Samstag, 23. Juni 2018

Einer von uns


Mesut Özil ist in Gelsenkirchen quasi auf dem Aschenplatz groß geworden. Als wie er im Ruhrgebiet Sozialisierter weiß ich ungefähr, was das heißen kann. Fußball hat hier schon immer und immer noch mehr mit Maloche zu tun als mit Spiel, noch einen Tick mehr mit Eierhaben (Kahn) und Dreck fressen als anderswo. Auf zahlreichen Plätzen beschränkt sich das Standardrepertoire taktischer Anweisungen noch immer auf: "Tu ihn angehön!", "Los, tretn'umm!", "Lass domma datt Fummeln, ey!", "Lauf, du Sack!" und "Getz spieldo'ab, Mann!". In dieser Welt ist der Ruf, ein 'Schönspieler' zu sein, mitunter fatal. Wer ihn anpappen hat, muss doppelt so gut sein wie jeder rustikale Gegnerumhauer. Wem noch das verwandte Etikett, eine 'Schwuchtel' zu sein anhaftet, dreimal so gut. Wenn überhaupt.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Nicht ganz dicht


Momentan droht die Regierung ja an der Migrationsfrage zu zerfliegen. Und zwar, das ist wichtig, allein weil es einem bayerischen Provinzfürsten, in dessen Windschatten und in dessen Rektum rechte Nachwuchskräfte an die Fleischtöpfe sich zu glitschen trachten, so gefällt. Noch einmal: Es geht weder um Migranten, noch um das deutsche Vaterland und erst recht nicht um Menschlichkeit. Es geht nur noch darum, Angela Merkel zu stürzen. Das wäre keine Katastrophe und auch nicht der Weltuntergang. Sie ist weiß Gott keine Heilige. Aber man sollte zur Kenntnis nehmen, dass sie momentan eine der letzten ist, die sich, entgegen allen rechten Gegeifers und aller Verleumdungen, noch an geltendem Recht orientieren. Ihr größter Fehler war nicht die imaginierte Grenzöffnung, sondern den Bitchmove Österreichs und Ungarns im Sommer 2015 nicht rechtzeitig durchschaut und nicht erkannt zu haben, wie die Rechten jene imaginierte Grenzöffnung seither zur Dolchstoßlegende 2.0 aufbauen.

Montag, 18. Juni 2018

Apocalypse Now


Formulieren wir höflich und sehen wir das Positive: Elf freundliche Mexikaner sorgten gestern für eine ungestörte Nachtruhe. In der untergangsbesoffenen Journaille aber tut man so, als sei's wieder '45. Na gut. Bisschen dick aufgetragen. Sagen wir 2000. Jene Stunde null, da Der Deutsche FußballTM offiziell am Boden lag.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Jetzt geht's lo-hos!


Neun Thesen zur WM bzw. Gründe, sie sich trotz allem anzutun

1. Private Boykotte sind sicher ehrenwert, aber sinnlos. Eine überschätzte symbolische Geste.
In moralischer Hinsicht spricht natürlich nichts dagegen, das Event zu boykottieren. Problem ist, das beeindruckt kaum einen und bringt auch keinem wirklich was. Außer einem selbst die Gewissheit, die richtige Gesinnung Gassi zu führen. Weil es keine nennenswerte politische Resonanz gibt dafür und die Zeit zu kurz, der Anlass zu punktuell ist, dass sich eine breite Graswurzelbewegung bilden kann. Stimmt ja, Putins Russland ist eine Demokratur mit autokratischen Zügen, in der kritische Stimmen sich nicht sicher fühlen können, in der Religion als Herrschaftsinstrument eingesetzt wird und etliches andere mehr. Sportliche Großereignisse zu goutieren, verlangt einem minunter die Fähigkeit zum Ausblenden ab. Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften haben auch nach 1936 in Ländern mit Geschmäckle stattgefunden. Eine Fußball-WM in Südafrika wäre in den 1980ern wegen des Apardheit-Regimes kaum machbar gewesen. Eine in einem von einer Mörderbande in Uniform regierten Argentinien in den 1970ern sehr wohl.

Dienstag, 12. Juni 2018

Schmähkritik des Tages (18)


Heute: Anthony Bourdain über Henry Kissinger

"Once you’ve been to Cambodia, you’ll never stop wanting to beat Henry Kissinger to death with your bare hands. You will never again be able to open a newspaper and read about that treacherous, prevaricating, murderous scumbag sitting down for a nice chat with Charlie Rose or attending some black-tie affair for a new glossy magazine without choking. Witness what Henry did in Cambodia* - the fruits of his genius for statesmanship - and you will never understand why he’s not sitting in the dock at The Hague next to Milošević." (Anthony Bourdain, 2001, zit. in: slate.com, 8.6.2018)

Samstag, 9. Juni 2018

Ronny des Monats - Juni 2018


Möglicherweise war demjenigen, der Alexander Gauleiters (ups, mit der Maus ausgerutscht) Gaulands Klamotten gemopst hat, die historische Dimension dieser Aktion bewusst. Kollege Pantoufle hat zu Recht an die 'Badehosen-Affäre' erinnert. 1919 waren Friedrich Ebert und Gustav Noske beim Baden in der Ostsee in unvorteilhaft sitzenden Badehosen fotografiert worden (damals galten auch für Männer Badeanzüge als angemessen). Dieses Foto wurde von den Rechten bis zum Tod Eberts dazu missbraucht, ihn zu desavouieren und die Republik insgesamt zu delegitimieren. Bevor mal also über das "entwürdigende Foto" Gaulands greint, wie man etwa bei Springers 'Welt' sich nicht entblödete zu tun, oder meint, den senilen (Fleischhauer) "Holocaustrelativierer" (Fischer) Gauland gegen einen "Zivilisationsbruch" in Schutz nehmen zu müssen, wie Jochen Bittner dies allen Ernstes in der 'Zeit' unternommen hat, sollte vielleicht noch mal ins Gechichtsbuch (Kohl) schauen.

Freitag, 8. Juni 2018

Unser Mann im All


Und, sind Sie auch so im Alexander-Gerst-Fieber? Haben Sie auch so gebannt den Start der Rakete verfolgt und sich die Nägel abgekaut? Haben mitgelitten mit ihm, weil er so lang nicht hat austreten dürfen? Haben Sie sich auch so gefreut für ihn, dass der höchst fliegende Schwabe des bekannten Universums auch dort nicht auf Maultaschen und Käsespätzle wird verzichten müssen? Fragen Sie sich auch in einer Tour, ob es ihm auch sonst an nichts fehlen wird, droben im lebensfeindlichen All? Ob er sein Schnuffeltuch mitbringen durfte? Wo sind die Berichte, ob und wie seine Familie, Freunde und Angehörigen mit der Geschäftsreise emotional klarkommen? Los, Medien, wir, die Bevölkerung, haben ein Recht, das zu erfahren!

Montag, 4. Juni 2018

Horror vacui im Spargelfeld


"Schlechte Zeiten -- der Kaviar wird ooch teurer." (Heinrich Zille)

Schon gemerkt? Eine Katastrophe spielt sich derzeit ab auf Deutschlands Feldern. Denn siehe, das Ende ist nah! Spargel und Erdbeeren verrotten mangels Geerntetwerden. Warum? Weil die osteuropäischen Erntehelfer sich nicht mehr dankbar um die Jobs auf unseren Äckern schlagen. Sie heuern, wie man hört, bei Paketdiensten an, wo sie mehr verdienen. Sie ziehen weiter, dorthin, wo es lukrativer ist. Oder sie bleiben gleich in ihren Heimatländern, wo, so ist zu hören, die Löhne inzwischen so gestiegen sind, dass die strapaziöse Odyssee über die hiesigen Felder nicht mehr lohnt.

Samstag, 2. Juni 2018

Werner zum 13. - ouhauerha!


Als Rötger Feldmanns alias 'Brösels' 'Werner'-Comics in den Achtzigern zuerst erschienen, hatte es so was noch nicht gegeben. Sie wirkten, als habe sie jemand mal eben hingetuscht (was sie nicht waren) und es hab Mut zum Absurden (man sollte bedenken, dass Monty Python zu der Zeit in Deutschland noch weitestgehend unbekannt war). Die Alben waren zusammengebastelt aus längeren Geschichten und Einseitern. Werner, gelernter Installateur und Motorrad-Fan, ging keiner Bierflasche ('Flaschbier') aus dem Weg, und wenn am nächsten Morgen der Kopf drückte, gab es 'Tasskaff'. Zucker fürs Gemüt, wenn er blasierte Popper und deren Vespas - klöter! - mit dem Chopper überfuhr. Zu Hochform lief Brösel auf, wenn er sich Geräusche ausdachte, die Werners alte Horex machte, wie etwa 'farz', 'schigger schigger schigger', 'öttel' oder 'verschleiß'. Oder wenn er sich autobiographisch an seinem ehemaligen Lehrherrn abarbeitete, indem er einen jüngeren Werner auf den Installateurmeister Röhrich losließ.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Orwell revisited


1946 erschien im Evening Standard George Orwells berühmter Text über das 'Moon Under Water'. Eine liebevoll geschriebene Phantasiereise durch einen Pub, wie er sein sollte, der aber nicht existiert. Das hat mich schon vor längerer Zeit auf die Idee gebracht, das auf die hiesige Institution der Kneipe zu übertragen. Weil Orwell ein grandioser Erzähler war, habe ich gar nicht erst versucht, seinen Stil zu kopieren. Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Verhältnisse auf den Britischen Inseln nicht unbedingt vergleichbar sind. Britische Pubs sind, wiewohl im Einzelnen verschieden, im Prinzip ziemlich homogen. Dagegen herrschen hierzulande zum Teil erhebliche regionale Unterschiede. Eine hessische Weinschänke, ein bayerisches Wirtshaus, ein rheinländisches Brauhaus, auch eine Ruhrpott-Trinkhalle ist keine Kneipe im engeren Sinne. Das bedeutet nicht, dass es dort nicht auch schön sein kann und dass es keine Schnittmengen gäbe, im Gegenteil, nur ist es eben etwas anderes.

Montag, 28. Mai 2018

Missverhältnisse, Grübeleien


Es ist immer wieder spaßig, wenn der AfD (eine rechtsextreme, in Teilen rechtsradikale Partei, deren Mitglieder zu Weinerlichkeit neigen, wenn sie kritisiert wird) Angehörende und Nahestehende feststellen müssen, wie jetzt am Wochenende in Berlin, dass eine Demo mit Menschen aus Fleisch und Blut andere Gesetze hat als eine Facebook-Gruppe und eine Kommentarspalte in einer Zeitung, die sich mit multiplen Accounts kapern lässt, wodurch dann der Eindruck entstehen kann, vor allem bei ihnen selber, die blaulackierten Braunen seien 'Das Volk'. Oder 'Die Schweigende Mehrheit'. Die kursierenden Erklärungen für das krasse Missverhältnis von ca. 5.000 AfD-Demonstranten zu 25.000 Gegendemonstranten waren denn auch richtig putzig: Viele seien gar nicht erst erschienen aus Angst vor den gewalttätigen Linksradikalen oder aus Angst davor, vom Chef gesehen zu werden und den Job zu verlieren, von wegen linkgrünversiffte Meinungsdiktatur und und und...

Donnerstag, 24. Mai 2018

Jenseits der Blogroll - 05/2018


Die so genannte Spaßgesellschaft, da gebe ich Hape Kerkeling recht, war ein Segen. Sie hat viele Verkrampfungen gelöst, die die hiesige Nachkriegs-Humorkultur mit sich herumschleppte, da man zwei Generationen zuvor die meisten coolen, kreativen Köpfe geschurigelt, vertrieben oder ermordet hatte. Ironiefähigkeit war einmal ziemlich hip, damals ab den späten Achtzigern. Wer irgendwas ernst nahm, galt als armseliger, verkrampfter Wicht. Was aber, wenn Humor und Ironie überhaupt nichts mehr lösen, weil in so genannten 'Sozialen Netzwerken' Hemmungen im wesentlichen abgeschafft sind und auch der fieseste Mordaufruf mit Tränenlach- und Zwinkersmileys versehen ist? Rechnerisch gehört Hazel Brugger zur ersten Generation, die unter vollironisch imprägnierten Spaßbacken aufzuwachsen die Aufgabe hatte. Und sie hat von der allgemeinen Verwitzelung langsam die Nase voll. Erfrischend.

Dienstag, 22. Mai 2018

Biedermänner am Werk


"Die Brandstifter können nicht ernst meinen, was sie sagen, glaubt Biedermann und gewährt ihnen deshalb immer mehr Raum in seinem Haus. Bis sie es anzünden und so die ganze Stadt zerstören. […] Das Tückische an den Brandstiftern ist, dass sie sanftpfötig daherkommen. Sie sagen schreckliche Dinge, aber sie tun es so wohlerzogen, dass Biedermann ihnen nichts Böses zutrauen kann." (Bettina Gaus)

Keine Frage, Salonrassisten vom Schlage eines Alexander Dobrindt, eines Boris Palmer oder eines Christian Lindner* sind geistige Brandstifter, die es, entgegen ihrem Beteuern, exakt so meinen, wie sie es sagen. Der Herr Dobrindt möchte, wenn man sein Gefasel von der Abschiebungsverhinderungsindustrie ernst nimmt (und warum sollte man nicht?), dass Ausländer in Zukunft nicht mehr ihre gesetzlich garantierten Rechte in Anspruch nehmen dürfe. Es hat sich offenbar noch nicht bis zu Herrn Palmer herumgesprochen, dass auch ein dunkelhäutiger Fahrradrowdy deutscher Herkunft sein kann. Und Lindner? Herrgott ja, die FDP hat traditionell eine hohe Ekeltoleranz. Nicht beim Bäcker, aber in Bezug auf jene, mit denen man sich politisch ins Bett legt.

Sonntag, 20. Mai 2018

Aus gegebenem Anlass


Weil's so schön ist und manche Siege süßer schmecken als andere. Auch wenn man nie wirklich Fan oder Sympathisant der SGE war.

Samstag, 19. Mai 2018

Menschen am Buffet


Kennen Sie das auch? Ist mir letzte Woche wieder passiert: Am Nachmittag bei einer Tagung zugegen, bei der auch eine Kleinigkeit gereicht wurde. Warme und kalte Getränke, belegte Brötchen. Eigentlich hatte ich zum Mittag was zu essen, wenn auch nur was leichtes, trotzdem bediente ich mich gern bei den Brötchen. Man muss ja nicht gleich zulangen wie ein Scheunendrescher. Und da passierte es. Wieder einmal. Eine andere Anwesende greift sich ein Brötchen und tat dies mit der Bemerkung, sie habe heute den ganzen Tag noch nichts gegessen. Aha. Jedes verdammte Mal! Jedes Mal bei solchen oder vergleichbaren Anlässen weist mindestens eine oder einer am Buffet darauf hin, kurz vor dem Verhungern zu sein, den ganzen Tag nichts gegessen zu haben bzw. noch gar nicht zum Essen gekommen zu sein. 

Donnerstag, 17. Mai 2018

Kopfballer


Professionelle Fußballer profitieren bekanntlich allein von der Tatsache, dass ihre höchst speziellen, ansonsten im Hinblick auf Produktivität im Prinzip reichlich nutzlosen Fähigkeiten seit einigen Jahrzehnten nachgefragt sind wie geschnitten Brot und ihnen Millionen einbringen können. Könnte man es, aus welchen Gründen auch immer, zu ähnlichem Reichtum und Ansehen bringen, wenn man besonders formvollendet Einrad führe, sich währenddessen möglichst schnell mit dem Gummihammer auf die Omme gäbe und gewinnen täte, wer am längsten auf dem Rad bliebe und sich die meisten Hiebe verabreicht hätte dabei, dann gäbe es halt Rekordhalter und Superstars in dieser Disziplin.

Dienstag, 15. Mai 2018

Incelbegabungen


Seit einiger Zeit wissen wir nun also, dass der Amokfahrer von Toronto, der 10 Menschen tötete und etliche weitere verletzte, ein 'Incel' war. Das ist die Abkürzung für 'involuntary celibate', also etwa 'unfreiwillig zölibatär'. Obwohl die Bezeichung von einer Frau stammt, werden damit neuerdings Männer bezeichnet, die gern Beziehungen zu und Sex mit Frauen hätten, aus irgendwelchen Gründen aber immer wieder scheitern und mit ihren Wünschen und Sehnsüchten auf der Strecke bleiben. Und weil wir im Zeitalter der Echokammern leben, verbittern diese Menschen nicht selten unter ihresgleichen und entwickeln, sich gegenseitig bestätigend darin, eine Opferhaltung. Sie sehen sich als Opfer einer Gesellschaft, in der außer den finanziell Potenten noch diejenigen zum Zuge kommen, die oberflächlichen Kriterien an Hotness entsprechen und werfen Frauen vor, nur noch darauf zu schauen. 

Samstag, 12. Mai 2018

Ronny des Monats - Mai 2018


Prolog: Das große Mimimi

Spätestens seit den Tagen Thilo Sarrazins praktizieren Rechte einigermaßen erfolgreich folgende Diskursstrategie: Menschenverachtende bis faschistische Äußerung trifft auf Widerstand und wird kritisiert. Reaktion: Da sitzen die wahren Faschisten! Wir werden verfolgt, unterdrückt und unsere Meinungsfreiheit wird beschnitten. Da sieht mans mal, was vom hochtrabenden Toleranzgefasel der Linken zu halten ist, schluchzbuhu! Via Opferrolle soll das Äußerungsrecht der Meinungsfreiheit nach und nach umgedeutet werden zur Zustimmungspflicht. "Weil ein Opferstatus jede Aggression, jede noch so maßlose Forderung und jede demokratie- und menschenfeindliche Haltung zur Notwehr adelt." (dame.von.welt) Interessant ist nun, wie sehr das inzwischen fruchtet und wie das zunehmend im bürgerlichen Lager salonfähig zu werden beginnt.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Das Arschlochkraut


Vom verstorbenen Paul Bocuse habe ich dank eines seiner Kochbücher ein paar Dinge gelernt. Etwa, dass es, ungeachtet des Gehubers diverser Fernsehweißmützen, auch bei den Kulinarikweltmeistern jenseits des Rheins durchaus in Ordnung geht, etwas mit Stärke zu binden. Dass Gemüsesuppen deutlich klarer und delikater schmecken, wenn man auf Bouillon und Fonds verzichtet, sondern nur mit Salzwasser arbeitet. Und vor allem: frischer Thymian rockt. Ein paar Zweige davon machen alles lecker. Katapultieren die simpelsten Gerichte in die Champions League. Aber nicht das traurige getrocknete Zeugs, sondern, wie gesagt, frisch aus dem Blumentopf oder vom Beet. Man ist schnell angefixt, fragt sich schon bald, wie man eigentlich ohne frischen Thymian hat kochen können und mag nicht mehr darauf verzichten. Merci beaucoup, Grand Mâitre!

