Die gestrigen Midterms in den USA waren ein Plebiszit über Trump. Das hat er krachend verloren. Die US-amerikanischen Wähler:innen haben mitgeteilt, dass sie das Experiment für gescheitert halten. Alle Schmutzkampagnen und alle Milliarden der Techmilliardäre haben am Ende nichts ausrichten können. Das ist nichts weniger ein Grund zur Freude. Es handelt sich auch nicht um einen einfachen Wahlsieg, sondern im Gegensatz zu den Präsidentschaftswahlen von 2016 und 2024 wirklich um einen Erdrutsch. Die Demokraten konnten Sitze erobern, die seit Jahrzehnten fest in republikanischer Hand zementiert waren. Das ist nicht nichts, im Gegenteil.
Fliegende Bretter
Nicht immer Kritisches über Politik, Gesellschaft, Medien, Kultur, Essen und manchmal auch Sport
Mittwoch, 4. November 2026
The Biggest Loser
Die gestrigen Midterms in den USA waren ein Plebiszit über Trump. Das hat er krachend verloren. Die US-amerikanischen Wähler:innen haben mitgeteilt, dass sie das Experiment für gescheitert halten. Alle Schmutzkampagnen und alle Milliarden der Techmilliardäre haben am Ende nichts ausrichten können. Das ist nichts weniger ein Grund zur Freude. Es handelt sich auch nicht um einen einfachen Wahlsieg, sondern im Gegensatz zu den Präsidentschaftswahlen von 2016 und 2024 wirklich um einen Erdrutsch. Die Demokraten konnten Sitze erobern, die seit Jahrzehnten fest in republikanischer Hand zementiert waren. Das ist nicht nichts, im Gegenteil.
Freitag, 30. Oktober 2026
Vermischtes und Zeugs (CLXIII)
Morgen ist wieder Halloween. Bizarr bis gruselig herausgeputzte Kinder erpressen von den Nachbarn Süßigkeiten und nicht minder zurecht gemachte Erwachsene strömen in Scharen zu Halloween-Partys, auf denen sie die Nacht zum Tage werden lassen, um den folgenden Morgen des stillen Allerheiligentages in gebührender Wortkargheit zu begehen. Schließlich sind auch die Supermärkte seit einiger Zeit nicht nur voller Weihnachtsgebäck, sondern auch voller Horror-Zubehör. Da und dort ist man schwer um die einheimische Kultur besorgt. Von amerikanischem Kulturimperialismus wird da gern gemoppert. Und überhaupt sei das doch alles eh nur Kommerz und jappjappjapp. Gern kommt das aus der gleichen Ecke, in der das Verschwinden des McRib bei Mäckes allen Ernstes als Verlust deutscher [sic] Esskultur beklagt wurde. Geisterbahn halt. Passt zum Thema.
Mittwoch, 28. Oktober 2026
Amtlicher Lichtblick?
Michael 'Bully' Herbigs Fortsetzung von 'Der Schuh des Manitu' ist ein fades Filmchen. Aber vielleicht gibt es doch Hoffnung.
Vor einem Vierteljahrhundert habe ich mir tatsächlich den Film 'Der Schuh des Manitu' im Kino angeschaut. Eigentlich mehr eine alberne Nummernrevue, war das so etwas wie ein letztes Aufzucken der Spaßgesellschaft der Neunziger, wo man alles irgendwie ironisch durch den Kakao zog und verwitzelte. Doch habe ich mich stellenweise durchaus amüsiert, fand aber, dass 82 Minuten auch wirklich genug waren. (Bin ich eigentlich der einzige, dem diese über-überlangen Filme gewaltig auf den Nerv gehen?) Knapp 25 Jahre später kam die Fortsetzung namens 'Das Kanu des Manitu' in die Kinos und ich konnte mich beherrschen. Als ich aber letztens so durch Netflix stöberte und ich gewahr wurde, dass sich das streamen ließ, siegte meine Neugierde. Zumal auch dies Werkchen deutlich kürzer ist als neunzig Minuten, die dafür geopferte Restlebenszeit sich also im vertretbaren Rahmen halten würde.
Samstag, 24. Oktober 2026
Jenseits der Blogroll - 10/2026
"Wie schaffen es gute Deutsche eigentlich, immer dann konsequent wegzusehen, wenn sie besonders genau hingucken sollten? Ist das Dummheit, Bösartigkeit oder die menschliche Anfälligkeit für eschatologische Religionen, vom Christentum über Homöopathie bis zum FC St. Pauli, die sie oft so blind macht? Lieben sie als linke Schöngeister -- gelangweilt von ihrem Kleinmädchen-Idealismus -- heimlich das Böse? Haben sie Angst, eine wichtige Party zu verpassen?" (Maxim Biller)
Berechtigte Frage. Bevor wir uns, werte Lesys, da der Monat sich bereits wieder in seine letzte Woche neigt, den Links und Frundstücken widmen, möchte ich es nicht versäumen, dem Kollegen Kiezschreiber alles Gute zu wünschen. Sie werden verdammt noch mal noch gebraucht, Bonetti!
Donnerstag, 22. Oktober 2026
Entpolitisierung als Kalkül?
