Samstag, 3. Juni 2017

Ein großer Europäer


(unter anderem)

Angesichts der Performance des Oberprolls im Weißen Haus, sind die ersten Kommentatoren kurz davor zu fragen, wo ein Lee Harvey Ostwald ist, wenn man ihn mal braucht. Ich dagegen sage: Lasst Donald Trump noch ein bisschen weitermachen. Denn sein Wirken ist in vieler Hinsicht segensreich. So lange der Atomkoffer bloß eine Attrappe ist.

Ein Schwank aus der Kindheit: In einem Bayernurlaub setzten die Eltern meine gleichaltrige Cousine und mich auf den Rücksitz und karrten mit uns gen Großglockner-Hochalpenstraße. Die Anreise fanden wir doof. Stundenlanges, totenödes Autofahren im Sommer. Für die Schönheiten der Kärntner Landschaft hatten wir keinen Blick. Die Straße selbst mit ihren Serpentinen war schon unterhaltsamer. Der Ausblick auf der Franz-Josephs-Höhe dann faszinierte mich zutiefst. Eine schneebedeckte Bergwelt. Mitten im Sommer. Wahnsinn! Dann hob mein Vater mich hoch, damit ich auf den riesigen Pasterzen-Gletscher schauen konnte. Da waren sogar Skifahrer zu sehen. Irre! Wer heute dieselbe Tour unternimmt, sieht nur noch Felsen und bei der Suche nach dem Gletscher kann man nur viel Glück wünschen. Die Murmeltiere sind aber noch da.

Mir fehlt das Fachwissen, um wirklich zu beurteilen, ob der Klimawandel nun stattfindet und, wenn ja, ober er tatsächlich vom Menschen gemacht ist oder nicht. Keine Ahnung, ob etwa die unangenehme Affenhitze der letzten Tage Symptom dieses Klimawandels ist oder eine normale Schwankung, die sich im Rahmen bewegt. Eines aber weiß ich ziemlich genau: Ist er kein Fake, der Klimawandel, findet er wirklich statt, und sind wir Menschen daran schuld und unternehmen wir nicht ziemlich schnell etwas dagegen, dann sind dieser Planet und diese unselige Menschheit ziemlich gewaltig am Arsche. Fucked. Royally. Mit Anlauf. Also nur zur Sicherheit und um unserer Kinder willen, sollten wir vielleicht lieber, Sie wissen schon. Sage ich mal so als Kinderloser. In Sachen Klima waren die USA immer die größten Bremser. Jetzt, da Trump aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten ist, hat der vernünftige Teil der Menschheit endlich freie Hand. Ist jedenfalls zu hoffen.

Außerdem ist es, Klimawandel hin oder her, ziemlich unumstritten, weil simpelster Logik geschuldet, dass es sich bei fossilen Brennstoffen um endliche Ressourcen handelt und es daher keine völlig abwegige Idee ist, von unserem Lifestyle des fröhlichen Erdölverbrutzelns langsam mal wieder runterzukommen. Es ist ebenfalls ziemlich klar, dass diese unselige, stetig wachsende Menschheit auch dann gewaltig am Arsche ist, wenn nicht nur wir so weitermachen, sondern auch große Teile dessen, was wir als Dritte Welt bezeichnen, unserem Lebensstil zu frönen begehrt. Oder, dass wir, wenn wir denn schon so leben, als hätten wir einen Ersatzplaneten an der Hand, vielleicht etwas ambitioniertere Anstrengungen unternehmen müssten, um einen zu finden und dann auch zu erschließen. Sogar die Chinesen, für die Umweltschutz während der letzten Jahrzehnte eher ein Hirngespinst dekadenter Westler war, ein lästiges Hindernis beim wirtschaftlichen Aufschwingen, scheinen das inzwischen begriffen zu haben.

(Ich glaube ja, man muss die Auswirkungen von Umweltverschmutzung am eigenen Leibe erfahren und muss selbst erlebt haben, wie sehr Maßnahmen dagegen die Lebensqualität tatsächlich erhöhen, um zu kapieren, dass Umweltschutz eben kein Gedöns ist. Sage ich als Kind des Ruhrgebiets aus Erfahrung.)

Vielleicht musste erst jemand wie Donald Trump daherkommen, um die Menschheit wachzurütteln. Das ist durchaus ernst gemeint.

Sehen wir es doch mal so: Der Mann hat es geschafft, dass auf einmal sehr klar wird, wer einigermaßen ernst zu nehmen und wer eine Blitzbirne ist. Weil einer wie er einen zwingt, Position zu beziehen. Vielleicht musste erst jemand wie er daherkommen, um der Menschheit vor Augen zu führen, dass sie mehr eint als trennt. Dass es keine so irre gute Idee ist, wenn angesichts nur global zu lösender Probleme alle Völkchen dieser Erde sich wieder auf ihre nationalen Identitäten besinnen, sich wieder hinter ihre nationalen Gartenzäune zurückziehen, Grenzen dichtmachen und sich schlimmstenfalls wieder gegenseitig an die Gurgel gehen.

Das Beispiel Trump zeigt sehr schön, was passiert, wenn jemand, der vorgibt, den gesunden Menschenverstand gepachtet zu haben und auf jegliche Diplomatie scheißt, tatsächlich Politik macht. Oder was er dafür hält. Was dabei herauskommt, wenn man sagt: Nun lasst ihn doch erst einmal machen, vielleicht wird es nicht so schlimm, es war doch schließlich auch Wahlkampf. Nein, es wird mindestens so schlimm! Inzwischen ist es ziemlich witzlos, die Fettnäpfchen des Orang-Utans von Washington zu protokollieren. Es macht weit weniger Arbeit, die Tage zu zählen, an denen er ausnahmsweise mal in keines latscht.

Schon jetzt kann man davon ausgehen, dass die Neigung vieler Menschen, noch einmal jemanden zu wählen, der für komplexe Probleme ganz einfache Lösungen anbietet und behauptet, dem Establishment an den Kragen zu gehen, durch Trump auf Jahrzehnte hinweg dem Nullpunkt nahe sein dürfte. Dass immer mehr Wirtschaftsbosse auf Distanz zu Trump gehen, hat ebenfalls einen simplen Grund: Niemand nimmt ihnen mehr das Ammenmärchen ab, dass erfolgreiche Geschäftsleute per se die besseren Politiker seien.  Vielen Dank auch dafür.

Noch etwas hat der Mann in etwas mehr als 100 Tagen geschafft, was niemand anderes hinbekommen hätte: Wir Europäer bemerken auf einmal, dass diese EU trotz aller zweifellosen Webfehler, Macken und Schwachstellen wohl doch keine völlige Schnapsidee ist. Vielleicht musste erst ein kompletter Hirbel wie Trump daherkommen, bei dem man nie so recht weiß, ob es sich bei dem, was er macht, um eine Art politische Performancekunst handelt, oder ob er schlicht ein Vollpfosten ist (zu befürchten steht letzteres), um das so klar herauszuarbeiten. Ein großer Europäer also auch. Der Karlspreis ist ihm nicht mehr zu nehmen.



11 Kommentare:

  1. Ich will hier nicht den Godwin des Monats bekommen, weil ich so früh einsteige, aber wir haben in Deutschland natürlich auch unsere Erfahrungen mit dem "gesunden Menschenverstand" und der "Stimme des Volkes", die man in hohe Ämter und vorbei am Establishment wählt. Da kann man nur auf die Schecks und Bilanzen im US-System hoffen.

    Unabhängig von Evidenz und Blabla lohnt es sich eigentlich immer, umweltfreundlich zu agieren - sagt

    Die Stimme des Volkes (jetzt mit Bauernweisheitenflatrate - nur für kurze Zeit)

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    1. Keine Sorge, hier gibt es nur den Ronny des Monats. Demnächst wieder.

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  2. Du schreibst es selbst; dir fehlt das Wissen, abschließend beurteilen zu können, ob die Sache da jetzt wirklich so ist - und wenn, so dramatisch, wie es allenthalben behauptet wird. Aber: Das kann die "Wissenschaft" ja auch nicht; Klima und Wetter sind chaotische Konstrukte, die sich vor allem mathematisch eben nicht gar Jahre im Voraus berechnen "lassen". Vor allem gibt es in diesem System keine Monokausalität - genau dies wird durch den Tunnelblick auf das böse CO2 aber ständig suggeriert! Da überschätzt sich Menschlein einmal mehr! Es wird (im menschlichen Größenwahn) aber allgegenwärtig so getan, als sei jener in der Lage, das (dazu noch globale, ne Nummer kleiner haben wir es ja nicht...) "Klima" im Guten oder Bösen beeinflussen zu können. Als hätte es reelle Auswirkungen, wenn ein paar Tausend Delegierte (mit Privatjets...) zu Scheinveranstaltungen wie "Klimagipfeln" fliegen, apokalyptische Bilder malen - um der Bevölkerung Angst zu machen, ihr "Schuld" aufzubürden und sie zum Verzicht aufzurufen. Man "einigt" sich auf ein paar symbolische, niemals ernsthaft im kapitalistischen Rahmen zur Durchsetzung gewillte Pseudomaßnahmen zum "Klimaschutz". Und was macht die große Masse? Kauft dann diesen "Mitte"-Regierungen, die den totalen Kapitalismus präferieren dann ab, sie täten gar was Gutes...! Wer erinnert sich nicht an die Fotos von Merkel im orangen Annorak auf Grönland! Überhaupt ist es ja praktisch, dass aufgrund der gewaltigen Zeiträume keine persönliche, empirische Verantwortung besteht... "Was kümmert uns unser Geschwätz von gestern"!?