Montag, 7. Mai 2018

Steuereinnahmen winken!


Quellenangabe gibt's nicht, wenn es nicht stimmt, ist es gut erfunden: Als der große Leonard Bernstein 1990 mit 72 Jahren gestorben war, entblödete sich der Autor des Nachrufs in der New York Times nicht, dem Verstorbenen hinterherzurufen, der Menschheit seien noch viele schöne Arbeiten von ihm entgangen, weil er es zeitlebens so sehr habe krachen zu lassen (Bernstein war berühmt-berüchtigt für seinen Alkohol- und Zigarettenkonsum). Keine Ahnung, ob das ironisch gemeint war oder nicht. Vor zwanzig Jahren hätte ich das für möglich gehalten, heute würde ich sagen, wäre das, hihi, todernst gemeint. Bis vor einigen Jahren pflegte ich auf die blöde Frage nach meinen guten Vorsätzen zu Silvester immer zu antworten: Mehr rauchen, mehr trinken, mehr essen, weniger bewegen. Damit habe ich aufgehört, als ich zunehmend in entsetzte Gesichter sah. Die Zeiten ändern sich eben.

Samstag, 5. Mai 2018

Nehmt dies!


Wiewohl es hier und da angeklungen ist, dass ich nicht der glühendste Fan des Herrn Böhmermann bin und demnach nicht bei jeder halbwegs gelungenen Aktion gleich in eine Art Duracellhasen-Modus verfalle und ihn als Retter der Satire bejuble, verfolge ich das Schaffen des Mannes durchaus wohlwohllend, wenn auch nicht regelmäßig. (Man muss ja nicht die Fehler der vorherigen Generationen Alter Säcke wiederholen und alles per se doof/unreif/albern/untergangdesabendlandes finden, was die jungen Leute so treiben.) Ausgesprochen gelungen und daher verbreitenswert fand ich letzte Woche seinen Aufruf, Das InternetTM von den Hatern und Trollen zurückzuerobern 

Dienstag, 1. Mai 2018

Geht's noch, Helmut Schümann?


"Fußball kräftigt die Muskeln des ganzen Körpers. Indem er überschüssige Säfte nach unten befördert, sorgt er für einen klaren Kopf." (Richard Mulcaster)

Karl-Heinz Rummenigge kann man sympathisch finden oder nicht. Analog zu jener Fußballmannschaft, der er präsidiert, rangiert er in meinem persönlichen Sympathieranking irgendwo in der Gegend von Fußpilz und kein Bier im Haus zu haben. (Ist natürlich nur auf die öffentliche Persona bezogen, privat mag er ein feiner Mensch sein.) Herr Rummenigge jedenfalls hat am Tag des Champions-League-Halbfinalrückspiels gegen Real Madrid wörtlich einen "heroischen Kampf" gefordert, an dessen Ende notfalls auch ein "Heldentod" stehen könne. Das fand Helmut Schümann vom Berliner 'Tagesspiegel' so unentschuldbar, dass er Rummenigge allen Ernstes in den Mund legte, den Befehl erteilt zu haben, "dass der Pole Lewandowski für Bayern ab 20.45 gefälligst zurück zu schießen hat." - und fragte rhetorisch: "Geht's noch, Karl-Heinz Rummenigge?"

Montag, 30. April 2018

Ruhig Blut!


Abt.: Ich habe ja schon viel Schwachsinn gehört, aber...

Gute Nachrichten für alle, die sich Gedanken, eventuell gar Sorgen machen wegen eines dritten Weltkrieges zwischen USA und Russland. Fürchtet euch nicht! Denn siehe, Atombomben gibt es gar nicht. Ja, richtig gelesen, alles Bluff. Ein einziger riesiger Schwindel, mit dem die Menschheit in Angst und Demut gehalten werden soll. Hiroshima und Nagasaki sind in Wahrheit durch Napalm zerstört worden und alle Fotos und Filmaufnahmen von Explosionen sind auch gefälscht. Lassen Sie sich also nichts einreden. Seien Sie lieber dankbar, dass es ein paar unerschockene Aufgewachte gibt, die uns auf YouTube mit der Wahrheit beglücken.

Samstag, 28. April 2018

Geht nicht gibt's nicht


"Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf." (Theodor Fontane)

Es mag ein Klischee sein, aber wenn Amerikaner etwas in die Finger kriegen, dann machen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Riesengeschäft daraus. Nicht etwa eine kleine Butze, die bescheidenen Wohlstand abwirft, nein, es muss immer gleich mindestens die Weltherrschaft sein. Als drei Amis vor ein paar Jahrzehnten herausfanden, dass Kaffee nicht zwingend eine geschmacksarme Plörre sein muss, kam Starbucks in die Welt. Und sodomisierte selbige flächendeckend mit von ausgebeuteten Hilfskräften gebrautem, in eimerartigen Einweggebinden gereichten aromatisiertem Einheitsgebräu. Hat natürlich nicht nur Nachteile. Als ich vor Jahren einmal mit einer alten, unter Laktoseintoleranz leidenden Studienfreundin flanierte und uns nach einem Kaffee war, da war die örtliche Filiale der Kaffeesiederkette die einzig gangbare Alternative. Die führte nämlich als einzige Soja- und Mandelmilch. Solange der Laden den gleichen Steuersatz löhnen würde wie der Familienbetrieb nebenan, wäre auch alles in Ordnung.

Donnerstag, 26. April 2018

Jenseits der Blogroll - 04/2018


Hoppla, längst schon wieder Zeit für die allmonatliche Linksammlung. Es wird einigen nicht entgangen sein, dass ich trotz einiger Bedenken an dem Begriff 'Verschwörungstheorie' festhalte (wenngleich ich mich bemühe, ihn nicht allzu inflationär zu verwenden). In linken Kreisen (was immer das genau ist) gibt man ja gern etwas auf seine Auf- und Abgeklärtheit. Daher geht mir diese auch dort immer mehr anzutreffende Wagenburgmentalität gehörig auf den Zeiger. Dieser Hang, es sich ganz einfach zu machen, indem man sagt, jeder, der etwas vom Mainstream Abweichendes sage, gelte sofort als Verschwörungstheoretiker. Neben einer in meiner Wahrnehmung steigenden Unfähig- bzw. Unwilligkeit, Ambivalenzen und Zwischentöne auszuhalten, stört mich zunehmend, dass im politischen Diskurs offenbar das Prinzip um sich zu greifen scheint, der Feind eines Feindes sei automatisch ein Freund.

Montag, 23. April 2018

Held auf vier Pfoten


Manchmal denkste nur: Geht's noch? Ich kann ja verstehen, wenn man es nicht gutheißt, dass der Staffordshire-Mischling Chico auf Beschluss des Veterinäramtes Hannover eingeschläfert, vulgo: getötet wurde. Dieses Tier hatte seinerseits jene Menschen getötet, die es jahrelang grauenhaft falsch gehalten haben und heillos überfordert waren damit. Chico in professionelle Hände zu vermitteln hätte wohl nur funktioniert, wenn er als Arbeits- oder Diensthund hätte eingesetzt werden können. Ihn an Privatleute zu vermitteln, egal wie hundeerfahren, oder an einen Gnadenhof hätte ein kaum zu vertretendes Risiko bedeutet. Infrage gekommen wäre vielleicht eine armselige Zwingerhaltung irgendwo in Nirgendwo, was letztlich bloß bedeutet hätte, sein bisheriges tristes Dasein zu verlängern, wenn auch vielleicht mit mehr frischer Luft.

Freitag, 20. April 2018

Der Schandpreis


"Ich habe gemerkt, wie bei mir in den vergangenen Tagen mit jeder weiteren Echo-Rückgabe das Bedürfnis zum Widerspruch wuchs. Noch drei Künstler, die ihre Preise loswerden, und ich schreibe eine Verteidigung der beiden Rapper, die den Skandal auslösten. Rechnen Sie es meinem Oppositionsgeist zu, aber wenn alle ihr Gewissen entdecken, wenn klar ist, dass man dafür nur Beifall bekommt, regt sich bei mir eine Stimme, die sagt: Kann man die Dinge nicht auch anders sehen? Ich misstraue aus Prinzip Leuten, die mit der Verspätung des Opportunisten zu ihrer Überzeugung finden." (Jan Fleischhauer)

Montag, 16. April 2018

Noch mal in eigener Sache: Datenschmutz


Mag sein, dass ich aufgrund aktueller Ereignisse, über die ich vielleicht beizeiten noch genauer berichten werde, ein wenig überempfindlich bin, was die rechtlichen Aspekte der Bloggerei angeht. Ich hoffe sogar, dass das so ist. Aber mich treibt das ziemlich um. Am 25. Mai tritt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft, die Dienstanbieter im Netz zu etlichen Maßnahmen in Puncto Datenschutz zwingt. In letzter Konsequenz sieht es so aus, dass wohl nur große professionelle Anbieter diesen Anforderungen wirklich gerecht werden können. Diesen Blog gibt es jetzt seit September 2011, das sind immerhin gut sechseinhalb Jahre. Hat mir fast immer Spaß gemacht und macht es nach wie vor. Im Lichte der demnächst geltenden Vorschriften trage ich mich aber zum allerersten Mal ernsthaft mit dem Gedanken, die Sache dranzugeben und hier den Stecker zu ziehen.

