Mittwoch, 30. November 2011

Keinen Cent für Amazon


Natürlich kann es kein moralisch völlig einwandfreies Konsumieren geben. Wer von sich behaupten kann, während des ganzen Jahres 2011 ausschließlich Waren konsumiert zu haben, deren Herstellung nicht zumindest teilweise zu menschenunwürdigen Billigstbedingungen passierte, möge sich bitte melden. Wer schon den Finger heben will, weil er nur Fairtrade-Kaffee und Bioprodukte kauft, sollte bedenken: Zum Konsum gehört auch der Verzehr von Speisen, die mit nicht ethisch einwandfreien Rohstoffen zubereitet wurden, zum Beispiel in der Gastronomie oder bei Einladungen. Es dürfte kaum möglich sein, zu konsumieren, ohne irgend jemandem auf der Welt irgendwie weh zu tun. Trotzdem gibt es Grenzen dafür, was ich bereit bin, mit meinen lumpigen Kröten aktiv zu unterstützen:

Montag, 28. November 2011

Lasst mich mit meinen Finanzen in Ruhe!


Was Geld angeht, bin ich ein ziemlich hoffnungsloser Fall. Es interessiert mich nicht und alle Versuche von entsprechend qualifizierten Leuten, mich dafür zu interessieren, sind bislang gescheitert. Mein Verhältnis zu meinem Bankkonto ist wie das eines Jugendlichen zum elterlichen Taschengeld: Noch was da? Cool! Nix mehr da? Mist! Ich zahle Rechnungen meist auf den letzten Drücker und ziehe auch viel zu selten Kontoauszüge. Überhaupt ist mir mein Kontostand nur so lange nicht gleichgültig, solange er sich, egal ob Soll oder Haben, in einem halbwegs erträglichen Bereich bewegt.

Samstag, 26. November 2011

Fatale Bildungslücke


Hatte meine Oma also doch recht: Alles im Leben rächt sich einmal. Als Jugendlicher ist die Horrorfilm-Welle komplett an mir vorbeigegangen. Fragen wie: „Haste schon Ein Zombie hing am Glockenseil gesehen?“ habe ich stets, meine Ignoranz partout nicht erkennen wollend, souverän lächelnd verneint. Auch in Serie produzierte Machwerke wie Geisterjäger John Sinclair, die meine Altersgenossen stapelweise verschlangen, habe ich nach ein paar Seiten gelangweilt zur Seite gelegt.

Mittwoch, 23. November 2011

Sozialstaat der Superreichen


Trotz Krise heißt es immer noch: Sozialismus für das reichste Prozent, Kapitalismus für alle anderen.

George Monbiot

In einer am Freitagabend zu Ende gegangenen Doku-Soap wollte die hauptberufliche Tochter und Alleinerbin Tamara Ecclestone unbedingt beweisen, dass sie mitnichten ein „überflüssiger, verwöhnter, strunzdummer, hohlköpfiger und geistloser Mensch“ sei. Dies hehre Vorhaben erwies sich leider nicht als voller Erfolg. Auf Channel 5 durften wir bewundern, wie sie ihr 45-Mio.-£-Häuschen in London renovierte: Unter anderem ließ sie eine Badewanne aus mexikanischem Bergkristall für 1 Mio., ein unterirdisches Hallenbad, einen eigenen Club, einen Aufzug für ihren Ferrari, eine Bowlingbahn mit kristallverzierten Kugeln sowie einen Spa- und Wellnessbereich für ihre fünf Hunde einbauen. Letzteres aber nur, um ihr und den Tierchen den Stress eines Ausflugs zu Harrod’s zu ersparen, wenn mal wieder das Fell gesprayt und die Krallen lackiert werden müssen. Eines aber kam nicht zur Sprache: Wie viel genau Sie und ich für all diese Pracht gezahlt haben.

Montag, 21. November 2011

Martenstein, das Schmunzelmonster


Eine der großartigsten Figuren, die der große Loriot geschaffen hat, spielt eine vergleichsweise kleine Nebenrolle in seinem Werk: Es ist Onkel Hellmuth aus dem Film Pappa ante portas, kongenial gespielt von Hans-Peter Korff. Wir sehen ihn im Speisewagen sitzen und an einem mitgebrachten Butterbrot herummümmeln. Schon da möchte man ihm die Stulle aus der Hand nehmen und in die schütteren Haare schmieren. Oberflächlich betrachtet, ist Onkel Hellmuth zum Kotzen lieb. Er und seine Frau, die sich im übrigen in ihrer fünfundzwanzig Jahre währenden Verlobungszeit füreinander aufgehoben hätten*, seien heitere Menschen, pflegt er zu salbadern, und, wenn es denn einen Anlass gäbe, dann schmunzelten auch sie einmal von Herzen gern. Was diese Figur und Korffs subtiles Spiel so komisch macht, ihr echte Tiefe verleiht und über die bloße Karikatur erhebt, ist die hier und da ganz kurz aufblitzende Ahnung, dass hinter der Fassade aus überzeichneter Nettigkeit ein autoritärer, verbiesterter Zwangscharakter steckt, der seinen Mitmenschen nicht die Butter auf dem Brot gönnt: Als der Zug scharf bremst und der Kellner, vornüber kippend, in die Torte fasst, kann sein pubertierender Neffe Dieter sich das Lachen nicht verbeißen. Sofort wird er von Onkel Hellmuth mit schneidendem Unterton zurecht gewiesen, dass man meint, die Eiszapfen von der Decke ragen zu sehen: „Über das Missgeschick eines Menschen spottet man nicht!“

Sonntag, 20. November 2011

Aus gegebenem Anlass: Lettre a'la TITANIC


Sehr geehrter Innenminister Friedrich (CSU),


am Rande einer Veranstaltung der bayerischen Jungen Union am 19. November sagten Sie, einige Mitarbeiter des Verfassungsschutzes hätten „kläglich versagt“ und der eine oder andere würde sich einer „peinlichen Befragung“ unterziehen müssen.

Samstag, 19. November 2011

Wenn die Journaille sich mal locker macht


Mit "Faschismus des Herzens" meine ich die Summe kleiner Grausamkeiten, Alltagsgehabe, verdeckte Engstirnigkeit, leiser Sadismus. Das ist für mich das Saatgut des Bösen. Wenn das rechte Klima gegeben ist, dann werden diese Samen aufgehen. Immer und überall finden wir ausgesäte Felder. - William H. Gass

Es bleibt dabei: Sprache ist verräterisch. Zu sehen ist das zum Beispiel daran, dass die Mordserie an türkischen Kleinunternehmern in zahlreichen Medien als 'Döner-Morde' bezeichnet wird. Das ist nichts weniger als eine Unverschämtheit. Dieser Begriff ist in seiner so harmlos daher kommenden Schlichtheit eine Verhöhnung der Opfer und der trauernden Hinterbliebenen. Er stempelt alle türkischen Kleinunternehmer in diesem Land pauschal zu Dönerverkäufern, als ob die türkische Community nichts anderes auf die Kette bekommen würde. Man hätte auch gleich 'Kameltreiber-Morde' sagen können, das wäre die gleiche Liga. Was? In der Türkei gibt es keine Kamele? Egal, die sind doch alle gleich da unten. Die ganze verpiefte Kleingeistigkeit dieses Landes und der ganze beiläufige, alltägliche Rassismus, dem Migranten hierzulande nach wie vor ausgesetzt sind, offenbart sich da.

Donnerstag, 17. November 2011

Brain Farts, 17.11.2011


Überraschende Erkenntnisse

Das Jahr neigt sich dem Ende. Fassen wir daher die Erkenntnisse einmal zusammen, zu denen eine große Regierungspartei im bisherigen Verlauf des Jahres 2011 gekommen ist:

