Na, Männer, erinnern sich alle noch an die Musterung damals? Daran, in Unterwäsche auf den zugigen Fluren des örtlichen Kreiswehrersatzamtes warten zu müssen? An den obligatorischen Witzbold, der seinen Urinbecher randvoll machte? Den mit den acht Dioptrien und dem Beckenschiefstand, der unbedingt Kampfpilot werden wollte? Und natürlich an den Moment, in dem ein wildfremder Doc "Hose runter!" befahl und einem mit beherztem Griff und der Aufforderung zu husten ins Gemächt griff (für einige von uns gerade der Pubertät entronnenen Gymnasiasten die erste sexuelle Erfahrung im Leben)? Wir können uns freuen: Der 'Eiergriff' wird auch in Zukunft Bestandteil der Musterung sein.
Der medizinische Nutzen ist umstritten, wie man so hört. Man munkelt, das sei eher eine Art Initiationsritual, mit dem man dem Soldatennachwuchs signalisierte, dass es jetzt ernst wird im Leben und es unangenehm werden kann. Frauen, die freiwillig zum Gemustertwerden erscheinen, soll hingegen nirgends hingegriffen werden. Männer können sich vorab beim Hausarzt untersuchen und sich das attestieren lassen. So wird das nichts mit der Kriegstüchtigkeit! Dass unsereins die Musterung damals eher normal fand, lag vor allem daran, dass wir es von früher gewohnt waren, kollektiv in Unterwäsche Schlange zu stehen. Stammten wir doch aus Zeiten, in denen noch regelmäßig der Schularzt kam und zur Inspektion schritt.
Aber die Musterung soll nach Aussage des Wehrbeauftragten künftig zu einer "positiven Erfahrung" werden. Wie habe ich das zu verstehen? Junge Männer, die darauf abfahren, genital betatscht zu werden, bevorzugt?
Stell dir vor du bist ein Land in einer Wirtschaftskrise, das komplett von Exporten abhängig ist und dein Bundeskanzler besucht die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt und sagt danach öffentlich, was für ein hässliches Scheißland das ist, 10/10 Move
— E L H O T Z O (@elhotzo) November 19, 2025
Wer sich jetzt aufregt darüber, dass für das Gemälde 'Bildnis Elisabeth Lederer' von Gustav 'Blattgold-Gustl' Klimt mehr als 236 Millionen bezahlt wurden, sollte sich kurz in Erinnerung rufen, dass der Fußballklub Paris Saint Germain 2017 für den nichtsnutzigen Neymar 222 Millionen hingelegt hat, was inflationsbereinigt sogar mehr war.
Die letzte Zeit über wurde die Nachbarwohnung hier im Haus kernsaniert. Dabei wurde ein Satellitenkabel beschädigt, sodass ich seitdem keinen TV-Empfang mehr habe. Aus baulichen Gründen, die näher zu schildern hier nichts zur Sache täte, gestaltet die Reparatur sich deutlich aufwändiger als angenommen. Nun könnte man sagen: Hey, kein Ding. Zahlen muss das doch eh die Firma, die das verschuldet hat. Verursacherprinzip halt. Im Prinzip schon, meint der Vermieter, aber leider gäbe es da ein Problem: Als das passierte, seien fünf oder sechs Gewerke in der Hütte zugange gewesen. Und alle so: Wir waren das nicht, das war schon so...
Nun hat er natürlich die Möglichkeit zu klagen. Weil: Rechtsstaat! Dazu müsste er aber fünf oder sechs Prozesse führen, von denen er drei bis vier sicher verlieren würde, weil die's ja nicht gewesen sind und derjenige gegen den eigentlichen Verursacher vermutlich aus Mangel an Beweisen eingestellt würde und er nicht nur auf den Kosten für die Reparatur, sondern auch auf Gerichts- und Anwaltskosten sitzen bliebe. Jetzt trifft es mit dem Vermieter nicht den Ärmsten der Armen. Ist ärgerlich für ihn, bringt ihn aber nicht um. Wie viele Prozesse werden aber nicht geführt, weil die Betreffenden weder Zeit, Lust, Geld und Energie haben, bei Anwälten in Vorleistung zu treten, Leitzordner mit Schriftsätzen vollzuheften, bei Gericht zu erscheinen etc. Schon cool, so ein Rechtsstaat.
