Donnerstag, 11. Februar 2016

Gewollt, nicht gekonnt (2)


"Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen, indem sie ihre orthodoxe, hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt, über 'Persönlichkeit' redet, sich aber kaum mehr erinnern kann, was das ist, und sollte diese je zum Vorschein kommen, sie mit Rauswurf bestraft. Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge 'Entscheidung' mitteilt, und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln – wenn es bloß nicht so frauenfeindlich wäre."

Montag, 8. Februar 2016

Ronny des Monats - Karnevalssondernummer


"Die 'närrische Zeit' beginnt traditionell am 11.11. um 11 Uhr 11. Was in seiner Pünktlichkeit zum deutschen Wesen zu passen scheint. Um 11 Uhr 10 noch eben eine afghanische Familie abgeschoben - zack! - jetzt Frohsinn mit der Stechuhr. Das ist verbeamtete Fröhlichkeit, wie man sie nur noch Sonntag morgens in der ARD findet. Klasse!" (Micky Beisenherz)

Lustigkeit kennt keine Grenzen, Humor ist eine ernste Sache  und - tatäh! - lachen auf Kommando. Zwischen diesen Eckpfeilern torkelt zu Karneval das deutsche Feiervolk herum und sorgt damit dafür, dass ich mich rosenmontags mit ein paar Berlinern bewaffnet zu Hause verbarrikadiere. Da lasse ich den lieben Gott dann einen guten Mann sein und bin meinem geliebten Arbeitgeber dankbar, dass er mir den halben Tag freigibt und mir dieses Fluchtverhalten ermöglicht. Und natürlich meinem Schicksal dafür, dass es mich gnädigerweise nicht ins Rheinland oder eine andere der so genannten Karnevalshochburgen verschlagen hat.

Sonntag, 7. Februar 2016

Kein Verlass mehr


In Zeiten wie diesen haben ja jene unangenehmen Zeitgenossen Hochkonjunktur, die ihr unbedingtes Recht auf einen eigenen Standpunkt dahingehend missbrauchen, dass sie selbigen aller Welt hereinzudrücken trachten. Am liebsten mit erhobenem Zeigefinger und so richtig schön von oben herab. Im Moment wird muselmanischen Grabschern Mores gelehrt, dass es nur so eine Art ist. Gern auch mit bunten Bildern. Denn, merk auf, oh Morgenländer, der du, wie wir alle wissen, aus einer Kultur kommst, in der Frauen als minderwertig gelten: In Deutschland sind Frauen, deren gleiche Rechte und deren Ehre seit jeher quasi heilig, sie zu schützen höchster Lebenszweck eines jeden hiesigen Mannsbildes.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Nur Bares ist Wahres (2)


Wieder einmal wird die Abschaffung des Bargelds diskutiert. Manchmal frage ich mich, ob die, die das fordern, sich wirklich klar machen, was sie da eigentlich fordern. Technik-Nerds, die nichts anderes kennen und die jede elektronische Lösung per se allen anderem vorziehen, okay. Aber Menschen aus Fleisch und Blut, die noch am Leben teilnehmen? Was meinen Standpunkt angeht, wiederhole ich mich gern: Sie werden mir die letzten Münzen und Scheine aus meinen kalten, toten Händen reißen müssen. Jede elektronische Transaktion kann theoretisch überwacht werden. Was ich hingegen mit meinem Bargeld anstelle, ist allein meine Privatsache. Bargeld entzieht sich der Überwachung und der Kontrolle, und das ist auch verdammt gut so. Denken wir nicht an Wirtschaftskriminalität oder organisiertes Verbrechen, denken wir an unseren ganz normalen Alltag.

Dienstag, 2. Februar 2016

Hoffen und Glauben


Sie hatten schlecht begonnen. Die Idee, das so genannte Chlorhühnchen gleichsam zur Chiffre gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP aufzubauen, war, gelinde gesagt, nicht die beste. Denn viel zu leicht konnte sie von TTIP-Befürwortern entkräftet werden und drohte damit, die Glaubwürdigkeit des Protestes gleich zu Beginn nachhaltig zu untergraben. Ehrlich, wenn das so genannte Chlorhühnchen die schlimmste Zumutung sein sollte, die das TTIP-Abkommen mit sich brächte, dann würde ich kaum einen Gedanken daran verschwenden. Und beunruhigt wäre ich erst recht nicht.