    Klimawandel ist also heute in erster Linie, trotz aller Pseudowissenschaftlichkeit: Glaube!

    Es ist für mich vor allem interessant, dass so ein Pseudo-Thema wie das über den menschgemachten(?) "Klimawandel" nun genau DAS ultimativ Verwerfliche sein soll, um über die Person Trump den Daumen zu senken. Als gäbe es da nicht wesentlich Bedeutsameres!

    Die Schuldbeladene These vom "Klimawandel" ist eben Neoliberalismuskompatibel; nur deshalb ist dieses Thema in der gesellschaftlichen "Mitte" angekommen - und wird dort schon quasi-religiös vertreten; es besteht ultimativer Bekenntniszwang, um nicht zum Paria zu werden. Man sollte sich einfach mal fragen, warum die Frage des "Klimawandels" so ziemlich das einzige Umweltpolitische, vermeintlich "linke" Thema ist, welches von der Oligarchenpresse dazu auserkoren wurde, prominent bei jeder sich bietenden Gelegenheit propagiert zu werden? Weil diese Mietmäuler etwa selbst "Angst" vorm Klimawandel hätten? Das ich nicht lache. Meine Güte - es wird wärmer. Wie katastrophal - als hätte es z. B. die Mittelalterliche Warmzeit nicht gegeben. Wir leben immer noch in einer ausklingenden Eiszeit - tun aber so, als hätte das Temperaturniveau nun auf alle Ewigkeit exakt so zu bleiben, wie es derzeit ist.

    Der Mensch hatte kosmisch die letzten Jahrtausende in diesem Teil der Milchstraße einfach nur Glück, dass ihm größere Katastrophen erspart blieben. Ich persönlich empfände es als großartige Ironie, wenn Menschlein es tatsächlich schaffen würde, der Erde / Natur per "CO2-Reduktion" eine behördlich festgelegte(!) Durchschnittstemperatur aufzuerlegen - und dann zur Abwechslung mal wieder ein gewaltiger Asteroid auf die Erde einschlägt oder im Yellowstone der Supervulkan hochgeht. Dann kann sich Menschlein seine Bemühungen zur Weltklimarettung in die Haare schmieren...!

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    1. Meine Güte! Ich werde ja selten ausfallend, aber das ist mit Abstand der größte Blödsinn, den ich seit langem hier lesen musste. Eigentlich sollte man das Geschwurbel einfach für sich stehen lassen, trotzdem:
      Weil Dennis82, der nebenbei schlauer ist als alle Wissenschaftler dieser Welt, nun also den Klimanwandel blitzgescheit als reines Oligarchen-Pseudothema (komisch, hatte immer gedacht, den Klimawandel zu bestreiten sei im Interesse des Kapitals), als pure Glaubensfrage entlarvt und Ex Cathedra verfügt hat, dass es wichtigeres gibt, etwa dass wir alle sterben werden, soll daraus jetzt bitte was genau folgen? Soll die Menschheit Forschung und Wissenschaft komplett drangeben? Weil eh alles eine neoliberale Lüge ist? Darauf warten, dass wir alle draufgehen?
      Mir geht diese unreflektiert-denkfaule Wissenschaftsfeindlichkeit dermaßen auf den Keks! Natürlich ist Wissenschaft nicht perfekt oder unfehlbar (was im übrigen auch niemand ernsthaft behauptet), und sicher stehen hinter bestimmten Zweigen der Wissenschaft erhebliche finanzielle Interessen (was ebenfalls niemand bestreitet). Nur ist Wissenschaft etwas, von dem die Menschheit eben auch massiv profitiert. Fast alle moderne Technik, Industrie, Medizin etc. beruht nun einmal auf - wissenschaftlicher Forschung. Und nicht auf unsäglichem esoterisch-verschwörungstheoretischem Geraune. Und das sage ich als Nicht-Naturwissenschaftfler!
      Noch einmal, nur so als ganz theoretische Möglichkeit: Was, wenn die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler, die den Klimawandel für real und menschengemacht halten, keine "Mietmäuler" sind? Drauf warten, dass wir alle draufgehen? Die Menschen sind zum Mond geflogen, haben den Verbrennungsmotor und den Computer erfunden. Wieso soll der Versuch, CO2-Reduktion zu erforschen, a priori völlig lächerlich sein?

