Dienstag, 25. März 2014

Satire a'la Bourgeoisie


Ist es das Alter? Manchmal verstehe ich's einfach nicht mehr und fürchte, langsam zu einem humorlosen, moralinsauren Mucker zu werden, was ich nie im Leben wollte. Eine Weile hielt sich Kai Twilfers Buch 'Schantall, tu ma die Omma winken!' ziemlich weit oben auf den Bestsellerlisten. Weil mir Bestseller normalerweise so egal sind wie die Essgewohnheiten von Supermodels, bekomme ich so was immer nur am Rande mit. Registriert habe ich es, weil mehrere gleichaltrige Leute aus meinem Umfeld, darunter durchaus gebildete, intelligente und anständige Menschen, von dem Buch als einem der lustigsten schwärmten, das sie seit langem gelesen hätten. Zu Weihnachten bekam ich es von einer lieben alten Freundin geschenkt. Am Wochenende habe ich es endlich zur Hand genommen und fühle mich zur zweiten Buchrezension binnen einer Woche genötigt.

Kennen Sie den? Ein Reicher, ein Mittelschichtler und ein Armer sitzen an einem Tisch. Als jemand einen Teller mit zwölf Keksen auf den Tisch stellt, greift sich der Reiche gleich elf davon und steckt sie in seine Tasche. Dann sagt er zum Mittelschichtler: "Pass' auf! Der Arme da will dir deinen Keks wegnehmen." Wer das für einen gelungenen Witz hält, der die gesellschaftlichen Verhältnisse treffend wiedergibt, sollte 'Schantall, tu ma die Omma winken!' lieber nicht lesen. Denn dann ist es wahrscheinlich, dass man es für eines der ärgerlichsten, infamsten und humorfreiesten Bücher hält, das einem seit langem untergekommen ist.

Worum geht es? Ein Mitarbeiter des Kulturamtes von Bochtrop-Rauxel (haha!) namens Jochen beschließt, für ein Jahr als Sozialarbeiter tätig zu sein, obwohl er weder qualifiziert dafür ist noch die geringste Ahnung von sozialer Arbeit hat. Schon hier könnte man pingelig sein und anführen, dass ein fiktionaler Charakter, der uns etwas über das wahre Leben erzählen will, zumindest halbwegs glaubwürdig sein sollte. Also, wie glaubwürdig ist so ein Setting? Zwar bin auch ich kein Sozialarbeiter, weiß aber genug, um zu wissen, dass der Typ definitiv keinen Schimmer hat. Aber seien wir großzügig.

Unser unerschrockener Sozialarbeiter schildert in acht Kapiteln die Lebensgewohnheiten der Familie Pröllmann (hoho!). Im Zentrum steht Schantall (huhu!) Pröllmann, 24 Jahre alt und allein erziehende Mutter ihres Sohnes Tschastin (hihi!). In diesem Jahr gewinnt er folgende Erkenntnisse über die Unterschicht: Sie ist konsumfixiert, arbeitsscheu, wegen Fastfood meist übergewichtig, trägt und gibt ihrem wegen Kindergeld reichlich vorhandenen Nachwuchs lächerliche Namen, fährt getunte Autos und ist so dumm, dass sie auf jede Abzocke hereinfällt. Außerdem hat sie - shocking! - keine Feierkultur, lebt von Hartz IV und wagt es auch noch, Spaß zu haben. Seine gut gemeinten Versuche, Schantall zum Arbeiten zu bewegen, scheitern allesamt. Als Resümee rümpft er das bildungsbürgerliche Näschen und meint: Hütet euch vor den Prolls, denn ihretwegen geht es abwärts mit Deutschland! Man muss nicht Owen Jones gelesen haben, um das fragwürdig zu finden.

