Nicht ausgeschlossen, dass ich es noch erleben werde, im Frührentner- und Arbeitslosenparadies Stuttgart spezielle Führungen buchen zu können. Bei denen wird man dann von einem verrenteten Hoschd, Mampfred, Ewwin, Mehmet oder vielleicht gar einer Jacqueline eine verranzte Werkshalle vom Daimler gezeigt bekommen, in der sie damals die Esch-Klasse gebaut haben ("Des beschde Audo der Welt, bis de Chines' komme isch mit seine subbwenndsionierde Badderiekischde"). Nach getaner Arbeit wird man im Restaurant 'Gottlieb' oder so, das in einer anderen, mit Staatskohle hübsch gemachten verranzten Werkshalle untergebracht ist und das nägschdes Jahr bestimmt den ersten Stern bekommt, auf Fine Dining hochgerüschte schwäbische Spezialitäten einpfeifen können. Trust me, ich bin aus dem Ruhrpott.
Fliegende Bretter
Nicht immer Kritisches über Politik, Gesellschaft, Medien, Kultur, Essen und manchmal auch Sport
Mittwoch, 11. März 2026
Freitag, 6. März 2026
Was sagen?
Was soll ich denn sagen? Zum Krieg im Iran. Keine Ahnung. Sicher, ich könnte erwähnen, der Unterschied zu früheren US-Feldzügen im Namen von Freedom and Democracy ist, dass man sich gar nicht erst um eine internationale Koalition bemüht hat, sondern es gleich alleine durchzieht. Eine neue Qualität, zweifellos. Hatten wir aber schon in Venezuela. Ein Testlauf vielleicht. Paar Nummern kleiner. Wie das ausgeht? Der Iran ist ein riesiges Land. Wer weiß, was von der Opposition noch übrig ist nach all dem Morden, wie stark die Revolutionsgarden noch sind. Vielleicht hat der Mossad da genauere Infos. Der wusste ja auch, wo Khamenei wohnt.
Dienstag, 3. März 2026
Vermischtes und Zeugs (CXLI)
Wie auch immer man sonst zu ihnen stehen mag, eines muss man den Grünen lassen: Sie sind lernfähig. Im Wahlkampf waren sie immer die letzten, die naiverweise noch an die Kraft des logos und des besseren Arguments glaubten. Und dabei wirkten wie das Streberkind, das immer brav die Hausaufgaben macht, mit seiner Rohkostbox am Schulhofrand steht, von den Platzhirschen immer gehänselt und mit dem Hintern in den Papierkorb gesetzt wird, aber leider nur Freunde außerhalb der Schule hat, und für coole Antworten zu verkrampft ist.
Samstag, 28. Februar 2026
Vier Jahre Ukrainekrieg. Eine Zwischenbilanz
Seit über vier Jahren führt Russland nunmehr Krieg in der Ukraine. Damit dauert dieser Krieg bereits länger als der 'Große Vaterländische Krieg' gegen das Deutsche Reich 1941 bis 1945, in dessen Tradition die russische Propaganda das Ganze gern stellen würde. Nimmt man Putin beim Wort und geht davon aus, dass er den Großmachtstatus Russlands wiederherstellen wollte (den schon die UdSSR allein wegen ihres hochgerüsteten Militärs innehatte, wenn überhaupt), dann sahen die Kriegsziele, die Putin und die Kreml-Krieger 2022 verfolgten, höchstwahrscheinlich so aus:
Donnerstag, 26. Februar 2026
Jenseits der Blogroll - 02/2026
Und? Sind Sie auch so erleichtert? Haben Sie die spontanen Partys in den Straßen mitbekommen? Die Jubel- und Dankgesänge? Habecks Heiz-Hammer ist endlich Geschichte! Dank unserer genialen Regierung ist die Nation endlich erlöst von den finsteren Machenschaften des Thermo-Terroristen, der nur ganz knapp daran gehindert werden konnte, Oma Kasuppke die Gasheizung aus dem Keller ihres klein Häuschens zu reißen, auf dass sie fürderhin gar jämmerlich fröre im Winter oder auf ewig in Zinsknechtschaft sich hätte begeben müssen, weil sie gezwungenermaßen so eine neumodische, linksgrüne, woke Wärmepumpe hätte kaufen müssen. Gerettetet, hurra!
