Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. April 2026

Timmy for Wappentier!


"Was man an sich selbst und dem Mitmenschen vermisst -- Treue, Stärke, Selbstbewusstsein, Erlebnishunger, emotionale Intensität --, wird dem Tier eingeschrieben und aufgedrängt. [...] Bei viel zu vielen Facebook-Nutzern und Twitterern gibt es eine sichere Korrelation zwischen der Anzahl verkitschter Tierbilder, die sie posten, und plötzlich herausbrechenden Gewaltfantasien gegen Ausländer, Frauen, Juden oder Schwule. Hämische Tränenlach-Smileys sind die Reste emotionaler Interaktion, die diesem Sozialcharakter verblieben ist." (Leo Fischer)

Wenn Tierliebe obsessiv wird, ist Vorsicht geboten. Die NS-Ideologie zum Beispiel legte großen Wert auf Tierschutz. So wurde SS-Männern als arischen Mustermannsbildern beigebracht, jegliche Tierquälerei, derer sie gewahr wurden, zu unterbinden. Mit als rassisch minderwertig angesehenen Menschen war man bekanntlich weit weniger sensibel. Damit ist natürlich nicht gesagt, dass es ein prinzipielles Problem gibt mit Tierschutz oder dass alle Tierschützer:innen Nazis sind, aber wenn Tierliebe mit Menschenhass als Kehrseite einhergeht, kann es sehr schnell anrüchig werden und schützt im Zweifel vor gar nichts. Erst recht gaga wird es, wenn Tiere vermenschlicht werden und Tierliebe selektiv wird. 

Montag, 13. April 2026

Hoffnung, nicht Euphorie


Viktor Orbán wurde nach 16 Jahren mit einer Zweidrittelmehrheit abgewählt, und das ist nichts weniger als ein Grund zur Erleichterung. Ein Hoffnungsschimmer vielleicht, dass die Welle des Rechtsnationalismus beginnt, ihren Zenit zu erreichen. Aber auch nicht mehr. Zucker fürs Gemüt, dass der globalen Rechten ihr größtes Vorbild abhanden gekommen ist. Vor allem aber verlieren Putin und Trump ihren wichtigsten europäischen Verbündeten und ihr U-Boot in Brüssel. Mit der EU-Obstruktionspolitik wird es wohl auch vorbei sein. Was in der Ukraine mit Erleichterung zur Kenntnis genommen werden wird, denn die ist ein eindeutiger Gewinner dieser Wahl.

Mittwoch, 1. April 2026

Elefant im Raum


Es gibt diesen sprichwörtlichen Elefanten im Raum. Der nimmt fast sämtlichen Platz ein, sodass man sich kaum mehr bewegen kann, aber trotzdem redet niemand drüber. Sinnbildlich steht der Elefant im Raum für ein Problem, das eigentlich allen bewusst ist, aber niemand den Mut oder die Ehrlichkeit aufbringt, es offen anzusprechen. Die 'A'fD etwa verdankt einen Gutteil ihres politischen Aufstiegs ihrer Kernerzählung, sie sei die einzige Partei, die den Mut besäße, den Elefanten beim Namen zu nennen, und der hieße: Illegale bzw. irreguläre Massenmigration. 

Dienstag, 24. März 2026

Diskurs. Links


Wolfgang M. Schmitt ist hier lesenden eventuell bekannt als Betreiber des empfehlenswerten und hier empfohlenen YouTube-Kanals 'Die Filmanalyse'. Daneben betreibt er mit Ole Nymoen den Podcast 'Wohlstand für alle', der sich mit wirtschaftlichen Fragen befasst, sowie 'Die neuen Zwanziger', wo es vor allem um Kultur und Politik geht. Jasmin Kosubek ist als ehemalige Mitarbeiterin von 'RT DE' als Journalistin nicht unumstritten. Allerdings muss man sagen, dass sie wirklich vielen Stimmen Raum gibt und bereit ist, sich mit Standpunkten, die nicht die ihren sind, ernsthaft auseinanderzusetzen, und das verdient unbedingt Respekt. Hier unterhält sie sich knapp zwei Stunden lang mit Schmitt und ich habe etliches mitnehmen können. Wenn politischer Diskurs öfter so liefe, diese Welt wäre definitiv eine bessere.

Freitag, 6. März 2026

Was sagen?