Bei all dem wirkt er wie ein weltfremder Musikprofessor, der einer Hauptschulklasse Kultur beibringen will, indem er ihr Beethovens 'Eroica' vorspielt und fast in Ohnmacht fällt, weil nicht allen sofort der Mund offen steht angesichts der Konfrontation mit diesem Höhepunkt künstlerischen Schaffens. Kunstfigur Jochen lässt keinen Zweifel daran, auf der klügeren, besseren, kultivierteren Seite des Lebens groß geworden zu sein und leitet daraus das Recht ab, Mangel an Bildung und Einkommen allein auf persönliches Versagen zurückzuführen. Sein Credo lautet:

"Dabei geht es mir nicht so sehr um wirtschaftliche Armut, eigentlich kaum existenzbedrohend vorhanden ist [!] und die diesen Familien und Individuen immer wieder nachgesagt wird. Es ist mehr die niveauarme Alltagskultur, die ich als Verfechter des guten Geschmacks verbessern möchte."

Noch ein paar Kostproben? Gern:

"Kinderkriegen schien ihr [Schantall] trotz sehr eingeschränkter Einkommensverhältnisse hip und modern und ab dem gesegneten Alter von 23 auch mehr als überfällig."

"[...] zu einem Zeitpunkt, während [sic!] sich Normalbürger in der gymnasialen Oberstufe noch mit dem mathematischen Kern von Matrizen beschäftigen, Teenies wie Schantall eher mit dem wippenden Kern von Matratzen zu tun haben … Zudem wird die gymnasiale Oberstufe von Leuten wie den Pröllmanns gern mit Orten wie Tschernobyl oder Fukushima verwechselt."

"[…] die im Hause Pröllmann vorhandene Anzahl an Geschirrstücken aus Porzellan entspricht in etwa der der vorhandenen Bücher im Wohnzimmer. Also irgendwas zwischen zwei und fünf."

Und so weiter. Im Kern nichts anderes als diese Sozialpornos, die uns diverse, nicht nur private Sender und nicht nur Boulevardmedien Tag für Tag hereinschrauben, auf dass die von Abstiegsangst gebeutelte Mittelschicht sich auf Kosten Schwächerer sich einen runterhole auf die eigene Großartigkeit und immer weiß, wer an allem schuld ist. Ferner könnte man wieder pingelig sein und fragen, ob dem tapferen Sozialarbeiter bewusst ist, dass man auch aus anderen Gründen als aus Faulheit oder wegen eines zu niedrigen bzw. fehlenden Schulabschlusses zur Unterschicht gehören kann. Oder ob er schon einmal davon gehört hat, dass man in Agenda-2010-Land mittlerweile sehr wohl arm sein kann, obwohl man sich in Vollzeit die Hacken blutig arbeitet. Zu lesen ist davon jedenfalls nichts.

Handwerklich ist das übrigens auch schlecht gemacht. Abgesehen von Plumpheiten wie denen, alle exotischen Namen streng phonetisch zu schreiben, strotzt das Buch des "Lachbuchautors" (höhö!) nur so vor bemühtem Lustigsein und unnötig geschraubter Sprache bzw. schiefer Semantik. Nicht nur deswegen habe ich trotz anfänglichen Bemühens, das bald zunehmendem Ärger wich, an keiner einzigen Stelle dieses Machwerks auch nur ein Lächeln zuwege gebracht. Die Rückseite des Paperbacks hätte eine Warnung sein müssen. Dort feiern BILD und WAZ das Werk nämlich als "Satire".

"Du bist echt voll humorlos. Satire darf doch alles.", höre ich die Twilfer-Fans förmlich jallern. "Auch wenn es dir Gutmenschen vielleicht nicht passt, was er schreibt." Ah, so siehst du aus, Freundchen! Wenn der olle Tucholsky wüsste, wer ihn inzwischen alles im Munde führt, wenn es gilt, irgendwelche menschenfeindlichen Frechheiten zu legitimieren und für Satire auszugeben - die Erde würde beben, weil er so heftig im Grab rotierte. Aber schön, wenn das so ist, dann darf ich das, was Twilfer darf, schon lange: Ihn für das typische Mitglied einer weitgehend empathiefreien geistigen Unterschicht mit Abitur und höherem Einkommen zu halten, die es für ihr armseliges kleines Ego nötig hat, auf Schwache einzudreschen und sie dem allgemeinen Gespött preiszugeben.