Sonntag, 31. Januar 2016

Wollt's halt mal gesagt haben


Preisfrage: Warum ist die globale Mitfahrzentrale 'uber' eigentlich so sagenhaft erfolgreich? Wo 'uber' auftaucht, ist das klassische Taxigeschäft bald am Arsche und wo noch nicht, ist es nur eine Frage der Zeit. Wieso das? Wegen der brillanten Geschäftsidee? Des schlüssigen Konzeptes? Weil 'uber' eine Killer App ist? Weit gefehlt, es ist ganz einfach. 'Uber' ist erfolgreich, weil es von den steuerlich maximal begünstigten Räuberbaronen des New Gilded Age, denen Regulierungen aller Art ein Dorn im Auge sind, dermaßen mit Geld zugeschissen wird, dass es schlicht nicht interessiert, ob der Laden Gewinne macht oder Verluste und es dadurch möglich wird, jeden Preis noch zu unterbieten.

Freitag, 29. Januar 2016

Schwarmdummheit, lokal


"Mit der Menschenmenge ist nicht zu spaßen. Nicht einmal, wenn sie in friedlicher Absicht versammelt ist." (Arno Frank, Meute mit Meinung)

Die Lokalpresse weist die eine oder andere Besonderheit auf, die sie vom Rest der Presse unterscheidet. Da wären einmal, jene als Bratwurstjournalismus bezeichneten, aus Textbausteinen zusammengeklöppelten Elaborate, die zu Anlässen wie Karneval, Gemeindefesten, Jubiläen, Schützenfesten u.ä. unters wissbegierige Volk gebracht werden. Ferner gehört Berichterstattung über so genannte 'Kleinkriminalität' zum täglichen Brot der Lokalpresse. Raubüberfälle, Einbrüche, Schlägereien und so was. Für die Betroffenen selbstverständlich alles andere als klein, rein statistisch im Hinblick auf das große Ganze gesehen, meist schon. Weil Kriminalität aber so bald nicht aussterben wird, eine nie versiegende Quelle an Nachrichten.

Dienstag, 26. Januar 2016

Gerüchte, Retourkutschen, Kuhdung


Wer hat eigentlich letztes Jahr dieses Gerücht in die Welt gesetzt, dass jeder, der es nach Deutschland schaffe, an der Grenze von Frau Merkel mit Handschlag und Blumenkranz begrüßt würde, umgehend ein Haus oder eine Wohnung zugewiesen bekäme sowie einen Job, der mindestens 2.000 Euronen im Monat einbrächte? Aufmerksame Leser wissen, dass ich weiß Gott alles andere bin als ein Verschwörungstheoretiker. Aber wenn ich mir so ansehe, zu welchen Methoden man etwa in Russland so alles greift, um hier Unfrieden zu stiften, sicher auch als Retourkutsche für den Kurs des Westens in der Causa Ukraine, dann wundert mich gar nichts mehr.

Sonntag, 24. Januar 2016

Apartheid 2.0


Ein öffentliches Bad zu besuchen und, sei's aus Unkenntnis, aus Ignoranz oder schlicht in Ermangelung entsprechenden Textils, nicht in angemessener Badekleidung ins Wasser zu gehen, kann für die anderen eklig sein, keine Frage. Es hat per se weder etwas mit Rassismus noch mit Diskriminierung zu tun, Leute, die so handeln, auf das Verbotene ihres Tuns hinzuweisen und ihnen im Wiederholungsfall notfalls auch Konsequenzen anzudrohen, wenn's denn gar nicht anders geht. Entsprechende, schön in tastbarem Großdruck gehaltene Zettel hängen schon lange an der Kasse hiesiger Schwimmbäder. Ich hatte nur immer gedacht, solche Regeln gölten ausnahmslos für alle, und es sei letztlich schnurzpiepe, wer genau da fehlbekleidet baden ginge.

Samstag, 23. Januar 2016

Propheten und Jobkiller


Eine der dümmsten, geistfreisten und sinnlosesten Fragen, die überbezahlte und phantasielose Schlipsmichel in jenen weitgehend sinnlosen Veranstaltungen namens Vorstellungsgespräch einem stellen können, lautet: Wo sehen Sie sich in fünf bis zehn Jahren? Schon klar, sie wollen herausfinden, ob da jemand Ehrgeiz und Ambition hat, man will schließlich niemanden, der schon mit vierzig nichts anderes im Sinn hat als die verbliebene Zeit bis zur Armutsrente möglichst entspannt nach Hause zu juckeln. Ist in Ordnung, das Ansinnen, aus deren Sicht schon verständlich irgendwie. Allerdings kann es bei Lichte besehen auf diese Frage nur zwei einigermaßen vernünftige Antworten geben: