Sonntag, 31. Dezember 2017

2017, abgehakt


Ein seltsames Jahr, dieses fast verstrichene 2017. War es nun dasjenige, in dem das Nationale und Autoritäre (AfD, Erdogan, Kaczynski, Kurz, Orban, Trump etc.) endgültig und fürs Erste unwidderuflich sein hässlich Haupt erhob? Oder so gerade noch abgewendet werden konnnte (Macron, van der Bellen)? Das, in dem die Sozialdemokratie endgültig am Arsche war? Die EU jene nicht mehr kittbaren Risse bekam, die sie letzlich sprengen werden? War es das Jahr, in dem Frauen es sich endgültig nicht mehr gefallen lassen (#MeToo)? Oder nix von alledem, sondern nur ein weiteres doofes, zu früh mit Bedeutung überfrachtetes Jahr wie jedes andere? Sind so Fragen, die sich stellen, wenn man das beinahe vergangene Revue passieren lässt, wie's nicht wenige zu tun pflegen in diesen Tagen.

Die Revuepassiererei kann man freilich auch andere für sich erledigen lassen. Etwa von Urban Priol. Dessen alljährlicher Jahresrückblick dürfte hierzulande in satirischer Hinsicht noch der beste sein, so im Sinne des Einäugigen unter den Blinden. Den ebenfalls anschaubaren 'Fresse'-Jahresrückblick von Oliver Kalkofe kann man sich komplett nur ansehen, wenn man in der Lage ist, den neuen, vor nicht abschaltbarer Werbung strotzenden Tele 5-Player zu ertragen. You have been warned. (Und den definitiv besten von allen, den von 'Black Mirror'-Erfinder und -Produzent Charlie Brooker nämlich, den die BBC immer zu Neujahr ausstrahlt, wird als erste Amtshandlung des neuen Jahres hier folgen.)


(Das ist immerhin die 90minütige Version von 3sat. Die komplette dreistündige Version gibt es nur als Audiofassung.)

Eines jedenfalls kann ich sagen: Die Neigung meines ansonsten durchaus geschätzten Umfeldes, zu glauben, man machte mir eine Riesenfreude, wenn man mir die eigentlich ruhige Auszeit zwischen den Jahren mit Terminen, Anfragen, Einladungen und Verpflichtungen vollprötert, hat auch heuer nicht ab-, sondern eher zugenommen. Gut möglich, dass ich den nächsten Jahreswechsel in einer einsamen Hütte in den Bergen verbringe und für niemanden zu sprechen bin. Wenn schon nicht in den Rocky Mountains, weil doch zu teuer, dann vielleicht im Sauerland, wer weiß.

Zum Schluss möchte ich wie jedes Jahr, aber dennoch von Herzen allen, die hier, wann, wie, wie oft und wie lange auch immer, vorbeigeschaut haben, herzlich danken. Fürs Lesen, Loben, Tadeln, Kritisieren, Zustimmen, Ergänzen, Weiterempfehlen und für das gute Gefühl, gelesen zu werden. Es gilt nach wie vor: Ohne euch/Sie wäre das alles hier nichts. Erst recht nicht ohne die zahlreichen geschätzte Mitblogger/innen, ohne die das hier allenfalls der halbe Spaß wäre. Und auch wäre das alles hier nichts ohne Streit, wie er das eine oder andere Mal durchaus heftig passiert ist. Einen guten Rutsch allen, man liest sich in 2018.




5 Kommentare:

  1. Ich wünsche dir ein nagelneues Jahr ohne Mängel. Möge es so groß und schön sein wie im Prospekt beschrieben. Danke, dass du keinen Jahresrückblick gemacht hast. Irgendwann zwischen Jauch im September und Silvester reicht es dann auch mal mit dem Blick in den Rückspiegel.

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  2. Komm gut im neuen Jahr an – und komm gut durch :)

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  3. Frohes neues!

    Das mit der einsamen hütte für den jahreswechsel ist eine extrem gute idee.

    Mein guter vorsatz für dies jahr: ich laß mich in diesem jahr über weihnachchten und sylvester auf der Spreewalddadscha einschneien. Wenn ich dort die ganze zeit damit beschäftigt bin, den alten küchenofen zu heizen, habe ich viel zeit das Wiener Wirtshausgulasch zu kochen, auf das Du letztens hingewiesen hast - dieses rezept ist ideal für einen ort, wo im winter mit dem selben ofen geheizt und gekocht wird.

    Und wenn das auch in diesem jahr mit dem schneien wieder nichts ist, kann ich es leider auch nicht ändern.

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    1. Wirst es nicht bereuen. Ich mache gelegentlich eine auf zwei Tage reduzierte Version und schon die ist besser als alles, was man sonst so als Gulasch bekommt.

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