Sonntag, 15. April 2018

Schmähkritik des Tages (17)


Heute: Georg Diez über die Echo-Verleihung und Teile der CSU

"Die bürgerliche Mitte also, darüber habe ich vergangene Woche geschrieben, die sich dem rechten oder rechtsextremen Denken anbiedert - verbunden mit einer generellen Apathie und Wurstigkeit einer Öffentlichkeit, die bestimmte Dinge einfach hinzunehmen scheint. […] Wie kann es also sein, dass ein Rapper mit einem scheinbar wichtigen Musikpreis ausgezeichnet wird, der in einem seiner Songs davon berichtet, sein Körper sei »definierter als von Auschwitz-Insassen«? Sinnvollerweise fand die Preisverleihung auch noch am 12. April statt, dem Tag des »Marsch der Lebenden«, mit dem Juden in der ganzen Welt an den Holocaust erinnern. [...]

Donnerstag, 12. April 2018

Um die Wurst


"Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie." (Otto von Bismarck)

Groß das Entsetzen, als kürzlich ein braver Metzgersmann öffentlich demonstrierte, wie sich aus minderwertigen Zutaten eine Wurst zusammenkuttern lässt, die in der Herstellung 59 Cent das Kilo kostet und sich im Supermarkt nach Angaben des Metzgers problemlos für 7 Euro pro Kilo anbieten ließe. Mafiamargen also, bei denen Don Vito Corleone glatt das Nuscheln einstellt vor Neid. Die Wurst bestand nur zu 9 Prozent aus Hühnerfleisch, dafür knapp zur Hälfte aus so genanntem Separatorenfleisch. Als weitere Zutat kam noch Plasmapulver hinzu. Damit ließ sich der Wurst noch 27 Prozent  Wasser hinzufügen, ohne dass das auffiel. Bisschen Paprikaschnipsel für die Optik, geheime Gewürzmischung, fertig war der Lack. Das Erzeugnis bekam sogar auf Anhieb eine silberne DLG-Medaille. "Skandal!", hieß es da. "Wie aus Abfall Wurst wird" - so wurde da getitelt. Und das ist nun ziemlich albern.

Montag, 9. April 2018

Ronny des Monats - April 2018


Liegt es an der Zeitumstellung? Am Wetter? Von Ronny und seinesgleichen bzw. den Gegnern gab es die letzte Zeit über ungewöhnlich viel Positives zu vermelden: 2.500 Gegendemonstranten gegen 500 Pegidioten in München. Ein scheinbar unscheinbarer brütender Zugvogel verhindert ein Rechtsrock-Festival. Die Briten wollen Pegida-Supremo Butz Lachmann nicht im Land haben. Fast möchte man da, von Frühlingsgefühlen und Heuschnupfen beflügelt, schon die alten Platten rauskramen, auf denen latzbehoste Holländer vom weichen Wasser singen, das den Stein bricht. Aber das wäre natürlich unangebracht und außerdem verfrüht. Denn es ist immer noch mehr als genug weniger Erfreuliches vorgefallen.

Die Top 5 des Monats:

Samstag, 7. April 2018

Kram catalan


Es gibt ja diese Menschen, und sie scheinen irgendwie mehr zu werden (oder sie sind dank so genannter sozialer Netze einfach sichtbarer), für die Politik im Wesentlichen nach dem Schema 1 + 1 = 2 funktioniert. So nach dem Motto: Geheime Macht, die wir alle kennen, aber deren Namen wir nicht sagen dürfen, befiehlt die Große UmvolkungTM, Merkel muss gehorchen und schon dekretiert sie, die Grenzen zu öffnen, auf dass unkontrolliert Flüchtlinge angeschissen kommen können, um uns unseren Hart Erarbeiteten WohlstandTM abspenstig zu machen, unsere schmucken Städte zu islamisieren und in industriellem Maßstab Unsere FrauenTM zu molestieren.

Dienstag, 3. April 2018

Meedienschelte


Hossa, bei der 'Zeit' scheints ja zu Teilen gerade lustig zu gehen, seitdem man sich von Thomas Fischer getrennt hat. Zur Erinnerung: Der hatte als nicht völliger juristischer Laie in einer bei meedia erschienenen Kolumne Zweifel angemeldet, dass es sinnvoll bzw. hilfreich ist, wenn Journalistinnen , wie in Sachen Dieter Wedel geschehen, für sich in Anspruch nehmen, mal eben den Job der Justiz zu erledigen. Dieselbe Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der 'Zeit', die in der Causa Kachelmann noch auf Fischers Seite war, verfiel, scheint's daraufhin in eine Art Heimzahl-Modus. Sie erklärte die Zusammenarbeit für beendet, kündigte Fischers Frei-Abo und zog auch ihren bereits eingereichten Beitrag zu einer Festschrift wieder zurück.

Sonntag, 1. April 2018

Ulmentanz & Osterei


In weniger als einem Jahr werde ich 50. Halbes Jahrhundert. Leck das Crack aus meiner Spalte und nenn’ mich Waldemar! Mannmannmann. Von jenen, die ab einem gewissen Alter keinen Bock mehr haben auf EmpathieTM und Solidarität (oder es vielleicht noch nie hatten) wird man ja gern mit dem angeblichen Churchill-Zitat bombardiert von wegen, wer mit zwanzig kein Sozialist sei, habe kein Herz und wer mit vierzig nicht konservativ sei, kein Hirn. Vielleicht sollte ich als demnächst offizieller Alter Sack langsam auch damit anfangen, irre kluge Sprüche zu sammeln, die alle anfangen mit "Wer mit fünfzig immer noch..." - mit denen ich dann allen tierisch auf den Dömmel gehe. Etwa: Wer mit fünfzig immer noch einen arroganten Zinnober im italienischen Restarant veranstaltet, weil am Nebentisch jemand 'Radicchio' falsch ausspricht oder den korrekten Plural von 'Espresso' nicht kennt, hat es eventuell gewaltig nötig.

Samstag, 31. März 2018

Empathie, Empatha


Unter Empathie versteht man ganz allgemein die Fähigkeit, sich mehr oder weniger in andere Menschen hineinzuversetzen. Es wäre kein Problem, wenn Empathie in wesentlichen so begriffen würde. Wird es aber nicht. So ziemlich jeder, der irgendwie eine Meinung zum Weltverbessern absondert, sondert auch diese wichtig klingende Vokabel mit hoher Wahrscheinlichkeit mit ab. So im Sinne von: Wir müssen alle empathischer werden. Dabei wäre eine Welt, in der es nur noch empathisch zuginge, nichts weniger als ein Alptraum. Was in mir vorgeht, ist meine Sache, mein Gemütszustand, meine Sorgen Und NöteTM, meine Gefühle etc. gehen exakt mich und handverlesene Menschen meines engeren Umfeldes etwas an, alles andere empfinde ich als höchst übergriffig.

Donnerstag, 29. März 2018

De' Russ' kütt


So sprach angeblich immer ein aus Köln stammender Kamerad, mit dem ein längst verstorbener Freund der Familie damals an der Ostfront war. Jetz' kütt he ja widder, de' Russ'. Also fast. Zumindest wenn man diversen Qualitätsmedien glauben kann. Wenn das so sein sollte, dann ist das nicht zwingend eine schlechte Nachricht. Das Problem ist doch: Wenn de' Russ' nit kütt, dann läuft scheinbar nicht viel zusammen in unseren Hoch Entwickelten Westlichen IndustriestaatenTM. Jens Berger hat jetzt auf die Meldung hingewiesen, die EU-Kommission wolle zusätzliche Mittel für die Infrastruktur locker machen, damit im Fall des Falles die Panzer auch zügig rollen könnten. Das stünde beim momentanen Zustand hiesiger Straßen und Brücken nämlich sehr infrage. Natürlich kann man darüber den Kopf schütteln und sich fragen, wieso erst der Russe kommen muss, und sei's im Geiste, dass der beklagenswerte Zustand unserer Straßen und Brücken mal jemandem auffällt.

Dienstag, 27. März 2018

In eigener Sache


Für den Fall, dass sich jemand wundert, wo die Beiträge vor 2016 geblieben sind: Die sind nicht gelöscht, sondern zurück auf Entwurf und damit auf unveröffentlicht gestellt. Ich werde die, so wie ich Zeit habe, nach und nach wieder ins Netz stellen. Vielleicht wird es auch eine (Wieder-) Veröffentlichung ausgewählter Beiträge im Rahmen einer Art Best-Of-Reihe geben oder so, keine Ahnung. Ferner werden sich welche fragen, wo denn die meisten Fotos geblieben sind. Die sind in der Tat gelöscht. Vorsichtsmaßnahme.