Montag, 23. Februar 2026
Vermischtes und Zeugs (CXL)
Maskenmann und CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Spahn hat jetzt vorgeschlagen, Studienjahre nicht mehr auf die Rentenversicherung anzurechnen. Denn: Studienjahre seien keine Arbeitsjahre. Das stimmt zwar, aber dennoch, Spahn, eine kleine Lerneinheit: Es werden nicht nur Studienjahre als Rentenjahre angerechnet, sondern generell bis zu acht Jahren Schul- und Ausbildungszeiten. Wer etwa nach der zehnten Klasse eine dreijährige Ausbildung absolviert hat, bekommt diese Jahre auch angerechnet, obwohl während der Ausbildung keine Rentenversicherungsbeiträge entrichtet werden.
Samstag, 21. Februar 2026
Andy Capone?
Irgendwann in den Neunzigern las ich irgendwo mal ein Interview mit dem ehemaligen Monty Python-Mitglied John Cleese. Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Cleese sagte, er fühle sich in Wien immer sehr wohl, denn dort habe man bereits das hinter sich, was Großbritannien noch bevorstünde: Die Abschaffung einer sehr alten, sehr traditionsreichen Monarchie, deren Umwandlung in ein Museum und die Einführung der Republik. Er sei durchaus zuversichtlich, das in Großbritannien noch zu erleben.
Mittwoch, 18. Februar 2026
Vermischtes zu Olympia (II)
Die ersten mokieren sich schon über die eher schmale Medaillenausbeute der deutschen Teilnehmer:innen bei den kurrenten Winterspielen. Deutschland abgehängt! Buhuuu! Kannjawohlnichsein, dass das bevölkerungsreichste Land Europas so wenig Medaillen holt. Kommwadenndahin? Kann nicht mehr lange dauern, dann geht das kulturpessimistische Gebramme wieder los von wegen, da sei eine Delegation aus wohlstandsverwahrlosten Schneeflöckchen zu Olympia entsandt worden, die nur mehr Work-life-balance im Kopf habe und sich verweichlichterweise nicht mehr recht plagen und schinden wolle.
Samstag, 14. Februar 2026
Epstein. Fünf Annäherungen
"Die bürgerliche Gesellschaft besteht aus zwei Arten von Männern, aus solchen, die sagen, irgendwo sei eine Lasterhöhle ausgehoben worden, und solchen, die bedauern, die Adresse zu spät erfahren zu haben." (Karl Kraus)
Kurze Frage zum Einstieg: Irgendwo jemand über der Gehaltsklasse eines mittleren Managers der Raiffeisenbank, der nicht in irgendeinem E-Mail-Verteiler von Jeffrey Epstein (+) steht? Bitte um Handzeichen! Danke. Das wird übrigens die letzte flapsige Einlassung in diesem Beitrag sein. Das Thema ist zu ernst und vielschichtig. Daher der Versuch, sich aus fünf Richtungen anzunähern. Ob sich daraus am Ende ein schlüssiges Bild ergibt, sei allen selbst überlassen.
Mittwoch, 11. Februar 2026
Revanche!
Wer die Neunziger bewusst erlebt hat wird sich noch an Diddl erinnern, jene grotesk klumpfüßige, vom Grafiker Thomas Goletz erdachte Comicspringmaus. Und wie könnte man auch nicht? Diddl und seine Spießgesell:innen überzogen die Republik damals flächenbombardementartig mit bonbonrosa Knuddelbotschaften in gruseliger Typografie. Kein Kiosk, von dem einem das blöde Vieh nicht entgegengrinste, gern auch im Verbund mit seiner Gespielin Diddelina. Briefpapier, Geschirr, Schulranzen, Schreibblöcke, Bettzeug, Aufkleber, Schlüsselanhänger, Karten, Magnete etc. Es gab kein Entrinnen. Wer einen Laden betrat, der das Zeugs feilbot, riskierte, sich vom bloßen Anblick dieser Überdosis Kitsch Typ 2-Diabetes einzuhandeln.
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