Weil ich vor Jahrzehnten mal Lehrer werden wollte, ist damals pflichtgemäß auch ein zwanzigprozentiges Pädagogikstudium -- offiziell ESL (Erziehungswissenschaftliches Studium Lehramt) genannt -- an mir vorbeigerauscht. Nur weniges ist bis heute haften geblieben. Darunter die Aussage eines damals kurz vor der Emeritierung stehenden Profs, der seit den wilden 68ern vieles gelebt und gesehen, alles Mögliche kommen und gehen gesehen hat. Der meinte zu uns: "Es gibt keine pädagogischen Patentrezepte, denn Menschen kommen zwar gleich zur Welt, sind aber verschieden, das müssen Sie aushalten. Und noch etwas: Sie können tausend Konzepte, Methoden und Modelle im Kopf haben, das mächtigste von allen war, ist und bleibt vorleben."
Nicht immer Kritisches über Politik, Gesellschaft, Medien, Kultur, Essen und manchmal auch Sport
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Dienstag, 5. Mai 2026
Vermischtes und Zeugs (CXLVIII)
Weil ich vor Jahrzehnten mal Lehrer werden wollte, ist damals pflichtgemäß auch ein zwanzigprozentiges Pädagogikstudium -- offiziell ESL (Erziehungswissenschaftliches Studium Lehramt) genannt -- an mir vorbeigerauscht. Nur weniges ist bis heute haften geblieben. Darunter die Aussage eines damals kurz vor der Emeritierung stehenden Profs, der seit den wilden 68ern vieles gelebt und gesehen, alles Mögliche kommen und gehen gesehen hat. Der meinte zu uns: "Es gibt keine pädagogischen Patentrezepte, denn Menschen kommen zwar gleich zur Welt, sind aber verschieden, das müssen Sie aushalten. Und noch etwas: Sie können tausend Konzepte, Methoden und Modelle im Kopf haben, das mächtigste von allen war, ist und bleibt vorleben."
Samstag, 2. Mai 2026
Scheck, lass nach!
Als ich zu Beginn der Neunziger das Studieren begann, tat der Ordinarius für Literaturwissenschaft das, was alle seiner Zunft bei Erstys machen: Ein Einführungsbuch ins wissenschaftliche Arbeiten empfehlen nämlich. In dem von ihm Empfohlenen befand sich eine Passage, in der es sinngemäß hieß, man solle nicht verzweifeln, wenn eine Lehrperson einem die mühevoll verfasst Seminararbeit gnadenlos zerpflücke. Wer mit etwas an die Öffentlichkeit ginge, und auch so eine Prosemiararbeit sei ja ein wissenschaftliches Paper, müsse unter Umständen damit rechnen, dass die Späne flögen. Im Gegenteil sei es im Massenbetrieb Universität geradezu ein Kompliment, wen ein:e Professor:in oder Dozent:in sich die Zeit nähme, eine Arbeit detailliert auseinanderzufieseln.