Leider macht eh sich kaum jemand die Mühe, Tucholskys Essay, in dem die viel zitierte Textstelle auftaucht, komplett zu lesen, obwohl es gar nicht so lang ist. Dort heißt es: "Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend." Satire darf also nicht einfach nur alles, sondern ist auch eine Frage des Standpunkts und der Perspektive. Sie ist die Waffe der Ausgebeuteten und Unterdrückten, mit der sie den Mächtigen an den Hals gehen können. Twilfers Buch hingegen ist bloß Zucker fürs Gemüt derjenigen, die glauben, der eigentliche Krake sei der Sozialstaat.

Fürwahr, ein mageres Witzblatt von 218 Seiten. Oder ich bin einfach nur humorlos?


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Kai Twilfer: Schantall, tu ma die Omma winken! Aus dem Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2013, 218 S., 9,95 €


Kommentare :

  1. Natürlich darf man über alles und jeden Witze machen. Jeder darf das, genauso wie das jeder scheiße finden darf. Wenn man einmal anfängt, derlei Grenzen zu ziehen, dann sind wir irgendwann folgerichtig bei der verbotsbewehrten Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole durch Satire, weil sich auch das nicht schickt und irgendwen in seinen Gefühlen verletzen könnte.
    Diese Gesellschaft macht einen großen Fehler, indem sie zunehmend Bereiche in Watte packt und damit Auseinandersetzungen im Mehltau erstickt. Die Folge sind irgendwann meinungsregulierende Gesetze, weil sich die Menschen nicht vorschreiben lassen wollen, über was und wen sie Witze machen dürfen.
    Und prompt haben wir die 1000ste pc-Debatte, bei der die Verbotsfraktion moralisch immer den Kürzeren zieht. Mit Recht.

    Kurz: Freie Rede. Jeder darf über jeden Witze machen und jeder darf Dinge nicht gut finden.

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  2. @Rose: Oder ich bin einfach nur humorlos?

    Denke nicht. Vermute, es ist eher eine Frage des Verstandes und dabei kann sich das Alter sicherlich bemerkbar machen ;-).

    Kann über Zynismus, beißenden Spott auch nicht lachen, je platter formuliert und mit Vorurteilen gespickt und auch noch von anderen Vorlagen abgekupfert, desto weniger (er plappert doch nur schriftlich etwas nach). Und genau an dieser Stelle spaltet sich m.E. das Lachen vom echten Humor ab und die „Satire“ wird zur Waffe. Wenn eine solch starke Waffe geistreich geschmiedet ist und sich auf übermächtige Gegner stürzt, kann man ihr u.U. etwas abgewinnen.

    Denke jedoch nicht, dass es wirklich etwas mit Humor zu tun hat oder gar mit Satire, würde es nicht überbewerten, nur ein vermarktetes Produkt. Gehe davon aus, Ihr Instinkt in der Beurteilung hat das zwanghafte Bemühen schon völlig richtig erkannt ;-).

    In solch flachen, polemischen Attitüden serviert, als schriftliche Zusammenfassung eines Angestellten aus dem ÖR-Rundfunks sowie Geschäftsführer eines Verlages, der bei den Privaten die offensichtlich die gegen schwache Bevölkerungsgruppen gerichtete „Reality“ der Privaten abgeschrieben hat, kann ich damit ebenso nichts anfangen. Es ist im Großen und Ganzen nicht einmal einer ernsthaften Kritik wert.

    Letztlich ist es doch der zum 100.000 gefühlten Male erzählte schlechte und geschmacklose Witz, der in tausenden von Sendungen und Erzählungen nun auch noch in einem Buch auf Papier gebracht wurde. Klar, als Kaufmann erkennt man eine solche Marktlücke natürlich sofort, trotzdem ist dieses Thema längst bis zum Erbrechen abgedroschen (vermutlich ausgerechnet deswegen nimmt sich das „Reality“-TV deswegen vermehrt nun jetzt die Mittelschicht vor). Das Buch ist quasi wie der 'watt weiß ich wievielte“ „neue“ Staubsauger, der angeblich etwas kann, was all die anderen nicht können. Es ist also in der Tat einfach nur ein vermarktetes Produkt. Vermutlich wird er ähnliches gegen die Mittelschicht nachschieben.