Epilog: Ich habe die Faxen inzwischen dicke und einen waipu.tv-Stick.
"Wer sich an die Achtziger erinnert, hat sie nicht wirklich mitgemacht." (Falco)
Ich erinnere mich. Mist.
Friedrich Merz wandelt inzwischen immer öfter in den Fußstapfen des Obelix von Oggersheim, dessen Auftreten auf internationalem Parkett immer wieder, gelinde gesagt, für Irritationen sorgte. So hat Merz jetzt nach dem Klimagipfel von Belem/Brasilien wohl kurz vergessen, dass so ein Job als Bundeskanzler etwas anderes ist als der des zweiten stellvertretenden Kassenwartes des Schützenvereins Eslohe nach sechs Warsteiner und fünf Hörnerwhisky und sich Journalisten gegenüber zu einem seiner Lieblingsthemen ausgelassen: Stadtbilder. Wir lernen: (1) Gegen Brasilien ist Deutschland das schönste Land der Welt. Offenbar trotz Kuffnucken. Das wird wohl nach Tageslage entschieden. (2) Journalisten pflegen mitunter tatsächlich ihren Job zu machen und tragen so was dann an die Öffentlichkeit. Voll gemein!

... nach Helmut Schmidt wurde das Führungspersonal eigentlich immer mediokrer.
AntwortenLöschenGruß Jens
Eigentlich wurde es schon nach Adolf Hitler immer mediokrer, was in Teilen so übel nicht war. Denn eine bestimmte Art des Herausragens des führenden Personals ist für die Geführten nicht sehr gesund, und noch weniger für die, die in deren Reichweite zu leben gezwungen sind, seien es inländische Minderheiten oder ausländische Nachbarlandbewohner. So möchten heute einen solcherart herausragenden Führer wohl nur die wiederhaben, um deren Erinnerungsvermögen und/oder geistige Gesundheit es ungut bestellt ist. Andererseits das Etwas, das da gerade zu führen vorgibt, behalten zu wollen spricht auch nicht unbedingt für einen wachen Geist. Wer über einen solchen verfügt, der kann sich ja nur wünschen, dass jenes Etwas wieder unter den sauerländischen Stein zurückkriecht, unter dem es einst hervorkroch. Vielleicht wird das schon bald geschehen, wer weiß?
LöschenAber was für ein Geziefer wird dann erst ins Kanzleramt kriechen? Ich mache mir da durchaus Sorgen.
Immerhin, es dürfte nicht viele Regierungschefs geben, die so was hinbekommen.
LöschenUnd auch nicht so viele, die bei sowas mitgemacht haben: https://de.wikipedia.org/wiki/Leningrader_Blockade
Löschen"bescheiden, wenn es um seine Virtuosität am Piano ging, die doch weit überdurchschnittlich war"
Löschen... solche Selbst-Einschätzungen vom politischen Personal gibt es heute nicht mehr. Hashtag# unsere-Luftpumpe-in-New-York.
Da wird einem ein C. L. als frischgebackener Autoverkäufer, als geerdete Person ja schon fast symphatisch.
Gruß Jens
Auch ich erinnere mich: "Das kann ich doch nicht annehmen. Das kann ich doch nicht annehmen, dass das alles sein soll."
AntwortenLöschen"Tritt ein, bring Geld herein" - so ne Fußmatte sollte ich mir endlich mal zulegen.
LöschenZugige Kasernenflure gehn heutzutage natürlich gar nicht mehr, will man unsere jungen Menschen davon überzeugen, Deutschland zu dienen. Zunächst also: Türen zu! Und vielleicht könnte man Tine Wittler („Einmarsch in vier Wänden“) reaktivieren, um die entsprechenden Räumlichkeiten ansprechend einzurichten? Dazu gedämpftes Licht, Duftkerzenduft und Kuschelrock, und der Eiergriff kann durchaus zu einer positiven Erfahrung werden, ein wenig Achtsamkeit bzw. Zartgefühl von Seiten des bzw. der Greifenden vorausgesetzt. Hilfreich wäre sicher auch, würde der Griff von einer gutaussehenden jungen Ärztin vorgenommen (bei heterosexuellen Rekruten) bzw. von einem knackigen jungen Arzt (bei homosexuellen). Jungen Männern, die dann immer noch nicht dienen wollen, könnte man zusätzlich noch eine Prostatastimulation angedeihen lassen, Happy End inbegriffen. Damit sie wenigstens eins hatten, bevor sie im Schützengraben landen. Dort kommen Happy Ends ja leider eher selten vor, zudem soll der Russe (wenigstens in Frontnähe) Achtsamkeit und Zartgefühl oft vermissen lassen.
