Sonntag, 13. Dezember 2015

Ronny des Monats - Dezember 2015


Ein wenig unheimlich ist mir das schon. Ich meine, da hebe ich letzten Monat diesen neuen Preis für die beste rassistische Einzelleistung aus der Taufe und schon legen sich die Ronnys der Nation so richtig ins Zeug. Die Flut an Widerlichkeiten, die es seit der letzten Verleihung zu verzeichnen gab, spricht da eine deutliche Sprache. Es war so viel los, dass mir die Wahl wirklich schwer fiel und ich Kandidaten, die ich schon sicher auf dem Treppchen glaubte, wieder aus der Wertung nehmen musste. Etwa jenen Bock in Gärtnergestalt, der ausgerechnet am Berliner LaGeSo Securitydienst schob. Oder die besorgten Nachbarn der Erfurter Zahnärztin Kathleen Trobisch, die ihr freundlicherweise dieses Schreiben (fb!) unterjubelten. Und die - hihi! - Ergüsse des renommierten Fickologen Björn H. sind mir natürlich auch wieder durchgegangen. Mist!

Wie gesagt, die Wahl fiel schwer. Hier die Top Five:

Platz 5: Sprechchöre stören Schweigeminute
Offenbar dünken sich gewisse Kreise inzwischen von jeglichen Höflichkeits- und Anstandsregeln entbunden (früher, als die Welt noch in Ordnung war, nannte man so ein Benehmen 'asozial', aber das ist in unseren politisch korrekten Zeiten natürlich verpönt und man wird sofort von rechten Gutmenschen niederrelativiert – wahrlich, es steht schlimm um die freie Rede!). Weil aber noch vergleichsweise harmlos, nur Platz 5.

Platz 4: Ein Weißkittel und sein Hygieneverständnis
Herr Schädlich - herrlicher Name, nebenbei! - ist Arzt und mag keine Ausländer behandeln. Würde er das wollen, so ließ er verlauten, dann wäre er bei 'Ärzte ohne Grenzen'. Zwar gehört der Hippokratische Eid ins Reich der Legenden, aber ich bin mir nicht sicher, ob solche Äußerungen besonders kompatibel mit einer ärztlichen Approbation sind. Oder habe ich mich verlesen und Herr Schädlich ist Arschzt? Für germanische Medizin?

Platz 3: Im Schwimm-KZ
Was daran so toll sein soll, sich Tätowationen verpassen zu lassen, hat sich mir nie so recht erschlossen. Daher habe ich auch keine. Vielleicht ist das der Grund, wieso ich mich frage, wie schmerzfrei man sein muss, um sich ein großformatiges Bild des Torhauses von Auschwitz-Birkenau nebst Motto des KZ Buchenwald auf die rückwärtige Speckrolle tackern zu lassen und das dann im Schwimmbad Gassi zu führen. Überhaupt: Was sind das für eigentlich für Gegenden und Milieus, in denen so was offenbar als weitgehend akzeptiertes Verhalten durchgeht? Da lob' ich mir doch Duisburg-Marxloh.

Platz 2: Böller statt Busse. In Sachsen machen sie ernst. Mal wieder.
Jetzt fliegen also nicht mehr nur Steine, sondern schon Böller. Das ist kein Spaß, denn sogar die legal Erhältlichen können schwere Verletzungen bis hin zum Verlust des Augenlichts hervorrufen. Sie steigern sich in Sachsen, eine Schranke nach der anderen fällt. Schon die Kleinen mischen fleißig mit. Früh übt sich. Ich will um Himmels Willen nichts beschreien, aber es ist gut möglich und würde mich nicht wundern, wenn bald wieder Molotowcocktails flögen. Und hinterher werden die, die diesen Betriebsunfall von einem Bundesland regieren und somit auch die Arbeit der dortigen Polizei zu verantworten haben, wieder sagen, das seien bedauerliche Einzelfälle, keine vorschnellen Schlüsse, das sei eine völlig neue Qualität, das habe man nun wirklich nicht ahnen können, außerdem müsse man die Sorgen und Nöte... *TILT*

Platz 1: Heldenmut gegen Asylflut
Diese Bewerber auf den Monatssieg sind unmittelbar nach der Verleihung des letzten Ronny auf den Plan getreten und waren damit leider zu spät, um noch in die Novemberwertung zu kommen. Zu mehreren eine schwangere Frau zusammentreten. Mehr muss man nicht sagen. Platz 1, hoch verdient.


Und ein Ehrenronny geht an: Die mecklenburgische Migrationsexpertenfamilie
Ich habe mich nach reiflicher Überlegung entschieden, diese Passage ersatzlos zu streichen. Es ist normalerweise nicht Stil des Hauses, dass Postings im Nachhinein so stark gekürzt bzw. so erheblich geändert werden, es erschien mir in diesem Fall aber geboten. Eine ausführliche Erklärung folgt in Kürze.


2 Kommentare:

  1. Shice. Wieviel kostet es nochmal seinen Namen ändern zu lassen pro Buchstabe? 5000? Ein nicht brauner Ronny. :(

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    1. Lass' mal stecken! Niemand hat etwas gegen Ronnys, die sich integrieren und sich zivilisatorischen Mindeststandards anpassen. ;-)

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