Sonntag, 23. März 2014

Wann ist ein Haus ein Hohes Haus?


Roger Willemsens Buch über den Deutschen Bundestag in Zeiten der Alternativlosigkeit

(S. Fischer Verlag)
Von zwei Ausnahmen abgesehen, bin ich bislang davon verschont geblieben, mit der Justiz in Kontakt zu geraten. (Für den Rest meiner Lebenszeit darf das übrigens gern dabei bleiben.) Vor über zwanzig Jahren war ich Beklagter in einem absurden Zivilverfahren, das aber günstig für mich ausging, weil die Klage abgewiesen wurde. Vor fünfzehn Jahren dann war ich aufgefordert, in einem Zivilprozess als Zeuge auszusagen. In beiden Fällen übrigens ging es um banale Streitwerte infolge von Fahrradunfällen. Im ersten Fall erinnere ich mich noch gut an meine Verblüffung über den banalen Alltag der Rechtspflege hierzulande. Über die tiefe Kluft zwischen medialer Außendarstellung - Rechtsstaat! Rechtsstaat! - und kümmerlicher Realität. War ich naiv damals? Aber sicher.

Samstag, 1. März 2014

Mein Volksbegehren


Ein sonderlicher Partylöwe war ich nie. Und erst recht kein 'Clubgänger', wie die jungen Leute das heute ja nennen. Meine bisherigen Besuche in solchen Etablissements lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Was daran so toll sein soll, nach einer Gesichtskontrolle in finsterster Nacht in ein finsteres Verlies voller Aufgedonnerter eingelassen zu werden oder auch nicht, dort jene Nacht zum Tage zu machen, indem man grotesk zu endlosem, presslufthammerlautem Umz!-Umz!-Umz!-Gewummse herumzappelt oder betont lässig mit einem zu teuren Drink in der Hand an der Bar lehnt, dabei andauernd auf seine Lässigkeit zu achten und gleichzeitig abzuchecken hat, was so geht, war mir von jeher ein Rätsel. Muss ich auch nicht verstehen, so was. Und so lange solche Geisterbahnen in sorgsam verschlossenen Räumen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit veranstaltet werden, soll's mir herzlich egal sein.