Nachdem die Argentinier in einem dramatischen Spiel die in der ersten Halbzeit grandios konternde ägyptische Mannschaft nach einem 0 : 2-Rückstand mit 3 : 2 nach Hause geschickt haben, sind im Viertelfinale bis jetzt noch sechs europäische, eine afrikanische und zwei südamerikanische Mannschaften übrig (wenn die Schweizer im letzten Achtelfinale gegen die Kolumbianer gewinnen, wäre es eine südamerikanische Mannschaft). Das muss natürlich nicht ewig so bleiben, aber die Sache machen auch dieses Mal Europa und Südamerika unter sich aus. Daher auch das Gewicht der UEFA. Dort mag zwar nicht mehr das größte Geld sitzen, aber spielerisch und fürs Entertainment ist man noch immer Maß der Dinge.
Nicht immer Kritisches über Politik, Gesellschaft, Medien, Kultur, Essen und manchmal auch Sport
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Dienstag, 7. Juli 2026
Weh-Em (6) - 1/8
Nachdem die Argentinier in einem dramatischen Spiel die in der ersten Halbzeit grandios konternde ägyptische Mannschaft nach einem 0 : 2-Rückstand mit 3 : 2 nach Hause geschickt haben, sind im Viertelfinale bis jetzt noch sechs europäische, eine afrikanische und zwei südamerikanische Mannschaften übrig (wenn die Schweizer im letzten Achtelfinale gegen die Kolumbianer gewinnen, wäre es eine südamerikanische Mannschaft). Das muss natürlich nicht ewig so bleiben, aber die Sache machen auch dieses Mal Europa und Südamerika unter sich aus. Daher auch das Gewicht der UEFA. Dort mag zwar nicht mehr das größte Geld sitzen, aber spielerisch und fürs Entertainment ist man noch immer Maß der Dinge.
Samstag, 4. Juli 2026
Weh-Em (5) - 1/16
Der Fußballdiskurs der vergangenen Jahre hat das Wortungetüm 'Unterschiedsspieler' hervorgebracht. Doch hat das Sechzehntelfinale gezeigt, dass es tatsächlich hilfreich ist, zumindest einen Spieler von Weltklasse auf dem Platz zu haben, der was reißen kann, wenn es eng wird. Die englische Mannschaft hat gegen die der DR Kongo über weite Strecken auch nicht viel kreativer agiert als die deutsche gegen die paraguyanische, hatte aber Harry Kane. Die Norweger haben Haaland, der den Unterschied macht, die Belgier Lukaku und De Bruyne. Die Liste ließe sich fortsetzen: Yamal, Ronaldo, Messi, Dembelé, Vinícius jr., Mbappé... Kann mir gut vorstellen, dass nach dem Achtelfinale nur noch Teams dabei sind, die so jemanden haben. Es sei denn, der Turnierbaum schlägt meiner Hypothese ein Schnippchen.
Dienstag, 30. Juni 2026
Auweh-Em (4) - Aus, aus! Es ist aus!
Hat der alte Fuchs Gary Lineker wieder einmal recht behalten. Die aktuelle deutsche Nationalmannschaft, so gab er vor dem Sechzehntelfinale zu Protokoll, sei eine der schwächsten, die er je gesehen habe. Nun will ich nicht den Schlaubischlumpf geben, aber die zahlreichen Baustellen innerhalb der Truppe waren auch für mich als Nicht-Experten derart eklatant, dass es einem Wunder gleichgekommen wäre, wenn man sich plötzlich zusammengerauft und mittels Brechstange und Deutscher TugendenTM auf wundersame Weise wieder zur 'Turniermannschaft' mutiert wäre, wie das 2002 zuletzt passiert ist.
Samstag, 27. Juni 2026
Weh-Em (3) - Vorläufige Vorrundenbilanz
Vorab bedanke ich mich herzlich bei Gonzalo Plata. Der schoss am Donnerstag das 2 : 1 für die ecuadorianische Mannschaft. Da mein Arbeitgeber mich zwingt, werktags zu viel zu früher Stunde das Gesäß vom Futon zu lüpfen, war ich sehr froh, dass die große Gröl- und Hupparty ausfiel und meine Nachtruhe gesichert war. Ähnliches gilt für unsere türkischen Freunde, die netterweise gleich ganz ausgeschieden sind.