Montag, 14. November 2011

Gelbe Zombies


Freuen Sie sich auch so? Darüber, dass endlich, nach all den Jahren der Knechtschaft, die uns alle ausplündernden und die Luft abschnürenden, die vermaledeiten, uns alle arm machenden Steuern gesenkt werden? Haben Sie auch so aufgeatmet? Zum Dank eine Kerze gestiftet in der nächsten Kirche (aus der Sie, der Steuern wegen, ausgetreten sind)? Konnten Sie Ihr Glück auch nicht fassen beim Gedanken an die Reichtümer, die sich in naher Zukunft in Ihrer Brieftasche drängeln werden? Man sollte sich diese Nachricht gut merken. Das ist nämlich alles, was die FDP im November 2011 noch auf die Reihe bekommt: Der großen Mutter CDU ein paar ebenso sinnlose wie lächerlich Steuersenkungen für wenige aus den Rippen leiern, damit die Vorsitzendensimulation Rösler quäken kann: „Die FDP liefert!“ Dumm, wenn man sich selbst zur Ein-Themen-Partei geschrumpft hat.

Hätte man vor der Bundestagswahl 2009 zum Beispiel Guido Westerwelle eine Frage zu politischen Inhalten gestellt, etwa: „Herr Westerwelle, Sie sind als Bundesaußenminister im Gespräch. Die Kämpfe in Afghanistan nehmen an Härte zu und fordern immer öfter Todesopfer, auch bei der Bundeswehr. Was sind Ihre Vorstellungen in Bezug auf die weitere deutsche Beteiligung an solchen internationalen Einsätzen?“, dann hätte seine Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit gelautet: „Steuern senken!“ Zur Erinnerung: Die Bundesrepublik Deutschland hat einen Außenminister und er heißt Westerwelle – nur für den Fall, dass das in Vergessenheit geraten sein sollte.

Das ist das, was in Deutschland 2009 aus dem Liberalismus geworden ist. Maßgeblichen Anteil daran hat die rot-grüne Regierung von 1998 bis 2005: Wenn der größte neoliberale Turnover in der jüngeren Geschichte in Form der Agenda 2010, die größte Welle an Privatisierungen von Staatseigentum und Gesetzen zu Deregulierung von Arbeits- und Kapitalmärkten von Sozialdemokraten durchgeprügelt wird, wer braucht da noch eine Partei, deren einziger Daseinszweck während der letzten Jahrzehnte der Kampf für eine neoliberale Wende zu sein schien?

Seit den 1990ern ist das betrieben worden: Die FDP gab sich als aufrechtes, undogmatisches Häufchen Underdogs, das gegen einen angeblich heillos aufgeblähten Staat und dessen Regulierungswut tapfer für Privatisierung, Deregulierung, mehr Selbstverantwortung (lies: Sozialabbau), Steuererleichterungen und den schlanken Nachtwächterstaat eintrat. Ein kurzer, antisemitisch angehauchter Flirt mit dem rechten Rand wurde noch abrupt beendet, indem die Reißleine nicht gezogen wurde. Man nannte sich keck 'Partei der Besserverdienenden', Spaßbacke Guido machte sich mit Guidomobil, Big-Brother-Auftritt und ganz viel guter Laune an die jungen Karrieristen heran und erzählte ihnen, wie voll ungerecht es doch sei, dass sie mit ihrem sauer verdienten Geld die ganzen Tagediebe, Minderleister und Hungerleider durchfüttern müssten.

Diese Neuausrichtung ist der FDP nun auf die Füße gefallen. Die neoliberale Agenda steckt, dreißig Jahre nach dem Lambsdorff-Papier, immer noch tief in der gesellschaftliche Mitte. Sie wird im Kern von vier der fünf im Bundestag vertretenen Parteien und von zahlreichen, finanziell hervorragend ausgestatteten Organisationen propagiert. Ihre Verfechter beherrschen nach wie vor die Talkshows, die Institutionen und die Wirtschaftsseiten großer Zeitungen. Ein parlamentarischen Arm ist längst überflüssig. Die FDP der letzten zwanzig Jahre hat sich zu Tode gesiegt und hat keinerlei Reserven mehr. Und jetzt, wo immer mehr Menschen immer weniger bereit sind, sich weiter veräppeln zu lassen, steht sie endgültig nackig da. Im Fußball würde man sagen: Die Niederlagen der letzten Zeit waren hochverdient.