Samstag, 24. März 2018

Jenseits der Blogroll - 03/2018


"Ich glaube nicht an Heilslehren und Einseitigkeiten, nicht an das Niederbrüllen von Ungläubigen und an den einen, alles entscheidenden Menschheitsfehler. Ich glaube nicht, dass alles in Wirklichkeit ganz einfach wäre, wenn man nur die Richtigen kaltstellt oder wegschafft oder fertigmacht, kastriert oder abknallt. Ich glaube auch nicht, dass ich oder irgendjemand sonst sich von einem aufgehetzten, vielfach uninformierten Mob das Maul verbieten lassen sollte." (Thomas Fischer)

Es ist wieder einmal Zeit für die monatliche Linksammlung mit allem, was mir so an Interessantem, Überraschendem und sonstwie Lesenswertem untergekommen ist. Da wäre etwa Thomas Fischer. Dass seine Kolumne 'Fischer im Recht' eingestellt wurde, ist schade. Aber dass er es ohne nicht lange würde aushalten können, war irgendwie klar. Also schreibt er jetzt gelegentlich für meedia. Jüngst über kenntnisfreie Faktenchecker in Frank Plasbergs Quasselrunde. Der Mann ist kontrovers, manchmal weitschweifig, sieht sich vielleicht selbst gern schreiben, aber er versteht in der Regel sehr viel von dem, über das er da schreibt, und vor allem ist er nie langweilig.

Mittwoch, 21. März 2018

Ein Jubiläum (5)


Heute vor 100 Jahren, am 21. März 1918, begann die so genannte 'Michael-Offensive' der deutschen Armee

Mit der Bemerkung, Recht sei kostbarer als Frieden, hatte der pazifistisch gesinnte US-Präsident Wilson im April 1917 den Eintritt der bis dahin mehrheitlich isolationistischen USA in den ersten Weltkrieg begründet. Auf Friedensangebote Wilsons ging man nicht ein, da man immer noch die Möglichkeit eines 'Siegfriedens' sah und dergleichen Verhandlungen als verbrämte Kapitulation auffasste. Ende 1917 sah die Entente sich keineswegs auf der Siegerstraße und auf deutscher Seite dachte man, mit einer letzten großen Offensive im Westen, es wäre die erste seit 1916, müsste sich das Blatt wenden lassen. 'Kaiserschlacht', so wurde das Vorhaben auch genannt. Doch Wilhelm II. war politisch längst kaltgestellt und bloß noch Symbolfigur. Auch wusste man um die Stimmung in der Heimat. Diese eine allerletzte Anstrengung, so erzählte man den Soldaten und der Bevölkerung, ein letzter Schlag, und die kriegsmüden Alliierten würden umkippen wie ein tönerner Riese, dann würden die Osterglocken den Sieg einläuten. Es sollte, wie so oft in diesem seit dreieinhalb Jahren dauerndem Krieg, anders kommen.

Montag, 19. März 2018

Bärendienste


Es ist verständlich aber sinnlos, Jens Spahn eine Zeitlang vom Hartz-IV-Regelsatz leben lassen zu wollen.

Es sagt so einiges, dass unter denen, die jetzt nicht müde werden, die immensen Leistungen des verstorbenen Stephen Hawking zu rühmen, genügend sein dürften, die andernorts nicht müde werden, Sozialstaatlichkeit als linke Humanitätsduselei zu bekämpfen. Hawking selbst, obwohl aus durchaus situierten Verhältnissen stammend, hat zu Lebzeiten immer wieder darauf hingewiesen, dass sein unerwartet langes Leben und seine Arbeit als Wissenschaftler vor allem der Unterstützung des NHS (National Health Service), dem steuerfinanzierten Gesundheitsversorgungssystems in Großbritannien, zu verdanken waren. Dessen weitgehende, am liebsten völlige Abschaffung gehört seit geraumer Zeit zu den vorrangigen Projekten jener konservativen Politiker auf der Insel, die sich jetzt im Glanz von Hawkings Meriten mitsonnen. Zurück auf den Kontinent.

Samstag, 17. März 2018

Schmähkritik des Tages (16)


Heute: Jens-Christian Rabe über das neue Albung der Band Frei.Wild

"Ja, es ist wieder einmal so weit: Es gibt mit »Rivalen und Rebellen« [...] ein neues, zwölftes Album der Südtiroler Dampfstrahl-Punkrock-Band Frei.Wild, die gerne mit allerlei Völkisch-chauvinistisch-nationalistischem herumzündelt, aber dann noch nicht rechts sein will, sondern einfach dagegen. Also gegen den Mainstream und seine »Systemmarionetten«, die die Band und ihre Anhänger angeblich nicht so sein lassen wollen, wie sie am Ende aber doch sind. Das hässliche Hölzchen, über das die Freunde und Feinde diesmal springen dürfen, heißt »Geartete Künste hatten wir schon« und ist der Soundtrack zur Metapolitik der Neuen Rechten, bei der es im Kern ja nie um die Sachen selbst geht, sondern immer nur darum, dass alle anderen ewig »im Gleichstrom« schwimmen und die »wahren Rebellen« nur sie selbst seien. Musik zur Zeit in ihrer gruseligsten Form, die in den deutschen Mainstream-Pop-Charts ganz weit oben landen wird, sehr wahrscheinlich sogar auf dem ersten Platz, wie seit 2012 allein drei der vier letzten Alben der Band." (Süddeutsche Zeitung, 16.3.2018)

Mittwoch, 14. März 2018

Hängt ihn höher!


Es ist eine durchaus spannende Frage, ob die westdeutsche Gesellschaft der Achtziger eine befriedetere war als die heutige. Das lässt sich etwa diskutieren am Beispiel der Geiselnahme von Gladbeck, die sich heuer zum 30. Male jährt. Obwohl die Tragödie von München damals gut fünfzehn und der so genannte 'Deutsche Herbst' gerade mal knapp zehn Jahre her waren, schien man in keiner Weise vorbereitet auf zwei völlig planlos agierende Typen, die im Prinzip bloß das kopierten, was Gangster in Filmen machen. Leider waren die Waffen echt. Über vieles könnte man eigentlich nur lachen, wenn nicht zwei unbeteiligte Menschen ums Leben gekommen wären, deren Tod höchstwahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre und deren Hinterbliebene noch heute darunter leiden.

Sonntag, 11. März 2018

Ronny des Monats - März 2018


Beginnen wir diese Ronny-Verleihung mit einer guten Nachricht außerhalb des Wettbewerbs: Die vom NRW-Verfassungsschutz als rechtsextrem bezeichnete Kleinstpartei 'pro Köln' hat ihre Selbstauflösung beschlossen. Als (nicht im 'Postillon' erschienene) Begründung ließ man verlauten, man habe seine "Mission erfüllt". Aha. Welche war das? Falls es die gewesen sein sollte, sich in einer Tour gnadenlos zu Deppen zu machen, dann kann man in der Tat nur sagen: Glückwunsch! Mission accomplished. Man könnte zur allgemeinen Erheiterung auch erwähnen, dass im Februar der erfolgreichste 'Artikel' in Sachen Interaktionen bei Facebook eine frei erfundene Meldung des berüchtigten Halle-Leaks-Blogs war. Der anonyme Autor titelte: "Laut Merkel ist Flüchtlingen bei den Tafeln unbedingter Vorrang zu geben - Wir luden sie ein". Nun gut, was soll man schon erwarten in einer Zeit, in der es, wie Bill Maher treffend zusammenfasste, schon als Debatte gilt, wenn drei Idioten ohne Privatleben sich darüber aufregen, dass Jennifer Lawrence keinen Mantel trägt (und in der Facebook immer noch für eine ernstzunehmende Informationsquelle gehalten wird, möchte man ergänzen)?

Genug der Komödie, zum Ernst des Lebens - die Preisträger im März:

Mittwoch, 7. März 2018

Verlorene Kulturgüter


Es war ja noch nie so leicht wie heute, ein Snob zu sein. Einmal bei chefkoch.de oder in ähnlichem Umfeld behauptet, dass man vielleicht Butter verwenden sollte statt gehärtetem Pflanzenfett, sich vielleicht gar geoutet als jemand, der weiß, dass es einen Unterschied gibt zwischen Süß- und Sauerrahmbutter - zack, schon haste das Stigma auf der Stirn pappen.

Klar, früher, da hat man sich die Wochenenden anders um die Ohren gehauen. Heute? ich bitte Sie! Freitags vielleicht kurz bei der Tafel vorbeischauen und sich köstlich darüber amüsieren, wie die Habenichtse sich um Aussortiertes prügeln, danach Streetfood und in die Schampus-Bar. Anschließend Clubbing. Samstags Brunch und Powershopping, dann Essen im Sternelokal des Vertrauens. Wenn das Diner dann beendet ist und der Küchenchef sich persönlich versichert hat, dass auch alles zum allerbesten war und diverse Ründchen aufs Haus hat springen lassen, der hauseigene Limousinen-Service einen am Hotel abgesetzt hat, wo man noch einen kleinen Absacker nimmt, vielleicht einen 85er Château Petrus (oder doch den 89er Pomerol?), heißt es zeitig zu Bett. Fit for job bleiben, am Sonntag um sechs geht’s joggen. Na kommen Sie, so geht’s doch zu in diesem Deutschland, in dem wir gut und gerne leben, noch nie so viele Arbeit hatten wie heute und die Personalchefs der Nation schon den Kopf in der Schlinge haben, weil sie einfach keine Leute mehr finden, obwohl sie schon astronomischste Löhne zahlen.