Im Gastgeberland USA scheint die Propagandamaschinerie gerade auf Hochtouren zu laufen. Die DuTube ist voll mit Videos, in denen Amis sich begeistert zeigen über europäische bzw. süd- und mittelamerikanische Fankultur, die sich gerade in den Stadien und Städten ereignet. Andere wiederum sammeln O-Töne begeisterter Besucher, für die die USA das geilste Land der Welt ist, die vom amerikanischen Essen schwärmen und überhaupt alles super finden und so. Subtext: Die Welt wurde von linken Miesmachern BELOGEN über das Greatest Country In The World und erkennt nun die Wahrheit.
Donnerstag, 18. Juni 2026
Weh-Em (2) - Vorrunde/Spieltag 1
1. Spielerisch wissen wir gar nichts.
Was auch sonst? Größe ist nicht natürlich nicht alles. Der DFB hat doppelt so viele Mitglieder wie Kroatien Einwohner:innen hat. Trotzdem stand die kroatische Auswahl vor vier Jahren im Finale. Aber es gibt Grenzen. Das 7 : 1 der deutschen Mannschaft gegen Curaçao (160.000 Einwohner:innen) ist sicher eine gute Basis und sorgt für Stimmung, wird aber am Ende so viel oder so wenig wert sein wie das eher gehemmte torlose Unentschieden der favorisierten Spanier gegen die Kapverden oder das dominante 4 : 2 der englischen Auswahl gegen die kroatische. Ein Sieg im Auftaktspiel kann beflügelnd wirken, eine Niederlage muss einen aber nicht zurückwerfen. Bestes Beispiel: Die späteren Weltmeister aus Argentinien verloren 2022 ihr Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien. Am ehesten wird eine Mannschaft zur Meistermannschaft, wenn sie im Turnierverlauf einmal am Abgrund stand, in einer der k.o.-Runden ein Spiel zu überstehen hatte, nach dem das Team das Gefühl hat: Jetzt kann uns keiner mehr.
Donnerstag, 11. Juni 2026
Weh-Em (1) - Versuch einer Vorfreude
"Someone told me once that the best World Cup you ever saw was the one you watched when you were 11 years old. Give or take a year or two either side, of course. The appreciation sweet spot is right at the beginning of adolescence, when you're old enough to appreciate the magic of it, but young enough not to understand cynicism." (Paul Howard)
Nachdem die argentinische Mannschaft 2022 das Finale gewonnen hatte, bekam Mannschaftskapitän Messi vom zuständigen Emir übergriffigerweise eine Bisht umgehängt, ein traditionelles halbtransparentes Übergewand. (Man stelle sich vor, der damalige Bundespräsident Rau hätte 2006 dem italienischen Kapitän Cannavaro einen Seppelhut auf die Nuss gesetzt.) Jetzt fragt sich: Was wird Trump mit dem Kapitän der Sieger tun? Zu große Schuhe schenken? Einen Liberace-mäßigen Hermelinmantel umhängen? Den West Wing des Weißen Hauses abreißen und eine Hall Of Fame bauen? Havanna bombardieren?
Mittwoch, 20. Mai 2026
Neuerdings Nationaltorwart
Direkte Parallelen zu ziehen zwischen Sport und der Verfasstheit eines Landes ist in der Regel Kokolores. Weil Spitzensport oft lediglich ein Indikator dafür ist, wie viel Geld und Ressourcen ein Gemeinwesen, ein Regime oder eine sonstige Vereinigung bereit ist, dafür aufzuwenden. Das gilt auch für andere Bereiche. Deutschlands Donnerhallruf in Sachen Auto etwa hat nichts damit zu tun, dass Autodinge dem Deutschen irgendwie im Blut lägen, wie völkische Tröten immer noch bzw. wieder verbreiten, sondern ist vor allem ein Produkt der NS-Zeit. Die Naziführung hatte ein Faible für Sport und moderne Technik, wusste um die Massenwirkung und steckte auf Pump Riesensummen in Autowerke und Straßenbau.