So sehen die kümmerlichen Reste einer vor langer Zeit in Teilen durchaus honorigen Partei aus, die ihre einzige verbliebene Aufgabe im „liefern“ sieht, und zwar Begünstigungen und Geschenke für ihre Unterstützer und Spender aus diversen Lobbys, in der Hoffnung, irgendwie überwintern zu können, bis wieder bessere Zeiten anbrechen. Die größte Schwierigkeit dabei: Solches Geschacher ernsthaft als Politik und als im Interesse des Gemeinwohls liegend zu verkaufen. Von der oft behaupteten Wirtschaftskompetenz ist in diesen wirtschaftspolitisch herausfordernden Zeiten ebenfalls nichts mehr zu sehen.

Bei aller Genugtuung und berechtigten Schadenfreude über die Prügel, die die gelbe Ichlingstruppe seit 2009 bezogen hat: Die Ironie ist doch, dass eine politische Kraft, die den um sich greifenden Kontroll-, Verbots- und Sicherheitsphantasien, der Aushöhlung von Datenschutz und Privatsphäre durch konsequentes Eintreten für Bürgerrechte entgegen tritt, gerade in diesen Zeiten dringend gebraucht wird. Der Erfolg der Piraten in Berlin zeigt das.

Trotzdem ist es alles andere als ausgemacht, dass die FDP bei der nächsten Bundestagswahl an der 5-Prozent-Hürde scheitert. Diese Partei will um jeden Preis mitreden am Tisch der Regierung, und wenn nur als Zünglein an der Waage. Das wollte sie immer schon, das steckt ihr in den Genen. Schon 1994 war sie totgesagt worden, schaffte aber, trotz großer Verluste, knapp den Wiedereinzug in den Bundestag. Auf dem Sonderparteitag am Wochenende wurden schon die ersten Portionen Kreide gefressen: Wolfgang Kubicki, derjenige Grande mit dem ausgeprägtesten Sinn fürs Populäre, flirtete bereits in Richtung Peer Steinbrück und Philipp Rösler forderte eine „kluge“ Regulierung der Finanzmärkte. Zu befürchten steht, dass sich auch 2013 wieder genug finden, die auf solche Sirenengesänge hereinfallen. Abschreiben sollte man diesen aalglatten Verein jedenfalls nicht.


Samstag, 12. November 2011

Sahra und Oskar in love


Bombe geplatzt (wenn man zu den Menschen gehört, für die das eine Bombe ist): Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine sind ein Paar. Das ist eigentlich nicht weiter der Erwähnung wert, denn es handelt sich um zwei erwachsene Menschen, die das dürfen und die wissen müssen, was sie tun. Die beiden tun nichts Verbotenes und haben sich meines Wissens nach noch nie zu Fragen von Moral und Familienwerten geäußert. Weiterhin deutet nichts darauf hin, dass hier ein Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt würde. Spekulationen, was eine so attraktive und intelligente Frau an so einem alten Knacker findet oder umgekehrt, mögen einige vielleicht interessant finden, sind politisch aber völlig irrelevant. 

Donnerstag, 10. November 2011

Der Immer-noch-Ministerpräsident


Silvio Berlusconi ist mir egal. Politisch gesehen, hat er mit meinem Leben ungefähr so viel zu tun wie der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Weiterhin ist mir das Privatleben von Prominenten und Politikern so egal, wie es einem in dieser aufgeheizten Mediengesellschaft nur egal sein kann: Man kann nicht immer umhin, es zur Kenntnis zu nehmen, aber das für die Würze des Lebens zu halten und darum einen Riesenwirbel zu machen, wäre bloße Zeitverschwendung, ein sicheres Zeichen, dass man wirklich nichts Interessantes mehr hat im Leben. Nein, so lange sie sich nicht den Moralapostel spielen, müssen Politiker im Privaten keinen vorbildhaften Lebenswandel pflegen. Wer zum Leben unbedingt Politiker als Vorbilder braucht, dem ist nicht mehr zu helfen und für Heiliges sind Religionen zuständig. 