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    2. @ Stefan Rose: Unterschrieben.

      Außerdem: Ob CO² der einzige Grund ist oder ob da noch mehr reinspielt, ist fast egal. Unbestritten ist CO² der wichtigste Treiber der Erderwärmung. Ebenfalls unstrittig ist, welche rein physikalischen Auswirkungen eine Erwärmung um x,y° hat - Abtauen der Polkappen, der Gletscher und Grönlands, wärmebedingte Ausdehnung des Meerwassers und direkt daraus ableitbar ein Anstieg des Meeresspiegels um z Zentimeter.

      Ob die Erwärmung in den nächsten 100 Jahren nun ein halbes Grad höher oder niedriger ausfällt als man sich das jetzt ausrechnet, ist da fast egal. Und es stimmt, die Modelle sind ungenau, weil es viele Unbekannte in den Gleichungen gibt. Niemand weiß genau, wie es kommen wird. Aber es wird wärmer werden, der Meeresspiegel wird steigen, das Wetter wird extremer werden. Die Folgen werden erheblich sein und einen Großteil zumindest der Küstenregionen direkt betreffen (Das neue Rheindelta bei Köln an der Nordsee, etwas überzeichnet). Das einfach so laufen zu lassen ist unsagbar dämlich.

      Wenn nun der CO²-Ausstoß der wichtigste Treiber der Erderwärmung ist und gleichzeitig großenteils menschengemacht und deshalb auch am ehesten vom Menschen beeinflussbar ist, folgt daraus zwingend, dass eine Reduzierung des CO²-Ausstoßes die einfachste Stellschraube für eine Eingrenzung der Erderwärmung ist. Es ist die einzige nennenswerte Stellschraube, an die wir überhaupt so ohne weiteres drankommen.

      Geo-Engineering birgt ungeahnte Risiken, das kann ganz schnell ganz böse in die Hose gehen. Also bleibt, weniger CO² in die Luft zu blasen. Das wirkt der Erderwärmung entgegen (und wenn die nicht so schlimm wird oder wenn der Anteil von CO² am Klimawandel wider Erwarten doch geringer sein sollte als derzeit vermutet, schadet es nicht) und ist auch ansonsten nicht schädlich. Außerdem sind, wie oben erwähnt, fossile Brennstoffe irgendwann mal alle, da ist es sowieso eine gute Idee, sich da mal langsam umzuorientieren, bevor die Lichter mangels Brennstoff ausgehen und wir im Dunkeln Ersatz schaffen müssen.

      Mir ist unbegreiflich, wie das alles Gegenstand ideologiebasierter Plustereien sein kann. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Sachen Klimawandel sind sicher nicht endgültig, sie werden wachsen und sich auch ändern, aber so ganz völlig daneben dürften sie kaum liegen. Dazu ist die Datenbasis zu breit.

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    3. @Stefan: Meinetwegen. Deine (nebenbei unwissenschaftliche und unsachliche...) überhebliche Antwort (mit der du dir in gewisser Weise ja auf deine vermeintliche Weisheit einen von der Palme schüttelst) ist exemplarisch für exakt diese Art von quasi-religiösem Wahn, der sich inzwischen in der "Mitte" breitgemacht hat. Und in die willst du ja, das wurde hier schon in sehr vielen deiner Beiträge deutlich.

      Du jedenfalls fängst dein überhebliches Gekeife gleich mit Beleidigungen und ad hominem bzw. schon ad personam an. Das tut man in der Regel nicht, wenn man wirklich etwas besser weiß - oder zumindest von seinem Glauben souverän überzeugt ist. Ich maße mir - weil ich diesen Zirkus auch im Hinblick auf die Klimageschichte dieses oder anderer Planeten skeptisch sehe - grade eben nicht an, "schlauer" als alle "Wissenschaftler" der Welt zu sein. Übrigens macht mich grade die Tatsache so skeptisch, dass wissenschaftlicher Widerspruch in dieser Thematik nicht geduldet wird; dabei lebt Wissenschaft vom Zweifeln und der Falsifikation. Aber wehe, man "leugne" (dieses Verb ist kein Zufall...) den anthropogenen Klimawandel. Ja dann holen die Gläubigen gleich die Fackeln und Mistgabeln. Anstatt dem anderen einfach seine Meinung zu lassen...