Mittwoch, 18. Februar 2026
Vermischtes zu Olympia (II)
Die ersten mokieren sich schon über die eher schmale Medaillenausbeute der deutschen Teilnehmer:innen bei den kurrenten Winterspielen. Deutschland abgehängt! Buhuuu! Kannjawohlnichsein, dass das bevölkerungsreichste Land Europas so wenig Medaillen holt. Kommwadenndahin? Kann nicht mehr lange dauern, dann geht das kulturpessimistische Gebramme wieder los von wegen, da sei eine Delegation aus wohlstandsverwahrlosten Schneeflöckchen zu Olympia entsandt worden, die nur mehr Work-life-balance im Kopf habe und sich verweichlichterweise nicht mehr recht plagen und schinden wolle.
Sonntag, 8. Februar 2026
Vermischtes zu Olympia
Für Olympische Spiele habe ich bekanntlich, allem Kommerztamtam und allen problematischen Implikationen zum Trotze, einen Soft Spot. Vor allem weil dort Sportarten und Sportler:innen in den Fokus rücken, von denen man sonst nichts mitbekommt und die von den Aktiven, die davon nicht leben können, geschweige denn reich werden damit, allein aus Liebe zum Sport betrieben werden. Und die auch von Menschen mit nicht durchoptimierten Körpern betrieben werden können, eine Wampe unterm Hemd oder eine etwas ausladenere Kiste in der Hose keine Nachteile sind. Im Sommer sind das vor allem die Schießdisziplinen, im Winter ist es Curling.
Samstag, 24. Januar 2026
Frage am Rande
Was ich mich schon länger frage: Wie ist das eigentlich so als Fan von Bayern München? Jener Übermannschaft, die den Meistertitel, von einem Ausrutscher abgesehen, seit zehn Jahren quasi abonniert hat, in dieser Saison bislang jeden Gegner aus dem Stadion geschossen hat, schon jetzt, am 18. Spieltag, komfortable elf Punkte vorn liegt und deren größte Herausforderung für den Rest der Saison sein dürfte, die Spannung für die Champions League hochzuhalten. Sollte also während der Restsaison kein Meteorit an der Säbener Straße während des Trainings einschlagen und den gesamten Kader ausschalten, wodurch der FCB gezwungen wäre, mit einer B-Garnitur anzutreten (aber auch das müsste nichts heißen), können sie in München schon mal in aller Ruhe die nächste Meisterfeier vorbereiten.
Montag, 8. September 2025
Vermischtes und Zeugs (CXXIV)
Hinter dem nicht selten auch von Journalist:innen vorgebrachten Vorwurf, Politiker:in XY habe "das Land gespalten" und der daraus ableitbaren Forderung, Politiker:innen hätten gefälligst das Land zu "einen", steckt nicht nur intellektuelle Bequemlichkeit, sondern auch antidemokratische Gesinnung. Darin äußert sich eine problematische Sehnsucht nach furzgemütlicher Folxgemeinschaft und geistigem Gleichschritt. Damit es immer schön kuschelig ist. Schwierig, wenn zirka ein Viertel der Wahlberechtigten einer in Teilen gesichert rechtsextremen Partei zuneigen, mit denen ich ums Verrecken nicht kuscheln mag. Zumal es das Normalste, wenn nicht Trivialste von der Welt ist, dass ausnahmslos jedes Problem mindestens zwei Seiten hat und es immer mehr als eine Meinung dazu gibt. Weiterhin beklagen diejenigen, die von Spaltung barmen, meist nichts anderes, als dass die böse Regierung es gewagt hat, etwas zu tun, was ihnen irgendwie gegen den Strich geht.
Donnerstag, 23. Januar 2025
Geisterbahn mit Stallgeruch
Beim einst heiß geliebten, inzwischen eher so lauwarm gemochten Ballaverein Borussia Rheinmetall KGaA haben sie die nächste Trainerkrise am Start. Nuri Sahin, dessen Qualifikationen vor allem darin bestanden, 2011 eine gute Saison für den BVB gespielt, einen mittelguten türkischen Provinzverein trainiert zu haben und ansonsten ein 'Dortmunder Jung' zu sein ('Stallgeruch'), bekam seine Papiere. Was schon spätestens vor vier Wochen hätte passieren müssen. Auch eine Truppe mit dem Anspruch des BVB kann sicher mal einen schlechten Tag erwischen und unglücklich verlieren, aber sich vom Tabellenvorletzten zu Hause mit 0:3 vorführen lassen und das nicht bei nächster Gelegenheit mit einem überzeugenden Auftritt zu beantworten und statt dessen weiterzuholpern, ist eines Spitzenteams unwürdig.