Was soll ich denn sagen? Zum Krieg im Iran. Keine Ahnung. Sicher, ich könnte erwähnen, der Unterschied zu früheren US-Feldzügen im Namen von Freedom and Democracy ist, dass man sich gar nicht erst um eine internationale Koalition bemüht hat, sondern es gleich alleine durchzieht. Eine neue Qualität, zweifellos. Hatten wir aber schon in Venezuela. Ein Testlauf vielleicht. Paar Nummern kleiner. Wie das ausgeht? Der Iran ist ein riesiges Land. Wer weiß, was von der Opposition noch übrig ist nach all dem Morden, wie stark die Revolutionsgarden noch sind. Vielleicht hat der Mossad da genauere Infos. Der wusste ja auch, wo Khamenei wohnt. 

Samstag, 28. Februar 2026

Vier Jahre Ukrainekrieg. Eine Zwischenbilanz


Seit über vier Jahren führt Russland nunmehr Krieg in der Ukraine. Damit dauert dieser Krieg bereits länger als der 'Große Vaterländische Krieg' gegen das Deutsche Reich 1941 bis 1945, in dessen Tradition die russische Propaganda das Ganze gern stellen würde. Nimmt man Putin beim Wort und geht davon aus, dass er den Großmachtstatus Russlands wiederherstellen wollte (den schon die UdSSR allein wegen ihres hochgerüsteten Militärs innehatte, wenn überhaupt), dann sahen die Kriegsziele, die Putin und die Kreml-Krieger 2022 verfolgten, höchstwahrscheinlich so aus: 

Samstag, 21. Februar 2026

Andy Capone?


Irgendwann in den Neunzigern las ich irgendwo mal ein Interview mit dem ehemaligen Monty Python-Mitglied John Cleese. Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Cleese sagte, er fühle sich in Wien immer sehr wohl, denn dort habe man bereits das hinter sich, was Großbritannien noch bevorstünde: Die Abschaffung einer sehr alten, sehr traditionsreichen Monarchie, deren Umwandlung in ein Museum und die Einführung der Republik. Er sei durchaus zuversichtlich, das in Großbritannien noch zu erleben.

Samstag, 14. Februar 2026

Epstein. Fünf Annäherungen


"Die bürgerliche Gesellschaft besteht aus zwei Arten von Männern, aus solchen, die sagen, irgendwo sei eine Lasterhöhle ausgehoben worden, und solchen, die bedauern, die Adresse zu spät erfahren zu haben." (Karl Kraus)

Kurze Frage zum Einstieg: Irgendwo jemand über der Gehaltsklasse eines mittleren Managers der Raiffeisenbank, der nicht in irgendeinem E-Mail-Verteiler von Jeffrey Epstein (+) steht? Bitte um Handzeichen! Danke. Das wird übrigens die letzte flapsige Einlassung in diesem Beitrag sein. Das Thema ist zu ernst und vielschichtig. Daher der Versuch, sich aus fünf Richtungen anzunähern. Ob sich daraus am Ende ein schlüssiges Bild ergibt, sei allen selbst überlassen.

Freitag, 6. Februar 2026

Inhaltlich blank


"Die Friedhöfe der Welt sind voll von Leuten, die sich für unentbehrlich hielten." (Georges Clemenceau)

Nicht unbeträchtliche Teile Deutschlands erinnern in diesen Zeiten an einen älteren, langjährigen Mitarbeiter eines kriselnden Traditionsunternehmens, der sich angesichts einer Entlassungswelle einredet, ihm werde schon nichts passieren, der neumodische Kram ihn schon nicht betreffen, überdies habe er doch so viel geleistet, sei doch schon so lange dabei, sie könnten ihm gar nichts, sollen sie doch kommen und überhaupt. Der parlamentarische Arm dieses Denkens hört auf den Namen CDU.

Samstag, 31. Januar 2026

Im Patchwork Valley


Deutschland sei, so heißt es allenthalben, ein digitales Entwicklungsland. Die Welt lache sich entweder kaputt über uns deutsche Digital-Höhlenmenschen oder schüttele mitleidig den Kopf. Tss tss, was ist bloß aus den übereffizienten deutschen Organisationsweltmeistern geworden? Während anderswo alles nur mehr ganz bequem digital und online gönge und niemand auch nur auf die Idee käme, ein Blatt Papier auch nur zur Hand zu nehmen, geschweige denn, persönlich bei einem Amt zu erscheinen, säßen hier überall mausgraue, verpupte Ärmelschoner, Bedenkenträger und E-Mail-Ausdrucker herum, für die alles, was sich nicht in einem Leitzordner abheften lässt, neumodisches Teufelswerk ist und die jede ausgedruckte Mail dann noch einmal faxen. Zur Sicherheit. Man kann schließlich nie wissen. Keine Experimente!

