Sonntag, 12. Januar 2014

Wenn Toleranz verdächtig wird


Was den Umgang mit Minderheiten aller Art angeht, waren es vor allem zwei, drei Maximen, die mir in den letzten Jahrzehnten dabei geholfen haben, halbwegs entspannt durchs Leben zu gehen. Erstens: Es ist reichlich zweitrangig, welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe und Herkunft ein Mensch ist oder welche sexuelle Orientierung er hat. Viel wichtiger ist die Frage, ob jemand ein Schwachkopf ist oder nicht. Zweitens: Die allermeisten Angehörigen gesellschaftlicher Minderheiten wollen mitnichten das christliche Abendland mit einer klandestinen Agenda unterwandern und erwarten weder Bewunderung noch gesonderte Aufmerksamkeit, erst recht keine roten Teppiche oder Extrawürste, sondern eigentlich nur, dass man sie möglichst unbehelligt und ohne großes Bohei ihr Leben leben lässt. Und drittens: Mein Horizont, meine Wertvorstellungen sind nicht absolut und haben daher nicht für alle zu gelten.