Montag, 5. März 2018

Banking Bad


Das Bankgeschäft ist eigentlich eine sehr simple Angelegenheit. Kann jeder kapieren, der rudimentär der Grundrechenarten mächtig ist. Wovon leben Banken? Davon, Geld zu leihen und zu verleihen. Leihen sie sich Geld, dann heißt das Konto, Sparbuch, Festgeld etc., verleihen sie welches, heißt das Kredit. Von der Differenz zwischen Einlagen- und (höheren) Kreditzinsen lebt die Bank. So simpel wie genial war es ursprünglich gedacht und auch gar nicht blöd. Funktioniert übrigens heute noch. Im Schwäbischen gibt es Kleinfilialen der Raiffeisenbank, die bieten bis heute nur drei Dinge an: Ein Girokonto, ein Sparbuch und einen Kredit. Rechnet sich, immer noch.

Freitag, 2. März 2018

Armutskitsch


Die Vergangenheit der 'Harry Potter'-Erfinderin Joanne K. Rowling ist oft kolportiert worden. Wie sie im bitterkalten Edinburgh als allein erziehende Mutter auf Sozialhilfe angewiesen war und ganze Tage in Cafés verbrachte, da diese im Gegensatz zu ihrer Wohnung geheizt waren. Und wie sie, während das Kind schlief, Entwürfe für die 'Harry Potter'-Reihe auf Servietten notierte, weil die im Gegensatz zu Schreibpapier kostenlos waren. Dieses Bild der darbenden jungen Autorin in spe ist tief ins öffentliche Bewusstsein gesickert. Ihr quasi offizielles Portrait in der Londoner National Portrait Gallery zeigt sie barfuß  an einem Kaffeehaustisch sitzend in einem engen, kargen, mit einem Elektroofen beheizten Zimmer.

Montag, 26. Februar 2018

Tut es nicht, Genossen!


"Wir erinnern [...] an das Desaster von 1928. Es ging damals im Wahlkampf um die Finanzierung der Marine. Die rechten Parteien wollten den Bau des teuren Panzerkreuzers A durchsetzen, kürzten aber zugleich die Zuschüsse für die Schulspeisung armer Kinder. Mit der Parole 'Kinderspeisung statt Panzerkreuzer' zogen wir in den Wahlkampf. Das hat uns viele Stimmen gebracht, aber nicht genug, um allein zu regieren. Also bildeten wir eine Große Koalition. Das Erste, was diese beschloss, war die Finanzierung des verhassten Panzerkreuzers. Unsere Minister fielen um, weil sie den Bestand der Koalition nicht gefährden wollten. Wir waren entsetzt. Die SPD-Basis revoltierte. Aber der einmal eingetretene Glaubwürdigkeitsverlust war nicht wiedergutzumachen. 16 Monate später platzte die Koalition wegen einer geringfügigen Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Bei den Neuwahlen 1930 verzeichnete die SPD herbe Verluste, die NSDAP schnellte von 2,6 auf 18,3 Prozent. Unsere Minister hatten 'staatspolitische Verantwortung' gezeigt, aber langfristig unermesslichen Schaden angerichtet. Auch das spukt uns dieser Tage im Kopf herum.

Sonntag, 25. Februar 2018

Halbkritisches zu Olympia (2)


Dass ich zu Olympischen Winterspielen eine Zeitlang eine Art special relationship pflegte, mag an den ausgeübten Sportarten liegen. Während Sommerspiele, wie die wunderbare Anja Rützel jetzt so richtig anmerkte, sich beim Zusehen vor allem nach Schweiß und Anstrengung anfühlen, strahlen Winterspiele eine "gefrostete Eleganz" aus, weil sich Athleten dort nur mit Wurstpellenanzügen den Elementen entgegenstellen in Sportarten, die im Gegensatz zu den sommers betriebenen oft abenteuerlich und gefährlich sind. Und dass amusische, stockhomophobe Familienoberhäupter sich alle vier Jahre für Eiskunstlauf begeistern können, ohne verklemmte Schnappatmung zu kriegen, das kriegt wohl wirklich nur Olympia zustande.

Freitag, 23. Februar 2018

Jenseits der Blogroll - 02/2018


Wie immer zu Beginn der letzten Woche des Monats eine Sammlung dessen, was mir seit dem letzten Mal Interessantes, Überraschendes und Bedenkenswertes begegnet ist. Viel Spaß.

Wie sieht eigentlich Armut aus? Nach immer noch gängiger Auffassung tragen Arme zerfledderte Klamotten, leben unter der Brücke, decken sich mit der Zeitung zu und sind überhaupt selber schuld, weil es das bei uns ja gar nicht geben kann wegen unserem supertollen Sozialstaat. Elfriede Hammerl hat einmal durchgespielt, wie Armut inmitten wohlsituierter Mittelschichtmenschen aussieht und wie sie sich auswirkt. Nota bene: Frau Hammerl ist Österreicherin, dort gibt es noch keine 'Agenda 2010'. Etwas in der Art soll es aber bald geben dort, wenns nach den Schwarzblauen geht.

Mittwoch, 21. Februar 2018

Wenn Blicke...


Das Düsseldorfer Original Manes Meckenstock meinte einmal, der Lieblingssport nicht weniger Düsseldorfer sei 400 Meter blöd gucken - auf der Kö. Der Mann muss es wissen, der ist von da. Zumal ein Bummel über die teure Meile einem zu verraten vermag, dass er damit nicht völlig unrecht hat. Was ich nicht wusste, ist, dass blöd schauen auch ein echtes Geschäftsmodell sein kann. Und damit herzlich Willkommen zu einem unserer viel zu seltenen Ausflüge in die faszinierende Welt der Esoterik. Dieses Mal geht es nicht um heilende Steine, Channeling, Lichtnahrung oder Flache Erde, sondern um einen Mann, der allein kraft seines Blickes wahre Wunder bewirken kann.

Montag, 19. Februar 2018

#DenizFree


Natürlich freue ich mich, dass Deniz Yücel freigelassen wurde. Dass er es geschafft hat, diktatorisch tickende Arschgeigen gleich in zwei Ländern gegen sich aufzubringen, ist definitiv ein Zeichen, dass der Mann seinen Job kann. Und je mehr hier diejenigen, die sich einreden, für das Volk zu sprechen, weil sie Kommentarspalten fluten, schäumen und sich empören, desto besser geht es mir. Dass dieser dahergelaufene "Kameltreiber" (André Poggenburg) und "Kümmelhändler" (Poggenburg) unsere schöne Presse- und Meinungsfreiheit missbraucht hat für sarrazin- und deutschfeindliches Geschmiere, das sie nicht müde werden auszubuddeln (und aus dem Zusammenhang zu reißen), werden sie ihm eh nie verzeihen. Und obzwar wohl auch Erdogan als "Kameltreiber" (Poggenburg) und "Kümmelhändler" (Poggenburg) gelten muss, dürften nicht wenige insgeheim ein wenig neidisch sein auf dessen Möglichkeiten, unliebsame Stimmen quasi nach Belieben ins Loch werfen zu lassen.

Samstag, 17. Februar 2018

Schmähkritik des Tages (15)


Heute: Jennifer Nathalie Pyka über Dresdner Gedenken

"Die Dresdner verfügen über eine einzigartige Begabung, sobald es darum geht, sich selbst zum unschuldigen Opfer der Geschichte zu befördern. Einer Geschichte, die laut sächsischer Überlieferung natürlich erst in diesem Februar 1945 losging – also zu dem Zeitpunkt, als auch die Dresdner selbst den bis dahin schon sechs Jahre andauernden Krieg zu spüren bekamen. Von da an mauserten sich die Elbflorenz-Bewohner zu Experten für angewandte Kritik einer auf die Zivilbevölkerung ausgerichteten Kriegsstrategie. Als die deutsche Luftwaffe ihre Bomben etwa über Warschau und Coventry abwarf, waren die Dresdner dahingehend bedauerlicherweise noch nicht so weit. Einige von ihnen sind es bis heute nicht. Insofern ist es nur konsequent, dass daneben auch der deutsche Vernichtungsfeldzug im Osten sowie die Gaskammern ihren Platz im örtlichen Geschichtsbuch räumen müssen. An ihre Stelle tritt die vom Bombenkrieg betroffene Oma, die exklusiv und ausschließlich als Bombenopfer betrachtet wird. Dass Oma nicht nur Opfer der britischen Luftangriffe, sondern womöglich auch eine glühende Nationalsozialistin war; dass beides eventuell sogar in Zusammenhang zueinander steht – wenngleich die Bomben keinen Unterschied zwischen Tätern, Mitläufern, Unschuldigen und Verfolgten machten –, gilt von Dresden aus betrachtet nicht selten als pure Ketzerei. An der Elbe hat man es lieber bekömmlich." (Salonkolumnisten, 13.02.2018)

Mittwoch, 14. Februar 2018

Geknusper, gegendert


Indra Nooyi, CEO des Nahrungsmittelgiganten Pepsico, zu dem auch der Knabberkramhersteller Doritos gehört, hatte jetzt eine bomfortionöse Idee. In einem Interview mit freakanomics enthüllte sie, man arbeite daran, spezielle Chips für Frauen auf den Markt zu bringen. Moment mal, dämmert's einem da, das ist doch ein ganz alter Hut, so was gibbet doch längst:

Montag, 12. Februar 2018

Ronny des Monats - Februar 2018


"Wenn die Feministinnen um Andrea Nahles es erstmal hingekriegt haben, sich sexlos zu klonen, dann stecken sie uns nämlich alle mit falschen Vergewaltigungsvorwürfen in den Gulag und übermalen dann laut lachend unsere Kunst am Bau. Mit Menstruationsblut." (Peter Weißenburger)

So viel zu den Sorgen und Nöten Besorgter Bürger. Karneval ist auch wieder. Zwar soll dies keine Karnevalssonderausgabe werden, doch fällt auf, dass des Öfteren von rassistischen Ausfällen zu hören ist bzw. dass immer öfter faschistoid bis rassistisch auf Kosten von Minderheiten gescherzt wird. Einzelfälle noch, aber es häuft sich. Bereits an anderer Stelle wurde hier verhandelt, dass dem so weltoffenen Selbstbild der Jecken nicht zu trauen ist, zumindest nicht überall. Entgegen ihres Selbstbildes, sind Narren meist keine Widerstandskämpfer. Die Komiker vom Rhein etwa hatten kein Problem, das Niveau ihres Frohsinns zwischen 33 und 45 dem der Machthaber anzupassen. Karneval ist - Plattitüde voraus! - ein Spiegel der Gesellschaft. Und rückt die nach rechts, dann tut es auch der Karneval. Wundern sollte einen also gar nichts.

Freitag, 9. Februar 2018

Das kleine Grokodil


"Außenpolitische Stabilität wird innenpolitisch mit der endgültigen Aushöhlung der Volksparteien erkauft. Wer noch Kritik an der 'Groko' loswerden möchte, der sollte das bald tun: Die aktuelle wird vermutlich die letzte sein, die noch eine eigene Mehrheit hat." (Richard Volkmann)

Ex-Kanzlerkandidat und Ex-100-Prozent-Parteivorsitzender Machtin Chulz hat es doch noch um Haaresbreite verbockt, sich echte Meriten zu erwerben. Er hatte eine echte Chance, "Großes für den Glaubwürdigkeitsverlust von Politikern" (Bettina Gaus) zu leisten. Das hätte er zweifellos auch getan, wenn er tatsächlich nach der x-ten Kehrtwende binnen eines Jahres noch das Amt des Außenministers angetreten hätte. Tut er nun nicht. Warum ist mir übrigens egal. Sorgen um ihn wird man sich wohl nicht machen müssen. Unter denen, die nun zu Minister/innen aufsteigen, werden schon welche sein, die ihren Platz auf der Landesliste für ihn freimachen und ihm dadurch zu einem Bundestagsmandat verhelfen werden.

Dienstag, 6. Februar 2018

Elitesündenböcke


'Elite' war früher mal eine Joghurtmarke. Die gibt es nicht mehr. Elite aber ist inzwischen zum arg zweischneidigen verbalen Schwert mutiert, so rein semantisch. Einerseits ist es als Präfix vielen eine willkommene Hilfe beim alltäglichen Dicketun und Selbstüberschätzen. Etwa weil sie ein Profil bei 'Elitepartner' unterhalten, jenem Paarungsportal derer, die sich selbst schon ein Stück weit zu den gebildeten Ständen zählen und daher gern eine/n scharfe/n und/oder zahlungskräftige/n Akademiker/in abkriegen würden. Andererseits ist Elite als Substantiv, hier vor allem im Plural, also im Aggregatszustand der 'Eliten' mittlerweile zum Universalwatschenmann geworden für alles, was so schief läuft.

Samstag, 3. Februar 2018

Chefgekoche


"Schlecht kochen ist keine Kunst, das kann jeder. Aber auch noch stolz darauf sein, das bringen nur deutsche und englische Hausfrauen fertig." (Wolfram Siebeck) 

So ziemlich jeder hat so seine guilty pleasures. Dinge, die eigentlich nicht gehen, die man aber trotzdem mal macht. Und sich hinterher ein wenig schlecht fühlt deswegen. Beim Essen etwa. Auch ich bin nicht frei davon. Gut, Dosenravioli kriege ich beim besten Willen nicht mehr durch den Hals, aber so hin und wieder mal ein 'Original italienisches Spaghettigericht' für 70 Cent, obwohl das mit Pasta nur sehr am Rande zu tun hat. Kindheitserinnerungen. Es kommt durchaus vor, dass ich - shocking! - ein paar Spritzer Maggi an eine Dosensuppe gebe. In meinem Kühlschrank befinden sich Dinge wie Tomatenketchup (wenn auch aus dem Bioladen) und Majonaise. Überhaupt koche ich zwar so oft es geht aus frischen Zutaten, aber nicht so oft, wie ich das gern täte. Der selige Paul Bocuse möge sich meiner erbarmen. Und selbstverständlich hat auch jeder das Recht auf so was. Wieso auch nicht? Wir sind alle keine Heiligen und es gibt immer Idealvorstellungen und Realitäten. Alles fein bis hierher.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Überschätztes Mitgefühl


Mitgefühl kann etwas Wunderschönes sein, keine Frage. Ein lieber Mensch, ob nahestehend oder nicht, der ahnt, dass es einem schlecht geht und ohne viel Federlesens im richtigen Moment das Richtige sagt und tut, kann ein Segen sein. 

Wenn Mitgefühl jedoch zur bloßen Floskel verkommt, zum spottbilligen Marketingmittel, aus dem rein gar nichts folgt, wird es eklig. Neulich gab mein smartes Endgerät wieder einmal den Geist auf und weigerte sich, hochzufahren. Muss daher eingeschickt und repariert werden. Dauert. Das ist umso ärgerlicher, als dass das bedeutet, sich danach längere Zeit mit dem Wiederherstellen diverser Daten befassen zu müssen. Ja, natürlich hätte ich mal ein Backup machen müssen. Nur reicht bei einem Android-Gerät ein reines Backup mithilfe der Hersteller-Software nicht wirklich aus. Denn das sichert nur Kontakte, Telefonate, SMS ("Was ist eine SMS, Opa?") sowie Mediendateien. Alles andere, also diverse Apps, Whatsapp/Threema etc., muss extra in irgendwelchen Clouds abgelegt, wofür weitere Benutzerkonten mit neuen Passwörtern angelegt werden müssen etc. Aus 'mal eben schnell ein Backup machen' wird da leicht mal ein abendfüllendes Programm. Also lässt man es schon mal. Dummerchen.

Montag, 29. Januar 2018

Re: Inbus-Ingvar


"Doch es gab auch den anderen Kamprad. Der sich noch bis in seine späten 20er in Nazikreisen bewegte. Der nichts dabei fand, dass politische Gefangene in der DDR für sein Unternehmen ausgebeutet wurden und Kindersklaven in Pakistan Ikea-Teppiche knüpften. Der seinen Lieferanten Bedingungen diktierte, die eine anständige Bezahlung ihrer Beschäftigten unmöglich machte. Und der das Land, mit dessen Farben er Ikea schmückte, schon 1973 verließ, weil er in Schweden keine Steuern zahlen wollte. Eigentlich wollte er nirgendwo Steuern zahlen und ließ seinen Konzern entsprechend verschachtelt konstruieren. Doch das Bild dieses Kamprad hatte nie eine Chance gegen die gelungene Inszenierung des anderen." (Reinhardt Wolff)

Samstag, 27. Januar 2018

Es solo un poema


"Fünfzig Jahre nachdem der beste Teil der akademischen Jugend aus dem Zombiefriedhof Nachkriegsdeutschland ein erträgliches Gebilde zu formen begann, müssen sich Studierende wieder »barbarischen Schwachsinn« (Christoph Hein), pardon, andichten lassen." (Ambros Waibel)

Man muss gelegentlich daran erinnern, was an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin eigentlich genau geschehen ist. Das muss einem nicht passen, aber man sollte vielleicht respektieren, dass die Entscheidung, Eugen Gomringers Gedicht auf der Südfassade zu übermalen und gegen ein anderes zu ersetzen, zuvörderst einmal Sache der Hochschule und damit zu respektieren ist, sofern alles mit rechten Dingen zugegangen ist dabei. Natürlich kann man eine Menge Kritisches anmerken zu dieser Entscheidung. Man kann sie etwa heillos überzogen nennen. Oder finden, dass es wichtigeres gibt. Das wäre im übrigen auch meine Lesart. Wenn der AStA es als Hauptproblem identifiziert hat, dass die Gegend um den Platz vor der Hochschule eine sei, in der sich Frauen eh schon unwohl fühlten und das Gedicht da lediglich verstärkend wirke, dann darf man selbstverständlich fragen, wieso dann nicht jenes Hauptproblem angegangen wird.

Freitag, 26. Januar 2018

Jenseits der Blogroll - 01/2018


Die letzte Woche eines jeden Monats ist ja seit neuestem Netzwerk-Zeit. Links zu interessanten Sachen, auf die ich so gestoßen bin und gern verbreitet sähe. (Das muss übrigens nicht immer brandaktuelles  Zeug sein, sondern kann auch mal Patina angesetzt haben.) Die letzten Tage standen leider sehr unter dem Eindruck des völlig unerwarteten Verlusts des Kollegen und Mitbloggers Charlie. Ich mag da nichts groß aufwärmen - was ich dazu öffentlich zu sagen hatte, habe ich letztens gesagt - aber hier noch einmal auf Worte anderer Blogger hinweisen, etwa auf die von Arbo, Schirrmi, Pantoufle und flatter - Chronistenpflicht, traurige. Wer einen weiteren Nachruf gefunden hat und gern publik gemacht hätte, ist selbstverständlich herzlich eingeladen, das per Kommentar zu tun.

Dienstag, 23. Januar 2018

Non scholae... (2)


Hey, verbeamtete Lehrer, die sich beim Bundesverfassungsgericht ein Recht auf Streiken einklagen wollen,

ich mag wirklich nicht auf euren durchaus zahlreichen Privilegien herumhacken oder auf der Tatsache, dass ihr automatisch jene Gehaltserhöhungen, die eure, exakt die gleiche Arbeit tuenden, aber deutlich weniger verdienenden angestellten Kolleginnen und Kollegen erstreiken, bequemerweise auch bekommt. Ich will auch nicht die blöde Leier anstimmen, von wegen: Augen auf bei der Berufswahl. Dass niemand gezwungen wird, ein Beamtenverhältnis einzugehen, das per Definition eben kein Angestelltenverhältnis ist. Dass euer Dienstherr das mit dem Deal Unkündbarkeit plus andere Vorzüge gegen Streikverbot im voraus immer völlig offen handhabt und dass man ein Beamtenverhältnis auch wieder aufheben kann, wenn's denn gar so sehr drückt.

Sonntag, 21. Januar 2018

Ein paar Worte


Natürlich soll man über Tote nur Gutes sagen, ihnen zumindest keine Schmähungen hinterherrotzen, doch betreibt man sicher keine Leichenschändung, wenn man sagt, dass der am Donnerstag überraschend verstorbene Charlie nicht immer ein einfacher Charakter war. Seinen Hass auf das herrschende System konnte ich noch gut verstehen, nicht zuletzt wegen der Kämpfe, die er als chronisch Kranker mit dem Jobcenter auszufechten hatte. Wie er sich aber des Öfteren förmlich verbiss in einzelne Leute, etwa andere Blogger, darunter welche, die politisch gar nicht mal so auseinanderlagen mit ihm, ging mir meist deutlich zu weit.

Samstag, 20. Januar 2018

No words.


Am heutigen Samstag, dem 20. Januar 2018, postete der altautonome zu Charlies letztem Beitrag auf dem Narrenschiff folgenden Kommentar:

Freitag, 19. Januar 2018

Unter der Sonne nichts Neues


Momentan ist man nicht sicher, was schlimmer ist: Der Eiertanz, den die Spezialdemokratie seit der Bundestagswahl veranstaltet, oder dessen mediale Aufarbeitung. Himmel, Himmel, Himmel, was ist nur mit der SPD los, wird da mit Stauneaugen und offenen Mundes gebarmt. Schau sich einer diese Zerrissenheit an! Mei oh mei, wo kommt die denn auf einmal her? Dabei müsste eigentlich jedem mit einem Rest nichtverschüttetem Zehnteklassewissen Geschichte im Brägen doch sonnenklar sein, dass das, was die SPD da seit einiger Zeit aufführt, nichts anderes ist als gelebte Normalität seit 1914. Man ist mehrheitlich eine kleinbürgerliche Partei, die mit dem Kapital gemeinsame Sache macht und sich einen linken Flügel hält, der ein wenig stören darf, aber nicht zu sehr. Die Jusos dürfen sich bisschen ausprobieren und sich die Hörner abstoßen, für Höheres kommt nur infrage, wer irgendwann vernünftigTM wird. So wie Andrea Nahles.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Schmähkritik des Tages (14)


Heute: Robert Pfaller über Freiheit, vermeintlich linke Identitätspolitik und die Folgen

"Den Begriff »Freiheit« wenden viele derzeit fälschlicherweise auf ihr privates Leben an. Sie meinen mit »Freiheit«, dass sie ihren Launen, Identitäten, Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten freien Lauf lassen dürfen. Freiheit ist aber genau das Gegenteil davon: Sie ist unsere Fähigkeit, diese »pathologischen« Neigungen, wie Immanuel Kant sagt, und Marotten hinter uns zu lassen. Erst dann werden wir zu etwas Allgemeinem, zu politischen Bürgern. Nur in dieser Eigenschaft können wir uns auch dauerhaft mit anderen solidarisieren: Denn wir können nicht mit den Befindlichkeiten der anderen solidarisch sein, sondern nur mit deren Fähigkeit, sie hinter sich zu lassen. […] Eine staatliche und mediale Pädagogik aber, die uns ständig als unmündige, empfindliche, verletzliche und kränkbare Wesen hinstellt, arbeitet am Gegenteil. Sie tut so, als ob die Befindlichkeiten der Menschen das Beste an ihnen wären, und fragt sie ständig: »Stört dich da nicht etwas? Sollen wir den anderen - und dir - vielleicht noch etwas verbieten?« Auf diese Weise macht die Politik, unterstützt von bestimmten Medien, aus den Menschen furchtsame, feige, gehorsame, traurige und neidische Wesen, die das Glück des anderen immer nur als Nachteil erleben können und für autoritäre Politik anfällig sind." (Der Standard, 14.07.2013)

Sonntag, 14. Januar 2018

De Bagger kütt


Wer die Quelle des sprichwörtlichen rheinischen Frohsinns erkunden will, muss raus aus Köln in Richtung Aachen, in die Kölner Bucht, ins rheinische Braunkohlerevier, wo die RWE, ehemals Rheinbraun, buddelt wie nicht gescheit. Man verlässt das quirlige Köln, das liebliche Rheintal, das bei Bonn beginnt, ist aber noch nicht in der herben, aber landschaftlich reizvollen Eifel angelangt, die erst hinter Aachen langsam losgeht. Hier verwandeln sie seit 100 Jahren den Planeten mithilfe immer gewaltigerer Maschinerie in eine Mondlandschaft. Und weil es praktischer ist, die Kohle gleich in der Nähe zu verarbeiten, das heißt vor allem, zu Strom zu verarbeiten, herrscht hier die höchste Dichte an Kohlekraftwerken, und sie sind riesig. Riesig wie die Löcher, die hier gegraben werden.

Freitag, 12. Januar 2018

Ronny des Monats - Januar 2018


So, die erste Ronny-Verleihung des nicht mehr gar so frischen Jahres steht an. Nun, da mit dem Popanz von marodierenden Silvester-Sexmobs auch der verpeilteste Springerpresse-Leser nicht mehr hinter dem Ofen hervorzulocken war, stand der heurige Jahreswechsel ganz im Zeichen des uralten Bangemachmärchens vom unschuldigen deutschen Jungmädel, dessen Ehre von heidnischen muselmanischen Giergrabbeln bedroht ist. Man sollte darüber nicht unbedingt Witze machen, denn der Fall des 15jährigen Mädchens, das von ihrem Ex-Freund am helllichten Tage erstochen wurde, ist wirklich schlimm. Aber eben noch lange kein Grund, ein braunes Güllesüppchen im Hordentopf zu kochen, wie das jetzt etwa anlässlich der Kika-Dokumentation über die 16jährige Malvina und ihren aus Syrien stammenden Freund vielerorts passiert. Das hat Kollege Pantoufle wunderbar auf den Punkt gebracht: Die junge Dame ist alt genug, sich für eine Karriere als Soldatin zu entscheiden, wird aber von gewissen Kreisen für zu unreif gehalten, ihren Lebens- und Liebespartner frei zu wählen.

Montag, 8. Januar 2018

Non scholae...


Manchmal kann ich, wie ich zugeben muss, Gevatter Wutbürger, der permanent mit einer Riesenkrawatte auf 'Das System' und 'Die Eliten' rumläuft, ein kleines Stück weit verstehen. (Ob man sich deswegen unbedingt öffentlich zum Dömmel machen muss, ist freilich eine andere Frage.) Ich meine, wir leben in einer Gesellschaft, in der so genannte kleine Arbeitnehmer und andere Ausgebeutete andauernd befürchten müssen, beim kleinsten Fehltritt gefeuert zu werden, wohingegen es so aussieht, als genösse man in öffentlichen Ämtern und im öffentlichen Dienst weitgehende Narrenfreiheit. Das kann man natürlich ungerecht finden. Nicht minder deppert aber sind auch einige Reaktionen auf so was.

Freitag, 5. Januar 2018

In parallelen Universen


Mehr oder weniger geordnete Gedanken zu den mehr oder weniger geordneten Gedanken des Alexander Dobrindt

Es waren die frühen Neunziger. Hans-Hubert 'Berti' Vogts hatte das Amt des Fußball-Bundestrainers von 'Kaiser' Franz Beckenbauer übernommen. Der hatte unmittelbar nach dem Titelgewinn 1990 verkündet, die deutsche Nationalmannschaft werde von nun an auf Jahrzehnte unschlagbar sein. Ja gut, das sei jetzt zwar schon irgendwie blöd für alle Gegner, das wisse er, aber das sei leider nun einmal so, hugh, der Große Häuptling habe gesprochen. Beckenbauer hatte zeitlebens die Gabe, zu zirka 95 Prozent heiße Luft zu reden, das aber auf eine weltmännisch wirkende, leicht strizzihafte Art und dabei so zu tun, als nähme er sich selbst nicht völlig ernst. Das genügte, um ihn in den Augen diverser Medien und nicht weniger Deutscher zu einer Lichtgestalt zu machen.

Dienstag, 2. Januar 2018

Geht ja gut los


Da habe ich gedacht, ich könnte mir zum Start des Jahres gleich eine bequeme Nummer abholen. Arbeit sparen. YouTube-Video von Brookers Jahresrückblick hier einbauen und fertig ist der Lack. Ein wenig recherchieren im voraus hätte vielleicht helfen können:
Soso. Kann also keine 400 Sachen auf einmal machen. Der feine Herr! Und was wird jetzt aus uns?