehabe, das sie über Monate zu erdulden hatten.&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sollte trotzdem jemand diesen hochmotivierten Leuten durch die Lappen gehen, dann würde das nichtsnützen, denn alle würden bei ihrer Ankunft neue Ausweise bekommen,in denen als Nationalität „Deppeninsel“ steht, nebst demVermerk: „Achtung, auf keinen Fall einreisen lassen!“&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer soll nun zum Nutzen aller auf dieseInseln verbracht werden? Für den Anfang schlage ich all jene vor, die...&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;… Statements beginnen mit: „Ichals Leistungsträger arbeite so hart und zahle so viel Steuern, da werde ich doch wohlnoch...“,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… erzählen, sie würden „gern auch einmal ein kühlesBierchen zischen.“,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… sich köstlich über Mario Barthamüsieren,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… Bücher von Hans-Olaf Henkel undThilo Sarrazin verschenken („Hier, solltest du unbedingt lesen. Daredet endlich mal jemand Klartext!“),&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… „shoppen“ für ein Hobbyhalten,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… bei jeder Gelegenheit erzählen,die BILD sei ein Schmierblatt, sie aber seit Jahren jeden Tag kaufen,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… SUVs fahren und sich überSpritpreise sowie zu schmale Fahrspuren beklagen,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… ihre Umwelt mit tiefschürfenden Erkenntnissen nerven, wie: "Eigentlich gibt es in den China-Restaurants bei uns ja gar kein richtiges chinesisches Essen.",&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… auf Konzerten oder beimMusikhören sagen: „Ich kannte die schon, da kannte die ja nochkeiner!“,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… glauben, die Todesstrafe sei einewirksame Abschreckung und würde die Verbrechensrate senken,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;... im Auto mit offenen Fenstern hirnlose Bummsmusik bei 120 Dezibel laufen haben, &lt;/li&gt;&lt;li&gt;… als Arbeitnehmer immer noch dieFDP wählen würden,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… sich regelmäßig Müll wie das&lt;i&gt;Dschungelcamp&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Bauer sucht Frau &lt;/i&gt;anschauen, aber nur, „um aufder Arbeit mitreden zu können“,&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… ihre Mitmenschen davon zuüberzeugen versuchen, dass Gangsta-Rapper, Mickie Krause und MichaelWendler große Künstler seien,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… folgende Wörter im aktivenWortschatz haben: Gutmensch, linkslink, politisch korrekt bzw.Political Correctness,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… einem anbieten, ein persönlichesHoroskop zu erstellen,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… immer montags und nach jedemUrlaub mit ihren Sexgeschichten herumprahlen,&amp;nbsp;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… älter als zehn Jahre alt sindund Diddlmaus-Sachen sammeln,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… meinen, Unternehmensberater seiein seriöser, erstrebenswerter Beruf,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… die Comic-Sans-Schrifttype „vollwitzig“ finden,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… überhaupt Dinge „voll witzig“finden, wie Kringel statt I-Punkte, T-Shirts mit Sprüchen wie „Bierformte diesen wunderschönen Körper“ oder rülpsen und furzen inder Öffentlichkeit,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… satirisch gemeinte Texte mit derÜberschrift „Achtung, Satire!“ bzw. "Vorsicht, Satire!" versehen,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… sich bei Facebook anmelden undein paar Wochen später über fehlenden Datenschutz jammern, wenn derPersonalchef ihre Partyfotos gefunden hat,&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… im Restaurant oder Café dasPersonal anschnauzen, grundsätzlich weder „bitte“ noch „danke“sagen und Mitmenschen nerven mit der Frage: „Wissen Sie eigentlich,wer ich bin?