    Aber dafür lässt sich m.E. recht simpel auf die Rolle des Autor schließen, die er für das Buch einnimmt und somit auf eine gewisse Leserklientel abzielt:

    Spießbürgerlicher Klugscheixxer übt sich dekadent in vollendeter Dummheit der Arroganz. Klar, darauf springt die Zielgruppe an.

    Immerhin kennt sich Herr Twilfer mit mit Marketing aus und Bücher zu verkaufen, gehört schließlich für seinen Verlag zum Geschäft. Irgendwelche Trottel finden sich immer (die Staubsauger gehen nun schließlich auch weg). Abschreiben ist dabei gerne das Mittel der Wahl, wenn man Leistung simulieren möchte, den Aufwand jedoch so gering wie möglich hält. Rein betriebswirtschaftlich gesehen und auf seinen eigenen Zugewinn bezogen, ist das doch für ihn höchst positiv gelaufen, so gleichzeitig als Autor und Verleger. Käufer finden sich für jeden Scheixx.

    Gruss
    Rosi

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  3. @µnÐ3rÐ09: „Jeder darf das, genauso wie das jeder scheiße finden darf“
    Was für ein Glück, es besteht kein Lachzwang und man muss ich von einem Verleger auch nicht das Geld aus der Tasche ziehen lassen. Nichts anderes hat Herr Rose zum Ausdruck gebracht, er findet das Buch scheixxe (da bin ich völlig mit ihm einer Meinung), von Verbot einer solchen Schrift hat niemand gesprochen, wir leben in einer "freien" Marktwirtschaft.

    Das hier: „... weil sich auch das nicht schickt und irgendwen in seinen Gefühlen verletzen könnte. Diese Gesellschaft macht einen großen Fehler, indem sie zunehmend Bereiche in Watte packt und damit Auseinandersetzungen im Mehltau erstickt.“

    ist m.E. grundsätzlich falsch, denn ich erlebe diese Gesellschaft völlig ihren Ausführungen entgegengesetzt.

    Zum einen packt diese Gesellschaft niemand zunehmend in Watte. Ganz im Gegenteil, der Ton wird rauer und schärfer, die Hemmschwellen sinken. Begriffe, wie Shitstorm sind eher eine neumodische Beschreibung recht junger Sitten und Gebräuche und haben ihre Berechtigung.

    Zum anderen dienen ausgerechnet solche mit „Witzelei“ ummantelte Lächerlichmachungen dem Ersticken einer ernsthaften Auseinandersetzung. D.h., Sie sollen sich nicht mit den Problemen der Unterschicht auseinandersetzen, auch nicht in Form einer gewissen heiteren Gelassenheit. Man soll sie erst gar nicht als ernstzunehmende Bevölkerungsgruppe zur Kenntnis nehmen. Das steht konträr zu einer Konfrontation, soll sie im Vorfeld ersticken.
    Doch in der Tat, es ist nicht nur erlaubt in dieser Gesellschaft Witze zu machen, etwas scheixxe zu finden, sondern es ist auch gestattet zu verkaufen, was sich verkaufen lässt.

    Wie man hier allerdings den Bogen spannen kann zur "1000ste pc-Debatte, bei der die Verbotsfraktion moralisch immer den Kürzeren zieht. Mit Recht" will sich mir allerdings nicht erschließen.

    Ein solches Werk dient keinem höheren Zweck, irgendwelchen humorvollen Auseinandersetzungen, der Satire, geschweige denn müsse hierfür die Fahne der freien Meinungsäußerung hochgehalten werden. Es ist einzig und alleine dazu gedacht, verkauft zu werden, Geld einzubringen. Also wenn schon eine Fahne geschwungen wird, dann wäre es sie Fahne der freien Marktwirtschaft.