AntwortenLöschenFehler auf dem Bild: Kuschelrock. Der mit Abstand zuverlässigste Erotikkiller weit und breit.
LöschenUnd ich dachte bisher, dass wenigstens in der westdeutschen Provinz Kuschelrock für die Fortpflanzung noch immer eine conditio sine qua non wäre ... mein Fehler! Betr. Erotikkiller hab ich noch was vergessen: Pistorius-Bildnisse sollten natürlich vor der Behandlung abgehängt oder umgedreht werden.
LöschenHach ja, Musterung … schön war’s! Bin da in der aus dem letzten London-Urlaub mitgebrachten 2nd-Hand-Kapitänsuniform aufgelaufen, erzählte dem Sehtest-Schergen den Text seines Rodenstock R3 vor dem Test (wir hatten den gleichen mit der gleichen Testplatte drin im Laden stehen) und zeigte ihm dann, wie man [m]eine Brillengläser korrekt misst, und verweigerte Dr. Schmierlapp (aus Gründen) die Urinabgabe. Dann durfte ich auch schon ohne Testikelgriff zur Urteilsverkündung.
AntwortenLöschenDas Wissen um sichere Untauglichkeit durch -8,5 dpt. (rechts) und -12,0 dpt. (links) half durchaus.
mal im ernst, Wehrhaftigkeit hat noch nie geschadet. Viele Tierarten sind damit Millionen Jahre durchgekommen.es sorgt eher dafür, das es nicht zum Krieg kommt. Kampf entsteht immer dann, wenn der Gegner sich eine Chance ausrechnet, den Kampf zu gewinnen.
AntwortenLöschenNun ,wenn schon Wehrdienst, dann sicher als Anforderung für alle. es sollte eher eine Art Jahr der Orientierung sein
Feuerwehr,THW,Altenpflege,Sozialdienst,Obdachlosenheim,Streitschlichter,Kita,Bundeswehr,Zoll,Bewährungshelfer,Gefängnis,Krankenhäuser,Bauhof(bitte die Liste verlängern, wenn noch was fehlt) Einfach einen Dienst an allgemeine Sozialaufgaben und über Aufgaben, über die jeder schimpft, aber eigentlich keine Ahnung hat. Damit gerade junge Menschen erfahren, was in so einen Staat im großen ,wie im kleinen an Aufgaben stehen. Damit junge Menschen lernen, das Staat nur funktioniert, wenn viele bereit sind, Aufgaben zu übernehmen, die nicht so toll sind. Sie sollen andere Blickwinkel haben ,sehen das außerhalb ihrer Blase auch Menschen und Lebensweisen existieren, die es wert sind, wertgeschätzt zu werden.
Das ist doch nichts anderes, als die Idee der Beschaffung billiger Arbeitskräfte, während dass Heer der vermittelbaren Arbeitslosen draußen bleibt.
Löschenwenn man 1 Jahr irgendwo arbeitet, dann ist das noch nicht mal eine Ausbildung, klar es wird bezahlt. Da nimmt keiner der Fachkraft die Arbeit weg. Der Vorteil ist ALLE müssen irgendwas machen, keiner kann sich rauskaufen oder sagen, er wäre ja untauglich, ergo müsse er nicht was für die Allgemeinheit tun.
Löschenvergiss bitte nicht, das es immer weniger Arbeitskräfte sind. Und aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass von deinem "Heer" kaum welche fähig sind, in sozialen anstrengenden Berufen zu arbeiten. Da gehört nämlich bei allem eine Ausbildung zu.
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