“...&lt;/li&gt;&lt;li&gt;… und natürlich Blogger, die ihreIntoleranz und ihre unterdrückten Aggressionen in Form vonkryptofaschistischen Allmachtsphantasien ausleben und das auch nochlustig finden, weil... Nein, haltstopp! Das ist was ganz anderes.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Gut, Zwangsdeportationen sind nieschön, auch verfassungsrechtlich wäre das heikel. Aber nachAbwägung aller Faktoren würde der Nutzen deutlich überwiegen, dennes käme niemand zu Schaden und allen wäre geholfen. Eine'Win-Win-Stuation', wie die zukünftigen Inselbewohner sagen würden:Die Insulaner könnten den ganzen Tag lang ihre Marotten pflegen undsich gegenseitig auf die Nerven gehen, während wir hier in allerRuhe unserem Tagwerk nachgehen könnten. Gesünder wäre es auch:Alkoholismus und Bluthochdruck würden der Vergangenheit angehören,denn wir müssten nicht mehr andauernd gegen das Verlangen ankämpfen,Ohrfeigen zu verteilen. Allein mit den eingesparten Gesundheitskostenließe sich das Projekt locker finanzieren.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1438423604497219591-4223963388814300567?l=fliegende-bretter.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/feeds/4223963388814300567/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/ein-bescheidener-vorschlag.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4223963388814300567'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1438423604497219591/posts/default/4223963388814300567'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://fliegende-bretter.blogspot.com/2011/11/ein-bescheidener-vorschlag.html' title='Ein bescheidener Vorschlag'/><author><name>Stefan Rose</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04272364358023398360</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1438423604497219591.post-7447657969508834685</id><published>2011-11-03T07:41:00.000+01:00</published><updated>2011-11-03T18:12:45.004+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Geschichte für Dummies</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;p { margin-bottom: 0.21cm; }&lt;/style&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Hape Kerkeling hat dasKunststück hinbekommen, nicht nur vor zwanzig Jahren mal sehr witziggewesen zu sein, sondern auch, es bis heute fast ohne Unterbrechunggeblieben zu sein. Ob man ihn mag oder nicht, der Mann kann zweifellos was.Das deutsche Fernsehen war wohl nie innovativer und anarchischer alsvon 1989 bis 1991 in der von Kerkeling und seinem alten MitstreiterAchim Hagemann entwickelten Show &lt;i&gt;Total Normal&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;.&lt;/span&gt;Vielleicht ist er der letzte echte Showmaster und Conferencier alterSchule, den es in Deutschland gibt. Einer, dem man ein Mikro in dieHand drücken und den Auftrag geben kann, eine voll besetzte Halleohne Skript zwei Stunden lang bei Laune zu halten. Kerkeling würdeaus dem Stegreif vermutlich um Längen Besseres abliefern alsHeerscharen bestens vorbe- reiteter Moderatoren mit Stapeln vonAblesekärtchen. Welcher Teufel diesen an sich fähigen undinstinktsicheren Menschen geritten haben mag, in der sechsteiligenReihe &lt;i&gt;Unterwegs in der Weltgeschichte&lt;/i&gt; als Erzähler undHauptdarsteller zu fungieren, bleibt daher ein Rätsel.