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    1. Zustimmung , was bei Leuten mit faschistoiden Denkstrukturen immer wieder von neuem auffällt , ist , daß sie das Recht auf freie Meinung verwechseln mit einer Art Sonderrecht darauf , vor den Reaktionen geschützt zu werden.
      Oder kürzer : Wenn der Mittelstands - Faschist mal auf Kritik stößt , fängt er sofort an , am Daumen zu lutschen und nach seiner Mami zu schreien.

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  4. Ich erinnere mich dunkel, dass Marcel Reich-Ranicki vor vielen, vielen Jahren anlässlich einer Buchmesse mal (dem Sinne nach) bemängelt hat: Etliche Schriftsteller existierten offenbar sehr weit entfernt vom wirklichen Leben ihrer Leser; sie hätten nie einen bürgerlichen Beruf gelernt, geschweige denn ausgeübt, und daher kaum bemerkenswerte Erfahrungen gesammelt. Entsprechend blutarm und langweilig auf den Durchschnittsleser wirkten folglich die Helden ihrer Werke, nämlich gemeinhin alternde Schriftsteller mit Schreibblockade, die sich über mehrere hundert Seiten hinweg bemühen, aus der Ich-Erzähler-Perspektive den trübseligen Alltag eines alternden Schriftstellers mit Schreibblockade zu schildern…

    Die Steigerung davon ist dann natürlich ein Möchtegern-Schriftsteller mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, der auf – Moooment, eben mal bei Amazon nachkucken – immerhin 228 Seiten über eine selbst erfundene Unterschichtsfamilie ablästert, die er sich offenbar aus den Klischees zahlloser Scripted-Reality-Fernsehserien gebastelt und mit vielen liebgewordenen Vorurteilen zusammengekleistert hat. Da staune ich mal wieder, was im vormaligen Volk der Dichter und Denker zum Spiegel-Bestseller werden kann (und nein, ich habe das Buch selbst nicht gelesen und werde es auch nie tun – versprochen!).

    Liebe Grüße
    Saby

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  5. "Oder ich bin einfach nur humorlos? "

    Ach was , nur nicht einreden lassen von diesem psycho-parasitären Pack.

    "Ihn für das typische Mitglied einer weitgehend empathiefreien geistigen Unterschicht mit Abitur und höherem Einkommen zu halten, die es für ihr armseliges kleines Ego nötig hat, auf Schwache einzudreschen und sie dem allgemeinen Gespött preiszugeben. "

    Das ist die passende Antwort . Tucholsky würde ich da gar nicht groß bemühen , ist ohnehin nur Perlen vor die Säue.



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  6. Wenn die feuilletonlesenden Klassen nur einsehen würden, dass sie nicht in allen Belangen (nicht einmal in Sachen Geschmack und Kultur) der Nabel der Welt sind, wäre schon viel gewonnen. Sich über irgendwelche vulgären Prolls lustigzumachen ist billig, solange man sich selbst nur mit heiligem Ernst betrachten kann.

    Man muss Leute, mit deren Stil man überhaupt nicht kann, ja nicht gleich gut finden, aber diese dünkelhafte Verächtlichkeit ist einfach unangenehm. Anstelle solcher herablassender "Satire" auf Schantall und Tschastin wäre mir eine flammende Suada lieber, ein polemischer Verriss, wo der Autor Herzblut reingesteckt hat, wo man merkt, dass der Autor tatsächlich lebt.

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    1. @Art: Perlen vor die Säue mag sein, aber wie gesagt, von wem der inzwischen alles bemüht wird - da schien es mir Zeit für ein Machtwort.
      @gnaddrig: "wäre mir eine flammende Suada lieber, ein polemischer Verriss, wo der Autor Herzblut reingesteckt hat, wo man merkt, dass der Autor tatsächlich lebt." - yes, genau so sehe ich das auch, sehr schön gesagt!

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