Montag, 1. März 2021

Solidaritäts- und Spendenaufruf

 
Nein, nicht fürs 'Neue Deutschland'. Da würde ich erst warten, wie sich das mit der Genossenschaft genau entwickelt.

Bei Onkel Michael bin ich darauf aufmerksam geworden, dass der von mir sehr geschätzte Cartoonist Knut Junker alias Kumi (Facebook, Blog), ein begnadeter Zeichner und aufrechter Streiter für Vernunft, Aufklärung und Wissenschaft, dessen Arbeit mir schon viel Freude gemacht hat, eine fiese Abmahnungssache an der Backe hat, die ihm sein Budget nachhaltig in die Fritten zu hauen droht. Den genauen Sachverhalt schildert er selbst ausführlich in einem Blogbeitrag.

Hiermit sollte es gut sein. Man erlaube mir dennoch ein, zwei Worte: 

Normalerweise finden sich hier keine atheistischen Invektiven a'la 'Religioten' etc. Obwohl ich Agnostiker bin und mir so was normalerweise einigermaßen wumpe ist, mag ich da dennoch nicht einstimmen. Respektlosigkeit und gruppenbezogenes Draufhauen kann ich nicht ab. Zumal radikale Atheisten mir oft nicht minder verspannt erscheinen als religiöse Eiferer. 

Auch habe ich mehr oder minder gläubige bzw. spirituelle Menschen um mich, die mir keineswegs dumm vorkommen, verpeilt oder kleingeistig, mich so sein lassen, wie ich bin und die ich sehr schätze. Die Welt würde kein besserer Ort, wenn ich diese Menschen bekämpfte, niedermachte oder gar verhöhnte und mir auf deren Kosten einen runterholte auf meine vemeintlich höhere Erkenntnisstufe.

Aber alles hat Grenzen. In diesem Sinne!



Nachtrag, 1.3.2021, 22:20:

Soeben erfahre ich, dass innerhalb weniger Stunden genug zusammengekommen ist, um die Gerichtskosten zu decken und noch etwas mehr. Klasse! Ich wollte eigentlich morgen ein Scherflein beisteuern, weil ich eh zur Bank muss, aber das scheint nunmehr unnötig. Danke allen Spendern!






7 Kommentare:

  1. Der Kläger Yannic Hendricks ist in Wikipedia beschrieben.

    Die Anwalts- und Gerichtskosten berechnen sich aus einer Tabelle. Ich glaub nicht so recht, dass Yannic mit gewonnenen 25% seinen Schnitt gemacht hat.

    Zum Thema Werbung für Abtreibung hat Richter i. R. Thomas Fischer einen Artikel bei Zeit Online gebracht. Nicht nur Bezahlschranke, sondern auch Anmeldung mit Gegenleistung Reklametoleranz möglich.

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    1. Nachtrag, Fischer ist Bundesrichter i. R. Nach meiner Erinnerung war er Vorsitzender des 2. Strafsenats am Bundesgerichtshof.

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    2. Aus dem Artikel von Fischer: „Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 98.700 gemeldete Abtreibungen durchgeführt (das entspricht ungefähr 12 Prozent der Lebendgeburten).“ – Ein erklecklicher Prozentsatz. Wir haben eine Vermehrungsrate von (nach Erinnerung) ~1,5; erforderlich für Rentensicherung wäre (nach Erinnerung) >=2,1.

      Ohne Rücksicht auf Yannic, dessen Werturteil ich für mich behalte, verweise ich auf eine morbide Tendenz, Schwangerschaftsabbruch den Grundrechten zuzuschlagen. Sind sie nicht. Man lese in Ruhe das Urteil des BVerfG zur „Fristenlösung“. Dort ist die Sprache von bedingter Straflosigkeit, nicht von Rechtmäßigkeit. Das Grundrecht auf Leben hat Verfassungsrang, und dass der Fötus mit betroffen ist ist halt Element unseres Rechtsstaats. (Den sich manche sehnlichst wünschten wenn sie denn nur könnten.)

      Dass ich bei Kindern generell weiches Herz kriege ist mir nicht zum Vorwurf zu machen. Betrifft auch Föten. Konfliktfälle hab ich schon immer anerkannt, etwa jene ungewollt schwangere 9-Jährige in Brasilien. Hier in Deutschland – international beispielhaftes Gesundheitssystem, Vorbeugung in jeder Apotheke verfügbar – erwarte ich von der Damenwelt ein Minimum an Verantwortung. Ich vermisse es schmerzlich.

      Speziell der letztere Fall (sozial problematische Schwangerschaft) war wohl, was Knut zum Cartoon bewogen hat. Unten im Artikel ist eine gescribbelte Version zu sehen. Urteile jedermann, ob das Cartoon eine Heiterkeit auslöst oder doch eher humorfreier Moral-Aktivismus ist.

      Nachtrag. Was deinen Verhältnis zu Atheisten und Gläubigen anbetrifft – mehr als ich erwartet hätte. Mehr von der Kategorie, dann reichts vielleicht für ein Kompliment.

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    3. Herr Busch, auch wenn Sie hier immer noch unzivilisierterweise herumduzen (was ich nach wie vor hochgradig respektlos finde; eine Haltung, die sich im Übrigen in Ihrem letzten Satz widerspiegelt), mal drei Dinge:

      1. Herrn Fischers mediales Wirken ist mir in gewissen Zügen bekannt. Wurde hier auch schon des öfteren erwähnt bzw. darauf verlinkt. Ihre Nachhilfestunden mögen nett gemeint sein, sind daher aber nicht wirklich nötig.
      2. Ihr weiches Herz ist Ihre Sache, kein Argument und erst recht keine politische Kategorie.
      2. Vielleicht wäre es ferner hilfreich, wenn Sie sich verdeutlichten, dass es nicht zu meinen vordringlichen Lebenszielen zählt, von Ihnen Komplimente zu bekommen.

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    4. Das mit dem eventuellen Kompliment ist nicht als Angebot zu missdeuten. Wir menscheln nicht.

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    5. Zur Vermeidung von Missverständnis Bedeutung des Menschelns. Bezeichnet eine (Un)art, auch in den Unmenschen Menschliches etwas hinein zu interpretieren. Liegt mir von Herzen ferne.

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  2. Bin natürlich auf Knut Junkers Blog gesurft. Speziell die Dankeschön-Seite beweist erfrischend klare Ausdrucksweise.

    Einerseits. Andererseits gendert er. Faszinierend.

    Als ich später anlassbezogen auf eine Definition des Identitätslinken stieß fühlte ich mich spontan dran erinnert.

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