      Ich weiß aber, dass es z. B. auch mal Stand der Wissenschaft war, die Erde sei eine Scheibe. Und ich weiß, dass meine Eltern in meiner Kindheit Angst vor dem Waldsterben und einer neuen Eiszeit hatten. Heute muss halt die Klimakatastrophe für eine große Zahl von masochistisch veranlagten Weltuntergangsbegeisterten herhalten, um sich für einen besseren Menschen zu halten. Der bessere Mensch, der weiter Obst aus Übersee frisst, in Urlaub fliegt, zwei SUV in den Garagen stehen hat, jedes Jahr ein neues Smartphone kauft und auch sonst dem Materialismus frönt. Aber darauf kommt es ja nicht an; Nein - Hauptsache, wir bekennen uns zur Klimakirche und erkaufen uns durch Heuchelei Absolution...

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    4. Na ja, wer hier arrogant ist und sich für seine Weisheit einen von der Palme wedelt, wie du es so wissenschaftlich formuliertest, halte ich noch für die Frage...

      Zumal ich es für nicht besonders wissenschaftlich halte, ziemlich gut fundierte Erkenntnisse mal eben als bloße Hirngespinste von "Weltuntergangsbegeisterten" abzutun. Auch deine Beispiele sind ein wenig schief. Das so genannte Waldsterben ist nicht von selbst weggegangen, sondern konnte gestoppt werden, weil Wissenschaftler Schwefeldioxide als Auslöser identifizierten und politische Maßnahmen (Rachgasentschweflung) umgesetzt wurden. Dasselbe gilt für das Ozonloch, bei dem wohl (hoffentlich) der Trend umgekehrt werden konnte, weil Wissenschaftler FCKWs als Auslöser identifizierten und die Politik gehandelt wurde.

      Es stimmt zudem einfach nicht, dass Widerspruch nicht geduldet würde. Es gibt sehr wohl Leute, die sich ausführlich und geduldig und immer wieder aufs Neue mit den Argumenten und Anwürfen von 'Skeptikern' auseinandersetzen. Außerdem wird auch umgekehrt ein Schu draus: Es gibt dieses Video mit dem Auftritt von Daniele Ganser an der Uni Witten (glaube ich), in der alle, die ihm widersprachen von dessen Fans niedergebrüllt wurden. Auch ich lasse dir sehr gern deine Meinung, begehre aber die Freiheit zu haben, sie für Bullshit zu halten.

      Weiterhin kann man dein Argument mit der Erde als Scheibe auch umdrehen: Vor über 100 Jahren waren Autos, Flugzeuge, Computer etc. auch bloß Hirngespinste. Hat die Menschheit trotzdem geschafft (ob immer zu ihrem Besten, ist eine andere Frage, alles kann missbraucht werden). Wieso sollte es also lächerlich oder von vornherein sinnlos sein, daran zu forschen, wie wir ohne fossile Brennstoffe klarkommen können?

      Noch einmal: Auf die Frage, was die Konsequenz wäre, wenn die von dir so heftig kritisierte Wissenschaft (über die du dich, dabei bleibe ich, ziemlich erhebst) vielleicht doch Recht hätte, gehst du leider nicht ein.

      Übrigens hat Kollege gnaddrig dir auch noch mal ausführlicher, freundlicher, kompetenter und nüchterner geantwortet als (leider) ich.

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    5. @ Dennis82: Eine so schnelle Erderwärmung hat es, soweit man weiß, noch nicht gegeben. Große, schnelle Schwankungen gab es nach Monstervulkanausbrüchen oder Meteoriteneinschlägen. Ein solches auslösendes Ereignis ist für den gegenwärtig beobachteten Anstieg der Durchschnittstemperatur meines Wissens nicht bekannt.

      Der Zusammenhang der seit ungefähr 100 Jahren an Fahrt gewinnenden Erderwärmung und dem CO²-Ausstoß wird sich schwer wegerklären lassen. Über die Folgen der Erderwärmung bestehen auch wenig prinzipielle Zweifel.