Donnerstag, 22. Januar 2026

Chickening Out


Dass die USA, wie vom Donald Trump postuliert, unbedingt Grönland annektieren müssten wegen der Rohstoffe und der überragenden strategischen Lage, ist natürlich völliger Kokolores. Wie immer ging es Trump allein ums Prestige und ums Habenwollen. Darum, aufstrebenden Mächten wie China zu zeigen, wer den längeren Hebel hat. Trump will als der GröPaZ in die Geschichte eingehen. Friedensnobelpreisträger, YÄY! Ausrichter der besten Fußball-WM ever, BÄM! Als derjenige, der das Territorium der USA vergrößert hat wie noch niemand vor ihm, POW! Der Putin zeigt, wie Neoimperialismus geht, BIFF! Captain America strikes again, ZOW!

Mittwoch, 14. Januar 2026

Merz und die Mullahs


Sicher ist da natürlich gar nichts, aber es könnte sein, dass ich in diesem Leben noch mitbekomme, wie im Iran ein Revolutionsregime von einem anderen Revolutionsregime wieder abgelöst wird. Das wäre kein Grund zur Trauer. Immer mehr Iraner:innen haben nach zirka 45 Jahren offenbar die Nase voll von einer Oligarchie religiöser Fundamentalisten, die ihnen in die private Lebensführung hineinregiert und sie mit immer weniger Erfolg zu einem gottgefälligen Leben nötigen will, während immer mehr verarmen. Letzteres dürfte der wichtigste Grund sein für die in immer kürzeren Abständen erfolgenden Protestwellen im Iran, auf die Mullahs immer schlechter den Deckel bekommen. 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Lernen vom Ancien Régime


Man kann sich gewiss täuschen, aber es sieht so aus, als hätten vor allem Konservative/Rechte ein echtes Händchen dafür, in Katastrophen- und Krisensituationen so rüberzukommen, als ginge sie das alles nicht wirklich was an und nicht zu kapieren, wieso ausgerechnet Wichtigmenschen wie sie sich zum Pöbel herabbegeben sollen. Und sich damit ohne Not um Wahlchancen bringen. Nach Lokalpatriot Stoiber und Schmunzelmuffe Laschet (international ließen sich zum Beispiel noch George W. 'Flyover' Bush oder Melania 'I really don‘t care' Trump erwähnen) hat jetzt der Berliner Bürgermeister Wegner (CDU) sein PR-Desaster am Start, das ihn vermutlich die Wiederwahl kosten wird.

Sonntag, 4. Januar 2026

Unkomplex


Würde das Weltgeschehen wenigstens zu Beginn des Jahres so freundlich sein, unsereins armen Bloggern, die angetreten sind, selbiges ein wenig einzuordnen, eine Chance zu geben, mal kurz durchzupusten? Erst schneidet angeblich ein Haufen verpeilter Salonrevolutionäre 50.000 Berliner Haushalte von der Stromversorgung ab und glaubt vermutlich ernsthaft, das Schweinesystem damit kippen zu können (das Kapital in New York, Frankfurt und London ist erfahrungsgemäß immer schwerst beeindruckt und schlottert vor Angst, wenn irgendwo bei einer Demo Autos brennen oder Menschen in ihren Wohnungen zu erfrieren drohen), dann lässt Trump mal eben den venezolanischen Präsidenten Maduro hopsnehmen und in den USA einknasten. 

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Zum Bund?


Natürlich ist dem Kollegen Sasse recht zu geben, wenn er sagt, Schulen würden mit Gründen den Teufel tun, Kindern und Jugendlichen frei zu geben, um gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren und auch keine elterlichen Entschuldigungen deswegen zu akzeptieren. Natürlich kann man einwenden, es gönge schließlich um ein ehrenwertes, edles Ziel. Aber das nehmen im Zweifel alle für sich in Anspruch. Was, wenn irgendwo eine Mehrheit der Schüler:innenschaft einer Schule gegen 'unkontrollierte Massenmigration' demonstrieren will und dafür frei haben will? 

