Samstag, 15. August 2015

Ein Knackpunkt?


Es gibt Knackpunkte, die sich erst hinterher als welche erweisen. Im Frühjahr 1989 etwa ging in West- wie Ostdeutschland noch alles seinen gewohnten bleiernen Gang und jeder, dem man gesagt hätte, am Ende diesen Jahres würden die Grenzen offen sei, Reisefreiheit herrschen und man würde von Wiedervereinigung reden, hätte einen schallend ausgelacht. Im Mai des Jahres fanden in der damaligen DDR Kommunalwahlen statt. Die SED hatte nichts anderes gemacht als all die Jahre zuvor und die Ergebnisse ins Groteske frisiert. Doch dieses Mal schluckte das Volk die Wahlfälschungen nicht mehr achselzuckend und protestierte erstmals seit 1953.

Samstag, 1. August 2015

Reiseimpressionen (5)


TraumWerk, Anger


Längst nicht allen, die gern ihrem Stolz auf deutsche Wertarbeit Ausdruck verleihen, oft, ohne je selbst einen Handschlag dafür getan zu haben, ist bewusst, dass die Familie Porsche mitnichten aus Deutschland, sondern aus Österreich stammt. Auch die Familie Piëch haust hier in der Gegend. Gut, wir wollen nicht pingelig sein. Als der alte Ferdinand Porsche noch im Auftrag des Gröfaz KdF-Wagen und Panzer entwarf, war er zwangsläufig Deutscher, weil der Staat Österreich da gerade Pause hatte, aber das nur am Rande. Ist zwar unwichtig, mag aber die Frage beantworten, warum der Porsche-Spross Hans-Peter ausgerechnet in Anger bei Ainring ein Privatmuseum namens TraumWerk errichtet hat (man beachte übrigens die originelle Binnenmajuskel - ich sag's ja, Profis eben).