Freitag, 11. Oktober 2024
Bekloppt.
"Verrat, Sire, ist nur eine Frage des Datums." (Talleyrand)
Einige mögen insgeheim gehofft haben, Jürgen Klopp wechsele nach seiner Auszeit zu einem hoffnungslos abgeranzten Unterligaclub in der Provinz. Mit Aschenplatz und Stehplatzbutze, deren Kabinen noch in dem Zustand sind, wie sie einst vom Reichssportbund gebaut wurden. Die nach Schweißmauken und Vorhaut müffeln und wo nur kaltes Wasser aus den Duschen kommt. Wenn überhaupt. Kein Geld aber viel Herz. Den Laden würde das nappagesichtige Motivations- und Mentalitätsmonster mit den 42 Zähnen dann binnen weniger Jahre erst in die zweite, dann in die erste Bundesliga und dann mindestens ins Europa League-Finale führen.
Mittwoch, 7. August 2024
Wahre Worte (76)
Heute: Heike Holdinghausen über Dressurreiten bei den Olympischen Spielen
"Wenn ZDF-Kommentator Hermann Valkyser den häufig propellerartig drehenden, häufig schief gehaltenen Schweif der Stute Gold-Stute Dalera bei der Qualifikation am Freitag nicht für ein problematisches Zeichen für Stress und Verspannung hielt, oder ihr zum Teil offenes Maul, mit dem sie sich gegen Paraden (also der Einwirkung der Reiterin mit Zügeln, Schenkeln und Gesäß) wehrte -- dann hätte er wenigstens erklären müssen, warum nicht. [...]
Freitag, 26. Juli 2024
Sommerloch: Halbkritisches zu Olympia (3)
Meine früheste olympische Erinnerung datiert von 1972. Ich war als knapp Dreijähriger mit meinen Eltern und einer befreundeten Familie im Urlaub auf Texel. Mein Vater hatte extra den familieneigenen transportablen Telefunken-Schwarzweißfernseher mitgeschleppt. Also theoretisch war das Gerät transportabel. Das heißt, es hatte einen Griff. Aber man brauchte viel Kraft. Nachdem die Apparatur einige Minuten vorgeglüht hatte (nicht ausgeschlossen, dass die verbaute Bildröhre bereits zum Aufspüren feindlicher Bomberverbände gedient hatte), sah ich, wenn auch verschwommen, folgendes: Unter Trompetengeschmetter trugen junge Frauen in knielangen Dirndln Kissen mit Medaillen zu einem Siegerpodest. Die Medaillen wurden dann welchen für was umgehängt. Wenn ich fragte, hieß es: "Pscht!"
Montag, 15. Juli 2024
Vermischtes zur Eh-Em (VIII) - Füüünaaalööö!
(Falls es jemanden interessiert, wie ein Wort mit drei Ü und drei Ö aussieht.)
So denn, die EM ist überstanden, die Fußballhasser dürfen aufatmen und wir haben einen würdigen Sieger. Bei allem Mitgefühl für England-Fans, die der Meinung sind, nach knapp sechzig Jahren sei es langsam mal Zeit für einen zweiten großen Titel gewesen, muss man sagen, dass der Titelgewinn der Spanier in sportlicher Hinsicht absolut in Ordnung geht. Die spanische Mannschaft war über das ganze Turnier hinweg die beste, hat als einzige alle Spiele gewonnen. Wer sich Fußballfan schimpft, aber nicht in der Lage sieht, das zu akzeptieren und der spanischen Mannschaft zu gratulieren für ihre Leistung, sollte überlegen, ob Fußballgucken wirklich das richtige Hobby ist für ihn. Und wer 'aus Prinzip' zu England gehalten hat, um es den betrügerischen Iberern mal so richtig zu zeigen, sollte vielleicht darüber nachdenken, langsam mal erwachsen zu werden.