Donnerstag, 27. November 2025

Sauerländer Scholle


"Nach meiner Asienreise hat mich die frische, raue Luft des Sauerlands umgeschmissen." (Heinrich Lübke)

Angela Merkel mag im öffentlichen Auftreten das Temperament einer Terrine Kartoffelsuppe verströmt haben, als sei ihre Kanzlerinnenschaft von der Firma Pfanni gesponsert gewesen. Aber die bloße Tatsache, dass sie die erste Frau im Kanzlerinnenamt war, überstrahlte vieles und ließ Deutschland plötzlich als Speerspitze von Emanzipation und Fortschritt erscheinen. Olaf Scholz? Sieht man von CumEx- und anderen Verstrickungen ab, schlumpfte der so durch die Weltgeschichte und tat nach außen vor allem das, was er am besten kann: Nicht auffallen. Wie viel auch das wert sein kann, zeigt sich gerade wieder.

Montag, 17. November 2025

Good news - bad news


Dass es besser ist, sich mit der Tatsache zu arrangieren, dass die Ganzrechten erst einmal nicht mehr verschwinden werden, sondern sich als politische Kraft rechts der Konservativen dauerhaft etabliert haben und es bis auf weiteres nur darum geht, sie von den Schaltstellen der Macht möglichst fernzuhalten, sollte, auch wenn’s widerstreben mag, Konsens sein. Dass es ferner Kokolores ist, die Rechten kontrollieren bzw. kleinhalten zu wollen, indem man ihre Forderungen erfüllt, war hier auch schon Thema, und zwar so oft, dass man das wirklich nicht noch einmal vorbeten muss. Die Umfragewerte sprechen da eine überdeutliche Sprache.

Sonntag, 2. November 2025

Bla-Bla-Land


"Neu in meinem Stadtbild: Eine indische Familie (Opa mit Turban), die holländisch spricht und in ein Auto mit holländischem Kennzeichen steigt. Fragen Sie mal Ihre Tochter ..." (Bonetti)

Wenn man sich vor Augen führt, dass die amtierende Regierung mit 1.000, in Worten: ein-tausend Milliarden Euro an zusätzlichem Geld einen finanziellen Spielraum zur Verfügung hat wie wohl noch keine deutsche Regierung vor ihr, dann kann man, nein, dann muss man ihre Performance nicht anders als beschämend nennen. Wo sind die großen Projekte, die großen Würfe? Die Infrastrukturoffensiven, die Bildungsreformen, die Digitalisierungsinitiativen? Alles bitter nötig. Statt dessen so? Ach neee, lass uns lieber mal weiter Verbrenner bauen und fossile Energie verballern. Digitalisierung? Hats damals auch nicht gegeben, Und, hat's uns geschadet? Wollen wir nicht doch wieder Atomkraftwerke…? Ach ja, auf jeden Fall Bürgergeld abschaffen!

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Stadtbildliches


Willkommen zu einer weiteren Runde des beliebten Spiels 'Hau den Migranten!'. Friedrich Merz mokierte sich ja jetzt über das zunehmend undeutsche Erscheinungsbild der hiesigen Städte und regte an, zur Freude etlicher Remigrationsfans vermutlich, diesem Problem mit verschärften Abschiebungen beizukommen. Dabei lautet die eigentlich interessante Frage doch wie so oft: Warum sehen Städte eigentlich aus wie sie so aussehen? Bzw. warum sind Stadtbilder so, wie sie so sind? Wo sind 'Schnitzel-Toni' und 'Didi's Pil's-Stübchen'? Oder vielleicht was Gehobeneres? Restaurant 'Zum goldenen Ochsen' (ein Stern) oder so? 

Freitag, 10. Oktober 2025

Gerettet!


Puh, das war knapp! Nachdem Julia Klöckner so gerade noch verhindert hat, dass die internationale queere Verschwörung uns mit ihren Regenbogenflaggen zwangsverschwult, kommt jetzt die Veggie-Mafia dran und ihre diabolischen Versuche, uns zwangszuveganisieren, indem sie uns ihre fleischfreie Minderkost unterjubelt. Der Fraß soll fürderhin nicht mehr den Namen von Fleischhaltigem tragen dürfen, so hat es das EU-Parlament beschlossen. Also nicht mehr 'Veggie-Wiener' oder so, sondern 'Tofu-Rolle' oder so. Wegen Verwechslungsgefahr. Man sah es ja förmlich vor sich, wie die Topmanager von Milliardenkonzernen wie Rapunzel und Zwergenwiese in ihren Birkenstocks und Norwegerpullovern schon in irres Lachen ausgebrochen sind wie die Bond-Bösewichte.