Freitag, 28. Februar 2014

Grenzerfahrungen in der Konsumgesellschaft (3)


Es ist schon eine Weile her, da sind hier zwei Beiträge (1, 2) erschienen, in denen ich meiner Fassungslosigkeit Ausdruck verlieh, in die einige Erscheinungen der modernen Konsumgesellschaft auch den diesbezüglich schon recht abgestumpften Zeitgenossen noch zu stürzen vermögen. Das funktioniert aber auch von der anderen Seite her. Man könnte sagen, wer die Menschen derart schamlos für dumm verkaufe und sie derart plump um ihr Bares ankobere, bekomme am Ende auch die Kunden, die er verdiene. Nicht vergessen werden sollte aber auch, dass es leider das in der Regel schlecht entlohnte Verkaufspersonal ist, das diesen Schlamassel am Ende nicht selten ausbaden muss, obwohl es am wenigsten dafür kann.

Gemeinhin heißt es ja, Männer, bei denen der liebe Gott bei weniger als einem Meter siebzig das Wachstum für beendet erklärt hat, hätten es oft ganz besonders nötig. Vor ein paar Wochen begegnete ich so einer Zierde unseres Geschlechts, als ich in der hiesigen Filiale eines großen Multimediaverramschers einen jungfräulichen USB-Stick besorgen wollte. Dann kam er, eine um einen Kopf größere weibliche Begleitung am Händchen wie an der Leine hinter sich herschleifend. Ob sie wohl schon ihr Häufchen gemacht hatte?

Samstag, 22. Februar 2014

Endlich! Deutsche nicht mehr sauber


Aus. Vorbei. Endlich. Die deutschen Sportler sind nicht mehr per se sauber. Die positive Dopingprobe der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle - selbstverständlich nur ein Einzelfall, wie hektisch betont wird - sollte das meist unterschwellig verbreitete, patriotische Journalistenmärchen beendet haben, nach dem 'unsere' Jungs und Mädels bei Olympia und anderen Großereignissen andauernd gegen eine Welt aus pharmakologisch optimierten Cyborgs antreten müssten. Alles Schlampen außer der deutschen Mutti. Auch so kann man sich Niederlagen schön reden.

Zu Zeiten des Kalten Krieges wurde im Westen eifrig an der Legende gestrickt, im Leistungssport träten saubere, rotwangige, bundesrepublikanische Vereinsamateure gegen staatlich aufgespritzte Profisportroboter aus der DDR an und konnten daher eigentlich nur verlieren. So wurde jede Goldmedaille, die man dem bösen östlichen Sportimperium abtrotzte, als kleiner Sieg Davids gegen Goliath befeiert. Das war schon damals so falsch wie verlogen. Dass auch in Westdeutschland systematisch gedopt wurde, ist mittlerweile gut dokumentiert. Die gesamtdeutsche Sportberichterstattung indes hat dieses alte Narrativ einfach übernommen und auf das Muster Deutschland gegen die gedopte Welt übertragen. Was nur wenige bemerkt zu haben scheinen: Ob gedopt wird, hängt nicht von der Nationalität ab, sondern allein davon, wie spektakulär und vor allem wie lukrativ eine Sportart ist.