Dienstag, 8. November 2011

Fröhliches Begriffe besetzen. Heute: Minijob


Wenn Personen des öffentlichen Lebens bestimmte Ausdrücke verdächtig häufig benutzen, dann kann das natürlich einfach bedeuten, dass sie gerade ein tolles, neues Wort gelernt haben. Man denke nur an Peter Altmaier und 'Twitter'. Wahrscheinlicher ist, dass eine von Beratern und Referenten ausbaldowerte Strategie dahinter steckt, diesen speziellen Begriff in einem bestimmten Konnotationszusammenhang zu bringen. Um ihn überhaupt erst zu etablieren, ihn umzudeuten oder ihn in einem positiven Licht erscheinen zu lassen.

Ein Beispiel ist der Begriff 'Minijob'. Klar, er kommt zunächst leichter von den Lippen als 'geringfügiges Beschäftigungsverhältnis' oder 'Arbeit auf 400-Euro-Basis'. Diese Wort- ungetüme zu ersetzen gegen das weit harmloser klingende 'Minijob' ist aber auch aus anderen Gründen von Vorteil:

Sonntag, 6. November 2011

Ein bescheidener Vorschlag


Tja, wie können wir der griechischen Wirtschaft unter die Arme greifen? Mir ist da letztens etwas Großartiges eingefallen (ich gebe zu, die Idee ist nicht wirklich von mir, Wilfried Schmickler hat vor ein paar Jahren bereits etwas ähnliches vorgeschlagen): Wenn man bedenkt, dass Griechenland außer Olivenöl noch sonniges Wetter und Inseln im Überfluss hat, wäre es da nicht ein Gedanke, ein paar dieser Inseln zu einen angemessenen Preis zu pachten und als Deppeninseln zu benutzen? So als eine Art nettes Guantanamo? Wenn ich was zu sagen hätte in diesem Land, dann würden dort alle zwangsweise hingebracht, die den Alltag unnötig stressig machen.

Donnerstag, 3. November 2011

Geschichte für Dummies


Hape Kerkeling hat das Kunststück hinbekommen, nicht nur vor zwanzig Jahren mal sehr witzig gewesen zu sein, sondern auch, es bis heute fast ohne Unterbrechung geblieben zu sein. Ob man ihn mag oder nicht, der Mann kann zweifellos was. Das deutsche Fernsehen war wohl nie innovativer und anarchischer als von 1989 bis 1991 in der von Kerkeling und seinem alten Mitstreiter Achim Hagemann entwickelten Show Total Normal. Vielleicht ist er der letzte echte Showmaster und Conferencier alter Schule, den es in Deutschland gibt. Einer, dem man ein Mikro in die Hand drücken und den Auftrag geben kann, eine voll besetzte Halle ohne Skript zwei Stunden lang bei Laune zu halten. Kerkeling würde aus dem Stegreif vermutlich um Längen Besseres abliefern als Heerscharen bestens vorbe- reiteter Moderatoren mit Stapeln von Ablesekärtchen. Welcher Teufel diesen an sich fähigen und instinktsicheren Menschen geritten haben mag, in der sechsteiligen Reihe Unterwegs in der Weltgeschichte als Erzähler und Hauptdarsteller zu fungieren, bleibt daher ein Rätsel.

Dienstag, 1. November 2011

Klassenkampf in Houndsville


Weil's grad so passend ist:

Ruben Bolling via GoComics

Linke Spinner und konkrete Forderungen


Von einigen Seiten ist zu hören, die Occupy-Bewegung sei nicht so recht ernst zu nehmen, weil sie keine konkreten Forderungen stellen würde und in schönster Tradition nichtsnutziger linker Spinner immer nur meckern könnte. Auch Dieter Nuhr, das neue neoliberale Maskottchen (mit der Bezeichnung Kabarettist sollte man vorsichtig sein) war sich nicht zu schade, in dieses Hörnchen zu tuten und die Demonstranten als naive Romantiker hinzustellen. Natürlich lassen sich solche Reaktionen leicht erklären. Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang zum Beispiel noch einmal bei Sylvain Timsits 10 Strategien der Manipulation oder Chomskys Propagandamodell nachzulesen.