Freitag, 8. April 2016

Großes Kino


Mo Asumang war mir vor Ewigkeiten einmal aufgefallen als Moderatorin der Sendung 'Liebe Sünde'. Eines dieser Formate aus der Frühzeit des Privatfernsehbooms über allerlei Sexuelles, das zumeist eine penetrante "Hach, was sind wir doch alle abgeklärt, urban und so erwaaachsen!"-Attitüde verströmte. Dann begegnete mir ihr Name letztens in einem Prospekt. Im örtlichen Multiplex wurde auf Einladung der Ortsgruppe der Linken ihr preisgekrönter Dokumentarfilm 'Die Arier' gezeigt, danach sollte es eine Diskussion mit ihr geben. Den Termin hatte ich mir - hihi! - rot im Kalender markiert, doch leider hatte mich kurz zuvor ein infamer Infekt auf die Couch gezwungen.



Zum Glück wurde der Film am Dienstag auch bei arte ausgestrahlt und ist noch ein paar Tage lang in der +7-Mediathek zu sehen. Wer dies noch nicht getan hat, sollte das tun. Es gibt viel zu lernen. Über Rassismus, über Angst, über die Macht der Freundlichkeit und über die wahren Arier. (Hätte ich es zu der Veranstaltung geschafft, dann hätte ich Frau Asumang übrigens gern gefragt, wie viel Kraft sie der Dreh gekostet hat.) Wie gut, dass sie, deren Großmutter einst für die SS arbeitete, nicht auf den Rat einer Freundin gehört hat, einer Auschwitz-Überlebenden, die im Film auftritt und meint: Mädchen, lass es, bei denen ist Hopfen und Malz verloren. Großes Kino, ansehen!





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