Samstag, 2. September 2017

Schmähkritik des Tages (11)


Heute: Michael Herl über das Marketing von Firmen wie Wiesenhof und Rügenwalder

"Nun plötzlich kräht es abermals laut aus dem Norden der Republik: Wir machen nun bio! Ich frage mich halt immer wieder bei solchen Kehrwenden, nicht nur bei Rügenwälder und Wiesenhof: Wenn nun das Biozeug der absolute Clou Eurer Klitschen ist, was ist denn dann mit dem aus normalem Fleisch? Ist das schlechter? Sollen wir das dann nicht mehr kaufen? Und wenn Ihr plötzlich so von Bioprodukten überzeugt seid, warum nehmt ihr dann alle anderen nicht aus dem Sortiment? Das wäre doch konsequent, oder? Oder wirft Konsequenz nicht genug ab?

Okay. Dann seid doch wenigstens konsequent inkonsequent. Bringt eine weitere Produktreihe auf den Markt: Junk Food. Drecksfressen. Mit allen möglichen chemischen Zusätzen, garantiert aus Gammelfleisch oder wenigstens von Rindern und Schweinen, die mindestens 2000 Kilometer auf klapperigen Lastern quer durch Europa gekarrt wurden. Und von Hühnern, die nie auch nur einen einzigen Sonnenstrahl gesehen haben, geschweige denn einen Wurm. Und mit Puten, die platzen vor Kunstbrust, dann aber fein säuberlich den sommerlichen Blattsalat garnieren." (Michael Herl in: Frankfurter Rundschau, 29.08.2017)





Kommentare :

  1. Moin Stefan,
    ich bin schon vor Jahren auf Gummi umgestiegen. In der Garderobe von Werner Böhm stahl ich das Gummihuhn und was soll ich sagen, ich zehre heute noch davon.

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  2. Er fragt sich nach dem Clou. Ich helfe gerne weiter: es ist der Preis. (Da nicht für!)

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