Donnerstag, 11. Juli 2024
Vermischtes zur Eh-Em (VII) - halbes Finale
Und noch eine Viertelfinal-Nachlese
Ich wiederhole mich. Wenn es einen Fußballgott gibt und so was wie Gerechtigkeit, dann wird am Sonntag Álvaro Morata, Kapitän der spanischen Nationalmannschaft, die silberne Trophäe in den Himmel über Berlin recken. Das spanische hat als einziges Team von Anfang an überzeugt und auf jeden Gegner eine Antwort gefunden. Am Dienstag haben sie es es geschafft, die Franzosen - sichtlich über ihren Zenit hinaus, aber immer noch mit individueller Klasse en masse - nach frühem Führungstor und Ausgleich komplett abzumelden und nur mehr hinterherlaufen zu lassen. Auch Kylian Mbappé hat erst in der 86. Minute seinen ersten Schuss aufs gegnerische Tor zustande gebracht. Muss man erst mal hinbekommen.
Sonntag, 7. Juli 2024
Vermischtes zur Eh-Em (VI) - Viertelfinale erledigt
Es ist das eingetreten, was zu befürchten war: Die beiden Mannschaften sind ins Halbfinale getrudelt, die sich bloß langweilig, leidenschafts- und ideenlos weiter verwaltet haben (Frankreich) bzw. sich trotz mittelmäßigster Leistungen als "untoter Turnierzombie" (Philipp Köster) durchgewurstelt haben (England). Das ist natürlich weder verboten noch verwerflich, das hat die BRD schon öfter so gemacht und sich dafür dann zur 'Turniermannschaft' geadelt. Es ist nur schade um den Sport. Natürlich ist es, wie gesagt, Quatsch zu erwarten, dass eine Mannschaft in einem Turnier von Anfang bis Ende brillant aufspielt, aber zumindest ein, zwei Spiele sollten meiner Ansicht nach dabei sein, bei denen man denkt: Wow, da haben die Champions auf dem Platz gestanden.
Mittwoch, 3. Juli 2024
Vermischtes zur Eh-Em (V) - Achtelfinalbilanz
Die Achtelfinals wären überstanden. Nicht-Fußballaffine können sich auch freuen: Die Spieltage werden seltener.
Das Team des sympathischen multilingualen Bergvölkchens im Südwesten hat die Italiener humorlos mit 2 : 0 nach Hause geschickt. Auch ohne den pomadigen Auftritt der Azzurri hätte ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen können. Die Engländer sind wieder einmal angetreten nach dem Motto "Wir werden das hier schon gewinnen, weil wir den ganzen Kram schließlich mal erfunden haben". Und verließen sich darauf, dass ein paar geniale Einzelaktionen genügen würden. Was ja auch irgendwie geklappt hat. Wenn es mit rechten Dingen zugeht, sollte gegen die eingangs erwähnten Schweizer aber Endstation sein. Sollte.
Donnerstag, 27. Juni 2024
Vermischtes zur Eh-Em (IV) - Vorrundenbilanz
Die Vorrunde wäre glücklich überstanden. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.
Der überwiegend gruselige letzte Gruppenspieltag ordnete das 1 : 1 der DFB-Elf gegen die Schweizer ein bisschen ein. Die Franzosen mühten sich gegen die Polen zu einem Unentschieden. Und die Niederländer haben von den Österreichern gar eine Niederlage kassiert. ÖFB-Trainer Rangnick lieferte zwei Erkenntnisse. Erstens sollte der Unfug, bevölkerungsärmere Länder hätten tendenziell schwächere Teams, womit die Österreicher sich lange selbst blockiert haben ("Schaun's, mir san a kleines Land…"), endgültig vom Tisch sein. Und zweitens zeigt das Beispiel, was für ein Kokolores das Gerede ist von wegen, ein Nationaltrainer habe ja quasi keinen Einfluss auf die Entwicklung seiner Mannschaft und sei mehr so ein Gute Laune-Onkel, der bloß ein wenig Stimmung machen kann.
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