Ein Gastbeitrag von gerdos
Zur Einstimmung ein paar nüchterne Daten:
'Schlagerboom -- Alles funkelt! Alles glitzert!' (ARD 19.10.2024, 20:15 live. Einschaltquote mit 3,88 Mio. mäßig (2016 noch über 6 Mio.) Wiederholungen auf WDR und MDR 20:15 bis 23:35 Uhr
'Schlagerboom Open Air 2025' (21. Juni 2025 um 20.15 Uhr in der ARD, Generalprobe am 20. Juni, die Sommer-Show findet unter freiem Himmel statt.)
'Schlagerboom -- Alles funkelt, alles glitzert' (18. Oktober 2025 um 20.15 Uhr in der ARD, Generalprobe am 17. Oktober, Wiederholungen bei WDR und MDR 20:15 bis 23:35 Uhr)
'Das Adventsfest der 100.000 Lichter' mit den üblichen Verdächtigen wie Andrea Berg, Simone Thomalla, Ella Endlich, Thomas Anders, DJ Ötzi, Howard Carpendale, Semino Rossi, Vanessa Mai, Stefanie Hertel, Andy Borg, Ross Antony, Joe Kellys Familie und anderen (ARD, 29.11.2025, 20:15 bis 23:35)
Dienstag, 20. Oktober 2026
Vermischtes und Zeugs (CLXII)
Zu meinen Schulzeiten in den Achtzigern waren einige aus meiner Jahrgangsstufe in der Jungen Union. Das waren größtenteils Uncoole. Mit einem war ich aber tatsächlich privat befreundet, weil wir beide einen ähnlichen Musikgeschmack hatten sowie eine beginnende Vorliebe für gutes Essen und trockenen französischen Landwein teilten. Das funktionierte aber nur, wie wir sehr bald herausfanden, solange wir die Politik heraushielten. Die meisten JU-Typen bei uns erinnerten phänotypisch an jene gestylten Wichtigmenschen, die ein paar Jahre zuvor noch 'Popper' genannt worden waren (Ulf Poschardt war übrigens mal einer): Pullover über der Schulter, von Sylt labernd und die Welt mit Börsenkursen, ihren Finanzplänen und ihrer grenzenlosen Bewunderung für Helmut Kohl nervend.
Freitag, 16. Oktober 2026
State of the Union
Normalerweise winke ich genervt ab, wenn es pauschal gegen "die Politiker" geht. Denn "die Politiker" sind ja nicht nur die, die wohlbesoldet im Bundestag und in den Landtagen sitzen, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Ortsbürgermeister und Gemeinderäte, die das neben dem Beruf machen, einiges an Freizeit und Zeit mit der Familie opfern für eine Aufwandsentschädigung, für die man vielleicht mal essen gehen kann und inzwischen auch nicht selten bedroht werden.
Montag, 12. Oktober 2026
Vermischtes und Zeugs (CLXI)
Austern sind schon ein interessantes Lebensmittel. Vor der Erfindung moderner Kühltechnik waren sie gleichzeitig Luxusfutter und Arme-Leute-Essen. An der Küste waren die Mollusken massenhaft verfügbar und spottbillig, im Binnenland, wo durch Verderb auf dem tagelangen Transport nur wenige essbare Exemplare ankamen, hingegen sauteuer. Die Regel, Austern nur in Monaten mir 'r' zu essen, hat sicher damit zu tun, dass im Sommer der Transport der nicht konservierbaren Muscheln auch mit teurem Stangeneis quasi gar nicht machbar war.
Mittwoch, 7. Oktober 2026
Tag der Schande
"Leute, denen der Nahe Osten normalerweise am Arsch vorbeigeht, die aber jedes Mal in helle Aufregung verfallen, wenn Israel involviert ist, und sei es am Rande, haben offenbar ein Problem mit Juden." (Hannes Stein)
Heute jährt sich der Tag der Schande zum dritten Mal. Am 7. Oktober 2023 drangen 'Kämpfer' der Hamas auf israelisches Territorium vor und massakrierten, folterten, entführten, vergewaltigten und verstümmelten Israelis, die dort lebten, arbeiteten, feierten.. Knapp 1.200 verloren auf teils entsetzliche Weise ihr Leben, etliche Überlebende und ihre Angehörigen tragen noch heute an den Folgen und werden es noch weiterhin tun. Niemals seit der Shoah wurden so viele Jüd:innen an einem Tag getötet. Wie man derartig entgrenzte Brutalität ernsthaft als heroischen Akt der Befreiung feiern kann, zumal als Einwohner:in einer Weltgegend, in der sich's immer noch recht kommod und vergleichsweise sicher leben lässt, ist mir bis heute schleierhaft. Und wird es wohl bleiben.
Montag, 5. Oktober 2026
Irgendwie autobiographisch
Derzeit zwingt die Erwerbsarbeit mich zu täglichem Autofahren. Ein Weg knapp 20 Kilometer. Gibt Schlimmeres. Sicher könnte ich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, aber weil das hier das Ruhrgebiet ist, brauchen die Öffis für den Hinweg etwa die dreifache Zeit, für den Rückweg die dreieinhalbfache. Ich hätte aber gern noch ein wenig Privatleben, wenn sich's einrichten lässt. Unterwegs höre ich wegen der kurzen Fahrzeit keine Podcasts oder Hörbücher, sondern Deutschlandfunk oder Deutschlandfunk Kultur. Wobei ich aber immer öfter den Drang verspüre, ins Lenkrad zu beißen.
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