      Damit hat sich das Gerede von der Klimakirche erledigt. Die Erderwärmung findet statt, das kann man schlicht messen bzw. das hat man gemessen. Die beobachtete Entwicklung weiterzurechnen ist prinzipiell kein Hexenwerk, auch wenn es dabei zu Ungenauigkeiten kommt.

      Es geht bei dem Klimatheater nicht darum, sich (durch Heuchelei oder sonstwie) irgendeine Art von Absolution zu erkaufen, sondern den Planeten bewohnbar zu halten. Wenn sich die Erderwärmung nicht stoppen lässt, wird es in ein paar Jahrhunderten vermutlich wenig zu lachen geben auf der Erde.

      Sicher mag es mal Stand der Wissenschaft gewesen sein, dass die Erde eine Scheibe ist. Dann hat man aber weiter beobachtet und festgestellt, dass dem nicht so ist. Spätestens im antiken Griechenland hatten sie den Erdumfang recht genau berechnet.

      Wenn übrigens die katholische Kirche lange ihr geozentrisches Weltbild mit Zähnen und Klauen verteidigte, war das keine wissenschaftlich fundierte sondern eine ideologisch begründete Position.

      Außerdem: Inwiefern wird kein wissenschaftlicher Widerspruch geduldet? Oder: Gibt es überhaupt wissenschaftlichen Widerspruch? Wie sollte der aussehen - wer die Erderwärmung für Hirngespinste erklärt, macht sich angesichts der vielen vorliegenden Daten lächerlich. Aber nicht, weil eine Klimamafia allen Widerspruch im Keim erstickt, sondern weil niemand die Messungen wegerklären kann. Dass man die Theorien der Klimawissenschaftler auf Fehler abklopft und die Modelle nachrechnet, gehört dazu. Und wenn dabei Fehler oder Ungereimtheiten auftreten, müssen die behandelt werden, keine Frage. Ich bin sicher, dass das auch passiert. Wenn das aber keinen Einfluss auf die ganze große Richtung hat, könnte es ganz einfach daran liegen, dass die grobe Richtung im Großen und Ganzen stimmt.

      Dieser Mechanismus lässt sich am von Ihnen genannten Waldsterben sehr schön beobachten. Am Anfang stand die Beobachtung, dass viel Wald geschädigt war und dass die Schäden sich auszuweiten schienen. Dann wurde fieberhaft gemessen und analysiert; man hat Ursachen vermutet, geprüft, revidiert; man hat Maßnahmen zur Luftreinhaltung ergriffen. Die haben anscheinend gegriffen und das Waldsterben ist wohl zum Stillstand gekommen, das Problem gilt offiziell als erledigt.

      Wenn die Maßnahmen gegen die Erderwärmung in den nächsten Jahren ähnlich gut greifen und die Erwärmung zum Stillstand bringen oder zumindest erheblich verlangsamen, wird man mit der Thematik umgehen können wie heute mit dem Waldsterben. Aber bis es soweit ist, sollte man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Das Blödeste wäre doch, wenn es in zwanzig oder dreißig Jahren heißt: Ja, 2017, 18 hättet Ihr noch was machen können, jetzt ist es gekippt und nicht mehr zu halten."

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    6. @gnaddrig: prinzipiell bin ich ganz Deienr Meinung, allerdings ist das Thema Waldsterben nicht ganz das optimale Beispiel. Dadurch, dass die olle Renate das Thema vor etwa einem dutzend Jahren für beendet erklärt hatte fiel es vielleicht aus dem Fokus der Öffentlichkeit. Gelöst ist das Problem (leider) immer noch nicht. Trotz Reduktion des Schwefeldioxidausstosses ist die Schädigung nicht etwa zurückgegangen - sie blieb lediglich auf sehr hohem Niveau stabil

      https://de.wikipedia.org/wiki/Waldsterben

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  3. wenn die Bevölkerungsexplosion nicht endlich gestopt wird nützt die ganze Klimawandelhystrie nichts.Die ein Kind Politik in China war/ist der richtige Weg.FP 2020 (Familienplanung 2020) auch.

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  4. Diejenigen, die meinen "auch früher gab es schon Warm- und Kaltzeiten" sollten sich vielleicht auch mal darüber informieren, was das bedeutete - das olle Wattenmeer gibt es nicht vom Anbeginn der Zeiten! Und dabei handelte es sich um vergleichsweise dezente Änderungen im Klime - das man übrigens nicht in Anführungszeichen setzen muss, weil es exakt definiert ist.

    Als ein Beispiel sei hier die Marcellusflut genannt. https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Marcellusflut

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