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Das ZDF verspricht „Weltgeschichtemit Augenzwinkern“. Das Konzept: Hape Kerkeling nimmt uns wie einMuseumsführer an die Hand und klappert in sechs Folgen wichtigewelthistorische Stationen ab, wobei er in moderner Kleidung entwederdurch historische Stätten oder durch computeranimierte Szenerientapert. Vermutlich hat er sich vertraglich zusichern lassen, seinenHang zum Verkleiden ungebremst ausleben zu können, dennzwischendurch wirft er sich in der Rubrik &lt;i&gt;Hapes Helden&lt;/i&gt; inhistorische Gewandungen, wobei er in bester Beatrix-Tradition auchvor Frauenkleidern nicht halt macht. Ein paar werden das sicher irrelustig finden. Nur: Originell war so was zuletzt vor zwanzig Jahren. &lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="margin-left: 0px; margin-right: auto; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-CabeQzNvYLs/TrG9p2A6_3I/AAAAAAAAACk/A9DCkk6zVJ0/s1600/Kleopatra.jpeg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="223" src="http://1.bp.blogspot.com/-CabeQzNvYLs/TrG9p2A6_3I/AAAAAAAAACk/A9DCkk6zVJ0/s400/Kleopatra.jpeg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Sensationelle Entdeckung: Kleopatra war in Wirklichkeit ein Mann! (&lt;a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/bilderserie/1458880/Unterwegs-in-der-Weltgeschichte%252C-Folge-2?bc=kua884730;kua330&amp;amp;bildIndex=10&amp;amp;flash=off"&gt;ZDF&lt;/a&gt;)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;So richtig unoriginell sind dieverzweifelten Bemühungen der Autoren, unbedingt witzig sein zuwollen. Zum Beispiel beim Soundtrack: Da werden Varus' Legionen zu &lt;i&gt;The End&lt;/i&gt; von &lt;i&gt;The Doors &lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;weggemetzelt&lt;/span&gt;.Hihihi! Und beim Brand von Rom ertönt im Hintergrund &lt;i&gt;Light MyFire&lt;/i&gt;. Höhöhö! Dabei habe ich gar kein Problem mit makabren Pointen; dafür war ich immer schon zu haben. Anstrengend istdie unsägliche Flachheit dieser verschwie- melten Holzhammerklopfer, ausdenen nicht einmal Kerkeling noch eine Prise Charme zu kitzelnvermag. Es wäre möglich, einen Rest Verständnis dafüraufzubringen, wenn es sich um einen der ersten Gehversuche des ZDFhandeln würde, Geschichte auf unterhaltsame Weise einem (noch)breiteren Publikum nahe zu bringen. Ist es aber nicht: Man kann überMaximilian Schell als greisen Erzähler der Reihe &lt;i&gt;Imperium &lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;gewissgeteilter Meinung sein,&lt;/span&gt; aber das Gebotene hatte, bei allemPathos des Vortrags, inhaltlich durchaus Hand und Fuß. &lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;Man muss &lt;i&gt;Imperium&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Die Deutschen&lt;/i&gt;, den jüngsten populärhistorischen Bemühungen des ZDF, bei aller Anfechtbarkeit ihrer grundsätzlichen Ausrichtung, zugute halten, dass die Konzentration auf jeweils einen, wenn auch recht weit gefassten Aspekt (Aufstieg und Fall großer Reiche, Biographien großer Persönlichkeiten) diese Serien davor bewahrt hat, auszuufern. Im Fall von &lt;i&gt;Unterwegs in der Weltgeschichte&lt;/i&gt; hat man darauf verzichtet, und das rächt sich: Wer einfach nur irgendwie die Weltgeschichte in sechs Folgen abhandeln will, ohne irgendeinen roten Faden, muss zwangsläufig ins Beliebige abgleiten. Man versucht das mit schalen Witzchen und dem Charisma der Hauptfigur zu retten. Bis hierher ohne Erfolg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Das alles mag noch Geschmackssachesein. Richtig ärgerlich wird es, wenn in einer Tour uralte Kamellenunhinterfragt wiedergekäut werden: Geschichte wird von großenPersönlichkeiten gemacht, die alten Römer waren dekadent undsexbesessen, gegen Pompeji ist die Reeperbahn eine harmloseEinkaufsstraße und beim Brand Roms klampfte Nero auf der Leierherum, während er Stanzen über Feuersbrünste zum Besten gab wieweiland Peter Ustinov in &lt;i&gt;Quo Vadis&lt;/i&gt;. Damit es nicht immer nurflapsig bleibt, besucht uns Hape auch die Geburtsstätten desChristentums in Jerusalem und ist schwerst ergriffen vom Genius Loci.Auch das Herrmannsdenkmal wird heimgesucht. Es sei in der Kaiserzeitals Symbol germanisch-deutscher Überlegenheit errichtet undbewallfahrtet worden. Kerkelings knapper Kommentar: „Da schaudertes einen.“ Aha.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Sicher, man sollte bedenken, dass dieSendereihe am Sonntagabend ausgestrahlt wird. Dieser Sendeplatz istin erster Linie dazu da, alle, die am Montag wieder arbeiten müssen,mit einem guten Gefühl in die neue Woche zu schi
