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Freitag, 2. Oktober 2026

Vermischtes und Zeugs (CLX)


"Das Problem mit der CDU ist: Die wollen nix. Du kannst mit denen nicht verhandeln. Weil sie ja selbst keine Forderungen haben. Es soll einfach alles nur so bleiben, wie es ist." (ungenannter SPD-Abgeordneter)

Sich die zweite Staffel der Dokumentation 'Inside CDU' anzusehen ist insofern lohnend, als dass sie etwas belegt, das viele schon länger ahnen und eigentlich auch alle sehen konnten, die das wollten: Die Unionsparteien sind inhaltlich und programmatisch völlig blank. Sie kennen nur weiter so, keine Experimente und perpetuieren bloß noch ihre Lebenslügen: Wir sind wirtschaftskompetent, solange wir regieren, herrscht Ordnung, wir können mit Geld umgehen, nur wir wissen, wie Verantwortung geht. Solange die CDU gewohnheitsmäßig Ergebnisse von 30 bis 40 Prozent einfuhr, war das auch kein Problem. Aber jetzt, da sie vielleicht zum ersten Mal in ihrer Geschichte wirklich sagen müsste, was konservativ heißt in diesen Zeiten, eigentlich ja eine sehr spannende Frage, ist sie völlig hilflos. Das Problem der CDU reicht also deutlich weiter als zur Bürotür von Friedrich Merz.

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Als sicheres Zeichen dafür, dass die Moderne vorbei ist, kann man die Tatsache nehmen, dass Neuentwicklungen das Leben nicht mehr leichter und angenehmer machen, sondern komplizierter. Wegen Optik und schick. Nehmen wir Duschkabinen. Die waren mal sehr praktisch, weil sie nach Erfindung der Stehdusche für daheim das zuständige Personal/die Zugeh- oder Hausfrau davon entbanden, jedes Mal durchzuwischen, wenn jemand geduscht und das Badezimmer unter Wasser gesetzt hatte. Duschvorhänge kamen als erstes. Die klebten beim Duschen zwar immer fies am Körper, taten aber ihren Dienst und waren vor allem unkompliziert. Wenn so ein Fetzen irgendwann keimig und siffig wurde, die ersten auf ihm siedelnden Pilze Vornamen und Postleitzahlen hatten, wurde das Teil halt ausgetauscht. Dann kamen Duschkabinen. Die waren insofern ein Fortschritt, als dass nichts mehr am Körper klebte. Und sie waren pflegeleicht. Milchglas. Riffelkunststoff. Strukturoberfläche. Blickdicht und leicht sauberzuhalten. Heute gibt es überall nur noch diese Klarglasverschläge. Wegen schick. Sieht man jeden Tropfen drauf und muss zum Duschabzieher greifen. Duschtassen gibt es auch nicht mehr, sodass man wieder Teile des Badezimmers unter Wasser setzt.

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Ich lehne übrigens die Bezeichnung 'Doku' für seriöse Formate ab. 'Dokus' sind billig heruntergekurbeltes Entertainment, in dem im Zweifel eine Menge Unsinn verzapft wird. Sobald ich Sätze höre wie: "Die Menschen des Mittelalters waren den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert.", schalte ich ab. Dokus und Dokumentation, das ist so wie Senf und Sempf. Senf kann eine Delikatesse sein. Dijon. Monschauer. Colman's. Düsseldorfer ABB. Sempf ist mittelscharfe gelbe Pampe, die aus dem Zehnlitereimer über Billigwürste gekippt wird.

(Ich weiß, es gibt eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen, für die Bautz’ner der beste der Welt ist. Meinen bisherigen Versuchen zufolge ist das auch ein solider, aromatischer Senf, den ich vielen anderen vorziehen würde und definitiv kein Sempf. Man schreibe es meiner inkurablen Westbindung zu, wenn ich dennoch die oben genannten Sorten bevorzuge.)

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Mit den Friseuren fing es an...


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Jetzt machen sie Elif Eralp (Die Linke), Bürgermeisterinnenkandidatin in Berlin, zum Vorwurf, bis letztes Jahr Mitglied im Verein Rote Hilfe e.V. gewesen zu sein. Das sei eine linksextreme Organisation, die Terror finanziere, heißt es. Die Rote Hilfe wird vom Verfassungsschutz beobachtet und in diversen Verfassungsschutzberichten als Verdachtsfall geführt. Die Linke wurde übrigens mehrere Jahre lang vom Verfassungsschutz beobachtet. Ergebnis: Null. Nada. Niente. Verfahren eingestellt. Die 'A'fD wird seit mehreren Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Ergebnis: fünf Landesverbände gesichert rechtsextrem (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen), ein Verdachtsfall (Bremen). Spot the difference!

Zumal in einem Verfassungsschutzbericht zu landen, jetzt nicht so schwierig ist, vor allem für Linke. Die Band 'Feine Sahne Fischfilet' tauchte ab 2012 mehrfach im Landesverfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommern auf. Unterzieht man sich der Mühe, in den Berichten nachzulesen, was diese Schlimmfinger so Übles auf dem Kerbholz haben, fragt man sich, wie in Deutschland jemals etwas wie 'Ton Steine Scherben' möglich sein konnte, ohne dass die sofort hopsgenommen wurden. 'Feine Sahne Fischfilet' räumen ein, früher Aussagen gemacht und Texte geschrieben zu haben, die sie heute bereuen. Womit sie nicht allein sind. Zumal Mitglied einer extremistischen Vereinigung gewesen zu sein, einen nicht a priori für ein politisches Amt disqualifizieren muss. Fragen Sie Herrn Kiesinger.








3 Kommentare:

  1. Wenn schon, denn schon: BürgerInnenmeisterinnenkandidatin.

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  2. Kiesinger war Sozialist wie Hitler. Frag Frau Weidel.

    Dijon-Senf ist natürlich die Nr. 1. Wenn man einmal im Jahr ein Weißwurstfrühstück veranstaltet, muss es Händlmaier sein.

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  3. Konservativ sein heißt in diesen Zeiten, die Politik einer Partei, die ihr Verfallsdatum bereits überschritten hat, noch immer für diskussionswürdig zu halten. Eine schlecht und recht funktionierende Demokratie wie die unsere käme vermutlich auch ohne Christdemokraten aus. Italien zum Beispiel hat deren Verschwinden ganz gut verkraftet. Verschwänden die unseren wäre ich nicht sehr traurig, sondern höchstens ein bisschen neugierig, wohin deren verwaiste Wähler wohl wandern würden.

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